Beiträge von TW-Trainer

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    Sorry, wenn ich gewußt hätte, das du Hilfe wünschst, hätte ich anders reagiert.



    Zunächst einmal ist die Altersverteilung von 16 - 35 Jahren im Frauenfussball durchaus üblich. Denn hier dürfen ja bereits Mädchen des älteren B-Juniorinnen-Jahrgangs bei den Damen mitspielen. Frauen über 30 sind schon seltener, aber auch nichts aussergewöhnliches im Damenfussball.



    Jedes Training sollte einen Schwerpunkt haben, den du kurz vorm Training erläuterst. (Dann gibts auch seltener Fragen, wozu das gut sein soll!)



    Nachfolgend ein paar Trainingsbeispiele, die man in unterschiedliche Themen integrieren kann:




    Aufgabenbeispiele für einen Trainingsrahmen von 90 Minuten:



    Gemeinsames, kurzes Aufwärmprogramm (z.B. mit dem Ball im freien Raum dribbeln und dabei Richtungswechsel oder unterschiedliche Geschwindigkeiten vorgeben.)



    TECHNIK:


    Einige Beispiele für Technik:


    - Ballan- und Mitnahme


    - Dribbling durch Hütchenparcours


    - Dribbling in paralellen Gruppen, die sich auf TR-Kommando im Reißverschlussverfahren kreuzen


    (Am meisten Spaß haben die Frauen dann, wenn sie es mit Partnern gemeinsam üben können. Hin und wieder muss es aber auch mal allein gehen.)



    Übungsspiel für Technik-Taktik:


    - Feldgröße 20 x 30 m mit Hütchen markieren und Kleinfeldtore oder Dribbeltorhütchen darin stellen


    in kleinen Gruppen (3 - 3 oder 4 - 4) spielen lassen und Spiel anhalten, um z.B. das Fintieren der Angreiferin oder


    das richtige Definsivverhalten zu demonstrieren


    - Varianten einfließen lassen (z.B. Anzahl der Ballkontakte, Tore zählen nur, wenn alle Spieler in gegnerischer Hälfte usw.)


    (aber bitte nicht zu häufig unterbrechen und viel loben)



    Abschlußspiel:


    Wenn nur 1 Keeperin da ist, bitte ein Großtor (für Torhüterin) und ein Kleintor (für Spieler) aufstellen. Hier dürfen alle nach Herzenslust noch mal 15 - 20 Minuten kicken, ohne durch Traineranweisungen unterbrochen oder angesprochen zu werden, denn das Erlernte soll nun jeder für sich ausprobieren dürfen.



    Wenn die Frauen merken, das du dir Gedanken darüber machst, wie sie ihr Fussballspiel zu verbessern und Spaß am Training erleben, dann hast du es geschafft, das sie ihre eigenen Prioritäten so setzen, das sich nicht mehr das Gefühl haben, zum Training kommen zu müssen und deshalb häufig keinen Bock haben, sondern gerne kommen zu wollen, weils einfach geil ist.



    Der Phanasie in den Variationen des Trainingsprogramms sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Im Internet, Büchern oder im Rahmen der Trainerausbildung findest du jede Menge Übungen und Tipps. Wenn mal etwas nicht funktioniert, die Übung nicht weiterlaufen lassen, sondern vereinfachen oder Schwierigkeitsgrad erhöhen.



    Zielbesprechungen sind ja gut, aber meistens trügt der Schein, weil sich im Breitensportbereich jeder darunter schon nach kurzer Zeit etwas anderes vorstellt.



    Mach du einfach was los, gibt interessante Impulse und dann wundere dich, was in wenigen Wochen alles geht. Und wenn der Spaß dabei ist, läßt der Erfolg meist nicht lange auf sich warten.



    Wäre doch schade, wenn ein Trainerkollege das Handtuch wirft, noch bevor er richtig angefangen hat! Was meinst du?

    teejay


    Ich übertrage nichts! Es sind meine persönlichen Erfahrungen, die ich als Trainer im Junioren-, Juniorinnen- und Frauenbereich gesammelt habe. Ich darf sogar sagen, das es einfacher ist, deutlichere Leistungsfortschritte im Mädchen und Frauenbereich zu erzielen. Unterschiede gibt es sehr wohl. Es kommt aber darauf an, wie man damit umgeht und ob man diese Herausforderung annimmt. Wenn ich z.B. Jungen oder Mädchen wie kleine Erwachsene trainieren wollte, weil ja jeder schließlich mal erwachsen werden, dann kann das nichts werden, weil es ein altersgemäßes Training braucht.



    Bitte verstehe meine Kritik als Denkanstoß, auch einmal über seine Erwartungen nachzudenken, anstatt sich Schubladen zu schaffen, in denen man seine Verallgemeinerungen bequem unterbringen kann.

    A. Training


    1. Spielanalyse der letzten Begegnung kurz ansprechen, danach Verbesserungen üben oder ggf. ins Training stückweise


    einfließen lassen


    1.a. antizyklisch führen:


    - bei Erfolgen kann man mehr verlangen;


    - bei Niederlagen loben, was geklappt hat


    2. Training systematisch und abwechslungsreich (besser weniger, dafür auf perfekte Umsetzung achten) gestalten


    3. Genügend Freiräume für individuelle Hilfen der Spieler, wenn es nicht gleich klappt



    B. Fortbildung


    1. Regelmäßige Fortbildung auf qualitativ hohem Niveau


    2. Regelmäßiger Austausch mit Trainerkollegen



    C. Spiele


    1. Vor dem Spiel Mannschaft emotional ansprechen


    2. Schweigen, damit sich Spieler ganz auf das Spiel konzentrieren und eigene Lösungen selbständig finden


    3. In der Halbzeitpause 2 -3 Kernpunkte kurz, präzise ansprechen, ggf. kurz Mut machen oder vor Lässigkeit warnen


    4. Kurzes Lob, aber niemals eine Spielkritik unmittelbar nach dem Spiel



    D. Allgemein


    1. Wissen, das Leistungen auf Dauer nur auf freiwilliger Basis mit Spaß und Leidenschaft am Fussball erzielt werden könen.


    (kein Drill und Stanktionen)


    2. auf Fairness im Umgang mit der Mannschaft und den Gegnern achten


    3. Fussballszene beobachten, um Trends und Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen.

    Frauen als besondere Spielertypen (die sich bei Zimperlein abmelden) zu deklassieren, trifft m.E. genauso wenig zu, wie das bereits genannte ca. 30 jährige Urteil über die Qualität des Frauenfussballs. Warum sollten Fussballspieler/innen andere Charaktere haben, als die, die man sonst auch in der Bevölkerung findet? Jeder kennt Klassen- oder Arbeitskollegen, die sich wegen Zimperlein "abmelden"! Da gibt es auch keinen geschlechterspezifischen Unterschied!



    Ist nicht eher die Frage gerechtigt, ob die Einstellung des Trainers zum Fussball und die Erwartungen an die Spielerinnen seiner Mannschaft stimmt? Wenn man sich in eine Aufgabe drängen läßt, von der er selbst nicht so richtig überzeugt ist, dann sollte man sich schon einmal darüber nachdenken, ob nicht ein anderer Trainer für dieses Team besser wäre? Und wenn man zu dem Entschluß gelangt, das man doch "der Richtige" ist, dann sollte man auch ein wenig Zeit in eine Traineraus- oder -fortbildung investieren.

    teejay,


    wenn ich mir das so durchlese, dann habe ich das Gefühl, deine Mädels wollen keinen Trainer, sondern einen Betreuer! Auch geht es scheinbar nicht so sehr um Fussball, sondern um das gemütliche Beisammensein. Warum gründet ihr nicht einen Kegelclub? Da sitzt und plaudert es sich doch auch recht angenehm.


    Als Querschnitt für den unterklassigen Mädchen- und Frauenfussball mag ich mir deine Beschreibungen aber nicht vorstellen. Dies käme dem 30 Jahre alten Vorurteil: Frauen können nicht Fussballspielen und sollen es dann auch sein lassen gleich.

    Auf die Frage, ab wann positionsbezogenes Training erfolgen soll, gibt es unendlich viele Antworten, von der keine besser ist als die andere.


    Doch kommen wir erst mal zur Position des DFB. Die hat keine! Weder in der Frage der Torwarttrainerlizenz hat man ein konkretes Angebot, noch in der Angeboten von Torwarttrainingsübungen für den jüngsten Bereich. Und weil der DFB nichts hat, empfiehlt er "ja nicht zu früh" mit dem Torwarttraining zu beginnen.



    Betrachtet man als nächstes die Nachwuchsabteilungen der deutschen Bundesligavereine. Für den Bereich der Bambinos und F-Jugend gilt hier, jeder der mag, soll auch ins Tor. Wenn Übungen gemacht werden, die auch für Torleute besonders geeignet sind, dann werden sie von allen Mannschaftsmitgliedern gemacht. Ab der E-Jugend gibts dann ein altersbezogenes, regelmäßiges Training. Ab der C-Jugend wird das Training intensiviert und die Leistungsdaten werden regelmäßig ausgewertet. Verläßt der Keeper seine lineare Talententwicklung, so wird er zum Ende der Saison ausgetauscht. Bereits in diesem Alter gibt es internationale Konkurrenz!



    Vergleicht man dies z.B. mit der Talentförderarbeit unserer niederländischen Nachbarn, so gibt es ein leistungsorientiertes TW-Training bereits ab der D-Jugend. Weil man aber erst ab der A-Jugend mit internationaler Konkurrenz zu rechnen hat, bleibt den Trainern genügend Zeit, um ihre Schützlinge umfassend auszubilden. Hierzulande müssen die TW-Trainer im A-Jugendbereich und auch in den ersten Seniorenjahren das Defizit nachholen, was durch die "deutsche Ungedult" mit den Torleuten entstanden ist.



    Persönliche Erfahrungen: Ich habe noch keinen guten Keeper gehabt, der nicht auch ein guter Feldspieler war. Torwartübungen kann man zur großen Freude der Kids bereits mit den Bambinis machen. Dank Internet kann man mitlerweile sogar schon einiges über Torwarttraining im unteren Juniorenbereich erfahren. Von einer Positionsfixierung vor der C-Jugend rate ich ab. Bis dahin sollte man immer mehrere Keeper per Rotationsprinzip (und nicht nach Gegnerstärke) einsetzen. Auch nach der D-Jugend sollte der Keeper regelmäßig als Feldspieler am Mannschaftstraining teilnehmen. Je nach Leistungsstärke sollte altersbedingt ein fließender Übergang in der Häufigkeit des TW-Trainings stattfinden. Man kann z.B. damit anfangen, das Derjenige, der Spaß als Keeper hat, 1 x wöchentlich abwechselnd ein Einzeltraining bekommt. Denn nur beim Einzeltraining sind Korrekturen möglich, sonst stehen alle anderen drumherum und langweilen sich. Beim Mannschaftstraining ist der Keeper dann auch abwechselnd im Tor und auf dem Feld.



    Ich hoffe, das reicht fürs Erste. Falls Bedarf Einzelübungen besteht, bitte per PN!

    Ich stimme einer grundsätzlichen Trennung zwischen Breiten- und Leistungssport in der Trainingausbildung zu. Natürlich muß es einen Übergang zwischen beiden Bereichen geben, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Genauso, wie man an der Universität das "Meisterstudium" eingeführt hat, um auch den "Praktikern" eine Chance zu geben, ihr Potential ganz zu erreichen, darf der Trainermaßstab nicht einzig und allein an der ehemaligen Spielklasse gemessen werden. Jürgen Klinsmann sorgte einst für einen Eklat unter den Altehrwürdigen beim DFB, weil er einen Eishockeytrainer in sein Nationaltrainerteam holen wollte. Aber selbst, nach dem seine Budda-Figuren aus dem Trainingszentrum an der Säbener Straße in München entfernt wurden, kann nicht verhehlt werden, das der amerikanische Fussball gerade im Frauenbereich internationales Topniveau hat. Dort werden mit anderen Trainingsmethoden teilweise noch bessere Ergebnisse erzielt.


    Aktuell begleite ich einen Trainerkollegen, der wahrlich nicht der beste Techniker ist und dennoch halte ich ihn für das größte Trainertalent, was mir bislang begegnet ist. Es wäre schade, wenn sollte Talente an Dogmen scheitern würden.Man muß Einzelfälle richtig beurteilen.


    Der DFB hat bei seiner Überprüfung festgestellt, das das Niveau unseres Nachwuchses nur in dem Maße erhöht werden kann, in dem auch die Qualität der Trainerfähigkeiten steigt. Was ist dagegen einzuwenden, wenn es, wie beim Eignungstest um die Einzelfallentscheidung oder im Neudeutsch, um das "Gesamtpaket" geht? Das Bemühen um ein Verfeinern der Testmethoden kann ich nur unterstützen. Auch ich mag keine 08/15 Trainer mit C-Leistungslizenz. By the way: man kann durch eine Nachprüfung seinen Notenschnitt von über 2,7 verbessern, so das man zur B-Lizenz zugelassen wird.



    Zum Schluß hätte ich noch einen Vorschlag für die Interessierten. Nicht jeder ist seines Glückes Schmied! Ich würde mich freuen, wenn die bei den C-Breitensport (nur intern) festgehaltenen Noten vom Verband dahingehend ausgewertet würden, das "positive Ausreißer" animiert würden, vom Breiten- in den Leistungssport zu wechseln und zum Eignungstest für die Leistungstrainerlizenz einladen. Gute Leistungstrainer gibt es viel zu wenig - das wäre eine Möglichkeit um die Quote zu erhöhen.

    Wer als Aktiver Oberliga und mehr gespielt hat, dem erläßt man die Prozedur der praktischen Eignungsprüfung! Es wird eine ausreichende Technik zur Demonstrationsfähigkeit vorausgesetzt. Aber stimmt das? Gerade beim Thema Beidfüßigkeit kommen Zweifel auf! In der Oberliga ist die Beidfüssigkeit auch heute noch im größeren Maße unzureichend vorhanden. D.h. viele Kandidaten würden diesen Test nicht bestehen. Die Ursache hierfür ist, das man lange Jahre Jugendtrainern, die selbst nicht beidfüßig waren und es nicht demonstrieren konnten, Leistungsmannschaften überlassen hat. Will man das Niveau kontrolliert anheben, so kann es nicht sein, das sich ehemalige aktive Leistungsspieler vor diesen Eignungstest drücken können! Man beruhigt sich gegenseitig mit dem Argument: "Naja, alles Andere wird doch dieser Ex-Leistungsspieler schon besser können". Wieder fatal daneben gegriffen: Hans Meyer sagte in seiner Zeit als aktiver Trainer von Borussia Mönchengladbach: "Wenn meine Jungs nicht so gut Fussballspielen könnten, müßte die Hälfte von denen wohl unter Brücken schlafen." Es ist ein Riesenunterschied, ob ich Fussball nur demonstrieren oder ihn auch lehren kann. So ist es ebenfalls ein Bestandteil der Aufnahmeprüfung zur C-Leistungslizenz, in einer schriftlichen Arbeit darzulegen, das man verständlich kommunizieren kann. Wie würden da wohl die von Hans Meyer beschriebenen "geistigen Dünnbrettbohrer" abschneiden?


    Für mich ist der Frust durchaus nachvollziehbar, wenn es ausschließlich an der Beidfüssigkeit gelegen hat. Mit 21 ist man übrigens noch nicht zu alt, um es noch zu erlernen. Nur ca. jeder 5 te Keeper, der zu mir kommt, hat ausreichend beidfüssige Fähigkeiten. Beim Rest hilft schweißtreibende Trainingsarbeit. Gelernt haben sie es letzendlich alle - manche besser, manche schlechter.


    Eine kleine Übung für den Anfang: nimm dir 2 Bälle, stell dich ca 8 - 10 m entfernt vor eine Wand und schieße die Bälle abwechselt mit rechts und links gegen die Wand. Zwar kannst du durch den Druck die Geschwindigkeit, mit der der Ball zurück kommt variieren. Am Anfang wirst du aber rasch ermüden, weil die Koordination beim schwachen Fuß noch nicht richtig funktioniert. Das wird aber bei jeder Übung besser, weil auch die Konzentrationsfähigkeit für die schwache Seite zunimmt. Natürlich stellst du dir die Frage, warum mit 2 Bällen? Ganz einfach! Unter Zeitdruck versucht man den Pass immer mit dem starken Fuß zu schlagen. Mit 1 Ball geht das. Wenn du das bei 2 Bällen mehrfach hintereinander probierst, fällst du auf den Hintern! Selbstbetrug ist also ausgeschlossen! Das Ganze macht natürlich mit einem Partner doppelt so viel Spaß!




    Wenn du wirklich das Ziel hast, im Leistungssport ein Traineramt zu suchen, dann sollte dich die noch fehlende Beidfüßigkeit doch nicht wirklich davon abhalten.



    Bedenke aber: Lizenz ist lediglich der Nachweis, das man sich das notwendige Wissen angeeignet hat. Man muss es auch können und bereits sein, sich kontinuierlich weiter zu bilden.

    welcher "Schwung" in einer Mannschaft steckt, hängt immer von vielen Faktoren ab. Auch die Spielklasse kann u.U. für Motivationsprobleme sorgen. In den unteren Spielklassen kommt es nicht selten zu deutlichen Ergebnissen, wobei dem Sieger die Herausforderung und dem Verlierer die reelle Chance zum Siegen fehlt. Hoffen wir mal, das die WM in unserem Lande für neuen Schwung im Mädchen und Frauenfussball sorgt, so das die Leistungsdichte verbessert wird.




    Bei uns ist z.B. Spinning mega-out! Soccerhalle spielen alle mit Begeisterung!

    Liebe Leidensgenossinnen,



    Jüngeren Spielerinnen ist der Fussball meist mehr wert. Bei den Älteren ist die Leidenschaft schon etwas abgekühlter.



    Eigentlich kann ich nicht klagen: ich hatte weder im Junioren-, Juniorinnen, noch im Frauenbereich wirkliche Probleme bei der Trainingsbeteiligung. Das mag aber auch daran gelegen haben, das ich immer nur im Leistungsbereich tätig war. Dennoch habe auch ich deutliche Unterschiede wahrgenommen. Die Frauen-Altersklasse Ü25 ist eine besondere! Auf der einen Seite bringen die nahezu konstante Leistungen, auf der anderen Seite ist die Trainingsbeteiligung geringer. Auf Nachfragen reagieren sie: "Was bringt MIR das! Wozu soll ich das machen? Die jungen, wilden Jahre sind vorbei und es bestehen Zweifel darin, ob man sich wirklich noch sportlich verbessern kann?



    Aber wer es fertigbringt, eine Horde Frauen dazu zu bewegen, mit gleichen Klamotten in der Öffentlichkeit aufzutreten, der sollte dies auch als Herausforderung begreifen und nicht so leicht aufgeben!?!



    Meine Antwort: interessantes, abwechselungsreiches und systematisch aufgebautes Training mit kurzen Erläuterungen, was wofür gemacht wird. Stets ein Ohr für eine Spielerin, die ein kleines Problemchen von zuhause mitgebracht hat. Immer darauf achten, das der "Ball" mit "im Spiel" ist. Selbst beim Konditionstraining wird bei mir fast alles mit Ball gemacht. Wenn es so ist, das jede für sich etwas mit nach Hause nehmen kann, jede zum Training kommt, weil sie kommen will, nicht weil sie das Gefühl hat kommen zu müssen, dann hast du es geschafft, die Prioritäten richtig zu verschieben.



    Gemeinschaftsaktionen sind gebenfalls gut. Aber nicht die Menge, sondern die Qualität der Aktion macht es! Da kann man einen Aktionsrat bilden, der u.a. die Aufgabe hat, Freizeitaktivitäten zu entwickeln und zu realisieren. Der Trainer sollte auch gar nicht alles machen! Denn wenn die Mädels (egal welchen Alters) das Gefühl haben, es wäre nur durch sie so gut gelaufen, dann macht es gleich doppelt so viel Spaß.

    Hallo Peter,



    auch von mir ein herzliches Hallo.



    Wenn du dich ein wenig eingelesen hast, dann kannst du feststellen, das sich fast alle gegenseitig helfen möchten.



    Ganz besonders schätze ich an dir, das du nicht die schon eingelaufenen Trampelpfade des Fussballs gehst, sondern sehr kreativ immer neue Wege einschlägst. Wem wäre sonst eingefallen, einen Taktikcreak, wie unseren DFB-Traier Ralf Peter und einem noch jungen, aber schon sehr erfahrenen BuLi-Torwarttrainer Marko Knoop, auf die Bühne zu bitten, um "aus dem Nähkästchen" zu plaudern?



    Ich bin fest davon überzeugt, das du mit deiner Kompetenz sehr viel Gutes bei unseren vielen guten und machmal auch überehrgeizigen Trainern bewegen kannst.



    Es gibt in Deutschland kein vergleichbares Trainerforum, in dem so ehrlich miteinander auf sehr sachliche Basis über die zweitschönste Sache der Welt diskutiert wird, das sogar Trainerfreunde im deutschprachigen Ausland sich gern daran beteiligen.



    Fussball verbindet - ich kenne keinen, dem es besser gelungen ist als dir!

    Vorab erst mal ein dickes Lob für deinen Beitrag! Unabhängig vom zu trainierenden Geschlecht sind die Trainer und Trainingsmethoden das wesentliche Element, was den Spaß mit dem Erfolg verbindet und letzendlich den Unterschied ausmacht. Kontinuierliche Erfolge und Talentarbeit sind kein Zufallsergebnis, sondern basieren auf die permanante Weiterbildung und Weiterentwicklung seines Trainerstabes. Leider sind die Chancen hier nicht gleich verteilt, weil das auch etwas mit Geld zu tun hat.


    Allein mit Begeisterung und Leidenschaft läßt sich das nicht ausgleichen.



    Wenn ich aber dein Motiv richtig betrachte, dann möchtest du es gerne den Jungen und insbesondere deren Trainer zeigen, das du aufgrund deiner Trainingsarbeit denen die "Leviten" (erst große Sprüche und dann ...) lesen kannst!



    Das solltest du vielleicht noch einmal überdenken, denn bei den Bambinies geht es noch nicht und Gewinnen und Verlieren. Da dürfen sogar allgemeine Bewegungselemente Vorrang vor fussballspezifischer Ausbildung haben.

    Haben gerade mal wieder ein 2-tägiges Hallenturnier hinter uns.



    Ergebnisse:


    1. Die Teams ohne Hallentaktik flogen bereits am ersten Tag während der Qualifikation zur Hauptrunde raus.


    2. Teams bis einschließlich Regionalliga mit besonders freizügiger Hallentaktik hatten "ihre Körner" meist bis zum Viertelfinale verschossen. Das konnten nur die Liga-Teams mit größerem Kader konnten diesen enormen Kraftaufwand kompensieren.


    3. Das Team, welches im vergangenen Jahr noch von unserer Taktik geschlagen werden konnnte, hatte jetzt unsere übernommen (fast kopiert) und aufgrund der besseren Einzelspieler (2. BuLi) ein leichtes Übergewicht und wurde somit auch verdienter Sieger.



    Man muß die Maßstäbe mit Jugendbereich nicht gleich so hoch ansetzen, aber ein Konzept für eine Ausbildung sollte man schon haben und diese auch nicht während der Hallensaison aus dem Auge verlieren. Insofern muss ich Chris widersprechen. Wer in der Hallenturnierzeit keinerlei taktische Unterstützung für die Kids hat und sie einfach nur kicken läßt, austauscht, sobald sie müde sind, der versäumt wertvolle Ausbildungszeit. Ich denke aber, das Chris es wohl nicht ganz so gemeint hat!?!

    So, wie Sir Alex die Sitation zur Balleroberung an der Außenbahn beschrieben hat, ist das Trieiben des gegnerischen Angreifers zum 6-er oder das Lenken des Passes zum 6-er und IV unstrittig. Das Abdrängen zur Außenbahn ist nur dann vorteilhaft, wenn der Außenbahnspieler mit einem langen Pass bedient wird und andere Defensivspieler zu weit weg sind, um unterstützend einzugreifen.



    Man kann sich noch so den Kopf zermartern, was man taktisch unternehmen kann, um etwaige, kritische Situationen erfolgreich zu lösen. Fussball lebt von den Fehlern. Und nicht jeder Ballverlust in der Vorwärtsbewegung ist korrigierbar. Damit müssen auch die Perfektionisten leben.


    Man muss auch nicht, nur deshalb, weil man einige ball- und dribbelverliebte Spieler in seinen Reihen hat, die Taktik ändern. Das wäre ja so, als ob die Badehose daran schuld wäre, wenn der Bauer nicht schwimmen kann. Wenn sich diese Spieler nicht durch Erläuterungen vom ballorientierten Spiel überzeugen lassen, einfach mal zuschauen lassen. Wenn sie merken, wie andere damit erfolgreich sind, fällt meist bei ihnen auch der Groschen.

    Man sagt zwar: jeder ist seines Glückes Schmied, häufig basiert der fehlende Mannschaftsgeist aufgrund zu geringer bis gar keiner Unterstützung aus dem Elternhaus. Sollte Kinder lassen sich heute hiervon, morgen davon beeinflussen und merken häufig selbst gar nicht, wie sehr sie sich in ihren Ansichten widersprechen.


    Wirkliche Freude empfinden sie nur für den Moment.



    Man kann solchen Kindern nicht die Eltern ersetzen, die eigentlich dafür da wären, ihnen auf Dauer gültige Werte zu vermitteln. Der Fussball gibt diesen Kindern aber ein Stückchen weit diese Unterstützung.



    Als Fussballtrainer ist es aus sportlicher Hinsicht besonders bedauerlich, wenn man mitansehen muss, wie so ein Kind sein Talent einfach wegwirft. Ändern kann man es aber nur selten.

    Andre


    So streng sind die DFB-Regeln nun auch nicht, dass das Ausprobieren einer neuen Variante gleich als Verstoß gegen die DFB-Grundregeln gesehen wird. Fussball verändert sich ständig. Warum sich mit etwas Gutem zufrieden geben, wenn es noch besser geht?


    Richtig ist sicherlich auch, das die "Knäulbildung der Bambinis" nach Freigabe des Balles auf den ersten Blick nach einem ballorientierten und nicht einem gegnerorientierten Spiel aussieht. Mit Taktik hat dies aber noch nichts zu tun, weil Motive wie Ballgewinn durch Kompaktheit und/oder Pressingformen oder Laufwege bei der Ballbehauptung und dem Torabschluß bei unseren Kleinsten noch keine Rolle spielen.


    Natürlich darf man die Frage stellen, ob man aus der natürlichen Knäulbildung (weil jedes Kind gern gegen den Ball tritt und Spaß am Herumtoben hat) einen anderen Weg einschlagen könnte als den Klassischen: zu stellst die da hin und du da. Das ist dein Gegenspieler. Wenn der zur Toelette rennt, läufst du mit!


    Wer in dieser Richtung Versuche machen und Erkenntnisse gewinnen möchte, dem empfehle ich Überzahl-Spiele mit kleinen, überschaubaren Gruppen (2:3; 3:4) ins Training einzuflechten. Das Überzahlspiel fördert die Spielintelligenz im besonderen Maße. Hier wird das kompakte Gruppenspiel zur Balleroberung und die Vergrößerung der Abstände nach Ballgewinn ohne extra Traineranweisung realisiert. Wenn man dann (aber bitte immer nur in kurzen Intervallen, weil die Konzentration rasch nachläßt) noch die Anzahl der Ballkontakte vorgibt, dann kann man zumindest für einige Minuten Bauklötze staunen, was bereits unsere jungen Talente auf den Rasen zaubern. Von taktischer Disziplin nach dieser kurzen Phase ist abzuraten. Vielmehr soll durch Spiel mit Spaß der Erfolg das Ergebnis sein. Herausforderung ja, Zwänge nein!




    Dennoch ist die Individualtaktik, also dem 1:1 Spiel die Basis, auf die Gruppen- und Mannschaftstaktik aufbaut. Und weil sie so wichtig ist, bedarf sie auch während des Übergangs zum ballorientierten Spiel und sogar noch später einer permanten Überprüfung.




    Nun noch eine Ergänzung zum "Sammer`schen Kommentar", der vielleicht etwas fehlinterpretiert wurde. Das Ziel Spielerpersönlichkeiten im Eltiebereich zu entwickeln, ist nicht neu. Die Früchte dieser Nachwuchsarbeit sieht man in der Bundesliga und der Nationalmannschaft. Auch sind junge, deutsche Spieler plötzlich wieder interesant für europäische Spitzenclubs. Sammer`s Kommentar bezog sich viel mehr auf Spielertypen, wie z.B. Mertesacker. Deren individuelle Fähigkeiten seien für Gegner, wie z.B. Spanien, nicht mehr zeitgemäß. Der neue Typus sollte nach seiner Vorstellung weitaus beweglicher und vorausschauender im Mannschaftsverbund agieren. Auch sieht Sammer im "Hin-und Hergekicke mit 1,5 Ballkontakten pro Sekunde" ala Barca nicht das alleinige Glück. Natürlich könnte man diesen Satz auch als Hilflosigkeit des deutschen Fussballs gegenüber der Weltspitze interpretieren. Aber genau das ist nicht der Fall, denn für hohe Frequenz der Ballkontakte braucht es 11 Spieler mit sehr hohen technischen und koordinativen Fähigkeiten. Und da hat Sammer wohl wieder recht, wenn er meint, es gäbe bei uns noch Trainingsbedarf. Wenn ich mir aber die Abteilung "Jugend forscht" vom BVB anschaue, dann geht das bei uns auch schon in die richtige Richtung!

    Liebe Taktikfreunde,



    während heutzutage in der DFB-Denkzentrale darüber diskutiert wird, bereits in der 9-er D-Jugend möglichst flächendeckend ein ballorientiertes Spiel einzuführen, plagen sich Trainer, selbst in den höheren Jugendleistungsligen damit herum, die gewünschte Taktik nicht so schnell umsetzen zu können, weil ihre Vorgänger noch mit gegnerorientierter Taktik spielen ließen.



    Und darin liegt auch wohl schon das eigentliche Dilemma. Beim gegnerorientierten Spiel wird die 1 : 1 Durchsetzungsfähigkeit trainiert. Je länger der Zeitraum dauert, in denen der Nachwuchs diese Form des Fussballspiels vermittelt bekommt, desto schwieriger wird es, sie an ein neues Spielsystem zu gewöhnen.


    Häufig wird nicht verstanden, das es beim ballorientierten Spiel (egal in welchem System) nur darum geht, bei einem Ballbesitz die Breite und Tiefe des gesamten Platzes zu nutzen und sich bei gegnerischem Ballbesitz kompakt ins hintere Platzdrittel zurück zu ziehen. Wer dieses Grundelement nicht realisiert und versucht, einzelne Elemente (z.B. 4 Verteidiger auf einer Linie) einzuführen, dem geht es meistens deshalb schief, weil mindestens ein Spieler die Kette verläßt und dadurch dem Gegner einen leichten Torerfolg gewährt.



    Mädchen-/Frauen gelingt die Umstellung auf das ballorientierte Spiel nur deshalb leichter, weil sie das körperlose Spiel gewohnt sind und auch bevorzugen. Das weitaus dynamischere und körperbetontere Spiel der Jungen und jungen Männer tut sich wegen der anderen Veranlagung wesentlich schwerer.



    Der falsche Weg wäre mit euren Spielern herum zu schimpfen oder frühzeitig die Umstellung abzubrechen. Und wenn man selbst nicht mehr weiterkommt, dann sollte man ruhig an erfahrene Trainerkollegen heran treten. Meist geben sie gern Auskunft oder beteiligen sich mal am Training.

    eismann,


    da gebe ich dir vollkommen recht! Insbesondere bei den ersten Spielen wollen alle nur rennen und keine taktischen Aufgaben erfüllen. Erst, wenn sie merken, das sie mit ihren Kräften haushalten müssen, kommt der Verstand ins Spiel.



    Für mich als Trainer stellt sich aber die Frage, was ich will? Will ich den Spaßkick, dann frage ich einfach nur in der Mannschaft, wer Bock auf Hallenspiele hat. Will ich mein Kombinationsspiel und das Dribbling verbessern, dann kommt die von Chris erläuterte Vairante mit 3 - 4 permanent in Bewegung befindlichen Akteuren, die immer nur sehr kurz spielen, in Betracht. Will ich die Winterpause für gruppentaktische Verbesserungen mit hohem Wiederholungsgrad, dann sind die von mir beschriebenen Varianten eine Möglichkeit.

    Liebe Taktikfreaks,



    zwar ist die Hallensaison noch nicht zuende, aber viele von euch haben schon Erfahrungen gemacht. Mit der von mir angekündigten Variante 1 : 3, also mit einer Spitze und einer 3-Kette gabs im Anfang Probleme. Zunächst war der Abstand der Spitze bei Ballbesitz zu kurz und bei gegnerischem Ballbesitz zu lang. Auch verstand die Spitze nicht immer, das er beim Angriff über einen aus 3-er Kette seinen Gegenspieler mitzieht, um platz zu machen. Hin und wieder fehlte es auch an der taktischen Disziplin der 3-er Kette. D.h. es rannten gleich 2 aus der Kette nach vorn, so das der Gegner beim Konter nur einen Abwehrspieler vor sich hatte. Es wurde jedoch von Spiel zu Spiel besser, sodas gegen Ende jeweils auch klassenhöhere Teams geschlagen werden konnten. Als Fazit läßt sich festhalten: nur mit taktischer Diziplin läßt sich das System spielen. Es ist aber kraftsparend gegenüber einem 2 : 2 oder 1 : 2 : 1, so das gegen Ende der Spiele immer ein Übergewicht mit erfolgreichen Torabschlüssen erzielt wurde.



    Bei einem der Turniere eine noch exotischere Taktik. Vor dem Torwart platzierten sich im Abstand von ca. 10 Metern zentral in Reihe 3 Spieler. Der 4. Spieler bearbeitete die Außenbahn rechts und links oder/und wechselte die Positon mit einem der Reihenspieler. Dadurch hatte man eine Präsenz im gesamten Hallenraum. Auch dieses Team war den klassischen 2 : 2 System oder der "Raute" 1 : 2 : 1 immer zum Ende hin überlegen, weil Kräfte gezielter eingesetzt werden konnten. Denn bei den beiden letztgenannten Systemen müssen mehr Wege ohne Ball gemacht werden, als beim ballorientierten Spiel mit 3 : 1 oder dem in Reihe gegliederten Spiel.

    Hallo Hans,



    mein Sohn ist 15, ist Keeper in der nahegelegenen Bezirksligamannschaft (läßt sich gut mit Schule verbinden) und besucht die 10 Klasse des Gymnasiums. Hochschulstudium und Trainerlizenz haben m.E. nicht immer etwas gemeinsam. Es kommt darauf an, was man damit machen möchte. Will man Trainer werden, so braucht man bis zur A - Lizenz gar keinen Schulabschluß Für den Fussball-Lehrer braucht man auch kein Abi, es genügt meines Wissens das Fach-Abi. Studienabschlüsse machen sich im Jugendbereich von BuLi-Mannschaften aber sehr gut, weil dort u.a. nach wissenschaftlichen Methoden Ausbildungsmethoden konzeptioniert und optimiert werden. Aber auch als Trainer kann man immer vom fundierten Hintergrundwissen profitieren!