Beiträge von TW-Trainer

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    Schon wieder entscheidet der "Offensivpfiff" beim Relegationsspiel zwischen Karlsruhe und dem Hamburger SV beim Relegationsspiel über die Liga und Millionen!


    Eine recht seltsame "Handauslegung" (Arm war zum Zeitpunkt des Ballkontakts beim Schuß aus kurzer Distanz am Körper und vergrößerte so nicht die Trefferfläche. Der Freistoß an der Strafraumgrenze führte zum Ausgleich und verschaffte dem eigentlich bereits schlagenen HSV die "zweite Luft".


    Hätte man beim ersten Pfiff vielleicht noch von einer falschen Tatsachenentscheidung (Schiri hatte nicht die beste Sicht) sprechen, so war der Elfmeterpfiff (widerum wegen Handspiels) ebenfalls überflüssig. (Auch wenn er hier ohne sportliche Bedeutung war)


    Man ist den "Schwalben" bereits in der jüngsten Zeit an den Kragen gegangen. Nunmehr sollte es fürs Handspiel im torgefährlichen Raum wieder einfache, klare Regeln geben. Der Arm bzw. die Hand muß durch eine unnatürliche Bewegung klar zum Ball gehen!

    @Andre


    Ja, ich weiß! Zu Beginn der Diskussion war das "Lager" der Befürworter für ein "kostenloses Ehrenamt" sehr viel größer. Selbst @Güntergestand, dass er die freiwilligen Zahlungen eines Vereins nicht abgelehnt hatte, obwohl er eigentlich für ein Ehrenamt ist, bei dem alle ihre finanziellen Beiträge selbst zu tragen haben.


    Die meisten Vereine, mit denen ich mich über dieses Thema unterhalten haben, würden gerne über Beitragserhöhung ihrer Mitglieder den Trainer-Kostenerstattung finanzieren. Obwohl viele ihre Beiträge schon seit vielen Jahren nicht oder nur gering erhöht haben, existiert eine Angst vor massenhaftem Vereinsaustritt bei einer deutlichen Beitragserhöhung. Der Mitgliederschwund würde den Verein deshalb hart treffen, weil darüber einige Umlagen (z.B. Komune) nach Mitgliederstärke an den Verein gezahlt werden. Zwar ist der Prozentsatz der aktiven Mitglieder geschrumpft, jedoch ist man dank erhöhter Sponsorengelder unabhängiger von Mitgliedereinnahmen in den Stadien geworden. Auch geben heutzutage weniger Mitglieder mehr Geld für Eintritt, Getränke und Speisen in den Stadien aus als früher.


    Man weiß zwar um die Probleme der schwierigeren Rekrutierung von Nachwuchstrainern, hat jedoch auch aufgrund des demografischen Wandels einen geringeren Bedarf, bzw. kann es durch die Bildung von SG und JSG kompensieren.


    Das Thema ist sehr vielschichtig und läßt sich deshalb nicht mit 2 - 3 Sätzen beantworten. Wenn man nichts macht, wird man vielleicht einen geringen Mitgliederschwund haben, aber der Anteil der Jugendspieler und Jugendtrainer wird sehr stark abnehmen, sodass irgendwann auch der Seniorenbereich sportlich stark gefährdet ist. Da hat man moderne Stadien, in denen jedoch immer seltener die Kugel rollt!

    @Spieler-papa


    Die Kinder fühlen sich eigentlich immer als Gewinner! Selbst dann, wenn sie mal ein Spiel verloren haben. Ist dir schon mal aufgefallen, dass die Kinder in diesem Alter schon kurz nach dem Spiel für sich berichten, dass sie die Besten im Spiel gewesen wären. Ja, natürlich hätte man auch das Spiel gewonnen. Obwohl das faktisch nicht immer stimmt, fühlen sie es doch so!


    Zu Verlieren werden sie erst durch uns gemacht, wenn wir sie:
    - fast immer nur zuschauen, denn nur vom Mitspielen kann man den Spaß und die Fähigkeiten im Fussball spüren
    - nur auf 1 Position spielen lassen, denn so können sie keine Erfahrungen auf anderen Positionen gewinnen
    - keine Geduld zeigen, bis sie sich an eine andere Position gewöhnt haben


    Leider sind es im unteren Jugendfussball allzuoft Laien-Trainer, die sich mit Laien-Eltern über Laien-Fussballnachwuchs unterhalten. Wie soll dabei kindgerechter Fussball entstehen? Wenn du dich für altersgerechten Fussball interessierst, dann bist du hier richtig. Weitere Infos kannst du ferner unter www.dfb.de für die gewünschte Altersgruppe finden. Wenn du mehr darüber kennenlernst, dann wirst du die Argumente kennenlernen, um euren Trainer zu überzeugen. Vielleicht wirst du ja sogar selbst Lust bekommen, mal ein Team zu trainieren? Dann kannst du alles das, was du für falsch hälst, besser machen! Das ist doch immer das Schönste oder?

    @Finnek96


    Wer sich als Trainer weiterentwickeln will, der sollte auch einen Blick über den Tellerrand wagen. Ein Vereinswechsel ist dabei unumgänglich und sollte nicht allein deshalb gewagt werden, weil es im Heimatverein Enttäuschungen gab.


    Auch im neuen Verein wird es nirgendwo das Paradies oder die Hölle geben. Manches ist dort besser, einiges schlechter. Es kommt darauf an, für sich selbst einen Weg zu finden, der überwiegend Spaß macht.


    Hier bieten Vereine den Vorteil, dass sie Breitensport- und Leistungsfussball im Angebot haben, sodass jeder Trainer für seine Fähigkeiten und Ansprüche entsprechende Angebote finden kann.


    Die Aussagen über das Feedback bei der Bekanntgabe des Vereinswechsels sind leider bezeichnend für die Zustände in einigen Dorfvereinen. Denn selbst, wenn sie aus dem Mund von Eltern oder Spielern kommen, so sind sie doch in gewisser Weise durch die Verantwortlichen legitimiert, weil hier keinerlei Prävention gegen derlei Verhalten gemacht wurde.


    Man hört immer häufiger Aussagen von Verantwortlichen, dass es schwieriger wird, geeignetes Trainerpersonal für den Jugendbereich zu bekommen. Doch mit den Ursachen dafür will man sich nicht beschäftigen. Ich denke mal, dass den Eltern und Spielern nicht bekannt ist, welche ungünstigen Verhältnsisse man als Trainer im Heimatort vorgefunden hat, sonst hätten sie sich vermutlich nicht zu Beleidigungen hinreißen lassen? Nicht immer wird das rücksichtsvolle Verhalten von Trainern gegenüber ihrem Heimatverein mit entsprechendem Respekt gezollt. Manchmal kann der Faktenreport der aktuellen Zustände erst Menschen zum Denken und zur Veränderung ihrer Standpunkte bewegen.


    Aber damit ist ein 18-Jähriger sicherlich überfordert. Umsomehr müßten sich jetzt die Verantwortlichen schämen, dass es zu Beschimpfungen und Beleidigungen geführt hat. Denn das hat mit sportlicher Fairness, dem man sich ja verschrieben hat, gar nichts zu tun!

    @Strznievski


    Wer als Trainer schon mal in einer Arena bei ohrenbetäubendem Lärm auf der Bank sitzen durfte, der weiß, dass da kein Spieler irgendetwas in 5 Meter Entfernung versteht. Selbst Interviews unmittelbar vor oder nach dem Spiel, sowie Statements in der Halbzeitpause sind trotz des geringen Abstands und Augenkontakts zum Gesprächspartner kaum möglich.


    Wer jedoch glaubt, dass sei alles nur Show für Publikum im Stadion oder an den Bildschirmen, der irrt! Denn die im heutigen Fussball wirklich wichtigen Personen wollen diese Emotionalität sehen, damit sie davon überzeugt werden, dass der Trainer immer 110 % gibt.


    Bezeichnend hierfür war das Verhalten der Bayern-Spieler im Viertelfinal-Heimspiel der Championsleague gegen Porto. Obwohl man das Ding schon nach 40 Minuten im Sack hatte, sprang Pep auf und ab am Seitenrang, zerriss sich seine Hose und zitierte seine Spieler zum Seitenrand, die mit verständnislosem Blick reagierten.


    Der Berufsfussball ist in vielen Bereichen sicher kein Vorbild für Kinder, genauso wenig wie Kinder das Machtgehabe allmächtiger Vorgesetzte in den Betrieben verstehen würden. Kinder haben ein sehr feines Gespür für Gerechtigkeit, welches bei den meisten Erwachsenen derart abgestumpft ist, dass sie sich sagen. Ich werde zwar nicht hinreichend gelobt, aber dafür bezahlt.


    Nur die wenigsten sind in der Lage, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen. Die meisten versuchen sich an Kompromissen, aus denen es das Beste zu machen gilt. Denn eine andere Chance gibt es nicht. Wer versucht gegen Windmühlen zu kämpfen, der wird rasch feststellen, dass ihn diese Kräfte allein überfordern und er Verbündete suchen muß, um es mit gemeinsamer Kraftanstrengung zu schaffen. (Wie jüngst im FIFA-Skandal einmal mehr deutlich wurde!)


    Wer jedoch ein Problem erkennt, der sollte wissen, dass auch er ein Teil davon ist, ohne den es nicht bzw. nicht in der Ausprägung entstanden wäre. Die eigenen Fehler sind keineswegs Kavaliersdelikte, sondern können nur dann erfolgreich bekämpft werden, wenn man bereit ist, daraus zu lernen.

    @lokn


    1. Bring als Erstes Struktur in dein Spiel (welche Mannschaftstaktik?)
    2. Teile das Spielfeld in 3 Zonen (Defensive, Mittelfeld, Offensive)
    3. Spiele typische Situation ohne Gegnerdruck (zum Erlernen in Übungen) und mit Gegnerdruck (zum Verfeinern in Spielformen) in den 3 Zonen durch


    Coaching-Hinweise
    1. Einfache klare Hinweise für Übung u. Spielform (max. 1 Min. Redezeit in 3 - 5 Sätzen! Leider hören sich Trainer selbst viel zu gerne reden!)
    2. keinen "Sicherheitsregel-Katalog", wer nichts riskieren darf, kann sich nicht weiterentwickeln
    3. Lob gibt Mut, Kritik führt zu Frust, also dosiere dein Lob so, dass jeder Mut bekommt, durch seine Leistungen zum Mannschaftserfolg beizutragen


    Viel Spa dabei!

    @Follkao


    Ja, du hast vollkommen recht! In den Niederlanden hat der Fussball als Laufsportart nicht den Weg verlassen, der in Deutschland über die Verkleinerung der Spielfläche und Mannschaftsgrößen erfolgte. Man hatte seitens des DFB auch gute Argumente dafür, weil die Erhöhung der Ballkontakte so wie der permanente Gegnerdruck durch die Verkleinerung des Spielraums unsere Ideen vom ballorienten Spiel fördern sollte.


    In den Niederlanden sieht man nicht als oberstes Ziel in der Ausbildung, die Spieler als Mannschaft zu optimieren, sondern die Fähigkeit von Einzelspielern zu optimieren. Deshalb spielt dort das körperbetonte Spiel eine größere Rolle. Besonders auffällig ist das sehr offensiv ausgerichtete Spiel, weshalb vornehmlich offensive Spieler internationalen Ruhm erlangen. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch sehr gute Abwehrspieler und Torleute in den Niederlanden gibt, aber sie fallen den Scouts weniger auf.


    Es ist übrigens eine spezielle Art des holländischen Humors, den Stier dort an die Hörner zu packen. Man fällt dabei auch nicht gleich mit der "Tür ins Haus", sondern bereitet die spitzfindige Ironie gerne in einer lockeren Konversation vor. Sie wissen, dass wir Deutsche gern mit unserem planerischen Geist und besonders ausgeprägtem Fleiß prahlen aber schon bei etwas genauerem Hinsehen, fallen wir über unsere eigenen Maßstäbe. Ein Holländer würde deshalb nicht mit dem Satz: "das Spiel dauert 90 MInuten und am Ende gewinnt Deutschland .." enden.


    Aber sind die Holländer besser? Über die Verehrung ihres Königshaus können wir nur laut lachen! Über die niederländische Nationalhymne (in der über Wilhelm von deutschem Blut gesungen wird) gibt es immer wieder Streit. Aber man ist traditionell und will die weltälteste Hymne, die jedoch erst 1932 als offiziell erklärt wurde, nichts ändern.


    Im Gegensatz zu Deutschland, dass sich erst mit der Integration ausländischer Gastarbeiter zu einem "multikulturellen Land" entwickelte, ist die Vermischung von Kulturen über die jahrhunderte überdauernde Kolonialzeit sehr viel intensiver. Nicht immer ging es dabei auch friedlich zu. Man denke dabei an die Zug-Entführung in Beilen oder die Gettos in niederländischen Großstädten.


    Dennoch haben diese Nachbarn (vornehmlich aus dem asiatisch-indischen Raum) die niederländische Gesellschaftskultur nachdrücklich beeinflußt. Seine ureigenen Werte nicht als alleinigen Maßstab aller Entscheidungen zu sehen, erklärt zu einem guten Teil, warum wir die Lässigkeit unserer Nachbarn bewundern. Es erklärt ebenfalls, warum diese Menschen kontaktfreudig und offen für Neues sind. Es gibt keinen Flecken auf der Erde, wo man unsere niederländischen Nachbarn nicht antrifft.


    Anders als in Deutschland, wo es immer wieder Gesellschaftskatastrophen gab, die eine sofortige und radikale Veränderung notwendig machte, hat man dort eine Entwicklung in kleineren Schritten vollziehen können. So erklärt sich, warum man einige Einsichten dank jahrelanger Beobachtungen gewinnen konnte, aber kaum Erfahrungen über größere Veränderungen besitzt.


    Es wäre fahrlässig, etwas von unseren Nachbarn zu kopieren. Aber man muß es kapieren, um das, was dort besser läuft. Denn es kann helfen, das eigene Nachwuchssystem zu optimieren.

    Sind bei mir aber auch erst ca. 5 Jahre...

    Gut, das du es erwähnst! Sonst hätte ich deine Punkte beim Training aufgrund des Thema?s glatt überlesen:


    zu 1. Kondition (Ausdauer-, Kraft- und Stabilisationsübungen)
    Statt Liegestütz und Rundenlaufen lasse alles mit Ball machen. Das macht den Jungs mehr Spaß und es es obendrein fussballspezifisch.


    zu 2. Ball hochwerfen
    Kann man sicher in einer TW-Übung einbauen. Aber die Jungs spielen Fussball und wollen keine Volleyball-Aufgabe üben. Der Fussball selbst bietet die besten Vorlagen fürs Training. Schau es dir ein wenig unter dem Trainingsgesichtspunkt an und du wirst immer wieder neue Übungen und Spielformen entdecken. (Falls du Anregung brauchst, schau im Internet z.B. DFB-Training-Online nach)


    zu 3. Im Abschlussspiel lässt man immer den Sandkastenronaldinho aus (egoistisches Spielverhalten)
    Braucht es noch mehr Beweise dafür, dass die Jungs das Training langweilig finden und im Abschlußspiel ihren Frust rauslassen? Sie probieren ja das im Training aus, was du ihnen vorgibst und erkennen im Spiel, wenn sie es ausprobieren, dass man dem Gegner damit nicht das Wasser reichen kann. Versuche dein Training zu strukturieren, indem du zuvor überlegst, welche übungen/Spielformen allters- und leistungsgerecht sind. Binde sie stärker ins Training ein, indem du Fragen stellst, anhand dessen du erkennen kannst, ob sie es verstanden haben? Ganz nebenbei erkennst du dabei selbst Wissenslücken, die dir helfen, dich weiterzubilden.


    zu 4. - Absolute Lustlosigkeit, sobald man den Fußballplatz betritt, sodass es jeder Zuschauer aus 589543745m Entfernung merkt.
    Diese "Egalstimmung" entsteht nicht allein durch ausbleibende sportliche Erfolge. Die können allenfalls temporär existierende Probleme innerhalb der Mannschaft verdecken. Die Egalstimmung entseht häufig dann, wenn der Trainer zu wenig oder gar nicht lobt. Dabei ist es für den Trainer sehr viel einfacher, durch dosiertes Lob den Mut und das Selbstbewußtsein (beides wichtige Voraussehtzungen für Erfolgserlebnisse) zu steuern. Wer gelobt wird, hat etwas gut gemacht. Wer nicht gelobt wird, kann sich verbessern, um auch gelobt zu werden. Andersherum ist es sehr viel schwieriger während der begrenzten Zeit beim Training oder Spiel Kritik so zu formulieren, dass sie am Ende eine Motivation darstellt.


    zu 5. - Gegenseitige Beleidigungen
    Wer mit Sanktionen an Spieler Probleme lösen will, sollte sich nicht wundern, wenn die Spieler dieses Mittel der Machtdemonstration ebenfalls untereinander einsetzen. In einem Einzelgespräch über enttäuschte Erwartungen (die man zuvor gemeinsam mit der Gruppe vereinbart hat) sollte nicht die Kritik, sondern immer auch Lösungsalternativen das Gespräch beenden.


    Überlegungen zur Sanktion
    Es ist sicher schwierig, als Trainer immer autentisch und mit guten Beispiel voranzugehen, weil die Bandbreite zwischen einem lockeren Spruch und einer letzmaligen Verwarnung zum Ausschluß das richtige Maß zu treffen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es bei ernsthaften Problemen besser ist, eine Nacht drüber zu schlafen und sich zuvor mit einer Person auszutauschen, die weder den Fussball noch den zu Sanktionierenden kennt, um danach Kritik und Lösung gemeinsam zu vereinbaren. Denn mit: du machst es, weil ich dir Kraft meines Traineramtes sage ..., erobert man sich nicht die Herzen der Jungs, mit denen man gemeinsam durch Dick und Dünn gehen will und dessen Ziel nicht allein im Tabellenrang definiert ist.

    Strafen gelangen immer dann ins Entscheidungskalkül, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Also sollte man zunächst mit der Mannschaft klären, welche Erwartungen jeder hat. Selbstverständlich hat auch der Trainer Erwartungen und er tut gut daran, diese mit seinen Mannschaftsmitgliedern abzugleichen. Denn sonst sind Wut oder Enttäuschung vorprogrammiert.


    Ein partnerschaftliches Verhalten zwischen Trainer und Kindern, wie auch die Kinder untereinander bietet die größte Gewähr dafür, puren Spaß am Fussball zu erleben. Dazu gehört es ebenfalls, sich als Trainer an kindgerechte Beurteilungskriterien zu gewöhnen. Hierbei ist nicht nur eine stetige Unterstützung durch Lob wichtig, sondern auch eine Umwandlung von Wertbegriffen. So können falsches oder richtiges Handeln auch als sicheres oder unsicheres Verhalten untereinander wie auch bei der individuellen Leistungsbeurteilung sich eher positiv auf das kindliche Verständnis auswirken.


    Der Grad der Verantwortung bzw. dem Einschreiten bei Fehlverhalten hängt sicherlich von der Alltersgruppe ab. Dennoch gelingt die Korrektur von groben Fehlverhalten meist gemeinsam mit den Eltern am besten.


    Es ist also gar nicht so schwierig, wenn man sich vergegenwärtigt, dass mit sich selbst auch die Freiheit herausnimmt, mal mit einer schlechten Laune zum Training zu erscheinen. Jedoch besitzt man als erwachsener Mensch, dessen Pubertät lange zurückliegt weitaus mehr Erfahrungen darin, aus unsicheren Erwartungen logische Entscheidungsprozesse zu gestalten. Diese Überlegenheit gibt jedoch nicht das Recht, sich außerhalb dieser Interaktion quasi als Richter zu sehen. Denn gibt es ein Problem, sind wir fast immer auch ein Teil dieses Problems.


    Besonnenheit und Sorgfalt helfen sicher auch bei er Einschätzung von Fehlverhaten bzw. deren Sanktionierung. Denn es treffen dort ehrenamtliche Trainer auf Hobbyspieler, die wenn ein guter Einstieg gelingt, noch lange Jahre den Spaß an dieser Sportart erleben können. Deshalb ist es wichtig, jeglichen Ballast fernzuhalten.

    @Follkao


    Ich meinte jetzt nicht den E-Jugendbereich. Möchte aber dennoch ein paar Worte darüber verlieren, weil auch dort häufig ein anderer Weg gegangen wird. Man scoutet dort bereits im älteren F-Jugend-Jahrgang die Talente. Jedoch verbleiben die Talente in den Vereinen, weil sie die Bedeutung der gewohnten sozialen Umgebung höher einschätzen. Man holt diese Talente jedoch regelmäßig zum "Fördertraining", sodass man ihre Entwicklung fördern und beobachten kann. Auch gibt man den Kindern und Eltern die notwendige Zeit, um die anderen Menschen in diesem Verein kennenzulernen.


    Es wäre deshalb ein Fehler, lediglich das Sportliche im E-Jugendbereich miteinander zu vergleichen, weil der nachfolgende Wege anders verlaufen.


    Aber manche guten Ideen werden leider auch dort nicht in die Tat umgesetzt. So steht im Konzept, dass die Schule immer oberste Priorität hat. Wenn aber das Talent gut genug ist, dann sind auch denen die schulischen Leistungen egal.


    Ich hatte im anderen Thread davon gesprochen, dass hierzulande die Eitelkeit mögliche Formen der Jugendförderung verhindert. Da wird ganz gern auch mal nach einer WM oder EM, die man besser beendet hat, über den Nachbarn hergezogen.


    Beispiel gefällig?
    Kommt ein Holländer in den Buchladen und sagt: "Ich hätte gern das Buch: Niederlande Fussballweltmeister"! Darauf der Verkäufer: "Märchen und Sience Fiction" sind in der 1. Etage!


    Aber den Unterschied zwischen Theorie und Praxis findet man nicht nur im Fussball, sondern auch in anderen Bereichen. So ist der Verkauf von Feuerwerk offiziell nur in Fachgeschäften möglich. Aber direkt davor stehen 10-jährige Jungs und zünden Raketen an. Na ja, übers Thema Coffeeshop weiß ja sicherlich sowieso jeder hier bescheid!


    Was ich damit sagen will ist, dass man das Verständnis von Sport und insbesondere dem Fussball nur dann verstehen kann, wenn man die Menschen und insbesondere ihre Vergangenheit kennt. Während unser Fussball enorm vom Wirtschaftsboom der 60-er Jahre, der vom "Marshallplan" unterstützt wurde, profitiert hat, gab es dort erst ca. 15 Jahre später eine deutliche wirtschaftliche Belebung. Während wir gerade wieder eine gute Konjunktur erleben, wächst dort wieder die Arbeitslosigkeit.


    Wenn man die Gegenwart verstehen, Prognosen für die Zukunft geben will, dann muß man sich zunächst einmal intensiv mit der Vergangenheit beschäftigen. Wir sind heute stolz auf unsere flächendeckende Förderrung. Aber hätte es sie auch gegeben, wenn es das Aus in der Vorrunde bei der EM 2000 (in Belgien und die Niederlande) nicht gegeben hätte? Übrigens spielte deutsche Team fast als einiges Land noch gegnerorientiert und mit Libero! 15 Jahre später ernten wir die Früchte, die seinerzeit aus Wut und Enttäuschung erwachsen sind.

    @Follkao


    Weiß nicht so recht?


    Glaubst du:
    1. man wird die Entscheidung von Matthias Sammer, in Deutschland wieder mit einer D-Jugend-11-er-Mannschaft spielen, zurücknehmen?
    2. Schalke und Dortmund würden gemeinsam eine Jugend-Fussballakademie aufmachen
    3. Mönchengladbach würde mit einer niederländischen Schule kooperieren?

    @Spieler-papa


    Lass deine Tochter solange bei den Jungen spielen, wie es geht! Denn nur dort kann sie in so jungen Jahren soetwas wie Fussballspielen erlernen. In reinen Mädchen-Teams entwickeln sich Fussballspielerinnen weitaus weniger. Denn Fussball ist eine körperbetontes, dynamisches Mannschaftsspiel und kein körperloser Standkick. Deshalb ist deine Sorge unbegründet, dich wohlmöglich noch weiter vom Heimatort auf die Suche nach einem Mädchenteam für deine Tochter zu machen.


    Ich denke mal, die Suche nach der richtigen Position ist im Alter von 8 Jahren noch nicht abgeschlossen. Es ist eher das, was ihr im Moment am meisten Spaß macht. Allerdings ist es gar nicht so selten, dass fussballunerfahrene Eltern glauben, der Moment sei die Ewigkeit, nichts würde sich ändern.


    Im untersten Jugendbereich ist es normal, dass unerfahrene Kinder und Eltern auf unerfahrene Trainer treffen. Zwar kann manchmal ein Gespräch helfen, den Gegenüber besser zu verstehen, jedoch darf man in der F-Jugend noch nicht mit zuverlässigen und kompetenten Prognosen rechnen.


    Mein Tipp deshalb: schaue ins Herz deiner Tochter, denn es wird dir verraten, was es gerne macht. Was Dritte darüber denken, ist für ein Kind von 8 Jahren noch vollkommen unerheblich. Es wird seinen Weg machen, wenn du es unterstützt, jedoch nicht vorgibst, was sie zu machen hat und wie sich Mannschaftskameraden und Trainer ihr gegenüber zu verhalten haben. Diese Dinge regeln sich in den meisten Fällen von ganz allein und bedürfen besonderer Sorgfalt der Erwachsenen.

    @Don


    die Anzahl der Trainingseinheiten ist sicherlich unterschiedlich. Auch wird unterschieden, ob man in der Trainngswoche ein Heim- oder ein Auswärtsspiel hat. Denn irgendwann müssen ja auch diese Jungs mal ihre Hausaufgaben machen.


    Im grenznahen Bereich gibt es sogar Kooperationen mit deutschen Schulen.


    Nach dem niederländischen Verständnis spielt der Faktor Zeit (je mehr Zeit man hat, je besser kann man Kinder ausbilden) beim Training eine entscheidende Rolle. Wenn gutausgebildete Trainer einem Leistungsdruck unterworfen sind, dann muß man ihnen die nötige Zeit geben, um genügend Spieler mit Top-Niveau auszubilden. Denn es ist ein sehr hohes Ziel, ca. 40 - 50 % aus der eigenen Jugend an den A-Kader heranzuführen. Davon würden viele Bundesligisten träumen. Aber in den Niederlanden gibt es nur diesen Weg, weil man nicht das Geld hat, um ausländische Stars einzukaufen. Im Gegenteil, man ist sogar darauf angewiesen, einen Überschuß durch den Verkauf der Stars zu erzielen, damit sich die Jugendabteilung amortisiert.


    Man hat jedoch, anders als in deutschen "Drillbuden" erkannt, dass man nur dann, wenn man sie zu starken Persönlichkeiten fördert, die bei der Karriereplanung mithelfen, einen hohen Level erreichen kann. Denn allein das Talent reicht nicht, um sich für höchste Aufgaben zu empfehlen!


    Man hat sich im Fussball historisch betrachtet ein wenig anders entwickelt als in Deutschland und hat es mit "eigenen Wegen" geschafft, über Jahrzehnte hinweg hervorragende Einzelspieler auf internationalem Niveau auszubilden. Vergleicht man die Anzahl der dabei zur Verfügung stehenden Spieler pro Jahrgang, dann müßte sich so manch ein deutscher Verein die Augen reiben, wie viel Talentvergeudung sich direkt vor seiner Haustür abspielt.


    Sicher hört man heraus, dass ich ein Fan des Niederländischen Fussballs bin und manches vielleicht durch die rosarote Brille sehe. Schon allein die Vernunft, dass sich mehrere Vereine zusammenschließen, um sich die Kosten und das Personal für die Nachwuchsausbildung zu teilen, würde hierzulande vor dem "Kirchturmdenken" der Vereine zum scheitern verurteilt werden. Deshalb haben es Clubs wie z.B. Hoffenheim sehr leicht, binnen kürzester Zeit auf allen Ebenen ihre Konkurrenten einzuholen und zu übertreffen.


    Denn selbstverständlich gibt es auch Dinge, die hier besser laufen. So ist es mit der Verbindlichkeit von getroffenen Vereinbarungen nicht immer so einfach. Aber das würde jetzt ein wenig zu weit führen ...

    Blöd nur, dass die beiden ernstgemeinten Konkurrenten von Blatter beide schon zurück getreten sind. Und ob sich der Scheich vor den Karren von Coka Coka und einigen Kreditkarten-Konzernen der Amis spannen läßt, bleibt abzuwarten.


    Genauso schmierig, wie es bei der Fifa zugeht, ist nun das Ersuchen um Amtshilfe aus den USA an die Schweiz zu sehen. Zu vermuten steht, dass das Ganze zum Sturm im Wasserglas mutiert, da wieder einmal die Chance vertan wurde, die Vergangenheit der FIFA vernünftig aufzuarbeiten und man stattdessen die Wut darüber, die WM nicht erhalten zu haben, an einem Greis ausläßt, dessen Tage ohnehin gezählt sind.

    @teeney


    Hört sich nach ner Kreisliga an. Da geht das vielleicht noch so, wie du beschreibst. Da könntet ihr einfach die 6 Mädels vom Nachbarverein zum Probetraining einladen und die, die euch sportlich weiterhelfen und auch nicht rumzicken, aufnehmen.


    Aber spätestens, wenn es in den Leistungsfussball weiter hoch geht, steigen die Kosten. Teurere Ligaanmeldung, Schiedsrichter(-gespanne), Trainingsequipment, Fahrtkosten bzw. Fahrdienst für auswärtige Spielerinnen, usw. Irgendwann bekommt man auch keine Trainer mehr, die es kostenlos machen. Kaum ein Verein hat entsprechende Mädchentrainer und Teams, die auf diesem Niveau nahtlos in den Frauenbereich wechseln können. Wer da keinen zuverlässigen Sponsor hat, dem geht schnell die Puste aus.


    Die Chance, sich sportlich "breiter" aufzustellen, bekommt man nicht häufig im Frauenbereich. Denn allzuhäufig verhindert das "Kirchturmdenken" in den Vereinen einen partnerschaftlichen Zusammenschluß. Will man jedoch nachhaltige Weiterentwicklung fördern, dann müssen zunächst einmal die Strukturen dafür geschaffen werden. Ob das durch einen Zusammenschluß im Mädchen- und Frauenbereich mit eurem Nachbarverein der Fall ist, das läßt sich beim besten Willen ohne tiefere Kenntnisse nicht sagen. Insbesondere wäre wichtig, inwieweit man dort bereit ist, sich mehr Gedanken über weibliche Mitglieder zu machen, um den Rückgang männlicher Mitglieder aufgrund des demografischen Wandels zu kompensieren. Gerade in einem Flächen-Bundesland wie Niedersachsen ist der Rückgang außerhalb der Städte enorm. Wer sich hier keine Gedanken über die Zukunft macht, der wird schon bald mit oder ohne weibliche "Restmitglieder" die Stadionschlüssel dem ortsansässigen Schützenverein übergeben dürfen.

    @kbuhlmann


    Kommt drauf an:


    1. welche Liga
    2. wie häufig wöchentliches Training
    3. welche eigenen Trainerkenntnisse


    In den Niederlanden gibt`s soetwas wie eine D-Jugend-Landesliga. Man spielt dort gegen andere Teams auf Augenhöhe. Dort erhalten die Jungs 5 - 6 wöchentlich Trainingseinheiten. Im Gegensatz zu Deutschland wird dort in der D-Jugend weiterhin in 11-er Teams gespielt.


    Hier wird ja seit ein paar Jahren in 9-er Teams gespielt, was das Spiel für die Kids übersichtlicher machen soll. Also, wenn es sich bei deinem Team nicht aum ein Team am obersten Level handelt, dann dürfte der Schwerpunkt sich eher in der technischen und individual-taktischen Ausbildung liegen, bei der 1- 2 Spielzüge erahnt werden können. Gruppen- oder mannschaftstaktisches Verhalten kann dann einfließen, wenn der Leistungslevel mit entsprechender Zeit (Trainingshäufigkeit), entsprechenden eigenen Kenntnissen sowie einem guten Co-Trainer erfolgen können. Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Trainerkenntnisse fürs Gruppen- und Mannschaftstaktiiktraining ausreichen, dann lass es lieber oder besuche zuvor entsprechende Schulungen. Sonst besteht die Gefahr, dass du ihnen Unfug beibringst, die ein anderer Trainer nur mit viel Mühe wieder korrigieren kann.

    @Stannis74


    Leider funktioniert das mit den 2 Teams pro Jahrgang nicht. Denn wie @tobn und Andere bereits feststellten, erfolgt die Selektion bereits früher in den Vereinen und danach auch in der Auswahl.


    Man müßte andere Selektionskriterien und Meßzeiträume für Entscheidungen setzen, sodass sich eine Mannschaft aus Spielern sämtlicher Monate zusammen setzt. Das müßte sogar verpflichtend werden, weil sonst die Gefahr noch größer wäre, dass einzelne Trainer oder Vereine die gleichmäßige Besetzung der Gegner im Zeitraum der RAE-Effect-Auswirkungen für sich ausnutzt.


    Letzendlich würde die Veränderung der Selektion unter Berücksichtigung des RAE-Effects jedoch zu einer größeren Dichte an der Talentspitze führen, da mehr Talente mit entsprechenden Anlagen pro Jahrgang über den gesamten Jugendzeitraum gefördert werden können.

    @Karl


    Es geht hierbei nicht nur um die Spielerinnen, sondern darum den Mädchen- und Frauenfussball dort auf "breitere Füsse" zu stellen. Denn bei den Mädels kommt es leider häufiger mal zu Mißverständnissen, die in Nullkommanix zu einem Flächenbrand ausarten. Selbst Abstiege können ein Chaos auslösen, wenn man sich über Schuld und Unschuld in die Haare bekommt.


    Wer da keine 2. Mannschaft hat, aus der er vorübergehend Spielerinnen bekommen kann, der schwebt auf dünnem Eis.


    Wenn man sportlich weiterkommen will, geht das im Frauenfussball häufig nur über Kooperationen mit anderen Vereinen. Die Mädels wechseln übrigens nicht so leicht den Verein wie wir Männer! Dafür hören ist eher mal auf, statt sich bei anderen Vereinen anzubieten.


    Wie gesagt, man kann den Mädchen- und Frauenfussball kaum mit dem der Jungen und Senioren vergleichen.