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    Satistik

    Das Video paßt ja mal wieder wie "Faust aufs Auge"!


    Aber ich frage mich die ganze Zeit, ob "Satistik" nur ein Tippfehler ist oder eine neue Wortschöpfung? Denn man kann ja, solange man mathematische Prinzipien einhält, so gut wie alles statistisch belegen. Weil das nun möglich ist, versucht uns die Empirie zu vorzutäuschen, das man theoretische Aussagen überprüfen und danach bestätigen oder widerlegen könnte. Schaut man sich jedoch die Ausgangsfragestellung an, dann wird man das Gefühl nicht los, darain bereits das zu erwartende Ergebnis der Analyse zu finden?


    Das eigentliche Problem beim Messen, Zählen und Wiegen besteht darin, dass der Betrachter dabei eine Wertung der Relevanz vornimmt und somit meist ein sich selbst bestätigendes Ergebnsi erhält. Denn er hat hierbei vergessen, selbst Teil der Messung zu sein, weil er durch die Eingrenzung der Faktoren, die ein Ergebnis herstellen sollen, eine Vorausbewertung vorgenommen hat. Diese Restriktion kann nur teilweise durch eine interdisziplinäre Betrachtung aufgehoben werden.


    Fazit: man sollte den im stillen Kämmerlein errechneten Zahlen nicht blind vertrauen, sondern sie mit Abstand und besonnenem Blick kritisch hinterfragen. Schließlich aber stellt sich die Frage nach dem Wert der Zeit, die man mit der Pflege der statistischen Daten verbringt? Denn wenn schon bei den Profis das Team, welches statistisch überwiegend in Ballbesitz ist, am Ende doch verliert, fragt man sich, was soll der Quatsch, wenns denn doch das andere Team die torentscheidenen Situationen für sich gewinnen konnte? Jubelt nicht Bayern im Moment deshalb, weil sie mit Lewandowski einen besseren Gommes in ihren Reihen haben, während andere Bundesliga-Teams es weiterhin mit Angreifern probieren, die sich zwischen die Ketten des Gegners stellen, sich aber an der 5-er Kette die Zähne ausbeißen?


    Doch halt: die Frage, ob nun das Huhn oder das Ei zuerst da war, läßt sich dennoch nicht beantworten, weshalb auch die Statistik als Sammlung von Informationen aus der Vergangenheit bei richtiger Betrachtung wertvolle Aussagen über die Zukunft liefern kann! So konnte schon vor Jahren Roland Loy durch die Analyse von über 3.000 Spielen eine Reihe von Fussballweisheiten widerlegen und somit die Kreativität der Trainer anregen!


    Wir aber haben es mit dem Breitensport zu tun, wo man sich durchaus mal die Frage stellen kann, ob eine Statistik zielführend sein kann, wenn die wichtigsten Faktoren (Kinder, unterstützt durch ihre Eltern) noch viel zu wenig in ihrem Verhalten kennen? Schließlich aber ist es der Fussball selbst, von dem wir noch so gut wie nichts wissen! Bringt hier nicht die Neugier die gewünschten Daten von allein?

    Eine neutrale Taktik hat man, wenn das Toreschießen genauso wichtig ist wie das Tore verhindern. Immer vorausgesetzt, man befindet sich in der "richtigen Liga"!


    Kassiert man mehr Tore als man schießt, so ist es in den meisten Fällen zu empfehlen seine Taktik etwas defensiver auszufrichten. D.h. das Abwehrzentrum ist stets besetzt, so dass der Gegner zunächst einmal aufgehalten wird, bis Verstärkung da ist.
    Um dennoch genügend Torgefahr entwickeln zu können, kann man mit 2 zentralen Angreifern spielen und das Flügelspiel dabei etwas vernachlässigen.


    Wer die zentrale Achse des Spielfeldes durch Überzahl beherrscht, der hat es einfacher Tore zu schießen und zu verhindern, weil die Wege zum Ball kürzer sind.


    Das Problem in sehr vielen Mannschaften ist der Umschaltprozess vom eigenen Ballbesitz zum gegnerischen Ballbesitz und umgekehrt. Denn maximal in den ersten Minuten eines Spiels ist die Aufmerksamkeit groß genug. Je länger das Spiel dauert, je häufiger beobachtet man seine Spieler dabei, wie sie auf "Zuschauermodus" umgeschaltet haben und sich dann nicht aktiv am Spiel beteiligen.


    Für diesen Umschaltprozess gibt es eine Reihe von übungen und Spielformen, von denen ich nachfolgend 1 Spielform und 1 Provokationsregel fürs Abschlußspiel erläutern möchte, die man durchaus ab der E-Jugend probieren kann.


    A. Spielform
    Organisation:
    - Ein Spielfeld von 25 x 25 m (kann nach Größe der Trainingsgruppe variiert werden) mit Hütchen bilden
    - an jeder der 4 Ecken Felder von 3 x 3 m Hütchen abstecken (dabei auf Hütchenfarben pro Feld achten)
    - 2 gleichgroße Teams bilden


    Aufgaben:
    - jede Mannschaft verteidigt 2 Felder und darf auf 2 Felder angreifen
    - niemand darf sich in einem der 4 Felder aufhalten
    - ein Mannschaft erzielt einen Punkt, wenn es ihr gelingt, mit einem Paß in eines der beiden Angriffsfelder zu spielen, worin gleichzeitig ein Mitspieler hineinsprintet, um diesen Paß zu erreichen


    Aufgrund des permanenten Ballbesitzwechsels und Positonswechsels werden alle Spieler dazu animiert, sich in jeder Phase des Spiels aktiv ins Spiel einzubinden. Aber nicht nur der Ballbesitz, sondern auch das Freilaufen nach Ballbesitz kann sehr gut über eine hohe Ballkontaktquote trainiert werden.


    B. Abschlußspiel
    Organisation
    - Spielfeld nach Größe der Trainingsgruppe mit Hütchen markieren
    - auf jedes Hütchen einen Ball legen


    Aufgaben:
    - wer einen Ball ins Aus schießt oder ablenkt, muß ihn zurück holen
    - währenddessen darf sich der Gegner einen Ball von einem Hütchen in der Nähe des ins Aus geschossenen Balls holen und ihn einwerfen (je schneller er es ausführt, je länger ist die Zeit des Überzahlspiels)
    - der ins Aus geschossene Ball wird aufs leere Hütchen gelegt


    Nach den ersten Fehlpässen oder Ballabwehrversuchen ohne Anwendung von Techniken erkennen die Spieler rasch die Vorzüge eines Überzahl und die Nachteile eines Unterzahlspiels. Weil auch der Torwart einen ins Aus gelenkten Ball (den er meist auch hette festhalten können) wiederholen muß, liegt ein besonderer Reiz, ins solchen Situationen schnell durch intelligente Paßstationen zum Torerfolg zu gelangen.


    Varianten:
    Durch Vergrößerung oder Verkleinerung des Spielfelds kann der Schwierigkeitsgrad verändert werden, bzw. andere Faktoren wie enge Ballführung, Blick auf die Gegner und Mitspieler verändert werden. Durch eine andere Spielfeldaufteilung in Länge und Breite lassen sich Passoptionen (mehr in die Breite oder mehr in die Tiefe spielen) variieren.


    Viel Spaß abeim Ausprobieren!


    Kontern will gelernt sein! Denn hier geht es im Gegensatz zum Ballbesitzspiel um Raumgewinn in die Aktionsschnelligkeit. Wer hingegen Konter verhindern will, kann dies am besten durch Übungen und Spielformen mit Umschaltenprozessen trainieren. Dabei sollten immer Anreize geschaffen werden, damit die Kinder Spaß daran haben, sich im Wettbewerben zu messen.


    Kinder lernen sehr gut von Kindern. Aber sie brauchen die richtigen Impulse von ihren Trainern, wo sie allein noch keine guten Lösungen finden.

    Das Urteil des Bundesgerichtshofes ist am 20. September zu erwarten.


    Dem Kläger (SV Wilhelmshaven) werden von Gerichtsbeobachtern gute Chancen auf Erfolg eingeräumt.


    "In der Sache sei der Beschluss, mit dem der Zwangsabstieg verfügt worden sei, unter anderem deshalb rechtswidrig und damit unwirksam, weil er als Beugemittel zur Durchsetzung von gegen den Kläger gerichteten Zahlungsansprüchen diene, die mit dem Recht auf Freizügigkeit gemäß Art. 45 AEUV nicht vereinbar seien", heißt es dazu. (Quelle: http://www.bundesgerichtshof.d…ne/DE/Termine/IIZR25.html)



    Behält der Sportverein recht, so könnte es eine ähnliche Auswirkung auf den Sport wie das "Bosman-Urteil" haben. Denn bereits dort stellte das Gericht fest, dass: "der Artikel 48 des EG-Vertrags, den der Gerichtshof "als ein Grundrecht angewandt hat, das die Freizügigkeit des Unionsbürgers nicht nur durch ein unmittelbares Diskriminierungsverbot, sondern ebenso durch ein Verbot nichtdiskriminierender Freizügigkeitsbeschränkungen schützt."(Quellle: https://www.bisp-surf.de/discovery/Record/PU200305001179)



    Identisch in beiden Fällen scheint, dass der Sport sich autonome Gesetze geschaffen hat, die einem Freizügigkeitsrecht des Individuums entgegen stehen können!



    In ein paar Tagen wissen wir mehr!

    reine Bauchentscheidungen von Experten

    Na, das wäre dann ja ein Widerspruch in sich oder? Kalli wäre nicht nur von seinem Umfang ein geeigneter Kandidat, der mit viel "Bauchgefühl" und Phatos Argumente austauscht.


    Weiteres Beispiel hierfür sind politische Umfragen, wer was wählt? Obwohl hier eigentlich gleiche Raster abgefragt werden, gehen sie doch immer zu Gunsten des Auftraggebers aus. Weil aber der Bürger gemein ist, entscheidet er sich, wenns drauf ankommt, dann doch noch anders. Schließlich sind es ja geheime Wahlen!


    Wenn ihr ins Theater geht, dann seid ihr davon überzeugt, dass jeder Schauspieler nach dem ihm zur Verfügung gestellten Daten seine Rolle spielt. Weil ihr jedoch seinen Text gar nicht kennt, bemerkt ihr seine Fehler meist gar nicht. Dennoch habt ihr das Gefühl, bestens unterhalten worden zu sein.


    Auch bei der Wetterprognose schauen die Berichterstatter jeden Abend mit ehrlichem Gesicht in die Kamera. Aber hat man schon mal einen Experten gesehen, der sich dafür entschuldigt hat, wenn er mit seiner Prognose trotz bester Daten total daneben gelegen hat? Kann man ihn in Regress nehmen, wenn man aufgrund von erwartetem Sonnenschein die Wäsche zum Trocknen nach draußen gehängt hat? Nein, aber wir hören ihm dennoch jeden Abend zu!


    Ein Professor an der Uni Trier lud vor Jahren Richter und Staatsanwälte zu einer Veranstaltung ein, in der es um die Vertrauenswürdigkeit von Zeugenaussagen als ergänzende Daten für Indizienentscheidungen ging. Während der Veranstaltung erschien ein Mann (der Hausmeister) beim Professor. Zum Schluß der Veranstaltung bat der Professor seine Zuhörer, diesen Mann zu beschreiben. heraus kam dabei eine Körperlänge von 1,60 m bis 1,90 m, ein Alter von 30 - 60 Jahren und noch sehr viel mehr abweichende Informationen. Damit konnte der Professor glaubthaft belegen, dass nicht alles so icht, wie man es sieht, weil man manches nur glaubt zu sehen! Juristische Irrtümer lassen sich trotz bester Datenlage nie ganz ausschließen.


    Es ließen sich noch eine Reihe weiterer Beispiele anführen, warum man besser nur der Statistik glaubt, die man selbst gefälscht hat!


    Selbst bei gleicher Datenlage kann der Blickwinkel darauf sehr unterschiedlich sein. Der dicke Paule freut sich vielleicht schon darüber dabei zu sein, ohne den Anspruch auf akurate Einhaltung seiner Spielminuten zu erheben, während die überehrgeizige Mutter ständig auf die Uhr schaut, ob nicht ein anderer Spieler mit Zeit bekommt, als ihr Sohn. Für Paule ist die Mannschaft eine Art Familie, weil seine Eltern beide berufstätig sind und für seine Alltag wenig Zeit haben. Für die Mutter muß der Junge überall der Beste sein, weil er sonst nur das bekommt, was andere übirg lassen.


    Jede Entscheidung birgt ein gewisses Maß an Risiko. Wer den Wunsch hegt, immer alles richtig machen zu wollen, sollte besser nicht Trainer werden. Schaut nicht allein auf eure Mannschaft, sondern schaut euch um! Seid neugierig, was und wie es Andere machen und sucht für euch die Sachen heraus, die ihr für euch gebrauchen könnt. Die findet man aber nur ausserhalb des Tellerrands, wenn man nur dann das eigene Umfeld kritisch hinterfragt. Statistiken liefert hier einen Teil, der Rest besteht aus einer Mischung von Erfahrungen und Improvisation.


    Wie bereits erwähnt, mag die Anwensheitsliste im Seniorenbereich bedingt Auswirkungen haben, weil sich dort die Spieler auch untereinander in die Pflicht nehmen, um gemeinsame sportliche Ziele verfolgen.
    Aber selbst nach Datenbasis richtige Entscheidung nützen nichts, wenn dahinter nicht auch der gewünschte sportliche Erfolg steht. Die werden ihm auch wenig nützen, wenn man sich zum entscheidenden Ablösungsgespräch trifft.

    Das Spagat zwischen sinnvollem E-Jugend-Fussball und der Taktikdiskussion fällt mir mitlerweiel immer schwerer!


    @Goodie
    Ich gebe dir da vollkommen recht, dass man gerade bei ehrenamtlicher Tätigkeit in den Gremen nicht allzuviel erwarten darf. Aber durch reines Beschreiben der Mißstände wird es ja nicht besser. Zunächst einmal gehts ja darum, was alles ohne äußeres Zutun verbessert werden kann? Dann kann man probieren den Jugendbereich auf die Zukunft mit höheren Ansprüchen an den Kinderfussball vorzubereiten. Schließlich können auch im Rahmen des Staffeltages Mehrheiten für sinnvolle Änderungen zu Verbesserungen führen. Mag dann auch Manches mit 2 Schritten vor und 1 Schritt zurück funktionieren, so lassen sich mit Geduld und Zähigkeit in der Sache durchaus bessere Rahmenbedingungen schaffen.


    Bei der Taktik würde ich gern @Grätscheein wenig widersprechen wollen, dass es eine altersbezogene Grenze gibt, ob man Defensivpressing (im eigenen Drittel) oder Offensivpreessing (im gegnerischen Drittel) spielt. Der Hinweis, dass es auch ein Mittelfeldpressing (funktioniert aber im Prinzip wie Angriffspressing, nur eben im Mitteldrittel) sei erlaubt. Beim Abwehrpressing wird sich nicht in den Strafraum zurück gezogen (um wohlmöglich noch dem TW die Sicht zu versperren), sondern im eigenen Drittel. Gelingt es dem Gegner dennoch mit dem ball in den torgefährlichen Bereich vorzudringen, so soll er "gedoppelt" und ihm der Schußweg zum Tor versperrt werden. Ist ein Doppeln nicht möglich, so soll die "innere Linie" zugestellt werden, wodurch der Keeper dann nur noch eine Torhälfte abzusichern hat.


    Eine wesentliche Voraussetzung für das Pressing ist das Verständnis, wann der Gegner lediglich angelaufen werden soll (z.B. um ihn nach außen oder auf seinem schwachen Fuß abzudrängen) und wann der Ball wie attackiert werden soll?


    Wie bereits erwähnt, kann ein Offensivpressing nur für einen kurzen Moment erfolgversprechend sein. Kann der Ball über die hoch stehende Abwehr hinweg gespielt werden, so kann die Abwehr keinen Druck mehr auf den Ball ausüben (was möglich wäre, wenn sie aufgrund tieferer Position zum hin Ball verschieben könnten), sondern muß hinter Ball und Gegern herlaufen. Aber selbst bei Balleroberung ist ein Spielaufbau schwierig, weil der Gegner nachsetzt und sich daraus meist noch eine bessere Torchance für ihn ergibt.


    Voraussetzung eines Angriffspressings sollte immer eine technische und körperliche Überlegenheit sein, weshalb ein "Abwarten" im eigenen Drittel kein rechtes Spiel aufkommen lassen würde. Wie jedoch bereits bei den Profis (z.B. Bayern München) gezeigt, kann diese Systemverliebtheit dazu führen, als dass dieses System gegen gleichstarke Team schon deshalb nicht funktioniert, weil der Gegner sofort nach Balleroberung in die Tiefe (statt zurück oder quer) passt, aufgrund der personell schwachen Defensivabteilung noch unsortiert in ungewollte 1vs1-Laufduelle gerät- Fermer setzt der Gegner sofort nach, wodurch meist noch bessere Torchancen erzielt werden können.


    Als Lösung für die jeweiligen Vor- und Nachteile möchte man ballbesitzabhänige Taktiken erproben. Hierbei will man bei eigenem Ballbesitz die Länge und Breite des Spielfeldes ausnutzen und bei gegnerischem Ballbesitz kompakt Druck auf den Ball ausüben. Dass das alles mehr oder weniger noch nicht so ganz funktioniert, erkennt man insbesondere daran, dass man hin und wieder das Mittelfeld als Raum für offensive wie defensive Aktionen vernachlässsigt. Allerdings ist es so für den Zuschauer spannender, als wenn sich die Teams gegenseitig im Mittelfeld neutralisieren.


    Was das mit dem Kinderfussball zu tun hat? Na zunächst einmal kann es nicht schaden, zu viel zu wissen! Außerdem kann Taktik sehr spannend sein, weil man dadurch ganz neue Blickwinkel fürs Spiel erhält. Ferner fällt es leichter, die jeweiligen Schritte dorthin zu planen, als wenn man im Blindflug durch die Saison huscht! Wie viel man wissen möchte, hängt vom persönlichen Ehrgeiz ab. Denn müssen tut man im Ehrenamt ja nichts, man muß es nur wollen!


    Wenn jedoch der Gegner mit sehr unsauberen Mitteln (z.B. Fäschung von Passangaben, ältere Spieler einsetzen, usw.) agiert, dann nützt im Moment die beste Taktik wenig! Solchen Leuten muß das Handwerk gelegt werden, denn die machen den Kinderfussball so schlecht, als das sogar die eigenen Kinder und Eltern keinen Bock auf solche Typen haben.

    Das ähnelt du eine Saison der Nächsten!


    Zunächst einmal hat man einen großen Kader und zerbricht sich den Kopf, wie man denn die beste Rechtfertigung für einen Spieleinsatz der einzelnen Kader-Mitglieder findet? Doch schon nach den ersten 3 - 4 Spielen stellt sich die Mannschaft quasi von selbst auf, weil 3 auf Schulausflug weg sind, 2 krank, 1 sich verletzt, 1 wegen privatem Bockmist von den Eltern und 1 wegen Null Bock auf Fussball erst mal abgemeldet sind.
    Aus dem Restkader, der sich meist erst kurz vor dem Spiel ergibt, muß der Trainer improvisieren, aus den vorgangenen Spielern eine Mannschaft aus dem Armel zu zaubern? Wohl dem, der von Anfang an nicht zwischen Stamm- und Ersatzspielern unterschieden hat, sondern dem alle Spieler, die zu ihm zum Training und den Spielen kommen, unabhängig vom momentanen Leistungsvermögen gleich viel wert sind.


    Bei den Senioren man das ligaabhängig noch etwas anderes sein. Allerdings gibts auch dort "Vögel", die mit immer neuen Entschuldigungen, die man glauben kann, aber nicht muß, dem Trainer eine hohe Motivation und Trainigsfleiß vorgaukeln.
    Da genügt ein diskreter schriftlicher Hinweis über die aktuelle Trainingsbeteiligung in der Kabine. Denn hieraus kann jeder die Fakten ablesen, sodass es kaum zusätzliche Worte braucht, wenn Spiele z.B. wegen mangelnder Fitness der Mannschaft oder fehlender Einstellung aufgrund geringer Trainingsbeteiligung kommentiert werden sollen.


    Aber natürlich sollte sich auch der Trainer an die eigene Nase fassen und sich fragen, ob er ein interessantes, abwechselungsreiches Training anbietet?
    Wer Statistiken führt, sollte sich fragen, ob sich daraus die gewünschten Entscheidungshilfen ableiten lassen? Weil auch der Trainer Teil der Mannschaft ist und durch sein Wirken zum Mannschaftserfolg maßgeblich beiträgt, sollte jedes Ergebnis zunächst mit den darin enthaltenen Trainerentscheidungen abgeglichen werden.


    Denn mir erscheinen das Improvisationstalent und das Fingerspitzengefühl im zwischenmenschlichen Bereich wichtigere Erfolgsfaktoren, als wenn mir Statistiken die Entscheidungsarbeit weitgehend abnehmen sollen. Man kann durch gute Messung vor groben Fehlern bewahrt werden, aber man kann leider nicht messen, was geschehen wäre, wenn man nicht alles auf Datenbasis entschieden hätte? Dieses Restrisiko, was auch Bauchgefühl genannt wird, kann in engen Partien den Ausschlag geben. Deshalb braucht auch ein Trainer den Mut zum Risiko, als wenn er sich immer hinter Daten verstecken muß.

    Ich finde es ja interessant, dass ihr euch im unteren Jugendbereich schon sehr viele Gedanken über die Taktik macht! Aber der Weg, die Spieler während des Laufens auch gleichzeitig zum denken zu animieren, ist nicht so leicht, wie man glaubt! Denn er setzt voraus, dass von der Zuschauerrolle, die ausschließlich auf den Ball gerichtet ist, löst! Denn nur dann wenn ihr eure gesamte Mannschaft und die ds Gegners im Blick habt, kann es euch gelingen, über individualtaktisches Verhalten hinaus die Gruppen- und Mannschaftstaktik eures Teams zu fördern. Denn der Fussball findet nicht nur dort statt, wo gerade der Ball ist, sondern er kann sich schon im nächsten Moment auf jedem anderen Flecken des Rasens abspielen. D.h. nicht nur die Ballaktionen, sondern das, was daraus zu erwarten ist, zu erkennen, um sinnvolle Lösungen im Training zu erarbeiten und im Spiel auszuprobieren.



    Wie sehr sich Taktik auswirkt, sollen nachfolgende Beispiele verdeutlichen:
    1. Besonders hohes Verteidigen
    Wenn mein Team also sehr hoch verteidigt, so kann der Gegner die eigene Abwehr durch einen langen Paß auf einen schnellen Angreifer die eigene Abwehr aushebeln. Wenn man also hoch verteidigt, sollte auch immer der Keeper eine dynamische Anpassung an die Positionen seiner Vorderleute haben, um diese langen Pässe effektiv ablaufen zu können. Natürlich kann man es probieren, den Ball sofort zurück zu erobern, was jedoch lediglich in den ersten 5 Sekunden nach Ballverlust Sinn macht. Denn spätestens dann kann man den langen Paß nicht mehr verhindern und man sollte sich zurück ziehen.


    2. Besonders tiefes Verteidigen
    Stelt man seine Spieler wie "Zinnfiguren" auf den Rasen, spielt es fast keine Rolle, wo sie stehen, weil ihr Aktionsradius viel zu klein ist. Allerdings hat das tiefe Verteidigen auch eine Reihe von Vorteilen. Hier ist zunächst einmal das Ablaufen gegnerische Pässe zu nennen. Denn während der Gegner zunächst einmal noch ein wenig langsamer hinter dem Paß herrennt, kann der Abwehrspieler im Vergleich zu ihm mit doppelter Geschwindigkeit die Distanz zum Ball verkürzen. Deshweiteren hat eine tiefspielende Defensive jederzeit einen guten Blick auf Ball und Gegner, weshalb es sich besser auf mögliche Situationen einstellen kann, als wenn es mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen muß und nicht weiß, was der Gegner im Rücken gerade im Schilde führt.


    3. Großchancen durch schnelles Umschalten kreeiren
    Will man selbst Großchancen erspielen, so kann es taktisch von Vorteil sein, sich bei Ballverlust im gegnerischen Drittel zunächst in die eigene Hälfte zurück zu ziehen, um den Passraum für den Gegner immer enger werden zu lassen, ihn schließlich zu einem Fehlpaß zu provozieren. Mit wenigen Diagonalpässen sollte ein freien Mitspieler im torgefährlichen Raum des Gegners angespielt. Ist noch ein weiterer Angreifer mitgelaufen, so kann bei der Großchance aus einem 1vs1 auch ein 2vs1 werden. Der Prozess von der Balleroberung bis zum Torabschluß sollte nicht mehr als 10 Sekunden an Zeit vergehen. Denn sobald ein Spieler dribbelt, wenn vor ihm kein Gegner ist, statt sofort zum Mitspieler zu passen, um schneller mehr Raum zu gewinnen oder ein Rück- oder Querpass erfolgt, kann sich der Gegner sortieren und man bekommt allenfalls noch eine normale Torchance.


    Hier mal ein besonders einfaches Beispiel zum Nachmachen:
    - Mit 3 Pässen zum Torabschluß -
    Situation: Anstoß am Mittelkreis
    1. Paß: Anstoß zum Mitspieler
    2. Paß: Mitspieler paßt in den Laufweg zum Außenbahnspieler
    Während der Außenbahnspieler mit hohem Tempo zum Tor dribbelt, läuft gleichzeitig der Mittelstürmer zum 1. Pfosten und der ballferne Außenbahnspieler in Richtung 2. Pfosten des gegnerischen Tores
    3. Paß: Außenbahnspieler auf Mittelstürmer
    Der Mittelstürmer entscheidet anhand seiner Position und der des gegneruischen Abwehrspielers und Keepers, ob er selbst schießt oder den Ball zum mitgelaufenen ballfernen Außenbahnspieler durchläßt


    Bei dieser Paßstaffette wird bewußt auf kurze, wie auf lange Pässe verzichtet. Denn der Kuzrpaß bringt nicht viel an Raumvorteil und der lange Paß ist meist sehr unpräzise. Der mittellange Paß sollte also im Training geübt und in Spielformen unter Gegnerdruck vertieft werden. Ferner zeigt es auf, dass Taktik keine statischen, sondern stets dynamische Prozesse beschreibt. Theoretisch mag es gelingen, sich ein hohes oder tiefes Verteidigen vorzustellen, aber praktisch gibt es dazwischen jede Menge an Situationen, die es erst einmal zu verstehen gilt, um zu den jeweils gewünschten spielentscheidenen Endphasen, die über Sieg und Niederlage entscheiden, zu gelangen.


    Ein Stellen und Stehen lassen von Spielern über den Moment hinaus ist schon deshalb nicht zielführend, weil der Ball auf jeden Quadratzentimeter des Spielfeldes wechseln kann und jeweils dafür eine gute Lösung gebraucht wird. Gerade die Spielerrotation bietet hier eine sehr gute Möglichkeit, Erfahrungen auf unterschiedlichen Positionen und Situationen zu sammeln. Euch Trainer macht es zu hervorragenden Beobachtern, denn auch ihr könnt viel von euren Kindern lernen, weil es jedes Kind ein wenig anders macht, was auch gut so ist. Nur dort, wo durch das Handeln "Sackgassen" im weiteren Spiel zu erwarten sind, sollte man vorsichtig eingreifen und korrigieren. Vorsichtig deshalb, weil erst nach der Erkenntnis, ob die Handlung in der Aktion aus Zufall oder aus mangelndem Verständnis passierte?


    Aber nun einmal zurück zum E-Jugend-Fussball! Natürlich gibt gerade der untere Jugendbereich auch verantwortungslosen Leuten viel Gestaltungsraum. Aber warum soll man immer den wenigen Dummen das Feld überlassen, anstatt sich gemeinsam Gedanken darüber zu machen, wie es in der Masse besser funktionieren kann, sodass man möglichst nicht mehr über ein 26 : 0 diskutieren muß?

    Klatschen gehören zum Geschäft und es gibt Tage, die man einfach abhaken muss.

    Eigentlich ein schöner Abschlußsatz zum Thema.


    Allerdings hat mich gewundert, warum fast ausschließlich über die Fähigkeiten der Kinder, selten jedoch über die der Trainer diskutiert wurde. Denn gerade die Ergüsse über das taktische Verhalten lassen vermuten, dass man hier Wissen aus dem Seniorenfussball auf den Kinderfussball übertragen möchte´. Wenns dann nicht so klappen will, dann hat der Gegner entweder ältere Spieler oder viel bessere Einzelspieler mit Stützpunkterfahrungen.
    Ich habe mich manchmal gefragt, warum ehemalige Bundesliga-Nachwuchsspieler, die den Sprung nicht geschafft haben, später in unteren Ligen kaum noch von den Anderen zu unterscheiden waren? Gewiss liegt es auch an ihrer Motivation und dem geringer gewordenen Spaß am Fussball? Aber liegt es nicht auch an der unterschiedlichen Qualität seiner Trainer?


    Hier wurde u.a. die Frage gestellt, warum Trainer ihre Teams für ungeeignete Staffeln (viel zu hoch oder zu niedrig) melden, sodass erst durch den Qualifikationsmodus eine Ligaanpassung von dritter Hand erfolgt! Es sollte jedoch in diesem Zusammenhang die Verantwortung der Vereinsvorstände, insbesondere der Jugendleiter gefragt sein, damit solche Ergebnisse, von denen letzendlich niemand etwas hat, gar nicht erst möglich werden.


    In der F-Jugend gibts die FPL-Liga. Aber auch dort wird es sicher noch Jahre brauchen, bis der Sinn der Veränderungen auch bei den Vereinsverantwortlichen angekommen ist?


    Wie könnte man die E-Jugend reformieren, damit zweistellige Ergebnisse der Vergangenheit angehören?

    Unter Taktik versteht man einen Plan zur erfolgreichen Spielgestaltung. "Taktische Fouls" werden im älteren Jugend- und Erwachsenenbereich als unfaire Aktion mit einer "Gelben Karte" geahndet.


    Wenn hier z.B. einmal ein Fussballspiel zwischen Mädchen- oder Frauenmannschaften und denen von Jungen- und Seniorenmannschaften vergleicht, so wird man hier einen deutlichen Unterschied in der Anzahl der taktischen Fouls erleben. Selbst vorgetäuschte Fouls (Schwalben) sieht man im welblichen Fussball sehr viel seltener. Wer sich für Taktik interessiert, wird im Mädchen- und Frauenleistungsfussball weitaus mehr auf seine Kosten kommen, als die ständigen Spielunterbrechungen wegen Fouls oder vorgetäuschten Fouls im Jungen- und Männerfussball.


    Beim taktischen Foul soll der Gegner durch eine leichte Behinderung (z.B. Tricotziehen), sofort an Tempo verlieren, wodurch der Angriff unterbrochen wird. International und national soll der Offensivfussball gefördert werden, weshalb für diese Form eines unfairen Verhaltens bei erkennbarer mittelbarer Torverhinderung die Verwarnung mit "Gelber Karte" eingeführt wurde.


    Wer "geschickt foult", wird als clever gelobt und wer dumm foult" als Trottel beschimpft. Ein taktisches Foul gilt als geschickt, weil es sich in aller Regel positiv auf das Spielergebnis auswirkt. Außerdem gibt es dafür nur eine "Gelbe Karte" Ein dummes Foul wird meist durch einen Strafstoß geahndet und eine "Rote Karte" ist fällig. Würde man ein taktsiches Foul mit einer "Roten Karte" ahnden und es beim dummen Foul beim Elfmeter belassen, so hälte man einen Fairness-Ausgleich geschaffen. Auch käme niemand mehr auf die Idee, sich eine Mannschaftstaktik auszudenken, bei der taktische Fouls aufgrund hohen Pressings zum Spielsystem gehören.


    Zwar soll das Offensivspiel durch Spielregeln gefördert werden, aber an dieser Stelle sind sie inkonsequent und fördern dadurch taktische Fouls. Dass alles das, was die Großen toll finden, von den Kleinen ausprobiert werden will, dass versteht sich von ganz allein.

    Na das ist aber auch eine vage Behauptung.

    Na, dann lege ich noch gleich eine nach! Der gute Trainer kann das nicht nur für einen Verein schaffen, sondern kann die erfolgreiche Arbeit auch in anderen Vereinen schaffen, weshalb er in jeder Saison aus den Angeboten wählen kann. Dumm nur, wenn der Verein seine Arbeit und die Entwicklung seiner Mannschaft nicht (an-)erkennt. Dann kann es passieren, dass die halbe Mannschaft und der Trainer weg sind. Denn dort, wo man sich wohlfühlt, sieht der Trainer keine Veranlassung zu wechseln und die Kinder keinen Grund, dabei nicht mitmachen zu wollen.


    Aber ein guter Trainer kann in der Anfangsphase seiner Tätigkeit in einer neuen Mannschaft durchaus mal 26 : 0 verlieren. Doch ihm gelingt es mühelos aus den Schwächen der eigenen Mannschaft die Stärken zu ziehen, indem er erkennt, wo er in dieser Mannschaft seine Prioriäten setzt, um sie (nicht von heute auf morgen, das schafft niemand) kontinuierlich weiter zu entwickeln. Für in ist eine begleitende Weiterbildung selbstvertändlich, weil es ihm Spaß macht und keine Last darstellt. Das macht ihn gegenüber seiner Konkorrenz besser und interessant für andere Vereine. Denn wo aus dem Spaß am Fussball ein Spaß an der eigenen Leistung geworden ist, da sind auch die sportlichen Erfolge eine logische Folge auf festem Fundament.


    Hier aber geht es vornehmlich um den Breitensport, wo man schon deshalb die Ziele nicht so hoch hängen sollte, weil Trainer nicht allein aus dem Spaß am Fussball, sondern manchmal wegen des Kindes und weil es kein Anderer machen wollte, den Trainerjob übernommen haben. Aus diesem Grund ist das Interesse an Traineraus- und fortbildung begrenzt. Teilweise ist auch gar nicht die Zeit dafür vorhanden. Damit aber auch der Trainer seinen Spaß am Fussball haben kann und die Mannschaft ohne Leistungsdruck seine Spiele austrägt, wurde die FPL ins Leben gerufen. Wer als Trainer ohne entsprechendes Fundament einer Ausbildung jedoch versucht, sehr große sportliche Ziele mit seiner Mannschaft zu verfolgen, ist entweder ein Naturtalent oder besonders naiv. Denn spätestens bei einem Aufstieg wird für ihn und das Team die Luft dünner, weil die Trainerkonkurrenz besser wird. Leider muß dann manchmal die Mannschaft als "Blitzableiter" herhalten. Und um den Bogen zum Threadhersteller zu spannen: genau das hat er nicht gemacht, sondern zunächst einmal sich selbst gefragt, was er besser machen kann? Dazu hat er sogar Trainingsvideos ins Netz gestellt, für die er nun unsere Unterstützung erhofft! Also traut euch ran! Denn dieses Forum ist nur deshalb einzigartig, weil man hier für viele Themen rund um den Fussball Hilfe bekommt.

    Das finde ich vollkommen legitim. Nicht jeder wuppt den Wechsel in die Schule "einfach so".

    Gebe dir da vollkommen recht! Ich war schon in der ersten Pause des Einschulungstages auf der Flucht :thumbup: , weil meine Mutter sagte, ich könne ja nach Hause kommen , wenn es mir dort nicht gefällt. Das hab ich wörtlich genommen! Mein Opa hatte mich gewarnt, dass man mir dort einen "Stacheldraht" per Drill und Zensur um meine Seele egen wollte :( ! Während ich jedoch meine Reaktion angemessen empfand, als demokratisches Mitglied vom Demonstrationsrecht Gebrauch zu machen (es steht ja nirgendwo drin, wie alt man dazu sein muß), waren die Erwachsenen der Meinung, ich hätte hier noch nix zu melden. Also führte meine Mutter mich den Steißtrommlern zu, die von mir ein normiertes Denken verlangten. Dazu zählte auch, das ich fortan nur noch mit dem "artigen Händchen" schreiben durte, denn als ich mit Links einen Osterhasen an die Tafel malen wollte, schlug mir der Lehrer die Kreide aus der linken Hand, um sie mir die Rechte zu drücken. Aber das Gekrackele gefiel mir nicht. Es schien sogar eine Aufforderung für die Mitschüler, sich über den lustig zu machen, der so linke Dinger versucht hatte und nunmehr, Schmerzen in Kauf nehmend, zur Vernunft gebracht werden mußte.


    Doch im Gegensatz zur heutigen Schilderung, wonach die Einschulung zu anstrengend gewesen sein soll, hab ich mir damals sofort nach der Heimkehr meinen Fussball genommen, der mir als einziger echter Freund in diesem Moment blind vertraut war.


    Ja, es war schon sehr viel Langeweile in der Schule! Das ist noch anstrengender, als wenn es spannend und kurzweilig ist! Da sollte man doch mit solchen Kindern, die die Schule anstrengend empfinden ein wenig mehr Rücksicht und Besonnenheit walten lassen oder?

    Eigentlich haben wir kein Geldproblem, sondern eher ein Imageproblem, weil genau die Vernachlässigung der Jugend wird dem Verein nachgesagt.

    Ich glaube, niemand hat deinen Beitrag wirklich verstanden? Denn, ob es in manchen Vereinen schon immer so war, stellt ja keine Antwort darüber, ob es auch richtig und in Zukunft so sein sollte?


    Beim "Betteln für die Jugend" gibt es noch eine weitere Variante. Zwar ist Alkoholwerbung im Jugendbereich auf Tricots verboten, scheinbar nicht jedoch der Verkauf von alkoholischen Getränken durch Minderjährige in den Fussballstadien?


    So, kommen wir nun zu der Intension deiner Frage zurück, was man vom Betteln der Kinder für den Jugendbereich halten soll? Wenn gleichermaßen für den gesamten Verein um Unterstützungsgelder geworben würde, dann ist das sicher O.K. Wenn jedoch "Dorfbundesliga" gespielt wird und dabei das Vereinsbudget zu einem überwiegenden Teil an die Senioren-Mannschaft(en) verbraten wird, so läßt sich dies schwerlich mit den Idealen ehrenamtlich tätiger Vereine verbinden. Zum einen decken sich kommerizelle Interessen von Sponsoren sich mit den Zielen des Vereins (möglichst viel Geld für die Seniorenmannschaft zu erwirtschaften). Zum Anderen sollen Sammlungen von Kindern für den Jugendbereich über diese Kernziele hinwegtäuschen. Schließlich dokumentiert man durch diese Form des Kinder-Betteln (denen ein Erwachsener ja so leicht keinen Wunsch absprechen will - sonst würde man Erwachsene mit der Sparbüchse herumlaufen lassen) indirekt, dass einem der Jugendbereich am Ars.. vorbei geht! Die Frage ist, was man will? Möchte man Sponsorengelder, die ausschließlich am Seniorenfussball gebunden sind oder Sponsorengelder ohne diese Bindung, von der gleichermaßen alle Mitglieder profitieren?


    Ironie an: Diese Form von "Brot und Spiele" ist allerdings nicht neu! Aber man sieht, die Dummheit der Menschen stirbt so leicht nicht aus! Ironie aus! Aber allein am Geld liegt es nur selten!


    Ich habe von einigen Vereinen, die eine Insolvanz durchmachen mußten von interessanten Alternativen gehört. Hier gibt es keine 1 : 1 Weiterleitung von Sponsoren-Geldern, Eintrittsgeldern, Bewirtungseinnahmen, Spenden, kommunalen Zuwendungen und Mitgliedsbeiträgen, sondern lediglich Anteilsschlüssel, die sich sehr viel mehr am Bedarf langfristigen ideeler Vereinsziele statt an kurzfristigen Saisonzielen orientieren. Aufgrund der besseren Planbarkeit hat man gegenüber der vorherigen Lösung (mit unkalkulierbaren Risiken beim Vertrauen auf Hauptsponsoren mit kurzfistigen Werbeinteresse) sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Daran kann auch der beste Trainer nichts ändern.

    Das ist mal eine wage Behauptung, zumal sie vermutlich nie das Vergnügen haben werden, bei einem der besten Trainer spielen zu dürfen?


    Wie groß der Anteil des Trainers zum Mannschaftserfolg beiträgt, können wir schon deshalb sehr schlecht einschätzen, weil es dabei sehr viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Insbesondere auch die gute Trainerarbeit der Konkurrenten.


    Wer sich jedoch in der F-Jugend intensiv mit der Vermittlung von Technik und in der E-Jugend des weiteren mit dem individual-taktischen Verhalten beschäftigt, darüber hinaus seine Spieler fair, ehrlich behandelt und so motivieren kann, dass sie über sich hinaus wachsen können, der dürfte über oder lang die gewünschten Erfolge einfahren können. Denn so groß sind die Unterschied zwischen "talentfrei" und "hoch talentiert" gar nicht. Sie wirken nur so, weil der Ehrgeiz, den die Kinder dank einem guten Trainer dabei entwickeln können, sehr unterschiedlich ist.


    Der Maßstab einer zweistelligen Niederlage oder auch Sieges eignet sich jedoch nicht, weil hier außerhalb jeglicher sportlicher Beurteilungen die Ergebnisse kaum für eine individuelle Leistungsdiagnose der einzelen Spieler taugen und darüber hinaus der Erfolg oder Mißerfolg aus unterschiedlichen Multiplikationsfaktoren entsteht. So kann ein guter Spieler sein können kaum zeigen, wenn er zwischen 2 aussergewöhnlich schlechten Spielern gegen ein en besonders starken Gegner agiert. Jedoch wird ein schwacher Spieler auch in einer starken Mannschaft gut aussehen, weil es ihm dort sehr viel leichter gemacht wird, weil z.B. die Pässe präziser gespielt werden.


    Generell stellt sich jedoch die Frage nach den Verantwortlichen, die solche Ergebnisse zulassen, obwohl ihnen klar sein sollte, dass sie keinen besonderen Wert für die weitere Entwicklung beider Teams haben müssten. Denn die Einen werden hierbei über- und die Anderen unterfordert. M.E. hat das auch etwas damit zu tun, als dass in größeren Vereinen schon ab den Bambinies das "aussortieren" losgeht! Anders wie in der Schule, wo alle gemeinsam 4 Grundschuljahre gemeinsam verbringen, soll die Leistungsorientierung schon ab der F-Jugend losgehen, obwohl deren jeweilige Erfolgsprognosen schon deshalb noch gar nicht möglich ist, weil die gesamte Jugendzeit noch vor ihnen liegt. Und nur, weil die schon früh "Aussortierten" den Mut verloren haben, andere Ambitionen entdecken, darf man sich als Trainer nicht auf die Schulter klopfen, bereits alles richtig gemacht zu haben. Denn erst später stellt sich heraus, dass von den angeblich besonders talentierten Spielern sich doch nur sehr wenige sportlich und charakterlich so entwickeln, wie man es sich gerne gewünscht hätte.


    Ein guter Trainer sollte aus "fast nichts" etwas "gutes" schaffen können. Denn mit den jeweils Jahrgangsbesten kann auch der Platzwart alle Spiele gewinnen!

    @Strznievski


    Ich glaub, ich muß es teilweise noch ein wenig näher erläutern:


    A1> da meine ich weniger den Faktor Zeit, sondern wenn jeweils die gesamte Trainingsgruppe kurz zusammen kommen, ist die Entfernung zu dir für alle gleich gut, dass sie es akustisch gut verstehen und deine unterstützende Mimik und Gestik alle gleich gut wahrnehmen. (Deshalb sollte man vermeiden, so zu stehen, dass die Kinder dabei direkt in die Sonne schauen müssen. Denn dann hören sie dich zwar, aber sie sehen dich nicht). Du bemühst dich zwar durch Anheben der Lautstärke, damit dich alle verstehen, aber es ist auch die Trennung der Phasen zwischen der Erklärung und ggf. Präsentation sowie des eigenen Ausprobierens wichtig. Die Trainnigsgruppe gewöhnt sich dann daran, du "schonst deine Stimmbänder" und machst dir die Arbeit etwas einfacher. (in manchen Trainingsstättten geht das auch gar nicht anders, weil entweder andere Trainingsgruppen parallel dazu trainieren oder der Lärmpegel durch Straßenverkehr o.ä. zu hoch wäre)


    A2> Ja, ohne ein bißchen Disziplin, das man den Anderen ausreden läßt wie man miteinander umgeht, geht es nicht! Mußte bei der Beschreibung des "Leibchenwedlers" schmunzeln. Solche Fälle scheinbarer Abwesenheit gibt es. Aber es ist von Außen schwer zu erkennen, ob er/sie konzentriert zuhört oder gelangweilt ist. Wenn man sich kennt, ist das solange kein Problem, als das sich andere Trainingsteilnehmer nicht dadurch gestört fühlen.


    A3> Zwar wird immer noch von Trainern im Jugendleistungsfussball eine Präsentationsfähigkeit über ausreichendes Eigenkönnen verlangt. Aber das gilt nur für die Prüfung. Zum Glück werden mittlerweile begründete Ausnahmen anerkannt, sonst würden wertvolle Trainer nur deswegen verloren gehen, weil sie z.B. nach einem Unfall ein Handycap erlitten haben, was eine volle sportliche Belastbarkeit unmöglich macht.
    Später wird die Präsentationsfähigkeit sowieso nicht mehr verlangt. Sie ist m.E. auch eigentlich nicht notwendig, denn fast immer kommen auf die Trainerfrage: "wer von euch möchte es mal zeigen" genügend positive Antworten. Kinder lernen sehr gut von Kindern und pushen sich dadurch gegenseitig. Nur dann, wenn sie es gar nicht hinbekommen, ist eine Präsentation von Vorteil, aber man bekommt es durch ein paar präzise Informationen ebenfalls gut hin.


    A4> Coaching ist sehr wichtig im Training. Damit kannst du die Motivation deiner Trainingsgruppe steigern. Denn Jeder möchte gerne vom Trainer gelobt werden und wer noch kein Lob erhalten hat, der bemüht sich darum, seine "sportliche Konkurrenz" auch mal hinter sich zu lassen. Irgendwas kann jeder gut! Auch ich sehe es als richtig an, Kinder nach einer hohen Niederlage positiv einzustimmen. Wenn du dir mal zum Coaching was anschauen möchtest, dann blättere mal beim Thema "antizyklisches Führen". Dort findest du Hintergründe, warum es besser ist, nach Niederlagen besonders zu loben und nach Siegen den Schwierigkeitsgrad deines Trainings ein wenig zu erhöhen.


    TW-Rotation. In dieser Altersgruppe sollte jeder, der möchte ins Tor! Man sollte hier aber nicht "päpstlicher als der Papst" sein und niemand aus dem Tor mobben, nur weil er mal gern ein wenig länger hierbei Spaß haben möchte. Eine zu strenge "Systemverliebheit" kann bei den Kindern leicht zu innerer Ablehnung führen. Fragen wie: "... können wir jetzt mal was anderes machen..." deuten darauf hin, als das man im Moment unzufrieden und/oder gelangweilt ist. Ohnehin zeigen die Kinder durch Nachlassen von Erfolgserlebnissen, dass es Zeit für einen Wechsel der Position oder eine Pause zwecks Regeneration ist.


    Es läßt sich hin und wieder nicht vermeiden, dass es Trainer gibt, die anderer Meinung sind. Solange man sich auf sachlicher Ebene trifft und diskutiert, ist alles gut! Leider kommt es aber auch manchmal vor, dass man sich nicht gleich versteht. Dann lohnt fast immer ein Nachfragen. Wie der Kollege Zoldiak richtig bemerkte, man kann durch Zuschauen und Zuhören sehr viel schneller und mehr gewinnen, als wenn man sich alles autodidaktisch beibringen möchte.


    Auch ich hab früher soviel Blödsinn als Trainer gemacht, als das sich noch heute für manches in Grund und Boden schäme! Das ist normal, denn man sollte nicht nur den Kindern, sondern sich auch selbst die Zeit gönnen, die man braucht, um sich Schritt für Schritt an die Traineraufgaben zu gewönnen. Viele, so auch ich hatten dann irgendwann das große Glück ein sehr gute Trainerausbilder zu geraten, durch die man das eigene, stark fehlerbehaftete Denken und Handeln überwinden konnte.


    Denn wer so spielen lassen will, wie er es im Moment macht, der wird nie weiter kommen als bis dorthin, wo er sowieso schon ist! Die Neugier ist deshalb stets die beste Antriebsfeder, Überkommenes beiseite zu legen, um sich Neuem zu widmen. Das lohnt sich selbst dann, wenn auf jede Antwort zwei neue Fragen warten.

    @Strznievski


    Erst einmal vielen Dank für die Informationen. Ich hab mal in die ersten beiden Videos reingeschaut. Wenn die Anderen ähnlich sind, dann:


    A. Trainingssteuerung
    1. Vor jeder Übung die Trainingsgruppe zusammen kommen lassen
    2. Nicht mehr als 3 Sätze für`s Wesentliche der Übung verwenden (Danach hören die Kinder immer weniger zu. Du erkennst es auch an ihrem Verhalten. Eine setzt sich auf den Ball, der Nächste wedelt mit dem Leibchen, usw.)
    2.a. Die Kinder sollten bei deiner kurzen Erläuterung keinen Ball oder sonst etwas halten, weil sie dadurch leicht abgelenkt werden
    3. Übung präsentieren kann, muß aber nicht helfen (man läuft beim Präsentieren die Gefahr, dass man unbewußt seine Fehler transportiert - auch fühlen sich Kinder mehr eingebunden, wenn sie selbst mehr machen dürfen)
    4. zunächst aufs Wesentliche achten und erst dann die Details korrigieren (nicht so häufig: "schnell, schnell, schnell" hinein rufen, denn das Tempo kommt von ganz allein mit der Sicherheit)


    Insgesamt nicht so hektisch sein und etwas ruhiger werden.


    B. Trainingsinhalte
    - Übungen zur Schulung der Motorik sind O.K.
    - Positionsrotation (auch für Torwart)


    Nutzung von Hütchenfarben als Hilfe für die Übungen prima. Ganz dickes Lob für deine Motivation an die Kinder.


    Schaue mir in den nächsten Woche deine anderen Video`s an.

    Schön langsam kommt Licht ins Dunkel. Allerdings ist mir noch immer nicht klar, an welchem Punkt ich unfair dem Gegner gegenüber war. Nur weil ich schrieb, das wir den "schöneren" Fußball spielen?

    Etwas zuzugeben, nur weil man es belegen kann, das ist eine Sache. Aber den eigenen "schöneren Fussball" nicht als Abqualifizierung der Trainerarbeit des/der Gegner zu sehen, das krieg ich nicht gebacken?
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deiner Mannschaft!

    Ich bin es nur gewohnt, dass meine Mannschaft den "schöneren" Kinderfußball spielt.

    Nur zur Erinnerung! Das kam von dir, nicht von mir! Daraus resultierte dann auch die Bemerkung, dass ein respektvoller Dialog mit den Gegnern ohne Hintergedanken sich auch für die Mannschaft positiv auswirkt, weil hier Fairness praktiziert wird. Das war ebenfalls in der Betrachtung, dass man jedes Ziel dahingehend überprüfen sollte, ob es zum allgemeinen Nutzen der Kinder ist und deshalb nicht allein kurzfristigen Gewinnstreben geschultet ist. Ich hoffe, es wird jetzt klar?


    Ansonsten haben mir deine Antworten sehr gut gefallen. Auch deine Gedanken bezüglich einer Leistungsentwicklung zeigen sehr klar, dass du sehr engagiert als Trainer arbeitest. Denn was wir beeinflussen können, ist das gute Training. Aber ob und wann ein bei jedem Menschen etwas unterschiedlich stattfindender Fortschritt in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung, das können wir nicht! Weil jedoch diese Unterschiede zeitlich nicht so groß sind, gibt es normalerweise selbst für Laien sichtbare Unterschiede in den Jahrgängen, die man meist nie ganz durch bessere Technik und Taktik kompensieren kann. Dies scheinst auch du in deiner Analyse anhand der Ergebnisse gegen gleichaltrige Teams festgestellt zu haben.


    Weil ja nicht nur du, sondern auch einige Kollegen festgestellt haben, dass in ihrem Team der Torwart eine Schlüsselfunktion hat, wenn der Gegner sehr gut kontert und/oder bei der Spieleröffnung der Ball häufig gleich beim Gegner landet, möchte ich darauf gern eingehen. Denn wer kennt ihn nicht, den Trainer, der sich beim Spiel am Pfosten lehnt und seinen Keeper per "Joystick" dirigiert, wann er "rauslaufen" soll und wohin er den Ball abspielen muß, damit ja kein Gegentreffer kassiert wird. Weil jedoch diese Keeper nicht gelernt haben, eigene Entscheidungen zu treffen, ist auch kein Lernfortschritt zu erwarten. Sie warten ganz einfach auf die Kommandos! Ähnlich ist es mit dem Erwerb von Torwart-Techniken. Viele Trainer wissen, wie eine falsche und richtige TW-Technik aussieht, aber sie wissen nicht wie man vom falschen zum richtigen Bewegungsablauf kommt bzw. es fehlt ihnen ganz einfach die Zeit, um sich damit zu beschäftigen.


    Es wäre falsch, eine (hohe) Niederlage allein am Torwart festzumachen, weil auch eine gute Defensive die Vorarbeit leistet, damit der Kepper immer eine gute Chance besitzt, einen Ball erfolgreich abzuwehren. Das dabei hin und wieder ein Tor kassiert wird, dafür gebührt zunächst einmal auch der Respekt an die Leistungen des Gegners. Vielmehr geht es bei der Torwartausbildung darum, dass es dem Gegner immer schwerer gemacht wird, ein Tor zu erzielen.


    Bei der Suche nach Torwartfähigkeiten stößt man häufig auf Punkte, die ihn qualifizieren sollen.


    1. Körperlänge
    Das war sicher ein Kritierium beim Torwart als Torlinienspieler, weil hier sehr häufig beim Hecht- und Hochsprung die Körperlänge ein entscheidender Faktor war. Im modernen Fussball soll der Keeper jedoch durch ein kluges Stellungsspiel ein Bindeglied in der Abwehr (mitspielender Torwart). Deshalb spielt die Körperlänge fast keine Rolle mehr. Denn was nützt es einer "Bohnenstange", wenn er sich meist 3 Meter vom Ort plaziert, wohin die Flanke geschlagen wird? Er kommt nicht hin! Da wäre mir ein 20 cm kleinerer Keeper, der immer schon dirt steht, wohin andere Keeper erst noch sprinten müssen, lieber.


    2. Keine Angst haben
    Angst ist ein besonders nützlicher Faktor, um vor Gefahren zu schützen. Leider gibt es hin und wieder Feldspieler, die sich für die Mannschaft "opfern", ins Tor gehen und sich dabei verletzen. Je nach Alter kann das bis zum Kreusbandriss beim 1vs1 Duell gehen. Deshalb ist es m.E. notwendig, dass jeder Aushilfs- und Rotationskeeper ein Grundverständnis gepaart mit Grundtechniken erhält. Das hat dann auch den Vorteil, dass man während des Trainings jeden Spieler auf die TW-Position stellen kann, ohne schon beim nächsten Ballkontakt einen Schmerzschrei riskieren zu müssen. In der F-Jugend können diese "Sicherheitsübungen" (Dauer: 10 - 15 Minuten) ins normale Training mit der gesamten Mannschaft als Partnerübungen gemacht werden. Aber der E-Jugend lohnt sich ein TW-Training in Kleingruppen.


    3. Techniktraining wie und von wem
    Häufig wird dieses Training von ehemaligen Torleuten, die ihr Wissen aus ihrer eigenen aktiven Karriere vermitteln, geleitet. Damit kann man nahezu alle Defensiv-Techniken abdecken. Größere Probleme kann es bei den Offensivtechniken in der Ballverarbeitung geben, weil dies damals noch kein Thema war. Ferner sind die meisten Ex-Torleute "einfüssig", weshalb sie Probleme haben, auch mit ihrem schwachen Fuß Situationen spielnah simulieren zu können. Weil Koordinationsfehler im unteren Körperbereich sich auf den Rumpf- und Extremitätenbereich auswirken, hatten/haben diese Keeper eine starke und schwache Seite, sodass es wenig bringt, wenn sie die Übungen jeweils ohne/mit eigenen Fehlern präsentieren. Außerdem sieht es für den Anfänger ganz anders aus, wenn ein erwachsener Keeper (aufgrund von Muskelkraft und Körperlänge) einen Ball aus dem Winkel fischt, als wenn ein E-Jugend-Knirps danach greift. (die vorgeschalteten Sicheheitshinweise für die TW-Position hab ich hier schon mal beschrieben)


    3.1. TW-Training kann jeder machen und TW-Trainer kann Jeder werden
    Damit möchte ich allen "Quereinsteigern" unter euch Mannschaftstrainern den Mut machen, sie für die Aufgabe als TW-Trainer zu interessieren. Aber es lohnt sich nur dann, wenn man es mit dem ganzen Herzen macht, als wenn man es nur als notwendiges Übel ansieht. Leider kann ich aktuell die DFB-Torwarttrainer-Ausbildung immer noch nicht empfehlen, weil man dort meint mit den Methoden des Mannschaftsfussballs auch TW-Trainer auszubilden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das weitgehend auf dem Platz und nicht in einer Laberbude stattfinden muß, weil die visuellen, praktischen Eindrücke hier sehr viel wichtiger sind als irgendwelche Theorien. Diese könnte m.E. erst folgen, wenn der TW-Trainer die spezifische Sprache den Situationen zuordnen können und nicht umgekehrt. Ferner fehlt nach wie vor eine Prüfung für die Übertragung von Kompetenzen. Das ärztliche Attest sowie den Lebenslauf (mit Torwartstationen) kann sich der DFB in die Haare schmieren, weil sie damit Quereinsteiger und Ex-Keeper mit gesundheitlichen Handycaps ausgrenzt. Es ist auch nicht wichtig, ob ein TW-Trainer einen Ball aus dem Winkel fischen kann. Wichtig ist, dass er es seinen Schützlingen beibringen kann. Wenn aber der DFB diesen Riesenunterschied nicht kennt, dann kann auch nichts Gutes bei diesem Konzept herauskommen. Man hat es versäumt, sich die dafür notwendige Kompetenz von den Top-TW-Trainern aus den Profivereinen zu holen. Ich hoffe, dass im kommenden Jahr ein neuer Start für ein besseres Konzept gestartet wird?


    Das soll`s erstmal gewesen sein.

    Mir erscheint der Beitrag doch sehr emotional geprägt.

    Das sehe ich auch so!


    Allerdings habe ich in 2 Punkten abweichende Kenntnisse.


    1. D-Jugend ausschließlich auf Kreisebene
    Das gibt es tatsächlich in einigen Verbänden (z.B. NFV). Die Abwerbung in der U 12 macht dann wenig Sinn. Denn man die Leistungsträger der Teams, gegen die man Punktspiele austrägt, abgeworben. Auch werden die abgeworbenen Spieler im Punktspielbetrieb zu wenig gefordert und es reicht häufig auf die Fehler der Gegner zu warten. In der Defensive herrscht meist "akute Handlungsstille", weil der Gegner nur sehr selten über die Mittellinie kommt. Der Torwart hat, wenn überhaupt, meist nur ein paar Rückpässe zu verarbeiten. In so einer Konstellation kann es insgesamt kaum eine Weiterentwicklung geben.


    2. DFB-Stützpunkttrainer dürfen nicht abwerben
    Natürlich wird das nicht gern gesehen, kommt leider aber immer wieder vor. Denn der Hyp nach jungen und besonders hoch talentierten Talenten ist groß. Eine ebenfalls und leider etwas häufiger vorkommende Variante ist die, den Eltern und dem Talent zu erklären, dass zwecks guter Weiterentwicklung ein Vereinswechsel in ein höher klassiges Team nützlich wäre. Hier handelt es sich zwar nicht um eine direkte Abwerbung, allerdings verstößt auch dieser Hinweis in Gebieten, in denen bsi einschließlich der D-Jugend lediglich auf Kreisebene gespielt wird, ebenfalls auf Unverständnis der benachteiligten Vereine.


    3. Über das Thema "Aufwandsentschädigung" wurde schon sehr viel diskutiert. Nach meiner Meinung ist dies bei seriöser Konzeptplanung in jedem Verein möglich. Denn wer lizensierte Trainer will, der soll ihren Aufwand für die Aus- und Fortbildung sowie ihre privaten Kosten in der Saison entsprechend erstatten. Hier läßt sich auch die Uhr in Sachen Ehrenamt nicht zurück drehen, weil gerade der Seniorenbereich immer mehr Geld verschluckt, ohne dafür immer auch eine sportliche Rechtfertigung zu liefern.


    4. Angebot und Nachfrage
    Wie du schon richtig beschrieben hast, reguliert sich durch Angebot und Nachfrage auch der Vereinswechsel. Wenn ein Trainer mit einer kompletten Mannschaft den Verein wechselt, dann hat meist bereits über einen längeren Zeitraum der Heimatverein großen Bockmist gemacht!

    0.26 ist eine Riesenblamage

    @Strznievski
    Wäre dir diese Antwort lieber gewesen auf deine Frage, was du falsch gemacht hast?

    - Kann es sein, dass es jetzt gerade einen Enticklungssprung für 2008er aber noch nicht für 2009er gibt?- Haben fixe Positionen so einen großen Vorteil gegenüber Rotation?

    Jein, es gibt Unterschiede, aber ob sie genau in deinem Fall den großen Unterschied ausgemacht haben, kann man "von außen" gar nicht beurteilen, weil ja auch die Stärken des Gegners zum Ergebnis beigetragen haben. Du schreibst ja selbst, dass ihr sonst andere Ergebnisse erzielt. Und vermutlich wärst du gar nicht auf die Idee gekommen, deine bisherige Arbeit zu hinterfragen, wenn es nicht diese hohe Niederlage gegeben hätte?


    Aus der eigenen Schwäche seine Stärken zu ziehen, hieße für mich zu schauen, was der Gegner besser macht und was davon sinnvolle Ziele für das eigene Team sein könnten. Sicher ist, dass Kinder sehr gut von anderen Kindern lernen können. Bei uns Erwachsenen ist diese Fähigkeit leider teilweise verloren gegangen. Dabei geht es gar nicht darum etwas zu kopieren, sondern zu kapieren.


    Für eine tiefere Analyse deiner Situation werden weitere Informationen, insbesondere über Trainingsinhalte sowie die Trainingssteuerung benötigt.


    Darüberhinaus wollte ich dir den Rat geben, dich zunächst einmal ein stückweit von diesem einen Spiel zu entfernen, um zu einer besseren perspektivischen Sicht zu gelangen. Sonst besteht die Gefahr mich für einen falschen Weg und falsche Ziele zu entscheiden.
    Worin liegt deiner Meinung nach der Unterschied, ob meine Mannschaft das Spiel gewinnt und/oder ob sie den "schöneren Fussball" spielt, wenn beides das gleiche Ziel verfolgt, denn Gegner zu dominieren?
    Kommt nicht zu allererst der Respekt vor dem Gegner, durch den man sich auf Augenhöhe partnerschaftlich und ohne Hintergedanken trifft?


    Die Neugier als Triebfeder besteht ja nicht nur beim Trainer, sondern auch bei den Spielern. Man kann sie nutzen oder mißbrauchen. Weil ja auch viele Eltern entweder Laien sind oder ihre Weisheiten aus dem Erwachsenen-Fussball haben, lassen sie sich z.T. sogar als nützliche Handlanger der eigenen Erfolgstheorien verwenden. Irgendwann werden die Kinder jedoch so selbständig, als das sie mit den Füßen entscheiden, ob sie dem Fussball weiterhin treu bleiben wollen oder sie für etwas anderes entscheiden.

    Dieses "Üben" muss dann nicht zwingend "spielnah" sein. Hier ist es wichtig für so viele Wiederholungen wie möglich zu sorgen. Jetzt könnten auch Rundläufe ala MFS zum Einsatz kommen, wo man zwei Teams im Wettbewerb gegeneinander antreten lassen kann, um die Intensität zu steigern. Wenn ich mich als Trainer auch nur halbwegs geschickt anstelle, kann ich innerhalb kürzester Zeit für hundert Ballannahmen sorgen, die in einer Spielform so sicher nicht möglich gewesen wären.

    So oder so ähnlich waren wohl viele Anfänge als Trainer. Man glaubt fest daran, dass durch möglichst viele Ballkontakte durch sich wiederholende Aktionen irgendwann schon ihre positive Wirkung zeigen würde. Auch Erläuterungen und Mannschaftsansprachen sollten deshalb sehr ausführlich sein, weil man meint, nichts vergessen zu dürfen. Gewundert hat man sich dann, wie wenig davon in den Punktspielen zu sehen war. Man hat`s dann darauf geschoben, dass die Kinder ja vieles einfach wieder vergessen und man aus "Kamelen" keine "Rennpferde" machen kann.


    Man kann jedoch dieses Thema auf 2 simple Fragen reduzieren:
    1. Was wollen die Kinder?
    2. Was will ich?


    1. Die Neugier der Kinder
    Kinder kommen aus unterschiedlichen Motiven zum Vereinsfussball, jedoch eint sie die Neugier an dieser Sportart. Um diese Neugier zu befriedigen sollte sich der Trainer mit den altersgerechten Inhalten des Kinderfussballs beschäftigen, um mit diesen Anregungen ein abwechselungsreiches Training zu gestalten, bei denen sich die Kinder durch Trainerimpulse, viel Lob aber auch Geduld ihre Wünsche durch sehr viele Erfolgserlebnisse in der Freizeitgestaltung erfüllen können.


    2. Die Neugier der Trainer
    Nicht nur die Kinder, sondern auch die Trainer sind neugierig auf Erfolge mit ihrer Mannschaft. Sie möchten die Kinder mit den Grundwerten des gegenseitigen, partnerschaftlichen Respekts über eine möglichst lange Zeit kontinuierlich sportlich wie menschlich wachsen sehen, in dessen logischer Konsequenz auch die Erfüllung sportlicher Wünsche sind.


    Die große Kunst aus den Schächen die eigentlichen Stärken zu erkennen, um stets den Pendel zwischen Realität und Träumen zu sehen, kann dabei Kindern wie auch ihren Trainer helfen, einen sehr breiten Pfad aus Neugier, Träumen und Realität zu beschreiten. Denn sonst würde man sich ja mit einem 1 : 0 gegnügen, aber der Fussball ist sehr viel mehr als das!