@thomasg
Du spricht sicher einigen leidgeprüften Eltern/Trainerkollegen aus dem Herzen, weil du die Anzahl der Nachwuchstrainer reklamierst, die für diese Traierarbeit ungeeignet ist.
Jedoch läßt sich dieses Problem m.E. weder mit der FPL noch mit einem DFB-Spielbeobachter lösen, sondern mit dem Bemühen der Vereine, sich um ausreichend geeignete Traienr zu kümmern.
Denn wenn der Verein sagt: entweder der Trainer oder ansonsten wird die Mannschaft abgemeldet, was soll sich da in der FPL oder durch einen DFB-Spielbeobachter ändern. Allenfalls wäre es die Konsequenz, dass ein Team vom Spielbetrieb abgemeldet wird. Schon heute ist es so, dass die überwiegende Zahl der Traienr für den unteren Jugendbereich sich nicht freiwillig meldet, sondern mit dem Argument geködert wird,: "Wenn du es nicht machst, dann müssen wir die Mannschaft deines Kindes abmelden!"
Viele Dorfverein dokumentieren ihr Nichtstun im Nachwuchsbereich durch vergleichsweise sehr niedrige Mitgliedsbeiträge. Mancherorts kostet ein Jahresbeitrag genauso viel wie eine Kiste Bier oder 2 Schachteln Zigaretten! Der Logik folgend könnte man sagen: was fast nichts kostet, muß auch nicht viel taugen!
Man könnte durchaus engagierte und geeignete Trainer bekommen, wenn man ihre privaten Kosten angemessen erstattet und ihre Arbeit für den Verein fördert, begleitet und würdigt.
Doch der geeignete Trainer, der sich von seinem Heimatverein verarscht fühlt, wird dorthin abwandern, wo er sich wohlfühlt.
Die traditionelle Methode, wonach eben ein rauher Ton beim Fussball herrschen muß und man sich gefälligst sämtlichen Anweisungen zu fügen habe, wird immer weniger Anhänger finden.
Die Bildung von SG und JSG ist wahrlich nicht allein auf den demografischen Wandel zurück zu führen und auch nicht dem Nachbarverein mit agressiven Abwehrmethoden allein geschuldet. Vielmehr ist ein Wandel in der Freizeitgestaltung eingetreten, der gerade in traditionsbehafteten Vereinen (wie dem Fussball) nicht ausreichend erkannt wird. Man geht dort nur freiwillig hin, wenn man sich wohlfühlt und Spaß hat. Vernachlässigung sowie ein sozial rauhes Klima von Angst und Einschüchterung führen zur Abstimmung "mit den Füßen"! Das Bedürfnis, unverzüglich seine Freizeitgestaltung zu ändern, ist nicht allein das Problem von Dorfvereinen. Doch sie sind aufgrund fehlender Alternativen diejenigen, die am stärksten davon betroffen sind.
Weil sich viele Verantwortliche ihrer Versäumnise bewußt sind, scheut man mancherorts den Weg zur Veränderungen. Zwar findet man tolle Konzepte, jedoch sind sie nur dann das Geld fürs Papier wert, wenn die Inhalte auch gelebt und regelmäßig überprüft werden. Doch sobald man sich in Widersprüche verstricken könnte, wird nicht korrigiert sondern es heißt: wir machen das ja nur Ehrenamtlich! Und mit dem Satz: wenn du es besser kannst, dann mach es doch, erkauft man sich den Freibrief für Entscheidungen, die nicht im Sinne aller Vereinsmitglieder sind.
Man könnte sich einen schnellen Überblick durch eine Mitgliederbefragung über den Grad der Zufriedenheit im Verein verschaffen. Aber besser "keine schlafenden Hunde wecken"! Schließlich ist sogar mit Massenaustritten zu rechnen, wenn die Unzufriedenheit plötzlich zum Tagesthema wird.
Sollte doch mal ein Kritiker kommen, so versständigt man sich rasch auf einen "äußeren Feind"! Dann kann dann sogar den wanderungswilligen, skrupellosen und geldgieren Jugendtrainer treffen, wegen dem die sehr erfolgreiche Jugendmannschaft vor der Abmeldung steht.
Nur die wandelbaren Vereine werden die Notwendigkeit zu Veränderungen rechtzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen treffen. Wer stur an alten Rezepten festhält, wird mangels aktiver Mitglieder die Pforten des Vereinsgeländes schließen müssen. Dann nützen auch die "stillen Beitragszahler" allein nichts mehr.