Beiträge von TW-Trainer

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    Schon bei geringem Feedback läßt sich ein gewisser Querschnitt im Denken für die Torwartposition feststellen. Das sind die einen, die meinen, man solle am besten die Dicken, Dummen, Langsamen oder Faulen ins Tor stellen, damit sie die anderen Talente nicht beim Fussballspielen stören. Dann hat man auch gleich 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen, weil die Ungeeigneten dann so schnell wie möglich wieder mit dem Fussball aufhören.
    Dann gibts die Gruppe der Leute, die meinen, es müsse ein Guter im Kasten stehen, damit der Gegner nicht zu viele Chancen verwerten kann. Aber extra Torwarttraining bekommt er nicht. Erstens hat man keine Zeit dazu und zweitens ist die Mannschaft viel wichrtiger.
    Schließlich gibts noch die Gruppe der "Rotatoren", die meinen, das jeder auf jeder Position spielen soll. Als Beleg für die Richtigkeit ihrer Theorie führt man gerne den DFB-Satz an, wonach ein Torwart um Gottes Willen nicht zu früh ein Torwart sein darf, weil sonst seine gesamten Feldspielerkarriere ruiniert sei.


    Wie ihr aus meinem Nick entnehmen könnt, beschäftige ich mich mit Torleuten. Um meine Meinung dazu besser verstehen zu können, fange ich nicht von der untersten Stufe der Leiter, sondern von der Obersten an.


    1. Seniorenbereich
    Es werden hier Torleute gebraucht, die beidfüssig, mit einer umfangreichen Technik und gutem taktischen Verständnis ausgebildet sind. Hinzu kommt eine gute Körpersprache und Präsenz, mit der sie ihr Team bestmöglich unterstützen, in dem sie Abwehr und Mittelfeld dirigieren. Je nach dem, ob der Keeper im Breiten-, Leistungs- oder Profibereich aktiv ist, paßt sich das Können am Grat des Umsetzungspotentials des Anforderungskatalogs an.


    2. Oberer Juniorenbereich
    Neben der weiteren Verfeinerung von Torwarttechniken, Sammlung von weiteren Spielerfahrungen in unterschiedlichsten Situationen spielt hier die Bildung der notwendigen Physis und Psyche eine elementare Rolle. In den meisten Fällen findet hier die letzendliche Trennung für Aufgaben im Leistungs- und Breitensport ab. Ein Gutteil der Leistungssportler kehrt aber hier auch schon in den Breitensport zurück. Das muß nicht immer am sportlichen Können liegen, häufig sind es die beruflichen Wünsche (Ausbildung, Studium), die nicht mehr mit dem Fussball harmonieren.


    3. Mittlerer Juniorenbereich
    Hier geht es ins "Eingemachte", denn hier braucht der Keeper ein umfangreiches, abwechselungsreiches und altersgerecht systematisch aufgebautes Training, um seine persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften bestmöglich auszubilden.


    4. Unterer Juniorenbereich
    Das ist die "Schnupperphase", in der alles ausprobiert werden soll. Mal darf jeder dort spielen, wozu er gerade Bock hat und mal sagt der Trainer, wer auf die gerade beliebteste Position im Team spielen kann. Es sollte jedoch niemand, der eine Position absolut nicht einnehmen will, gezwungen werden.


    Gesamter Jugendzeitraum:
    Der gesamte Jugendzeitraum dient zur vollständigen Ausbildung der Spieler auf allen Positionen, wovon durchaus bestimmte Positionen intensiver und andere weniger intensiv geschult werden können. Das vom DFB immer wieder gern angeführte Negativargument, man dürfe einen Torwart nicht zu früh auf seine Funktion fixieren ,rührt vor allem daraus, das der DFB für alle anderen Feldspielerfunktionen umfangreiches Ausbildungsknow-How zur Verfügung stellen kann, nur nicht für den Torspieler! Und wenn man denn "nichts" hat, dann soll eben der Torwart die Mannschaft und die Mannschaft den Torwart trainieren. So klebt denn so mancher Trainer an der Theorie, wenn denn der Keeper genügend Bälle aufs Tor geschossen bekommt, dann wird er es schon lernen. Wie es der Keeper macht, spielt keine Rolle. Hauptsache der Ball geht nicht ins Tor! Das sich bei diesen Keepern über ihr autodidaktisches Lernen mit wenig oder gar keiner Trainerunterstützung sehr viel Falsches automatisisiert, wird zumindest vom DFB billigend inkauf genommen. Denn auch in seinem Nachwuchsförderkonzept sind keine speziell ausgebildeten Torwarttrainer auf den Stützpunkten vorgesehen. Hier liegt die alleinige Kompetenz bei den Leistungs- und Profivereinen, die längst erkannt haben, das der Torwart ein Speziallist ist und deshalb auch eine spezielle Ausbildung braucht. Beim Streit um die Frage, ab wann sie denn beginnen sollte, hat sich die Erfahrung breit gemacht, das bis einschließlich der E-Jugend jeder, der Bock hat, auch ins Tor gehen soll. Für alle Interessierten gibts dann 1 x wöchentlich im Rahmen des normalen Trainings auch Torwartübungen. Ab der D-Jugend werden verstärkt die gefördert, die neben ihrem Interesse auch Talent (besonders gut ausgeprägte Beweglichkeit, rasche Auffassungsgabe, Mut) besitzen. Ab der C-Jugend gibt je nach Leistungsstufe 1, 2 oder 3 mal wöchentliches Training. Ab der B-Jugend erfolgt auch Einzeltraining, die um die individuellen Fähigkeiten angepaßt werden. Der A-Jugend-Bereich ist dann schon ein Übergangsbereich, in der bestimmte Fähigkeiten, die im Seniorenbereich gebraucht werden, auch vorausgesetzt, aber noch weiter vertieft werden.


    Was richtig oder falsch ist, kann man nicht generell sagen. Es orientiert sich immer an der speziellen Situation in der Mannschaft und im Verein. Deshalb sollte mein Beitrag auch lediglich ein Anregung sein, die Gedanken über die TW-Position ein wenig zu vertiefen und althergebrachte Theorien ruhig mal auf den "persönlichen Prüfstand" zu stellen.

    Ich denke, du hast das Video hier hineingestellt, um Meinungen anderer über das Talentvermögen deines Sohnes zu bekommen.


    Hier meine subjektive Meinung:


    Ich habe mir die Videoausschnitte einige male angesehen. Dein Sohn hat überdurchschnittliches Stützpunktniveau. Für die Landesauswahl oder C-Jugend-Regionalliga reicht es noch nicht.


    Ich möchte das kurz begründen:


    1. fehlende Beidfüssigkeit
    Bis auf wenige Ausnahmen benutzt dein Sohn ausschließlich den rechten Fuss. Selbst dann, wenn (z.B. bei einem Hallenspiel) der Ball auf dem linken Fuss liegt, flankt er mit rechts. Das schränkt seine Handlungsschnelligkeit ein.


    2. Schnelligkeitsdefizit
    Hochtalentierte Spieler zeichnen sich neben ihrem Trick-, Gestaltungsreichtum auch durch Grund- und Handlungsschnelligkeit aus. In den Laufduellen konnte er sich jedoch nicht entscheidend absetzen.


    Versuche dir ein besseres Bild über die Leistungseinschätzung deines Sohnes machen, indem du dir Spiele deiner Landesauswahl (Termine stehen in der BFV-Homepage) oder Spiele der C-Junioren-Regionalliga anschaust.


    Ich verstehe nur zu gut, das du dir Sorgen machst!. Es gibt aber keinen Grund um Trübsal zu blasen. In sehr vielen Talentangelegenheiten regeln sich die Dinge von allein. Denn wenn nehmen den Anlagen nicht auch Fleiß, Ehrgeiz und der unerschütterliche Wille auch bei Absagen seinen Weg weiter zu gehen, dann kann daraus etwas werden. Eine Prognose, ob daraus einmal ein Profi werden kann, ist sehr sehr schwierig!


    Nun gib ihm erst mal Zeit und lass dich nicht verrückt machen. Es wird in den nächsten Jahren noch genügend Gelegenheiten geben, wo er sich präsentieren und empfehlen kann.


    Profivereine verlassen sich übrigens nicht auf die Leistungseinschätzung der Verbandstrainer. Bevor die ein Talent ins Internat aufnehmen, schauen sie es sich immer ganz genau an!


    Es bringt auch nichts auf die Stützpunkttrainer herum zu hacken. Die DFB-Koordinatoren sind bemüht, geeignete Kandidaten zu finden. Aber immer bekommt man die Besten nicht, weil auch Vereine mit attraktiven Trainer-Angeboten locken oder andere Gründe eine Verpflichtung nicht möglich machen.


    Nutze deine Energie also besser für Dinge, die du beeinflussen kannst. Dein Junge braucht jetzt und fü die nächsten Jahre nicht Leistungsdruck von dir als Trainer, sondern deine Unterstützung als Vater!

    Wenn die Trainingsbeteiligung im Breitensport nur bei 50 - 60 % liegt und auch beim Spiel kaum mehr als 70 % anwesend sind, dann laufen auch immer ein paar "Fußkranke" mit, die nicht über ein ausreichendes Maß an Ausdauer oder Kraft verfügen. Deshalb empfiehlt es sich, einen fixen Teil an Konditions- und Sprinttraining in sein Trainingsprogramm einzubauen. Wichtig dabei sind Tempowechsel. Wenn dann das Ganze mit abwechslungsreichen Ballaufgaben garniert wird, hat man gleich mehrere Fliegen (Kondition, Kraft, Technik) mit einer Klappe geschlagen.
    Wenn ich sehe, wie ein Trainer seine Trainingsgruppe Runden laufen läßt, während er mit einem Kollegen schon die dritte Zigarette raucht, dann graust es mich immer. Aber die ewig Gestrigen sterben wohl nie aus!

    Paule
    Finde deinen Beitrag sehr interessant, zumal ich auch nicht mit sehr viel leichtathletischem Hintergrund ausgestattet bin. Neben einer gewissen Wiederholungsfrequenz, wo etwas "in" oder "out" ist, stelle ich allerdings tendenziell fest, das die Vorbereitung nicht mehr als abgeschlossener Block betrachtet wird, weil insbesondere der Spielerwechsel, aber auch rekonvaleszente Spieler die Trainingsgruppe durchmischen. D.h. es werden dann noch Teile, die eigentlich klar der Vorbereitung zugeordnet werden müßten, in der Anfangsphase des Punktspielbereichs "nachgeschoben". Langzeitverletzte gibt es nur noch selten, weil auch die Sportmedizin besser geworden ist.
    Letzendlich kommt es aber immer darauf an, wie der Einzelne seine köprerliche und geistige Fitness fussballerisch umsetzt. Wie weit die Ansichten darüber auseinander gehen können, möchte ich anhand von zwei Traineraussagen beschreiben: Jürgen Klopp möchte beim BVB den "Diplom-Fussballer" einführen. Er soll zwischen die A-Jugend und U 23 von seinen Profitalenten erworben werden können. Sein Argument: "Wenn ich früher mehr über den Fussball gewusst hätte, dann wäre ich ein viel besserer Fussballspieler geworden". Demgegenüber glaubt Hans Meyer, dass das Fussballtalent mit der Muttermilch vererbt wird, indem er sagt "wenn meine Spieler nicht so gut Fussball spielen könnten, müßte die Hälfte davon unter Brücken schlafen!"
    Auch unsere niederländischen Kollegen von Twente Enschede machen sich Gedanken über dieses Thema. Sie scheinen ein wenig umzuschwenken und tauschen z.B. ihren A 1 Trainer (vgl. Deutschland = U 19), der als Verfechter von hoher Ballästhetik gilt, zur neuen Saison hin gegen Patrick Kleuvert, der als "harter Hund" und Freund von körperlicher Robustheit gilt, aus.

    Das Vortäuschen einer Verletzung kann auch geschehen, um der Gegnerin, die angeblich unfair in den Zweikampf gegangen ist, eins auszuwischen.


    Besonders zart beseitete Trainer haben im Mädchenfussball ohnehin nichts zu suchen. Denn alles, was einem Lehrer passieren kann, ist auch beim Fussballtrainer möglich. Ob es die Anmache vor versammelter Mannschaft ist oder die eindeutig zweideutige Aufforderung zur gemeinsamen Freizeitgestaltung.


    Wer sich jedoch immer eindeutig verhält, dem steht bei der Freude als Fussballtrainer nichts im Wege und hat die Grenzen des gegenseitigen Respekts und Umgangs sehr rasch abgesteckt.


    Nun zum Anfassen! Wenn man kein Arzt oder Physiotherapeut ist, reduziert sich das Anfassen im Rahmen von Verletzungen auf das Kühlen von Prellungen und/oder die Arm-/Schulterunterstützung beim Verlassens des Spielfelds. Ich denke Beides läßt sich fast immer problemlos gestalten. Bei der Übernahme eines neuen Teams oder neuer Spielerinnen, sollte man die Verletzte fragen, ob sie das Kühlpack selbst drauf legen will. Bei Verletzungen im Brust- oder Schambereich gilt ein generelles Anfassverbot für "Laien"!


    Weitere Körperkontakte wird es geben, wenn man sich in gemeinsamer Runde vor dem Spiel anfeuert. Eher selten kommt es vor, das man mal eine Spielerin trösten muß und dazu kurz in den Arm nimmt.


    Als TW-Trainer kann es noch zu Körperkontakten kommen, wenn sehr detailierte Bewegungsabläufe korrigiert werden. Es kommt aber eher selten und nur dann vor, wenn sie die Korrekturen auch nach mehrfachen Erklärungen nicht begreift und zwecks Korrektur per Zeichen um das Anfassen von Händen, Armen oder Beinen bittet. Da man meist mehr als eine Keeperin trainiert und/oder das Fussballteam sowie weitere Trainer, Trainingszuschauer in der Nähe sind, gibt es auch keine Möglichkeit, diese sportliche Unterstützung anders auszulegen.


    Entscheident ist nach meiner Meinung immer die Frage, inwieweit dient der Körperkontakt zwischen Trainer und Spielerin dem Fussballsport? Dabei sollte man jederzeit über jeden Zweifel erhaben agieren!

    Stevo
    So gefällst du mir! Es gelingt alles viel leichter, wenn man die Mädels erst gar nicht unter einem Erfolgsdruck (z.B. wir wollen unbedingt Meister werden) setzt und vor allem sich selbst als Coach zurücknimmt. Humor ist der besten Helfer als Trainer eines Frauenteams! Dies habe ich versucht mit meiner Satire über den Frauenfussball in den Gründerjahren zu verdeutlichen. Anhand des Leistungsvergleichs U 15 ./. Frauennationalmannschaft wollte ich erklären, das es unsinnig ist geschlechterspezifische sportliche Vergleiche anzustellen.
    Der Frauenfussball ist im Vergleich zum Männerfussball noch sehr jung. Also braucht es mehr Raum für spielerische Freiheiten, mehr Zeit für Experimentieren. Die Leistungsvergleiche gegen Jungenmannschaften dienen Verbesserung dynamischer Anteile im Frauenfussball. Sie sind nicht dazu da, um den Frauen ihre Grenzen aufzuzeigen. Aber es gibt kaum bessere "Sparringspartner" als gute C-Jugend-Mannschaften. Genau aus diesem Grund läßt der DFB seine besten Nachwuchsspielerinnen sogar in Jungenteams spielen. Alledings bin ich gespannt, ob sich etwas ändert, wenn die neue B-Juniorinnen-Bundesliga im nächsten Jahr an den Start geht?

    Fast alle Trainer haben ihre ersten Erfahrungen im Jungen- oder Männerbereich gemacht. Kaum jemand hat Erfahrungen im Torwarttraining und so gut wie nie im Frauen-Torwarttraining. Deshalb darf man sich nicht wundern, wenn sehr unterschiedliche Ansichten übers TW-Training aufeinander prallen.
    Beim Winter-Hallenturnier wurde eine über 40-jähige Keeperin (auch mit meiner Stimme) zur besten Torhüterin des Turniers (an der u.a. auch Proficlubs teilnahmen) gewählt. Diese Frau hatte auch die Form von Fitness, die Torleute brauchen. In der Halle ist aufgrund der deutliche höheren Frequenz der TW-Aktivitäten die Fitness fast noch wichtiger als auf dem Rasen. Diese körperliche Fitness bekommt man aber nicht durch das Konditionstraining von Mannschaftsspielern. Wer es gern mit seinen Mannschaftskameradinnen mitmachen möchte: es schadet nicht, aber es nützt auch nicht!
    Vielleicht kannst du ja einen von den 3 Trainen dazu überreden, mit dir ein wenig TW-Training zu machen, statt Runden zu laufen? Das würde dir, dem Team und letzendlich auch den Trainern mehr helfen. Evl. kommt ja noch eine weitere interessierte Keeperin dazu. Dann ist der Spaß doppelt so groß und du kannst deiner Kollegin ein paar Tricks beibringen?


    Leider findet man noch nicht so viel Unterstützung zur Trainingsgestaltung in Form von Büchern oder DVD. Es wird wohl noch dauern, aber es gibt derzeit die ersten Gedanken darüber, ein Buch übers Torwarttraining mit einem speziellen Bereich für das Mädchen- und Frauentorwarttraining zu gestalten.

    Stevo
    Ich beschreibe meine subjektive Wahrnehmung. Darin ist das Verhältnis zwischen Können und Wollen bei den Mädchen ausgeglichener als bei den Frauen. Dass es Egoisten auch im Jungen- und Männerbereich gibt, habe ich nie verhehlt.


    Es ist mangels Konkurrenz weitaus leichter Mädchen und Frauen im Leistungsbereich schneller nach oben "zu trainieren" als bei Männern. Jedoch sind auch die Entscheidungsprozesse anders. Erst kürzlich entschied sich ein Talent gegen den Wechsel in die 2. Bundesliga, weil ihr der Zeitaufwand zu hoch war. Im Herrenbereich wäre soetwas kaum vorstellbar. Das liegt auch daran, das im weiblichen Fussball nicht das Geld verdient wird wie bei den Senioren.


    Desweiteren hat der Harmonie im Frauenteam eine bedeutendere Rolle, während bei den Männern das Vereinsimage und das Finanzielle mehr Bedeutung hat.


    Wenn ich das Gefühl hätte, ihr würde bei den Mädchen und Frauen sinnlose Trainerarbeit verrichten, so hätte ich längst damit aufgegeben. Es liegt aber eine ganz besondere Herausforderung darin, mit diesen Umgebungsfaktoren erfolgreich und in der Hauptsache mit viel Spaß tätig zu sein.


    Stevo: wir sprechen uns in ein paar Jahren wieder! Mal sehen, was für eine Meinung du dann hast?!?

    Weil immer wieder der Vergleich mit dem männlichen Fussball angebracht wird, hier das Ergebnis eines Testspiels der Deutschen Frauennationalmannschaft gegen die C1 von VFL Osnabrück einen Tag vom Länderspiel Deutschland ./. Italien.


    Das Spiel der besten deutschen Frauen gegen die in der obersten Liga spielenden U 15 endete 1 : 1!!!



    Unlängst schaute ich beim Testspiel einer C1-Landesliga-Mannschaft (2. höchste Liga) gegen ein Frauenteam aus der 2. Bundesliga. Ich bin nach 20 Minuten bin ich gegangen, denn es war ein Spiel auf ein Tor (das der Frauen)!



    Die Testspiele gegen Jungenmannschaften sind dennoch wichtig, um die Defizite im körperbetonten Spiel weiter abzubauen. Denn im internationalen Frauenfussball setzt sich mehr und mehr das dynamische, mit mehr Einsatz geführte Spiel durch.



    Und bitte hört endlich auf, den Frauenfussball mit denen von Jungen oder Männern zu vergleichen. Auch im Leistungsbereich sind das zwei paar verschiedene Schuh! Es geht darum, als Trainer den Mädels zu helfen ihr gutes Fussballspiel permanent zu verbessern!

    Hallo Stevo,



    vom System her positionieren sich deine Spielerinnen bei gegnerischem Angriff in der eigenen Hälfte so:




    --------------------------------------------------------


    x x



    x x x




    TW


    /___________/



    Wie du rasch erkennst, entstehen Dreiecke und Rauten (mit TW), mit denen man sehr gut verteidigen, aber auch rasch von Abwehr auf Angriff umstellen kann.


    Einige Dinge sind zu beachten. Das Spielfeld wird in mehrere Zonen aufgeteilt. Die gegnerische Hälfte ist nur dann für die eigene Attacke interessant, wenn eine eigene Spielerin in unmittelbare Nähe ist und der Rückpass sowie ein Pass zur Mitspielerin schwierig ist. Ansonsten zieht sich dein Team bei gegnerischem Ballbesitz komplett in die eigene Hälfte zurück.



    Eine Ballattacke durch eine der beiden Angreiferinnen erfolgt erst dann, wenn die gegnerischen Abwehrspieler im Ballbesitz ist. Eine Absicherung erfolgt über die beiden Abwehrspielerinnen dahinter, so das dem Gegner, wenn überhaupt ein erfolgreiches Dribbling an der Außenbahn gelingt. Sollte dies mal der Fall sein, läuft die Abwehrspielerin an die Gegnerin. Die mittlere und die ballentfernte Defensiv-Spielerin rücken ein. Für Schüße aus spitzem Winkel ist die Torhüterin zuständig. Wichtig ist vielmehr, das das tornahe Zentrum zugestellt ist, damit die Gegnerin keinen Anspielpartnerin findet.



    Bei Balleroberung von gegnerischen Verteidigerin ist der Weg sofort für deine Angreiferin frei und sich kann im 1 : 1 Duell mit der gegnerischen Torhüterin zum Torerfolg kommen. Bei Balleroberung vor dem eigenen Tor, gibt es sofort links oder rechts Anspielstationen, weil ihr immer in Dreiecken positioniert seit.



    Einzige Voraussetzung sind einigermaßen flotte Angreiferinnen. Wenn das nicht der Fall ist, kann man eine andere Variante spielen. Dann sollte eure schnelle Angreiferin in der Grundformation in der zentralen Defensive stehen. Wird der Ball links oder rechts oder durch sie selbst erobert, so wird das Spiel wie folgt rasch nach vorn getragen. Unmittelbar nach Balleroberung rennen beide Angreiferinnen an der Außenbahn nach vorn. Sie binden damit gegnerische Defeinsivkräfte und schaffen Raum im Zentrum. Eurer ballführenden defensiven Zentrumspielerin dribbelt zentral nach vorn und spielt auf Höhe im richtigen Moment (ca. 20 - 30 m vor dem gegnerischen Tor) einen Pass nach außen, von wo aus sie den Ball in den Lauf wieder zurück bekommt. Erfolgt das Ganze mit ausreichender Präzision, so entstehen gute 1 : 1 Situationen für den Torerfolg.

    Während des Spiels seine vorher und ausschließlich eingeübte Taktik (hier gegnerorientiert) gegen eine Taktik, von denen nur mal 2 Spieler ein bißchen (in der D-Jugend wird ja noch nicht viel Taktik gelehrt) mitbekommen haben, hört sich eher wie der Versuch eines Abenteuers an, um eine Niederlage gegen den vermeintlich besseren Gegner noch irgendwie zu erklären.



    Auch beim gegnerorientierten Spiel gibt es die Möglichkeit einen z.B. besonders schnellen und/oder trickreichen Spieler zu Doppeln. Ferner gibt`s sehr häufig bei der Einführung der ballorientierten Taktik Außenverteidiger mit individualtaktischen Defiziten (meist durch falsches Anlaufen).



    Natürlich geht das nicht allein durch "order bei mufti", denn die Kinder haben ein Recht auf eine Trainerbegründung. Aber in der Halbzeitpause lassen sich vermutlich nicht mehr als 3 Sätze darüber verlieren. Und selbst an die kann sich danach kaum ein Kind erinnern! Je nach dem, mit was für Charaktere man es zu tun hat, kann es auch sein, das die vermeintlichen Rädelsführer beim nächsten Training oder Spiel schon wieder ganz andere Ideen haben (z.B. warum nicht mal den Libero im Sturm und den Mittelstürmer ins Tor stellen?). Nein, der Teamsport Fussball ist etwas anderes als eine Laberbude. Auch, wenn manchmal nur die zweitbeste Lösung gewählt wurde, es muß einfach sofort weitergehen. Oder will man etwa beim Schiedsrichter die Verlängerung der Halbzeitpause beantragen, um das Für und Wieder einer anderen Taktik in aller Ausgiebigkeit zu beraten?



    Leider sind aber die "Pfeifen am Spielfeldrand" auch nur Menschen, die während eines Spiels so stark mit ihrem Team mitfiebern, das sie manchmal Signale ihrer Teammitglieder nicht wahrnehmen. Es sind keine Heiligen sondern ganz normale Menschen, die manchmal gute, manchmal schlechte Tage haben. Meistens haben sie ein großes Herz für ihre Teammitglieder und den Sport, manchmal üben sie dieses Amt aber auch nur aus, weil sie zuhause nichts zu sagen haben.

    Während des Spiels seine vorher und ausschließlich eingeübte Taktik (hier gegnerorientiert) gegen eine Taktik, von denen nur mal 2 Spieler ein bißchen (in der D-Jugend wird ja noch nicht viel Taktik gelehrt) mitbekommen haben, hört sich eher wie der Versuch eines Abenteuers an, um eine Niederlage gegen den vermeintlich besseren Gegner noch irgendwie zu erklären.



    Auch beim gegnerorientierten Spiel gibt es die Möglichkeit einen z.B. besonders schnellen und/oder trickreichen Spieler zu Doppeln. Ferner gibt`s sehr häufig bei der Einführung der ballorientierten Taktik Außenverteidiger mit individualtaktischen Defiziten (meist durch falsches Anlaufen).



    Natürlich geht das nicht allein durch "order bei mufti", denn die Kinder haben ein Recht auf eine Trainerbegründung. Aber in der Halbzeitpause lassen sich vermutlich nicht mehr als 3 Sätze darüber verlieren. Und selbst an die kann sich danach kaum ein Kind erinnern! Je nach dem, mit was für Charaktere man es zu tun hat, kann es auch sein, das die vermeintlichen Rädelsführer beim nächsten Training oder Spiel schon wieder ganz andere Ideen haben (z.B. warum nicht mal den Libero im Sturm und den Mittelstürmer ins Tor stellen?). Nein, der Teamsport Fussball ist etwas anderes als eine Laberbude. Auch, wenn manchmal nur die zweitbeste Lösung gewählt wurde, es muß einfach sofort weitergehen. Oder will man etwa beim Schiedsrichter die Verlängerung der Halbzeitpause beantragen, um das Für und Wieder einer anderen Taktik in aller Ausgiebigkeit zu beraten?



    Leider sind aber die "Pfeifen am Spielfeldrand" auch nur Menschen, die während eines Spiels so stark mit ihrem Team mitfiebern, das sie manchmal Signale ihrer Teammitglieder nicht wahrnehmen. Es sind keine Heiligen sondern ganz normale Menschen, die manchmal gute, manchmal schlechte Tage haben. Meistens haben sie ein großes Herz für ihre Teammitglieder und den Sport, manchmal üben sie dieses Amt aber auch nur aus, weil sie zuhause nichts zu sagen haben.

    Gründe, die für G8 sprechen:



    1. Beim früheren Abi nach der 13. gabs in der zweiten Schuljahreshälfte sehr viel Abi-Vorbereitung. D.h. neuer Schulstoff wurde
    kaum vermittelt.


    2. Auf die früheren, neun Schuljahre verteilt war die Anzahl der unterrichtsfreien Zeit aufgrund von Lehrerausfälllen größer


    3. Die Lehrer werden gezwungen ihren Small Talk über Dinge, die nicht zum Unterricht gehören, weitestgehend zu vermeiden



    Gründe, die gegen G8 Sprechen:


    1. mehr Nachmittagsunterricht, um den Gesamt-Lehrplan zu erfüllen


    2. Sport und Nachmittagsunterricht, bzw. AGs sind nicht immer miteinander zu verbinden


    (einige Schulen stellen sich stur, andere sind kooperationsbereit, wenn es um Leistungssport geht)



    Aufgrund der Lehrstellenproblematik und der hohen Jugendarbeitslosigkeit der letzten Jahrzehnte bleibt jungen Menschen häufig keine andere Wahl, als sich in eine Schulform zu begeben, für die sie eigentlich kaum geeignet sind. War der Anteil der Gymnasiasten vor 30 Jahren bei ca. 15 %, so nimmt mittlerweile mehr als jeder Zweite an dieser Schulform. teil. Die Hauptschule ist mitlerweile eher die Ausnahme geworden.



    Es ist aber schwierig auf den Einzelfall bezogen zu einer abschließenden Meinung zu kommen. Wenn ein Kind gerade aufs Gymnasium kommt, kann es sein, das in der früheren Grundschule eher aus Imagegründen als durch überdurchschnittliche pädagogische Leistungen Bestnoten mit Empfehlung zum Gymnasium verteilt wurden. Die Leidtragenden sind dann die Kinder, weil sie zunächst einmal Lehrstoff nachholen müssen.


    Wenn aber das Kind bei allen Hausaufgaben außerordentlich lange braucht, dann sollten sich die Eltern doch überlegen, das Kind weiteren Frust zu ersparen und es zunächst auf eine Real- oder Hauptschule schicken. Zwar ist der zweite Bildungsweg etwas steiniger, aber dennoch eine Möglichkeit für "Spätentwickler".


    Auf seine Hobby und wohlmöglich aus Zeitgründen auf Freunde zu Gunsten der Schulbildung zu verzichten, finde ich nicht O.K. Man bekommt keine zweite Kindheit und nehmen dem Aneignen von Schulbildung gilt es auch soziale Kompetenz aufzubauen. Sonst bekommt man später Fachidioten, die zu dämlich sind, den richtigen Schlüssel an ihrem Schlüsselbund zu finden, weil ja alle irgendwie gleich aussehen!


    Etwas anderes ist der übermäßige Konsum von elektronischen Medien, egal in welcher Schulform man sich befindet. Diese Form der sozialen Verdummung macht bereits junge Menschen abhängig und treibt sie in eine Spirale des Alleinseins in einer Scheinwelt, aus der manche erst herauskommen, wenn sie bereits alle Freunde verloren haben. Leider gibt es in allen Schulformen einen Trend zum Egoismus (ich bekomme nur dann mehr Punkte wenn die Andere weniger bekommen). Wozu diese Form des Leistungsdrucks führen kann, zeigt sich am Fall "zu Gutenberg" exemplarisch. Wenn die Universitäten und Promotionsausschüsse, die sich total überrascht zeigten, ihrer Verpflichtung zur Bildung etwas ernster nehmen würden, dann gäbe es nicht den Unterschied in der Benotung, das der Jenige, der Texte aus relativ unbekannter Letüre als seine eigenen wisschenschaftlichen Erkenntnisse mit "summa cum laude" abschneidet und der, dessen Wissen ausschließlich aus ehrlicher und korrekter wissenschaftlicher Arbeit mit schlechterer Benotung zu rechnen hat. Letzterer hat zusätzlich mit einer längeren Doktorantenzeit zu rechnen. Das mal nur so am Rande, weils ja um die Bildung ging!



    Ob allerdings nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist aktiv ist, vermag ich nicht zu sagen! Denn eigentlich ist es nichts aussergewöhnliches, das jemand in der D-Jugend erkennt, das der Sport, zu dem er von seinen Eltern geschickt wurde, nichts für ihn ist. Ein Sonderfall ist sicherlich die meist viel zu frühe Festlegung auf die Torwartposition. Der Keeper wird dann meist links liegen gelassen, weil man als Trainer entweder gar keine Zeit für ihn hat oder gar nicht weiß, was man denn wie mit ihm trainieren soll. Da passiert das auch schon mal, das sehr talenierte Keeper keinen Bock mehr haben, wenn sie immer nur den Anderen zuschauen sollen oder beim Torschußtraining 50 x hintereinander nen Ball auf die Kiste bekommen!

    Auch ich habe so etwas ähnliches mal mitbekommen. Es war unmittelbar vor einem D-Jugend-Kreisliga Spiel. Die Kids hatten schon ihr übliches Torschießen hinter sich, als ein Ball von außen halb hoch ca. 8 - 10 Meter vors Tor kam. Dieser wurde vom Co-Trainer (A-Jugendspieler) Volley genommen und (quasi aus Reflex) mit voller Wucht aufs Tor gedroschen. Der Torwart hatte Glück, denn das Geschoß unmittelbar über seinem Kopf in die Maschen flog. Unmittelbar danach erklärte ich dem Trainer und Co-Trainer, so einen Blödsinn doch bitte zu unterlassen, da er keinerlei Nährwert für den Keeper habe und die Sache zudem auch zu Verletzungen führen könne. Beide (jungen Trainer) erklären, das es sie hin und wieder in den Knochen juckt, aber eigentlich absichtlich den Torwart nicht treffen wollten. Sie hätten es jedoch nunmehr verstanden und die Vernunft habe bei solchen Dingen letzendlich zu siegen, weshalb sie zukünftig darauf verzichten wollten.



    Wann bricht was? Mein Sohn hatte sich in der E-Jugend die Hand beim Fahrradsturz gebrochen. Nach 4 Wochen bekam er den Gips runter und nach weiteren 2 Wochen stand er wieder im Tor, als sei nichts gewesen. Weil er nur Bälle mit der Schußstärke von Gleichaltrigen zu parieren hatte, war das auch kein Problem.



    Wenn ich die Beschreibung von Bernd richtig verstehe, ist der Schuß mit ruhendem Ball von unten nach oben erfolgt. Wenn es sich nicht um einen "angeschnittenen Bogenball" handelt, so ist ein Innenspann- oder Vollspannstoß erfolgt. Wenn davon ausgegangen wird, das es sich bei den Trainern um Freizeitfussballer handelt, dann ist die Dosierung der Schußhärte mit zuletzt genannten Techniken nicht so gut dosierbar. So ist bei diesen Schußtechniken davon auszugehen, dass ein F-Jugend-Keeper die Geschwindigkeit dieses Balles noch nicht richtig einschätzen kann und von daher ein erhöhtes Verletzungsrisiko beim Parieren (Fangen oder Lenken) besteht.


    Natürlich kann ein evl. noch nicht vollständig ausgeheilter Bruch oder eine latente Gefahr durch besonders dünne oder sprode Knochen mit dazu geführt haben. Dies ist jedoch bei der Betrachtung unerheblich. Es ist davon auszugehen, das weder Absicht und Gefahrenerkennung zur Verletzung des Kindes führten.


    Eine Erkenntnis sollten die Jugendtrainer im unteren Bereich aber daraus ziehen. Es ist nicht unbedingt die Schußhärte an sich, die zu Verletzungen führt, sondern die nicht richtig einschätzbare Geschwindigkeit durch die noch sehr junge Keeper zu einer falschen Reaktion verleitet werden.



    Werft Strafstöße oder Freistöße aus kurzer Distanz lieber von unten nach oben oder rollt sie in die Ecke. Beim Wurf könnt ihr die Geschwindigkeit weitaus besser dosieren als beim Schuß. Besser noch, laßt den Kindern den Spaß am Torschuß und dem Keeper eine realistische Chance zur Vereitelung des Torerfolgs.



    Die beschriebene Situation zeigt einmal mehr, warum Vereine ausgebildete Torwarttrainer brauchen. Sie werden nicht nur für eine bessere TW-Ausbildung benötigt, sondern auch, um unerfahrenen Mannschaftstrainern zu helfen und auf Risiken aufmerksam zu machen, bevor Knochen brechen und Eltern auf Unverständnis reagieren.



    Leider habe ich erst vor kurzem das Feedback eines DFB-Stützpunktkoordinators erhalten, der ein bereits eingeleitetes TW-Training durch einen TW-Trainer auf dem Stützpunkt wieder eingefroren hat. Nun müssen wohl wieder die Stützpunkttrainer die Torschußtechniken demonstrieren, wodurch die Torleute erhöhten Verletzungsrisiken ausgesetzt sind.

    Was mich interessieren würde, ob es z.B. E Jugend Spieler gibt, die nichtmal den Ball treffen und dennoch irgendwann Profis werden, oder ob man schon in diesem Alter mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass das nichts wird.


    Auch wenn es in diesem Thread hauptsächlich darum geht, ab wann eine zuverlässige Erfolgsprognose gegeben werden kann, so ist die Frage, ab wann eine zuverlässige Misserfolgspronose gegeben werden kann, ebenso zulässig.



    Sehr dankbar bin ich für den Hinweis, dass die Leistungsabteilungen der BuLi-Vereine auch nur mit Wasser kochen können.



    Müßig ist es m.E. im Nachhinein zu beurteilen, ob ein früher Vereinswechsel für den Erfolg oder Mißerfolg verantwortlich war?



    Ich gestehe, das ich mich schon mehr als einmal geirrt habe. Das hat mich ein wenig vorsichtiger in der Talentbeurteilung gemacht!

    Alexbonn


    Besonders gelungen finde ich die Passage über die Verlockungen und Versuchungen im jugendlichen Alter. Die Zahl der Möglichkeiten, an einer Gabelung in die falsche Richtung zu gehen, ist leider sehr groß. Umgekehrt ist es manchmal nicht mit ratioalen Erklärungen zu begreifen, weil man einfach Glück hatte zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, weil gerade dieser Spielertyp gebraucht wird. Desweiteren können nicht persönlich beeinflußbare Faktoren oder Verletzungspech dazu führen, das man zu den Karriere-Verlierern gehört.



    In den Erfolgsstatistiken der Vereine tauchen Spieler, die es nicht geschafft haben, nicht auf. Es könnte ja ein Hauch vom Mitschuld gestanden werden. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die propagiernte Nachhaltigkeit der Ausbildungsziele am Beispiel von Werder Bremen mit den Fakten abzugleichen. Hier ist die Übersicht der aktuellen Torleute im Verein:



    1. Mannschaft
    Tim Wiese: 2005 Kaiserslautern (TW-Schule Gerry Ehrmann)


    Sebastian Mielitz: 2005 von Energie Cottbus (dort deutscher Meister Schüler)
    2. Mannschaft:
    Felix Wiedwald: 1999 Achim (* Werder Talent)


    Christian Vander: 2006 Bochum
    U 19 – U 18
    Tom Neukam: 2008 von Lok. Leibzig


    Tobias Wülpern: 2008 von Heeslingen


    Bernd Düker: 2010 von Osnabrück


    Jan-Niklas Hiegemann: 2003 von Dötlingen (spielt nicht mehr - Vertrag läuft aus)
    U 17 – U 16
    Yannick Viol: 2007 Wiepenkathen


    Hannes Frerichs: 2003 (???)
    U 15 – U 14Leo Weinkauf: 2008 (VFL Oldenburg)
    Kevin Kuhfeld: 2006 (Borgfeld)



    Bis nach ganz oben hat es keiner der Torleute geschafft. Eigentlich müßten noch die TW-Abgänge aus dem Zeitraum der letzten 10 Jahre hinzugefügt werden. Dann wäre aber die Liste wohl zu lang geworden. Man erkennt aber auch so die Fluktuation in diesem Bereich. Und wenn man sich das Ganze mal näher anschaut, dann schicken die ihre eigenen Talente nach jahrelanger Ausbildung nach Hause und holen sich ihre Toptalente erst dann, wenn sie zu einem guten Teil bereits in anderen Vereinen ausgebildet wurden! Soetwas nennt man dann eher Abwerbung oder !?! Es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, das die Talentarbeit von Werder Bremen schlechter wäre als die anderer. Dieses Beispiel wurde eher zufällig gewählt.



    Bis auf 1 Jahr Differenz für einen Wechsel ins NLZ oder JLZ liegen wir in unseren Ansichten konform!



    Aber nur, weil es die überwiegende Zahl nicht bis ganz nach oben schafft, sollte man den jungen Talenten ihre Träume nicht nehmen. Auch wäre es fatal auf ernsthafte Anfragen als Eltern deshalb nicht einzugehen, weil ja die Wahrscheinlichkeit einer Enttäuschung auf dem Weg zur Profikarriere recht groß ist. Auch der Weg dorthin kann ein lohnenswertes Ziel sein. Wenn kein unnötig hoher Erwartungsdruck im Elternhaus aufgebaut wird, bleiben oft auch dann ungetrübte Erinnerungen zurück, wenn der letzte Schritt nicht geschaftt wurde.



    Da man das Talentpotential seines Kindes in den seltensten Fällen aber einschätzen kann, sollte man einen kompetenten, noch besser zwei kompetente Ratschläge einholen und sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen.

    Es ging mir darum Eltern und Trainer darauf aufmerksam zu machen, das bei sehr jungen Talenten eine Erfolgsprognose kaum möglich ist. Und jeder der behauptet: das wird man ein Bundesligaspieler, handelt unseriös gegenüber dem Kind und dessen Eltern.


    Und um mal ein paar Beispiele zu nennen: Jens Lehmann wechselte erst mit 16 ins Tor, weil er auch gut auf dem Feld war und ein anderer besser im Kasten. Manuel Neuer wurde anfangs immer wieder zurück geschickt, weil er zu klein und zu still (heute könnte man darüber schmunzeln) war.



    Michael Ballack, Carsten Janker, Patrick Owomoyela, Miroslav Klose sind Beispiele für Leute, der erst im zweiten Anlauf oder als Spätstarter den Sprung in die erste Liga schafften. Auch Dennis Aogo wurde zwischenzeitlich für zu unbegabt gehalten, hat sich dann aber wieder herangekämpft.



    Die saisonbedingte Zielvereinbarung von Talenten in den BuLi-Leistungszentren kenne ich auch. Mancherorts ist sie durch eine Art Prüfungssystem ersetzt worden, an dessen Ende die Einstufung nach Leistungsfähigkeit des Talents steht. So kann es bei zwei 17-Jährigen sein, das der eine in der B 2 (U 17) und der andere in der A 1 (U 19) oder sogar noch höher (U23 oder BuLi) spielt. . Mit der Vereinbarkeit von Schule und NLZ ist das auch so eine Sache. Eigentlich heißt es ja, das man das Kind wieder zurück schickt, wenn die schulischen Leistungen nachlassen. Wenn aber das Talent groß genug ist, dann werden dort auch schon mal beide Augen zugedrückt.



    Wenn man die Verantwortlichen der BuLi-Leistungszentren nach der Erfolgswahrscheinlichkeit ihrer kurzfristigen Vereinbarungen mit den Talenten befragt, werden sie schon stiller. Zwar sieht es im Jugendbereich noch recht gut aus, meist reicht es denn doch nur für die 2. Seniorenmannschaft. So zumindest die Situation in Norddeutschland. Das nach dem Prinzip des "Suchens nach der Stecknadel im Heuhaufen" auch Glücksfälle darunter sind, will niemand bestreiten. Auch ist die Jugendförderung, die aus der DFB-Zentrale natürlich auch ein bißchen schön gefärbt wurde, in Deutschland schon viel besser geworden als noch vor 10 Jahren. Dies nicht zuletzt durch den ausländischen Einfluß (Frankreich = Jugendinternate, Niederlande = durchgängiges Jugendausbildungskonzept). Manches bleibt noch offen, wie die technische Ausbildung durch Futsal im unteren Jugendbereich, wie sie z.B. in Spanien, Portugal oder manchen südamerikanischen Ländern betrieben wird. Fussball verändert sich, die Methoden auch!

    In den vergangenen Jahren sind die Profi-Leistungszentren dazu übergegangen, erst ab den C-Junioren Leistungstraining (mit tw. Internatsplätzen) anzubieten. Von der G - D-Jugend gibts dort ganz normales Fussballtraining. Auch ich bin noch mit den Aussagen: Stützpunkt brauchen wir nicht, wir haben selbst gute Trainer, konfrontiert worden! Dahinter steckte noch das alte Jugendförderkonzept, in der es nach der Kreisauswahl direkt ins NLZ ging.


    Hier ist es heute so, das auch die Talente aus den Leistungszentren bis einschließlich D-Junioren montags zum Stützpunkt kommen. Eine eigene Auswahl bei den Verbandsturnieren stellen sie nicht mehr. Wie es woanders ist, kann ich nicht sagen.



    Die durchgängige Förderung von Kreisauswahl, Stützpunkt, NLZ und schließlich Jugendleistungszentren dort, wo es zu weit zu den nächsten Profi-Vereinen ist, soll gewährleisten, das eine größere Zahl von Talenten den Weg in den Profibereich schaffen.



    Nun noch etwas zur Aussage: Nach oben hin wird die Luft immer dünner!


    Das Problem ist geblieben, das man von einigen besonders hochtalentierten Jungen nichts mehr hört und andere, die man gar nicht so auf der Rechnung hatte, sich in den Vordergrund spielen konnten. Das Argument mit der "dünner werdenden Luft" löst es nicht. Solange man die Ursachen ignoriert, wird man keine effektivere Ausbildung gestalten können. Es geht darum, eine zuverlässigere Erfolgsprognose zu geben und insgesamt mehr Talenten die Chance zu gehen aus ihrem Hobby einmal einen Beruf zu machen.



    Wenn sportliche Erfolge ausbleiben (Talente entwickeln sich nicht immer linear), das soziale Umfeld von Familie und Freunden dann nicht die nötige Unterstützung liefert, wird die fussballerische Ausbildung vom Talent abgebrochen bzw. es signalisiert durch seine Einstellung, das es keine Lust mehr hat!



    Das aber war hier gar nicht die Frage: sie lautete im konkreten Fall: soll ein Talent im jüngeren D-Jugend-Jahrgang wechseln? Und die habe ich mit nein beantwortet, weil eine Förderung im Heimatverein und dem Stützpunkt in diesem Alter noch ausreichend ist. Irgendein Problem damit?

    @Fallkao


    Die angeführten Beispiele und angebliche emphirische Untersuchungen von Sir Alex sind ja nicht neu. Die hat er sich ja nicht ausgedacht! Sie stammen aus einer Lobby, die gern weiterhin die Intransparenz wünscht, um für sich das Beste herauszuholen.



    Und die empirische Wissenschaft wird auch nur dann hervorgehoben, wenn sie nützt. Wie sonst könnte man sich erklären, das bei identischem Microzensus vor einer Wahl mal die eine, mal die andere Partei als deutlicher Sieger hervorgeht? Wenn man will, dann man alles gegenüber stellen, solange man die mathematisch-statistischen Regeln einhält. An anderer Stelle hatte ich mal das Beispiel angeführt, das man z.B. die Anzahl von Storchennestern in Abhängigkeit zur Anzahl von Geburten in einem Gebiet stellt. Formal kann man`s machen, das Ergebnis und die Erkenntnisse daraus sind natürlich wertlos. Ich habe ehrlich gesagt auch keine Lust dazu, seitenweise darüber zu berichten, wann was unter welchen Umständen und im Nachhinein als richtig oder falsch anzusehen wäre.


    Man kann ja sachlich darüber streiten, was richtig ist. Aber dann bitte nicht so, das mit "Totschlageargumenten", wie "populistische Unwahrheiten" andere Diskussionsteilnehmer niedergemacht werden sollen! Soetwas wird andere davon abhalten durch ihre Beiträge für Meinungsvielfalt zu sorgen. Auch ich überlege, ob ich mich auf diesem Niveau weiterhin in diesem Forum beteilige.



    Wer sich für die Thematik interessiert, der kann neben der bereits von dir angeführten Info auch einen ausführlichen Bericht von Ulf Schott (DFB-Abteilungsleiter Junioren- & Talentförderung) "Auswertung der DFB-Talentförderung mit Blick auf die WM 2010" anläßlich der Trainertagung vom Bund deutscher Fussballlehrer (www.bdfl.de) anschauen.

    Nur sehr ungern lasse ich mich ein Niveau deiner Beschreibungen ein. Aber du scheinst zu der Gruppe von Leuten zu gehören, die den Eltern solcher Talente immer genau das erzählen, was sie hören wollen! Es scheint dir und deinen Genossen egal zu sein, was aus den Kindern wird, Hauptsache man sorgt im Verein immer für eine genügend große Menge an "Frischfleisch"!



    Denn seriös betrachtet schaffen gerade einmal 0,5 % aller Stützpunktspieler den Sprung ins Profigeschäft. Der große Rest ist denn eben nur mal einen kurzen Blick wert gewesen.



    Bereits bei der Stützpunkt-Endsichtung werden die Eltern vom DFB-Koordinator darauf aufmerksam gemacht, das im Regelfall erst ab der C-Jugend ein Wechsel sinnvoll ist! Aber schon hinter dem Zaun lauern die ersten "Abwerber", die für denn aktuellen Jahrgang die besten Spieler in ihren Verein holen wollen! Gehört deiner auch dazu? Dann habe ich ein paar Fragen an dich:


    was nützt es dem Talent, wenn er als Nr. 17 oder 18 zu einer zusammengewürfelten Elitetruppe gehört, die dann anschließend gegen die Gegner spielt, denen die besten Talente beraubt wurden. Wie sollen die noch gefordert werden und ist es nicht egal, ob sie dann den Gegner mit 12 oder 13 : 0 schlagen? Um zu gewinnen, brauchen solche Teams nicht mal qualifizierte Trainer. Da genügen ein paar Volldeppen vom wohlklingenden Namen, die die Kinder von A nach B bringen. Den Rest machen die Kids schon allein. Ihre sportlichen Anfeuerungen ans Team lauten dann in etwa : Jungs, wenn ihr heute nicht zweistellig gewinnt, dann kommt das einer Niederlage gleicht! Ob sich da Abwehrspieler oder Torleute gut entwickeln, wenn sie pro Spiel außer ein paar Rückgaben nicht zu tun bekommen?



    Ja, es gibt Ausnahmen davon! Und einige davon hast du genannt. Deshalb habe ich bewußt die Formulierung: ... erwiesen, das mit wenigen Ausnahmen Kinder sich in diesem Alter im Heimatverein am besten entwickeln.


    Natürlich gibt es auch Scouts von seriösen Vereinen mit klaren Richtlinien, in denen Eltern und Kindern die Möglichkeiten einer Perspektive zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit aufgezeigt werden. Dort findet eine Abwägung statt, wann der richtige Zeitpunkt zum Wechsel gekommen ist. Die Ziele sind für den kompletten Ausbildungszeitraum während der Jugendzeit ausgelegt. Die Zertifizierung solcher Förderzentren hat aber erst in den letzten Jahren begonnen und steht noch auf wackligen Beinen, weshalb nach wie vor Vorsicht geboten ist, "Schwarzen Schafen" nicht auf den Leim zu gehen!



    Ich würde mir allerdings eine andere Form von sachlicher Argumentation wünschen, wie sie hier allgemein im Forum üblich ist! Kriegst du das hin oder fühlst du dich auf den "Schw ..." getreten?