Beiträge von TW-Trainer

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    Liebe Trainerkollegen,


    jeder sollte das Recht haben seinen Unmut mit legalen Mitteln in der Öffentlichkeit zu zeigen. So auch die Bezirksliga-Schiedsrichter!? Stein des Anstoßes war zunächst das Fehlverhalten eines Fans. Seiner Meinung nach habe der Schiedsrichter das Spiel total verpfiffen, warum er unmittelbar nach dem Spiel zum Schiedsrichter lief, um ihm zu sagen: "Sowas wie dich sollte man vergasen"! Der Schiedsrichter hatte dies im Spielbericht vermerkt, worauf der Verein eine Geldstrafe erhielt, weil die Ordner nicht in der Lage gewesen waren, den Schiedsrichter vor wütenden Fans zu schützen. Dies sah der Verein jedoch anders. Man habe unter normalen Voraussetzungen nicht annehmen können, dass sich ein Fan zu solch einer Bemerkung hinreißen ließ. Man ging in Berufung, welches stattgegeben wurde. Die Geldstrafe wurde aufgeboben und man ließ es bei einer Belehrung.


    Diese Herabwürdigung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit wollten sich die Schiedsrichter nicht gefallen lassen und beschlossen gemeinsam an diesem Wochenende zu streiken. Die Vereine wurden angehalten sich selbst auf andere Schiedsrichter zu einigen. In den meisten Fällen ging es wohl gut.


    Jetz aber mal eine Frage an euch: Wie findet ihr es, wenn Schiedsrichter streiken?

    Mal davon abgesehen, dass die Staffelleiterin völlig unfähig war, eine Siegerehrung durchzuführen, gab es nicht für alle Kinder eine Medaille.

    Ich denke mal, dass die Unfähigkeit der Staffelleiterin nicht der Stein des Anstoßes war, sondern das Fehlverhalten des Verbandsfunktionärs.


    Auch ich komme zu dem Schluß, dass die Staffelleiterin als gewählte Ehrenamtliche mit anderen Augen zu sehen ist als ein gut ausgebildeter Funktionär. Allerdings geht es hier um einen Meinungsunterschied, der sich so nicht mit dem Kinderfussball verträgt! Denn der Funktionär brachte hier ganz klar zum Ausdruck, dass für ihn die F-Jugend nichts anderes ist als jede andere Altersklasse. Für ihn ist es also eine Leistungsklasse, in der den schlechten Spielern durch Lob und Überreichung von Medaillen an die Besten dokumentiert werden soll, dass sie hier nur die "Flachpfeifen" sind! Diese Einstellung schadet dem Kinderfussball nachträglich, weshalb es hier einer Korrektur durch Belehrung und im Zweifelsfall durch Austausch einer geeigneten Person bedarf.

    Nach der Siegerehrung, ging ich zu der Staffelleiterin und einem Vorsitzenden des NFV rüber. Ich teilte ihnen mit, dass ich es sehr schade und traurig finde, dass bei einer Hallen Endrunde wirklich Kinder ohne Medaille nach Hause gehen. Der Vorsitzende meinte dann von oben herab, dass ich ja einen schriftlichen Antrag bei der Staffelleitung stellen könnte. Ich fragte ihn dann, ob er denn anderer Meinung wäre. Er sagte mir direkt ins Gesicht : "Ja, da bin ich anderer Meinung!" Ich habe dann noch seinen Namen erfragt, damit ich weiß mit wem ich es genau zu tun hatte.
    Ich bin wirklich sauer und enttäuscht. Ich finde jedes Kind, das an einer Endrunde teilnimmt, hat auch eine Medaille verdient. Oder nicht???

    Ich denke, es war ersichtlich, dass es um ein würdiges und faires Verhalten aller Teilnehmer ging und nicht allein um die Symbolkraft einer Medaille.


    Leider kommt so ein Verhalten häufiger vor, weshalb es mir wirklich schwer fällt, hier von Einzelfällen zu sprechen. Wie die Verbandsverantwortlichen und Staffelleitungen so drauf sind hat man spätestens bei der Einführung der Fairplay-Liga gemerkt.


    Man stellt sich die Frage, ob der Job diesen Leuten überhaupt noch Spaß macht, wenn der Kinderfussball nicht mehr so stattfindet, wie sie es denken? Bei einigen Funktionsträgern kommt es dann zu einer Art von Trotzreaktion, in der sie Andersdenkende von oben herab begegnen.


    Über Menschen, die beizeiten nicht mit der Zeit gehen, wird die Zeit rasend schnell hinweg huschen. Ehe sie sich versehen, werden sie von Tätern zu Opfern.


    Man sollte berechtigte Kritik im Sinne einer Optimierung aber nicht zurück halten.


    Unter www.nfv.de findest du den für dein Gebiet zuständigen Ansprechpartner.

    Wohl kaum, denn sonst wäre unser Schulsystem vollkommen falsch. Wo wird dort noch gespielt?

    Auf die Idee, dass mit unserem Schulsystem was nicht stimmt, sind die Verantwortlichen der Länder auch schon gekommen. Wie erwähnt, will man zumindest im Grundschulbereich neue Wege gehen. Hierbei soll der Leistungsdruck genommen werden, der unweigerlich bei der Benotung von selbständigen Aufgaben (z.B. Klassenarbeit) entsteht. Dabei soll u.a. auch mit allen Sinnen gelernt werden.


    Unser Lernsystem basiert auf Zufälligkeiten. Stimmt die Chemie zwischen Schüler und Lehrer, dann ist ein Fähigkeitssgewinn vorprogrammiert - stimmt sie nicht, dann bleibt das Kind spätestens dann "hängne", wenn auch die 3. Klassenarbeit verhauen wurde.


    Auch dort ist das Lernen für Ergebnisse das oberste Ziel, statt das Lernen für Erlebnisse. Für so manches Kind ist dabei der Sport lediglich ein Katalysator, um die aufgestauten Agressionen abzubauen.


    Dass Kinder spielend das Spielen lernen ist eine Idealvorstellung, von der wir uns als Erwachsende leider ein gutes Stück entfernt haben. Denn welcher Erwachsene kann noch richtig spielen?

    Hat einer so eine Übung?

    Wenn es am grundsätzlichen Verständnis mangelt, dann kann man "Schuhball" spielen. "Schuhball". Dabei zieht jeder einen Schuh aus, nimmt ihn in die Hand und spielt damit den Ball.
    Man kann "Schuhball" als Übung (z.B. durch einen Slalomparcours dribbeln) aber auch als Spielform (z.B. 4 gegen 4 ) spielen.


    Auf diese Weise können die Kinder die verschiedenen Flächen des Schuhs und des Balls ausprobieren.


    Wenn es jeweils Details sind, dann bieten sich Paßformen ohne/mit Gegnerdruck an. Ganz wichtig hierbei sind mittel- und lange Bälle, denn bei kurzen Pässen erkennt man die Schwächen (Präzision, Balldruck) nicht so klar. Will man den Anreiz erhöhen, dann sollte der Torabschluß ohne/mit anschließender Spieleröffnung im Trainingsschwerpunkt enthalten sein.


    Ins kindliche Denken umfunktionierte Übungen können der Schlüssel zur Überführung in spielnahes Training sein).

    Eine weitere Frage war: sollen wir bei den Spielen so aufstellen, dass wir gewinnen oder so dass alle spielen? Die Antwort war sofort und von allen: alle sollen spielen. Und als es dann mit der Spielrunde losging, waren wir gar nicht mehr die schlechtesten, die Nixkönner, die Ausgemusterten und Neuzugänge sondern ein Team.
    Einige hörten auch auf, keine Frage. Aber es sprach sich rum, neue Kinder kamen, auch sportliche... von denen inzwischen einige selbst Trainer sind.

    So ein ähnliches Projekt habe ich vor Jahren mal begleitet. Wir haben es in Anlehnung an einen Film: "das dreckige Dutzend" genannt, weil man sämtlichen Spieler weder sportlich noch charakterlich etwas zutraute. Heute spielt der überwiegende Teil im Leistungsfussball. Aber diese Kinder haben deshalb einen starken Charakter bekommen, weil sie beide Seiten der Medaille gesehen haben und sich jeden kleinen Fortschritt selbst erkämpft haben.


    Kinder sind doch keine Wegwerfartikel, nur weil ihre Erwartungen (noch) nicht den Erwachsenen entsprechen!


    Aber ich glaube, so hat es @Spieler-papa gar nicht gemeint. Die Kinder tun ihm leid, jedoch weiß er sich keinen Rat. Den besten Rat, es einfach mal selbst bei denen, die fast nichts mehr beim Fussball zu verlieren haben, zu probieren, hat er ja schon. Und deine Beschreibung, was zu tun ist, wird ihm ebenfalls helfen! Denn wenn man selbst die Begeisterung spürt, lassen sich andere leicht davon anstecken!

    Jup, danke, so hatte ich es gemeint. Einen allgemein verbindlichen Regelvorschlag kann ich auch nicht liefern.


    Da geh ich mit dir! Das Alter ist lediglich ein objektives Merkmal für die Mannschaftszusammenstellung, weil sich hier Kinder mit in etwa gleichem Erfahrungsschatz treffen. Aber natürlich in einer breiten Streuung. Erst im Laufe der Jahr gibt es eine Verdichtung von Fähigkeiten, die gemeinsam mit einer sozialen Kompetenz heran wächst.


    Da gibt es wohl auch nichts, was sich ausschließlich durch Vor- oder Nachteile auszeichnet, sondern allenfalls eine Güterabwägung, die jedoch im Einklang mit den Interessen des Kindes und seiner Eltern liegen sollten.
    Hier wird immer wieder der "dicke Paule" aus der Schublade gekramt. Aber wer sagt, dass der "dicke Paule" nicht auch dünn, schnell und schlau werden kann, wenn er einen Trainer findet, der auf seiner Welle liegt?Aber wenn der "dicke Paule" von seinen gleichaltrigen Mitschülern gehänselt wird, dass er noch mit den Kleinen zusammen Fussball spielen muß, wird seine Begeisterung für den Fussball wohl kaum die nächsten Jahre überstehen. Kann das das Ziel eines Breitensportvereins sein?


    Oder darf der "dicke Paule" auch ein "Pfundkerl" für seine Mannschaft sein?

    Fang mal an

    Stell ich mir auch schwierig vor! Zumal ich irgendwie das Gefühl habe, dass die Zeugnisse in der Grundschule primär nicht mehr dazu da sein sollen über das Sitzenbleiben zu entscheiden, sondern etwas präziser die Entwicklung von Fähigkeiten zu beschreiben. Die große Schwäche einer Benotung in jungen Jahren besteht darin, als dass dort die noch sehr starken Schwankung unterliegende Leistung mit der Zensur benutzt werden, um Erfolgsprognosen abzugeben. Hinzu kommt, dass die Noten auf Kinder eine ganz andere Wirkung haben können, als gewünscht. So manches Kind verliert durch schlechte Noten den Spaß am Unterricht. Lehrer und Eltern können dies falsch deuten. Entweder schickt man das Kind zum Arzt, um eine medizinische Konzentrationsschwäche als Ursache auszumachen oder in die Nachhilfe, um dem Kind aufzuzeigen, dass man mit der schlechten Note nicht einverstanden ist und was Besseres verlangt.


    Warum soll man zu Maßnahmen greifen, die selbst die Schule nicht mehr für zeitgemäß erachtet?


    Aber es sprechen auch andere Gründe dagegen. Denn die Talente sind nicht immer gleich verteilt. So kann es Kinder geben, die sich in Mathe und Deutsch schwertun, aber beim Sport zu den Besten gehören! Oder vielleicht auch deshalb beim Sport zu den Besten gehören, weil man ihnen in anderen Fähigkeitsbereichen große Defizite unterstellt?


    Da glaubt die Schule durch eine Unterscheidung von Haupt- und Nebenfächer das Gehirn sei das einzig wichtige Merkmal im kindlichen Körper, während der Sport meint, man müsse die körperlichen Fähigkeiten als Hauptmerkmal betrachten.


    Unser größtes Problem ist m.E. das wir von unseren Kindern verlangen, sie müssten uns verstehen wollen und wir uns zu wenig Mühe geben, in ihre Welt einzutauchen. Kinder wollen sich ausprobieren! Aber wie können sie das, wenn bei den Eltern bereits die "Schnappathmung" einsetzt, wenn der Filius auf einem ein Meter hohen Ast steht?



    Also würde mir das mit dem "Sitzenbleiben" als Maßstab zur Einstufung beim Kinderfussball noch mal überlegen!

    Du hast vollkommen recht! Man kann keine neuen Erkenntnisse gewinnen, wenn man den Bolzplatzfussball glorifiziert. Man muß ihn differenziert betrachten!


    Kinder können auch bei den von ihnen aufgestellten Regeln gemein sein, sodass der kleine Dicke (wie auch der dumme, träge) ins Tor soll, damit er die Anderen nicht beim Fussballspiel stört.
    Ich möchte mich an dieser Stelle gar nicht (wieder) über falsche Selektionsmerkmale von Torleuten auslassen. Allerdings kenne auch ich einen Fall, bei dem selbst der Vater meinte, dass sein Junge nicht richtig Fussballspielen könnte und deshalb für ihn nur die Torwartposition übrig bliebe. Mit letzterem hatte er wohl recht, denn sein Sohn hat mitlerweile erste Erfahrungen als Torwart in der B-Jugend-Bundesliga sammeln dürfen.


    Natürlich gab es auch Situationen auf dem Bolzplatz, in denen man die Kleinen nicht beim Fussballspiel haben wollte. Insbesondere, wenn man genug stärkere Spieler hatte.


    Aber haben damals die Eltern eingegriffen? Wohl kaum! Weshalb anzunehmen ist, dass auch sie mit dem Recht des Stärkeren einverstanden waren und falls ihre Kinder zu den Schwächeren gehörten, sie dazu aufforderten, sich durchzuboxen, anstatt sich dauerhaft damit abzufinden.


    Damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass frühere Vorurteile bis in die heutige Zeit hinein gepflegt werden. Auch heute glauben Trainer daran, dass die Stärkeren mehr Rechte auf Spielzeiten haben und sich die Schwächeren ja im Training beweisen können! Jeder Trainer hat seine "Lieblinge", denen sie eher mal einen Fehler verzeihen, als anderen Spielern.


    Trainer sind keine neutralen Beobachter, die jederzeit souverän über den Dingen stehen, sondern neigen wie alle anderen Menschen zu fehlerhaften Einsichten. Manchmal sind sie sogar der größte Feind des Kinderfussballs, wenn sie kein Herz für Kinder besitzen, sondern um sich eine Mauer bilden, in der ihre kleine Fussballwelt existiert.


    So sah sich @Ralf K. genötigt, mit der Einführung der Fairplay-Liga Elemente des alten Bolzplatzfussballs wieder aufleben zu lassen und das Erlebnis wieder deutlich vor den Ergebnissen in der Tabelle und Meisterschaft zu stellen. Nun, wir sehen auch hier im Forum, welche Kämpfe mti den Gegnern der Fairplay-Liag dafür ausgefochten wurden. Sie hat sich noch längst nicht als besseren Kinderfussball etablieren können.


    Selbst, wenn wissenschaftliche Untersuchungen zum Kinderfussball zu eindeutigen Ergebnissen kommen, werden sie nach wie vor angezweifelt und man glaubt sie mit Einzelbeispielen widerlegen zu können.


    Es ist deshalb gut, wenn wir hier darüber streiten und diskutieren, damit sich jeder sein eigenes Bild machen kann.

    @DenSen
    Nur keine Angst! Die Zeiten ändern sich und auch die Freunde. Spätestens, wenn er Mädchen toll findet, finder er auch "Ablenkung"!


    Andere Hobbies finden Kinder von ganz allein. Eltern sollten sich weder Sorgen machen, noch zu stark in den Alltag ihres Kindes einmischen. Sonst droht den Kids ein Alltag nach Terminkalender (der Erwachsenen), sodass ein Teil der schönen Kindheit zur freien Freizeitgestaltung nicht als Erfahrung wahrgenommen wird.


    Beobachten und unterstützen ist sicher ein guter Kompromiss für die Freizeitgestaltung der Kinder.


    Nun noch kurz zum Fussball: Dass Kinder auch sehr gut von anderen Kindern lernen, wurde schon beim Bolzplatzfussball erkannt, aber leider vielfach schon wieder vergessen (wie gerade in einem anderen Thema diskutiert wird)! Aber gelegentlich schauen, ob er sich dabei nicht selbst unter Leistungsdruck setzt, indem er Ziele von älteren Kindern als die Eigenen begreift.

    Follkao schrieb:Mannschaftseinteilung hat nichts mit Leistungsdruck zu tun. "Alle Kinder stark machen" heißt auch, ihnen Erfolgserlebnisse in Training und Spiel zu vermitteln.
    [/quote]Ich denke mal, auch Kinder sind nicht so dumm, um zu merken, dass ihnen durch die fremdbestimmte Einteilung nach Leistung Selbstbewußtsein gegeben oder genommen wird. Das hängt dann auch nicht so sehr von einem Sieg oder einer Niederlage ab.
    Gerade in den letzten Jahren hat man den RAE-Effekt analysiert, dass die Verweigerung zur Teilnahme an einer sinnvollen Förderung dazu führt, als dass den Kindern auch später das Selbstbewußtsein fehlt, sich für höhere Ansprüche qualifizieren zu wollen. So ist auch die Ungleichverteilung der Geburtsmonate an der Teilnahme der DFB-Talentförderung und/oder den NLZ zu deuten.


    Was macht aber ein Trainer anders, der sich die physisch und psychisch Stärksten, die fast 12 Monate älter sind als die im Jahr Spätgeborenen aussucht? Was hat das mit einer nachhaltigen Leistungssteuerung zu tun, wenn doch ausreichend Ergebnisse dafür vorliegen, dass sich diese Vorteile im Laufe der Jahre "auswachsen"? Was bleibt übrig von der These: "Erfolgserlebnisse" begründen die Leistungseinteilung?


    Aber gäbe es die Notwendigkeit einer Einteilung im Breitensportbereich zur Förderung von Erfolgserlebnissen, so würde sich dies gar nicht im früheren Bolzplatz-Fussball erklären lassen. Denn gerade auf dem Bolzplatz lernten die jüngeren Kinder von den Älteren durch Zuschauen und Ausprobieren.


    Als ein ganz anderes Thema sehe ich die Kadergröße. Wer ein zu großes Team hat, der sollte mit dem Jugendleiter sprechen, damit daraus 2 Teams werden können und jeder Spieler danach ausreichend Wettkampfeinsätze hat.


    Es ist leicht einem breiten Meinungsstrom zu folgen, aber abseits dieser Wege nach neuen, besseren Möglichkeiten Ausschau zu halten birgt immer die Gefahr, dass sich auf eine Antwort gleich zwei neue Fragen bilden. So würde ich mir wünschen, nicht allzuleicht gängigen Meinungen ungefragt zu vertrauen, sondern durch Hinterfragen sich sein eigenes Meinungsbild zu machen und dies von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Es ist immer ein Erster, der neue Ideen ins Land bringt, warum nicht auch Ihr?

    Ja man kann mit Korrektur mehr erreichen, aber diese sollte in form der Korrekturübungen stattfinden und nicht mündlich.

    Da würde ich den Rahmen gar nicht so eng setzen. Jeder sollte es so machen, wie er es am besten kann. Es gibt Trainer, die technisch gut drauf sind oder Spieler im Team haben, die es prima zeigen können. Aber es gibt eben auch die Leute, die es sehr präzise auf den Punkt erklären können. Dazwischen gibt es Leute, bei denen die Kombination aus Präsentation und Erklärung gut ist.


    (Beim TW-Training läuft übrigens fast alles "mündlich", denn der Keeper "lebt von den Detailbeschreibungen und -korrekturen. Nur dann, wenn ein Keeper von sich behauptet, er würde es gar nicht so machen, wie es ihm der Trainer sagt, wird ihm zusätzlich ein Videoclip, bei dem er sich aus Zuschauerperspektive beobachten kann. Der "Videobeweis" vom TW-Fehler kommt aber sehr selten vor.)


    Nur die Extreme, Trainer labert bis zum Umfallen, Hütchenwälder und unendlich lange Parcours aufstellen, sollten es nicht sein.


    Dennoch sollte man bei seinen Ansprüchen nicht vergessen: wir sind hier Breitensportfussball unterwegs, wo die Voraussetzungen der meist unentgeltlich tätigen Ehremamtlichen begrenzt sind. Hier gibts nur in Ausnahmen gute Trainer, die für ihre Leistungen auch ordentlich entschädigt werden.

    Ich bevorzuge die Variante:
    Mannschaft a) 10 Kinder - die 10 stärkeren und erfahreneren.
    Mannschaft b) 10 Kinder - die 10 schwächeren und unerfahrenen.


    Beim Hobbyfussball einen Leistungsdruck aufzubauen, indem man eine Mannschaft in stärkere und schwächere Spieler aufteilt, davon halte ich nicht viel! Es schränkt das Vertrauensverhältnis ein, weil man einem "starken" Kind durch sein Handeln sagt, dass man es toll findet und dem "schwachen" Kind dieses Lob verwährt. Das Ziel heißt jedoch: alle Kinder stark machen!


    Im Breitensport soll ausschließlich der Spaß zählen. Das gilt im besonderen fur den unteren Jugendbereich!


    Irgendwie erinnert mich das Ganze an ein Klassentreffen. Da fahren die ehemals schlechten Mitschüler mit dem dicken Schlitten vor, während die damals besten Schüler teilweise in der Fabrik am Fließband schuften! Wer hätte das schon vorausgesagt?

    Es ist gar nicht so schwer, die meisten Kinder würden es lernen, wenn man verschiedene Felder aufbaut (Formen, Torvarianten etc), Mannschaften bildet und einen Ball reinschmeißt und dann als Trainer sich hinsetzt und Zeitung liest. Wenn man das dann ab und zu noch mit anderen Ballsportarten macht, kommen da richtig gute Fußballer raus.
    Leider werden gerade die Jungen sehr oft "übertrainiert". Da werden Wälder von Hütchen aufgebaut, A muss zu B Passen und wird korrigiert weil er den Fuß nicht richtig ausgewinkelt hat. Und das in der F, das muss man sich erstmal vorstellen.

    Ich halte eigentlich auch nicht viel davon, wie bei der Bundeswehr jedes Detail exerzieren zu lassen, damit es alle schön im "Gleichmarsch" präsentieren können. (Manchmal sieht man soetwas unter Musikberieselung in den Fussball-Camps. Die Präzsision der gleichförmiguen Bewegungen eienr großen Menschenmasse soll schweren Eindruck für die Eltern machen?)


    Allerdings kenne ich auch noch das "Hineinwerfen" eines Balles zum Trainngsbeginn und das Wiedereinsammeln beim Trainingsende. Dies jedoch aus dem Grund, weil der Trainer weder Interesse noch Fachkenntnisse besitzt, um ein interessantes und abwechselungsreiches Training zu gestalten. Dieses "Trainer-Auslauf-Modell" kann man manchmal noch bei Mädchen-Mannschaften im untersten Ligabereich beobachten.


    Das "Hineinwerfen" eines Balles entspricht dem Bolzplatzfussball früherer Tage, in der Zeit quasi keine Rolle spielte. Der heutige Terminkalender der Kinder läßt soetwas kaum noch zu.


    Den Begriff des "Übertrainings" kennt man eigentlich mehr im Leistungsfussball. Hier führt er zunächst zur Leistungsstagnation und kann zum Drop Out führen, wenn diese Situation nicht erkannt wird, sodasss eine sinnvolle Unterstützung ausbleibt.


    Aber es läßt sich denken, dass es heutzutage genügend Medien gibt, in denen sich Trainer im Breitensportbereich Übungsformen holen, aber (noch) nicht die Fähigkeit besitzen, um sie auf ihre Altersgruppe und -level anzupassen. Darunter mag es Kollegen geben, die glauben je mehr Hütchen und Stangen man hat, je besser würde die Mannschaft.


    Aber nicht das Trainingsequipment sondern ein sinnvoller didaktischer Aufbau von Übungen und Spielformen macht aus einem guten Training auch ein interessantes Training, in denen Kinder eine Herausforderung sehen und darin ganz nebenbei die Fußstellung für einen präzisen Paß mit dem richtigen Balldruck erlernen.


    Hinzu kommen Unterschiede in den jeweiligen Altersgruppen, die berücksichtigt werden sollten. Gerade in der E-Jugend wollen sich die Kinder anhand von Trainerimpulsen neue Themen spielerisch selbst erarbeiten.

    @Follkao und @Goncare


    Da gebe ich euch recht! Die Manndeckung den Kindern wie vor 30 Jahren beizubringen, das macht überhaupt keinen Sinn. Zumal die Manndeckung seinerzeit gar nicht fürs Kleinfeld ausgedacht wurde.


    Es ist jedoch ein schwieriger Prozess, bei dem Trainer sehr viel Geduld mitbringen müssen, den Kindern den Blick auf Ball, Mitspieler und Gegner zu vermitteln. Funino ist aufgrund der Überschaubarkeit für Kinder sehr gute Trainingsmöglichkeiten. Wenn man es nicht ausreichend übt, dann werden die meisten später "Bodenscanner" (sie schauen nur auf den Ball und den Quadratmeter drumherum)

    @Easton


    Um es kurz und knapp zu beantworten:
    1. Trainer nicht da, weiß krank oder beruflich unterwegs
    Wer macht Training/Spielebetreuung, wenn du krank oder beruflich nicht kannst?


    2 Saisonvorbereitung
    Zwei Testspiele sind zu wenig, 2 Monate Vorbereitung (aufgrund von Urlaubsabwesenheit) zu lang. Goldene Mitte: 4 Spiele in 4 - 5 Wochen Vorbereitung


    3. Scouting:
    kommen die Spieler alle aus eurem Verein?


    4. Zeitpunkt des Trainingslagers
    Ergibt sich meistens schon daraus, wann die meisten Spieler teilnehmen können und wann Termine an den gewünschten Orten frei sind bzw. was der Verein an Zuschüssen gewährt.


    4. Kadergröße:
    18 (+ 2 Keeper) paßt. (nach dem 3. Spieltag bist du dann bei der Kaderstärke +- 14, sodass alle Teilnehmer eine Einsatzchance haben

    Folge dieser Strategie ist, dass es in 95% der Fälle nicht dazu kommt, dass alle meine spielstärksten Spieler an einem Turnier/Spiel teilnehmen, sondern das Verhältnis ca. 50 zu 50 ausfällt.

    Für eine Schulmannschaft, die sich zu einem Turnier trifft und danach nie wieder so zusammen spielt, würde es sich anbieten, die zu diesem Zeitpunkt besten Spieler mitzunehmen.


    Aber du bist für eine Vereinsfussballmannschaft verantwortlich, bei denen mittel- und langfristige Ziele die oberste Priorität haben (sollten). Deshalb sehe ich die Traineraufgabe im Jugendbereich nicht darin für den Verein Titel und Pokale zu holen, sondern in einer Förderung des Nachwuchsfussballs.


    Weil es normalerweise erwünscht ist, dass diese Förderung für alle Teammitglieder gilt, kann das Ziel eigentlich nur darin als ehrenamtlicher Trainer ein wenig mitzuhelfen, allen gleiche Chancen und Möglichkeiten zu gewähren. Vielleicht wird dadurch zunächst ein 60 - 40 und später mal ein 90 - 10? Hier könnte man dann eine Nachhaltigkeit in der Entwicklung erkennen. Von Zeit zu Zeit nur die Besten mitzunehmen würde lediglich den Besten helfen, aber den Schlechteren nachhalitig schwächen.


    Das Training ist dazu da, um neue Fähigkeiten zu erwerben oder sie zu verfeinern. Den Wettkampf braucht es, um die im Training erworbenen Fähigkeiten unter realen Bedingungen auszuprobieren.


    Mittel- und langfristige Ziele auf ein einziges Nachwuchsteam herunter zu brechen ist in der Tat schwierig. Die Verlockung nur die besten Spieler mitzunehmen, um ein Turnier zu gewinnen, ist sehr hoch. Jedoch sollte letzendlich die Nachhaltigkeit der Entscheidungen geprüft werden, um nicht im Nachhinein ein schlechtes Gewissen zu bekommen oder sich vom zuvor eingeschlagenene Weg mehr und mehr zu entfernen.


    Es ist auf Dauer genauso langweilig alle Spiele zu gewinnen wie zu verlieren, wenn es an der richtigen Herausforderung fehlt. An diesen Herausforderungen selbst zu wachsen kann darain bestehen aus eine Gurkentruppe eine mittelmäßige Mannschaft zu formen oder aus einer "0815-Truppe" ein Spitzenteam zu machen.

    @Easton


    Wenn du schon mal Trainer in dieser Altersgruppe und Liga warst, dann wird ja nicht alles für dich neu sein, sodass du in machen Dingen auf wertvolle Erfahrungen zurück greifen kannst. Gar nicht erwähnt hast du allerdings, ob du einen Co-/TW-Trainer hast?


    Hier mal ein grober Vorschlag


    1. Selektion der Spieler für die neue U 17 gemeinsam mit Trainerkollegen zum Saisonende vor den Sommerferien (da sind alle noch fit, sodass ein Vergleich möglich ist)
    2. Rechtzeitige Ankündigung (für Urlaubsplanung) und Beginn mit der Saisonvorbereitung ca. 4 - 5 Wochen vor Saisonstart mit hoher Trainingsbeteiligung
    3. Trainingssteuerung und Kontrolle durch geeignete Testspielgegner
    4. Ein gemeinsames Trainingslager (in der 2. Woche der Vorbereitung)


    Trainingssteuerung:
    Immer wieder gibts ja das Thema Kondition (wichtige Vorraussetzung für Technik und Taktik, damit für ein ganzes Spiel ausreichend Kraftreserven für das Spieltempo der Liga vorhanden ist). Allerdings würde ich dennoch keine wertvolle Trainingszeit mit "balllosen Ausdauerelementen" verbringen. Kondition kann man nebenbei trainieren. Allerdings gibts in einer Mannschaft sehr häufig 3 Typen. Da gibts den "Sprinter". Er ist sehr antrittsstart und erreicht ein hohes Lauftempo. Weil er jedoch rasch ermüdet, muß er sich seine Kraft genau einteilen. D.h. er sollte nicht allzuhäufig hinter unerreichbaren Flanken seiner Mitspieler her rennen. Dann gibt es den "Dauerläufer". Er ist nicht allzuschnell, aber ist ein Laufwunder, weil er sein Tempo über die gesamte Spieldauer halten kann. Dann gibt es den Mixtopf. Er gehört weder zu den Schnellsten noch zu den Ausdauernsten im Team. Solange die läuferischen Eigenschaften ligatauglich ist, können alle 3 Typen dein Team verstärken.


    Weil aber der moderne Fussball "vom Kopf in den Fuß gespielt wird" braucht es besonders intelligente Spieler, die schnell gute Entscheidungen treffen können. Selbst, wenn die Ausführung nicht von Anfang an klappt, so ist doch die Idee, die hinter einer Aktion steckt von elementarer Bedeutung. Gerade der taktische Bereich mit oberen Jugendbereich des Leistungsfussballs hat sich verändert. Weil es ja noch ein wenig Zeit bis zur Übernahme des Trainerjobs ist, würde ich dort gezielt nach Weiterbildungsmöglichkeiten suchen. Denn auch der Trainer sollte "topfit" in die neue Aufagabe starten!


    Viel Spaß dabei!