Beiträge von TW-Trainer

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    @MilkyWay


    Senioren-Regionalliga ist ein schwieriges Terrain. Dort tummeln sich "Feierabend-Fussballer in Spe" mit Vollprofis. Ferner ist es ein Tummelplatz für die NLZ-Spieler, die den Weg in den Profi-Fussball nicht geschafft haben und deshalb in den zweiten Mannschaften der Bundesligisten noch den letzten Schliff bekommen sollen.


    Natürlich möchte sich jeder Verein gern das Image verpassen, besonders interessant für den eigenen Nachwuchs zu sein. Die sind im Idealfall ja auch viel billiger als die "Wandervögel" in der Branche, deren Spielerberater dann am meisten Geld verdient, wenn er möglichst häufig und viel Transferprovision kassiert.


    Die Trainer stehen unter starkem Erfolgsdruck. Zwar wird immer erklärt, man wolle über Kontinuität zum Erfolg. Sie reagieren jedoch häufig schon, wenn die kurzfristigen Ziele (die meistens nicht mal realistisch sind) verfehlt werden.


    Für diese Trainer spielt es deshalb keine Rolle, ob ein Spieler 20 oder 30 Jahre alt ist. Er muß Woche für Woche seine Leistung abliefern. Dass es ein Talent eventuell mal schaffen könnte, dieses Argument nützt ihm wenig. Denn wie wollte er es dem Vorstand und den Sponsoren erklären, wenn es von den vielen Talenten aus dem eigenen Stall kaum jemand schafft, die gestandenen Spieler vom Stammplatz zu verdrängen? Nein, mit kurzfristigen Zielen geht man eher auf Nummer Sicher, als wenn man zu viel Zeit mit Experimenten verschwendet.


    Nur in der öffentlichen Medienberichterstattung klingt es allenfalls mal durch, dass man besonderen Wert auf die Nachwuchsarbeit legt. In der Realität besteht eine U 19 eines Bundesligisten aus den besten Talenten des In- und Auslands, die man für sich gewinnen konnte.


    Es geht schon hier um Geld, um viel Geld, weil die Kassen der Viertligisten kronisch leer sind! Denn alzuhäufig wird es mit der "Känguruh-Methode" (mit leerem Beutel große Sprünge machen)!


    Der Übergang vno den Junioren- in den Seniorenbereich ist sehr schwierig in Deutschland, weil der Konkurrenzdruck sehr groß ist und man fast ausschließlich kurzfristige Saisonziele im Visier hat. Selbst ehemalige Junioren-Nationalspieler stellen fest, dass sie dort keinen Nimbus bekommen, weil das früher Geleistete hier überhaupt nichts zählt!


    Ein Talent sollte jedoch deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich einen seriösen Spielerberater suchen und sein Glück dort suchen, wo er eine bessere Chance bekommt! Er muß sich darauf einstellen, dass er heute hier und morgen dort wohnt, sich rasch an eine neue Umgebung gewöhnt und sein Ehrgeiz nicht nach der ersten Trainerkritik erlehmt.


    Wenn ein Spieler "aussportiert" wird, dann hat es normalerweise zuvor im Training und den Spielanalysen bereits deutliche Worte über die Leistungsbeurteilung gegeben. Ein Problem kann jedoch immer dann auftreten, wenn man seine Leistung nicht gut einschätzen kann und darüberhinaus den Wink mit dem Zaunpfahl seiner Trainer mehr oder weniger ignoriert.


    Wenn eine Präsident oder Sportmanager zum Gespräch bittet, dann ist das schon mal ein positives Zeichen, es noch einmal zu probieren! Doch sollte man sich nichts vormachen! Wenn der Vertrag sehr erfolgsabhängig gestaltet ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, sich im Team der Zweiten wieder zu finden und nur bei besonders unglücklicher Verletzungsrate als gute Reserve gehandelt zu werden, weil man dem Verein fast nichts kostet.

    In jedem Spiel gibt es Situationen, wo der Pass mit der schlechten PR der bessere ist (z.B. wenn der Zielspieler im Angriff komplett alleine steht, also die Kollegen noch nicht nachgerückt sind). Ebenso gibt es einfach Positionen, wo eine guter PR leichter erreicht wird als auf anderen (9er werden kleiner PS produzieren als 6er, 8er oder 10er). Das macht die PR-Analyse aber nicht komplett sinnlos.


    Gerade bei deinem Beispiel wird man sich doch die Frage stellen müssen, wozu brauchen wir dann die PR? Denn wir wissen doch alle, dass weite Pässe eher Glückssache sind, weil nicht so präzise und nur dann gefährlich, wenn der Gegner "pennt"! Weite Pässe werden doch überwiegend geschlagen, wenn der Gegner hohen Druck erzeugt! Was soll an dieser Notlösung besonders toll sein?


    Leider stelle ich fest, dass der Nutzen der PR sehr gering ist, weil die Bandbreite seiner guten Antworten bei der Analyse sehr schmal ist!


    Aber du magst recht haben, dass meine Ansprüche an die PR zu hoch sind und ich gerne mehr darin abgebildet sehen möchte!


    Da muß ich wohl noch ein wenig warten, bis die EM in den K.O. - Spielen ein besseres Gesicht zeigt!

    @RedDevil


    Vielen Dank für den Link, der jedoch m.E. wenig hilfreich ist, weil es hier primär um die Vermarktung einer Versicherung geht. Manches wurde dabei hervorgehoben, anderes verharmlost. Wenn z.B. jemand vorsätzlich handelt, so handelt er immer auch fahrlässig. Umgekehrt besteht jedoch nicht unbedingt ein kausaler Zusammenhang.


    Fener wird hier ein Idealzustand beschrieben, wie er vermutlich bei 0,1 % aller Vereinsaktivitäten vorkommt. Wer als Trainer nicht zur Improfisation bereit ist, der wird vermutlich seinen Job schon nach dem 1. Training wieder aufgeben. Die Frage nach dem Nutzen einer solchen Versicherung stellt sich ebenfalls, wenn sie für 99,9 % aller Fälle die Haftung ablehnt?


    Sehr viel häufiger als schuldhaft verursachte Unfälle, sondern Unfälle im normalen Sport. Hier haftet die Sportversicherung lediglich nachrangig. D.h. nur in dem Falle, in dem ein dauerhafter Schaden zurück bleibt, der nicht ausreichend von der normalen Krankenversicherung abgedeckt ist. Das kommt jedoch sehr sehr selten vor!


    Weil jedoch nicht nur Schule sondern auch die Freizeit von der normalen Krankenversicherung abgedeckt ist, kann jeder dort spielen, wo er es gerade tun möchte. D.h. er benötigt keine Extra-Versicherung, wenn er zum Trianing in einem anderen Verein geht.


    Es gehört ähnlich wie die Spielersprerre, für die es zivilrechtlich gar keine Zwänge gibt, zu den Ammenmärchen der Vereine, um Kinder und Jugendliche davon abzuhalten, sich einmal woanders ausprobieren zu wollen.

    @open-minded


    Damit nicht genug! Wie würde ihr die PR beim gestrigen Tor von Mario Gommes beschreiben? Thomas Müller spielt die gegnerische Abwehr schwindelig! Ein gegnerische Abwehrspieler liegt schon auf dem Keeper am Boden, so dass nur noch ein Verteidiger ca. 3 m vor dem Tor die gesamte Torfläche abdeckt. Ausgerechnet den schießt Gommes an und hat Glück, dass der Abpraller ins Tor geht? Also von mir gibts dafür PR von "6 minus" und die Versetzung ins nächste Spiel ist ausgeschlossen! Denn das kriegt fast jeder Regionalligaspieler besser hin, weshalb nicht einmal Löw das kommentieren wollte!


    Geht mir fort mit der PR, solange man nur die gelungenen Aktionen bewertet, nicht aber den Bockmist der Spieler beschreiben kann!

    ich hatte den Ausdruck immer ehr im Stammtisch-Jargon angesiedelt

    An Stammtischen gibts ja auch den Fachmann mit "Fernseh-Bundestrainer-Lizenz"!


    Allerdings beschäftigt sich dieses Forum eher weniger mit Stammtisch-Parolen, sondern bemüht sich vornehmlich um die Verbesserung des Nachwuchsbereichs. Hier tauschen sich vornehmlich Trainer, aber auch Eltern, seltener Funktionäre und Aktive aus.


    Wer sich als Vater mit dem Jugendfussball beschäftigt, der hat die einmalige Chance, sich das Beste aus dem modernen Fussball auszusuchen, um ihn ein zweites Mal für sich zu entdecken. Auch wenn der Spruch von Uwe Seeler: "Das Geheimnis im Fussball ist der Ball" schon sehr alt ist, wird man erneut für sich feststellen, dass es noch vieles gibt, was man so noch nicht kennt!


    Im Nachwuchs-Fussball geht es um Entwicklungsphasen, nicht um Merkmale (z.B. Vollstrecker) mit Entgültigkeitscharakter. Und bei den Bambinies geht es noch nicht wirklich um Fussball, sondern um Bewegungsspiele, bei denen der Ball schon mal dabei sein darf!

    Und es gibt auch bei Bambini Leistungsunterschiede, es gibt mutige und ängstliche, schnelle Energiebündel und kleine "Tollpatsche".

    Diese Eigenschaften gibt nicht nur bei den Bambinies, sondern selbst im Erwachsenenbereich komen Platzhirsche und Mitläufer vor!


    Jedoch bedarf es für den fussballspezifischen Begriff eines Vollstreckers notwendigerweise eine vorherige Ausbildung, damit aus dem mehr oder weniger häufiger vorkommenden Zufall, dass das Tor getroffen wurde und der Torwart nicht schnell genug beiseite springen konnte, eine erfolgreich reproduzierbare Strategie wird. Hierbei ist es wichtig, dass der Spieler ein umfangreiches Verständnis entwickelt, wann ein Torabschluß lohnt, ggf. dafür ein finales Dribbling eingeht und wann man zum besser plazierten Mitspieler paßt!


    Desweiteren kommt im Fussball (aber nicht nur dort) auf den Trainer die Aufgabe zu, das Kind durch mentale Unterstützung zu helfen, seine anfangs noch größere Angst aufgrund des geringen Erfahrungsschatzes nach und nach zu reduzieren.


    Ob es irgendwann zum "Vollstrecker" wird, kann man zwar hoffen, aber eine erfolgreiche Prognose ist auf Basis der noch bevorstehenden langen Entwicklungszeit immer schwierig!


    Schlleißlich macht auch das individuelle Verständnis, was ein Vollstrecker sei, eine Diskussion darüber schwierig. Für den Einen ist es der Mittelstürmer in der 3. Kreisklasse, für den Anderen jedoch erst, wenn der Angreifer auch in deutlich stärkeren Teams mit Auswahlcharakter seine "Vollstrecker-Qualitäten" unter Beweis stellen kann.


    Gerade bei den Anfängern im Vereinsfussball besteht die Gefahr, dass man schon sehr viel mehr darin sehen möchte, als tatsächlich schon einigermaßen präzise beschrieben werden kann.


    Aber du bist ja nun sensibilisiert! Also lass es einfach mal auf die zukommen und dich überraschen! Eines kann ich dir aber schon jetzt versprechen: langweilig wird es nicht :P !

    @formsand


    Wenn du bei deiner Lehrprobe den Torabschluß in die Mitte deiner Übung stellst, will ich dir gerne helfen, eine "Endlosübung" daraus zu machen. Vielleicht kannst du deinen "altbackenen" Trainerausbilder davon überzeugen, dass es nicht nur Dribbling, Abgrätschen und Vollspannschuß gibt, sondern kreative anspruchsvollere, ballorientierte Offensiv- und Defensivkationen unter Einbeziehung von gewünschter Individual- und Gruppentaktik?


    Wenn aber das Tor in den Abschluß einer Übung stehen soll, dass finde ich nicht unbedingt spielnah. Denn leider gehen die meisten Bälle am Tor vorbei oder darüber. Auch werden sie Beute vom Torwart bzw. Abwehrspieler! Das sollte doch auch im Trainng Berücksichtigung finden oder?


    Ferner erzeugt man beim Tor als ABschluß der Übung einen künstlichen Bruch zwischen dem Angriff und der anschließenden Spieleröffnung. D.h. die Abwehrspieler werden in der Übung animiert, nicht bei einem Abpraller nachzusetzen, weil ja nach dem Schuß auch Schluß ist mit der Übung. Selbst der Torwart erobert keinen Ball knapp neben seinem Tor, obwohl der dadurch das Spiel schneller eröffnen und einen guten Konter einleiten könnte.


    Vieelicht erkennst du ja auch am feldenden Feedback, das diese Übungsform mit dem Torabschluß die meisten Trainer eher langweilt!

    @totog


    Ich glaub, da wird etwas durcheinander gebracht. Bei der Zurückstellung handelt es sich um Jungs in Jungenteams oder Mädchen in Mädchenteams. In fast allen Verbänden dürfen Mädchen 1 Jahr länger in Jungenteams spielen. Erkundige dich einfach mal bei eurem Staffelleiter!


    Nun generell zum Thema des unterschiedlichen Starts in den Fussball. Bei den Jungen beginnt der Start sehr häufig im Bambini-Alter. Bei den Mädchen ist der Eintritt häufig später. 'Dabei kommt es häufiger vor, das zunächst gar kein großes Interesse am Fussball vorhanden war, jedoch die Freundin bereits im Verein spielt und man gern gemeinsame Freizeit miteinander verbringen möchte.


    Es kommt auch häufiger als im Jungenbereich vor, dass Mädchen im Jugendbereich die Sportart wechseln. Sei es aus Frust oder Desinteresse an der zuerst erlernten Sportart. Meist aber spielt auch hier der (neue) Freundeskreis eine Rolle.


    Mädchen beginnen das Spiel anders als Jungen, weshalb man nicht schon nach den ersten Aktionen sein Urteil fällen sollten. Denn während die Jungs wie die Feuerwehr loslegen, fixieren die Mädchen zunächst einmal den Gegner und ihre eigenen Mäglichkeiten. Wenn die Jungs schon fast platt sind, fangen die Mädchen überhaupt erst an ihr Konnen zu zeigen.


    Entsprechend der bioligischen Entwicklung gibt es abweichende Entwicklungsverläufe. Durch die früher einsetzende Pubertät gibt es einen Zeitkorridor, in denen sie häufig körperlich und geistig mehr leisten können als gleichaltrige Jungen.


    Es ist lediglich eine sehr grobe Beschreibung. Denn es gibt noch eine ganze Reihe von unterschiedlichen Merkmalen. Aber vielleicht hilft sie all denen, die Mädchen in ihrer Mannschaft haben, es zwar gant toll finden, jedoch keine Argumente für die Eltern finden, warum genau diese Mädchen weiterhin im Team bleiben sollten!

    In diesem Sinne ist auch das Packing hilfreich, schließlich visualisiert es z.B. die Wichtigkeit der Verteidiger für die Offensivleistung!

    Lt. Kommentator Scholl ist die PR im gegnerischen Drittel besonders wichtig! Je mehr gegnerische Spieler dabei überspielt werden, desto besser ist die Flanke!


    Welcher Nutzen entsteht aus dieser Erkenntnis für die Nauchwuchsausbildung? Dem kleinen Keeper wird schon früh beigebracht "die Pille" moglichst weit nach vorn zu dreschen. Denn hinten soll die Null (vlg. geistige Leistung des Trainers) stehen und vorne hilft der liebe Gott.


    Wozu Spielaufbau unter Gegnerdruck, wenn das Gelbe vom Ei der "lange Ball" oder der "Alleingang" in die gegnerische Schnittstelle über die gesamte Spieldauer als einziges erfolgreiches Mittel verklärt wird?


    Man sollte sich hüten, zu viel in die PR hinein zu interpretieren!


    Hätte da gleich noch einen Vorschlag für die Qualitätsaussage der Defensivleistung: Die "APR" (Anti-Packing-Rate) sagt aus, nach wie viel überspielten Mannschaftskameraden der Ball erobert wurde :thumbup: ?


    Machen wir das Beste draus!

    ich glaube, für die Erfinder ist nicht nur wichtig, wie die "Fachleute des Fußball" das ganze finden. Ebenso wichtig ist ihnen eine Vermarktung in den Medien, mindestens

    Kann sein? Allerdings gingen ihnen beim gestrigen Spiel mehr und mehr die Argumente für die PR aus, weil trotz großer Überlegenheit und vieler guter PR kein Tor erzielt werden konnte. Schließlich wußte jemand "König Otto" zu zitieren, der schon vor einigen Jahrzehnten meinte: "wichtig ist auf dem Platz", womit gesagt werden sollte, dass es keine Rolle spielt, wie der Sieg zustande kommt! Von allgemeingültigen Rezepten wollte er nichts wissen!


    Natürlich ist es nicht verboten, seine Ideen zu vermarkten! Wie bereits angemerkt, lassen sich ein paar Details besser als zuvor beschreiben. Das verdient gewürdigt zu werden.


    Hoffen wir mal, dass es sonst noch genug in der EM gibt, über das diskutiert werden kann?

    "Vollstrecker-Qualitäten"

    Ich glaube, Bambinies haben weder Vollstrecker- noch Manndecker-Qualitäten? Das ist dann wohl eher der Wunsch von Trainern und Eltern. Wenn es nach den Bambinies geht, dann wollen sie Spaß beim Hinterherjagen nach dem Ball, denn viele Regeln kennen sie noch nicht! Für sie zählt auch noch nicht das Ergebnis, sondern nur das Erlebnis. Denn wenn man sie wenige Stunden nach einem Spiel fragt, dann bekommt man im Regelfall mindestens 3 Antworten:


    1. Ja, wir haben gewonnen
    2. Ja, ich war der Beste
    3. Ja, ich will Nationalspieler werden


    Dabei lügen die Bambinies nicht einmal. Es ist ihre Form der Wahrnehmung, die uns Erwachsenen verloren gegangen ist, weil wir verlernt haben zu Spielen. Für uns zählt nicht der Sieg allein, sondern gleichfalls die Niederlage des Gegners! Dem Kind gehts lediglich um seine Erfolgswahrnehmung, die in jeder einzelnen Szene stattfindet, an der es beteiligt ist.


    Soory, aber mit den Maßstäben des Erwachsenenfussballs wird man den Geheinmissen des Kinderfussball nicht nahe genug kommen, um zu erkennen, wofür sich gelobt und wofür sie getröstet werden wollen.


    Schau dich bitte auch mal im Forum ein wenig bei den Bambini und dem Fairplay-Fussball um. Dort wirst du sicher auf viele deiner Fragen sehr gute Antworten finden.

    @Follkao


    Provokationsregeln dienen ebenfalls dazu bestimmte Situationen herbei zu führen, um sie zu lösen. Das Beispiel mit der Veränderung der Spielfläche erschien mir deshalb als sinnvoll, weil hierfür weder von der Mannschaft noch vom Trainer besonderes Verständnis verlangt wird. Die Verwendung von Provokationsregeln verlangt vom Trainer hinlänglich Verständnis, um ggf. korrigierend einzuwirken (leichter oder schwerer machen), wenn der gewünschte Effekt nicht in ausreichendem Maße eintritt.

    Und eigentlich müsste auch der Passempfänger "Punkte" für einen Pass kassieren, denn seine Bewegung und Ballkontrolle ist ja auch ein maßgeblicher Faktor.

    Das kommt noch :D !


    Beim PR gehts um Ergebnisse und wie man dorthin gelangt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man nach Messmethoden forscht. Doch jede Methode erweist sich schon kurz nach ihrer Veröffentlichung lediglich als Puzzle-Stück, weil sie nicht alles zu erklären vermag. Aber deshalb muß sie nicht schlecht sein. Schlecht wäre sie nur dann, wenn man ihr ein Dogma verpaßt! Denn dann würde es einer Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Analyse von Fussball stören. Aber ich glaube, dass haben die Erfinder der "Packing-Rate" nicht beabsichtigt? Viemehr kann die konstruktive Kritik daran helfen, sich um das Beschreiben weiterer Phänomene im Fussball (davon gibts noch sehr viele) zu bemühen. Allerdings wird das wohl noch sehr lange dauern, denn 1 : n - Beziehungen sind bei 22 Akteuren + Schiedsrichter, Trainer und Zuschauer nun einmal unendlich groß! Das sollte uns aber nicht davon abhalten, die PR mal in unsere eigene Analyse ein wenig einzubinden, wenn wir uns mit der Leistungsanalyse unserer Spieler beschäftigen.

    @scrum


    Erst einmal vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung. Wie es ausschaut, habt ihr für euren Verein die optimale Lösung gefunden. Die Kinder können bei euch vom Know-How einer größeren Anzahl an Trainern (die sich als Trainerteam verstehen) profitieren. Sie lernen das Team nicht als untrennbare Gruppe kennen, sondern können über den Tellerrand hinaus schauen, um für sich festzustellen, dass es auch dort nette Kameraden gibt, mit denen es Spaß macht Fussball zu spielen.


    Für den Breitensport ist es unerlässlich, eher die schwächeren Kinder zu fördern. Denn die Talente werden meist irgendwann in den Verein wechseln, der für sie bessere Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Ob sie eines Tages zurückkehren hängt davon ab, wie ihnen die Zeit bei euch gefallen hat und wie die Verabschiedung erfolgt ist?


    Leider gibt es Vereine, in denen das (noch) nicht so gesehen wird. Dort streiten sich die Trainer darum, wer die jweilige 1. Jugendmannschaft trainieren darf. Der Rest wird als "Schrott" gesehen, für das sich niemand verantwortlich fühlt. Wenn dann zum Schluß nicht einmal mehr eine A-Jugend-Mannschaft übrig bleibt, schiebt man die alleinige Schuld auf die verweichlichte Jugend, die keine strenge Zucht und Ordnung mehr will! Dass der Verein und deren Traienr ursächlich für die große Zahl der Vereinsaustritte im Jugendbereich verantwortlich ist, wird dort noch nicht erkannt.


    Sicher gibt es hier und da Probleme, wenn sich Kinder, aber vor allen Dingen deren Eltern nicht richtig einschätzen können. Wenn ihr euch jedoch als Team versteht und dabei gemeinsam agiert, dürfte das Konzept weiterhin aufgehen. Ich drücke euch die Damene dazu!

    Ist eine sehr dynamische Spielform, läuft bei manchen Truppen nach meiner Erfahrung etwas zäh an, aber irgendwann geht die Post richtig ab.

    Die Spielform finde ich auch gut. Zum Einen, um die Spieler dazu zu bewegen, den Kopf möglichst oben zu lassen und darauf zu vertrauen, dass der Ball ihr Freund ist und "sich nicht selbständig macht" und zum Anderen der Orientierung, wo sich Mitspieler und Gegner gerade befinden.


    Meiner Meinung sollte es gar keine Spielformen ohne Torabschluß geben und selbst Übungen nur in Ausnahme ohne Tor. Denn Tore sind das "Salz in der Suppe des Fussballs". Sie bieten immer einen besonderen Anreiz, das es die Anstrengung lohnt.


    Deine Übung kannst du mit sehr vielen Varianten und Provokationsregeln je nach Schwerpunkt gestalten. Da sind der Kreativität kaum Genzen gesetzt und die Jungs/Mädchen werden daran mehr Spaß haben, als wenn ohne Tor oder sogar ohne Ball die Orientierung geübt wird.


    Hätte da sogar noch eine lustige Ergänzung. Schau dir mal das Spiel einer Blinden-Mannschaft an. Damit meine ich nicht das von FC Hauindensand gegen VFL Schienbeintreter, sondern eine echte Blinden-Fussballmanschaft. Schau und höre genau hin, wie sie sich im 360 Grad-Bereich orientieren. Das Nachzumachen hätte gar keinen Sinn, weil diese Menschen die Orientierung ohne Sehvermögen erst nach jahrelangem Training hinbekommen haben.


    Aber du kannst daraus 2 kleine Übungen ableiten.


    A. Partner-Übung:
    Organisation:
    1. Partner mit Ball stehen sich im Abstand von 5 m gegenüber
    2. Ein Partner stellt sich direkt hinter den Ball, konzentriert sich auf den Ball des Partners, schließt seine Augen und schießt blind auf den Ball des Partners
    3. Trifft er den Ball, gibt es einen Punkt
    Korrekturhinweis:
    Häufig befindet sich der Standfuß zuweit vom Ball, sodass auch der Schuß daneben geht. Nach dem Hinweis sollte es klappen


    B. Torschuß-Übung:
    1. Alle Spieler positionieren sich mit Ball nebeneinander an der Strafraumgrenze
    2. Auf TR-Kommando darf der erste Schütze mit geschlossenen Augen und 1 - 2 Schritt Anlauf den Ball aufs Tor schießen
    3. Für jeden Torerfolg gibts 1 Punkt


    Zweck der Übung ist die Orientierung. Gelingt sie dank technischer Fähigkeiten in eine Richtung, so ist sie auf andere Richtungen erweiterbar. Wird jedoch die ganze Konzentration darauf gelegt, den gedribbelten Ball zu beobachten oder im Zuschauermodus dem Dribbler zuzuschauen, statt aktiv durch Positionsveränderung mitzuwirken, so kann ein 360 Grad-Scannen erreicht werden.


    Konzentration kann man nicht per Trainerkommando einfordern, aber man kann sie üben und dadurch diese Phasen verlängern. Matthias Nowak (Trainer Bayern München) hat sehr viel interessante Übungen dazu.

    So machen wir es derzeit und das hat auch seine Vorteile, da man Kinder so leicht in stärkere/schwächere Gruppen verschieben kann, wenn sie eine gute/schlechte Entwicklung durchmachen. Ich finde das auch gut für die Kinder, da man sie so besser fürs Training motivieren kann, wenn eine Durchlässigkeit zwischen den Mannschaften gegeben und auch durchgeführt wird.

    Das hört sich zunächst einmal wirklich interessant an! Aber wie entwickelt sich dabei die Mannschaftszugehörigkeit der einzelnen Spieler? (Hab mal einem Schäfer zugeschaut, wie er morgens von den Bauern die Schafe abholte, auf eine Weide führte und abends zurück brachte. Dabei gingen die Schafe von ganz allein zum Stall des jeweiligen Bauern! Vermutich, weil sie es dort am Angenehmsten fanden.) In der Schule werden die Kinder ja auch beahndelt wie eine Schafherde. Es gibt Pflichtfächer (wo man gemeinsam hingeht) und Wahlfächer (wo man sich das Leckerste aussuchen darf), es gibt Klassenlehrer (falls mal ein Wehwehchen auftritt) und dann das Elternhaus (das ist der Schafstall).


    Braucht man in der Mannschaftssportart Fussball feste Trainer und Mannschaften oder sollte man es so mischen, wie es für die Beteiligten gerade am günstigsten erscheint? Haben nur die Trainer das Recht, die Kinder aus kurzfristigen Erwägungen in Mannschaft A, B oder C zu schicken oder gibt es einen Mitbestimmung der Kinder und ihrer Eltern? Sollte man die "Festpsielregel" wieder abschaffen, um damit die Flexibilität in den Vereinen zu erhöhen?


    Ist der Mensch ein Gewohnheitstier und läuft deshabl gern in seiner Herde und wieder zurück in seinen Schafstall oder sucht er das grenzen- und zeitlose Abenteuer durch Trainer, die ihn jedoch nicht fragen, ob sie in die eine oder andere Richtung gehen wollen?


    Wie klappt das bei euch? Welche Vor- und Nachteile hast du festgestellt?

    @soccerbook


    Das ist gar nicht so kompliziert!


    Natürlich gibts beim Pass nach rechts auch mit dem rechten Innenspann, wenn dort die Trefferfläche am Fuss größer ist als mit beim Versuch mit dem anderen Fuß. Denn je kleiner die Trefferfläche des Balles am Fuß ist, je größer die Gefahr, dass der Ball einen ungewünschten Effeh (Drall des Balles) bekommt.

    denn in den oberen Ligen dürfte es sehr viele Spieler geben, die unabhängig ihrer Position potentiell in der Lage sind, eine sehr gute PR zu generieren.

    Erst einmal meinen Glückwunsch für die hervorragende Formulierung von komplexen Zusammenhängen im Rahmen der PR.


    In einem Punkte muß ich dir ein wenig wiedersprechen. Wenn es tatsächlich so viele nahezu perfekte Spieler in der Bundesliga gäbe, dann würde ein Pep sicher nicht Basics wiederholen lassen und diese Trainngszeit höheren Zielen widmen.


    Denn was im Spiel gewollt , was Improvisation und was reiner Zufall ist, davon bekommen die Zuschauer meist gar nichts mit! Sie erkennen allenfalls, wie sich die Reporter bemühen, in jeder guten Aktion einen tieferen Sinn zu erkennen und auf Basis einer einzelnen gelungenen Aktion neue Erkenntnisse abzuleiten. Es kann sogar zu gänzlich anderen Bewertungen kommen, wenn ein Trainer sehr zufrieden ist der Leistung von Spieler X, der im Spiel eine bestimmte, schwieriger Aufgabe sehr gut gelöst hat. Aber in den Medien wird dieser Spieler kritisiert. Andererseits hat ein Spieler nur in ein paar Situationen von Fehlern des Gegners profitiert, wird jedoch in den Medien hoch gelobt.


    Die PR mag dort, wo sich Einzelleistungen eindeutig zuordnen lassen, vielleicht einen Sinn machen! Beim Fussball ist das nur dann möglich, wenn ein Spieler soweit herausragt, als das er allein ein Spiel regelmäßig entscheidet. Das sind momentan noch die Goalgetter, deren PR vermutlich saumiserabel ist?


    Denn wie seinerzeit schon König Otto (Rehhagel) sagte: wichtig is auf dem Platz un nich inè Laberbude! Hinterher bisse sowieso imma schlauer!

    Für den TW, wenn er mal nicht fliegend ist, werde ich aber mal eine Regel einbauen. Also Vorgabe: "TW darf den Ball z.B. nur mit links spielen".Ich kann mir vorstellen, dass es auf der TW-Position nochmal ganz was anderes ist, diese Fuß-Vorgabe zu bekommen. Ich glaube da werden sie begeistert sein...

    Weiß nicht so recht, ob das sinnvoll ist?


    Es soll ja spielnah ausgebildet werden! Und ob er seinen stärkeren Fuß durch den Schwächeren ersetzt, das ist ja nicht so wichtig. Er soll es nur mit nahezu gleicher Qualität rechts wie links können! Beim Rechts- oder Linksfuß wäre es ja das Gleiche! Soll nach rechts gespielt werden, nimmt man den Innenspann des linken Fußes und umgekehrt! An etwas Anderes sollen sie sich gar nicht gewöhnen, weil es eher zu mißlungenen Aktionen führen kann. Der Außenspann soll nur im Notfall eingesetzt werden, wenn man es in einer "engen Situation" mit dem Gegner nicht anders lösen kann, weil man mit dem anderen Fuß gar nicht mehr an den Ball kommen könnte.


    Man kann diese beidfüssige Situation mit der gesamten Trainingsgruppe üben, in dem man jeweils Dreiecke von ca. 8 m Hütchen-Abstand aufbaut. Je 2 Spieler des Dreiecks bekommen einen Ball, der abwechselt zum dritten Teilnehmer im Dreieck gepaßt wird. Aufgabe des dritten Spielers ist es, den Ball mit dem Innenspann des richtigen Fußes präzise zurück zu passen. Damit es zu Beginn nicht so schwer wird, soll der Ball zunächst mit einem Fuß mitgenommen und mit dem anderen zurück gepaßt werden, bevor er ohne Mitnahme direkt zurück.


    Gibt bestimmt noch weitere gute Übungen dazu!


    Sollte das schon recht gut klappen, kann man als Partnerübung jeweils 2 Bälle gleichzeitig zirkulieren lassen, wobei die Laufbahn des Balles links und rechts gleich bleiben soll. Denn dann wird erst gar nicht versucht, den schwachen Fuss zu umlaufen. Diese Übung (die eher für schon Ältere gedacht ist) sollte unbedingt aus der Bewegung heraus gemacht werden, damit es nicht zu Zerrungen in der Wade der schwächeren Seite kommt!

    @Ersatzbank
    Schade, denn das wäre mal eine gute Alternative, weil die Athletik leider häufig vernachlässigt oder traditionell als blosses Rundenlaufen, Liegestütz, Kniebeugen verstanden wird.


    Ich drück euch trotzdem die Daumen, dass ihr einen Weg findet, denn durch diese interdisziplinär für alle Sportarten zur Verfügung stehende Veranstaltung wird es eine Reihe günstiger Synergien sowohl unter den Trainer als auch den Sportern geben.


    Was ich allerdings nicht so ganz verstehe ist, dass dieses Angebot lediglich ambitionierten Sportlern eures Vereins gegeben werden soll? Wollt ihr eine vereinsinterne Eliteförderung gründen oder unter welchem Aspekt ist es zu sehen?