Womit sollte man nach eurer Meinung bei den speziellen TW-Übungen beginnen?
Weil dieses Thema weiteren "User-Zuwachs" bekommen hat, wiederhole ich meine Frage gerne noch einmal?
Liegt nach eurer Meinung die Frage in der Organisation des TW-Trainings, nachdem bereits die geklärt ist, dass der Trainingspartner sich für eine weitere Positionsausbildung interessiert oder sollte man schon früher einsteigen?
Häufig höre ich bei den Jungen, das ein Torwart schon sehr früh auf diese Position hin ausgebildet wurde. Aber sehr oft endet diese Position beim Wechsel in die C-Jugend. Bei den Mädchen ist die Altersklassifizierung nicht so eindeutig. Hier spielen andere Gründe eine Rolle. Fragt man die jeweiligen Trainer, dann erfährt man, dass man sich für die nach ihrer Meinung "geeigneten Personen" entschieden hätte. Zwar wären die "Leistungsträger" der Mannschaft meist auch die besten Torleute, aber auf dem Feld aufgrund der häufigeren Ballkontakte dann doch lieber.
Derlei Argumentationsketten kennt ihr sicherlich oder? Natürlich sagt die "moderne Trainingslehre", das man die Position nicht schon so früh festlegen sollte, aber die Frage, wer es nach welchen Gesichtspunkten festlegt, ist damit noch nicht beantwortet? Denn wenn selbst DFB-Stützpunkttrainer mangels weiterer Spezialkenntnisse bei groben, ähnlichen TW-Anlagen (gemeint ist meist: welche Fähigkeiten ihm vom Heimattrainer bereits vermittelt wurden) sich nach Körperlänge entscheiden, obwohl diese ja gar nicht trainierbar ist, dann darf man die Frage nach der Eignung durchaus um andere Erfolgsfaktoren erweitern?
Wie bekommt man also einen guten Anfang hin? Soll man sich von seinen "klassischen Eignungsfaktoren" lösen, in denen es sich meist darum dreht, ob ein Keeper einen Ball hält oder nicht?
Ich weiß es nicht genau, ob andere Wege besser sind? Wenn man mir aber die Frage etwas anders stellen würde, nämlich ob es über andere Wege vielleicht den Beteiligten mehr Spaß machen könnte? Im klassischen Sinne gibt es jedoch einen Widerspruch zwischen Spaß und Disziplin, denn man hält Disziplin und Treue nach dem Werteverständnis als Synonym für Mühe, Plage und Qual gesetzt. Da kommt das Wort Spaß nicht vor, weil man den erst nach dem Tode durch ein ewiges Leben erwirbt!
Andererseits sagt die moderne Erziehungslehre, dass Kinder spielerisch lernen und sich ausprobieren "dürfen müssen". Man erklärt das Spiel damit als höchstes Ziel, bei der das Kind lediglich Impulse erhält und dann selbst entscheidet, ob es das Angebot annimmt und wie lange es sich daran erfreuen (und dabei lernen) kann!
Ich hoffe, euch wird der Interessenskonflikt zwischen Trainer (manchmal auch dominanten Eltern) und Kindern klar. Den einen geht es um die Disziplin zum Training, den Spielen mit Lernbereitschaft zu erscheinen und treu die vom Trainer verteilte Position anzunehmen, während es dem Kind darum geht, gern zum Fussball zu gehen, weil es interessant und abwechslungsreich ist und man auf jeder Position vom Trainer ein Coaching bekommt, wenn man es wünscht!
Wie wäre es also, wenn man zunächst einmal den "idellen Versuch" startet? Probieren wir es einfach:
Da kommt also nach den Sommerferien eine Trainingsgruppe (Alter: sagen wir mal F-Jugend) mit seinen Trainern. Die Trainer machten es hier, wie überall! Man stellt die Mannschaft auf und vertraut darauf, dass alle zufrieden sind. Bei den Trainingsspielformen wie auch dem Abschlußspiel stehen dann immer Dieselben im Tor. Klar würde man auch gerne Andere reinlassen. Aber es würde dann immer so lange dauern, bis der Eine seine Handschuhe ausgezogen und der Andere sie angezogen hätte.
Gehen wir also einen Schritt weiter und stellen uns die Frage, ob man dieses Problem lösen kann? Dabei fallen zwei Lösungen ein. a. jeder Teilnehmer hat TW-Handschuhe (an) b. kein Teilnehmer hat TW-Handschuhe an! Wir entscheiden uns für die Alternative b. Zwar will uns die Sportindustrie weißmachen, dass man nur mit den richtigen TW-Handschuhen ein guter Keeper ist, aber schließlich sind es ja die Hände, die den Ball fangen und nicht die TW-Handschuhe!
Damit niemand Grund zur Langeweile hat, dürfen alle bei den ersten Übungen mitmachen. Die Frage, was der größte Unterschied des Torwarts zu den Feldspielerin ist, ist auch gleich geklärt. Es ist der Einsatz der Hände! Also beginnen wir mit Übungen, in denen der Übungspartner nach dem Ball greift?
An dieser Stelle möchte ich stoppen und bitte euch um Vorschläge, wie ihr mit der gesamten Trainingsgruppe, von denen bis auf 1-2 Personen noch nie jemand TW-Erfahrungen gemacht hat, mit Spaß Inhalte auf dieser Position vermittelt?