Beiträge von TW-Trainer

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    Ganz wichtig ist noch, dass der Trainer an der Seitenlinie sich ein paar Bälle bereit legt und sie bei Ausball schnell einspielt. Ein Einwurf kostet zu viel Zeit

    Ich finde die Beschreibung deiner Spielform fast noch besser als die Form selbst. :D Deshalb meine Anregung für diese, wie auch für weitere Spielformen, bei der man längere Pausen durch das Wiederholen eines Balles vermeiden möchte:


    Leg einfach auf jedes Hütchen, mit dem du dein Spielfeld markierst, einen Ball.
    Gib dazu die Provokationsregel an die Spieler: wer den Ball ins Aus schießt oder ablenkt, soll ihn gleich zurück holen. Der Gegner darf sich sofort einen Ball vom Hütchen (in der Nähe des Ausball) nehmen und das Spiel per Einwurf fortsetzen. Ein Vorteil entsteht dann, wenn der Gegner die Situation des Überzahlspiels sofort erkennt. Der Zeitraum des Überzahlspiels hängt von der schnellen Reaktion des Spielers, der den Ball zurück holt und aus leere Hütchen legt hab.


    ------------------------------------
    So, nun noch was zur reinen Ballzirkulation im unteren Jugendbereich. Zwar ist auch für die Älteren der Torabschluß das "Gelbe vom Ei", weshalb bei möglichst jeder Spielform für alle Teilnehmer ein möglicher Torabschluß vorgesehen werden soll. Dies wird gerade im aktuell beim DFB präsentierten Modul 25 (Anbieten und Freilaufen) vermißt. Klar möchte man als Reaktion auf die Taktik einiger europäischer Top-Clubs, auf Basis des hohen Ballbesitz erfolgreich zu sein, auch etwas für den Nachwuchs anbieten. Aber interessieren sich die Kinder wirklich dafür, den Gegner erst einmal durch perfekte Ballzirkulation müde zu spielen, um dann irgendwann im Moment einer Unkonzentriertheit des Gegners in die Lücke zu spielen?


    Das selbst die Autoren nicht genau wußten, was daraus werden soll, erkennt man an der Aufschlüsselung der Taktischen Grundlagen des Freilaufens im Überblick. Denn hier fehlt überhaupt der Hinweis, auf welchen Bereich des Spielfelds in welcher Weise freigelaufen und gepaßt werden soll. So wird als "richtig" z.B. die Variante präsentiert, in der zwischen 3 gegnerischen Spielern hindurch zum Mitspieler gepaßt wird. Wenn ich das den Kindern so vermittetle, dann darf ich mich nicht wundern, wenn so ein Paß direkt vor dem eigenen Tor stattfindet und einer 3 Gegenspieler über "leichte Beute" freuen kann, wenn er im kurz vor dem gegnerischen Tor den Ball erläuft und sich dann eine Ecke aussuchen darf. Ich möchte damit sagen, das ein Paß "hinten herum" im eigenen Drittel mit deutlich mehr Erfolg gekröhnt ist und wenn`s mal schief geht, nicht gleich ein Gegentor daraus wird. Allerdings findet man auch eine Reihe sehr gelungener Übungen und Beschreibungen.


    Ich denke mal, die Ballzirkulation ohne Torabschluß passt vom Interesse und Verständnis eher in den oberen Jugendbereich und vermutlich auch nur in den Leistungsfussball?


    In diesem Zusammenhang finde ich es auch gar nicht schlimm, wenn "Schimmi" hier das Teufelswort "Ballannahme" für das E-Jugend-Alter benutzt. Denn jederman denkt bei Ballannahme sofort an "Todstoppen", was dafür stehen soll, dass ein Spieler nur deshalb den Ball nicht mitnimmt, weil nicht weiß, was er mit dem Ball überhaupt machen kann!


    Aber man darf hier nicht vergessen, dass im Breitensport Spieler mit unterschiedlicher Erfahrung und unterschiedlicher Intelligenz zusammen spielen. Unnötige Hektik ist überall dort angebracht, wo sie den Einzelnen überfordert. Denn wenn der Spaß dabei auf der Strecke bleibt, dann fruchtet der Wunsch nach einer bestmöglichen Ausbildung nur wenig!

    @fak
    Danke erst mal. Habe gestern abend noch mit einem Stützpunkt-Verantwortlichen gesprochen, um mal die andere Seite der Medaille zu prüfen. Dieser meinte, es würden über den DFB-Koordinator schon seit Jahren die Versprechungen kommen, dass man gut qualifizierte TW-Trainer bekäme. Aber nichts würde passieren. Deshalb gäbe es auch unterschiedliche Handhabungen:


    1. Kategorie A: Stützpunkttrainer mit "Ader" fürs TW-Trainng
    Es gibt unter den Stützpunkttrainern einen Trainer, der eine Ader fürs TW-Trainng hat. Aber mit modernem TW-Training hat es deshalb nichts zu tun, weil ihm dieses Wissen, was aktuell nur über das Know-How von Vereinen im Profibereich erworben werden kann.


    2. Kategorie B: TW-Trainer für mehrere Stützpunkte
    Diese Leute haben häufig die gewünschten Fähigkeiten, um talentierte Nachwuchskeeper zu fördern. Allerdings ist das nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Denn zum einen sind sie häufig nur so lange geduldet, wie sich niemand beschwert. Denn es darf niemand wissen, dass diese Leute meist gar keine Mannschaftstrainer-Leistungslizenz (wie sie der DFB für alle Stützpunkttrainer verlangt) besitzen.


    3. Kategorie C: Talentförderung ohne TW-Position
    Hier werden entweder gar keine Kinder auf der TW-Position gesichtet oder für die gesichteten Keeper gibt es gar kein TW-Training. Während sich alle Feldspieler weiterentwickeln, ist für die meisten dieser Torleute dann Schluß, wenn sie weder auf dem Stützpunkt, noch im Heimatverein ein spezielles TW-Trainng bekommen. Denn aufgrund der ungleichmäßigen Flächenverteilung gibt es nicht für jedes Talent die realsistische Chance, in einem NLZ die fehlende Ausbildung zu erhalten.


    Vielleicht fühlt sich ja auch der ein oder andere DFB-Stützpunkttrainer angesprochen, seine unmittelbar erlebten Erfahrungen zu beschreiben?

    Ihr habt zwar den Paß, wenn aber der neue Verein nicht bereit ist, eine Aufwandsentschädigung zu zahlen, dann läuft alles auf einen Streit hinaus. Denn die Entschädigung richtet sich ja in ihrer Berechtigung und Höhe in der Verweildauer (und die während dieser Zeit entstandenen Kosten). Wie bereits in anderen, allerdings nicht mit diesem Fall vergleichbaren Zivilprozessen entschieden wurde, akzeptieren Gerichte nur tatsächlich für diesen Einzelfall glaubhaft nachweisbare Kosten. Diese Kosten müßten gar nicht primär mit der Teilnahme an Pflichtspielen verbunden sein, sondern können auch die Nutzung von Vereinsanlagen sowie Trainingsleitung begründet liegen. Alles, was den mtl. Mitgliedsbeitrag übersteigt, könnte geltend gemacht werden.


    Allerdings kann es nicht viel sein, weil der Spieler ja nur sehr kurz bei euch aufgehalten hat. Denn wenn der neue Verein ein Sportgerichtsverfahren ablehnt und eine Einigung nur beim Ziviilgericht möglich wäre, dann würden die Kosten weitaus größer sein, als der zu erwartende Entschädigungsbetrag. Denn ein Zivielgericht muß sich gar nicht an den DFB-Transfer-Rechner halten.


    Die Tranferzahlung muß endlich weg! Da es ohnehin eine Kann- und keine Mußforderung ist, gibt es leider immer wieder Ärger und erhöhte Zeit-/Kostenaufwendungen, die im Breitensport überhaupt nicht gerechtfertigt sind.

    @logo6


    Ziemlich blöde Situation:


    1. Die Kohle ist wohl weg! Denn es gab zum Zeitpunkt des Vereinswechsels eine Willensübereinkunft: "Freigabe gegen Zahlung von Betrag X"! Was der Spieler bei euch macht, ist ganz allein euer Ding. Damit hat der abgebende Verein nichts mehr zu tun.


    2. Vereinsausstattung:
    Ich hoffe ja, dass es entweder eine Übergabe gegen Unterschrift oder aber unter Zeugen gegeben hat? Sonst wird auch die Forderung zur Rückgabe schwierig!


    Fazit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

    In einem Gespräch mit Etern und Trainern über die Förderung von Nachwuchskeepern durfte ich mich zwar einerseits darüber freuen, dass es hier und dort ein Keeper dank eines Spezial-TW-Trainings höchsten Ansprüchen genügen konnte, andererseits gab es jedoch auch in der breiten Masse Kritik an der Nachwuchsförderung in den DFB-Stützpunkten.


    Folgende Kritikpunkte wurden genannt:


    1. Selektion: es gibt keine Infos, nach welchen Faktoren TW-Talente ausgesucht werden
    2. Förderung: entweder gib es gar keine TW-Training, nur ein gelegentliches TW-Training, kein altersgerechtes TW-Training, kein modernes TW-Training


    Auf meine Frage: "Warum lasst ihr denn eure Torleute nicht einfach zuhause, gab es jedoch betretenes Schweigen! Diese Frage war durchaus ernst gemeint, denn es ist einerseits kein Kunststück, wenn man sich Torleute aussucht, die ein paar mal öfter als die Altesgenossen einen Ball erfolgreich abwehren, aber man muß sich ja auch die Frage stellen: was wird aus ihnen?


    Wenn also die DFB-Stützpunkte aufgrund fehlender TW-Trainer, eines fehlenden Budgets diese Aufgabe nicht leisten können, so kann man doch durchaus darüber nachdenken, ob sich die Vereine des jeweiligen DFB-Stützpunkts gemeinsam für eine alternative TW-Ausbildung organisieren. Denn es gibt ja eine ausreichende Zahl von engagierten TW-Trainern im Jugendleistungsfussball in den Vereinen. Einfach mal Kontakt aufnehmen und sich bei gegenseitigem Interesse die Rahmenbedingungen dafür vereinbaren.


    Denn es wird vermutlich noch Jahre dauern, bis der DFB auch auf dieser Position über das nötige Know-How und einer ausreichenden Zahl von geeigneten TW-Trainern verfügt. Momentan steht man dort auf dem Standpunkt, dass selbst ein Bundesliga-Profi-Trainer, der bereits Nationalkeeper ausgebildet hat, keinen 12 jährigen DFB-Stützpunkt-Torwart trainieren darf, wenn er keine Mannschaftstrainer-Leistungslizenz hat. Solange es hier keine Leidensdruch auf höchster Leistungsebene gibt, wird sich wohl kaum etwas daran ändern, obwohl unsere Nachbarländer, in denen es längst TW-Trainer-Lizenzen gibt, bereits ein sehr viel besser organisiertes und qualitativ hochwertiges Nachwuchs-TW-Training anbieten können. So ist es auch nicht verwunderlich, dass z.B. immer mehr Schweizer Keeper sich für höchste Aufgaben in der Bundesliga anbieten können. Denn aus der größeren Masse an Nachwuchs-Keepern kommen dann auch mehr als 1 - 2 hochtalentierte Keeper pro Jahrgang in die weiteren Fördermaßnahmen.


    Gerne würde ich in diesem Zusammenhang etwas von euren Erfahrungen in den Stützpunkten erfahren? Vielleicht gibt es ja auch schon hier und dort gute alternative Lösungen aufgrund des fehlenden oder unzureichenden DFB-Stützpunktangebots?

    @philippe


    Welche Strategie? Die haben gar keine, außer der, dass die 1. Senioren immer gegen Jeden gewinnen soll! Und wenn sie halt mal verlieren, dann wars entweder Pech oder der Schiedsrichter war schuld. Wenn man dann als Trainer am Spielfeldrand wild gestikuliert, ordentlich hineinbrüllt, anschließend mit Vorstand und Vereinsmeiern das Spiel "schön trinkt" und dem Erzrivalen die Pest am Hals gönnt, ja dann ist doch die Welt in Ordnung?


    Da kann ich nur jedem Trainer, der in dieser "Holzliga" trainiert den dringenden Rat geben:


    "Bevor ich mich aufrege ist es mir lieber egal"! :thumbup:

    Ich sage nie einem Neuzugang, auch wenn ich ihn hole:
    "Du bist Stammspieler".

    So sollte man es auch machen. Denn jeder, der gut trainiert, sollte sich auf einen Wettkampfeinsatz freuen dürfen und jeder sollte auch damit rechnen, mal auf der Reservebank zu sitzen. Alles Andere sind Privilegien, die eine Chancengleichheit und sportlichen Fairness im Wege stehen.


    Kommen wir nun zum spielstandabhängigen Wechseln: Wenn der Gegner deutlich schwächer ist, wechsele ich mehr, ist er stärker, dann weniger!


    Wenn jeder Spieler jederzeit damit rechnen kann, ein- oder ausgewechselt zu werden, dann kommst du gar nicht in den Zwang spielstandsabhängig auswechseln zu müssen, sondern einwechseln zu können.


    Ja, du kommst nicht einmal in die Argumentationsnot gegenüber Eltern, warum trotz eines Spielstands von X du den oder den ein-/ausgewechselt hast! Wenn du jedoch nach Spielstand auswechselst geht damit immer auch eine Wertschätzung (die trau ich viel und dir wenig zu) einher.


    Hast du dich vom Übel der Auswechselung nach Spielstand gänzlich befreit, dann kann jeder jederzeit mit einer Ein- und Auswechselung rechnen, ohne sich deshalb besser oder schlechter zu fühlen, weil die, die gerade spielen, dein vollstes Vertrauen genießen.


    Unsere Aufgabe besteht auch darin, Kinder stark zu machen!

    Im Fall von @Chris finde ich aber, dass sie ziemlich große Anstrengungen darauf verwenden, auch die schwächeren Spieler zu fördern.

    Ich kann mir sogar vorstellen, dass es 95 % aller Altersgenossen bei @Chris besser hätten, als in ihrem heimatlichen Dorfverein. :P


    Aber er kann nun einmal nur eine bestimmte Anzahl von Spielern eine seriöse Ausbildung mit Training und Spiel anbieten. :love:


    Welche Spieler wann und wieso in seinen Leistungen aufblüht oder auch nicht, das wissen wir leider trotz des täglich zunehmenden Wissens nicht :?: !


    Gerade deshalb sollten wir uns mit Zukunftsprognosen zurückhalten. Andererseits gibt es genügend wissenschaftliche Untersuchungen darüber, dass sich Kinder normalerweise in diesem Alter aufgrund der benötigen sozialen Bindungen in der Umgebung von Eltern, Nachbarn und Freuden entwickeln, sodass sie mit einem späteren Wechsel auf Basis eigener Entscheidungswege besser dran sind.


    Es geht bei der Kaderzusammenstellung deshalb gar nicht so sehr, ob das Kind jetzt in die D 1, D 2 oder D 3, sondern ob es überhaupt aufgrund der vorhandenen Kadergrößen sowie der privaten Umstände (z.B. Entfernung zum neuen Verein) ein Vereinswechsel sinnvoll erscheint.


    Doch welcher Trainer darf schon so frei entscheiden?


    Vollkommen recht gebe ich dir, dass die Mehrheit der Trainer ihre Kader in Stammspieler und erweiterten Kader aufteilen. Diese Form der traditionellen Kaderplanung hat sich über viele Jahrzehnte gehalten. Wer jedoch im Jugendbereich nachhaltigen Erfolg haben will, der sollte mittelfristige Ziele setzen. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Auflösung des Kaders nach diesen Kritieren, wodurch er schließlich eine Mannschaft erhält, in der jeder gleich wichtig ist. So kann er zu einer weitestgehend homogenen Mannschaft gelangen.


    Denn man muß sich vergegenwärtigen, dass man sich selbst ja in die Tasche lügt, wenn man einem Spieler kaum Wettkampfeinsätze gibt und ihm hinterher das Zeugnis ausstellt: aus dem wird nix! Bzw. bei den Keepern, die zur C-Jugend ausgetauscht werden, weil sie nie TW-Übungen hatten und man dann feststellt, dass der "Neue Neuer" ja viel besser ist. Das ist fast so, wie man glaubte im düsteren Mittelalter die Hexen erkennen zu können. Die hat man erst gefesselt, dann ins Wasser geworden. Wenn sie Schwammen, waren es Hexen und mußten ins Feuer. Wenn sie untergingen, hatten sie halt Pech gehabt!


    Habe mich oft und intensiv mit NLZ-Leitern darüber unterhalten. Auch dort gibts diese Denkweise, die man weder vollständig argumentieren noch wiederlegen kann. Aber solange man sich nicht sicher ist, sollte man zumindest den Anderen zuhören! :thumbup:

    @LaVosa


    "Hör auf deinen Körper"! Der gibt dir die richtigen Signale, wie weit du gehen kannst! Wenn du dich schmerzfrei bewegen kannst, kannst du die Belastung, das Tempo und Risiko langsam erhöhen und bekommst widerum nach jedem Mal ein Feedback, ob es O.K. ist!


    Das ist doch gar nicht so schwierig oder?


    Viel Erfolg bei deinem Comeback!

    @SFL
    Die Einteilung in die jeweils richtige Liga ist im unteren Jugendbereich immer eine schwierige Aufgabe. Denn es gibt fast immer irgendwelche von Ehrgeiz zerfressene Trainer, die ihr Team lieber in eine schwächere Staffel anmelden, um dort mit großem Abstand Meister zu werden. D.h. es hätte dir 2 x pro Saison auch so ein weit überlegener Gegner vorkommen können. Weil aber die Staffelleiter die Einteilung machen, kennen die natürlich ihre Pappenheimer und sind bemüht, die bestmögliche Einteilung zu machen. Aber irgendwann platzt auch denen mal die Hutschnur und sie stellen es den Vereinen frei, ihre Stärke selbst einzuschtzen und die entsprechende Staffel zu wählen.


    Weil aber die Masse der Trainer so vernünftig ist wie du, solltet ihr euch vor jedem Spiel überlegen, wie ihr die Rahmenbedingungen so gestalten könnt, dass möglichst beide Mannschaften etwas davon haben. Denn beim 2-stelligen Ergebniss fehlt es sowohl euch wie auch dem Gegner an einer passenden Herausforderung.


    Sollte das nicht immer möglich sein, so vereinbart als Ersatz für diese Spiele Freundschaftsspiele gegen in etwa gleich starke Teams.


    Ich bin sicher, dass auch dein Team durch die Bemühungen der meisten vernünftigen Trainer viel aus der Saison mitnehmen und sich vielleicht so gar noch mehr steigern können, als wären sie in einer zu leichten Gruppe nur sehr selten gefordert worden.

    Also Trainer entlassen dadurch Meisterschaft und Aufstieg in Kreisliga A verpasst.

    Na ja, das ist ja auch ein wenig dürftig! Was waren denn die Gründe, weshalb sich Mannschaft und Trainer nicht mehr verstanden? Denn die könnten ja durchaus eine Rolle gespielt haben, warum sich der neue Trainer und der Vorstand auf ein geändertes Konzept zwischen 1. und 2. Mannschaft geeinigt haben?


    Mir fehlen da noch ein paar Angaben wie:


    1. Warum müssen denn die 1. Senioren unbedingt in die Kreisliga A aufsteigen?
    2. Warum hat die 2. Mannschaft keine sportlichen Ziele?


    Eine gegenseitige Aushilfe ist selbstverständlich, aber jeder muß erkennen können, in welche Mannschaft er gehört. Sonst kann keiner der beiden Trainer eine Saison vernünftig planen!

    @Chris


    Wie du schon richtig erkannt hast, war die Kritik zur Einteilung in 1. und 2. Wahl beim Recht auf Spielzeiten nicht auf dich gemünzt, sondern auf die Anmerkung von tobn.
    M.E. sollte man keinen Unterschied machen, wer "geholt" und wer "gekommen" ist, sondern zum Saisonstart seinen Kader als eine Mannschaft betrachten, in der jeder Spieler die gleiche Wertschätzung, Achtung und Respekt verdient und das durch Chancengleichheit für Jederman transparent wird.


    Denn anders als ein Dorfverein, der alle aufnimmt, könnt ihr euch euren Kader selbst zusammen stellen.


    Nicht einig waren wir uns in der Kadergröße (15 statt 18 Spieler). Meine Begründung war, dass das Verhältnis zwischen Training und Spieleinsatz im D-Jugend-Bereich ca. 75 % betragen sollte. Du hattest angemerkt, dass dies im absoluten Vergleich zwischen D 2 und D 3 ja der Fall wäre. Dieses Argument wollte ich deshalb nicht gelten lassen, weil ich bereits bei der Aufnahme in den Kader die Entscheidung treffen kann, ob ich einem Vereinswechsel zustimme.


    Auch und gerade in der D-Jugend sollte die Leistungseinteilung noch nicht in der Weise verfeinert werden, dass man die Kinder in Kategorien A, B und C einteilt. Wie ich aber aus deinen Beiträgen entnehme, sind die Übergänge fleißend und die Einteilung ist auch nur in euren Köpfen vorhanden.


    Einig waren wir uns widerum darin, dass es kein allgemeingültiges Rezept für den Spielereinsatz gibt, sondern lediglich situationsbezogen gute und weniger gute Entscheidungen geben kann.

    Kann @tobn nur zustimmen.


    Allerdings ist es beim Handball ein wenig anders. Hier werden viel mehr Tore erzielt. Deshalb gibts es kaum einen vernünftigen Grund, sich über eine Situation, die gar nicht spielendscheidend sein kann, aufzuregen. Hinzu kommt, dass beim Handball 2 Schiedsrichter jeweils sehr nah am Geschehen sind und trotz des Lärmpegels ziemlich alles verstehen, was da aus den Mündern der Spieler kommt.


    Wollte man die Meckerein unterbinden, so könnte man eine Regelung zwischen Schiedsrichter und Vereinen treffen . Jedoch sieht man keinen Handlungsbedarf. Schon auch deshalb nicht, weil man sich weniger der Jugend, sondern seinen Geldgebern verpflichtet fühlt. Wie sehr sich die Verhältnisse der Abhängigkeiten verschoben haben zeigt sich nicht zu letzt an den horend gestiegenen Kosten für die Profi-Fussball-Übertragungsrechte.


    Das Recht des Geldes überwiegt hierbei immer mehr der Moral und den ethischen Werten in der Gesellschaft. Man kann heutzutage auf fast alles Wetten abschließen!

    Aber wenn jemand von sich aus kommt, dann kann er sich nicht gleich über die Gegebenheiten beschweren, es sei denn, ihm wurden falsche Tatsachen vorgespielt und falsche Versprechungen gemacht.

    Wenn ich soetwas lese, dann klingeln bei mir die Alarmglocken!


    Überleg mal: willst du deine Mannschaft in: 1. Wahl (geholt) und 2. Wahl (von sich aus gekommen) einteilen, wobei nur die 1. Wahl eine solide Zusage über ausreichende Wettkampf-Praxis bekommen sollen?


    Glaubst du, dass ein 12 jähriges Kind das versteht bzw. wie wird es sich fühlen, wenn es versteht, dass es nur 2. Wahl ist?


    Ja und, was glaubst du erzählen die meisten Abwerber wohl den Eltern und Kindern? Doch genau das, was sie hören wollen! Nur die wenigsten schenken den Kindern und Eltern reinen Wein ein. Denn wer würde in einen Verein wechseln und bleiben wollen, bei dem er nur 2. Wahl wäre?

    @tobn


    Das mag zwar vor dem ersten Spiel einen Unterschied machen, ob ich einen Spieler geholt habe oder ob er von allein gekommen ist. Aber danach macht es doch keinen Unterschied, weil doch sowohl beim Geholten wie auch beim Gekommenen der gleichstarke Wunsch vorhanden ist, unbedingt immer Spielen zu wollen!


    Es bleibt in jedem Falle ein zu großer Kader!


    Ich hab ja auch extra geschrieben, sofern die Kadergröße beeinflußbar ist. Das ist sie in den Dorfvereinen meistens nicht, aber in größeren Vereinen schon. Deshalb sollte man dort, wo es möglich ist, die Interessen der Kinder besser wahren.

    @Reddinga


    Die bisherigen Ahnungsmöglichkeiten der Schiedsrichter würden vollkommen ausreichen, um eine Spieler-Meckerei durch Ermahnung und im Wiederholungsfall durch Bestrafung zu unterbingen. Die dort tätigen Schiedsrichter sind allesamt Profis und wissen auch damit ganz gut umzugehen.


    Das Argument: Vorbild für die Jugend würde ich allerdings noch aus ganz anderen Gründen ganz schnell wieder vergessen. Denn wenn du das forderst, dann müßtest du vor einer Live-Übertragung den Text: "Die nachfolgende Sendung ist unter 18 Jahren ungeeignet" einblenden.


    Da bist du schon bei der Vermutung eines Kollegen, der da sagt, die machen es um von eigenen Fehlern abzulenken, schon auf dem richtigen Wege. Bei den Top-Teams der Liga mischen sich sogar die jeweilgen Manager noch kräftig ein, weil da jedes Mittel ausgenutzt werden muß, um noch so kleine eigene Fehler zu vertuschen!


    Nicht die Schiedsrichter, sondern das Verhältnis zwischen Vereinsleitung und Profis einerseits sowie den Sponsoren andererseits prägt den "immateriellen wie materiellen Wert" des Unternehmens Bundesligaverein.


    Der Schiedsrichter hat dabei allenfalls den Job eines Ordners, der allzu forsches Drängeln unterbindet, so dass nach außen hin alle das Gefühl haben, hier geht es einigermaßen gesittet zu.


    Fazit: ein Schiedsrichter könnte mehr, wenn er wollte. Aber wozu?

    @Chris


    Erst mal Danke für die ergänzenden Infos. Dennoch kann ich dein Argument so nicht ganz gelten lassen. Denn es gilt immer nur für bestimmte Grenzen in einem Rhythmus zwischen Training und Wettkampf. Man kann einen gewissen Ausgleich schaffen, wenn man zusätzliche Freundschaftsspiele gegen Gegner auf Augenhöhe bestreitet, schaffen. Mehr aber auch nicht.


    Wenn du es nur mathematisch vergleicht, dann wäre bei einer Durchschnittsquote von 50 % jeder einer Spieler nur bei jedem zweiten Spiel dabei. Und dann fällt es doch wohl jedem Trainer wie Schuppen von den Augen, dass da was nicht stimmt und der Kader zu groß ist.


    Es geht auch gar nicht darum, ob diese Spieler in die D 3 abgeschoben werden, wo sie weniger Wettkämpfe haben. Es sind doch Kinder, die ihr teilweise von anderen Vereinen geholt habt und dort auch weiterhin als Leistungsträger Verantwortung tragen könnten? Wenn es nicht so ist, dann korrigiere mich bitte.


    Bei der Bestimmung der Kadergröße sollten nicht allein Saisonziele sondern die altersbedingte Entwicklung stehen. Im Jugendalter, aber ganz besonders im unteren Jugendbereich ist ein gutes Verhältnis zwischen Training und Wettkampfeinsatz besonders wichtig. Darin tragen die Vereine und die Trainer eine gemeinsame Verantwortung. Man sollte sich schon fragen, warum immer weniger Spieler in der A-Jugend ankommen, wenn schon im unteren Jugendbereich auf Konkurrenzdruck hin gearbeitet wird und Trainer wie Verein mit nervösem Daumen: "der schaffts, aber der nicht" mit zu größem Kader eine "selbstverantwortliche Spielerfluktuation" produzieren.


    Sicher kann es Gründe geben, warum man in einer bestimmten Saison einen größeren Kader hat, als man eigentlich haben wollte. Aber das scheint bei euch ja nicht der Fall zu sein oder?

    @Chris


    Den Großteil deiner Ideen finde ich O.K. Hatte jedoch ein wenig Probleme damit, dass einerseits die A, B, und C.-Kategorie-Spieler alle fleissig trainieren, jedoch aus dem gesamten Kader von 18 Spielern eine Gruppe von 6 - 7 immer im Training dabei sind. Wie hoch ist denn die durchschnittliche Beteiligungsquote insgesamt bzw. jeweils in den Kategorien A, B und C?


    Wie ich schon sagte, sollte die Kadergröße passen. Wenn du in der D-Jugend trainierst, also mit einer 9-er Mannschaft und nur 13 pro Spiel einsetzen darfst, dann sind m.E. 18 einfach zu groß. Denn wie du schon richtig erkannt hast, stehen Spieler und Trainer ständig unter dem Druck des Wechseln, so dass man nicht immer die gewünschten Lerneffekte in ausreichendem Maße im Wettkampf erzielen kann.


    Aber es wäre "Klugscheißerei" zu behaupten, die Spieler, die man aus Mitleid nicht in die D 3 (wieso nicht D 2 ?) abgegeben hätte, würden das Problem lösen. Nein, ich weiß nur zu gut, dass es bei der Entwicklung der noch sehr jungen Spieler selten so kommt, wie man es vorher gesagt hatte. D.h. ein C.-Kategorie-Spieler kann durchaus später einen A-Kategorie-Spieler überholen, weshalb sich die Frage nach einer solchen Einteilung überhaupt stellt?


    Jeder Spieler, den ihr ins Team geholt hat, vertraut auf euch, dass ihr ihm über die Saison (und vermütlich darüber hinaus) die Chance gebt, angemessen trainiert zu werden und ausreichend Wettkampferfahrungen zu sammeln.


    Momentan helft ihr euch über zusätzliche Freundschaftsspiele, damit euer großer Kader insgesamt mehr Spielpraxis bekommt. Das ist auch gut so! Aber vor ähnlichen Fragen wie bei dir stehen die Leistungszentren in jeder Saison. Denn wann ein Kader die richtige Größe hat, diese Frage läßt sich schon deshalb nicht vollständig beantworten, weil sich weder die Entwicklung aller Kadermitglieder, noch andere Rahmenbedingungen (Abwesenheiten wegen Schule, Verletzung, Krankheit, Streß mit Trainer, Mannschaftskameraden) ausreichend vorher sagen lassen.


    Deshalb sagte ich auch, es gibt nur eine situationsbedingte, beste Lösung. Hab ich einen sehr knappen Kader, dann kann das die beste Lösung sein, weil alle sehr viel Spielpraxis bekommen. Das setzt jedoch voraus, dass die Abwesenheitsquote sehr gering ist. Habe ich einen sehr großen Kader, dann kann das die beste Lösung sein. Das setzt jedoch voraus, dass ich eine höhere Abwesenheitsquote habe. Denn einen Teil der Rahmenbedingungen im sozialen Umfeld der Kinder kannst du gar nicht vollständig beeinflußen.


    Noch unberücksichtigt sehe ich bei denen Anmerkungen die Positionsrotation. Denn bis zur B-Jugend sollte die Ausbildung so erfolgen, dass in allen Positionen ausreichend Erfahrungen gesammelt werden sollen. Dies setzt jedoch ausreichend Spielanteile voraus.


    Überleg auch einmal, ob man Ausbildungsanspruch und Konkurrenzkampf gut unter einen Hut bringen kann? Der klassische Auszubildende durchläuft zunächst einmal ein Programm und erst am Ende seiner Ausbildungszeit entschließt sich sein Chef, wenn er übernimmt. Wenn ihr das schon von Anfang an macht, dann entsteht für die Kinder eine Drucksituation, die eigentlich hier noch gar nicht hingehört.


    Fazit: Je jünger der Jahrgan, je kleiner der Kader! Begründung: die Ausbildung steht im Vordergrund, weshalb insgesamt mehr Praxiserfahrung notwendig ist. %0 % sind für eine D-Jugend zu wendig. 7% % wäre ein gutes Maß! Welcher Verein da gerade bei euren Talenten zuschaut, davon solltet ihr euch ebenfalls nicht in euren Entscheidungen beeinflussen lassen.


    Ist das so für dich O.K.?