Beiträge von TW-Trainer

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    Danke für eure Beiträge! Ganz richtig und wichtig ist die Bewegungsdynamik. Egal in welche Richtung es geht, ist es besonders wichtig, als Erster am Ball zu sein, denn nur dann hat man die aktivere Entscheidungsoption. Doch widerum ist der erste Schritt entscheidend. Wie lange braucht der Keeper für seine Entscheidung zum Sprint oder zum Sprung und kann er ihn mit beiden Beinen gleichermaßen gut starten bzw. abspringen? Ist er lediglich mit dem stärkeren Bein in der Lage, so dauert es auf der schwächeren Seite länger und leider manchmal zu lange, bzw. gerät der Sprung zu kurz. Früher sagte man: "der Torwart hat eine schwache Ecke", heute bemüht man sich dieses Defizit zu minimieren. (gibt übrigens einen schönen Test, womit man die unterschiedliche Stärken beider Seiten messen kann) Ein Torwart braucht gleichstarke Beine, weil sich Fehler beim Absprung nach vorn bzw. nach oben hin fortpflanzen. Er sollte gleichstarke Körperhälften haben, denn nur dann ist er in der Lage einen günstigen Schwerpunkt einzunehmen, um genügend Dynamik ist seinen Absprung zum Sprint oder in die Höhe zu besitzen.


    Nein, ich sehe keine Rückentwicklung darin, wenn man die Ausbildung der Torleute aufs moderne Spiel anpasst. Eine andere Frage stellt sich jedoch schon: was hat das Ganze noch mit der Körperlänge zu tun? Wenn andere Faktoren sehr viel wichtiger sind? Es ist die unterschiedliche Gewichtung! Wenn ein Keeper über ein verfeinertes Stellungsspiel verfügt, dann genügt es, wenn er sich rechtzeitig dort positioniert, wo er bei einer hohen Flanke stehen sollte. Aber nicht nur er, sondern die gesamte Defensive hat die Aufgabe, den torgefährlichen Raum abzusichern.


    Die größtere Veränderung liegt m.E. darin, das zunehmend offensive Aufgaben (Libero-Funktion) hinzu kommen. Darin enthalten sind weitaus weniger Situationen, in denen der ideale Platz des Keepers auf der Torlinie ist. Denn dort ist die Torfläche für ihn am größten und dort ist die Chance im Nachfassen erfolgreich zu sein, am geringsten, weil ihm der Raum nach hinten hin fehlt.


    Wie sich die Aufgaben des Keepers weiterhin entwickeln werden, ist schwierig zu sagen. Denn wer hätte schon gedacht, dass sie sich in den letzten 10 Jahren im Leistungs- und Profifussball so deutlich veränderten. Allerdings glaube ich nicht, dass Muskelmasse und Körperlänge, sondern die Geschwindigkeit, zu den jeweils besten Situationsentscheidungen zu gelangen, sich weiterhin zur Schlüsselkompetenz entwickeln wird. Der dumme Torwart, der sich trotz größter Verletzungsgefahr in den Tumult stürzt, wird durch den intelligenten Keeper, der sich den Ball schon gegriffen hat, bevor er in den Tumult gelangt, ersetzt werden. Denn Fussball wird immer mehr vom Kopf in den Fuss gespielt werden! Ein Messi, ein Ronaldo, ein Neuer haben nicht nur ihre Positionen neu erfunden, sie haben auch dazu beigetragen, dass ihre Kollegen von den Veränderungen im Fussball profitieren.


    Weil der Breitensport weiterhin versuchen wird, Teile des Leistungs- und Profifussballs zu imitieren, werden sich auch dort die Anforderungen verändern. Was ebenfalls nichts mit einer Rückentwicklung zu tun hat, sondern mit verändertem Anforderungsprofil.


    Aber natürlich kann ich mich irren und wir werden in 10 Jahren Torleute mit min. 2 Meter Länge haben, die mit ihrer enormen Sprunggewalt und Dynamik auf der Torlinie nahezu perfekt sind, sodass sie keinen Schritt mehr nach vorn wagen müssen, weil ihre Kollegen diesen Job besser machen.

    Blöd, wenn dann der TW nicht dran kommt, weil der Gegner mit dem Kopf höher kommt als der TW mit den Händen. Und zum anderen benötigt der TW weiterhin seine Sprungkraft, um die Torfläche möglichst gut abdecken zu können.

    Sehr gut beobachtet! Das ist auch der Grund, warum es im oberen Jugendfussball selten einen Sinn macht, eine Keeperin in eine Juniorenmannschaft zu stellen. Denn sie verfügt nicht über die Körperlänge und Sprungkraft, um mit den Händen an den hohen Ball zu gelangen, sodass ein gegnerischer Angreifer das Leder leicht einnetzen kann. Sehr viele weibliche Torleute haben Probleme mit hohen Bällen, wenn sie nicht über das entsprechende Stelungsspiel sowie den speziellen Sprungtechniken verfügen.


    Etwas anderes ist es bei den männlichen Keepern nach der Pubertät. Hier ist bei ausreichendem, vielseitigen Training davon auszugehen, dass selbst bei Keepern unter 1,80 genügend Sprungkraft vorhanden ist, um hohe Flanken vor den gegnerischen Kopfball zu rennen. Hat der Keeper jedoch das entsprechende Stellungsspiel nicht gelernt und kann diese Situationen zu spät antizipieren, so nützt ihm weder seine Körperlänge noch Sprungkraft herzlich wenig, wenn er nur mal zufällig "an Ort und Stelle" steht!


    Wir Deutschen sind ja ein Volk von Sicherheitsfanatikern! Nichtsdestotrotz ist die provokative Frage erlaubt, ob man eine Eigenschaft (Sprungkraft - Körperlänge) nur deshalb besitzen soll, um Fehler zu korrigieren? Wäre es nicht besser, man würde diese Fehler minimieren, indem man ein differenziertes Stellungsspiel trianieriert?


    Off topic
    Zur Verdeutlichung dieses Themas ein Gedanke! ich werde häufig gefragt, welche TW-Handschuhe die besten sind! Meist stelle ich eine Gegenfrage und möchte wissen, was denn gute TW-Handschuhe alles können sollen! Nach der mehr oder weniger langen Aufzählung frage ich dann, warum denn die Handball-Keeper keine Handschuhe tragen? Irgendwann "klingelt" es dann meist, dass nicht die Handschuhe, sondern die Hände des Torwarts den Ball fangen, fausten oder lenken. Was er wann zu tun hat, das können ihm selbst die teurersten Handschuhe nicht verraten. Wäre es nicht besser, die Neugier an dieser Position zu wecken, so dass der Keeper jeden Ball fangen, fausten oder lenken kann?

    @gustl


    Da hast du vollkommen recht. Würde ich den RAE-Effekt ausschließlich auf besten europäischen Spieler beziehen, wäre dieser Effekt sogar noch deutlicher!


    Man muß bei diesen klaren Zahlen nicht mehr nach der fehlenden Chancengleichheit und dem Gebot der Fairness fragen. Es geht den Nachwuchsbereichen der Vereine um eine zu frühe Selektierung, weshalb die später geborenen Talente gar nicht die Chance haben, es bis ganz nach oben zu schaffen. Hier muß man ansetzen, nicht erst bei der Auswahl der U 19, Profiligen und der Nationalmannschaft. Hier müssen solche Fachleute verpflichtet werden, die mehr vom Fussball verstehen als das bisherige Personal. Denn wenn es im Jahrgang keinen ausgewogenen Kader gibt, dann können die später keine homogene Teams mehr gestellt werden. Es muß verstanden werden, dass im RAE-Effect bestimmte physische Vor- und Nachteile enthalten sind, die man mit den bisherigen Sichtungsmerkmalen, die entweder einen zu kurzen Zeitraum beinhalten oder bei denen nach vorübergehenden Vor- und Nachteilen selektiert wird, optimiert werden.


    Zwar ist es schon ein paar Jahre her, in der die Normalverteilung eines Geburtsjahrgangs mit denen eines "Talentkaders" verglichen wurde. Hier wird davon ausgegaben, dass das Geburtsdatum kein Talentmerkmal ist. Also müßten sich die Geburtsmonate der Talente analog zu den Geburtsmonaten aller Kinder verhalten.


    Wenn ich es recht in Erinnerung habe, so ergab sich eine Differenz im zweistelligen Bereich. Ca. jeder 7. Spieler, der aufgrund von vorübergehenden physischen Nachteilen aufgrund seiner späteren Geburt hätte eine Chance gehabt, wenn man die Talentmerkmale in der Eingangsselektion entsprechend angepaßt hätte.


    Es steckt also noch ordentlich Optimierungspotenzial in der Talentförderung. Nicht nur in Deutschland! Das sollte eigentlich froh stimmen, statt immer noch nach irgendwelchen tradigionellen Argumenten zu suchen, die dann doch bei näherer Betrachtung nicht belastbar sind!

    @betreuerin


    Irgendwie ist da was Durcheinander? Wie macht ihr denn das ohne Spielaufsicht, wenn eine Mannschaft ein Tor schießt? Ich denke mal, ein Teil der Bambinies wird nicht von sich aus in die eigene Hälfte zurückkehren? Rennen da die Trainer jeweils auf den Platz, um das zu regeln oder spielt ihr ohne Anstoß?


    So, aber nun zu deiner Frage! Eigentlich sollten die FPL-Regeln für alle Spiele der entsprechenden Altersgruppen (meist Bambini und F-Jugend) gelten. Es muß m.E. nicht extra geregelt werden, dass sich bei einem Turnier nur die Auswechselspieler und Trainer dort aufhalten. Hier hat der Trainer auch seinen Einfluß, wenn eigene Spieler den Keeper ablenken.


    Sicherlich ist es einen Unart, wenn Trainer sich direkt neben dem Torposten plazieren, um ihrem Keeper aus dieser Position heraus "per Joystick" zu Aktionen dirigieren. (Wenn darin ein Vorteil liegt, dann sollte man auch hinter jedem Feldspieler einen Erwachsenen stellen, der ihm Kommandos gibt, was zu tun ist.) Das lenkt zwar auch einen Keeper ab, weil er keine eigenen Entscheidungen treffen darf, sondern lediglich den Befehlen seines Trainers Gehorsam zu leisten hat. Aber hier ist es die fehlende Fachkompetenz des Trainers, die nicht durch einfache Regel allein ersetzt werden kann.

    @Andre
    Die tollsten Begrüßungsinfos, die besten Konzepte treffen auf taube Ohren, wenn Eltern in sämtlichen Medien von morgens bis abends immer nur "Leistung, Leistung, Leistung ..." hören. Daran werden die Kinder und insbesondere ihre Traner gemessen. Die Kinder haben gefälligst auf jedem Turnier, in jeder Staffel oben mitzuspielen, sonst gibts Ärger! Denn dort sitzen/stehen Eltern neben Eltern und man redet sind in Rage, wenn es nicht so klappt, wei gewünscht! Ein Trainer, der schwache Spieler einwechselt, ist ein nichtsnutziges Weichei! Ein Trainer, der nicht durchgreift und dem Schiedsrichter sagt, wo es langgeht, der hat da nichts zu suchen! Wenn man schon verliert, dann soll der Gegner vom Platz kriechen.


    Je niedriger die Liga, je mehr Holzköpfe umrunden den Platz! Irdenwelche Texte lesen, sich von einem daher gelaufenen Trainer was erzählen lassen, kommt ja gar nicht in die Tüte!


    Was glaubst du wohl, warum man in den Fairplay-Regeln des KIFU den einzigen Notnagel gesehen hat? Denn was nützen tolle Texte, intelligente Konzepte, wenn sie nicht bis ans Hirn Derjenigen, für die es auch gedacht ist, ankommt? Wie willst du sie anders erreichen, als durch einfachste Regeln, wenn Einsicht und Vernutzung spätestens nach dem 0 : 1 wie weggeblasen sind?


    Übrigens: bei der Aufteilung nach Spielstärke gibt es selbst in den höchsten Nachwuchsteams noch genügend Trainer-Hornochsen, die die Mannschaft auf Turnieren in ein starkes und ein schwaches Team aufteilen. Das stärkere Team haut alles weg, während das schwächere Team überall Prügel bezieht! Glaubst du, dass die Spieler des schwächeren Team bei solchen Turnieren einen schönen Tag haben? Nein? Aber auch sie werden über dieses Leistungsschema bewertet. Für mich gibt es zwar keinen Widerspruch, dass aus guter Ausbildung der sportlicher Erfolg wächst. Aber es gibt immer wieder Leute, die es auch mit mittelmäßiger Ausbildungsarbeit mit dem Sportlichen Erfolg probieren. Denn wie diese Ergebnisse auf fernen, fremden Plätzen zustande kommen, interessiert die obersten Entscheidungsträger meist wenig!


    Solange sich in den Köpfen der Entscheidungsträger nichts ändert, werden gut gemeinte Ratschläge wenig bewirken! Es sei denn, der "Druck der Straße" wird irgendwann so groß, dass man um Schadensbegrenzung eigener Ansichten bemüht ist. Aber solange immer auch dort noch genügend Hohlköpfe auf den Nebenplätzen der Sportanlagen herum laufen, ist ihre Sorge unbegründet!

    @teenay


    Die Gedanken, die du dir machst, sind zum größten Teil richtig und wichtig! Allerdings, du sagst es selbst, ticken die Uhren bei den Mädchen und Frauen ein wenig anders.


    Deshalb ist es zu allererst wichtig, ob sich die Mädchen/Frauen des Nachbarvereins, der sich auflöst überhaupt mit deinen Mädels vertragen. D.h. wenn Zickenkrieg zu erwarten ist, dann braucht man sich gar keine weiteren Gedanken. Denn im Nullkommanix artet soetwas in Grabenkriege aus und eine Mannschaft spaltet sich in einzelne Grüppchen, denn die Interessen Einzelner stehen weit über dem der Mannschaft.


    Ein Gedanke fehlt mir bei dir noch. Selbst, wenn der Frauenfussball sehr viel preiswerter ist als der der Senioren. Aufstiege bedeuten weitere Fahrtstrecken und insgesamt höhere Mannschaftskosten. Diese Kosten können durch 2 Vereine besser getragen werden, als wenn man hinter dem lieben Geld bei einem Vorstand betteln gehen muß.


    Bei der aktuellen und zukünftigen Mannschaftsstärke muß man nicht nur den Altersdurchschnitt, sondern auch deren Berufe berücksichtigen. Befinden sich darunter Abiturienten, Studenten, Wechchselschicht-Arbeiterinnen, so kann man diese Spielerinnen nicht so einplanen wie "normale" Auszubildende und Berufstätige. Dadurch kann sich das Mannschaftsgefüge wie auch das Leistungsniveau rasch verändern.


    Wichtig wäre desweiteren die Information, in welche Liga ihr aufsteigt. Denn bei den Frauen sind die Leistungssprünge teilweise enorm groß. Selbst auf Kreisliga-Ebene tummeln sich ehemalige Regionalliga-Spielerinnen, die sich aus unterschiedlichen Gründen etwas kürzer treten möchten. Was ich damit sagen will: in den unteren Ligen mag es reichen, wenn man ein paar Mädels hat, die mit dem Ball schneller rennen können, als die Gegnerinnen. In der nächsthöheren Liga ist dieser Vorteil weg, weil dort alle Gegnerinnen so schnell sind, wie eure Schnellen.


    Wenn ihr gar keine 2. Frauenmannschaft habt, dann solltet ihr diese anstreben! Denn für den Fall, dass ihr mit nur einer Mannschaft auf- und gleich wieder absteigt, besteht die Gefahr, dass das Team dann auseinander fällt. Doch bevor sich die einzige Mannschaft auflöst und für die B-Juniorinnen im eigenen Verein keine Spielmöglichkeit mehr besteht, sollte man mit einer zweiten Mannschaft gemeinsam sportliche Zukunftspläne schmieden können. Eine Spielgemeinschaft steht da meist auf solidieren Füßen! Denn durch sie wird das Niveau insgesamt angehoben. Vielleicht gibt es im Nachbarverein ja auch Spielerinnen, die gerne kicken würden. Jedoch fehlt es dort an Angeboten, die aber mit einer Spielgemeinschaft gemacht werden könnten.


    Was ich damit sagen will ist, das eine Frauen- und Mädchenspielgemeinschaft fast immer für beide Vereine Vorteile bringt. Es gibt jedoch eine Reihe anderer Gründe, wie die im Junioren- oder Seniorenbereich. Wenn es etwas werden soll, dann sollte daraus eine Abteilung werden, in der es einen Vorsitzenden und Vorstandsmitglieder aus beiden Vereinen gibt. Denn bei einer Doppelfunktion würde eigentlich immer der Mädchen- und Frauenfussball vernachlässigt, weil es weniger Unterstützer hierfür gibt. Es macht durchaus Sinn, als mitgliederstärkerer Verein auf den Nachbarverein zuzugehen, weil der Nachbarverein ohne diese Initiative vermutlich den Frauen- und Mädchenfussball ganz abmeldet und eine spätere Reaktivierung schwieriger würde. Das wichtigste ist aber, dass die "Chemie" mit den neuen Kolleginnnen stimmt! Schiebt es dann aber nicht auf die lange Bank. Denn je besser euer Konzept, je erfolgreicher ist euer gemeinsamer Start.

    @Libra
    Unerwünschtes Verhalten tritt bei Kindern in diesem Alter sehr häufig auf, wenn sie sich langweilen, weil sie ihren Bewegungstrieb nicht ausleben dürfen.


    Um Langeweile zu verhindern sollte man zunächst einmal wissen, dass sich Kinder in diesem Alter nur über einen kurzen Zeitraum auf etwas konzentrieren können. Auch, wenn die Kinder dieser Altersgruppe besonders empfänglich dafür sind, sich an kleine Abenteuergeschichten (Märchen) orientierend auf dem Rasen zu bewegen, brauchen sie häufige, kurze Regenerationspausen.


    Kinder im Bambini-Alter brauchen kein Fussballtraining, sondern Bewegungsspiele, bei denen der Ball eine Rolle spielen kann. Besonders häufig Fehler sind zu beobachten, wenn:


    1. Die Übungsstunde nicht vorbereitet wird - stattdessen Kinder kurz erklären, welche "Abenteuer" heute geplant sind
    2. viel Equiptment reizt die Neugier der Kinder und lenkt sie ab - stattdessen Material durch Phanasie austauschen (meist reichen schon ein paar Hütchen, um einen Raum zu markieren)
    3. Der Trainer lang und breit über die Ausführung einer Übung erklärt - stattdessen kurz präsentieren oder noch besser präsentieren lassen, sodass sich die Kinder daran ausprobieren können
    4. nicht altersgerechte Spiele - stattdessen einfache, für jedes Kind rasch überschaubare kleine Spiele wählen
    5. zu große Spielgruppen - stattdessen kleine Gruppen (max . 4 Spieler) für abwechselungsreiche Spiele bilden - Jugendleiter ansprechen, wenn mehr Personal für kleinere Gruppen benötigt!
    6. zu häufige Unterbrechungen im Spiel - stattdessen nur dann unterbrechen, bzw. Hilfe anbieten, wenn ein Kinder überhaupt nicht weiß, wie es etwas machen soll und sich auch durch das Abschauen (Kinder lernen normalerweise sehr gut von anderen Kindern) nicht weiterkommt. Manchmal ist die Ursache, dass ein Kind von den Eltern zu früh zum Vereinsfussball gebracht wird
    7. zu wenig Pausen - stattdessen genau beobachten, wann die Erfolgserlebnisse abnehmen und kleine Pause (zur Flüssigkeitsaufnahme) einlegen
    8. der Trainer Stress empfindet - stattdessen die eigene Erwartung mit denen der Kinder abgleichen und weitere Unterstützung durch Trainerfortbildung suchen. Ein erster Schritt dafür kann sein, im Verein, aber auch im Internet nach Bildungsangeboten zu suchen.


    Jeder Trainer hat das Recht, Spaß an seinem Job zu haben. Ob das nach den Kritierien eines Hortleiters so optimal passt, weiß ich nicht? Denn die Gründe (täglicher Aufenthaltszwang wegen Berufstätigkeit der Eltern, 1 x wöchentliches Kennenlernen eines neuen Hobbies) sind doch arg verschieden!

    Liebe Trainerfreunde!


    Immer wieder taucht im Zusammenhang mit günstigen Fähigkeiten von Spielern und Torleuten die Sprungkraft auf. Insbesondere im Strafraum glaubt man, die Höhenvorteile besonders nutzen zu können. Sprungkraft kann fehlende Körperlänge kompensieren.


    In der klassischen Betrachtung gab es mit Horst Hrubesch das "Kopfballungeheuer". Nach ihm gab es insbesondere mit Miro Klose einen zentralen Angreifer, dessen Sprungkraft mit besonderer Torgefahr verbunden ist. Nach der Einführung der 4-er Kette suchte man sich IV mit entsprechenden Fähigkeiten zur Erlangung der Lufthoheit im torgefährlichen Bereich.


    Bei den Torleuten favorisiert man große Torleute. Man gestattet jedoch auch kleineren Keepern den Stammplatz, wenn sie ihre fehlende Körperlänge durch besondere Sprungkraft ausgleichen können.


    Weil jedoch das moderne Spiel insbesondere durch den Spanischen Fussball in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert wurde und man dort weitestgehend den Ball "flach" hielt, stellt sich die Frage, ob das Kopfballspiel noch die selbe Bedeutung hat. Spielintelligenz kann scheinbar weitestgehend auf hohe Bälle verzichten, weil es das Spiel häufig verlangsamt, indem der Ball beim hohen Zuspiel zunächst kontrolliert werden muß. In den Top-Teams rollt dementsprechend die Kugel vorwiegend. Nur dann, wenn ein weiter Pass das Spiel öffnen soll, gibt es mal einen hohen Ball.


    Auch der Torwart wurde vom Torlinienathleten, der von seiner enormen Sprungkraft lebte, hin zu einem "mitspielenden" Torraumspieler, dessen Aktionsradius immer größer wurde, verlagert. Als eine Form des "Mitspielens" wurde das Stellungsspiel des Keepers soweit verfeinert, dass er schon unmittelbar vor dem Ball an der Stelle befindet, wohin der Ball gepasst wird und so selbst dem sprunggewaltigsten Angreifer das Leder vor der Nase wegschnappt, bzw. faustet oder lenkt. Sprungkraft wird dann lediglich zum Ausbügeln von Stellungsfehlern benötigt. Dies wird jedoch immer schwieriger, weil der Ball nicht mehr so häufig lang (und hoch) gepasst, sondern mit hohem Tempo aus kurzer Distanz flach in den torgefährlichen Raum gespielt wird. Um so wichtiger erscheint es, dass der Keeper rechtzeitig schon dort ist, wo er sein soll, statt erst noch dort hin laufen oder springen zu müssen.


    Gern würde ich eure Meinungen dazu hören, ob Sprungkraft nach euren Meinungen nach wie vor die selbe Bedeutung im Fussball hat oder ob es hier eine Veränderung gegeben hat?

    Hallo Svenja,


    ist alles gar nicht so schlimm! Ein paar Gedanken zur Situationen wären sicher von Vorteil:
    1. wie alt sollen die Spieler der Teams sein? (in der U 15 sollen sie das ballorientierte Spielsystem kennenlernen, in der U 19 sollen sie z.B. 2 Varianten in einem Spiel kennenlernen)
    2. in welcher Liga spielen sie? (in der Bezirksliga beginnt zwar der Leistungsfussball, in der Bundesliga werden höhere Anforderungen gestellt)
    3. wie lautet die Mannschaftstaktik deines Teams und das des Gegners? (ein erfolgreicher Spielaufbau endet nicht mit der Spieleröffnung, sondern mit der Gestaltung einer Torchance)
    4. welches Pressing soll gespielt werden (spielt man selbst ein Defensivpressing, so wird der Gegner vermutlich etwas höher stehen, was den eigenen Spielaufbau beeinflußt)
    5. Sonstiges: gibt der Ausbilder weitere Restriktionen: z.B. Spielstand, Restspielzeit) vor? (liegt mein Team 10 Min. vor Schluß knapp zurück, könnte ein Angriffspressing die Chance, das Spiel doch noch zu gewinnen, erhöhen)


    Anregung Gruppentaktik: aus Pkt. 1 und 2 könnte sich ergeben, dass man sich gerade in der Umstellung auf das ballorientierte Spiel befindet. Hierbei könnte es sich als besonders vorteilhaft erweisen, das Spiel über die Außenbahnen aufzubauen. Wenn dort ein Fehler beim eigenen Spielaufbau stattfindet, ist das meist nicht so schlimm. Denn die zentralen Defensivspieler verhindern eine unmittelbare Torchance, weil sie meist rasch hinter den Ball kommen und so den Paßraum des Gegners so eng gestalten, dass es zu keiner Großchance (1 gegen 1), sondern lediglich zu einer normalen Torchance (z.B. Distanzschuß) kommt.


    Anregung: Übungen/Spielformen:
    Klassische Übungen für den Spielaufbau sind Überzahl-Übungen. Hierbei soll der Keeper den Ball kurz auf einen seiner beiden IV spielen, die dann den Ball an die AV weiterleiten. Sollten die AV unter Gegnerdruck stehen, kann ein 6-er "abkippen", um den Spielaufbau zu unterstützen. Diese Variante bietet sich besonders dann an, wenn beide gegnerischen Angreifer die Paßwege zwischen IV und AV zustellen und über ein Mittelfeldpressing in Ballbesitz gelangen wollen. Hier kann ein abkippender 6-er als zusätzliche Anspielstation den gegnerischen Balldruck reduzieren und z.B. über einen Doppelpaß oder einen Paß zum 10-er oder einem Außenbahnspieler diverse Spielgestaltungsmöglichkeiten eröffnen.


    Anregung: Trainngsgruppe:
    Um solche Übungen spielnah zu gestalten, sollte man sich Teams von 6 gegen 6 oder noch besser 8 gegen 8 aussuchen. Um den Spielaufbau zügig zu gestalten, kann man als Provokationsregel die Anzahl der Ballkontakte (z.B. 2 Kontakte in der eigenen Hälfte) vorgeben. Will man auch noch den schnellen Torabschluß forcieren, so kann man Rückpässe ausschließen.


    Ich denke mal, du möchtest nicht mit kopierten Übungen und Spielformen glänzen, sondern dein eigenes Können präsentieren. Dazu sollten die Anregungen dienen.


    Viel Erfolg!

    @Frank the tank


    Kannst du das mit dem Boxen und Hauen ins eigene Netz ein wenig näher erläutern?


    Passiert es nur bei Eckbällen, die hoch unmittelbar vors Tor landen oder haben sie generell Probleme mit hohen Bällen? Wenn ja, sind es eher Bälle, bei denen sie sich in der Vorwärts- oder in der Rückwärtsbewegung befinden?


    Übringens: wenn dein Team noch aus den Bambinies besteht, dann ist es normal. Denn hier können die Kinder die Ballgeschwindigkeit noch gar nicht richtig einschätzen. Willst du es mal ausprobieren, wie so ein Kleiner sieht? Dann geht mal in die Hocke, so das deine Augen in Etwa auf Bambinie-Höhe sind und versuche dann man einen Ball, der aus ca. 5 m auf dein Tor hoch geschossen wird, einzuschätzen. Du wirst sehen, dass der Winkel zur Einschätzung der Ballgeschwindigkeit viel zu gering ist, um den Balldruck zuverlässig zu bestimmen. Es ist so schon schwierig genug, die Ballrichtung zu erkennen.


    Was du machen kannst, ist die Bambinies ein wenig an die Ballflugkurve zu gewöhnen. Dazu gibt den "Hütchentrick"! Setz ein normales Positionshütchen dem Kind auf den Kopf und gibt ihm die Aufgabe, es bei Fangen eines von dir geworfenen Balles auf den Kopf zu ballancieren.


    Zunächst einmal wird es bei einem kurz geworfenen Ball nach vorn herunterfallen, weil das Kind seinen Kopf nach vorn beugt, um die Flugbahn des Balles zu beobachten. Auch beim langen Ball wird das Hütchen zunächst nach hinten herunterfallen, weil es den Kopf in den Nacken wirft, um die Ballflugbahn zu beobachten.


    Bei der erneuten Aufforderung, das Hütchen auf den Kopf zu ballancieren, wird es beim kurzen Ball mit aufrechtem Oberkörper und gerade ausgerichteten Kopf ein paar Schritte dem Ball entgegen gehen und den Ball fangen. Beim langen Ball wird es dann, wenn es den Ball nicht mehr unter der Hütchenkrempe sieht, mit aufrechtem Oberkörper und Kopf einige Schritte nach hinten gehen, um den Ball zu fangen.


    Wenn du magst, kannst du das Problemchen, was eigentlich in dem Alter gar keines ist, gerne erläutern. Aber du mußt dich darauf einstellen, dass du damit konfrontiert wirst, jedem deiner Spieler, der Bock hat, mal ins Tor zu gehen, einfach zu lassen.

    @Coerver
    Also bei mir hätte er bestanden! Ich schaue mir das Gesamtbild an. Ob er nun falsche Fachtermina für diese Altersgruppe benutzt, wäre mir dann schnuppe, wenn ich sehe, das ihn die Kinder verstehen. Auf die Optimierungsvorschläge ist Björn ja schon eingegangen. Er sieht die Priorität nicht darin, die Kinder ohne Unterlass in Bewegung zu halten (z.B. durch ein zweites Tor), sondern alle Kinder im Blick zu haben, um ggf. dort helfen zu können, wo seine Unterstützung benötigt wird. Ich denke mal, das kann man so akzeptieren.


    Mir hat gefallen, dass ihn die Kinder (trotz teilweise falscher Fachbegriffe) verstehen und das er sie motivieren und für diese Sportart begeistern kann. Man steht selbst als erfahrener Trainer "unter Strom" und ob man immer die richtigen Worte wählt, dass weiß man manchmal erst hinterher!


    Denn mit den Worten ist das ohnehin so eine Sache: Hup Stevens hat unlängst seine Jungs im Trainng als "Affen" bezeichnet. Aber er konnte sie erfolgreich motivieren und er konnte ihnen vermitteln, worauf es ankommt. Es kommt auf die mimisch und gestenreich unterstützende Bedeutung an.


    Wer Trainer werden will, der hat sich für ein lebenslanges Hinzulernen einstellen!


    Also Björn, lass dich nicht von einer Meinung einschüchtern und bewahre dir deine individuelle Art und vor allen Dingen deine Neugier!

    @Stannis74
    Neben der "Stichtagsbetrachtung" sowie der Betrachtung nach dem Termin der Einschulung gibt es noch eine "Umweltbetrachtung". Danach stehen den Kindern, die während des Frühjahrs geboren werden, die abwechslungsreichste gesunde Kost, die eine bestmögliche Entwicklung im ersten Lebensjahr garantiert, zur Verfügung. Dies mag sicherlich für Industrieländer (wie Deutschland) vernachlässigungswürdig sein, da es hier alles das ganze Jahr über zu kaufen gibt.


    Weil die meisten Weltfussballer des Jahres jedoch nicht aus Deutschland stammen, habe ich die am häufigsten unter der ersten 3 genannten Personen der letzten 10 Jahre einmal nach ihrem Geburtsdatum hin verglichen.


    Name geb. Datum Monat Qartal Jahreshälfte Ronaldo 05.02.1985 2 1 1 Messi 24.06.1987 6 2 1 Ibrahimovic 03.10.1981 10 4 2 Kaka 22.04.1982 4 2 1 Torres 20.03.1984 3 1 1 Cannavaro 13.09.1973 9 3 2 Zidane 23.06.1972 6 2 1 Ronaldinho 21.03.1980 3 1 1 Lampard 20.06.1978 6 2 1 Eto'o 10.03.1984 3 1 1 Henry 17.08.1977 8 3 2 Schewtenko 29.09.1976 9 3 2 Kahn 15.06.1969 6 2 1 Iniesta 11.05.1984 5 2 1 Neuer 27.03.1986 3 1 1 Ribery 07.04.1983 4 2 1 Xavi 25.01.1980 1 1 1


    Monat 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Anzahl 1 1 4 2 1 4 0 1 2 1 0 0 in % 5,88% 5,88% 23,53% 11,76% 5,88% 23,53% 0,00% 5,88% 11,76% 5,88% 0,00% 0,00%


    Quartal 1 2 3 4 Anzahl 6 7 3 1 in % 35,29% 41,18% 17,65% 5,88%


    Halbjahr 1 2 Anzahl 13 4 in % 76,47% 23,53%


    Wie zu erkennen ist, wird die These: "Wer genügend Talent besitzt, der wird sich auch irgendwann durchsetzt" klar widerlegt, weil:


    Geburtsmonatsbetrachtung:
    es niemand aus den Monaten November und Dezember unter die Besten geschafft hat. Denn wenn der Geburtsmonat kein Selektionsmerkmal ist, dann müßte es eine gleichmäßigere Verteilung sein. Die Geburtsmonate März und Juni (Frühlings- und Sommeranfang) erscheinen besonders günstig. währenddessen die Monate Januar, Februar, Oktober, November und Dezember ungünstig erscheinen.


    Geburtsquartalsbetrachtung:
    Klar ersichtlich ist, dass das 1. und 2. Quartal für die Entwicklung von späteren Top-Sportlern besonders günstig erscheint, während von den im 3. und 4. Quartal geborenen Kindern eine geringere Erfolgsprognose ausgeht.


    Geburtshalbjahresbetrachtung:
    Nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Fußballwelt gibt es den "RAE"-Effekt, denn wenn mehr als 3/4 aller Talente es auf den "Thron des Fussballs" schaffen, dann kann dies nicht nach Maßgabe eines fairen und chancengleichen Auswahlverfahrens geschehen. Wir wissen zwar, dass bei den widerkehrenden Selektionen Fehler passieren, weil man sich für die falschen Talente entscheidet. Wie diese Analyse zeigt, muß die Zahl der Talente, die aufgrund ihres späteren Geburtsmonats für weniger talentiert gehalten werden, beträchtlich sein. Wer jetzt noch behauptet, die paar Fälle, die übersehen würden, die würden sich schon ausgleichen, weil man ja genügend Talente hätte, der darf diese These nach der Betrachtung der Weltfussballer getrost ins Märchenbuch schreiben.

    @BigMacWilli


    Deine Beobachtung über die Entscheidungen bei den Torleuten kann ich teilen. Weil es hier in Deutschland noch keine TW-Trainerlizenz und damit auch keine Kompetenz-Übertragung gibt, entscheiden die Mannschaftstrainer. Denen fehlt es jedoch häufig an Fachwissen, weshalb sie davon überzeugt sind, dass die Körperlänge eines der wichtigsten Entscheidungskritieren ist. Warum sollte das auch in den NLZ oder den Stützpunkten anders sein? Zwar ist dieses Ausbildungsdefizit beim DFB erkannt, aber solange auch ohne Lizenz genügend Keeper mit internationalem Niveau ausgebildet werden, sieht man keinen Handlungsbedarf, um auch in der Masse ein höheres Niveau anhand anderer Entscheidungsmerkmale zu erzeugen.


    Klar kann es dir passieren, dass ein Keeper, der bei dir das TW-Ein-mal-Eins gelernt hat, bei einem anderen Verein in Ungnade fällt, weil man dort glaubt, der sei nicht groß genug. Aber spätestens, wenn der bei einem anderen Verein Super-Leistungen bringt, wird man den Irrtum erkennen. Ob man ihn auch zugibt, ist eine andere Sache?


    Mach das weiter so und lass dich nicht von Mannschaftstrainern, die keine Ahnung von Torleuten haben, in deinen Entscheidungen beirren. Spätestens, wenn sich die Anzahl der Keeper, die sich für höhere Aufgaben empfehlen konnten, verdichtet, wird man deine Arbeit zu schätzen wissen. In den Profiligen genießen die TW-Trainer nicht umsonst einen hervorragenden Ruf!


    Zwar mag dem Einen oder Anderen noch nicht ganz klar sein, was denn die TW-Entscheidung mit dem RAE-Effekt zu tun haben könnte? Hier wird physische Stärke (was vielfach mit Körperlänge gleich gesetzt wird) schon in frühen Jahren zu einem "harten Entscheidungsfaktor"! Denn wer von euch hat die Aussage nicht schon gehört:


    "Er ist ein prima Torwart, aber leider zu klein"! Und weil der zu klein ist, kann aus ihm kein guter Torwart werden!


    Interessant ist, dass man auch bei den Keeperinnen die Körperlänge als Leistungsmerkmal ansetzt. Obwohl es immer wieder auch kleineren Torleute gelingt, Profiverträge zu erhalten und in Ländern mit einer geringeren Durchschnittsgröße sehr gute, kleinere Torhüterinnen das Tor der Nationalmannschaft hüten, hält sich das Vorurteil beharrlich, die Körperlänge hätte etwas mit der Leistungsfähigkeit zu tun.


    Jörg Daniel sagte dazu einmal: "Ein paar Zentimeter Größenunterschied ist mir zu wenig, um gute Torleute von Schlechten zu unterscheiden!" Wie recht er doch hat?!


    Gerade die Beschäftigung mit dem/der Tormann/Torfrau als Spezialisten zeigt auf, welche Irrtümer bei der traditionellen Sichtweise nach erfolgversprechenden Leistungsmerkmale begangen werden. Es bedarf schon der Infragestellung des Bisherigen, um zu neuen Erkenntnssen zu gelangen.


    Trainer, die wie BicMacWilli schon einen anderen Weg gegangen sind, können aufgrund ihrer gemachten Erfahrungen sagen, wie groß das jährliche Potenzial ist, was uns nur deshalb bei der Eliteausbildung verloren geht, weil man sich nicht vollständig für die richtigen Talente entscheidet, sondern einem Teil die Förderung verweigert, der jetzt gerade noch nicht kräftig genug ist.

    Nicht nur die später geborenen Kinder, sondern auch physisch schwache, frühgeborene Kinder und auch Mädchen in Jungenteams leiden unter dem "Darwin-Prinzip", wonach sich der Stärkere immer zuerst durchsetzt. Ob sich später Andere durchsetzen könnten, weil sie sich in dieser Phase weitaus besser entwickeln, danach fragt kaum jemand. Im schlimmsten Fall gibt es eine Jahrgangs-Nachsichtung und dann hat es sich! Um den Rest kann sich der Breitensport kümmern.


    Meistens heißt es: einmal aussortiert - immer aussortiert.

    @Björn


    Hast diese Worte aber auch verdient!


    Wie du ja weißt, teile ich auch schon mal kräftig aus. Denn ich halte es für wichtig Position zu beziehen. Dieses Video zeigt für mich, dass es sich für jeden Verein lohnt, gut ausgebildete Trainer schon für die Jüngsten zu verpflichten, weil nur sie zuverlässige Ausbildung vom ersten Schritt ab an sicher stellen können. Leider vernachlässigen viele Vereine gerade den unteren Jugendbereich besonders stark, weshalb es dort meist zu einem größeren Dropout in der D-Jugend kommt.


    Man könnte dein Video als Lehrfilm, wie es gemacht werden sollte, in Präsentationen aufnehmen und mit denen in Konkurrenz stellen, in denen ein Trainer seiner Trainingsgruppe monotone und spielfremde Übungen machen läßt und wie Marionetten über den Platz hetzt, weil ihm entsprechende Fachkenntnisse fehlen.


    Wie, wenn nicht durch diese Bilder will man unerfahrene Trainer zu einer Ausbildung animieren?

    @Gamp69


    Hört sich für mich irgendwie an, als wenn dein Team relativ statisch spielt?


    Da stehen ein paar Leute hinten drin, die damit der Trainer keinen Herzkasper bekommt, den Ball möglichst schnell und weit nach vorne spielen. (Aber keiner wundert sich, dass die dann so schnell gar nicht nachrücken können, weshalb der Gegner nicht nur Überzahl bei Ballgewinn hat, sondern auch jede Menge Platz im verwaisten Mittelfeld)! Vorne sollen die Kids im Eins gegen Eins ihre Laufduelle gewinnen und das Mittelfeld gefälligst die Bälle wieder zurück erobern.


    Nein, so funktioniert das nicht und es hat auch nichts mit fehlender Laufbereitschaft oder dem Willen sich zu Quälen verbunden! Man nicht deiner Trainingsgruppe Spielformen, in denen alle angreifen und alle verteidigen, damit sie lernen, spielerisch (und nicht nur durch das häufige Überbrücken größerer Distanzen) den Ball nach vorn tragen und zum Torabschluß gelangen. Bei Ballverlust soll zwar nachgesetzt werden, aber die Hauptaufgabe besteht darin, dass möglichst viele Spieler rasch wieder "hinter den Ball" kommen, um den Ball in Überzahl zurück zu gewinnen.


    Übringens: auch eure Gegner machen jede Menge Fehler! Aber die übersieht man zu leicht, wenn man sich ein eigenes, perfektes Team wünscht, was seinen Trainer Woche für Woche mit Siegen reichlich beschenkt. Versuche also einen realistischen Blick auf einen Wettkampf zu gewinnen. Dann fällt es dir leichter, die Leistungen deiner Spieler zu beurteilen. Manchmal müssen nicht nur die Kindern, sondern auch ihre Trainer verlieren lernen, um daraus ihre Stärke zu ziehen!


    Bevor die Kinder etwas von dir lernen können, mußt du zunächst von ihnen sehr viel lernen, um einen guten Weg zu finden, wie sie von dir lernen können!

    @Björn


    Wie im Video zu erkennen ist, haben die Kinder jede Menge Spaß und ihr Trainer hilft ihnen, ohne das sie es nervig finden. Machst einen prima Job! Sehr deutlich zu erkennen ist, dass die Kinder dank deiner präzisen Beobachtung und Hilfestellung kaum Probleme mit dem Gleichgewicht haben und einen sehr guten Bewegungsablauf beim Torabschluß zeigen. Die haben Bock auf Fussball und nicht auf Schwimmen, Tanzen, ect., weil du ihnen diese Sportart mit Spaß vermittelst. Das waren sicherlich vor deiner ersten Trainingseinheit ganz normal veranlagte Kinder oder?Wer nicht weiß, wie man Kinder begeistern kann, über sich hinaus zu wachsen, der sollte sich das Video anschauen.


    Ich finde es eine gelungene Abwechselung zum ansonsten in der Hauptsache vom Drill lebenden Kinderfussball-Bildern, in denen uns diverse Trainer zeigen wollen, was man mit ihrem Begriff von Disziplin (Befehl und Gehorsam) alles erreichen kann.


    Wann mit einer Übung/Spielform Schluß sein sollte, dass geben die Kinder ihrem Trainer schon recht deutlich zu verstehen. Er muß nur die Augen offen halten (Anzahl der Erfolgserlebnisse nimmt rapide ab)! Dann erkennt er, wann eine Pause und eine Änderung des Trainingsinhalts erforderlich ist.


    Spaß am Fussball kann zu Spaß an der Leistung führen. Aber für dieses Prädikat hat das Kind noch jede Menge Zeit, es zunächst einmal für sich zu entscheiden. Denn weder Trainer noch Eltern können ihm diese Entscheidung abnehmen, sondern es lediglich dabei unterstützen.


    Solange das Kind gern zum Sportplatz geht, ist es dort genauso gut aufgehoben, wie auf jedem anderen Spielplatz. Denn dann bekommt es genau die Abwechslung für seinen geistigen und körperlichen Anreize, die es sich wünscht! In früheren Jahrzehnten ging man fast täglich zum Bolzplatz, weil es nichts schöneres gab! Kaum jemand bereut es!

    Klar gibt es keine Patentrezepte, wie man dem RAE-Effekt wirksam begegnen kann. Es vermischen sich hier jedoch Probleme miteinander, so das die Mehrzahl der Jugendtrainer nach wie vor lieber sofort gewinnen, statt über den gesamten Jugendzeitraum ausbilden möchte. Auch werden sie in den Medien nach ihren Ergebnissen in Form von Meisterschaften gemessen. Nirgendwo findet man z.B. eine Auflistung darüber, welcher Jugendtrainer besonders erfolgreich bei der Ausbildung von Talenten war! Man interessiert sich für die wichtigsten Inhalte der Talentförderung nicht, sondern läßt es einfach via Hackordnung regeln.


    Überhaupt ist es schwierig Vergleiche anzustellen, denn dafür wandelt sich der Fussball viel zu schnell und interagiert mit ständig neuen Ideen und Philosophien. So ist es fast ausgeschlossen zu Aussagen zu gelangen, die nicht schon nach 1 - 2 Jahren wieder überholt sind. Wissenschaftliche Untersuchungen befinden sich ebenfalls in der "Halbwertzeit" ihrer Aussagen begründenden Analysen.


    Wenn es aber weder der Geburtsort noch das Geburtsdatum ist, was ein signifikantes Merkmal für besondere Talenteigenschaften ergibt, warum sind es nach wie vor bestimmte Lebensläufe, die sich eher durchsetzen, währenddessen andere schon sehr früh im Leistungsfussball enden? Warum widersprechen diese dem genormten Bild bzw. warum gewinnt man keine Erkenntnisse daraus, das man sich sehr viel häufiger irrt, als man zugibt?


    Will man den RAE-Effekt wirksam bekämpfen, so muß man schon sehr früh umdenken und dieses Konzept über den gesamten Jugendzeitraum kontrollieren. Nur so kann man zu Aussagen gelangen, die man mit früheren Methoden (in denen Kinder aus den ersten Geburtsmonaten favorisiert wurden) vergleichen.


    Das, was es besonders schwierig macht, ist die fehlende Breite in der obersten Talentstufe des Jahrgangs. Denn fehlt es an Vergleichsmöglichkeit, so fehlt es auch an den Entscheidungsvariablen.


    Wie schon gesagt: Patentlösungen gibt es nicht. Was mir besonders gut gefällt ist, dass man in Nachbarländern auf andere Konzepte trifft, in der ein Trainerteam über die Aufnahme von neuen Talenten, die über einen Zeitraum besonders gründlich getestet wurden, entscheidet. Hier interessiert man sich nicht nur für das, was das Talent bereits kann (weil es das über gute Heimattrainer gelernt hat), sondern insbesondere für das, was es wie schnell im Messzeitraum (gemeinsam mit den anderen Talenten) gelernt hat. Weil man auch dort erkannt hat, dass eine Erfolgsprognose erst später möglich ist, bildet man zunächst in der Breite (alle Positionen) und dann in der Tiefe (Positionen aufgrund von besonderer Eignung) aus.


    Eine fürsorgliche Ausbildung muß sich mit Leistungsschwankungen konfrontieren und dafür Lösungen haben. Wenn z.B. die Schule dem Kind 8 - 9 Jahre zum Abitur gibt, warum muß es denn schon nach 1 - 2 Saison wieder rausgeworfen werden, nur weil es aufgrund von Umständen, die nicht einmal etwas mit dem Fussball zu tun haben müssen, rausgeworfen wird! Schaut man sich einmal die Vita von U 19 Spielern an, so erkennt man, dass die wenigsten in diesem Verein aufgewachsen sind, sondern bereits eine Reihe von Vereinen hinter sich haben und dort teilweise Enttäuschungen verarbeiten mußten.


    Welche Nachteile Kinder aus späten Geburtsmonaten haben, dass wissen wir schon ziemlich genau.


    Je gravierender die kurzfristigen Vorteile aufgrund physischer Vorteile der in den ersten Monaten geborenen Kinder, je deutlicher schlägt es sich in der Bevorzugung durch ihre Trainer aus! Erst im Alter der A-Jugend gibt es kaum noch Vorteile aufgrund des früheren Geburtsmonats, weshalb einige Vereine sogar auf eine U 18 verzichten wollen. Aber bis dahin sind schon eine Reihe von hochveranlagten Talenten aus späteren Geburtsmonaten deshalb durch durchs Raster gefallen, weil sie schon bei ihren Vorgängern aussortiert wurden.


    Wir müssen ihnen Chancen einräumen, indem wir dies bei der Talentbeurteilung berücksichtigen, damit er sich neutral verhält. Chancengleichheit ist das oberste Prinzip des Sports, weshalb sich alle daran messen müssen.


    Wie halten wir es denn mit der Fairness? Auf den zweiten Blick schon das nächste Problem. So werden die Fairness-Sieger im Wettbewerb häufig belächelt, weil sie die unteren Ränge einnehmen, während die Teams im oberen Tabellendrittel in der Kategorie Fairness meist sehr schlecht abschneiden.


    Gerade die Trainer der obersten Elite tragen hierbei besondere Verantwortung! Ich stelle hingegen fest, dass hierbei gerne der Eine den Schwarzen Peter an den Anderen weitergibt.


    Solange über die weitere Verwendung von Trainern wie Spielern Menschen entscheiden, die zu den vorgenannten Themenkomplexen eher Lippenbekenntnisse abgeben (vermutlich weil es sie nicht ernsthaft interessiert, aus welchen Gründen es jemand bis ganz nach oben geschafft hat) und man sich mit guten Ergebnissen zufrieden gibt, man sich notfalls mit im Ausland gut ausgebildeten (und eingedeutschen) Spielern versorgt, wird sich kaum etwas ändern.

    @FBPapa07


    Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob das Motiv tatsächlich:
    Eigenes Kind fördern ohne Druck
    lautet oder ob es um hierbei lediglich darum geht, von anderen Vätern nützliche Tricks zu erfahren, wie man sein Kind besser machen kann, um darüber selbst nicht erreichte Ziele zu verwirklichen?



    Ich finde es zwar toll, wenn Väter viel Freizeit mit ihren Kindern verbringen und dabei sehr viel Spaß erleben. Aber ein Vater kann nun einmal nicht die gleichaltrigen Freunde "mimen", mit denen es am liebsten spielt (weil wir Erwachsenen meist die Form des Kinderspiels verlernt haben)! Es wird sicher nichts dagegen haben, wenn du ab und zu mit ihm im Garten spielst, aber am liebsten mit Gleichaltrigen spielen.


    Der Entwicklungsweg läßt sich nicht durch elterliche Fussball-Unterstützung (durch Anschaffung von Trainingsequiptment) verkürzen, aber in ihrer Fürsorge sehr gut gestalten.


    Klar kannst du deinen Sohn mit ins Fussballstadion nehmen. Aber erwarte nicht, dass es sich dort irgendetwas merkt. Na ja, außer die leckere Pommes vielleicht?


    Es wird in diesem Alter noch häufig seine Meinung ändern! Dabei stört es das Geschwätz von Gestern überhaupt nicht.


    Kinder in diesem Alter möchten zwar gerne ihre Eltern glücklich sehen. Die Gefahr des Drop-Out besteht dann, wenn Eltern sich zu sehr einmischen, weil sie das Fussballspiel nicht als Erlebnis von aneinander gereihten Abenteuer-Szenen begreifen, sondern lediglich das Spielergebnis und den Tabellenrang als Maßstab ihrer Gut-Schlecht-Beurteilung heranziehen. Aber das Kind kann aus Ergebnissen schon deshalb gar nichts lernen, weil es sich das gar nicht über einen längeren Zeitraum merkt. Dafür bleiben die Bilder auf dem Sportplatz beim Spiel haften und es kann später verstehen, was gut und was besser war. Es sieht sich selbst als Held und möchte nicht vom Thron gestoßen werden, weil dies seine Phanasien zerstören würde.


    Wer kindgerechten Fussball möchte, damit sein Kind ohne Druck aufwächst, der sollte sich damit intensiv auseinander setzen. Weil das Thema sehr umfassend ist, sollte man einen Teil der Zeit, die man fürs Fussballstadion, für den Baumarkt und das Sportgeschäft braucht, in Fachlektüre investieren. Danach weiß man, dass es erst man den Papa braucht, dann kommt lange nix ... und dann kommen vielieicht noch ein paar andere Sachen!

    Lt. Eurosport "rudert" Poldy zurück. Er möchte nicht, dass sein Sohn für einen Fehlpass angepfiffen wird. Selbst habe er erst mit 11 Jahren angefangen. Das sei früh genug.


    Na ja, was jetzt davon wahr ist oder ob man einfach nur die Story weiterspinnen will, ich weiß es nicht?


    Ich denke mal, es wurden hier bereits einige sinnvolle Aussagen getroffen. Bewegungsmangel einerseits und geistige Ablenkung andererseits haben in unserer Industriegesellschaft einen Kindertyp geformt, bei dem bestimmte Krankheitssymptome bereits vorprogrammiert sind. Häufige Folgen sind motorische Störungen und geringe soziale Kompetenz, die jedoch für die Konsumgesellschaft vernachlässigt werden können.


    War es früher so, dass die Familie als Grundelement des Staates galt und einen gewissen Schutz genoss, so hat sich heutzutage die Familie den jeweiligen Bedingungen des Berufes (z.B. familienuntaugliche Geschäftszeiten) anzupassen.


    Weil Kinder jedoch auf die individuellen Lernhilfen ihrer Eltern angewiesen sind, findet dieser Prozess lediglich in Form von "Massenabfertigungen" nach Jahrgangsstufe statt. Das Kind ist nur noch zum Schlafen zuhause. Die wenige Freizeit, die bleibt, muss damit verbracht werden, zusätzliche Fähigkeiten zu erwerben, damit es sich später einmal im Beruf durchsetzen kann und daran besser wird von seine Eltern.


    Leider kann auch die sportliche Förderung nicht die Ursachen bekämpfen, jedoch die Symptome ein wenig lindern. So manch ein Ehrenamtlicher wird dabei vor einen Karren gespannt, dessen Richtung ihm erst klar wird, wenn man ihn über Dritte kritisiert!


    Es ist auch nicht die Sache über Schuld zu sprechen, denn jeder Ansatz erscheint schlüssig und verdient deshalb eine Wahrnehmung als Teil unserer Gesellschaft. Denn ohnmächtig aller Umstände sind wir nicht. Wer das Beste für sein Kind will, der kann durchaus prüfen, welches Angebot am besten ist. Das kostet Mühe und Zeit, aber ist es das Kind nicht auch wert?