„Geschafft“ hat es doch der, der im Fußball auf seinem Niveau Spaß beim kicken hat.
Das drückt es sehr präzise aus. Wobei ich mit "geschafft" meine, dass man dort, wo man sich wohlfühlt spielt. Das hat manchmal aber längst nicht immer etwas mit der Liga zu tun! Denn irgendwann entwickelt das Kind andere Pläne, die sich nicht unbedingt mit denen seiner Eltern und Trainer decken müssen.
Ich bin deshalb davon abgewichen, mich über Früh- oder Spätentwicklung zu unterhalten. Denn solange wir nur die zählen, die unsere Norm erfüllen und nicht fragen, warum Andere an diese Normen abgeprallt sind, läßt sich keine für alle nachvollziehbare Begründung von Früh- oder Spätentwicklung erkennen. Solange der Einfluß von Trainer und Mannschaftskameraden in Abhängigkeit mit dem Leistungsdruck in der jeweiligen Liga nicht auch die Bedürfnisse dieser Talente berücksichtigt, kann keine dauerhafte positive Entwicklung prognostiziert werden. Denn bei ständig wechselnden Rahmenbedingungen basierend auf Trainer-, Jugendkoodrinatorwechsel einerseits, so wie einer starken Fluktuation in der Mannschaft andererseits, entscheidet nicht unbedingt die fussballerischen Fähigkeiten eines Talents, sondern die Fähigkeit mit Streß am besten umgehen zu können. Wenn dann noch überehrgeizige Eltern die Wünsche ihres Kindes nicht richtig deuten können, dann ist eine vorzeitige Beendigung der Fussballkarriere als "Notbremse" zu sehen.
Ich würde sogar soweit gehen, das es Früh- oder Spätentwickler nur deshalb zu geben scheint, weil wir keine ganzheitliche und damit objektive Bewertungsmerkmale gefunden haben. So liegt es in erster Linie an den Betrachter, in welcher Entwicklungsphase er ein Talent sieht. Daraus erklärt sich schließlich, warum es immer wieder Spieler sich bis in höchste Ligen empfehlen konnten, die man am Anfang gar nicht auf dem Zettel hatte. Dies deckt sich mit den Aussagen einiger Profis, die meinen, es hätte in ihrer Jugend bessere Talente gegeben. Aber sie hätten sich durchgesetzt, weil sie, ihre Eltern und Freund immer daran geglaubt hätten, weitgehend frei von Verletzungen bleiben und das Glück hatten, in den entscheidenden Schritten genau der zu sein, den man dort gerade brauchte. Wenn denn also der Faktor Glück eine große Rolle spielt, wer will denn dann von Früh- oder Spätentwicklern sprechen?
