Senioren-Regionalliga ist ein schwieriges Terrain. Dort tummeln sich "Feierabend-Fussballer in Spe" mit Vollprofis. Ferner ist es ein Tummelplatz für die NLZ-Spieler, die den Weg in den Profi-Fussball nicht geschafft haben und deshalb in den zweiten Mannschaften der Bundesligisten noch den letzten Schliff bekommen sollen.
Natürlich möchte sich jeder Verein gern das Image verpassen, besonders interessant für den eigenen Nachwuchs zu sein. Die sind im Idealfall ja auch viel billiger als die "Wandervögel" in der Branche, deren Spielerberater dann am meisten Geld verdient, wenn er möglichst häufig und viel Transferprovision kassiert.
Die Trainer stehen unter starkem Erfolgsdruck. Zwar wird immer erklärt, man wolle über Kontinuität zum Erfolg. Sie reagieren jedoch häufig schon, wenn die kurzfristigen Ziele (die meistens nicht mal realistisch sind) verfehlt werden.
Für diese Trainer spielt es deshalb keine Rolle, ob ein Spieler 20 oder 30 Jahre alt ist. Er muß Woche für Woche seine Leistung abliefern. Dass es ein Talent eventuell mal schaffen könnte, dieses Argument nützt ihm wenig. Denn wie wollte er es dem Vorstand und den Sponsoren erklären, wenn es von den vielen Talenten aus dem eigenen Stall kaum jemand schafft, die gestandenen Spieler vom Stammplatz zu verdrängen? Nein, mit kurzfristigen Zielen geht man eher auf Nummer Sicher, als wenn man zu viel Zeit mit Experimenten verschwendet.
Nur in der öffentlichen Medienberichterstattung klingt es allenfalls mal durch, dass man besonderen Wert auf die Nachwuchsarbeit legt. In der Realität besteht eine U 19 eines Bundesligisten aus den besten Talenten des In- und Auslands, die man für sich gewinnen konnte.
Es geht schon hier um Geld, um viel Geld, weil die Kassen der Viertligisten kronisch leer sind! Denn alzuhäufig wird es mit der "Känguruh-Methode" (mit leerem Beutel große Sprünge machen)!
Der Übergang vno den Junioren- in den Seniorenbereich ist sehr schwierig in Deutschland, weil der Konkurrenzdruck sehr groß ist und man fast ausschließlich kurzfristige Saisonziele im Visier hat. Selbst ehemalige Junioren-Nationalspieler stellen fest, dass sie dort keinen Nimbus bekommen, weil das früher Geleistete hier überhaupt nichts zählt!
Ein Talent sollte jedoch deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich einen seriösen Spielerberater suchen und sein Glück dort suchen, wo er eine bessere Chance bekommt! Er muß sich darauf einstellen, dass er heute hier und morgen dort wohnt, sich rasch an eine neue Umgebung gewöhnt und sein Ehrgeiz nicht nach der ersten Trainerkritik erlehmt.
Wenn ein Spieler "aussportiert" wird, dann hat es normalerweise zuvor im Training und den Spielanalysen bereits deutliche Worte über die Leistungsbeurteilung gegeben. Ein Problem kann jedoch immer dann auftreten, wenn man seine Leistung nicht gut einschätzen kann und darüberhinaus den Wink mit dem Zaunpfahl seiner Trainer mehr oder weniger ignoriert.
Wenn eine Präsident oder Sportmanager zum Gespräch bittet, dann ist das schon mal ein positives Zeichen, es noch einmal zu probieren! Doch sollte man sich nichts vormachen! Wenn der Vertrag sehr erfolgsabhängig gestaltet ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, sich im Team der Zweiten wieder zu finden und nur bei besonders unglücklicher Verletzungsrate als gute Reserve gehandelt zu werden, weil man dem Verein fast nichts kostet.
