Ganz wichtig ist noch, dass der Trainer an der Seitenlinie sich ein paar Bälle bereit legt und sie bei Ausball schnell einspielt. Ein Einwurf kostet zu viel Zeit
Ich finde die Beschreibung deiner Spielform fast noch besser als die Form selbst.
Deshalb meine Anregung für diese, wie auch für weitere Spielformen, bei der man längere Pausen durch das Wiederholen eines Balles vermeiden möchte:
Leg einfach auf jedes Hütchen, mit dem du dein Spielfeld markierst, einen Ball.
Gib dazu die Provokationsregel an die Spieler: wer den Ball ins Aus schießt oder ablenkt, soll ihn gleich zurück holen. Der Gegner darf sich sofort einen Ball vom Hütchen (in der Nähe des Ausball) nehmen und das Spiel per Einwurf fortsetzen. Ein Vorteil entsteht dann, wenn der Gegner die Situation des Überzahlspiels sofort erkennt. Der Zeitraum des Überzahlspiels hängt von der schnellen Reaktion des Spielers, der den Ball zurück holt und aus leere Hütchen legt hab.
------------------------------------
So, nun noch was zur reinen Ballzirkulation im unteren Jugendbereich. Zwar ist auch für die Älteren der Torabschluß das "Gelbe vom Ei", weshalb bei möglichst jeder Spielform für alle Teilnehmer ein möglicher Torabschluß vorgesehen werden soll. Dies wird gerade im aktuell beim DFB präsentierten Modul 25 (Anbieten und Freilaufen) vermißt. Klar möchte man als Reaktion auf die Taktik einiger europäischer Top-Clubs, auf Basis des hohen Ballbesitz erfolgreich zu sein, auch etwas für den Nachwuchs anbieten. Aber interessieren sich die Kinder wirklich dafür, den Gegner erst einmal durch perfekte Ballzirkulation müde zu spielen, um dann irgendwann im Moment einer Unkonzentriertheit des Gegners in die Lücke zu spielen?
Das selbst die Autoren nicht genau wußten, was daraus werden soll, erkennt man an der Aufschlüsselung der Taktischen Grundlagen des Freilaufens im Überblick. Denn hier fehlt überhaupt der Hinweis, auf welchen Bereich des Spielfelds in welcher Weise freigelaufen und gepaßt werden soll. So wird als "richtig" z.B. die Variante präsentiert, in der zwischen 3 gegnerischen Spielern hindurch zum Mitspieler gepaßt wird. Wenn ich das den Kindern so vermittetle, dann darf ich mich nicht wundern, wenn so ein Paß direkt vor dem eigenen Tor stattfindet und einer 3 Gegenspieler über "leichte Beute" freuen kann, wenn er im kurz vor dem gegnerischen Tor den Ball erläuft und sich dann eine Ecke aussuchen darf. Ich möchte damit sagen, das ein Paß "hinten herum" im eigenen Drittel mit deutlich mehr Erfolg gekröhnt ist und wenn`s mal schief geht, nicht gleich ein Gegentor daraus wird. Allerdings findet man auch eine Reihe sehr gelungener Übungen und Beschreibungen.
Ich denke mal, die Ballzirkulation ohne Torabschluß passt vom Interesse und Verständnis eher in den oberen Jugendbereich und vermutlich auch nur in den Leistungsfussball?
In diesem Zusammenhang finde ich es auch gar nicht schlimm, wenn "Schimmi" hier das Teufelswort "Ballannahme" für das E-Jugend-Alter benutzt. Denn jederman denkt bei Ballannahme sofort an "Todstoppen", was dafür stehen soll, dass ein Spieler nur deshalb den Ball nicht mitnimmt, weil nicht weiß, was er mit dem Ball überhaupt machen kann!
Aber man darf hier nicht vergessen, dass im Breitensport Spieler mit unterschiedlicher Erfahrung und unterschiedlicher Intelligenz zusammen spielen. Unnötige Hektik ist überall dort angebracht, wo sie den Einzelnen überfordert. Denn wenn der Spaß dabei auf der Strecke bleibt, dann fruchtet der Wunsch nach einer bestmöglichen Ausbildung nur wenig!
