Beiträge von TW-Trainer

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    @Steini


    Oder meinst du meine Antwort?


    Natürlich macht es einen Unterschied, ob jemand mit 80 % seiner Leistung bequem in der Mannschaft mithalten kann oder im Training wie im Spiel an sein Limit gehen muß! Schon die Beurteilung, ob es sich jeweils um 80 % oder mehr handelt, ist schwierig, weil Leistungsschwankungen im Jugendbereich normal sind.


    Eigenmotivation
    Aber wie läßt sich die Frage nach dem Grad der Eigenmotivaion eines Spielers über einen Zeitraum beantworten? Denn die Eigenmotivation hervorgebrachte Leistung findet ja immer in Abhängigkeit zur unmittelbaren Umgebung (in der Mannschaft und den Gegnern) statt? Kann losgelöst davon bewertet werden? Hinzu kommt, das es unterschiedliche Trainerphilosophien gibt, denen der eine mehr, der andere weniger entspricht? Ist desalb jeder Trainer neutral in seiner Bewertung der Eigenmotivation?


    Eigenmotivation in der Leistungsentwicklung
    Desweiteren stellt sich die Frage, ob sich ein Talent besser über eine frühestmögliche, kontinuierliche Drucksituation oder in einer angstfreien Umgebung entwickeln kann? Schließlich muß man eine Antwort auf die Frage finden, ob hoher Konkurrenzdruck und stetiges Abliefern aufgrund des Mittrauens seiner Trainer der ausschließliche Weg zu einer guten Talententwicklung ist oder ob es andere Wege gibt bzw. geben sollte, die zu gleichguten oder sogar besseren Resultaten führen.


    Eigenmotivation in Abhängigkeit zur Trainerleistung
    Uunweigerlich wird man zur Frage gelangen, ab wenn von einer erfolgreichen Ausbildung gesprochen werden darf und warum sie bei der großen Masse von Bewerbern nicht gelungen ist? Wenn aber der Grad der Eigenmotivation auch von der Trainerleistung abhängig ist, dann muß man sich wohl oder übel als Teil dieses massenhaft auftretenden Problems fühlen? Leider ist es ja so, dass der Erfolg immer viele Väter kennt, während es im Falle eines Mißerfolgs niemand gewesen sein will.


    Leider kann ich wenig zur Klärung der Eigenmotivation beitragen, weil sie sich in jedem Moment anders darstellt und sich nicht für die Ewigkeit, nicht einmal für ein paar Jahre zuverlässig einfrieren läßt. Sie läßt sich kaum in ein Muster prägen, weil auch wir als Beobachter nicht in einer neutralen Position befinden. Man kann sich ihr nur im stetigen Dialog und gelegentlichem Abstand zum Alltag nähern und versuchen über festgestellte Regelmäßigkeiten einigermaßen zuverlässige Bewertungen abzuleiten. Es lohnt jedoch dennoch ergebnisoffen zu sein, um nicht bequeme Vorurteilen aufgesesenn auch Ausnahmen eine faire Chance zu gewähren.


    Es ist immer schwierig dort etwas zu beurteilen, wo nicht alle mitmachen dürfen. Dabei ist es sehr viel leichter, eine gute Entwicklung zu prognostizieren als ehrlich zu sagen, an der Stelle geht es zur Zeit nicht weiter! Man sollte jedoch den eigenen Irrtumsfaktor nicht verschweigen, denn wir sind in unseren Urteilen fehlbar!

    Was aber meine Beobachtung ist ist folgendes: Wenn die Kinder angetextet werden (in welcher Intensität sei mal außen vor gelassen) laufen sie mehr als wenn man sie in Ruhe lässt.

    Zwischen einen Coaching dem "Antexten" gibt es große Unterschiede. Während beim Coaching vereinzelt kurze, klare Hinweise erfolgen, bei der es keine Zweifel daran gibt, wer und was gemeint ist, wird beim Antexten sehr viel Hineingerufen, was entweder gar nicht als Informationen verstanden wird und/oder zu Mißverständnissen führt.


    Hier mal ein paar Beispiele für das "Antexten"
    - "zwei in die Mauer (wer sind den die 2, die in die Mauer sollen?)
    - "einr zum Ball" (welcher Einer ist denn gemeint?)
    - "Angebote" (falls nicht das Klopapier von Aldi gemeint ist, sollte ersichtlich sein, wer gemeint ist und was er tun soll)
    - "das ist zu einfach" (was soll denn wie besser gemacht werden?)


    * In den Klammern findet man jeweils die Hinweise, mit der ein Coaching möglich ist.


    Wer jedoch meint, er könne durch Coaching von seiner Mannschaft Dinge verlangen, die nicht zuvor intensiv trainiert wurden, der wird erkennen, dass es besser ist, im Spiel auf Hinweise zu verzichten, um diese Defizite ins nächste Training zu integrieren, weil es einfach noch nicht hinreichend verstanden wurde.


    Coching sollte deshalb Dinge beinhalten, die bereits traniert wurden und darüberaus Aktionen loben, die etwas Besonderes darstellen, die man im anschließenden Trainer näher erläutert.


    Das Training ist die Zeit zum Üben, dass Spiel, um das Geübte auszuprobieren.


    Dabei sollte nicht nur die Leistung der eigenen, sondern auch der des Gegners von Respekt geprägt sein.


    Brüllaffen sind davon überzeugt, dass die Kraft ihrer Worte Berge versetzen kann. Jedoch sind sie in meinen Augen allenfalls ein äußerliches Zeichen einer innerlichen Überforderung.


    Sehr viele Trainer mit dieser Überforderung werden jedoch später einsichtig und wachsen dann zu hervorragenden Trainern heran. Deshalb sollte man sie nicht in die Schublade: einmal Brüllaffe - immer Brüllaffe stecken.


    Auch der Ruf nach Sanktionen ist für mich eher ein Zeichen der Hilflsoigkeit. Denn weitaus nachhaltiger als eine Strafe, über die sich nach einem Moment der Verärgerung schon nach einiger Zeit gar nicht mehr erinnern kann, ist deshalb der Dialog, in der durch Überzeugung eine nachhaltige Verbesserung bei diesen Trainerlaien mit Führungsschwäche erzielt werden kann.

    @di7


    Der Bedarf an guten Trainerinnen ist nach wie vor sehr groß!


    Zwar wird auch dir die Lizenz nicht nachgeworfen, aber man hat schon genügend Erfahrungen, was Frau an Eigenkönnen mitbringen sollte!


    Nur Mut, das schafft man schon!


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    Wer hier vom "Promi-Bonus" spricht, der sollte auch daran denken, dass sich darunter Leute befinden, die aufgrund von Unfällen im Sport sowie Wissen mitbringen, als das sie für den Fussball nach wie vor gebraucht werden.


    Dennoch ist es ein Riesenunterschied, ob ich selbst auf hohem Level trainiert werde oder ob ich anderen diese Fähigkeiten vermitteln soll. Ein "Durchwinken" kann und darf es deshalb nicht geben! Dafür sollte uns unser Nachwuchs Wert genug sein!

    @Tajubtos78


    Das gehört sogar zu den Hauptthemen, weil dieses Thema sehr facettenreich ist.


    Denn eigentlich beginnt nach der Ballschule bei den Bambinies ab der F-Jugend die über ein Jahrzehnt lange Ausbildung in den 4 Bausteinen: Technik, Taktik, fussballspezifische Athletik und soetwas wie Mentalität.


    Hier gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Je nach eigenem Leistungsanspruch wird die Ausbildung im Rahmen der Eliteförderung (DFB, Verbände) oder als reiner Mitgliedsfussball für den Nachwuchsbedarf auf Vereinsebene gesehen.


    Mit der Einführung des Fairplay-Fussball sollte eine Änderung in der Denkweise stattfinden, in der der Kinder-Fussball einen größeren Freiraum bekommen soll. Weil jedoch auch die FPL-Liga bislang keine Antworten darauf fand, wie es denn danach weitergehen sollte und trotz einer bekannten hohen Trainerfluktution in der F-Jugend lediglich auf die "Selbstheilungskräfte" in den Vereinen setzte, ist die FPL-Liga in einem Gebiet noch gar nicht eingeführt, während in einem anderen Gebiet bereits soweit verändert (ignoriert) wurde, dass sie schon gar nicht mehr diesen Namen verdient hätte.


    Lediglich in einer kleinen wissenschaftlichen Untersuchung beschäftigte man sich mit den Gründen des Dropout im Kinderfussball. Hier braucht es weitere Hintergrundanalysen.


    Aber es gibt auch Positives zu vermelden. So hat der RAE-Effekt (Real Age Effect) bei der Leistungsbeurteilung nunmehr auch auf DFB-Ebene zu der Erkenntnis geführt, dass man Birnen mit Äpfeln vergleicht, wenn man die Leistung eines zu Jahresbeginn geborenen Kindes mit einem am Ende des Jahres Geborenen vergleicht. Denn die Älteren sind physisch und mental etwas weiter, was sich auch durch die 1 Jahr frühere Einschulung erklären läßt.
    In den kleineren Vereinen gibt es meist gar keine Auswahl mehr, aber in den größeren Vereinen gibt es dieses Wissen häufig noch nicht, sodass man hier weiterhin nach den Erwachsenen-Merkmalen (wer im Moment nicht zu den Besten gehört, der sitzt auf der Reservebank) entschieden wird.



    Ich mit dem C- Lizenz Trainerschein beobachte öfters das immer wieder Jugendlichen in der F Jugend schon Unterdruck stehen,beste Kader wird aufgestellt um zu gewinnen.


    Ich würde allerdings nicht so weit gehen, als das ich den "Unterdruck" in den Köpfen einiger Trainer mit Fernseh-Bundestrainerlizenz als Grund der Denkweise betrachten. Denn gerade bei den traditionellen Leistungstrainern gibt es nach wie vor viele, die das "Durchsetzen" im offensiven Zweikampf als einziges Kritierium sehen, weshalb so gut wie keine Spieler im defensiven Bereich ihrem Leistungsideal entsprechen. Selbst im 21. Jahrhundert lassen sie sich für die Talentsichtung die Position des Talents geben, wohlwissend das eine positionsspezifische Ausbildung erst ab der B-Jugend erfolgen sollte.


    Leider sitzen immer noch "altgediente" Fussball-Inquisitionen in der Denkzentrale und als Koordinatoren, sodass der Austausch von der Basis an die Spitze sehr lange braucht. Ja man hat manchmal das Gefühl, er findet gar nicht statt, weil man dort nur die 0,5 % eines Jahrgangs für die Eliteförderung, statt die 99,5 % der Mitglieder mit anderen Interessen als Kunden anzusehen.

    @Steini


    Ein sehr wichtiger Hinweis, finde ich! Denn man sollte nicht den Fehler begehen, alles über einen Kamm scheren zu wollen! In der Tat gibt es eine sehr große Bandbreite auch innerhalb des Leistungsfussballs. Das gibts die bereits zur festen Tradition gereifte C-Jugend-Bezirksliga-Mannschaft, bei der ein stabiles Konzept die Basis ist und eine gute Kontinuität in der Aufgabenverteilung herrscht. Aber da gibts auch Teams mit kurzer Halbwertzeit, wo sich die Trainer die Klinke in die Hand geben.


    Am höheren Trainngsrhystmus und der Intensität können sich die Talente gewöhnen, nicht jedoch auf den Verzicht von regelmäßigen Erfolgserlebnissen. Deshalb sollte auch die Fairness und ein partnerschaftliches Verhältnis zu Spielern und deren Eltern wichtig Leitlinie sein. Wer genauso verabschiedet wird, wie er gekommen ist, der wird es als besonders schönen Abschnitt seiner Fussballkarriere empfinden. Wer jedoch nach kurzer Zeit merkt, dass er eingekauft und irgendwann wieder verkauft wird und dazwischen des Trainers Daumen nervös rauf und runter geht, dem fehlt gerade in der Zeit der innerlichen Unruhe in der Pubertät ein wichtiger Rettungsanker bei seiner großen Fussballfamilie.


    Ein Konzept, welches nicht nur die sportlichen Leistungen, sondern auch den partnerschaftlichen und respektvollen Umgang lebt, darf sich als etwas Besonderes und gar nicht Selbstverständliches fühlen. Denn hier stimmen meist Ausbildungs- und Leistungsanspruch praxisnah überein!

    @BerlinPhil


    Erst einmal meine Glückwünsche zur erfolgreichen Trainerarbeit, bei der Ausbildung und sportliche Erfolge in einem besonders günstigen Verhältnis zu stehen scheinen.


    Ein guter Trainer ist wie ein guter Entertainer. Weil er Menschen in ein Abenteuer mitnimmt, dessen Ende er selbst gar nicht kennt. Dabei gelingt es ihm dank seines Improvisationstalents immer wieder seine Umgebung zu begeistern. Den Grund dafür kennt er meist selbst nicht. Denn ihm gelingt es lediglich, die Bedürfnisse der Anderen sehr gut zu erkennen, die Eigenen kennt er aber gar nicht!


    Der Leistungsunterschied zwischen Bezirks- und Landesliga ist so groß nicht! Außerdem starten fast alle Konkurrenten damit in die Saison, ihr Team in möglichst kurzer Zeit an die Herausforderungen in dieser Liga heran zu führen. Mit einem großartigen Budet und einer Auswahl aus überdurchschnittlichen Spielern aus der Umgebung kann das Jeder, aber ausschließlich mit vereinseigenen Möglichkeiten gelingt dies nur Wenigen!


    Dich drücke dir die Daumen für eine richtige Entscheidung, die letzendlich nur du allein treffen mußt!

    @Spieler-papa


    Eine Beurteilung von anderen Trainer ist meist schwierig zu werten, weil man nicht weiß, welche "Abstriche" sie persönlich für die Leistung bei einem Mädchen als noch O.K. ansehen? Weil die Mädchen in diesem Alter in aller Regel bei den Jungen mitspielen, ist ein Leistungsvergleich in einer reinen Mädchenmannschaft nicht möglich. Das kann nur ein erfahrener Auswahltrainer im Rahmen einer Sichtung einigermaßen beurteilen.


    Wenn deine Tochter jetz 9 Jahre alt ist, dann ist sie entweder 2006 oder 2007 geboren. Dafür ist derzeit die Kreisauswahl, die vom Verband geleitet wird, zuständig. Erst beim Wechsel in die D-Jugend (also in 2 Jahren) können sich die Besten im Kreis für den DFB-Stützpunkt bewerben.


    Es kommt nicht häufig vor, dass sich ein Mädchen für eine Jungen-Auswahlmannchst in der Kreisauswahl oder dem DFB-Stützpunkt qualifizieren kann. Noch weniger sogar, in diesem Team über die gesamte Förderungsdauer zu bleiben.


    Deshalb gibt es parallel dazu eine spezielle Mädchen-Kreisauswahl mit entsprechenden Förderstufen über die Verbandsauswahl und ab der U 15 bis zur Juniorinnen-Nationalmannschaft. Ab der Verbandsauswahl trainieren die meisten Mädchen im Jungenbereich mit. Ab der Nationalmannschaft müssen sie zusätzlich (Zweitspielrecht) in einer Jungenmannschaft kicken.


    Ich gebe mal davon aus, dass deine Tochter zunächst einmal gemeinsam mit den Jungen des Jahrgangs 2007 (daran dürfen auch Mädchen ab 2006 und jünger) teilnehmen für die Kreisauswahl gesichtet wird. Falls sie es dort nicht schafft, kannst du sie beim zuständigen Auswahltrainer für euren Mädchenbereich anmelden. Selbst, wenn dort die Sichtung bereits gelaufen sein sollte, kann man dort meist sehr unbürokratische einen Termin zum Probetraining bekommen. Weil sich die Mädchen in aller Regel nicht beim ersten mal "zeigen", wird eine Entscheidung meist nach dem 3. Training getroffen.


    Viel Erfolg!

    @solohope


    Du hast in der Tat eine außergewöhnliche Frauenmannschaft mit dem Luxusproblem, dass deine Mädels gerne viel trainieren und spielen. Andernorts gibts eher das Problem, dass die Studentinnen nur freitags mittrainieren können, während gleichzeitig der andere Teil der Mannschaft sich für diesen Abend "aufbräzelt" und das Schminken solange dauert, dass sie nicht zum Training kommen können.


    Nachfolgend versuche ich mal zu beschreiben, was Trainerkollegen so über Frauenfussball im unteren Ligabereich erzählen. Natürlich ist auch das nicht repräsentativ. Aber es gibt eben auch die andere Seite, die nicht verschwiegen werden sollte. Denn es lesen hier sicher interessierte, potenzielle Frauentrainer mit, die sich ein Bild machen wollen.


    Trainingsbeteiligung von 30 % ist im Breitensportbereich des Frauenfussballs nichts außergewöhnliches. Im unteren Ligabereich kann von regelmäßigem Training nicht generell die Rede sein. Dabei wohnten die Nationalspielerinnen nebenan, sodass man einen Vergleich hat, wie schnell es von unten nach oben im Frauenfussball gehen kann, wenn man nur will!


    Benehmen im Umgang mit dem Trainer ist eine andere Sache! Der soll bloß nicht ankommen und von uns irgendwas verlangen! Dann heißt es "Fresse halten" und schon wieder muß nach einen neuen Coach gesucht werden. Weil es schon schwer genug ist, dafür jemannd zu finden, wird die Suche schwierig. Am besten man nimmt den Freund einer Stammspielerin. Der läßt sich vielleicht mehr gefallen? Was die da auf und neben dem Platz machen interessiert sowieso kein Schwein im Verein.


    Kommen wir zum Auswärtsspiel: Ca. 1 Stunde vor dem Spiel beginnt das Handy in immer kürzeren Abständen zu klingeln. "Ich kann nicht kommen, wegen einer Sehenscheidenentzündung am Arm"! Na toll, aber fürs Kellern letzte Nacht hat es gereicht! "Ich hatte mit meinem Freund Streß und bin nicht in der Lage aufzustehen!"


    Das Heimspiel:
    Man kennt ja schon seine Pappenheimer, die sowieso erst in der letzten Minute antanzen und dann noch unschuldig fragen, wozu man früher da sein soll? Andere wollen wissen, ob sie in der Startaufstellung sind und lassen bei negativer Info wissen, dass sie zur 2. Halbzeit einen wichtigen Termin haben. Hurra, man hat mal wieder eine Mannschaft zusammen bekommen! Das Warmmachen findet in Grüppchen statt, wo die neuesten Neuigkeiten (wer mit wem und wo ist gerade Schluß) werden hastig ausgetauscht. Fussball: Nebensache?1?


    In der Kabine
    Nach Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung gibt eine Spielerin bekannt, dass sie nur bis zur Halbzeitpause bleiben können (weil nicht im Startkader). Spätestens nach dem 2. Satz des Trainers wandert der Blick in die Gesichter der Anderen. Gedankenpost via Blickkontakt! Fussball, wen interessiert das? Das wird doch erst draußen gespielt.


    Das Spiel startet. Schon beim ersten Ballkontakt erkennt der Trainer, wer in der Kabine zugehört hat und wer noch sich noch im "Zuschauermodus" befindet und die "Pupillen" auf "unendlich gestellt hat. So nach ca. 15 Minuten wird es dem Trainer zu viel und er glaubt und ein paar einfache Hinweise das Team sportlich wieder in Fahrt zu bringen. Da rauscht schon eine der älteren Spielerinnen auf ihn zu und brüllt ihn an, was ihm denn einfalle die Mädchen so durcheinander zu bringen. Er winkt ab, setzt sich auf die Bank und schaut sich das Treiben in der Hoffnung an, der Schiedsrichter möge ein Einsehen haben, und die Partie pünktlich zum Pausentee abpfeifen.


    In der Halbzeitpause wird alles wach! Der Phonpegel nimmt auch nicht ab, wenn der Trainer die Kabine betritt. Einige sind sogar ins Schwitzen gekommen. Ob das vom Laufen kommt oder der Angstschweiß für die bevorstehende Traineransprache ist? Wer weiß das schon so genau! Aber der weiß eigentlich, was sich gehört und so redet er selbst das grottenschlechte Spiel gut. Lobt alles, was nicht zum Selbsttor geführt hat und man ist sich schließlich einig: jetzt kann der Gegner was erleben! In einem kurzen Moment der Ruhe meldet sich die durchgepeilte Susi! So eine hat fast jede Mannschaft. Sie will einfach nur dabei sein. "Wann startet noch mal die Mannschaftsfete", will sie jetzt vor allen Leuten vom Trainer wissen?. Alles dreht sich zu ihr, manche schütteln den Kopf. Scheiße denkt sich Susi! Ihre Gesichtsfarbe wechselt in Rötliche. Wieder mal nix geworden mit meinem Auftritt!


    Die zweite Halbzeit beginnt! "Trainer, wann komm ich rein" will Susi wissen! "Mach dich schon mal warm", antwortet der. Susi schaut sich um, aber kein Ball in der Nähe. Also schön langsam hinters Tor und fleissig mit den Armen rudern. Den Blick auf den Trainer gerichtet: der soll merken, dass ich will, wartet man auf das entscheidende Zeichen zur beovrstehenden Einwechselung. Noch kurz die Anja abklatschen und dann gehts los. Mist, die Gegenspielerin ist viel zu schnell für mich, denkt sich Susi beim ersten Laufduell. Den einen Zweikampf noch! Da wird sie doch von der doofen Kuh, die viel zu schnell läuft, agebrüllt. "Was willst du Schlam...von mir? Mit so einer ist man schließlich per Du! Strahlend blickt sie um sich, um den verdienten Beifall für die Verbal-Attacke zu ernten. Doch dann rennt die Alte wieder viel zu schnell. Da bleibt nur noch die Einleitung eines theatralischen Abgangs. Ein Fall, ein Aufschrei und langanhaltendes Schluchzen dringt dem Trainer ins Nervenkostüm. Die hat doch wieder nichts, denkt er sich. Aber da muß man jetzt hin, sonst gibts Ärger mit der Mannschaft. Erst, wenn der mit Eiswasser gekühlte Lappen an der vermeintlichen Schmerzstelle plaziert ist, kann man sich aufrappeln und beidseitig gestützt, als hätte man noch den Steckschuß einer Gewehrkugel in derr Wade vom Platz schleppen. Aber Susi ist hart im nehmen! Anja hätte damit mindestens 6 Wochen gefehlt. Die hat das "Prinzessinnen-Gen" und will erst mal ausreichend bedauert werden.


    Natürlich ist alles erfunden und Ähnlichkeiten eher zufällig!

    @Stannis74


    Das mag durchaus bei "normal" talentierten Spielern in dieser Alterskategorie stimmen. Aber es kommt selbst im älteren F-Jugend-Jahrgang vor, dass einzelne Spieler durch geeignetes Training anders handeln.


    Dies ist jedoch kein Zufall, sondern sie verstehen bereits, wann man den Ball "entgegen geht" oder wann man ihn "mitnimmt", sodass man hier von selbständigem Handeln sprechen kann? Ob allerdings die Idee immer aufgeht, ist eine andere Sache!


    Gerade in der Entwicklung von Fähigkeiten im unteren Jugendbereich sind durch neue Ansätze in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte in der Ausbildung erzielt worden.


    Kurios dabei ist, dass ältere Senioren auf Kreisebene trotz langjähriger Praxis, aber aufgrund fehlender taktikscher Ausbildung relativ häufig den von dir beschriebenen Fehler begehen, während man aufgrund der veränderten Ausbildung in der Talentförderung des Kinderfussballs einen Rückgang dieses individual-taktischen Fehlers erkennt.


    Weiteres Kuriosum ist jedoch, dass bereits einmal Erlerntes wieder vergessen werden kann. Dies kann man dann erkennen, wenn man Spieler über einen längeren Zeitraum beobachtet, in dem er in unterschiedlichen Ligen (wo mal mehr, mal weniger Wert auf Taktik gelegt wurde) gespielt hat.


    Es kommt scheinbar auch auf die Qualität und die Effektivität des Trainings abhängig vom Ligabetrieb an, ob und wieviele taktische Fehler gemacht werden.

    @Grätsche


    Sich wohlzufühlen ist ebenfalls ein ganz wichtiger Aspekt, denn "Ruhm und Ehre" (nach dem Wechsel ins höherklassige Team) nutzen sich schnell ab. Da muß auch die Erwartung "im Alltag" stimmen, sonst nimmt die phasenweise Rükkehr (Zweifel an der Entscheidung, innerliche Abkehr, Wille zur Veränderung) oder eine abrupte Beendigung der sportlichen Karriere seinen Lauf.


    Aber sind nicht die Kinder in diesem Prozeß fast immer die Getriebenen ihrer Umgebung? Wollen Trainer/Eltern auf dem Rücken des Kindes einen Ruhm nachholen, indem sie den Erfolg des Kindes mit ihrem (vermeintlichen) Erfolg gleichsetzen?


    Zu Spüren bekommt die 'Entscheidung jedoch als Erstes die Kinder! Denn die Erwachsenen (Trainer/Eltern) sagten ihm nur das, was er gerne hören wollte. Dass er sich dafür tagtäglich besonders anstrengen muß, dass er in jedem Spiel "abliefern" soll, davon war zunächst gar nicht so die Rede.


    Ein "Wohlfühlspektrum" sollte jedoch immer eine Bandbreite zur Verfügung stellen, dass es einem Kind auch dann ermöglicht, sich wohlzufühlen, wenn es mal Schwierigkeiten gibt. Mag es die Schule, mag es das Elternhaus oder der Freundeskreis sein, weshalb es sich ein offenes Ohr bei seinen Kumpels und dem Trainer wünscht?


    Gibt es nur Leistung und keine Rücksicht auf eine Veränderung, dass kann Wohlfühlen schnell zu einem Zwangserlebnis werden, aus dem man gerne ausbrechen möchte, wenn es denn so einfach möglich wäre.
    Es ist zwar schön, wenn wir uns wieder in einigen Wochen über herausragende Leistungen bei der EM freuen dürfen, aber wir sollten deshalb nicht die Schattenseiten vernachlässigen oder sie gar zu verdrängen suchen.


    Denn weil sie auch dazu gehören, sollten wir uns ihnen stellen und mit unseren Kindern gemeinsam durch Dick und Dünn gehen, statt nur ihr Bestes allein zu wollen!

    @Schimanski


    Ich muß die leider recht geben, als das auch ich erst ab der C-Jugend bei den NLZ ein zuverlässiges Konzept wahrnehme. Darunter gibts nicht nur in der Qualität deutlich Schwankungen. Es ist sogar so, als das eine Reihe von NLZ ein paar Jahre lang ein eigenes Teams zu den Verbandssichtungsmaßnahmen anmelden, sich dann aber wieder davon verabschieden. Manchmal sind es andere Philosophien, meist aber entscheidet das NLZ-Budget darüber, was als geeignet angesehen wird.


    Natürlich sollten die besten Spieler in der Endphase der DFB-Förderung (sie heißt ja nicht umsonst Eliteförderung) sich um eine weitere Förderung in den NLZ der Vereine bemühen. Aber auch hier gibts mittlerweile einen starken Verdrängungswettbewerb von unten nach oben, sodass die Entscheidung zu einem Wechsel nicht leicht fallen wird. Denn eine Garantie für eine erfolgreiche Ausbildung kann und will niemand geben.


    Mir persönlich wäre eine neutrale Beratungsstelle für Talente und Eltern am liebsten. Manchmal kann das ein langjährig engagierter DFB-Stützpunkttrainer. Aber, dort wo sie sich "die Klinke" in die Hand geben, würde ich doch lieber eine zweite Meinung hören wollen. Die Begründung: in der Nationalmannschaft spielen ja auch keine aus der 2. Liga als Grund anzugeben, sich bereits bei einem Kind, was gerade erst am Anfang einer Talentförderung befindet, das kann man eigentlich nur mit einem Schmunzeln bewerten.


    Ich weiß nicht, ob es dazu passt, aber so eine große Differenz bei der Einschätzung von Leistungspotenzial sieht man eigentlich selten. Da wird ein Talent vom einen Sichter sogar ein Prädikat: "der kann es in die Landesauswahl schaffen" zugeschrieben, während ein anderer Sichter "der hat zwar Technik, aber kann sich noch nicht durchsetzen" das Kind nicht mal in die Stützpunkt-Mannschaft sieht! Früher ist ein Jens Lehmann ohne irgendeine Talentförderung in die Nachwuchs-Nationalmannschaft gelangt, aber sollte soetwas auch heute noch möglich sein? Wie kann es zu derart unterschiedlichen Meinungen kommen?


    Wenn man ehrlich ist, man darf hier nicht nur die Leistungsschwankungen von NLZ, sondern auch die in den DFB-Stützpunkten sehen. Deshalb empfehle ich möglichst immer mehrere Ratschläge von in vergleichbar kompetenten Ansprechpartnern suchen, um daraus für sich einen guten Mittelweg zu finden, anstatt etwas zu verdammen, weil es risikobehaftet ist oder etwas nur durch die "rosa Brille" zu sehen.


    Wünsch dir und deinen Jungs weiterhin viel Glück nach den Ferien!

    Weil auch hier kommen dann direkt Gespräche wie "Der hat das nicht gepackt, sonst wäre er ja geblieben". Die erste Bemerkung geht immer über die Leistung. Habe noch nie Außenstehende gehört "Der passt da menschlich nicht rein", dieser BEreich wird meiner Meinung nach viel zu oft ausgeblendet...

    Man sollte nicht zu viel Zeit damit verschwenden darüber nachzudenken, was Andere wohl darüber denken mögen, sondern stets bemüht sein, die Entscheidungen im eigenen Interesse zu treffen. Häufig haben diese Äußerungen Dritter die Halbwertzeit einer Tageszeitung, die schon morgen nur noch dazu taugt, sich den Hintern damit abzuwischen!


    Dennoch muß ich dir recht geben, dass es in unsere Gesellschaft einen starken Gruppen- und Meinungswang gibt, dem man sich nur ungern entzieht! Doch was macht man, wenn es nicht (mehr) passt? Man wartet eine Zeit ab, weil sich das Rad vielleicht da ändert. Schließlich könnten Leistungsträger in höherklassige Vereine wechseln oder ein neues Trainerteam andere Ansprüche stellen, denen man eher gerecht werden kann? Doch irgendwann ist die Geduld vorbei und es braucht Entscheidungen, deren Gründe allein die Beteiligten etwas angehen!


    Genau deshalb, weil die Gründe selten außerhalb des engsten Umfeld bekannt sind, sucht man eine Begründung auf der Leistungsschiene. Die kommt dann leider auch noch häufig von selbsternannten Fachleuten mit "Fernseh-Bundestrainer-Lizenz"!


    Allerdings gibt es noch ein weiteres Konfliktfeld. So kann es manchmal zwischen Trainer und Talent durchaus passen, jedoch kracht es regelmäßig zwischen Trainer und den Eltern des Talents. Denn schnell ist die Sonderstellung des Kinders zum Normalfall geworden, weshalb Eltern glauben, in diese oder jede Richtung nachhelfen zu müssen, um für sich oder vor Freunden regelmäßig Nachrichten zu haben, die den Stolz auf das Kind erhöhen. Doch dieser emothionale Kick kann irgendwann auch als Schuß nach hinten losgehen. Dann nämlich, wenn der Trainer sagt: "Bitte nehmen Sie ihr Kind mit, weil sie durch ihr Verhalten große Unruhe in die Mannschaft bringen." Ja, dass gibts auch! Allerdings seltener als die Eltern, die das Talent ihrer Kinder viel zu hoch einschätzen und es deshalb wie Sauer Bier überall anbieten, ohne sich im geringsten darüber Gedanken zu machen, dass bei jeder Absage die Angst des Kindes vor dem Versagen steigt!

    Zudem glaube ich nicht, dass er vom Typ in die Mannschaft gepasst hat, fußballerisch ist er nach wie vor sehr sehr stark.

    Zwischenmenschliche Beziehungen sind deshalb wichtig, weil Fussball im Kopf beginnt. Wenn sich dort eine große mentale Barriere (Freund/Feindbild) aufgebaut hat, dann läuft fast gar nichts mehr, weil man sich nicht mehr in der Mannschaft zurecht findet. Auch dort, wo sich die Trainer "die Klinke in die Hand geben" sind solche Leistungsschwankungen möglich, weil heute fast alles falsch sein kann, was gestern noch als richtig angesehen wurde.


    Mir ist ein Fall bekannt, in der ein ehemaliger DFB-Jugend-Nationalmannschaftsteilnehmer deshalb nun in der 1. Kreisklasse spielt, weil er sich mit seinem Ex-Trainer/Verein so überworfen hat, als dass alles Andere als ein bißchen unter Freunden kicken gar nicht mehr in Betracht kommt.


    Hier wurde schon sehr früh alles auf eine Karte gesetzt. Jetzt sportliche Schritt gelang zunächst mit Bravour, bis es plötzlich nicht mehr weiter ging. Denn urplötzlich kam starke Konkurrenz von außen und es veränderte sich das Leistungsgefüge von heute auf morgen. Was gestern in den Schoß viel, erschien heute nur noch mit allergrößter Mühe erreichbar. Anstatt diese Herausforderung anzunehmen, wurde auf Trotz umgeschaltet, weil ein Plan B fehlte.


    Sich mit Traner/Verein zu überwerfen, dass passiert öfter als man denkt - irgendwann will niemand mehr zurückstecken, nach einem Kompromiß zu suchen und es geht nur noch darum, wer Recht behält.


    Leider machen sich Außenstehende häufig gar kein Bild von dieser Art des Fussballalltags, in der sich Dritte über einen längeren Zeitraum um die "Freizeitgestaltung" so intensiv kümmern, als das man hier nicht mehr von einer ganz normalen Sozialisation sprechen kann. Es heißt zwar im Jaron: "Kinder stark machen", aber das darf nicht schon in der frühen Jugend wieder aufhören, indem man den Wert eines jungen Menschen nur noch auf sein Leistungsvermögen im Fussball reduziert. Für mich wäre das ein sehr wichtiger Entscheidungsfaktor, denn es gibt ein Leben vor, während und nach dem Fussball! Leider wird allzuhäufig versucht, den Moment des höchsten Glücks in eine Ewigkeit zu bannen, die es nicht gibt und auch nicht geben kann!

    Es ist schlicht nicht notwendig, selbst in der D-Jugend Verbandsliga, ein Ausdauertraining irgendwie spezifisch zu trainieren.

    Wobei die Bezeichnung: "Verbandsliga" ein wenig unglücklich gewählt wurde, weil sich z.B. im Landesverband Meckleburg-Vorpommern gleich zwei D 2 Teams am Ligabetrieb beteiligen. Es steht zu vermuten, dass andere, stärkere Mannschaften der Weg zu den Auswärtsspielen zu weit ist?


    Auch hat es m.E. schon deshalb noch nichts mit Leistungsfussball zu tun, weil sich dahinter immer Ziele und konkrete Maßnahmen verbinden lassen müssen. Leistungssport hat wohl im Kinderfussball noch nichts zu suchen, weil hier zunächst einmal die Grundlagen an der Sportart vermittelt werden sollen. Die lassen sich wohl am besten in einer vom Leistungsstreß befreiten Umgebung gewinnen.


    Fussballspezifische Kondition, da stimme ich überein, läßt sich wohl am besten beim Fussball gewinnen. Dabei ist stets der Spaßfaktor zu fokossieren, den die Kids haben noch einen langen Weg vor sich, in dem sie sich körperlich und geistig weiterentwickeln.


    Grundregeln müssen sein, damit es ein harmonisches Zusammenwirken zwischen Kindern und Erwachsenen wird. Einen D-Jugend-Plan, der zu viel Disziplin von Kindern, die das noch gar nicht hinreichend verstehen, machen schon deshalb weinig Sinn, weil sie vornehmlich der Bequemlichkeit des Trainers dienen, der möglichst viel auf die Schultern der Kinder verteilen möchte. Leider beobachtet man hin und wieder auch Trainer, die von ihren Spielern strenge Disziplin verlangen, es selbst aber nicht so genau nehmen. Doch Kinder merken sehr schnell, ob die Aussagen mit der Realität übereinstimmen. Hier ist der Burnout bereits vorprogrammiert, wenn nicht rechtzeitig Korrekturen eingeleitet werden.


    Fussballtraining ist keine Fortsetzung vom Schulunterricht. Die frühe Verschulung hat schon dafür gesorgt, dass Fähigkeiten (z.B. Hand-Fuß-Koordination - Lesen und Schreiben) heutzutage meist in der falschen Reihenfolge vermittelt werden. Dies sollte man nicht im Vereinssport fortsetzen, indem es dort nach ähnlichen Regeln zugeht. Schule und Verein sollten m.E. mehr Wert auf das Wohlfühlen der Individuen legen, statt die Messlatte der Ansprüche immer höher zu legen und dadurch bei denen, die nicht so schnell mitkommen, eine innere Abscheu und äußere Abkehr bereits sehr früh anzulegen.


    Wir haben Verantwortung für Kinder zu tragen. Das ist eine verdammt schwere Aufgabe, die wir dann sehr gut lösen können, wenn wir uns regelmäßig mit genügendem Abstand zum Alltag in die Köpfe dieser jungen Menschen hineinversetzen, um nach guten Lösungen zu suchen. So wird es uns gelingen, in die Herzen der Kinder hineinzuhorchen. Denn wer ein guter Kindertrainer sein will, der sollte ein großes Herz für Kinder mitbringen. Dann entscheidet sich fast alles von selbst.

    Das Verständnis ist wohl genau das Problem, daran müssen wir arbeiten. Vielleicht wäre es auch gut ein paar Teambuilding Maßnahmen einzubauen, das gab es bisher noch nicht.

    Teambuilding ist im Frauenfussball das A und O :thumbup: ! Es reicht, alle 4 - 6 Wochen kleine Treffen zu organisieren (das können auch die Mädels in Eigenregie machen), wo hier und da kleinere Mißverständnisse ausgeräumt werden können.


    Ansonsten läßt sich beobachten, dass je nach Altersstruktur in der Zusammensetzung der Mannschaft bestimmte Probleme auftauchen können. Hat man z.B. ein Team übernommen, in denen ein Altersumbruch ansteht, dann gibt es meist deutlich abweichende private Interessensfelder in der Mannschaft. Während sich die älteren Spielerinnen gern über Ehe und Hausbau unterhalten, wollen sich die Jüngeren lieber über Feten, Konzerte, usw. in der Umgebung unterhalten. Andere Probleme können von der Bildungsstruktur herrühren, wenn es hier sehr starke Unterschiede gibt. Denn dann finden die Einen die Anderen schon deshalb blöd, weil sie sich besser oder schlechter artikulieren (können).


    In der Tat scheint es sehr große Unterschiede beim Trainingsbedarf zu geben. So bekommt man andernorts bis in die Frauenoberliga hinein lediglich ein 2 x wöchentliches Training hin. Die Trainingsbeteiligung liegt dabei bei ca. 80 %, was den diversen Abwesenheitsgründen, aber auch dem sportlichen Ehrgeiz geschuldet ist. Deshalb kann es selbst bei Schülerinnen, Studentinnen deutliche Teilnahmeschwankungen geben, während es bei Mädels, die im Wechselschichtbetrieb arbeiten, kaum Veränderungen in der Trainingsteilnahme gibt. So kommen manche nicht über 1 Trainingsteilnahme, andere hingegen sogar im Durchschnitt auf fast das Maximum. Hierbei fällt auf, dass es deutliche Teilnahmeschwankungen bei allen Auszubildenden, Schülerinnen und Studentinnen gibt. Einge melden sich vor jeder Klausur oder Prüfung ab, während man sich bei Anderen wundert, wie die Lernen und Fussball so gut unter einen Hut bekommen.


    Auch im Falle von Verletzung oder Krankheit stellt man deutliche Unterschiede fest. Einige kommen selbst dann, wenn sie lediglich die Mannschafts- und Taktikbesprechung mitmachen können und ansonsten die Kolleginnen anfeuern, Andere wollen in allen Trainingsdisziplinen Lob vom Trainer und den Mannschaftskameradinnen einfangen.


    So ist es für den Trainer sehr viel einfacher durch sensible, feine Dosierung von Lob die Leistung von Spielerinnen und letzendlich auch der Mannschaft zu steuern. Kritische Anmerkungen sollten, wenn überhaupt nur im Plural angesprochen werden und ansonsten bei Bedarf in Einzelgesprächen stattfinden. Denn gerade dir Mädels unter 20 trauen sich entweder nicht in der Runde etwas zu sagen oder man bekommt patzige Antworten, mit denen man kaum etwas anfangen kann. Dafür bekommt man eigene Aussagen (die teils aus dem Zusammenhang gerissen anders gemeint sind) nach Monaten aufs Butterbrot geschmiert, wenn man das Thema schon längst abgehakt hat.


    Aber man ist als Trainer nie vor Überraschungen sicher, wenn sich z.B. doch mal Zuschauer in Spielrandnähe aufhalten. Da kann es vorkommen, dass eine junge Lady sich weigert, eine bestimmte Außenposition einzunehmen, weil sich dort in der Nähe ihr Ex-Freund als Zuschauer aufhält oder man stellt im Spiel fest, dass eine Spielerin ihre Teamkollegin beim Abspiel ignoriert und als Grund angibt, dass die in der Woche ihren Freund "angegraben" haben soll.
    Wenn sich Mädels sportlich gut entwickeln wollen, dann bedarf es stets ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zum Trainer. Da ist es sogar besser, einen nicht akzeptablen Abwesenheitsgrund zu erfahren, als wenn man hinterher erfährt, dass man dabei angelogen wurde.


    Man sollte selbst damit offen umgehen und jedes Treffen im Training oder Spiel als neue Herausforderung ansehen, bei denen man seine Antennen im 360 Grad-Bereich ausgerichtet hat. Nicht immer ist es klgu, sofort seinen Senf dazu zu geben, wenn der Hintergrund der momentanen Befindlichkeit nicht bekannt ist.


    Gerade auch, was den Schmerzbereich anbelangt, können dies Trainerinnen meist sehr viel besser einschätzen als ihre männlichen Kollegen. Denn ob jemand "Knie" hat oder wegen einem Streß in oder außerhalb der Mannschaft gerade keine Lust hat, dass ist für einen Mann meist nur sehr schwer zu erfahren, weil er sich in der Gruppe gar nicht so viel Zeit nehmen kann, um hierbei ein klares Bild gewinnen zu können.


    Man könnte vermutlich ganze Bücher über den Frauenfussball schreiben, wobei es innerhalb dessen sehr unterschiedliche Phänomene geben kann, sodass sich kaum eine Weisheit verallgemeinern läßt, weil ja so gut wie nichts ausgeschlossen werden kann.

    @solohope
    Ich sehe jedoch ein weiteres Problem beim 3 x wöchentlichen Training auf dich zukommen. Denn das macht eigentlich nur dann einen Sinn, wenn jeweils ein Großteil der Mannschaft an allen 3 Einheiten teilnimmt. Denn sonst fällt da einerseits auf hoher Aufwand auf dich, weil du jede Woche 3 interessante Trainingseinheiten planen mußt und gleichzeitig Buchführen mußt, welche Spielerin an welcher Einheit nicht teilgenommen hat. Denn wenn du von einer Spielerin etwas im Spiel verlangst, was sie vorher nicht intensiv trainiert hat, dann kann das leicht zu Mißverständnissen führen. Wenn du aber Trainingseineheiten wiederholst, dann wird es für die, die schon dabei waren, sehr langweilig.


    Da kann es vielleicht auch sein, das der scheidende Trainer gemeint hat, dass er mit Abstand die größte zeitlichliche Belastung in jeder Woche hat, während sich die ein oder andere Spielerin mit Merkungen: "das kann ich nicht wissen, denn da war ich nicht mit dabei" ihre Argumente nur gelten läßt.


    Ein 3 x wöchentliches Training wird normalerweise im Frauenfussball erst ab Regionalliga gemacht. Aber dort ist dann auch eine entsprechende Trainnigsbeteiligung vorhanden, dass das sich die gesamte Mannschaft gleichermaßen weiterentwickeln kann.


    Bei euch werden hauptsächlich die Spielerinnen davon profitieren, die weitgehend von Terminüberschneidungen befreit sind. Dadurch kann sich ein Team dauerhaft unterschiedlich entwickeln. Evl. gibt es ja noch die Lösung bei einer genügend großen Anzahl von Spielerinnen, eine weitere Frauenmannschaft zu gründen, in der die Spielerinnen kicken, die wenig am Training teilnehmen können? Eine zweite Mannschaft bietet dann auch die Möglichkeit, bei Bedarf dort eine Unterstützung zu bekommen.


    Sollte es sportlich zu Aufstiegen reichen, muß man ohnehin irgendwann einen sportlichen Unterbau (2. Mannschaft, Mädchenteams) vorweisen können.

    Der Verein hat auch eine Damenmannschaft deren Trainer vor einem Monat ziemlich plötzlich, leider ohne jemals mit irgend jemand im Verein geredet zu haben, die Stelle aufgegeben hat. Es war ihm zu zeitaufwendig und er hat sich mit der Mannschaft in die Haare bekommen und konnte/wollte die Sachen nicht klären. Ich kannte die Mannschaft schon vom sehen und als ich gefragt wurde ob ich die Mannschaft übernehmen will habe ich sofort ja gesagt.

    Erst einmal viel Erfolg mit der neuen Herausforderung!


    Einen Teil der Antworten auf deine Fragen hast du dir bereits selbst gegeben. Wenn es dir möglich ist, versuche über den Ex-Trainer weitere Details und Hintergründe zu erfahren, damit mit du beide Seiten (Spieler- und Tranersicht) besser kennenlernst. Dass die Trainerfluktuation im Frauenfussball weitaus höher ist, das kennst du ja sicher! Eine Lobby haben die Trainer dort meist nicht, weil sich die Verantwortlichen weitaus mehr auf den zuschauer- und imageträchtigen Seniorenbereich stürzen. Da bleibt leider häufig nur noch der Weg, nach einen Vorwahrungen in Richtung Mannschaft und Vorstand seinen Hut zu nehmen, wenn Aufwand und Ergebnis nicht mehr stimmen.


    Wenn ihr 3 x wöchentlich trainiert, dann ist das im Damenfussball schon eine höherklassige Manschaft, in der es nachvollziehbare Leistungsansprüche für jede Spielerin der Mannschaft gibt. Dennoch seit ihr das, was man eine "Feierabend-Mannschaft" nennt, weil jede Spielerin mindestens einer weiteren Tätigkeit nachgeht. Nicht nur deshalb gilt es die Kirche im Dorf zu lassen, um gemeinsam mit dem Mannschaftsrat (falls noch nicht vorhanden, bitte 4 - 6 Personen dafür wählen lassen) ein gemeinsames Konzept dafür zu erstellen, wie man ab der neuen Saison gemeinsam miteinander umgehen will. Denn gibt es klare Regeln, läßt sich nahezu jeder Einzelfall daran ableiten.


    Je weniger Unruhe es in der Mannschaft auf Basis klarer Regeln gibt, je mehr Zeit und Energie läßt sich in die sportliche Weiterentwicklung stecken. Ja, ich weiß, dass da viel Theorie drin steckt! Denn es gibt ja nicht nur diese Abwesenheitsgründe, sondern auch Krankheit oder Verletzung, sodass von der Theorie in der Praxis sich schon deshalb längst nicht alles so umsetzen läßt, weil sich die Mannschaft manchmal von allein aufstellt. Und wäre das nicht genug, dann können sich kleinere Gruppen im Team bilden, die jeweils ihre eigenen Interessen verfolgen. Da macht selbst der Profibereich keine Ausnahme. Natürlich sollte jede Spielerin auch für sich selbst verantwortlich sein. Aber auch in den Teams gibts genügend Ladys, die sich ala Kevin Großkreutz wie ein Elefant im Porzellan-Laden benehmen.


    Es wird dir dabei jedoch niemals langweilig werden, weil du dich darauf verlassen kannst, dass es fast immer anders kommt, als du dir gedacht hast. Aber binde deinen Mannschaftsrat in alle wichtigen Entscheidungen ein, damit ihr auch in kritischen Situationen miteinander, sattt übereinander redet.

    Begeisterung für den Sport und der Entwicklung der Kinder sind monitär nicht bewertbar und kein Kriterium um die Spreu vom Weizen zu trennen.

    So ähnlich findet meist auch die erste Reaktion des Chefs statt, wenn sein Mitarbeiter durch eine Gehaltserhöhung den Wert seiner Arbeit ins rechte Licht rücken will! Denn ein "Vergelt`s Gott" kostet ihm ja nichts, sodass sein prsönlicher Spielraum und sein Profit davon unbelastet bleibt. Allerdings riskiert er gleichzeitig, danach einen noch unmotivierteren Mitarbeiter zu haben, der nur noch "Dienst nach Vorschrift" macht.


    Das Herz für den Verein gewinnt man auf Dauer nur, wenn die Würdigung der Arbeit durch Lob und angemessenes Honorar jederzeit sichergestellt ist und nicht nach Gutsherrenart der Jugendbereich als Bittsteller behandelt wird, während man den Herren der 1. Seniorenmannschaft gleichzeitig die Eier krault! Andre: ist der letzte Satz so richtig formuliert :D ?

    @raicoon


    Eine positive Entwicklung ist nur dann möglich, wenn sich das Talent gleichzeitig in der neuen Umgebung wohlfühlt. Eine Eigenmotivation kann deshalb nicht von langer Dauer sein, wenn lediglich tägliches "Abliefern" von Leistungen erwartet wird, wobei die Maßstäbe so hoch gesetzt werden, als dass es jeweils nur unter äußersten körperlichen und mentalen Anstrengungen möglich ist. Je weiter die Fremdsteuerung einen festen Platz im Ich-Verständnis einnehmen, je weniger wird der Erfolg unabhängig vom Umfeld wahrgenommen. D.h. das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Talent, Mannschaft und Trainer nimmt soweit zu, was aber nur solange als gewollt empfunden wird, wie die eigenen Leistungen die Erwartungen anderer übertrifft. Bleib dieses Lob aus, sinkt im gleichen Maße die Eigenmotivation. Nur, wenn man erkennt, dass man selbst ein Teil dieses Problems ist, kann eine gute Lösung gelingen.


    Natürlich ist eine Entwicklung sehr selten linear, weshalb es durchaus "Wartepausen" geben darf. Allerdings läßt unser Ausbildungssystem dies so gar nicht zu, weil man jederzeit damit rechnen muß, ausgetauscht zu werden! Diese Angst kann eine junge Seele soweit auffressen, als das von einem Tag auf dem Anderen die Fussballschuhe an den Nagel gehängt werden, weil man die Nase gestrichen voll hat von Leuten, die stets Andere zu Leistungen treiben wollen, ohne jedoch selbst die Geduld zu haben und die Verantwortung allein den Talenten in die Schuhe schiebt.


    @Talentfreier Vater
    Weil nur selten der Zufall Pate steht, wenn ein durch irgendwelche Umstände durchs Raster gefallene Talent weiterhin seinen Spaß auf Kreisebene beim Fussball hat, ist es schwierig darüber ein Gesamturteil zu treffen. Würde man hier systematisch im Rahmen des normalen Ligabetriebs regelmäßig sichten, so könnte das Auge des Fachmanns auch hier durchaus auf "Rohdiamenten" treffen, die jedoch erst noch einige Zeit durch gutes Training zu weitaus höheren Leistungsherausforderungen geschliffen werden müssen.


    Ich weiß nicht, ob es korrekt ist, diese "Rohdiamanten" als "Spätentwickler" zu bezeichnen, nur weil sie zu bescheiden waren, schon früh auf sich aufmerksam zu machen? Wenn ich genügend Zeit hätte, dann wäre ich fast sicher, in jedem 5.ten Kreisligaverein ein Talent zu entdecken, welches eine weitere Förderung verdient hätte.


    Unser Sichtungssystem ähnelt jedoch dem Suchen einer Stecknadel im Heuhaufen, weshalb wir nur im guten Glauben sein können, uns die Richtigen und die Besten ausgesucht zu haben. Auch glauben wir stets richtig gehandelt zu haben, wenn wir einem früheren Talent zu bedeuten geben, dass er seinen Level erreicht hat, wenngleich dieser seinen Weg als noch nicht zuende gegangen bezeichnet.


    Es ist immer schwierig dort, wo nicht alle mitmachen dürfen, ein qualitativ hochwertiges Urteil zu finden. Denn meist schaffen es die Talente, die man zu Beginn noch gar nicht auf der Rechnung hatte. Weil jedoch der Erfolg immer viele Väter hat, während sich niemand für Mißerfolge verantwortlich fühlt, werden die Ursachen der Mißerfolge weitgehend im Nebel der Ungewissheit gehalten. Denn eigene Fehler werden doch eher als Kavaliersdelikte bezeichnet, weil es sich darüber sehr viel ruhiger schlafen läßt.


    Die Frage, wo die bestmögliche Entwicklung möglich ist, läßt sich also gar nicht eindeutig beantworten, weil wie bereits festgestellt, im wesentlichen Maße auch die Umfeldfaktoren eine Rolle spielen. Sind sie im Leistungsverein gut, dann ist hier sicher auch eine bessere Entwicklung zu erwarten als beim gleichguten Heimatverein im Breitensportbereich. Das Problem des Leistungsfussballs ist es jedoch, bereits früh und in sehr starkem Maße eine Konkurrenzsituation auf die Spieler zu projezieren, wobei die eigene Leistung bereits dadurch hervorgehoben werden kann, wenn man die des Mitspielers negativ beeinflussen kann.
    Wenn man jedoch eine sehr viel bessere Methode wüßte, dann würde man sie längst einsetzen. So aber hilft man sich stets den Weg des kleineren Übels zu finden, bei dem man nur mit Sicherheit im Nachhinein sagen kann, ob und wie weit die Leistungsskala gereicht hat! Da ist es schwer belastbare Erkenntnisse zu gewinnen, wenn gerade mal 0,5 % aller DFB-Stützpunktspieler später mal (und sei es auch nur für 1 Spiel) den Weg in den Profifussball finden. Genauere Messungen unterhalb der 3. Liga gibt es ohnehin kaum, weshalb gerade hier Tür und Tor von Spekulationen möglich sind.


    Mag sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist! Aber das wichtigste ist doch, sein persönliches Glück beim Fussball (nicht das der Anderen) zu finden! Vielleicht, um sich später einmal zu sagen: Junge das hast du verdammt richtig gemacht, unabhängig vom Grad der eingegangenen Wagnis! Denn wenn weder Mut noch Angst die richtigen Ratgeber sind, dann hat die Ratio als Teil der Entscheidung immer auch einen Platz im Herzen!