Beiträge von TW-Trainer

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    @Dornpunzel


    Eigentlich hast du dir deine Antwort schon selbst gegeben. Dein Sohn fühlt sich im Heimatverein wohl, hat dort einen engagierten Trainer und kann darüber hinaus auch am Training der D-Jugend teilnehmen.


    Es gibt nur sehr selten Fälle, in denen ein Wechsel vor der C-Jugend lohnt. Dass hat auch nichts damit zu tun, dass dein Sohn bei der Sichtung (noch) nicht positiv aufgefallen ist, sondern seine soziale Umgebung zum Kompetenzgewinn notwendig ist. Denn die wenigsten, die zu früh aus der gewohnten Umgebung herausgerissen und einem permanent hohen Leistungsdruck ausgesetzt werden, verlieren nicht irgendwann den Spaß am Fussball.


    Fussball lernt man nicht allein durch 2 oder 3 x Training plus Spiel, sondern in jeder freien Minute, weil bzw. wenn es denn Spaß macht.


    Du wirst hierzu sicherlich auch andere Meinungen (danke Oliver für deinen Hinweis) dazu finden. Also bilde dir selbst ein Urteil!

    @tobn und karl


    Super Beiträge von euch!


    Natürlich bringt die "Transfer-Geld-Tauscherei nichts, besonders wenn es um eine Rückkehr in den Heimatverein geht! Denn das Alles wird über die Köpfe der Hobby-Spieler ausgetragen, von denen so gut wie nie irgendjemand Profi (dorthin mag es Sinn haben) werden wird.


    Schaut man einmal etwas genauer bei den Kosten von Kindern nach, dann wird man bald darauf kommen, dass in den allermeisten Vereinen derlei Kosten gar nicht entstehen. Sonst könnte man dort ja gar nicht so niedrige Jahres-Mitgliedsbeiträge veranschlagen. Denn wenn die Trainer meist kostenlos arbeiten, die Kommunen mitgliederabhängige Beiträge zahlen, Sponsoren für Bandenwerbung sowie Förderclubs pauschale Beiträge zahlen, dann bleibt als der große Etat-Schlucker meist nur die 1. Seniorenmannschaft.


    Dort, wo man partnerschaftlich miteinander umgeht, kann man planen! Wo weniger sorgfältig gearbeitet wird, kommt es für die Hobby-Fussballspieler zur Alternative: Aufhören oder Verein wechseln. Man hat m.E. viel zu lange geglaubt, der Fussball an sich sei schon interessant genug, um junge Menschen dauerhaft an die Vereine zu binden. Aber Fussball wird von Menschen gespielt, die sich nicht auf ihre fussballspezifischen Fähikgeiten reduzieren lassen wollen!


    Ich weiß nicht, wie es euch geht? Aber wenn ich so Meinung lese wie: ... die halbe Mannschaft ist talentfrei ...dem Spieler X hab ich aber gegeben ...", dann habe ich das Gefühl, dass sich jemand eine Meinung anmaßt, die ihm überhaupt nicht zusteht, da es sich hier um Hobbytrainer mit Hobbyspielern handelt. Man muß nicht 11 Freunde sein, aber es verdient jeder den Respekt, den man auch für sich in Anspruch nimmt!

    @Else


    Wie ich feststelle, hast du das Urteil des Zivilgerichts sehr gut verstanden. Denn ist in der Tat so, dass man nicht zwangsläufig Beschwerde im Sportgerichtsverfahren, sondern dann beim ordentlichen Gericht einlegen kann, wenn gegen geltendes Recht verstoßen wurde.


    Hier waren eindeutig Fachanwälte für den Kläger (SV Wilhelmshaven) am Werk im Gegensatz zu Wenigsen.


    @tobn
    Ja, du hast es schon so richtig verstanden! Gestaffelte Pauschalen verstoßen deshalb gegen geltendes Recht, weil nur im jeweiligen Einzelfall tatsächliche Ausbildungskosten geltend gemacht werden können. Konsequenz dieses Urteils war ja, dass Read Madrid die lt. Staffelung zu zahlenden Beträge an die Jugendvereine von Toni Kroos (Hansa Rostock, Greifswalder FC) zunächst einmal nicht gezahlt hat.


    Ferner wird der SV Wilhelmshaven alle nachweisbaren Kosten durch Punktabzug und Zwangsabstieg gegenüber den Verbänden geltend machen können, da sie mit ihren Pauschalregelungen gegen geltendes Recht verstoßen haben. Hier haben ganz eindeutig die Juziziare des DFB gepennt. Man erkennt es auch daran, dass der DFB keine Berufung gegen das OLG-Urteil eingelegt hat.


    Wichtigste Erkenntnis ist jedoch, dass eine Privatperson im Mittelpunkt der Klage stehen muß! Dann kann die pauschale Transfer- und Sperr-Regelung gekippt werden. Aber das hat Else schon richtig erkannt!


    Man kann zwar die Frage stellen, ob die Regelung, die eigentlich die kleinen Vereine schützen sollte, vernünftig ist? Weil sie jedoch lediglich eine Kannbedingung ist und kein abgebender Verein dazu verpflichtet ist, ein Transfer oder eine Sperre zu ergeben, ist dies ein Zeichen dafür, dass das die Urheber der Regel selbst gar nicht daran glaubten, damit sämtliche Streitigkeiten aus dem Wege räumen zu können.


    Leidtragende dieser Regel sind deshalb die Spieler, wenn sie das Pech haben, dass man sie zwingen will, ihr Hobby nicht unter besseren Bedingungen im neuen Verein ausüben zu dürfen!


    Ohnehin passt sie nicht in einen Amateursport, in der nicht der Kommerz, sondern der Spaß am Fussball an oberster Stelle stehen sollte. Wenn ein Verein keine anderen Möglichkeiten sieht, seine sportlichen Ziele zu erreichen, als Spieler mit Sprerre und dem "Loskaufen" zu drohen, dann sollte es sich auch fragen, ob es selbst Verursacher des Wechselwunsches ist. Denn jemand, der sich im Heimatverein wohlfühlt, der will nicht so schnell wechseln! Aber wie viele Wechsel gibt es heutzutage innerhalb der Ligen oder bei einer Liga Unterschied? Das müßte alles nicht sein oder?

    @Else


    Mensch, du hast ja richtig Ahnung vom Recht. Viele Laien mißverstehen das Recht als Form von Gerechtigkeit. Dabei ist es lediglich die praktische Anwendung von Gesetzen.


    Wenn du schon mal dabei bist, dir das Gerichtsurteil aus Wennigsen zu holen (da war lediglich der Antrag falsch, weshalb es vom BGH abgelehnt wurde, weshalb ich dir einen Fachanwalt empfohlen habe), dann hol dir gleich auch das Gerichtsurteil vom Oberlandesgericht Bremen und am besten auch gleich den Fachanwalt!


    Dieses Urteil wird ebenfalls noch weitreichende Konsequenzen haben, denn das Gericht stellte hier fest, dass nur tatsächlich im Einzelfall nachgewiesene Ausbildungskosten geltend gemacht werden könnten. Die Einigung der nationalen und internationalen Verbände auf irgendwelche Ausbildungspauschalen erklärte es für Null und Nichtig.


    Dem aufnehmenden Verein, der als Konsequenz einer Nichtzahlung von Ausbildungsentschädigung für Jugendliche zunächst eine Strafe, dann Punktabzug und schließlich der Zwangsabstieg erklärt wurde, wird Forderungen in 6-stelliger Höhe aufgrund von Finanzausfällen an den DFB stellen können.


    Fazit: Regelungen von Verbänden, bzw. Urteile von Sportgerichten sind rechtsunwirksam, wenn sie gegen nationales oder ggf. internationales Recht verstoßen.


    Natürlich weiß man nie, wie ein Gericht urteilt, aber ich sehe hier durchaus Chancen auf Erfolg. denn:
    1. Die Regelung von Transfer (als Pauschale) wurde bereits vom OLG Bremen für nichtig erklärt, weil nur tatsächlich und im Einzelfall nachgewiesene Kosten als Basis genommen werden dürfen.
    2. Pflichtverletzung des Vereins: Vermutlich aus gängiger Praxis die Eltern des minderjährigen Kindes beim Vereinseintritt nicht auf die Sperrung im Fall eines Vereinswechsels aufmerksam gemacht wurden.
    3. Recht des Vereinsmitglieds auf aktive Teilnahme. Sofern die Mannschaft am Punktspielbetrieb teilnimmt, kann kein Spieler grundsätzlich davon ausgeschlossen werden. Es sei denn, es steht etwas Anderes
    in der Satzung. Die müßte dann jedoch ebenfalls mit dem Vereinseintritt, bzw. nach jeder Änderung an den rechtlichen Vertreter eines Minderjährigen zeitnah in geeigneter Weise ausgehändigt werden.

    @Stannis74


    An den Übungen hat jeder Athletiktrainer seine Freude. Für mich ist da ein bißchen zu wenig Fussball drin! Aber das kommt bestimmt im weiteren Verlauf der Vorbereitung oder?


    Hab mal eine Frage. Kommen alle B- und A-Jugend-Spieler aus eurer C-Jugend oder auch aus anderen Vereinen? Gibt es Kooperationen mit anderen Vereinen oder verlassen euch die noch nicht für die nächsthöhere Altersklasse für immer?


    Zwar verzichten mitlerweile eine Reihe von Leistungsvereinen auf eine U 18, aber bereits in der B-Jugend nur auf 1 Team zu setzen, ist schon außergewöhnlich!

    @Else Tetzlaff


    Das Bosman-Urteil habe ich nur aufgrund seiner Sog-Wirkung innerhalb des Fussballs angeführt. Eine ähnliche Wirkung könnte erzielt werden, wenn ein ordentliches Gericht die Sperr- und Transferregelungen kippt. Übrigens hat es bereits Fälle gegeben, in denen das Gericht nur für wenige Minuten erzwungenen Aufenthalt eine Nötigung sah!


    Bei einem ordentlichen Gericht gelten jedoch andere Maßstäbe als bei Sportgerichten, denn:
    - was ein Verein als durchaus zumutbar in der Feizeitgestaltung ansieht, ist ebenfalls nicht Streitpunkt in einem Zivilprozess. Hier ist der Einzelfall zu prüfen, wobei Grundrechte immer oberste Priorität besitzen.
    - ob ein Verein glaubt, er müßte ein neues Mitglied nicht über die Sperr- und Transferregelung aufklären, mag fürs Sportgericht unerheblich sein, ist jedoch beim ordentlichen Gericht ein Entscheidungsfaktor


    Man wird im Sportgericht seine bürgerlichen Rechte wohl kaum gegenüber Vereinsrecht verteidigen können, sehr wohl ist dies jedoch in einem ordentlichen Gericht möglich.

    Hallo Else,


    also so ganz verstehe ich das nicht? Wenn der 14-Jährige bereits seinen Spielerpaß bei der Abmeldung übergeben bekommen hat, dann ist dort auf der Rückseite auch ein Freigabe-Vermerk. Der kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, egal ob danach irendwelche Spieler den Verein wechseln.


    Nimm dir einen Fachanwalt und lass über ihn Klage beim zuständigen Amtsgericht einreichen. Denn hier wird gleich gegen mehrere Paragraphen verstoßen. Erstens haben auch Vereine neue Mitglieder über Rechte und Pflichten aufzuklären. Sind die Eltern nicht darüber aufgeklärt worden, dass ihr Kind nicht ohne weiteres in einen anderen Verein wechseln kann, darf es nicht gesperrt werden.


    Ferner ist gegen das Grundrecht auf Freizgügigkeit, hier: auf freie Ortswahl der Freizeit-Gestaltung verstoßen worden.


    Ein Urteil eines Zivilgerichts ist für alle Organe des Sports bindend. (siehe Bosman-Urteil)


    Viel Erfolg!

    @Nela
    Was die Flüchtlingsintegration und damit auch die Aufnahme in Sportvereine anbelangt, verhalten sich die Kommunen sehr vorbildlich. D.h. sie übernehmen im Regelfall die Kosten.


    Kostenlose, ehrenamtliche Trainer gibt es vielfach im unteren Jugendbereich, im oberen Jugendbereich werden sie hingegen immer seltener, weil dort auch der Zeitaufwand teilweise genauso groß ich wie im Seniorenbereich. Die Tendenz geht jedoch immer weiter in die Richtung, dass man ohne die Erstattung privater Kosten trotz weniger Kinder pro Jahrgang nicht mehr ausreichend geeignete Trainer bekommt. Diese Situation wäre sicherlich noch eine andere, wenn nicht gleichzeitig durch die Bezahlung von Söldnern und Trainer-Honoraren für alle sichtbar demonstriert wird, dass das Geld zwar vorhanden wäre, aber die Jugendarbeit eben nicht so viel taugt, als das man Geld auch dafür ausgeben möchte. Würden im Amateursport wieder alle kostenlos mitwirken, wäre dieses Thema vermutlich gar nicht in der Härte aufgekommen? Aber man wird diese Uhr wohl kaum noch zurück drehen können.


    Jedoch drängt mancherorts der Reformdruck, weil aus anderen Gründen der Fussball dort nicht mehr die liebste Freizeitbeschäftigung geblieben ist. Dabei gehts weniger darum, dass Verein A besser ist als der Verein B, sondern vielmehr darum, dass aufgrund anderer ehrenamtlicher Freizeitaktivitäten gar nicht mehr so viel Zeit für den Fusssball bleibt. Hierbei wird "mit den Füßen" entschieden, was gerade am meisten Bock macht, bzw. wo die besten Freunde sich gerade aufhalten.

    Die (Fussball)welt ist so, wie man sie wahrnimmt


    Ich hab mich zwar zuerst gefragt, warum @Gringo als weitere Informationen über sich "Personalcoach" und "Motivator" als Antwort auf @andre`s Beitrag geschrieben hat, aber manchmal muß man die "Kanone" halt auspacken, wenn sich selbst einer auf seine Fragen auch noch die Antworten gibt.


    Aber Gringo hat recht, dass die Gefahr von Statistiken darin liegt, etwas zu verallgemeinern. Aber was kann man mit einer Statistik anfangen, die die eigenen Erfahrungen im privaten Umfeld nicht wiederspiegeln? Gar nichts, bis auf den Hinweis, wie es woanders läuft.


    Mich erinnern die Berichte übers Vereinssterben an das "Kneipensterben" nach dem Wechsel von DM auf Euro oder auch wirtschaftliche Entwicklungen in anderen Bereichen! Natürlich ist jeglicher Rückgang von Angeboten zunächst einmal neativ. Aber es steckt immer auch eine Chance darin, seine Prozesse zu überprüfen und so umzugestalten, dass Angebot und Nachfrage opimiert werden. Wer das nicht macht und ledigich Antworten aus früheren Jahrzehnten in der Tasche hat, der wird auf der Strecke bleiben.


    Fragt euch einfach mal, warum die Tradition an Bedeutung verliert und durch andere Ideale ersetzt werden?


    Ähnlich wie @BicMacWilli habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass die Reizüberflutung mit Freiheitangeboten derart groß geworden ist, als das der Fussball längst nicht mehr die "2-schönste Nebensache der Welt" ist, sondern der Rang unter den Top 10 durchaus starken Schwankungen unterliegt. Weder der DFB, noch die Verbände kümmern sich um die Basis, weil auch dort Sponsoren Einfluß auf deren Entscheidungsrahmen vorgeben.


    Was wie immer bleibt ist, seine eigene Umgebung so mitzugestalten, wie man es selbst für wünschenswert hält. Wenn es gut oder sogar besser ist als das der Konkurrenz, besteht sogar die Chance, dass man das Gute andernorts übernimmt.

    @Benjamin


    Ich finde es eine prima Idee, die Jungs auf diese Weise "ins Spiel" zu bringen.


    Auf dem Platz kannst du nur durch längere Beobachtungen entdecken, was jemand zufällig richtig oder falsch gemacht hat. In der Taktik-Theorie kann jeder erzählen, was er meint und du bekommst gleich ein gutes Gespür dafür, wo es noch hakt!


    Dein Thema lautet: "taktischen Spielaufbau" Dazu würde ich evl. noch ein paar Infos geben.
    1. Mannschaftssystem
    2. Spielsituation (Vorsprung verteidigen = nur sichere Pässe, Spiel umbiegen = schnelle Pässe mit höherem Risiko)
    2. Ruhender Ball (vom Keeper) wie sollen sich AV und IV lösen
    2.a. 6-er als Anspielstationen bzw. Doppelpaßpartner
    3. Balleroberung im eigenen Drittel und Umschaltlauf- bzw. Paßwege


    Da dürfte es an Wissen bei deinen Spielern schon "sprudeln" oder?


    Wichtig ist, nicht sofort zu korrigieren, sondern durch geschickte Fragen die Jungs dahin zu bringen, dass sie von allein darauf kommen, was wann Sinn macht!


    Viel Spaß dabei!


    Würde mich freuen, wenn du mal daraüber berichtest, wie es so geklappt hat!

    @Mir nicht ganz!


    Eine Akademie zur Wissensbündelung macht durchaus Sinn. Über eine gerechte Lastenverteilung der Kosten mag man durchaus streiten.


    In wieweit eine Sponsorenunterstützung erwünscht ist, hängt davon ab, welche Zugeständnisse gemacht werden können. Denn Sponsorengelder können den Reaktisierungszeitraum verkürzen. Jedoch ist eine professionelle Sponsorenpflege unerlässlich.


    Dies ist nicht mit dem zu vergleichen, wass man vielfach bei den Amateurvereinen vorfindet, in denen der Hauptsponsor gleichzeitig die Autorität über wesentliche Vereinsentscheidungen erhalt, den die Mitgliederversammlung lediglich abzusegnen hat.


    Insofern sehe ich im Beitrag neben guten Kritiken auch Ansätze, in denen man den populistischen Hintergrund vermutet, die gewünschte Aussagekraft zu verstärken.

    Es läuft alles ohne Druck, Zwang oder Angst ab - jeder kann und darf Fehler/Bewegungserfahrungen machen. Das Coaching ist unabhängig von Situation, Spielstand, etc. immer positiv.

    Hinzufügen sollte man vielleicht noch, dass nicht nur von den Vereinsverantwortlichen, sondern auch von den Eltern kein Druck ausgeübt werden sollte.


    Denn nur dann, wenn das Kind seinen eigenen, freien Willen im Spiel erleben kann, wird es sich darauf mit Freude und besonderer Nachhaltigkeit darauf einlassen. Allerdings ist es in dieser Altersphase jederzeit stark beeinflußbar, weshalb sie das Bild beim Trainerwechsel oder geänderter Einstellung der Eltern noch leicht verändern kann.

    Ach, die wollen doch alle nur Spielen! Warum soll das bei Bayern anders sein?


    Als man nicht mehr an "Pep" als neuen Trainer vorbei kam, hat sich Ulli gesagt, dass ist mir ned Wursch, da geh ich gleich lieber in Knast. Irgendwas wir mer do scho noch einfallen. Franz sagte sich jedoch, schaun mer moah. Solang der die Sektretärin nich anfingert, solls mer egoal sann!


    Schweini sagte sich: ih brauch schon a bisset mehr Freigang als wie der Ulli und der Franz. Da geh id doch besser gleich zu der a bekloppten Inselaffen!


    Auf die anderen Idole braucht man auch nicht mehr lange warten. Phillip will sein Arsenal an Raketenstöcke, die er jedes mal zum Neujahr zusammen mit den gleichgroßen Jungs aus der Nachbarschaft sammelt, gleich mit nach Arsenal bringen und Thomas Müller will den Schottinnen das zünftige Dirndl verkaufen, damit nicht immer nur die Buarn nix druntertragn!


    Der Einzige, der da gar keinen Spaß versteht ist der Sammer, dieser Meckerfritze! Aber irgendwas läßt sich für den auch noch finden!

    @Karl


    Sehr viel von dem, was du schreibst, sehe ich genauso.


    Dennoch vergessen wir unseren eigenen Trainerweg viel zu leicht und sehen die heutigen Maßstäbe als Selbstverständlichkeit an. Deshalb wundern wir uns über neue Trainer, die sich hier im Forum melden und deren Beiträge uns zunächst befremden.


    Bestes Beispiel dafür ist deine Erkenntnis, aus heutiger Sicht nicht mehr als G-Jugend-Trainer an einem Punktspielbetrieb teilzunehmen, weil du zu der Einsicht gelangt bist, dass diese Form des Wettkampfs für diese Altersgruppe noch keinen Sinn macht.


    Aber genau so, wie wir uns mit dem Start ins Vereinsleben als Spieler oder Trainer beschäftigen, sollte man gelegentlich mit etwas Distanz zur akutellen Aufgabe nicht dem unnachgefragten Selbstverständlichen beschäftigen? Dabei erachte ich es als falsch, einen neuen Gedanken gleich mit der Begründung zur Seite zu schieben, dass man ja nicht alles, was Möglich ist, gleich machen sollte. Wäre es nicht das ureigene Verlangen, etwas Neues auszuprobieren, dann wäre das Rad bis heute noch nicht erfunden worden. Oder mal ganz praktisch gedacht: warum muß man bereits zu einem bestimmten Alter in den Vereinsfussball einsteigen? Warum soll irgendein Zug abgefahren sein, weil man noch nicht mit einem bestimmten Alter auf einen Erfahrungsschatz zurück greifen kann?


    Speziell möchte ich dabei ein Projekt beschreiben, in der einzelne Personen, die erst später in den Vereinsfussball eingestiegen sind, im Rahmen eines "Crash-Kurses" in wesentlich kürzerer Zeit Fähigkeiten erwerben konnten. Aufgrund der "Unverfälschtheit" unterschiedlichster Trainer mit ureigenen Ansichten mußte man gar keine antrainierten Fehler korrigieren, was den Lernweg deutlich vereinfachte.


    Was ich damit sagen will ist, wir sind es gewohnt, in bestimmten Maßstäben Dritter zu denken, die wir nicht großartig hinterfragen. Erst durch genaueres Beobachten entstehen in einer Istanalyse Lücken in der Kausalität der Aussagen. Selbst, wenn die Anfänge solcher Veränderungen holprig sein mögen, lohnen sich doch einer näheren Betrachtung, um einen Wandel zu erkennen.


    Denn gibt es wirklich Naturgesetze im Fussball oder bilden wir sie uns nur ein?

    @tobn


    Das von dir eingefügte Zitat ist schon mal ein guter Einstieg. Allerdings spiegelt es lediglich den Bereich des obersten Fussball-Ligabereichs wieder, denn die Bundesliga gab es noch nicht.


    In den Städten bildeten sich bereits Ende der 40-er Jahre erste Interessensgemeinschaften, jedoch war das Fussballspiel seinerzeit durch die Besatzungsmächte strengstens limitiert. So sah man die Ansammlung von Zuschauern zwecks weiteren nationalsozialistischem Gedankenaustausch als kritisch an. Bereits vorhandene Plätze wurden ebenfalls anderweitig genutzt, sodass in Eigenregie zunächst einmal Äcker oder Wiesen in notdürftige Fussballplätze umgewandelt werden mußten. Tricots gabs damals nicht von der Stange! Auch die mußten in Eigenregie bzw. auf Eigenkosten gefertigt werden. Die fast knielangen Hosen kamen später wieder in Mode. Die Tricot-Oberteile blieben jedoch Zeitzeugen. Die Schienbeinschoner waren ebenfalls noch eine Seltenheit. Dafür gab´s aber Fussballschuhe mit Stahlkappe und Eisenstollen. Der Torwart hatte normalerweise keine Handschuhe an.


    Die TW-Handschuhe waren auch noch gar nicht erfunden. Wenn Handschuhe getragen wurden, dann ganz normale dunkle Lederhandschuhe. Die Torwartkappe (Schirmmütze aus Leder) wurde seinerzeit besonders gerne getragen.


    Trainiert wurde in den Abendstunden, solange es noch hell war! Denn Flutlicht gabs nicht. Dazu trug man kurze Hosen und sofern es nicht arg kalt war, Unterhemden. Die Unterhemden gabs seinerzeit noch mit kurzen und langen Ärmeln. Umkleide- oder Waschmöglichkeiten gab es nicht. Bei den Spielen hatte man hingegen manchmal das Glück, dass man sich in naheglegenen Gaststätten umkleiden oder Hände und Gesicht waschen durfte.


    Der Trainer galt zwar als Autorität, jedoch gehörte er zur fest verschworenen Einheit der "11 Freunde" hinzu. Das Teamoberhaupt trug, wenn irgend möglich, ebenfalls einen Sportanzug. Dieser bestand aus einem Einteiler, der entweder mit Knöpfen oder mit Reißverschluß nach oben hin geschlossen werden konnte. Wenn er eine liebe Ehefrau hatte, dann durfte er seinen Sportanzug mit einem Vereinswappen zieren.


    Der Fussball war damals aus braunem Leder. Die Nähte waren handgefertigt, hielten deshalb häufigen Einsatz auf nassem Untergrund kaum stand. Bevor jedoch ein solcher Fussball weggeworfen wurde, wurde er zig mal wieder genäht.


    Weil es nur in den Städten ersten Ligabetrieb gab, wurden auf den Dörfern meist nur Freundschaftsspiele gegen Nachbar-Vereine ausgetragen. Dorthin fuhr man mit dem Rad oder ging zu Fuß. Zusätzlich gab es Freundschaftsturniere gegen Soldaten-Teams der in der Nähe stationierten Allierten. Zwar war es den Soldaten offiziell nicht erlaubt, sich mit den deutschen Gegnern auszutauschen, dennoch entstanden hin und wieder lockere Freundschaften daraus. Als Besonderheit gab es bei ungemütlichem Wetter auch mal ein paar Schnäpse vor und nach dem Spiel. Das kam deshalb öfter vor, weil diese Freundschaftsspiel meistens ohnehin nur ausserhalb der Erntezeiten zu organisieren waren. Denn die Arbeit ging nun einmal vor! Für den kirchlichen Beistand dieser wenigen Abwechselungen im mühevollen und noch immer ungewissen Alltag sorgte meist der regenschirm-bewaffnete Pfarrer. Während sich die Zuschauer meist noch zurück hielten, war es ihm gestattet, den Schiedsichter als "Pfeife" und den Gegner als "Bolzer" zu beschimpfen. Es soll sogar vorgekommen sein, dass der kirchliche Robenträger auf einen gegnerischen Manndecker, der den Mittelstürmer am sicheren Tor rüde gestoppt, losgegangen ist.


    Der Musterfussballer war seinerzeit eine eierlegende Wollmichssau! Auf der einen Seite sollte er schnell, schlau und gerissen sein, auf der anderen Seite die bereits bekannten deutschen Tugenden von Tapferkeit und Kampf für die Mannschaft bis zum Umfallen haben. Dementsprechend muß man sich das Training vorstellen. Der Fussball wurde seinerzeit als Kampfsportart betrachtet, bei der die Kondition eine entscheidende Rolle spielte. Diese Kondition konnte man sich nach damaliger Vorstellung nur durch "Dauerlauf" aneignen.


    Systematisch aufbauendes Techniktraining gab es nicht. Vielmehr gab es wahrlos erscheindende Übungen im Dribbling oder Paßspiel. Trainingsutensilien wie Hütchen, Pylonen, ect. gab es ebenfalls nicht. Falls man mal Markierungen brauchte, hatten sich Spieler dort auf Trainerkommando zu plazieren. Kam jedoch selten vor!


    Wer großes Glück hatte, der bekam einen Trainer, der bereits fussballerisches Wissen mitbrachte, weil dieser entweder vor dem Krieg selbst Fußballer oder noch besser selbst Trainer gewesen war. Letzteres war jedoch deshalb schwierig, weil diese manchmal aktive NSDAP-Mitglieder gewesen waren und deshalb von den Alliierten nicht in dieser Funktion geduldet wurden.


    Auch auch ohne "Parteibuch" ging es wie auf dem Experzierplatz zu, in der man sich zu Beginn in Reih und Glied aufstellte und der Trainer seine kurze Ansprache meist mit "Männer, wir sind ... aber wir wollen .." die Marschroute fest vorgegeben wurde.


    Ja, die Mannschaftsaufstellung war seinerzeit auch etwas anders. Unmittelbar vor dem Torwart befand sich der Libero. Wie sein Name schon aussagt, hatte er als einziger Feldspieler keinen festen Gegenspieler und konnte sich nach eigenem Gutdünken mal hinter, aber auch mal weit vor der Abwehr aufhalten. Links und Rechts neben ihm gab es den linken und rechten Verteidiger. Vor ihnen stand der Vorstopper. Im Mittelfeld gab es einen rechten und linken Mittelläufer. Der Angriff bestand aus dem Rechtsaussen, dem Halbrechten, dem Mittelstürmer, dem Halblinken und dem Linksaußen. Sobald das Spiel angepfiffen wurde, suchte sich jeder (bis auf Torwart und Libero) seinen Gegenspieler, den er auf Schritt und Tritt verfolgte. Egal, ob nun der Ball 5 oder 50 Meter entfernt war.


    Das Hineinbrüllen von Trainerkommandos war fast Vorschrift. Denn das Erfolgspontenzial eines Trainers wurde nicht allein anhand von Siegen gemessen, sondern insbesondere an der Lautstärke und Klarheit seiner Befehle. Zwischen Spielern und Traienern herrschte jedoch meist eine Athmosphäre, in denen der Trainer als Vater seiner Jungs bezeichnet wurde. Denn man wollte fortan nur noch Siege ohen Stahlhelm und Maschinengewehr erzielen.


    So, ich hoffe das es zunächst einmal für eine Umgebungsbeschreibung (die sicher überall ein wenig anders aussah) genügt! Viel Erfolg bei der weiteren Recherche. Wird bestimmt ne interessante und spannene Veranstaltung!

    @Matthiass


    Fussball ist sehr kompliziert, weshalb auch ich immer wieder darüber staune, wie wenig ich bislang darüber weiß.


    Allerdings finde ich diese Situation, bei der ein Angreifer selbst die Gefahr herbeiführt, nicht besonders kompliziert. Sie wird noch klarer, wenn man es mit einem Kopfballversuch am Boden in unmittelbarer Nähe des Gegners sieht. Denn springt der Kopfball-Spieler von hinten zum Ball, so kann ihn sein Gegner nicht mal mehr rechtzeitig erkennen und die Gefahr einer Kopfverletzung ist sehr groß.


    Die Interpretation von "gut" und "schlecht" zum Ball stehen, sollte vielleicht ein wenig präzisiert werden! Früher wurden hohe Bälle häufig als "Bananenflanken" herein gebracht. d.h. die Bälle hatten einen hohen Effekt, waren jedoch durch den geringen Druck lange in der Luft. Heute flankt man insbesondere bei Standards sehr viel härter in den torgefährlichen Bereich. Bei den mittelhohen und flanken Flankenbälle hat es ebenfalls eine Veränderung gegeben. Durch die Raumverengung in der 4-er Kette ist der Anteil der kurzen Pässe in den Strafraum höher geworden. Um diese Bälle ablaufen zu können, steht der Keeper höher, sowie bei vielen weiteren Situationen, in der der Ball aus zentraler, flacher Position in mittlerer oder kurzer Distanz aufs Tor geschossen wird.


    Nicht alle Schiedsrichter verstehen die sich rasant verändernden Individual- und Gruppen-Taktiken umfassend. Um jedoch eine Regelwidrigkeit zu erkennen, muß die tiefere Absicht (ähnlich wie im Fall, in der ein Angreifer lediglich den Ball ins Seitenaus schießt, um einen Elfer herauszuholen) der Akteure zu erkennen sein.


    Es gibt hierbei einen deutlichen Unterschied. Eine falsche Tataschenentscheidung liegt vor, wenn der Schiedsrichter aufgrund ihm nicht vollständiger visueller Beobachtung ein Fehler unterlaufen ist. Eine Fehlinterpretation liegt vor, wenn er eine Situation aufgrund mangelnden Fachwissens nicht korrekt beurteilen kann. Im letzten Fall würde der Schiedsrichter sich in jeder, solcher Situationen falsch entscheiden.


    Ähnlich, wie sich die Ausbildung der Trainer im Laufe der Jahre verändert hat, sollte man in der Schiedsrichterausbildung weitere Module durch Taktik- als auch Torwarttrainer mit entsprechenden Ligaerfahrungen einbinden. Denn, wenn es selbst die obersten Schiedsrichter-Ausbilder "nicht richtig auf dem Schirm haben", wie will man dann kompetente Unparteiische erwarten?

    Ich lernte also durch Chris das ENDZIEL kennen, das noch nicht Ziel der F war.

    Andre, es ergibt sich in der Tat eine gute Frage, die da lauten könnte: muß man das Ziel kennen, um zu wissen, wann welche Lernschritte möglich und nötig sind?


    Wenn man diese Frage nach dem Ziel eindeutig beantworten könnte, würden sich einheitliche Regeln dadurch ableiten lassen?


    Aber schon beim zweiten Gedanken am Ziel erkennen wir, dass es lediglich individuelle Ziele (im Breiten- , Leistungs- und Profisport) gibt. Diese Ziele unterscheiden sich teilweise so sehr, dass es schwierig ist, ein für alle einheitliches Ausbildungsprogramm zu stricken. Ergo kümmert man sich zunächst einmal um das, was Alle gebrauchen können und im zweiten Schritt um das, was besonders Begabte gut gebrauchen können.


    Jedoch kommen auch bei dieser Gliederung Zweifel auf. Hierbei fiel mir ein Beitrag und das Video von Zodiak besonders auf. Hierin zeigt er auf, was über reine das Kümmern von Laientrainern im untersten Jugendbereich möglich ist, wenn dort jemand mit Herz und Verstand sowie entsprechendem fussbalerischen Fachwissen am Werke ist.


    Ich denke mal, wir brauchen eine stetige Bereicherung durch Ideen und Vorschläge, damit wir keine in Stein gemeistelten Werte selbst dann noch vertreten, wenn sie in Teilen oder sogar gänzlich widerlegt sind.

    @Don


    Hatte noch was vergessen! Ein gutes Diskussionsforum verträgt immer mehr als eine Meinung. So diskutiere auch ich mit, um meine Meinung zu überprüfen und ggf. bei überzeugenden Argumenten zu ändern.


    Jedoch haben mich eure Argumente bislang nicht überzeugen können. Denn nicht nur der Schiedsrichter hat die Aufgabe die Gesundheit der Spieler zu schützen. Auch die Trainer tragen eine Verantwortung, die Gesundheit ihrer Spieler nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Letzlich tragen aber auch die Spieler selbst die Verantwortung, nicht durch derlei "Harakiri-Aktionen" ala Lewandowski sich die Vorfahrt zum Ball zu erzwingen und wenn sich dann der Torwart nicht darauf einstellt, sollen Schiedsrichter die Regeln dementsprechend ändern! Daraus wird nach meiner Meinung kein Schuh, der für alle gleichermaßen passt.


    Für mich hat das hier nichts mit einem absichtlichen oder gar groben Foul zu tun. Dies wäre z.B. der Fall, wenn ein Torwart mit den Füßen voran in den Gegner hineinspringt, wohlwissend das er dabei nicht nur den Ball sondern auch den Gegner trifft. er kommt in dieser Situation einfach zu spät und will dies durch eine "Streuaktion", in der der Keeper einfach mal drauf hält, ausgleichen.


    Bei der Faustabwehr einer hohen Flanke kann ein Keeper ebenfalls zu spät kommen. Doch dann kommt er auch zu spät zum gegnerischen Angreifer, der den Ball mühelos einköpfen. Aufgrund der Distanz zum Ball und zum Gegner kommt es normalerweise nicht zum Körperkontakt.


    Im Normalablauf hat der Keeper im Bruchteil einer Sekunde die Chance zu einer sicheren Faustabwehr, die für einen Keeper im Leistungs- und Profifussball auch kein Problem darstellt. Problematisch kann es nur werden, wenn ein Angreifer auch dann zum Ball hochspringt, wenn der Keeper gar nicht damit rechnet. Er rechnet deshalb nicht damit, weil der Angreifer in dieser Situation gar keine Chance hat, an den Ball zu gelangen.


    Für mich gibts bei dieser Aktion keinen Unterschied zu anderen Situationen auf dem Spielfeld, wo sich ein Spieler trotz regelkonformen Verhalten verletzt hat. Je nach Anschein der Verletzung unterbricht der Schiedsrichter hier u.U. das Spiel sofort, um den Spieler unverzüglich behandeln zu lassen. Dies ist im Falle Lewandowski geschehen. Es bedarf also m.E. keine Regeländerung!