Beiträge von TW-Trainer

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    Liebe Fussballfreunde,


    da macht sich einer richtig viele Gedanken darüber, wie er den Kindern noch ein bißchen besser helfen kann, den Fussball zu verstehen und alle hacken gleich auf ihn herum! Das ist nicht fair! Jeder sollte seine Chance bekommen, Dinge auszuprobieren, das schlechte zu verwerfen und am guten weiterzuarbeiten. Unser Freund Schimansky hat das Buch von Horst Wein gelesen, der als einer der Besten in seinem Fach gilt und die Trainingsmethoden verändert hat. Wein schlägt vor beim Training und beim Spiel weitaus weniger als bislang korrigierend einzugreifen, sondern lediglich zu stimulieren, um die Spielintelligenz zu fördern. Ich gebe zu, früher selbst viel mehr eingegriffen zu haben. Heute lasse ich viel mehr zu und meine Torleute danken es mir mit noch besseren Leistungen.


    Unlängst durfte ich einem größeren G-Jugend-Turnier beiwohnen. Da gab es Trainer, die vor dem Anpfiff jedes einzelne Kind auf die gewünschte Position stellen. Man sah Trainer, die auf Ballhöhe am Spielfeldrand liefen und jede einzelne Spielsituation kommentieren. Auch konnte man Trainer beobachten, die am Torpfosten gelehnt ihre Mannschaft kommandieren. Meist wühlte sich der Ball inmitten eines Knäul kleiner Menschen von einer Seite des Spielfeld zur anderen. Was von außen hineingerufen wurde, interessiere sie gar nicht. Manchmal gab es auch Teams, in denen die hinteren Kinder stehen blieben, sich langweilen, weil ihre Kameraden vorne den Gegner in Schach hielten. Wenn man die Gespräche der Kleinen belauschte, dann wußten sie zwischen Pommes und Trinkpäckchen zu berichten, das jeder gewonnen und mindestens 10 Tore erzielt hatte.


    Schimansky: wenn du etwas verbessern willst, dann versetz dich einfach in die Gedankenwelt deiner Kinder! Wenn du darin eintauchst, gibt es genug zu verändern und zu verbessern. Aber fang bitte nicht an, Marionetten aus ihnen zu machen. Die funktionieren zwar irgendwann und spielen alles kurz und klein, aber ob das den Kindern Spaß macht? Ich weiß, das willst du gar nicht! Du hast eine Vision und möchtest gerne wissen, ob es Wege gibt, um dieses Ziel zu erreichen!


    Die Begriffe des ball- oder gegnerorientierten Spiels für die kleinen Strolche zu bemühen, finde ich eher unpassend. Ferner sollte man Kinder dieser Altersgruppe weder an die 3-er noch an sonst eine Kette legen. Auch von der Gedankenwelt eines Pressings, Defensiv- oder Offensivtaktik passen nicht für diese Altersgruppe.


    Horst Wein sagt: wenn ihr den Kindern Spaß und Erfolg am Fussball vermitteln wollt, dann macht kein Training für kleine Erwachsene, sondern für Kinder! Macht keine Vorgaben und Korrekturen, sondern animiert sie, etwas zu tun mit dem Ball. Laßt sie probieren, ihre eigenen Erfahrungen machen und versuche ihnen ein Kamerad zu sein.


    Ich kann dir deshalb nur einen einzigen Rat geben: versuche den Sinn von Horst Wein`s Fussballphilosophie zu verstehen. Dann wirst du viele Antworten auf deine Fragen finden.


    Ich bin fest davon überzeugt, das du in diesem Forum viele Freunde findest, die dir sehr dankbar dafür sind, wenn du deine Erfahrungen mit der etwas anderen Form von Fussballphilosophie beschreibst. Denn es gibt im Fussball keine unerschütterlichen Wahrheiten. Er verändert sich tagtäglich und wenn man will, kann man daran teilhaben!

    Hallo Schimanski,


    es gab mal einen Namensvetter, der sich wie du nicht im geringsten um Regeln und Vorgaben geschert hat und dafür von Millionen von Fernsehzuschauern geliebt wurde.


    Wenn du meint, du hättet einen Weg gefunden, um Kindern perspektivisch einen besseren Fussball zu vermitteln, dann frag doch nicht die anderen, sondern mach es!


    Wenn du meinst, du solltest es nur machen, wenn die anderen dazu O.K. sagen, dann lass es!

    Hallo teejay,


    mir gefällt mir dein Beitrag sehr gut.


    Bei Mädchen, ähnlich wie bei Jungen ist die Wertigkeit des Fussballs von besonderer Bedeutung. Je geringer die Alternativen dazu sind, je deutlicher die Zugehörigkeit zur Mannschaft! Mit Alternativen meine die das gesamte Umfeld aus Elternhaus, Freundinnen, Schule oder Arbeit und anderen Hobbies.


    Das Wissen über das eigene Können spielt im Gegensatz zu den Jungen eine geringere Rolle. Wenn man keinen Bock mehr hat, dann nicht, weil die anderen Mädchen besser Fussball spielen können, sondern weil es dort eine blöde Zicke gibt oder der Trainer bescheuert ist!


    Dennoch braucht man seine Anforderungen an den Mädchenfussball nicht zurückschrauben. Die Ziele führen jedoch über andere Wege. Ich habe versucht, ein paar davon zu beschreiben. Dennoch vereint sich die Rückgabe von Trainerleistungen in Mannschaftsleistungen weitestgehend über den gemeinsam erlebten Spaß. Selbst die hochbezahltesten Profis in internationalen Spitzenteams vermögen nur dann das Optimum ihrer Leistungen Woche für Woche abzurufen, wenn es dem Trainer und dem Verein gelingt, ihnen den größtmöglichen Spaß bei der gemeinsamen Arbeit zu vermitteln. Wenn man es so recht sieht, ist selbst der Spitzenprofi ein Konsument, dem etwas gefällt oder auch nicht! Man kann nicht gleichzeitig Fussballspielen und an das Geld denken, was man dabei verdient!


    Wenn man mit Mädchenteams Erfolg haben will, so funktioniert dies unabdingbar über den Spaßfaktor. Damit meine ich aber nicht unbedingt, das der Trainer den Clown abgeben soll, sondern das sein Training interessant und abwechselungsreich sein soll, denn die Girls kommen letzendlich aus Neugierde und wollen auch etwas lernen. Man kann sie genauso bei der Ehre packen, wie die Jungen.


    Auf der Torwartposition sind Mädchen im C-Jugend-Alter sogar besser geeignet als Jungen. Dies liegt vornehmlich daran, das bei ihnen die Pubertät bereits zum größten Teil abgeschlossen ist, während sie bei den Jungen gerade beginnt. Die Eignung kehrt sich erst dann um, wenn die größere Muskelkraft und Körperlänge der Jungen ihnen besondere Vorteile verschafft.


    Wenn man talentierte Jungen erfolgreich fördern will, dann mag dies durch vorbildliche Vermittelung von Technik und Taktik von Fussball gelingen. Besser und für Mädchen unabdingbar ist es, ihnen den Fussball gleich mit Leidenschaft und Spaß gewürzt zu vermitteln. Denn beides das ist letzendlich das, was über Jahre bleibt und ihnen selbst nach langwierigen Verletzungen den Mut gibt, weiter zu machen.

    Liebe Trainerfreunde


    Im Gegensatz zu den meisten hier bin ich der Meinung, das die Entscheidung Adieu zu sagen, korrekt war. Ich möchte das gerne begründen. Nach meiner Meinung geben Fussballtrainer ein Angebot mit Regeln, das Spieler annehmen können und sich dann auch an die Regeln halten müssen. Verstößt ein Mitglied (unabhängig vom Alter) gegen diese Regeln, dann gelten sie nicht als Verstoß geben den Mannschaftsbetrieb eines Teams, sondern des gesamten Vereins.
    Man kann als Trainer Werte vorleben. Ich warne jedoch ausdrücklich davor, Ersatzeltern oder Erzieher zu spielen, denn damit begibt man sich auf Terrain, bei dem man mehr als nur ein paar Fussballregeln kennen sollte und mehr Zeit und Wissen braucht, um das gesamte soziale Umfeld seiner Spieler richtig bewerten zu können.


    Wenn ein Spieler verhaltensauffällig ist, dann ist es allein Sache der Eltern, hier Änderungen herbei zu führen. Wenn es nicht gelingt, es für einen Mannschaftsport an Regeln zu gewöhnen, dann sollte sich der Verein im Sinne der Mehrheit von friedliebenden Spielern davon trennen. Der Versuch: probieren wir es mal in einem anderen Team, ist meist deshalb zum Scheitern verurteilt, weil das Kind ja nicht die Absicht hat, bestimmte Kinder zu schlagen, sondern in einer Reizsituation unkontrollierbar gegen die Personen reagiert, die gerade in der Nähe sind.


    Wenn ein Trainer diese Situation klar beschreiben kann und die Sache mit dem Jugendleiter soweit geklärt ist, dann sehe ich einen nachhaltigen Vertrauensbruch darin, eine andere Regelung zu treffen. Zwischen Trainer und Verein gibt es Vereinbarungen und Regeln, an die sich beide Parteien zu halten haben. Werden Regeln und Vereinbarungen von einem der beiden Parteien in deutlich erkennbarer Absicht gebrochen, so hat die andere Partei das Recht für sich die Konsequenz daraus zu ziehen.

    Hallo tibo!
    Erst mal recht herzlich willkommen im Forum. Zunächst einmal möchte ich die Überschrift kurz erläutern. Das Training ist dazu da, um das Team sportlich weiterzuentwickeln. Das Spiel ist dazu da, damit sich das Team weiterentwickelt! Alle im Training angeeigneten Kenntnisse sollen ausprobiert werden, wodurch eine kontinuierliche Verbesserung des Spiels erfolgt. Der Trainer sollte dann möglichst nicht eingreifen, sondern gelungenes Loben. Gerade bei Mädchen kann man gar nicht genug Glücksbotschaften versprühen. Wenn man aber mal vom Spielfeldrand eingreift, dann sollten es kurze, klare Botschaften sein.
    Beispiel:
    Der Gegner dribbelt in den eigenen torgefährlichen Raum. Deine Spielerinnen stehen unbeteiligt herum, weil jeder glaubt, ein anderer machts! Was ändert die Situation, wenn der Trainer ruft: "jemand muß drauf"? Welche Person fühlt sich angesprochen und was ist genau damit gemeint? Wenn jetzt Rosi, die am weitesten von allen entfernt steht, aus dem Mittelfeld in den eigenen 16-er rennt, dann ist jemand draufgegangen. Rosi zuckt mit den Achseln, denn leider kam sie zu spät!
    Besser wäre gewesen, die ballnahe Innenverteidigerin mit dem Kommando: "Jessica, sofort zur 9" zur Aktion aufzufordern. So wäre die (richtige) Person, die Aufgabe und den Zeitpunkt der Erledigung genannt worden. Und soviel Fussballsachverstand sollte man seinen Spielerinnen schon zutrauen, das die Verteidigerin dann weiß (stellen, attackieren), was sie zu tun hat.


    Ansonsten wünsche ich dir viel Glück mit deinen Mädchen. Team bedeutet dort übrigens häufig toll, ein anderer machts). Das fängt schon beim Spielgerät an und hört nicht bei den Hütchen auf. Alles wollen die Grazien getragen haben. Und wehe die Leibchen riechen nicht nach "Perwoll" oder die neue Tricotfarbe paßt nicht zur aktuellen Trendfarbe des Lidschatten oder die Mannschaftsaufstellung wurde vorm Spiegel aufgehängt und und und .. Und wenn du mal ganz verzweifelt bist, dann lies dir noch den Thread durch, wie die Mädchen den Ball am besten nach vorne bekommen! Ich hoffe Uwe hat ihn noch nicht gelöscht. Das bringt dich gleich wieder auf andere Gedanken!


    Hab also viel Geduld mit ihnen und sei mit Kritik besonders behutsam. Denn sonst könnten deine Anmerkungen schnell als persönliche Beleidigungen, statt Trainerhilfen interpretiert werden. Dann stellen die Mädels auf stur und nichts geht mehr. Wenn dir mal ausversehen etwas herausrutscht - gleich entschuldigen - dann ist es aus der Welt!

    Hallo fussiheld11
    Das ist natürlich etwas blöd gelaufen. Allerdings muß ich meinen Vorrednern auch recht geben, das man bei der Lehrprobe durchaus ein breitangelegtes Spiel zeigen darf, aber auch die Spielfeldtiefe gerne sehen möchte. Da hätte selbst der eingebaute, mitgelaufene Stürmer für den finalen Pass über Außen dich nicht retten können.
    Wenn du das Hinterlaufen wenigstens über den 10-er und den Mittelstürmer im Zentrum hättest zeigen lassen! Das hätte zwar kein Zungenschnalzen bei den Prüfern verursacht, aber es wäre doch wenigstens etwas zum Thema: "Angriffsspiel in die Tiefe" gewesen.


    Man muß in solchen Situationen auch mal improvisieren können. Das ist ja auch erforderlich, wenn du eine Übung oder Spielformen unterbrichst. Dann weißt du auch nicht vorher, welche Fehler gemacht werden. (Leider meist die, an die man vorher nicht gedacht hat!) Aber es erwarten die Spieler sofort einen Lösungsansatz von dir!


    Lehrproben sind dazu da, um als Trainer daraus zu lernen. Dabei ist es kein Weltuntergang, wenn mal eine daneben geht! Wichtig ist, das man die richtigen Erkenntnisse für sich daraus zieht! Eine könnte auch sein, sich mit den Trainerkollegen in der Lizenzausbildung vorab auszutauschen, was sie von deiner Trainingseinheit halten. Wie es absolut nicht paßt, werden sie es dir schon sagen.

    Eckman
    Erst mal willkommen im Forum! Gerade bei Teams am unteren Leistungslevel nützt es nichts, hier und dort und da mal Übungen zu machen, in der Hoffnung es würde sich über Nacht an den Schwächen etwas gravierend ändern. Wenn man deutlich mehr Tore kassiert als man schießt, geht das Selbstbewußtsein verloren. Großartige Erkenntnisse aus Niederlagen zu ziehen, gelingt meist nicht. Dann schon eher aus Siegen!


    Es lohnt sich aber allemal nach den unterschiedlichen Gründen der Zweikampfschwächen zu suchen und einfache Methoden zur Verbesserung anzuwenden.


    Um Zweikampfschwäche zu messen reichen meist 2 - 3 kleine Tests aus.


    1. Test: mehr Spieler als Bälle im Viereck. Jeder muß einen Ball erobern. Wer nach 30 Sek. keinen hat, scheidet aus.
    Die Spieler sollen die Situation erkennen: welcher Ball ist am nähesten, gegen wen kann ich ihn am besten über 30 Sek. behaupten? In der Reihenfolge des Ausscheidens bilden sich Pärchen, die in etwa gleich stark/schwach sind. Aber die Zweikampfschwäche kann dennoch unterschiedliche Ursachen haben.
    2. Test: die Trainingsgruppe in 2 gleichgroße und in etwa gleich starke Teams aufteilen. Die Aufgabe lautet: mit 1 Ball am Fuss zu einem ca. 10 m entfernten Hütchenparcours dribbeln, den Ball am Zielhütchen ablegen,
    im Sprint wieder zurück zum Startpunkt, von wo aus der nächste ins Rennen geht
    Die Spieler sollen sich als Team fühlen, wo jeder den anderen anfeuert, den Ball möglichst eng am Fuss führen und im ca. 20 m langen Sprint alles für ihr Team geben.


    Anhand dieser beiden Tests läßt sich schon sehr viel erkennen:
    1. Schnelligkeit
    2. Technik
    3. Individualtaktik (Ball behaupten oder erfolgreiches Tekkling)
    4. Motivationsfähigkeit


    Eigentlich hätte der letzgenannte Begriff an erster Stelle stehen sollen. Teams, die wenig sportlichen Erfolg haben, bedürfen einer besonderen Motivation. Man kann es auch als antizyklisches Führen beschreiben. Einfach formuliert bedeutet das: wenn`s nicht läuft, besonders behutsam mit der Truppe umgehen. Wenn man oben steht, dann kann man das, was einem nicht gefällt, auch schon mal etwas deutlicher kommentieren. Beim Fussballerischen sind es häufig nur Kleinigkeiten, die geändert werden müssen, aber ohne Selbstwertgefühl geht so gut wie gar nichts. Motivation bedeutet deshalb, jedes noch so kleine Erfolgserlebnis besonders loben und sich Kritik an den Dingen, die noch nicht klappen wollen, erst mal zu schenken! Sich sicher zu sein, das der Trainer auch dann nicht dazwischen hackt, wenn man etwas probiert, es aber noch schief geht, bedeutet den Spielern mehr Verantwortung für sich übertragen. Deligieren, also coachen zu können, hilft gerade in solchen sportlichen Situationen eher, als mit der Faust auf den Tisch zu klopfen und zu verlangen, das ab morgen alles anders wird.
    Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen der Zweikampfschwäche kannst du dann für die nächsten Trainingseinheiten deine Gruppen je nach Trainingsziel (Orientierungsverbesserung, Technikschulung, Individualtaktik (z.B. seitliches Anlaufen statt Frontaltekkling) zusammen stellen. Aber auch hier gilt, weniger ist mehr! Es sollen alle ausreichend Zeit zum üben bekommen.


    Nach und nach sollten auch die individual-taktischen Fähigkeiten (Spieler) zu Gruppentaktiken (Abwehr, Mittelfeld, Angriff) zusammen wachsen, um zum Schluß in einer Teamtaktik zu münden. Diese systematische Reihenfolge sollte man einhalten. Alleridngs scheint das beschriebene Team fern ab zu sein, auf ein ballorientiertes System zu wechseln. Wenn man sich nicht auf einen Gegen- und Mitspieler konzentrieren kann, wie soll man eine Situation mit mehreren Mit- und Gegenspielern überschauen? (Denn nach der Beschreibung wird der Ball entweder gar nicht gewonnen oder wenn, dann wird er einfach irgendwo hin weggedroschen!)


    Mit dem Spaß beim Training kommt auch der Spaß am Fussball zurück. Das Selbstwertgefühl deiner Teammitglieder kommt natürlich auch über die Selbstdefinition der besseren Ergebnisse, aber letzendlich liegt sie im wesentlichen in der Hand des Trainers!

    Sven
    Erst mal Dankeschön für die Beitrag aus der "Blöd-Zeitung"! Der zeigt einmal mehr, das sich dieses Blatt nicht für Menschen interessiert, sondern lediglich ihre Schicksale für sich gewinnbringend besonders reißerisch ausschlachtet. Bis auf das Tagesdatum stimmt in dieser Zeitung ohnehin nichts! Womit wir beim Thema wären. Fussball-Profitrainer zu sein heißt im Regelfall fast keine Alternativen zu haben. Da es weitaus mehr Trainer gibt, als benötigt werden, kann man es sich kaum erlauben, in den "Nice-to-have" Listen Ränge zu verlieren.
    Aber inwieweit darf man sich zum gehorsamen Diener seiner Umgebung machen, der es immer allen recht machen soll, nur nicht sich selbst? "Burn out" ist kein Phänomen von Berufsfussballern, sondern schon seit Jahrzehnten aus dem Business bekannt. Es fallen ihm besonders gern latent veranlagte Perfektionisten zum Opfer. Was man während der Arbeitszeit nicht zu ende bringt, brütet man zu Hause weiter aus. Man nervt seine Familie schließlich, bis auch dort kaum noch Hilfe zu erwarten ist. Irgendwann gibt dann nur noch 2 Wege: weiter bis zum "bitteren Ende" und die "Egal-Einstellung" (was ich mache, wird nicht gewürdigt, also mache ich nichts).
    Wem es nicht (mehr) gelingt, nach getaner Arbeit abzuschalten und sich nur noch über seinen Beruf definiert, der ist schon auf einem besten Weg zum Burn out! Jeder hat seine empfindliche Stelle, an die er nicht getroffen werden darf. Wer sich zum Sklaven seiner Umgebung macht, darf sich nicht wundern, das man eines Tages von ihr weggeworfen wird, wie die Zeitung von Gestern! Womit wir wieder bei der "Blöd-Zeitung" wären, die sehr gerne daran verdient!
    Wer bekannt ist, der wird zur Peson des öffentlichen Interesses erklärt, darf nicht mal sein Gesicht vor den Paparazzi verstecken. Es ist jedem freigestellt, ob er die Vor- und Nachteile inkauf nehmen will. Manchmal aber ändern Menschen ihre Meinungen!


    Trotzdem ich größte Hochachtung vor der Entscheidung von Ralf Rangnick habe, kann ich mir nicht vorstellen, ihn in den nächsten 10 Jahren als Profitrainer in Deutschland anzutreffen. Um sich eine längere Auszeit zu gönnen, bedarf es keiner öffentlich inszenierten "Burn out" Bekundung! Aber dies zeichnet wohl den "latent veranlagten Menschen" aus, das er sich nicht immer selber einen Gefallen tut!

    Auf die Frage, was denn den guten Trainer ausmacht, kommt der Vorschlag: "mach dein eigenes Ding"!


    Jeder Vereinsverantwortliche hat Angst vor Wildwuchs, fussballinteressierte Eltern Befürchtungen eines schlechten Trainings. Dann gibt DFB-Gelehrte mit "Absolut-Weisheitsanspruch, Buchautoren mit Philosophien. Und der arme Trainer? Er steht im Kreuzfeuer der Kritik, denn wenn man will, findet man immer ein Haar in der Suppe! Die Angst, etwas falsch zu machen führt dann schon a prioi dazu, das man alle Risiken minimiert und letzendlich zum Vereinsmannschaftsverwalter wird, dessen Aufgaben fast rein organisatorisch sind.


    Ich denke, die Angst zu viele verschiedene Trainertypen und -trainingsphiosophien zu haben, ist unbegründet. Denn zu einem guten Teil geben die Rahmenbedingungen:
    - Altersklasse
    - Liga
    - Anzahl Mannschaften
    - Anzahl Trainer
    - Vereinskonzept
    - sonstige Unterstützung


    bereits das Gerüst, in dem man sich bewegt. Es besteht also gar kein Grund, das bei der Einbringung eigener Ideen eine "Sodom und Gomorra-Panik ausbricht!


    Innerhalb dessen wird es in der Anfangsphase häufig zu einem "Try and Error" kommen. Denn jeder macht es so, wie er es für richtig hält. Sich zum Vorteil der Kinder zu disziplinieren gewinnt erst in der Erfahrung zum Vorteil. Auch andere Dinge brauchen Zeit, die man sich bzw. dem Trainer geben muß! Auch dann, wenn man durch eine Trainierlizenz nützliches Wissen rund um den Fussball erworben hat, gibt es im Umgang mit Individuen sehr viele Merkmale, die man erst nach dem Gewinn eines Erfahrungsschatzes richtig zu deuten weiß. Und auch danach ist man vor Irrtümern nie ganz sicher, weshalb eine Reflektion immer mit der Aufgabe wachsen sollte.


    Es ist Aufgabe des Vereins, den Trainer in der Anfangsphase zu begeiten und ihm dort zu helfen, wo er Hilfe benötigt. Aber er benötigt auch Freiräume, um sich als Trainer einzubringen


    Deshalb sehe ich mich auch als Vertreter der These:
    1. Sei so, wie du bist. Sonst bist du nicht glaubhaft! (Persönlichkeit)
    2. Mach das, was möglich ist. Sonst werden deine Träume nicht real! (eigenes, realistisches Konzept)

    Sir Alex hat einen weiteren, interessanten Aspekt in die Diskussion eingebracht, in dem er bemerkt, das nicht nur der "Kleine", sondern auch der "Große" mit fussballerischem Potential ausgestattet ist. So sieht er in er guten Mischung die ideale Mannschaftszusammenstellung. Daraus resultiert die Frage: wofür brauche ich besonders Große und wofür Kleine oder sind alle überall einsetzbar? Diese Frage war vor einigen Jahren noch relativ einfach zu beantworten: jedes Team hatte seine kopfballstarken, großen Spieler, weil die Spieleröffnung meist mit hohen Bällen erfolgte und der Flügelstürmer häufig hohe Flanken ins Zentrum schlug. Heutzutage werden schnelle, flache Pässe bevorzugt. Die spielentscheidenden Zweikämpfe finden meist am Boden statt. Wozu also nach extra großen Spielern suchen?


    Sir Alex gibt auch schon die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung der Körpergröße, in dem er sagt, die gute Mischung machts! Ich würde sogar soweit gehen, das die Körpergröße ist nicht mehr von vorrangiger Bedeutung ist. Denn sie ist durch andere Merkmale, wie Schnelligkeit, Technik, taktisches Verständnis ersetzt geworden. Aber jede Zeit hatte auch seine Ausnahmen und kaum ein Spitzenkönner paßte in die Idealvorstellungen seiner Zeit.


    Fazit: wenn der Spieler gut ist, dann darf er auch ruhig groß oder klein sein!


    Noch ein Wort zu Sir Alex Feststellung, das die Spieler im Durchschnitt immer größer werden. Dies liegt aber weniger an der Selektierung durch die Trainer, sondern vielmehr an der Tatsache, das auch die Bevölkerung im Durchschnitt größer wird. Vor ca. 100 Jahren betrug die durchschnittliche Körpergröße eines erwachsenen Männes 1,55 m, vor 50 Jahren waren es bereits 1,62 und heute sind es schon ca. 10 cm mehr! Hauptursache für das veränderte Längenwachstum ist die bessere und ausgewogenere Ernährung. (Vielleicht gehört`s nicht ganz zum Thema! Durch die Einführung der Jeans reduzierte sich der Beckenumfang von deutschen Frauen um 5 cm. Dieses, so wie die durch bessere Schwangerenernährung immer größer werdenden Babies fürhen zu mehr Kaiserschnittgeburten. Wer mehr darüber wissen möchte, kann nach "Sozialstatistiken" surfen und detailiertere Infos bekommen.)

    Ich gebe zu, nicht einseitig durch ein Sportstudium vorbelastet zu sein und habe von daher kein so umfangreiches Wissen zum Thema Schnelligkeit. Ich habe da nur so meine Erfahrungen und einen Verdacht!


    Bei den Torleuten ist es so, das gerade die, die sich sehr schnell orientieren können auch sehr sprintschnell sind. Kann es sein, das der Zeitraum zwischen Reizwahrnehmung (Ungleichgewicht) und Reizübertragung (Gleichgewicht) signifikant für die Schnelligkeit ist?
    Danach definiert sich Schnelligkeit sich als die Zeit, um ins Gleichgewicht zu finden. Dann würden der Gleichgewichtssinn und die Nervenbahnen zum Veranlagungsteil gehören. Zum trainierbaren Teil gehören Kraft, Technik und Ausdauer!
    Letzendlich ist das aber nicht sooo wichtig für mich (hatte mal einen Mannschaftskameraden, der die 100 m unter 11 Sec. lief; leider vergaß er hin und wieder den Ball dabei und mit dem Schießen war das auch nicht so doll), weil wichtig ist auf`m Platz! Sonst wären die besten Sprinter auch gleichzeitig die besten Fussballer!

    Hallo,


    die "Tschechenrolle läßt sich gut traineren, wenn es darum geht, Spielern generell das Überzahlspiel durch Bildung von Dreiecken zu vermitteln. Die Schwierigkeit bei dieser Übung entsteht, wenn die 3 angreifenden Spieler sehr große Dreiecke bilden. In diesen Situationen stagniert das Spiel, weil kaum Zug zum Tor entseht.


    Eine andere Variante davon läßt sich wie folgt beschreiben:


    1. es werden 2 gleichgroße Teams gebildet
    2. Das Spielfeld wird zusätzlich zu jeder Hälfte 15 m hinter der Mittellinie in voller Breite durch Hütchen gekennzeichnet.
    3. Das angreifende Team kann durch permanente Bildung von Anspielmöglichkeiten durch die gegnerische Deckung bis zur markierten Linie zu gelangen.
    4. An der marktierten Linie in der gegnerischen Hälfte ist ein Pass zum mitgelaufenen Mitspieler erforderlich
    5. Der Mitspieler dribbelt nun aufs gegernische Tor zu und darf nur vom ballnahen gegnerischen Spieler dabei gestört werden
    6. Der Mitspieler hat insgesamt 5 Sekunden zeit zum Torabschluß zu kommen


    Lernerfolge:
    1. Die Defensive gewöhnt sich daran beim Spielaufbau aktiv mitzuwirken (statt einfach den langen Ball nach vorn zu dreschen)
    2. Nur präzise Pässe kommen beim Mitspieler an, weil beim lediglich ein 30 m tiefes Feld die Räume vom Gegner besser zugestellt werden können
    3. Kurzpass geht vom langem Pass, weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, das er beim Mitspieler ankommt
    4. Ohne permanente Bewegung der Mitspieler geht gar nichts, denn sonst macht der Gegner die Räume enger, bis er schließlich attackiert
    5. Die Spieler gewöhnen sich daran, unnötige Zweikämpfe zu vermeiden
    6. Es wird Zug zum Tor trainiert, denn mehr als 5 Sec. hat man meist keine Zeit. Danach hat sich der Gegner wieder geordnet
    7. Sehr viele Elemente des ballorientierten Spiels können ohne besondere Erklärungen in der Praxis geübt werden
    8. Für den TW gute Übungen im 1 : 1 Spiel (richtiges Timing beim Herauslaufen, schnelle Distanzverkürzung, Torflächenverkleinerung, Technik beim Abdrängen, ablaufen, abfangen)


    Alternativen:
    Dribbeltore statt Normaltore, damit sich die Spieler daran gewöhnen, sich bis zum torendscheidenden Moment zu konzentrieren

    Gladbach Fan


    Wenn du schon einen älteren Sohn hast, dann weiß du auch, wie schnell sich durch einen Wachstumsschub die Körperlänge ändern kann. Sich allein deshalb spontan für einen Vereinswechsel zu entscheiden, halte ich für bedenklich. Außerdem: wer sagt dir, das im neuen Verein nicht auch ein Hornochse sitzt, der die Körpergröße für die wesentliche Eigenschaft eines Stammspielers hält? Hinzu kommt, das sich dein Sohn jedesmal umstellen muß und eine Zeit braucht, um sich einigermaßen wohlzufühlen. Auch dieser Faktor kann Leistungen hemmen oder Potential freisetzen und sollte deshalb nicht unterschätzt werden.


    Letzendlich seid ihr als Eltern jetzt verantwortlich, die richtige Entscheidung für euer Kind zu treffen. Versucht den Blick bei eurer Entscheidung in Richtung Perspektive zu richten. Wenn es in diesem Verein eine gute fussballerische Ausbildung für die weiteren Jahre gibt, dann kann man für eine gewisse Zeit mit einem Trainer mit altmodischen Ansichten leben.


    Vom Rühren der Werbetrommel bei Konkurrenzvereinen halte ich deshalb nicht soviel, weil ihr dadurch euren Sohn unnötig einem Leistungsdruck aussetzt. Überlasst deshalb das "Messi-Geprahle" den Anderen.


    Wenn man es aber von Anfang gewohnt ist, das einem nichts geschenkt wird und man sich jede Kleinigkeit hart erarbeiten muß, dann kann man sich auch über kleine Fortschritte freuen! Auch diese Erfahrung kann einem Kind für den weiteren Lebensweg helfen, denn es gibt noch ein Leben nach dem Fussball!

    siebener


    Erst mal herzlichen dank für deinen gelungenen Beitrag! Auch, wenn ich mich ein wenig schwer damit tue, dir das mit dem Vereinswechsel, weil man dort alles tun und lassen kann, abzukaufen!


    Mich erinnern deine Schilderungen an unseren Schulsport. Der fand immer nach 3 anstrengenden Stunden Mathe statt. Manche Sportarten waren deshalb nicht möglich, weil uns unser Mathelehrer vorher dermaßen aggressiv gemacht hatte, das z.B. der Hockeyschläger ein erhöhtes Verletzungsrisiko bedeutete.
    Ich meine auch nicht, das einflechten von Sprinteinheiten. Das ist für mich keine Strafe, sondern gehört mit zum altersgerechten Trainingsprogramm.


    Ich meinte ausschließlich die Reaktion der Spieler auf monotones Training. Sanktionsmaßnahmen wie "Umkleideraum putzen" oder anderes, was nicht zur sportlichen Verbesserung meines Teams führt, erinneren mich an Bundeswehrübungen. Hier mal ein Beispiel eines Dialoges: "Alles hinwerfen, feindlicher Flieger im Anflug", brüllt der Unteroffizier! Einer bleibt stehen und der Unteroffizier schreit noch energischer: "Grenadier Meier, warum sind sie stehen geblieben"! Darauf Meier kühn: "ich stehe unter einer Brücke"! Der Unteroffizier erwidert verdrießlich: "Ich sehe hier keine Brücke", darauf hin Meier: "und ich sehe hier keine Flieger!"


    Wir erwarten von den Spielern im modernen Fussball analytisches Denken und selbständiges Handeln. Das kann man auch recht leicht kaputtmachen, indem man nach "Order by Mufti" Methode handelt! Jeder wartet dann nur darauf, wie der Trainer etwas bewertet. Risikobereitschaft gleich Null. Dafür das Interesse, dem Trainer hinterrücks eins auszuwischen, ohne das dieser die Verantwortlichen ermitteln kann. Es ist dann schwierig ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.


    Bei euch ist das, wie du glaubhaft beschrieben hast, anders! Ohne ein Mindestmaß an Selbstdisziplin (hatte ich ja schon erwähnt) ist kein Sport, erst recht kein Mannschaftssport möglich. So ist es auch für Spieler nervig, wenn ein Spieler wiederholt andere davon abhält ihre Übungen vernünftig zu machen. Fast immer decken sich Interessen von Trainer und Spielern.

    Andre
    Zu provozieren war in diesem Fall meine Absicht, denn man ist es gewohnt in bestimmten Denkmustern zu handeln. Deshalb wollte ich den Spieß einfach mal umdrehen und den Trainer bitten, sein Ansinnen nach Strafen aus der Sicht seiner Spieler zu betrachten. Allein nützt die Provokation nichts, sie muß auch Hilfsangebote enthalten. Auch die kann man finden!


    siebener
    In meinem Beitrag wollte ich aber auf die für den Trainer meist bequemste Art der Reaktion bei Konfliktsituationen in Form einer Bestrafung eingehen. Du sagst, die Jugendlichen kommen zu eurem Team, weil sie gehört haben, das dort guter Fussball vermittelt wird. Aber hast du schon mal gehört, das sich Freizeitkicker deshalb für einen anderen Verein entschieden haben, weil dort schlechter Fussball vermittelt wird? Wenn sich die Ansprüche der Spieler mit den Erwartungen ihrer Trainer decken, spielt die Liga eigentlich keine besondere Rolle. Ein guter Grund, um einmal über Ursachen von Sanktionen nachzudenken, findest du nicht?

    Ich bin jetzt schon über ein Jahrzehnt als Trainer unterwegs und kenne eure Beschreibungen vom Hörensagen her! Kann es sein, das ihr meistens unvorbereitet zum Training erscheint, eurer Programm deshalb ziemlich monoton ist? Das ihr kaum Zeit in Weiterbildung investiert und die Verantwortung auf die sportliche Entwicklung auf die Mannschaft abwälst?


    Man spielt nur so gut, wie man trainiert. Deshalb ist jede Trainingsminute kostbar und sollte nicht mit der Realsierung eines Strafenkatalogs vertrödelt werden.


    Für einen gewissen Grad an Selbstdisziplin kann man der Mannschaft vor Beginn einer Saison diese Aufgabe übergeben, Dinge die sie für wichtig erachten, unter Selbstkontrolle zu verwalten.

    Der Hauptgrund für provokantes Verhalten der Jugendlichen ist die Langeweile beim Training.


    Wenn kein Interesse an Fussball mehr vorhanden ist, wird es der Jugendliche euch schon unmißverständlich sagen. Da braucht es kein extra vergraulen! Oder denkt ihr, die spielen nur deshalb Fussball, um euch arme Trainer zu ärgern?


    Nein, sie kommen zu euch zum Training, weil sie neugierig sind und etwas interessantes von euch lernen wollen! Ist euch noch nie dieser Gedanke gekommen?


    Wenn das Training den Jugendlichen Spaß macht, dann macht es auch euch Spaß! Ist das nicht der Fall, dann kommt Frust auf. Die daraus erwachsenden Konflikte türmen sich auf, wirken sich im Familien- und Berufsleben aus, sorgen für schlaflose Nächte und stellen euch schließlich vor eine Wahl!


    Wenn ihr ein Problem bei euren Mannschaftsmitgliedern sehst, dann denkt daran, das ihr immer ein Teil davon seid. Entweder ihr löst das Problem oder die Sichtweise darauf!


    Eine Möglichkeit wäre, sein Training interessanter zu gestalten. Eine weitere, eure "Befehle" durch ein "Coaching" zu ersetzen. Wenn ihr nicht wisst, wie das geht, bittet einen Lizenz-Trainer eures Vereins um Hilfe. Verabschiedet euch von "Order by Muffti"! Eure Trainingsinhalte sollten möglichst selbsterklärend sein und einen nachhaltigen Sinn vermitteln.


    Respekt kann man nicht befehlen, aber sich verdienen! Mit Sanktionsmaßnahmen bastelt man an Symptomen, bekämpft aber die Ursache (Langeweile) nicht!


    Wenn der Spaß zurück kehrt, dann ist auch der sportliche Erfolg nicht weit! Es lohnt sich deshalb, das "Daneben benehmen" mal aus der Sicht seiner Spieler zu betrachten!


    Ich hoffe, mit meiner vielleicht auf den ersten Blick recht seltsamen Antwort und der Aufforderung deine Frage durch die Prüfung von weiteren Frage zurück zu geben, ein wenig geholfen zu haben?!?

    @hallo Gladbach-Fan
    Ich denke, das Problem der physisch unterschiedlichen Entwicklung (Größe und Statur) im Jugendalter haben weit mehr als du glaubst! Ich möchte aber nicht alles wiederholen und dir empfehlen, dazu den Beitrag: "wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" einmal anzuschauen. Dort gibt es auch einen Link zur Fachliteratur, den ein Kollege freundlicherweise hinein gestellt hat. Darüberhinaus gibt es Fachliteratur, in der es um den "RAE-Effekt" geht, wenn du ein wenig im Internet surfst.


    Aufgrund des Konkurrenzdrucks damit zu rechnen ist, das bei den Leistungszentren ein Wissenstransfer über die Hochschule und die Verbände stattfindet und die Vereine dieses bislang ungenutzte Potential in ihre Konzepte einfließen lassen. Vom Verein und Trainer nicht nutzbare Merkmale, wie die Körpergröße dürften danach weitestgehend aus der Talentbeurteilung verschwinden!

    Dobrin
    Wenn es doch auf den ersten Blick nicht zum Thema passen mag, liegt es doch auch an uns fussballbegeisterte Vorbelastete (oder zukünftige Trainer), für einen Ausgleich der wahrgenommenen Unzulänglichkeiten beim Hobby unserer Kinder zu sorgen. Sich über bestehende Mißstände (z.B. unzureichende technische Ausbildung) zu ärgern ist das eine, sich selbst zu engagieren und etwas zu verbessern zu bewegen, das andere. Ich bin übrigens auf einem ähnlichen Wege ins Traineramt gekommen wie du. Wobei ich den Begriff des Trainer-"Amtes" gar nicht mag! Aber ich bin ja auch kein richtiger Deutscher, weshalb mir die deutsche Amtssprache suspekt sein darf.


    Wenn du über die Fähigkeit verfügst, Techniken zu demonstrieren, so wäre dies eine sinnvolle Ergänzung zur sozialen Kompetenz für die Mannschaft deines Sohnes. Dass vermittelte Technik nicht auf Dauer verfügbar ist, kann ich aus meinen Erfahrungen bestätigen. Ohne Trainingsfleiß kann sich Talent nicht entwickeln. Irgendwann sollte man sich allerdings nicht mehr ins Hobby seines Kindes einmischen, das ist dir schon klar! Aber solange sich das Kind noch gerne mit dem Papa kickt, kann daran nichts falsch sein.


    Enttäuschen muß ich dich leider, was die Bewertung deines verwandten Torwarts anbelangt. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die die Qualitäten eines Torspielers anhand von Videos oder Leistungsblättern beurteilen. Um das Niveau des Keepers zu beurteilen empfehle ich, das er sich um ein Probetraining eines Vereins mit Leistungsperspektive wenden sollte. Dein Tipp mit dem Spielerberater war schon richtig, denn die verfügen über die notwendigen Kontakte zu den richtigen Vereinen.