Beiträge von TW-Trainer

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    @Steini


    Fang noch früher an!


    Benutze "Multi-Tasking-Übungen" zunächst als Einzelübung und erst später als Gruppenübung.


    Das Besondere beim Multi-Tasking ist, dass die einzelnen Bestandteile zunächst in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen. Sollen sie gut funktionieren, so bedarf es zunächst für jeden Teil einer ausreichenden Konzentration.


    In der Anfangsstufe geht es zunächst einmal darum, einzelne Körperteile in der richtigen Reihenfolge und gewünschten Geschwindigkeit zu bewegen. In der späteren Stufe sind es mehrere Körperteile (z.B. Beine, Arme), die gleichzeitig unterschiedliche Aufgaben erfüllen sollen.


    Wendet man Multitasking lediglich als Gruppenform an, so erzielen lediglich die Spieler Fortschritte, die (auch) im maximalen Tempo ihre Einzelaufgaben im Team erfüllen können.


    Für jeden Spielzug braucht es das Multitasking:
    - erahnen des Passes vom Mitspieler (bzw. vom Gegner)
    - antizipieren, wohin der Ball gespielt wird
    - rechtzeitig (also nicht zu früh und nicht zu spät) in den Laufweg starten
    - Vor der Ballannahme die ballnahe Umgebung scannen
    - entscheiden, ob der Ball mitgenommen oder direkt weitergespielt werden soll
    - gepassten Ball mit dem "richtigen" Fuß mitnehmen (bze. weiterleiten)
    - entscheiden, in welche Richtung/Weg man als Anspielpartner weiterhin bereit sein will
    - ggf. Entscheidung selbst den Torabschluß zu suchen oder den den besser postierten Mitspieler mit dem richtigen Fuss, Balldruck und Präzisien anzuspielen



    Der typische "Bodenscanner" sieht lediglich den Ball, seine Füße und ein Stückchen Rasen drumherum. Was sonst noch so im ballnahen und erst recht im ballfernen Bereich abspielt, dass bekommt er nur dann mit, wenn er fürs Spiel inaktiv auf den "Zuschauermodus" umgeschaltet hat.


    Der 180 Grad - Scanner fühlt sich an der Außenbahn oder wenn er das gesamte Spiel vor sich hat, am Wohlsten. Aufgrund seines "Tunnelblickes" kann er nur einen Teil der Aktivitäen von ballnahen Mit- und Gegenspielern einschätzen.
    Der 360 Grad-Scanner hat großen Spaß daran, seine Umgebung neugierig wahrzunehmen und sehr schnell zu entscheiden, aus welchen Optionen er die scheinbar am Besten geeignete auswählt.


    Die Frage, ob man aus dem "Bodenscanner" und dem 180 - Grad-Scanner einen 360 Grad-Scanner machen kann, ist schwer zu beantworten. Es kommt jeweils auf die Altersstufe an und den Grad der Eigenmotivation. So hat es ein besonders ängstlicher Spieler schwer, ein höheres Risiko einzugehen, weshalb er sich an der Außenbahn vermutlich am wohlsten fühlt. Andererseits kann es jedoch auch Spieler geben, die ihre Leistungen überschätzten und in zentralen Aufgaben (bei der 360 Grad-Scannen notwendig ist) immer wieder die gleichen Fehler machen, den Ball dabei schon bei der Annahme verlieren oder einen Fehlpass verurschen, weil sie einfach noch nicht so weit sind!


    Wer ganz unten beim Multitasking anfängt, der wird sich bei den nächsten Schritten, in denen innerhalb der Gruppe leichter haben, in der richtigen Reihenfolge Aufgaben zu erkennen und auszuführen.


    Mache zwar schon viele Jahre "Multitasking"-Übungen, habe jedoch erst vor nicht allzulanger Zeit erfahren, warum sie besonders geeignet sind, jedoch immer auch altersbedingt ihre Grenzen finden. So entwickelt sich der Teil des Gehirns (vordere Stirnlappen), der für den Entscheidungsprozess für die richtige Wahl von Bildern aus dem Lang- und dem Kurzzeitgedächtnis zuständig ist, erst im Alter zwischen 15 und 20 Jahren auf seine volle (doppelte) Größe. Wie dieses biologische Handycap auch Entwicklungsgrenzen setzt, ist eine Überforderung wie Unterforderung im Zeitraum davor jederzeit möglich. Der Trainer braucht zum Erkennen Fachwissen, wie Erfahrung. Dann nahezu alles, was sich positiv kann sich auch negativ auswirken. Habe deshalb in der Anfangsphase auch Fehler gemacht, aus denen ich lernen mußte. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen!

    Ich wüsste jetzt auch nicht was daran schlimm ist, die Jungs dann auch zu fördern. Halb Deutschland schreit doch nach den Talenten, und wenn man sie fördert heißt es , das man nicht Kindgerecht trainieren würde.

    Ich hab mit deiner Aussage ehrlich gesagt ein paar Probleme.


    So früh wie möglich fördern setzt voraus, dass:


    1. alles korrekt vom Trainer an die Kinder vermittelt wird
    Die meisten Trainer im unteren Jugendbereich sind jedoch Laien. Du verlangst etwas von ihnen, was sie gar nicht leisten können! Es kommt nicht so sehr darauf an, wann sie es lernen und wie oft sie es wiederholen, sondern ob sie eine Technik korrekt erlernen und dementsprechend fehlerfrei sicher beherrschen.


    2. ein Grundverständnis von "fordern" und "fördern" beim Trainer vorhanden ist
    Wer mit dem Fernseh-Bild vom Profifussball auf den Platz kommt und das Gesehene auf den Platz an seine Trainingsgruppe übertragen möchte, der mag villeicht im Glauben handeln, er würde bestmöglich "fordern" und weil ja immer irgendwas auch klappt "fördern". Weiß man diese Trainer dann konkret auf Fehler hin, so heißt es lapidar: "ja, aber es muß ja jetzt auch noch nicht klappen!"


    Aber dann ist es reiner Zufall und hat mit gezielter Förderung nichts zu tun!


    Damit kommen wir wieder zum Punkt. Je höher die Anforderungen, je besser muß die Trainerausbildung sein. Du würdest dich ja auch nicht von Jemandem operieren lassen, der sein Wissen vom VHS-Kurs oder aus Wikipedia hat oder?


    Weil wir diese Trainer auch kurzfristig nicht flächendeckend in den unteren Jugendbereich bekommen werden, bleibt nur die Alternative, die Kinder selbst ihren Fussball nach ihren Regeln spielen zu lassen, was in hervorragender Form mit den einfachen Regeln in der Fairplayliga umgesetzt wird. Ich denke auch nicht, dass sich diese Kinder dort weniger anstrengen, weil sie sich auch dort messen wollen.


    Kind- und Altersgerecht könnte also heißen, das Kind in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen? Egal, ob es nur Spaß am Fussball oder später auch Spaß an der eigenen Leistung haben möchte. Ich hoffe, du gestattest mir die kleine Einschränkung, dass das Anforderungsprofil an die jeweiligen Trainer unterschiedlich ist?

    leider ist der leistungsansatz in unserer fußballspassgesellschaft im breiten nachwuchsbreich recht verpöhnt.

    Genau das meinte ich im Thread, aus dem dieses neue neue Thema entstanden ist.


    Wir müssen diese langläufigen Vorurteile überwinden, um uns den Kern von Aussagen zu nähern. Denn die "Preisfrage" hierzu lautet ja, was jeder darunter versteht? Wenn dann von 10 Personen 11 unterschiedliche Antworten kommen, dann muß man versuchen, sich über einen anderen Weg diesem Thema zu nähern.


    @Zodiak und Andre
    Vielleicht schlaft ihr noch ne Nacht drüber, denn es handelt sich hier in der Tat um ein interessantes Thema, welches durchaus theoretische und praktische Ansätze verdient hat.
    So ist mir aufgefallen, das Björn es gern auf den unteren Jugendbereich eingrenzen möchte. Aber was macht denn dann ein Trainer eine "Altherren-Mannschaft"? Auch wird hier davon ausgegangen, dass es immer nur Jungen sind, aber es spielen auch Mädchen in Jungen- oder in Mädchenmannschaften. Wir haben zwar Gleichberechtigung, aber wie sieht es hier mit euren theoretischen und praktischen Ansätzen aus? Kann man die einfach von den Jungen auf den Mädchen, ggf. von Männer auf Frauen kopieren oder muß man hierfür unterschiedliche Rahmenbedingunen finden?

    @Strznievski


    Vielen Dank für den Link zum Beitrag übers Dehnen!


    Ich habe früher kein Training und keine Spielvorbereitung ohne Dehnen gemacht. Durch Beobachtung und eigene Erfahrungen sind sie immer weiter verschwunden, bis ich schließlich gar keine Dehnübungen mehr in meinem Aufwärmprogramm hatte. Jedoch stelle ich es jedem frei, nach der Pulsbeschleunigungsphase (zur Anreicherung des Sauerstoff im Blut) Dehnübungen zu machen. Die Zahl derer, die das dann machen, wird jedoch immer geringer. Denn auch sie merken, dass es keine Verletzungsprophylaxe ist und man dabei unnötige Energie verschwendet, für die es bessere Möglichkeiten in einem interessanten Training gibt.


    Leider läßt sich ein Verletzungsrisiko nie ganz ausschließen. Jedoch kann man durch die Gestaltung seines Trainings das Risiko minimieren.


    So packe ich kurze, intensive Übungen, sowie neue Techniken mit hoher Konzentration gern direkt nach der Aufwärmphase. Danach kommen kommen Übungen und Spielformen zur Verfeinerung bwz. zur Absicherung der zuvor erlernten Fähigkeiten. Schluß wird der Trainingsschwerpunkt anhand von Provokationsregeln kontrolliert.


    Neben einer gewissen Reihenfolge ist die jeweilige Regenerationsphase von hoher Bedeutung. Eine Pause gibt es dann, wenn die Erfolgserlebnisse in der Trainngsgruppe abnehmen. Denn es ist fürs Seblstbewußtsein jedes Einzelnen von Vorteil, wenn er die Übung mit einem Erfolgserlebnis abschließt. Die Länge der Pause hängt vom Ermüdungsgrad ab.

    @thomasg


    Schöne Beispiele, wie ich finde. Denn es geht bei einer guten Einteilung ja immer auch darum, im richtige Maße im Wettbewerb gefordert zu werden. Bei den Jungen mag dies schon allein durch die Zugehörigkeit zur richtigen Staffel und Leistungsliga möglich sein. Bei den Mädchen gestaltet sich dies aufgrund der geringeren Anzahl jedoch weitaus schwieriger. Denn es sind nicht nur die weiteren Fahrten zu den Auswärtsspielen, sondern auch die größere Leistungsstreuung macht Probleme.


    Ein besonders starkes Mädchenteam kann sich sportlich meist besser in einer Jungenstaffel entwickeln, als wenn es sich in einer Mädchenstaffel bei stetig 2-stelligen Ergebnissen langweilt.


    Es gibt allerdings auch Staffelleiter, die sich hier "querstellen" und allerlei Probleme (z.B. getrenntes Umziehen und Duschen), die durch diese "Gemischt-Staffel" aus dem Hut zaubern. Das ist jedoch Unfug, weil dies ja ebenfalls bei "gemischten" Mannschaften ebenfalls auftritt. In Wahrheit wollen manche Vereine, Trainer und Teams nicht riskieren, dass aufgrund ihrer besonders schlechten Jugendarbeit so ein Mädchenteam ihre Jungenmannschaft mit einer Niederlage vom Platz schickt. Falls da also einer "bockig" reagiert, schreibt einfach einen Jungen-Namen mit auf die Spielerliste. Damit wird es zur gemischten Mannschaft. Aus Gründen der Gleichberechtigung kann es nicht verboten werden, dass Mädchen in Jungenteams und Jungen in Mädchenteams mitspielen dürfen.

    Dennoch kann ich die Intension dahinter gut nachvollziehen und sehe das auch ein bisschen als Stilfrage. Björn @Zodiak kann eben lehren und individuell verbessern, er motiviert, feuert an und hält somit die Intensität hoch.
    Man stelle sich diese Übung mal mit einem inkompetenten und/oder ständig kritisierenden Trainer vor...das Chaos und die Lustlosigkeit wären vorprogrammiert.


    Nicht nur dir, sondern auch allen anderen Teilnehmern dieses Threads möchte ich ein besonderes Lob aussprechen. Denn statt, wie häufig schnell rein emothional abzudriften, sich mit gegenseitigen Vorwürfen zu überhäufen, kann man hier erkennen, dass Nachwuchstrainer immer auch ein besonders großes Herz für Kinder haben (müssen)!


    Deine Worte beschreiben den Unterschied zwischen einem Trainer aus Leidenschaft im Unterschied zu einem Trainer, dem Kinder nur Mittel zum Zweck sind, sehr gut!


    Natürlich ist es eine Stilfrage und deshalb gibt es auch immer mehr als eine Antwort, bzw. eine Bandbreite. Hier könnt ihr euch austauschen, bekommt ein Feedback! Jeder kann das für sich mitnehmen, was er brauchen kann. Besser geht es doch gar nicht!

    @teejay


    Gratulation zu so einem tollen Team! Denn auf eine durchschnittliche Trainingsbeteiligung von 87 % über die gesamte Saison bringt es so manch eine Regionalliga-Frauenmannschaft nicht. Selbst bei den "Profis" aus der 2. Bundesliga gilt der Spaßfaktor vor der Professionalität. Erst in der 1. Frauenbundesliga gibt es keine Debatten mehr über die Häufigkeiten und Intensitäten des Trainings.


    Bei euch erklärt die lange, gemeinsame Zeit im Team (vielleicht auch incl. Freundschaften) eure deutlich höhere Beteiligungsquote einigermaßen. Man kennt sich, man versteht sich, hat altersbedingt ähnliche Interessen außerhalb des Fussballs, da will man nicht gerne fehlen, wenn vor- nach und in den kleinen Pausen die Neuigkeiten ausgetauscht werrden.


    Eine Frage tauchte dann doch auf! Ihr seit im Breitenfussball, traut jedoch den Spielerinnen aus dem Nachbarverein nicht zu, auf eurem Niveau zu spielen? Ich verstehe ja, dass man das Heft des Handelns nicht leichtfertig aus der Hand geben will, aber ließe sich nicht auch die Frage der Trainer, die über Spieleinsätze entscheiden, sachlich lösen?


    Ich sehe es ansonsten ähnlich wie du, dass man zwar über eine Spielgemeinschaft reden kann, jedoch zur Erkenntnis gelangt, dass die in einem bereits sehr gut funktionierenden Mädchen- und Frauenverein am besten aufgehoben ist.


    Ich wies bereits darauf hin, dass in einem Verein stets mittel- und langfristige Ziele den Entscheidungsmaßstab bilden sollten. Du schreibst hier von eurem Mädchenbereich mit regelmäßigem Wechsel in den jeweils höheren Bereich. Aufgrund deiner Beschreibungen im Frauenbereich müßten demnach aber mehr Mädchen in den Frauenbereich wechseln als (aufgrund des Altersdurchschnitts) aufhören. Ergo müßtet ihr ohne in überlegen, eine zweite Frauenmannschaft zu gründen. Denn es sollen ja alle Spielerinnen ausreichend Spielgelegenheit finden. Auch das könnte zum Entschluß führen, dass es mit Unterstützung eines Nachbarvereins einfacher werden könnte 2 Teams zu stellen.


    Besonderes Lob verdient euer Engagement für "inaktiv" gewordene Nachwuchsspieler. Denn solange es sich lohnt, miteinander zu reden, sollte man nicht warten, sondern selbst die Initiative ergreifen. Jedoch gibts natürlich auch solche Fälle, in denen das vermeintlich klärende Gepräch nur dazu führt, dass die Intervalle mit Gesprächsbedarf immer kürzer werden. Der eigene Wille des Spielers zur weiteren Teilnahme muß schon noch zu erkennen sein!

    @Dirk


    Erst einmal herzlichen Dank für deinen Beitrag. Ich dachte schon, ich müßte hier allein Überzeugungsarbeit machen!


    Björn stellt in diesem Zusammenhang eine interessante Frage, indem er zur Diskussion stellt, ob "altersgerecht" noch "zeitgemäß" wäre. Ich nehme mal an, dass er damit die Infos des DFB zu den jeweiligen Altersstufen meint?


    Anhand des Beitrags läßt sich schon erkennen, dass Björn auf Basis von Fachwissen sowie akribischer Arbeit Kindern Fähigkeiten vermittelt, die normalerweise erst später erfolgt. Als Legitimation dazu sieht er zum einen den Spaß der Kinder sowie die Anwendbarkeit in den Spielen.


    Daran würde ich die Frage stellen, ob ein Trainer alles (mit den Kindern) machen darf, was möglich ist? Wo gibt es Grenzen, in denen man eingreifen müßte oder ist alles, was kurzfristig erfolgreich ist, erlaubt? Können Kinder dabei zum Spielball besonders ehrgeiziger Trainer werden, die irgenwann nicht mehr erkennen, wann "der Bogen überspannt" ist? Was macht man mit den Kindern, die es weder in der Geschwindigkeit, noch in der Perfektion erlernen?


    In der Talentförderung sowie den NLZ macht man sich permanent Gedanken darüber, wo Leistung allein die Richtung bestimmen soll oder ob der Spieler als Individuum mit Pflichten, aber auch mit Rechten ausgestattet ist. Letzteres ist häufig dann zu fragen, wenn`s an das Aussortieren geht!


    Man ist im modernen Nachwuchsfussball zur Erkenntnis gelangt, dass Ausbidung immer Vorrang vor dem ergebnisorientierten Fussball sein sollte. Jedoch liegt generell keine Widerspruch darin, dass erfogreiche Ausbildung auch erfolgreiche Ergebnisse schafft. Dennoch gibt es genau in dem Punkt, in dem Grenzen zugunsten eines ergebnisorientierten Fussballs verschoben werden (sollen) genau der Punkt, in der die Ausbildung als klares Ziel oberste Priorität genießt!


    Ich hatte an anderer Stelle gesagt, dass man leichter einer Trainingsgruppe von 10-jährigen Talenten beidfüssiges Paßspiel vermitteln könnte als einer durchschnittlichen Senioren-Kreisliga-Mannschaft. Daraus leitet sich ab, dass Ausbildung ein Weg mit bestimmten Zielen verlangt. Es gibt hierbei zwar keine Zeit zu vertrödeln, jedoch auch nicht das Verlangen, die Ziele schon früher zu erreichen.


    So sollte sich jeder Trainer selbst fragen, welche Ziele für ihn wichtig sind? Die Reflektion kann ergeben, dass man eigene Ziele für die Ziele seiner Kinder hält. Denn Kinder sind sehr leicht beieinflußbar. Aber auch ihre erwachsenen Eltern lassen sich manipulieren.


    Ein paar Beispiele gefällig, wie einfach das geht:
    1. Stell dich mitten in der Fußgängerzone auf einen belebten Platz, schau nach oben und zeihe mit einem Finger auf eine bestimmte Stelle. Du wirst schon nach kurzer Zeit feststellen, dass die Personen um dich herum ebenfalls in den Himmel schauen, um dort das zu sehen, worauf du hinweißt - nämlich NICHTS1
    2. Setz dich in eine Versammlung so, dass dich der Redner sieht. Egal, was er sagt, schüttele immer mit dem Kopf. Nach kurzer Zeit wird der Redner immer nervöser, bis er dich schließlich fragt, ob du anderer Meinung bist. Als Antwort könntest du ihm jetzt geben, das der Kragen deines neuen Hemdes sehr unbequem sei.


    Wenn Menschen nicht so leicht manipulierbar wären, so hätte Werbung wenig Sinn! In der von Dirk angesprochenen medialen Welt haben die Kinder nicht wirklich eine Auswahl, ungefilterter "Genuss" führt zur Abhängigkeit und Manipulierbarkeit.


    Wenn man nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein Vorbild für die Kinder sein möchte, dann ergeben sich automatisch Grenzen. Hole die Kinder dort ab, wo sie sich gerade befinden und erlebe mit ihnen Abenteuer im und um den Fussball. Das könnte eine grobe Umschreibung von altersgerecht und modern sein. Aber vermutlich gibt es weitaus bessere Umschreibungen?

    Ja, das Alles habe ich auch so gemacht! Allerdings ist es schon eine ganze Reihe von Jahren her! Ebenfalls im besten Wissen und Gewissen. Na, vielleicht nicht ganz?


    1. Nicht den Kindern, sondern mir war`s zu langweilig!
    2. Ich hab gemeint, dass die Kinder dann alle Gegner besiegen könnten, wenn die Alles schon früher können!


    Ich denke, es gibt Schlimmeres, als mit den Bambini den Übersteiger zu üben! Allerdings könnte es sein, dass die Kids auf dem Dorf doch etwas mehr Bewegung haben und sich von daher etwas leichter tun.


    Vielliecht sind die Kinder ja heutzutage nicht so schreckhaft? Aber ich habe damals einige besonders junge Bambinis schreiend in der Halle gesehen, sobald das Spiel begann und der Lärmpegel anstiegt. Da half nur noch das Kind sofort runter zu holen und eine große Portion von Trost von Mama!


    Selbst nach vielen Jahren Erfahrungen mache ich längst nicht alles so, wie es beim DFB steht. Hängt ja auch immer etwas vom Leistungsstand der Trainngsgruppe ab. Dinge Vorziehen oder Nachholen gehört selbstverständlich dazu! Aber bitte nicht Bambini wie kleine Erwachsene trainieren! Das muß euch doch auch irgendwie einleuchten oder?

    @ankiny


    Ja, insbesondere aktives Dehnen eignet sich gut, um Bewegungsarmut bei Kindern zu bekämpfen. Mit Verletzungsprävention hat es weniger zu tun.
    Früher wurde jedoch angenommen, dass man dadurch Verletzungen vorbeugen könnte! Was für die "Großen" gut war, mußte natürlich auch für die "Kleinen" gut sein.


    Unter dem heutigen "Warmmachen" im Fussball versteht man meist 2 Dinge:


    1. Abschalten vom Alltag und Konzentration auf die kommenden Aufgaben
    2. Zum Trainngsschwerpunkt hinführende Übungen


    Aber bei den Bambini ist das Trollen (oder Toben) nach einer mehr oder weniger langen Autofahrt zum Sportplatz, dem geduldigen Warten, bis die Fussballschuhe geschnürt sind, ausreichend, um genügend Spannung für die gemeinsame Spaßstunde zu erzeugen.



    @Strznievksi


    Nimm´s mir nicht weiter übel. Hin und wieder nehme ich ganz gerne Floskeln auf, um sie ein wenig auf ihren Sinngehalt zu überprüfen. Das hat noch nicht mal was mit dem Land und seinen Menschen zu tun.


    So ist`s ja auch mit dem Fortschritt so eine Sache!


    Wenn man gestern noch vor dem Abgrund stand und heute schon einen Schritt weiter ist, ist dass dann ein guter Fortschritt? Oder sollte man schon begründen können, was den besser ist als vorher?

    @Zodiak


    Das Erkennen der Defizite macht den Unterschied aus.


    Der Trainerlaie erkennt vielleicht noch, was da nicht funktioniert, aber er ist nur selten in der Lage, den Kindern über geeignete (alters- und leistungsgerechte) Übungen und Spielformen die Fähigkeiten zu vermitteln, dass die individuellen Fortschritte sichtbar werden.


    Auch glaubt der Trainerlaie, das ein Hineinrufen nützlich für die Kinder wäre. Aber was nützen Coachingfloseln wie:


    - mehr über die Flügel
    - verteilt euch
    - mehr Angebote
    - einer ran
    - zwei Mann in die Mauer
    - das ist mir zu einfach
    - jetzt pressen
    - einer aushelfen
    - jetzt Torabschluß suchen
    - usw.


    Vermutlich könnte man auch darüber ein Buch schreiben, was da alles so hineingerufen wird, ohne klar zu benennen, welcher Spieler gemeint ist und was er wann wie machen soll?
    Und schon sind wir wieder bei Poldi anbelangt! Der kann vielleicht einen Übersteiger, aber nur mit einem Fuß!

    @anakiny


    Dass man durch Wiederholen und Nachmachen Kindern etwas beibringen kann, hat zunächst einmal noch nichts mit Fussball zu tun.


    Seinen Wert im Fussball erhält es dadurch, dass es als methodische Reihenfolge eine Nachhaltigkeit erlangt. Es ist also nicht von Bedeutung, ob ein Bambini einen Übersteiger kann oder nicht, denn im späteren Verlauf seiner Ausbildung werden ihn seine Kollegen genauso gut oder sogar noch besser hinbekommen! Es ergibt sich weder ein Vor- noch ein Nachteil dadurch, dass man das Erlernen dieser Technik "vorzieht"! Es mag lediglich Laien beeindrucken!


    Ich denke mal, du wirst beim DFB zu den Bambini`s weder den Begriff des Trainings, noch diese Technik finden. Darüberhinaus gibt es umfangreiche Hinweise, warum diese Altersstufe noch nicht für Training geeignet ist.

    @Zodiak


    Als ich noch ein "Heißsporn" war, habe ich auch immer gleich probiert, korrigierend einzugreifen. Mit den Jahren wird man etwas ruhiger und glaubt daran, dass das Training zum Üben und Korrigieren und das Spiel zum Ausprobieren da ist. Wenn`s denn noch nicht so klappt, dann hat das Coaching beim Training den Vorteil, dass man`s sofort mit geeigneten Übungen und Spielformen üben kann, was ja im Wettkampf nicht so unbedingt der Fall ist, weil der Gegner hier nicht immer "mitspielt"!


    Die Trennung zwischen Spiel und Training hat geholfen, die Gedanken zunächst in neutraler Athmospähre zu sortieren, um sie dann präszise dosiert beim nächsten Training einzusetzen.


    Wenn`s was wichtiges gibt, kann man`s in der Halbzeitpause loswerden. Ansonsten ist`s ja nicht nur für die Spieler, sondern auch für den Trainer ein permanenter Lernprozeß, bei dem einiges schon einen Tag später in einem anderen Lichte erscheint, als noch im persönlich empfundenen Leistungsdruck während eines Wettkampfspiels.


    Ne kurze Notiz reicht da meist schon, um fürs nächste Training etwas geeignetes dafür heraus zu suchen. Denn man muß nicht glauben, dass man im Spiel etwas erwarten darf, was man nicht vorher intensiv trainiert hat! Wenn etwas darüber hinaus geschieht, dass ist es eher Zufall bzw. individuelle Kreativität, die jedoch ohne wiederholene Absicherung im Training nicht zu einer Fähigkeit wird.

    @Follkao


    Das konnte Robben auch schon vorher. Irgendwann hatten sich halt alle Gegenspieler inder Bundesliga darauf eingeschossen, dass er gern nach innen zieht und dort auch torgefährlich ist. Deshalb lassen sie ihm die Außenbahn frei. Denn da kann er nur flanken! Ein weiteres Problem machen Robbens Füße, wenn er ein Dribbling verloren hat. Dann wollen sie einfach nicht richtig nachsetzen! :thumbup:


    @Zodiak
    Auszeit beim Fußball, um die Fehler der Spieler coachend zu korrigieren? Willst du denn am Wochenende gar nicht mehr nach Hause? :thumbup:


    @Andre
    Wenn man gleichzeitig die 4 Sekunden-Regel (in der ein ruhender Ball gespielt werden muß) einführt, dann könnte man durchaus über eine 1-minütige Mannschaftsauszeit reden! Echt gute Idee, den "modernen Fussball" mal nach ein paar Alten Zöpfen zu durchforsten, um ihn noch dynamischer und interessanter zu machen! So könnte man Denjenigen, der den Ball ins Aus schießt, damit bestrafen, dass er ihn wiederholen muß, während die Anderen schon mit einem anderen Ball weiterspielen, usw.?

    @Strznievksi


    Ich kann dir durchaus folgen, dass es auch in den Bambini`s Unterschiede gibt. Ob sie jedoch so gewaltig sind, hängt immer vom Blick des Betrachters ab. Insbesondere auch davon, welche Trainerstationen als Erfahrungsschatz dabei zugrunde gelegt werden?


    Mal davon abgesehen, ob es sinnvoll ist, mit 4-Jährigen unter den Bedingungen des Vereinssports (wo die "Großen" gleich nebenan spielen und Krach machen) zu arbeiten?


    Weil es ja mindestens einen wichtigen Grund geben sollte, warum man vom DFB-Konzept abweicht und statt kleine Spiele mit und ohne Ball berits komplexe Bewegungsabläufe (wie einen Übersteiger) trainieren möchte? Glaubst du, dass die das nicht in späteren Jahren, wenn sie bereits gelernt haben, wie man den Ball eng am Fuß dribbelt, ihn präzise paßt, usw. hinbekommen?


    Ich wäre nicht auf diese Idee gekommen! Was sind deine Erfahrungen, diese Technik bei den Bambini`s vermitteln zu wollen? Du hast mich sehr neugierig gemacht!

    @Nela


    Ja, es kommt auch vor, dass es mit wenigen Spielerinnen gut geht, wenn es sich um ein Team handelt, die sich schon länger kennen und wo aller miteinander mehr oder weniger befreundet sind, sodass man sich 100 % -ig aufeinander verlassen kann.
    Jedoch ist ein "gemischtes Team" aus jüngeren und älteren Spielerinnen, aus welchen, für die der Fussball alles ist und für die der Fussball nur dann infrage kommt, wenn sonst gerade nichts läuft, im Breitensport nach meinen Erfahrungen die Mehrheit.


    Auch ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass bei einem größeren Kader (sollten wirklich die meisten regelmäßig zum Trainng und den Spielen erscheinen), die Gründung einer 2. Damenmannschaft einen großen Vorteil bietet. Denn dann muß man nicht bei kurzfristigen Problemen den Frauenfussball im Verein abmelden, sondern kann Ersatz aus der 2. Damenmannschaft bekommen. Je nach Kadergröße bietet sich her auch ein 9-er Team an. Ob regelmäßig B-Juniorinnen nachrücken, das hängt von diversen Faktoren ab, wie:
    - wie ist der Altersdurckschnitt (bei Endzwanzigern will keine 16-Jährige spielen)
    - wie ist das Leistungsniveau (kann die B-Juniorin sportlich mithalten)
    - wie sind die schulischen, beruflichen Ziele (lwie äßt sich Schule und Beruf mit dem Fussball vereinbaren)
    - Verhaltnis zum/zur Trainerin (stimmt die Chemie zwischen Trainer und den B-Juniorinnen)
    - Freundin hört auf, weshalb man selbst auch aufhört


    Deshalb darf man nicht automatisch davon ausgehen, dass die B-Juniorinnen einfach mal so in den Frauenfussball nachrücken.


    Andererseits können Spieler aus anderen Vereinen, bei denen die Chemie nicht stimmt, ganz schnell Unruhe stiften und so das Team in 2 Lager spalten, wenn man nicht rechtzeitig die Reißleine zieht.


    Es ist aufgrund der vielen individuellen Unterschiede sehr schwer, allgemeingültige Regeln zu finden, wie man eine Fusion gestaltet! Man muß abwägen, was wichtig erscheint. Allerdings überwiegen meist die positiven Merkmale für die Bidlung einer Spielgemeinschaft, weil es weitaus weniger Frauen gibt, die Fussballspielen!

    @teejay


    Eure Mannschaft scheint wohl die absolute Ausnahme im Frauenfussball zu sein? Für ein Seniorenteam im Breitensport wäre die genannte Kadergröße sicherlich zu groß, aber für ein Frauenteam eine eher normale Kadergröße in der Startphase. Denn hier gilt es für den Trainer ein wenig anders zu planen, als in einem Seniorenteam.



    In einem "normalen Frauenteam im Breitensport" kann man die Spielerinnen in 3 Kategorien unterteilen:


    1. Kategorie A: zuverlässige Spielerinnen (ca. 30 %)
    Das ist die Spieler, die nur bei wichtigem Grund (wirklich krank, ernsthaft verletzt, dringende Abwesenheit wegen Schule, Beruf, Familie) fehlen und ansonsten immer beim Trainng und den Spielen sind.


    2. Kategrorie B: teilweise zuverlässige Spielerinnen (ca. 30 %)
    Die Entscheidung zur Teilnahme am Training und den Spielen hängt davon ab, ob auch die Freundin/nen dabei sind. Das Wetter oder alternative Events, sowie gerade kein Bock auf Training können ebenfalls Entscheidungsfaktoreen sein. Sportlicher Erfolg der Mannschaft oder Verpflichtung durch Zusage für eine Saison sind für diesen Typ von Spielerin Fremdwörter. Denn eigene Interesse liegt stehts weit über dem der Mannschaft. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass man in der Halbzeitpause bei einem deutlichen Spielrückstand unter dem Vorwand geht, man müsse sofort Dringendes erledigen. Ein Teil aus dieser Gruppe wechselt den Verein, weil es woanders viel toller ist und weil ja die anderen Spielerinnen und der Trainer die eigenen Leistungen nicht richtig zu würdigen wissen. Die Beteiligung bei den Spielen ist allerdings höher als beim Training. Das kann dann leicht zu Zoff führen, wenn andere Spielerinnen mit mehr Trainingsbeteiligung dafür auf der Reservebank sitzen, weil die Trainerentscheidung nach individueller Spielerleistung erfolgt. (Als Trainer heißt das: du hast zwar verloren, aber trotzdem alles richtig gemacht, weil du schlechtere Spielerinnen mit häufigerer Trainingsbeteiligung hast spielen lassen.)


    3. Kategorie C: unzuverlässige Spielerinnen (ca. 30 %)
    Diese Gruppe besteht aus Spielerinnen, die sich heute für den Fussball und morgen für etwas Anderes begeistern können. Zunächst kommen noch Absagen mit irgendwelchen Ausreden, dann gibts Pauschalabsagen. Die Teilnahmefrequenzen werden immer länger. Ihre Einsätze sind für einen Trainer nicht planbar. Ca. 2/3 aus dieser Gruppe hört schon zur Hinserie hin auf.


    Fazit:
    1. Ein Überangebot an Spielerinnen hat man lediglich in der Saisonvorbereitung und den ersten Spielen.
    2. Danach stellt sich die Mannschaft von ganz allein auf, weil Spielerinnen der Kategorie 2 und 3 nicht regelmäßig und planbar zur Verfügung stehen.


    Die Trainngsbeteiligung ist selbst bei einem Frauenteam im oberen Amateurbereich durchschnittlich nur zwischen 50 - 60 %. Im Breitensport ist die Trainingsbeteiligung zum Ende der Hin- und Rückserie im Schnitt mal gerade bei ca. 30 %. Neben den Launen (von 0 auf 100 in 1,5 Sekunden) ist der Mangel an regelmäßiger Teilnahme beim Training und den Spielen der Hauptgrund, warum auch die Fluktuation bei den Trainern höher ist.


    Das Problem, dass in vielen Vereinen der Frauenfussball lediglich geduldet wird, ist nicht neu! Für den überwiegenden Teil gibt es Vorurteile (z.B. Frauen können nicht Fussball spielen), die nur langsam überwunden werden. Für einen kleineren Teil (siehe Kategorie 2 und 3) sind jedoch die Frauen selbst verantwortlich. Denn ein Verein mit mittel- und langfristigen Zielen will sich nicht gern mit kurzfristigen Zickereien beschäftigen, häufigere Trainerwechsel verkraften und zahlt ungern Strafe wegen Nichtantreten und vorzeitiger Abmeldung!


    Bitte erzähle uns doch, wie die Verhandlungen mit dem anderen Verein gelaufen sind und wie ihr die Hinrunde absolviert habt? Ich denke, es gibt hier eine Reihe von Mädchen- und Frauentrainer, die von euren Erfahrungen profitieren können.

    @hinkebein


    Technik-Parcours für Bambini? Bei welcher Trainerausbildung hast du das denn gelernt?


    Es macht durchaus auch Sinn eine gewisse Reihenfolge in der Technikausbildung einzuhalten. Kannst du dir vorstellen, dass es noch vor dem Übersteiger ein paar Übungen gibt, die den Kids Spaß machen, weil sie ihn weder unter- noch überfordern?


    Vielleicht sollte Zodiak noch ein paar Infos über den Weg hin zu solchen Übungen geben. Sonst könnte der ein- oder andere Trainer erst verzweifelt und schließlich gefrustet sein, weil seine Trainingsgruppe das einfach nicht so toll hinbekommt, wie im Video zu sehen?