Sorry, wenn ich gewußt hätte, das du Hilfe wünschst, hätte ich anders reagiert.
Zunächst einmal ist die Altersverteilung von 16 - 35 Jahren im Frauenfussball durchaus üblich. Denn hier dürfen ja bereits Mädchen des älteren B-Juniorinnen-Jahrgangs bei den Damen mitspielen. Frauen über 30 sind schon seltener, aber auch nichts aussergewöhnliches im Damenfussball.
Jedes Training sollte einen Schwerpunkt haben, den du kurz vorm Training erläuterst. (Dann gibts auch seltener Fragen, wozu das gut sein soll!)
Nachfolgend ein paar Trainingsbeispiele, die man in unterschiedliche Themen integrieren kann:
Aufgabenbeispiele für einen Trainingsrahmen von 90 Minuten:
Gemeinsames, kurzes Aufwärmprogramm (z.B. mit dem Ball im freien Raum dribbeln und dabei Richtungswechsel oder unterschiedliche Geschwindigkeiten vorgeben.)
TECHNIK:
Einige Beispiele für Technik:
- Ballan- und Mitnahme
- Dribbling durch Hütchenparcours
- Dribbling in paralellen Gruppen, die sich auf TR-Kommando im Reißverschlussverfahren kreuzen
(Am meisten Spaß haben die Frauen dann, wenn sie es mit Partnern gemeinsam üben können. Hin und wieder muss es aber auch mal allein gehen.)
Übungsspiel für Technik-Taktik:
- Feldgröße 20 x 30 m mit Hütchen markieren und Kleinfeldtore oder Dribbeltorhütchen darin stellen
in kleinen Gruppen (3 - 3 oder 4 - 4) spielen lassen und Spiel anhalten, um z.B. das Fintieren der Angreiferin oder
das richtige Definsivverhalten zu demonstrieren
- Varianten einfließen lassen (z.B. Anzahl der Ballkontakte, Tore zählen nur, wenn alle Spieler in gegnerischer Hälfte usw.)
(aber bitte nicht zu häufig unterbrechen und viel loben)
Abschlußspiel:
Wenn nur 1 Keeperin da ist, bitte ein Großtor (für Torhüterin) und ein Kleintor (für Spieler) aufstellen. Hier dürfen alle nach Herzenslust noch mal 15 - 20 Minuten kicken, ohne durch Traineranweisungen unterbrochen oder angesprochen zu werden, denn das Erlernte soll nun jeder für sich ausprobieren dürfen.
Wenn die Frauen merken, das du dir Gedanken darüber machst, wie sie ihr Fussballspiel zu verbessern und Spaß am Training erleben, dann hast du es geschafft, das sie ihre eigenen Prioritäten so setzen, das sich nicht mehr das Gefühl haben, zum Training kommen zu müssen und deshalb häufig keinen Bock haben, sondern gerne kommen zu wollen, weils einfach geil ist.
Der Phanasie in den Variationen des Trainingsprogramms sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Im Internet, Büchern oder im Rahmen der Trainerausbildung findest du jede Menge Übungen und Tipps. Wenn mal etwas nicht funktioniert, die Übung nicht weiterlaufen lassen, sondern vereinfachen oder Schwierigkeitsgrad erhöhen.
Zielbesprechungen sind ja gut, aber meistens trügt der Schein, weil sich im Breitensportbereich jeder darunter schon nach kurzer Zeit etwas anderes vorstellt.
Mach du einfach was los, gibt interessante Impulse und dann wundere dich, was in wenigen Wochen alles geht. Und wenn der Spaß dabei ist, läßt der Erfolg meist nicht lange auf sich warten.
Wäre doch schade, wenn ein Trainerkollege das Handtuch wirft, noch bevor er richtig angefangen hat! Was meinst du?
