Beiträge von TW-Trainer

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    @Supermairo007


    Kommunikationsprobleme dürfte es aufgrund deines Nicks ja nicht geben!


    Die Mädels wollen in erster Linie Spaß haben. Die meisten deiner Mädels werden Fussballneulinge sein. Also liegst du mit dem Heranführen an den Fussball mit Bewegungsübungen (z.B. Fangspiel) richtig!


    A. Trainingsplan:
    Wichtig ist von Anfang an, das du dir einen Plan machst:
    1. Was soll Schwerpunkt deiner Trainingseinheit sein
    2. Übungen zum Thema
    3. Spielformen zum Thema
    4. freies Abschlußspiel


    B.Aufwärmen:
    Ein Aufwärmprogramm brauchst du genauso wenig wie Dehnübungen. Es genügt, den Kreislauf deiner Mädels ein wenig in Schwung zu bringen. Und da das Thema Fussball heißt, am besten mit dem Ball am Fuss auf begrenztem Raum. Ganz nebenbei werden dann fast alle Muskel- und Sehnenbereiche in Schwung gebracht. Nach ca. 5 - 8 Minuten sollte dann das eigentliche Training beginnen.


    C. Kommunikation:
    Hol deine Gruppe auch während des Trainings immer kurz zu dir, wenn du etwas Neues machen möchtest. Sie verstehen dich dann besser und du kannst Fragen für alle beantworten. Halte dich aber immer kurz und an das Wesentliche, denn nach mehr als 3 Sätzen hört dir fast keine mehr zu.


    D. Trainingsintensität:
    Allgemein, aber bei den Mädels besonders wichtig ist, das es bei den Übungen keine Wartezeiten gibt. Einzelübungen mögen die Mädels aber nicht so gerne. Paarweise (z.B. in Gassenform) gehts viel besser.
    An den Reaktionen deiner Trainingsgruppe kannst du ablesen, ob du das Thema interesssant präsentiert hast, wie gut und wie lange sie es umsetzen können. Weil zunächst noch Ausdauer fehlt, bitte finde kurze Trinkpausen einsetzen.


    E. Schwierigkeitsgrad:
    Such dir einfache Übungen (findest du hier massenweise) aus, die du je nach Fortschritt durch kleine Regeln verändern und den Schwierigkeitsgrad variieren kannst. Achte am Anfang nur auf das Grundsätzliche und unterbrich möglichst wenig.


    D. Trainer/Coach:
    Die Mädels wollen dich nicht als Trainer, sondern als Coach! Bitte keine Einzelkritik vor dem Team, aber sehr viel Einzellob als Ermunterung für die Gruppe! Immer ein offenes Ohr für vertrauliche Informationen haben. Wenn die Mädels Spaß an deiner Art des Fussballs haben, wirst du dich bald nicht vor Nachfrage retten können, andererseits kann dein Kurs schnell zum "Ladenhüter" werden. Denn "Normal" gibts bei den kleinen Biestern nicht. Entweder sind sie himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Aber du allein hast es in der Hand!


    Viel Erfolg dabei!

    Hallo Gavein,


    Torwartübungen für die gesamte Mannschaft oder alle Spieler die Bock auf die Torwartposition haben, ist O.K. Aber bitte keinen feste Positionsvergabe, also auch keinen Torwart in der F-Jugend! Gerade im unteren Jugendbereich sollten sich die Spieler auf allen Positionen ausprobieren können.


    Erfahrene TW-Trainer erkennen schon nach wenigen Minuten, ob jemand vorher immer nur im Tor gestanden hat oder ob er auch Erfahrungen als Feldspieler sammeln konnte. Die Erstgenannten sind zwar auf der Linie ganz ordentlich, aber beim Stellungsspiel und der Ballverarbeitung stehen sie "auf schwachen Füßen".


    Ein anderes Problem ist sicherlich eine zu große Überlegenheit (natürlich auch eine zu große Unterlegenheit) im Punktspielbetrieb! Während des Trainings dürfte diese einseitige Spielgestaltung allerdings nicht vorkommen.


    Allerdings ist die Saison in der F-Jugend schon vor dem Winter abgeschlossen. Zu Frühjahr findet dann eine Trennung nach Spielstärke statt, sodass auch ausgewogene Spiele für spielstarke (bzw. spielschwache) Teams stattfinden.

    @Coerver-Fan


    Du hast schon recht, so ganz ohne Lizenz sind die Beiden nicht!


    Aber findest du es nicht auch seltsam, das am laufenden Band bei ausbleibendem Erfolg die Trainer (meistens mit Lizenz :D ) zuerst entlassen werden! Als hätten die keine Ahnung vom Fussball?


    Da kann man jemandem, der als Fussballspieler bereits gute Erfahrungen gesammelt hat, aber gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist, nach den DFB-Richtlinien die Lizenz zu erwerben, doch den Rat geben: "dann probier es halt ohne"!


    Ohnehin finde ich es schade, das der DFB die Leute, die gerne Trainer werden würden, aber aufgrund körperlicher Einschränkungen für dieses Hobby keine Lizenz erwerben dürfen, von dieser Form der Weiterbildung ausschließt. Denen bleibt dann nur der 2. und 3. Bildungsweg! Ich halte die Forderung der Demonstrationsfähigkeit schon deshalb für übertrieben, weil die Kinder früher beim Straßenfussballer auch ohne Trainer Fussballspielen gelernt haben. Denen ist es auch egal, ob es ihnen der Trainer oder ein älterer Spieler zeigt. Man vergißt m.E. dabei, das er Trainer neben seinen sportlichen Aufgaben auch Kumpel und manchmal sogar Freund der Kinder ist, weshalb die Reduktion auf das rein Sportliche im Breitensport für mich nicht das Non plus Ultra bei der Entscheidung sein darf!


    Aber, das ist nur meine subjektive Wahrnehmung! Mag sein, das ihr da ganz andere Erfahrungen habt.

    Selbstverständlich habe ich auch schon Spiele gesichtet, in denen versucht wurde, ein gepflegtes ballorientiertes Spiel vorzutragen. Doch was dabei herauskam, hat mich wenig überzeugen können. Zwar wurde in den ersten 20 Minuten auch noch zum Ball verschoben, aber spätestens zur 2. Halbzeit war von ballorientierter Mannschaftstaktik kaum noch was zu sehen. Manchmal konnte ich es sogar verstehen, wenn der Trainer keine Alternative zur Schlafmütze in der 4-er Kette hatte und aus dieser Not seinen besten auf die Liberoposition beorderte, um ein Fiasko zu vermeiden.


    Auch in den höheren Ligen stimmen manchmal die Abstände zwischen den "Linien" nicht. Da klaffen dann Riesenlöcher, so dass kein normales Aufbauspiel stattfindet, sondern häufig mit langen Bällen operiert wird. Selbst in der Regionalliga kann man kapitale Fehler entdecken! Ferner war zu beobachten, das die Kette auch dann hoch stand, wenn in der Offensive gar kein Druck auf den Ball ausgeübt wurde und so die Defensive sehr leicht ausgekontert werden konnte.


    Dennoch gibt es im Leistungsbereich kein zurück! Denn, wer hier bestehen will, der muß das ballorientierte (früher als "raumorientiert" genannt) Spiel beherrschen. Beim Breitenfussball sehe ich jedoch keinen Zwang, dies von seiner Mannschaft zu verlangen.


    Es wird nun die Frage in den Raum geworfen, was Fussball mit Intelligenz zu tun hat? Hans Meyer (ehemaliger Trainer von Borussia Mönchengladbach) hat mal gesagt: wenn meine Spieler nicht so gut Fussball spielen könnten, müsste die Hälfte von ihnen wohl unter Brücken schlafen. Jürgen Klopp meint, wenn er früher schon so viel über Fussball gewußt hätte, wäre er ein besserer Spieler geworden! Ich würde mal sagen, irgendwo mittendrin liegt die Wahrheit. Ich würde mal sagen, es braucht geistige und körperliche Voraussetzungen, um die Traineraufgaben zufriedenstellend umsetzen zu können. Es sind aber noch weitere Faktoren, die aus einem Fussballspieler ein Talent und später vielleicht einen Profi machen. Aber, das sollten wir vielleicht in einem anderen Thema diskutieren.


    Ich würde mir wünschen, das sich immer mehr Trainer ans ballorientierte heranwagen, denn Kreisliga muß nicht wie Bundesliga aussehen! Aufgrund meiner Eindrücke und Erfahrungen bin ich hingegen skeptisch. Insbesondere unter dem Aspekt, das auch die Kids den Eindruck haben müssen, das sie jetzt erfolgreicher sind. Denn Taktik ist ja nichts anderes, als einen Plan davon zu haben, ein Spiel erfolgreich gestalten zu können.


    Ich habe aber den Eindruck, das sich in dieser Diskussion die Trainer nicht zu Wort melden, die eure Erwartungen im Breitenfussball für zu hoch halten, weil sie dann für schlechte Trainer gehalten werden könnten.


    Und um noch die letzte Frage zu beantworten: ja, ich besitze Trainerpraxis im ballorientierten Spiel, möchte mich aber nicht weiter outen, da ich sonst hier nicht so unbefangen mitdiskutieren könnte.

    Eure Aussagen überraschen mich sehr, weil:
    a. ballorientiertes Spiel nicht im Lehrplan zur C-Breitensportlizenz enthalten ist
    b. alle glauben, man könnte sich schon das bißchen Wissen autodidatisch mit etwas Lektüre aneignen
    c. auch heute noch eine Reihe von Landesliga-Teams eine Mischung aus ball- und gegnerorientiertem Spiel zeigen


    Auch höre ich immer wieder als Argument: "es macht doch keinem Spaß, hinter seinem Gegner her zu laufen"! Tja, dann sollte man vielleicht Tennis spielen! Denn auch beim ballorientierten Spiel bilden sich Pärchen und je höher gespielt wird, je häufiger gibt es diese Pärchenbildung. Anders gab es auch schon beim gegnerorientierten Spiel eine Reihe von individualtaktischen Disziplinen, die heute kaum anders gespielt werden.


    Ferner möchte ich anmerken, das auch vor der Einführung des ballorientierten Spiel national wie international hochklassiger Fussball gezeigt wurde.


    Für mich gibt es auch keinen Verbindung von der typischen Knäulbildung beim Bambini-Spiel zum ballorientierten Spiel. Denn hier ist die Ursache der frühkindliche Egoismus (so häufig wie möglich gegen den Ball zu treten), nicht aber die gezielte Herbeiführung der Raumverengung bei gegnerischem Ballbesitz und der Raumvergrößerung bei eigenem Ballbesitz. Wer mit dem Straßenfussball (ohne Trainer-Bevormundung) aufgewachsen ist, der wird mir rechtgeben!


    Wenn ich überhaupt ein kindliches Motiv zum ballorientierten Spiel im unteren Jugendbereich erkennen kann, dann vielleicht der, das man Papa etwas beweisen möchte, der im Fernsehen und im Stadion hin und wieder ein paar Brocken über "die 4-er Kette" aufgeschnappt hat und "Dorf-Bundesliga" spielen will.


    Es braucht meiner Meinung nach eine klare Zielsetzung für die Ausbildung der Kinder. Soll es der reine Spaß an der körperlichen Aktivität und der runden Kugel sein, dann spielt die Mannschaftstaktik gar keine Rolle. Hierfür eignen sich auch ehemalige Fussballer, die ohne ballorientierte Taktik aufgewachsen sind oder Trainer, die dies noch nicht in ihrer Ausbildung gelernt haben oder auch Quereinsteiger, die auf irgendeine Weise zum Fussball gelangt sind.
    Soll es in Richtung Talentförderung gehen, dann kann man ab der D-Jugend mit den Grundelementen des ballorientierten Spiels beginnen. Eine wichtige Voraussetzung ist nicht nur das Verständnis des Ziels, sondern auch des Weges zum ballorientierten Spiel bei der Person des Trainers.

    Natürlich wäre es schön, wenn ab der C-Jugend eine Umstellung vom gegner- ins ballorientierte Spiel stattfinden würde. Allerdings spricht einiges dagegen:


    1. zu wenig taktisch ausgebildete Trainer
    Selbst im Trainerleistungsbereich gibt es genügend Trainer, die während ihrer Ausbildung Angst vor taktischen Detailfragen haben, weil es nun mal wie beim gegnerorientierten Spiel damit getan ist, den Spieler aufzufordern "das ist dein Mann und den folgst du überall hin). Wenn`s aber schon im Leistungsbereich Probleme gibt, wie soll das dann im Breitensport funktionieren? Eine Ausbildungsverhinderung würde ich schon deshalb daraus nicht ableiten wollen, weil die Trainertätigkeit von sehr vielen als Ehrenamt ausgefüllt wird und deshalb andere Maßstäbe zu gelten haben.


    2. wollen die Spieler ballorientiert spielen?
    Eine rein fremdbestimmte Anordnung ohne wirkliches Verständnis führt eher zum Drop-Out im Breitensport. Wer glaubt, es reicht aus, 4 Abwehrspieler in einer Reihe (Kette) aufzustellen, der versteht nicht, das bei der Umstellung die gesamte Mannschaft "mitspielen" muß und neue/andere Aufgaben bekommt. Ansonsten kann man nicht vom ballorientierten Spiel sprechen.

    3. ist das ballorientierte Spiel ein Muß im Breitensport?
    Ich meine Nein! Hier handelt es sich um eine Zweck-Freizeitgemeinschaft, bei der der Spaß den absoluten Mittelpunkt bilden sollte. Er sollte ein Ventil für die Kinder sein, den Alltagsstreß für wenige Stunden in der Woche vergessen lassen zu können. Eine Verkomplizierung des Spiels könnte zu Lasten der Kinder gehen. Die und nicht der Trainer (mit Profilierungsambitionen) sollten im Mittelpunkt des Interesses stehen.


    Natürlich lassen sich die vorgenannten Aussagen nicht verallgemeinern! Es mag Trainer geben, deren Kenntnisse und soziale Kompetenz ausreichen, um Kinder mit Spaß ans ballorientierte Spiel heranzuführen, sodass die Erwartungen der Kinder sogar übertroffen werden. Auch gibt es einen breiten, grauen Rand, wo derBreitensport in den Leistungssport übergeht.


    Dennoch möchte ich engagierte Trainer ab der C-Jugend dazu ermutigen, sich zunächst mit dem nötigen taktischen Wissen auszustatten und während der Sommerpause ein 4 : 2 : 3 : 1 System zu probieren. Ralf Peter hat die Umstellung ins ballorientierte Spiel m.E. sehr gut beschrieben. Diese Informatonen lassen sich u.a. bei Peter Schreiner (gegen Entgelt) erwerben. Wer der niederländischen Sprache mächtig ist, kann dort auch das 4 : 3 : 3 System erlernen. Dieses System wird von sehr vielen Teams über den mittleren und späten Jugendzeitraum gespielt. Durch die etwas offensivere Ausrichtung gibts fast immer viele Tore auf beiden Seiten.


    Sobald aber erkannt wird, das es die Spieler nicht wollen und/oder der Know-How-Transfer vom Trainer zu seinem Team nicht klappt, bricht man sich keinen Zacken aus der Krone, wenn man zum "Altbewährten" zurückkehrt.

    Mit Recht wird die Frage gestellt, warum wird denn nicht nach der Lösung gesucht, kann sie doch ganz simpel sein, indem man die Betroffenen (hier die Kinder) entscheiden läßt, ob sie z.B. in einer Spielgemeinschaft mit Nachbarvereinen spielen wollen. Doch diese Form der Demokratisierung von Entscheidungen.
    Zu berücksichtigen ist allerdings, das Fussball auch immer ein Zerrbild der Gesellschaft ist. Entscheidungen müssen also auch immer von der Mehrheit getragen werden. Minderheitsphänome (Hooligans und Ultras), die in den "alten Bundesländern" in den 80-er Jahren für erhebliche Unruhe gesorgt haben, sind in den "neuen Bundesländern" noch nicht gesellschaftlich verarbeitet und finden deshalb mit ihren Ideen immer noch einen Wurmfortsatz für ihr Existenzminimum. Diese Welt kann auch der Fussball nicht gänzlich überwinden und darf sie deshalb auch nicht ausblenden.


    Auch, wenn man den Begriff des "Besser-Wessies" immer weniger hört, es gebietet sich jegliche Art der Bevormundung, solange wir uns den Alltag in den neuen Bundesländern nicht wirklich vorstellen können. Meine Bitte, sich mit Vorschlägen, Empfehlungen und Ratschlägen zurück zu halten, bezog sich allerdings nicht darin, das Thema deshalb zu igonieren.


    Wenn der Empfänger für ihn spezielle Möglichkeiten herausfiltern kann, dann kann das (z.B. Beitrag von DSV) von Nutzen sein. Eine abschließende Beurteilung, ob soetwas in seinem Umfeld möglich ist, kann aber nur der betroffene Trainer selbst geben!


    ich jedenfalls würde mich freuen, wenn wir auf diese Weise voneinander lernen können. Denn es geht nicht darum, etwas vom Westen in den Osten zu kopieren, sondern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu kapieren und sich einander dadurch zu nähern, das man das Gute übernimmt!

    Es ist zunächst einmal sehr schwierig, sich die Situationen mit dem gesamten Umfeld in den neuen Bundesländern vorzustellen. Denn nur auf den ersten Blick scheinen es gemeinsame Sorgen zu sein, die jedoch in der Tagesarbeit ganz anders ablaufen.
    Zwar sind wir mittlerweile seit über 20 Jahren "ein Volk", dennoch darf man die 40 Jahre davor nicht vergessen! Durch die damalige staatliche Bevormundung entwickelte sich das Gefühl, selbst nichts bewirken zu können. Man versuchte sich in Nischen ein erträgliches Privatleben zu organisieren. Niemand hat damals geglaubt, das sich daran etwas änderen wird. Und wenn "Honny" seinen Bausparvertrag früher ausbezahlt bekommen hätte, wäre die Mauer sicher noch höher gebaut worden.


    Wenn man wissen will, welchen Samen eine Blume auswirft, muß man sich auch mit der Wurzel beschäftigen.


    Vom einen auf den anderen Tag gab eine "Wiedervereinigung", auf die niemand vorbereitet war, mit der zunächst niemand etwas anfangen konnte. Auf dieser Seite der Mauer hatte man nach dem Motto: "hilf dir selbst, dann hilft dir Gott" versucht sein Glück selbst zu schmieden. Auf der anderen Seite hatte man gelernt, "das Übel" zunächst beim DDR-Staat zu suchen. Wenn aber jeder nur ein bißchen verantwortlich ist, dann ist es am Ende keiner! Solange bei der Suche nach Antworten nicht berücksichtigen wird, welche Gründe für die Denkweise der Großeltern und Eltern verantwortlich sind, wird man auch nicht gänzlich verstehen können, warum die Kinder und Enkelkinder heute so handeln!


    Es gibt also gute Gründe sich "von dieser Seite" mit gutgemeinten Ratschlägen ein wenig zurück zu halten!

    Die Gründung des Jugendleistungszentrums rein gar nichts mit der Zusammensetzung des U 13 Kaders zu tun! Denn die Kids können erst ab der U 14 ins JLZ. Deshalb ist der Erfolg zum einen in der seit Jahren hervorragenden Stützpunktarbeit zu suchen. Ferner sind es auch Zufälligkeiten, unter denen ein besonders starker Stützpunktjahrgang zusammenwächst. Auch, wenn sich alle über den Erfolg freuen dürfen, kann man daraus doch kaum einen mittel- oder langfristige Erfolgsperspektive ableiten.


    Ein paar Worte möchte ich zu der These: "da wandert niemand mehr nach Holland ab" verlieren. Wie in der gestrigen vom 20.02. in www.nfv.de ist zu lesen, hat sich jetzt ein 3. deutscher Spieler von Twente eine DFB-Einladung verdient hat.
    Solange die Qualität und Intensivtät der Ausbildung in der grenznahen Profi-Nachwuchsabteilung deutlich besser ist, als im Jugendleistungszentrum des Heimatbereichs, wird es Wechselaktivitäten geben. Weil aber nicht alle den Sprung in den Profibereich schaffen, profitieren die deutschen Seniorenteams von der Twenter Arbeit. Klar, das es dabei auch immer um Geld (manchmal viel Geld) geht! Nicht umsonst setzt sich das Wort "Ehrgeiz" aus "Ehre" und "Geiz" zusammen!


    Das man sich ganz gerne noch das Geld für den risikoreichen Jugendfussball spart, mag verständlich sein. Es ist aber nicht zielführend, wie gute Beispiele belegen. So ist es in den Niederlanden seit Jahren üblich, das sich mehrere Vereine den hohen Aufwand für den Jugendbereich teilen. Wer also in Enschede nach dem Jugendleistungszentrum sucht, wird es nicht finden. Denn es befindet sich in Hengelo!


    Auch, wenn es momentan im emsländischen Jugendleistungszentrum noch wie im Taubenschlag zugeht, bin ich guter Hoffnung, das die Förderarbeit in einigen Jahren auch dort Früchte tragen wird.


    Natürlich hat dieser Stützpunkttrainer recht, wenn er den Terminkalender im unteren Jugendbereich anprangert. Aber diese Situation ist ja bei anderen Vereinen in Niedersachsen nicht anders. Natürlich muß auch im Heimatverein gute Trainerarbeit geleistet werden. Aber das ist ein allgemeines Problem und deshalb nichts, was in seinem Kreis besonders trifft!


    Auffällig ist für mich in diesem Beitrag, das der Stützpunkttrainer keinerlei Fehler an seiner Person einräumt. Vielleicht sollte er sich einmal von den Trainern, die wiederholt beim U 13 Cup eine gute Rolle gespielt haben, beraten lassen? Man ist nie zu alt, um nicht noch dazu zu lernen!

    Alexbonn
    Die Frage, ob eine Trainerlizenz (wenn ja, welche) nützlich ist, ist für mich eine Einzelfallentscheidung. Wenn man es verallgemeinern will: ein Verein entscheidet sich bei gleichen Leistungen für den mit Trainerlizenz.
    Nachfolgend ein paar Beispiele, wo ein Kandidat ohne Lizenz bevorzugt wurde:
    Nationaltrainer ohne Lizenz: Franz Beckenbauer, Rudi Völler, Jürgen Klinsmann
    Bundesligatraienr ohne Lizenz: Otto Rehagel, Franz Beckenbauer, Jürgen Klinsmann
    Aktuell bessert Otto Rehagel sein Rentnereinkommen ein wenig bei Hertha BSC auf. Ob da wohl der DFB bei ihm anklopft und ihn auf die Schulbank bittet? Ich glaube kaum!


    Die nationalen und internationalen Trainerregeln besagen lediglich, das einer im Trainerstab die dafür gültige Trainerlizenz besitzen muss. Ob der dann während des Trainings Kaffee trinkt und beim Spiel seine neuen Handyspiele ausprobiert, interessiert dann keinen mehr.


    Auch heute wird noch mit zweierlei Maß gemessen. So wurde ein Markus Babbel gezwungen seine Lizenz nachzumachen, dessen Anforderungen weit über denen liegen, die ausländische Trainer in der Bundesliga mitbringen müssen.
    Als die DFB-Diskussion zur Torwarttrainerlizenz vor ca. 2 Jahren entbrannte, stand auch die Forderung im Raum, ob es eine Lizenzpflicht geben sollte. Die Antwort darauf war ein müdes Lächeln der Profitrainer aus der Bundesliga und eine klare Absage. Auch ist ihr Ansehen und ihr Wort in den Vereinen so groß, das selbst der große DFB sich vor dieser Entscheidung beugen mußte.


    Auch im Leistungsbereich kommt es vor, das ein Trainer mit seiner Lizenz "auf dem Papier" herhalten muß, während ein anderer die Arbeit auf und neben dem Platz macht. Das Problem ist nur, das die "Naturtalente" nicht auf den Bäumen wachsen. Denn schaut man sich die Vita dieser Trainer ohne Lizenz einmal genauer an, so liegt der begründete Verdacht nahe, das diese Leute jede Menge Erfahrungen und Kenntnisse besitzen, die "Trainern mit Lizenz und ohne Erfahrung" noch fehlt! Da entscheiden Vereine nicht selten nach Hundezüchterkriterien: sind genügend (Fussball)-gene vorhanden, muß daraus ja was Erfolgreiches werden!


    Wenn es denn sonst kein Argument außer der Demonstrationsfähigkeit gibt, dann könnte man die Trainerausbildung auch anders gestalten. Ohnehin ist es ja so, das nach dem Lizenzerwerb auch kein DFB mehr nachfragt, ob man aufgrund einer Verletzung oder aufgrund eines zu reichlichen Genusses fetter Speisen noch in der Lage ist, technische Kabinettstücken seinen Jungs zu demonstrieren. Entweder nimmt er dazu seinen Co oder einen Spieler aus seinem Team, der es kann. Weitere Hilfsmittel, die es früher noch nicht gab sind z.B. Video-Präsentationen.


    In einer anderen Diskussion wurde schon von einem Schwerpunktwechsel in der Spielerausbildung gesprochen. So haben auch die Traineraufgaben aufgrund der Veränderungen im Fussball zugenommen, weshalb auch andere Leistungsmerkmale von Bedeutung geworden sind.


    Wenn ich dann solche Einzelschicksale wie bei Alexbonn lese, dann bekomme ich das kalte Graußen, das der DFB sich auf stur stellt und solchen Leuten keine Legalität für den Lizenzerwerb gibt. Denn dümmer wird man in der Tat dadurch nicht! Hier versagt ganz eindeutig die "Rasenmähermethode", mit der manches über einen Kamm geschoren wird.


    Ursache hierfür ist die geringe Differenzierung in der Trainerausbildung. Im Leistungsfussball sorgen aber schon die Erfolgsgesetzmäßigkeiten für eine natürliche Selektion von Trainern mit und ohne Lizenz!


    Nahezu in jedem Trainerausbildungsseminar taucht die Frage auf, ob nicht auch Trainer mit körperlichen Einschränkungen eine Lizenz erwerben dürften? Es ist eine unendliche Diskussion, bei der niemand für jeden Einzelfall die beste Lösung findet!


    Also, Alexbonn mach dein Ding, wenn du es dir zutraust! Andere trauen es dir scheinbar bereits zu, was schon mal eine gute Voraussetzung ist.

    Aus dem Link geht im wesentlichen hervor, das:


    1. die Vereine durch schlecht ausgebildete Trainer die DFB-Stützpunkttrainer in eine ungünstige Situation gebracht hätten.
    2. das Jugendleistungszentrum Emsland als Errungenschaft gefeiert, durch die man Spieler besser hervorgebracht werden könnten


    zu 1.:
    Die Trainersituation in den Vereinen hat sich vor und nach der Einführung des flächendeckenden Nachwuchsfördersystem unter Führung des DFB nicht wesentlich verändert. Wohl aber das Freizeitverhalten der Kinder, die sehr viel mehr Zeit für bewegungssterilen Zeitvertreib verbringen. Leider haben sich auch die Vereine teilweise autonomisiert, in dem sie weniger Aktivtäten für die Jugend initiieren und stattdessen lieber mehr Geld für den Ausbau der Stadion-Gaststätte und Tribünen ausgeben, um "Dorf-Bundesliga" spielen zu können.


    zu 2:
    Man muß wissen, dass das Jugendleistungszentrum eher eine Art "Notgeburt" war, weil 2 Vereine sich massig in die Förderaktivitäten der beiden emsländischen Stützpunkte eingemischt haben. Dort wurden fast komplette Stützpunkt-Jahrgänge in die D-Jugend der Vereine SV Meppen und TUS Lingen geholt. Da man jedoch im Punktspielbetrieb gegen die Teams, denen man zuvor die Leistungsträger "beraubt" hatte, spielte, waren es nur Scheinerfolge. Weil diese Teams aber kaum gefordert wurden, entwickelten sich die meisten Talente nicht weiter. Es ist ja auch leicht vorstellbar, das sich bei einem Torwart, dessen einzige Aufgabe in der Verarbeitung von 1 - 2 Rückpässen pro Spiel besteht, keine Fortschritte zu erzielen lassen.


    Einige Eltern mit Fussballsachverstand erkannten dieses Problem. Da weder VFL Osnabrück noch Werder Bremen großes Interesse zeigten, nahmen sie Kontakt zum niederländischen Nachbarn, Twente Enschede auf. Die hatten hin und wieder schon mal deutsche Talente aufgenommen (z.B. Peter Niemeyer, Timo Leugers), freuten sich aber trotzdem über so viel Aufmerksamkeit. Und weil Twente schon sehr viel Erfahrung in der Nachwuchsförderung hat, war es fast schon nichts besonderes, das aus dieser Arbeit bereits deutsche 2 Junioren-Nationalspieler hervorgingen! Nun wurden auch die Verantwortlichen von Werder Bremen wach. Denn es war ihnen ein Dorn im Auge, das derart herausragende Talente nicht "automatisch" in den Werder-Fundus landete. Mit Werder als Zugpferd konnte man starten. Rasch wurd auch klar, das aufgrund der Infrastruktur nur der SV Meppen fürs Leistungszentrum infrage kam. Dennoch gestaltete sich die Sache durch die kurzfristige Integration der 2. Bundesliga-Mannschaft von Victoria Gersten zum SV Meppen nicht so einfach. Wie sollte man den Werder-Verantwortlichen klarmachen, das man mit einer finanziellen Beteiligung am Projekt auch indirekt die sportliche Konkurrenz (die Werder-Damen spielen auch 2. Bundesliga) unterstützt. So suchte man nach Abgrenzungsmöglichkeiten, durch die einzig der Jungen-Bereich gefördert werden konnte. Bei den ersten Treffen wurde jedoch klar, das es allein mit einer finanziellen Unterstützung nicht getan sein konnte, sondern auch ein Know-How-Transfer bei der Trainerausbildung, so wie Möglichkeiten für eine erweitere Talentausbildung von potentiellen Jungprofis geschaffen werden müssen. Hier gibt es erst einmal nur Willensbekundungen.


    Ohne die besondere Initiative der Stützpunktverantwortlichen wäre wohl der Unsinn durch vorzeitige Vereinswechsel nicht beendet worden und kein Jugendleistungszentrum geboren worden. Das Ergebnis ist eine strickte Trennung der Förder-Verantwortlichkeiten (bis D-Jugend im Stützpunkt; ab C-Jugend im Jugendleistungszentrum). Besonders erwähnt werden sollte ferner das hohe Engagement auf dem Stützpunkt Sögel, denn es ist nicht nur der Fussball, sondern es sind die Menschen, die mit ihrem Engagement, ihrem Fleisch und manchmal auch Durchhaltevermögen besondere Leistungen hervorbringen können. Dort wird mit Unterstützung der Eltern weitaus mehr geleistet, als das wöchentliche Montagstraining. Dass auch woanders gute Vereinsarbeit geleistet wird und die Stützpunkttrainer ihre Talentauswahl vereinsunabhängig treffen zeigt sich auch in der Tatsache, das die beiden vorgenannten Vereine (Meppen, Lingen) fast gar nicht als Heimatvereine der Talente zu finden sind.
    In das neue Jugendleistungszentrum werden viele Hoffnungen gelegt. Besonders erfolgeich gestaltet sich momentan die Entwicklung der C 1 des SV Meppen, die mit einer Torhüterin (mit 2 Länderspieleinsätzen) ans Tor zur Regionalliga klopfen.
    Es wird aber wohl noch Jahre dauern, bis die ersten Erfolge erkennbar sind. Denn nur allein durch die Trennung der Verantwortlichkeiten ist noch keine kontinuierliche Förderung gewährleistet. Es muß sich auch in den Köpfen der Verantwortlichen für den mittleren und späten Jugendbereich die Sichtweise hin zu einer systematische Ausbildung von sorgfältig und handverlesenen Talenten durch geeignetes Personal verändern. Leider wird bis heute wird noch viel zu viel Zeit in kurzfristige Saisonziele verschwendet. Weil aber die Jugendtrainer fast ausschließlich nach Saisonziel-Erreichung beurteilt werden, dreht man sich im Kreis! Zwar soll ein Leistungszentrum jederzeit offen sein, weil sich Talente nicht so entwickeln und auch für Spätentwickler die Chance vorhanden sein muß. Dies sollte aber in jedem Einzelfall nach sorgfältiger Prüfung (Entwicklungsbeobachtung statt Stichtagsprüfung) erfolgen. Durch diese Veränderung würde auch die Unruhe in den umliegenden Dorfvereinen beendet, die derzeit ab der C Jugend noch um ihre Talente bangen müssen. Als Fazit die aktuellen Hyperaktivität kehren viele vermeintliche Talente nach 1 - 2 Jahren meist total gefrustet heim oder hören ganz mit dem Fussball auf.


    Es wäre zu wünschen, das die aktuelle Steilvorlage durch den sensationellen Erfolg des Stützpunkts Emsland Nord die Vereinsvorstände in die Verantwortung ruft, das man nur dann in Zukunft erfolgreich sein kann, wenn man auch rechtzeitig die Weichen stellt und die Maßnahmen auch regelmäßig auf Eignung hin überprüft und anpaßt!


    Das Emsland ist total fussballverrückt! Hier lassen sie Dinge entwickeln, für die es im Rest der Republik wohl keine Mehrheiten finden lassen. Insoferin ist diese Situationsbeschreibung kein Maßstab. Denn häufig scheitern sinnvolle Zusammenlegungen für den Kinder- und Jugendfussball am "Kirchturmdenken" der Vereinsverantwortlichen!

    1910
    Vielen Dank für die Beschreibung des praktischen TW-Trainings! Hier gibts nämlich einen gravierenden Unterschied zum Mannschaftstrainer, wenn es um die Vermittlung von komplexen Bewegungsabläufe geht. Aktive und Ex-Keeper, die neu einsteigen ins TW-Trainer-Geschäft versuchen es sich zunächst einmal daran, den Bewegungsablauf zunächst einmal zu demonstrien und erwarten dann von ihren Schützlingen, das die das dann auch auf die Reihe kriegen. Zur Not lassen sie es immer wieder nachmachen in der Hoffnung, irgendwann könnte sich der korrekte Bewegungsablauf automatisieren. Das klappt leider nicht immer und der neue TW-Trainer glaubt, der Keeper wäre ein Grobmotoriker, weil das ganze doch nicht so schwer sein kann. Aber selbst, wenn der junge Keeper es nachmachen kann besteht die Gefahr, das er die gleiche Fehler seines TW-Trainers übernimmt.


    Wie geht man nun ans Thema ran?
    1. Vorübungen
    Das sind Übungen, die zum Thema hinführen und die Aufgabe gliedern. Hier ist es die Reihenfolge:
    a. TW-Grundstellung
    b. Hechten
    c. Abrollen


    Wie die TW-Grundstellung richtig aussieht, kann man aus einer Reihe von Info-Materilien erstehen, weshalb ich direkt in das Hechten und Abrollen einsteige.
    1. Schritt: Hechten aus der Sitzposition
    a. Zunächst begeben sich die kleinen Keeper in Sitzposition
    b. Aus einer Entfernung von ca. 5 m rollt der Trainer nun die Bälle an der rechten bzw. linken Seite des Keepers.
    c. Der Keeper kippt aus der Sitzposition in die Seitenlageposition ab und fängt den Ball mit beiden Händen.


    2. Schritt: Hechten aus der beidbeinigen Knieposition
    a. Die Keeper begeben sich in die beidbeinige Knieposition.
    b. siehe 1.b.
    c. Der Keeper kippt aus der beidbeinigen Knieposition in die Seitenlage ab und fängt den Ball


    Häufige Fehler:
    Keeper kippt an der "schwacheren Seite" auf den Bauch.


    Trainerhinweise:
    a. Knie an der Ballrichtungsseite vorsetzen, dann zu Seite kippen
    b. Oberkörper nicht drehen, sondern in Positon lassen


    Tipp: Wenn die Hinweise jetzt schon gegeben werden, hat der Keeper es leichter das spätere Hechten aus der TW-Grundposition zu erlernen. Die Wahrscheinlichkeit von schmerzhaften Erfahrungen, weil er auf der koordinativ schwachen Seite aufgrund eines fehlerhaften Ablauf schmerzhafte Erfahrungen (z.B. Keeper fällt auf den Ball oder fällt mit dem Gesicht auf den Boden) sind geringer.


    3. Schritt:(in der Halle mit Matte) Hechten aus der TW-Grundposition
    a. TW begibt sich in Grundposition im Abstand von ca. 1 m vor dem TW-Trainer
    b. TW-Trainer hält Ball in ca. 50 cm Höhe rechts/links mit ausgestreckten Armen in den Händen. Eine Hand liegt auf dem Ball, die Andere befindet sich unter dem Ball!
    c. TW ergreift mit beiden Händen den Ball und rollt vorwärts ab.


    Häufige Fehler:
    a. TW rollt nicht ab, weil er sich noch nicht traut (Hinweis: Mut zusprechen und den Ball etwas niedriger halten, damit der Weg zum Boden kürzer wird)
    b. TW läßt Ball während des Fallens läßt der den Ball los und stützt sich mit dem unteren Arm auf dem Boden ab (HInweis: dito)
    c. TW rollt zur schwächeren Seite nicht vorwärts, sondern rückwärts ab (HInweis: TW-Positon von frontal auf etwas seitlich ändern, damit die Drehrichtung vorgegeben und leichter umgesetzt werden kann)
    d. TW hat generelle Probleme aus der TW-Grundstellung zu Hechten
    (Hinweise: Wiederholung beidbeinige Startposition und Zwischenschritt: einbeinige Knieposition)


    4. Schritt: Hechten mit vollständigem Bewegungsablauf
    a. TW-Grundposition
    b. TW-Trainer rollt auch ca. 10 m Distanz Ball fach in rechte/linke Torecke.
    c. TW orientiert sich in Ballrichtung (z.B. Seitstep)
    d. TW verharrt für einen kurzen Moment in die TW-Grundposition
    e. Hechtvorgang: TW knickt ballnahes Bein ein, wobei seitliche Position beibehalten wird - TW streckt Oberkörper und Arme in Ballrichtung, TW ergreift mit beiden Händen den Ball


    Für den Einen mag sich das kompliziert, für den anderen einfach anhören. Wer weitere Infos dazu will, kann z.B. auch auf die Videoclips von "blaue Wand" zugreifen.


    Für den Anfang ist es wichtig, das die Kids "nicht ins kalte Wasser geworfen", sondern behutsam, d.h. möglichst ohne schmerzhafte Erinnerungen, an die TW-Grundtechiken herangeführt werden. Auch beim TW-Training ist es wichtig in kleinen Schritten vom einfachen zum schweren und vom bekannten zum unbekannten zu gelangen. Statt voreilige Diagnosen in Richtung talentiert oder untalentiert zu stellen, empfehle ich den ungeübten TW-Trainern etwas mehr Geduld zu haben und auch zu überlegen, was man selbst anders machen kann. Denn gerade beim TW-Training läßt sich sagen: "viele Wege führen nach Rom".


    Wer aber für kleine Keeper ein Training für kleine Erwachsene machen möchte, wird rasch an Grenzen stoßen, die er so kaum durchbrechen kann! Deshalb möchte ich noch kurz etwas über die "Schürenmethode" sagen. Zwar versteht man noch etwas anderes unter TW-Stellungsspiel, aber das lassen wir mal beiseite. Die Methode, dem Keeper ein Absperrband u.ä. in die Hand zu geben oder lose an den Hosenbund zu befestigen und ihn dann von der einen zur andere Torseite zu schicken, eignet sich prima für Keeper ab der C-Jugend (evl. für Talente der D-Jugend). Jüngere Keeper können sich nicht vorstellen, bzw. vergessen, was da hinter ihnen abläuft. Hier ist es besser entweder die Schnüre auf den Boden zu legen (Frontalposition) oder die momentane seitliche Position "einzufrieren", die TW undTW-Trainer-Positon zu tauschen und den TW bitten, die Schüre so auf den Boden zu legen, das die komplette untere Torfläche abgebildet ist.
    Für die ganz Kleinen kann man auch Hütchentore nehmen, die in unterschiedlichen Distanzen schrittweise die Torflächenverkleinerung bei TW-Positonsänderung (seitlich, frontal, kurze oder weitere Distanz zum Tor) abbilden und als Standbild leichter für die "Kurzen" einzuprägen sind.


    Die Einführung ins 1 : 1 Spiel und mit dem richtigen Timing lasse ich hier mal weg, weil der Beitrag sonst zu lang werden würde. Außerdem möchte ich auch anderen die Möglichkeit geben, ihr Wissen hier preiszugeben oder über Erfahrungen zu berichten.

    Zamorra
    Bitte lies dir mal die Beiträge zum Thema "keiner will ins Tor" durch! Ich hoffe, du änderst dann deine Meinung.


    @Germanncoach
    Zunächst einmal müßt ihr euch überlegen, welche Angebotsmöglichkeiten ihr im Verein habt. Schlimm wäre es, wenn ihr den Trainern im Kurzpapier einfach sagt: ihr müßt z.B. mindestens in jeder 4. Trainingseinheit ca. 20 Minuten mit der gesamten Mannschaft TW-Übungen machen, bringt nichts, wenn er gar nicht weiß, was er machen soll und worauf er dabei besonders achten soll!


    Für den normalen Verein würde sich zunächst die Frage nach einem geeigneten TW-Trainer stellen. Zunächst einmal eignen sich aktive Keeper ab der B-Jugend dafür, im jüngsten Jugendbereich TW-Training zu machen. Natürlich kann man auch ehemalige Keeper fragen. Ansonsten kommen auch Quereinsteiger infrage, denen das TW-Training spaß macht. Literaturhinweis für umfangreiche Infos hatte ich ja schon gegeben.


    Wenn ihr diese Frage geklärt habt, könnt ihr die Aufgaben und Ziele fixieren:


    1. Bambini und F-Jugend: jeder Spieler, der Bock darauf hat, erhält 1 x wöchentlich Gruppen-TW-Übungen, in denen die Grundlagen spielerisch vermittelt werden
    2. E - D Jugend: Spieler, die gerne im Tor sind, erhalten 1 x wöchentlich TW-Übungen in Kleingruppen, in denen die Grundlagen vertieft werden
    3. ab C-Jugend: Spieler, die vorwiegend im Tor sind, erhalten 1 - 2 x wöchentlich in Altersgruppen, in denen je nach Leistungsstand Grundlagen vertieft und Aufbautraining vermittelt wird


    Grundlagen: Vermittlung von TW-Grundtechniken und einfaches Stellungsspiel
    Aufbau: Verbesserung der TW-Techniken sowie Individual- und Gruppentaktik, Leistungsanalyse und individuelle Anpassung des Trainings

    Hab auch noch ein paar Bemerkungen:


    je genauer und kürzer die siginivikanten Punkte beschrieben sind, desto weniger Raum bleibt für vermeintlich falsche Interpretationen.


    Das mit den Freizeit-Hausaufgaben (täglich 5 min mit dem schwächeren Fuss üben müssen) würde ich allerdings weglassen, weil du außerhalb der Trainings- und Spielbetriebszeit ohnehin keinen Einfluss hast, ob es auch gemacht wird. Hobbysportlern kannst du ohnhin nicht vorschreiben, das sie "Fussball-Hausaufgaben" machen müssen. Besser während des Trainings darauf achten, das sämtliche Übungen beidfüssig gemacht werden.


    Dann würde ich noch ein paar Infos zum Elterncoaching hinzufügen (Stichwort: Kinderfussball, Fahrdienst, Tricotreinigung, die häufigste Elternfragen und Trainerantworten, ect.)


    Schlußanmerkung:
    Ziele sind gut, weil alle durch euer Kurzpapier wissen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um den richtigen Weg einzuschlagen. Sinnvolle Regelungen aber dann gut, wenn sie auch kontinuierlich überprüft werden! Habt ihr euch darüber schon mal Gedanken gemacht? Denn ohne Ergebnisüberwachung fällt der eine oder andere gleich wieder in alte Gewohnheiten zurück. Außerdem erkennt ihr nicht, an welchen Stellen wie nachgebessert werden muß!

    Hallo Jenny,


    na, das ist ja eine super Nachricht, das nach dem indirekten Rauswurf der "Rädelsführerinnen" wieder der Fussball im Mittelpunkt eures Teams steht. Wenn es schon eines gemeinsamen Feindes braucht, um eine Clique zusammen zu halten, dann ist das Auseinanderfallen schon vorprogramiert. Wir Männer lästern zwar gerne, haben es nicht so dicke mit dem Solidarisieren - gehen auch selten gemeinsam zur Toelette. Wenn es uns nicht mehr paßt, setzen wir uns ins Auto und fahren dahin, wo es uns besser gefällt. Manchmal ist das Feigkeit, manchmal Trägheit und manchmal ist es das Gefühl, es sollte erst mal etwas Gras darüber wachsen, bis man einen Kompromißversuch startet. Dann rennen wir auch schon mal mit einem Blumenstrauß los, ohne genau zu wissen, wofür wir uns entschuldigen wollen. Bei Frauen kommt es selten vor, mit dem Strauß in der Hand dem Kontrahenten schon mal alle negativen Gedanken wegzublasen. Aber irgendwann ist auch bei uns Kerlen die "Beißhemmung" vorbei, wenn das Faß zum überlaufen gebracht wurde. Dann poltern wir ohne Rücksicht auf Verluste drauflos. Wenn du hier ein bißchen surfst, kannste eine gute Beispiele (z.B. tobias.Hameln) finden.


    Weil wir nun mal ein wenig anders gestrickt sind, fällt es uns schwer, sich in frauentypische Gruppenbildungsprobleme hinein zu versetzen. Wenn der eine oder andere gute Tipp für dich dabei war, umsobesser!


    Stell dir mal vor, du hättest damals klein beigegeben, dann wäre eure Mädchen-Frauenabteilung vermutlich nur noch ein sportlicher Trümmerhaufen! Jetzt kannst du mit Recht stolz darauf sein, das es in deutlich lockerer Athmosphäre weitergeht. Diese Situation ist sicherlich auch eine Lehre für eure Abteilung gewesen, soetwas nicht mehr aufkommen zu lassen. Selbst die Lobhudeleien in Zeitungsbeiträgen entstehen nicht von selbst, sondern werden durch Personen gesteuert, die dann rechtzeitig ein Feedback brauchen, was geht und was unerwünscht ist.

    Don Quijote
    Ja, das ist das Buch!
    Versuch auch ruhig euren Senioren-Keeper anzusprechen. Es ist allerdings für ihn schon ein Unterschied, ob er Training mit Leuten macht, die bereits über Erfahrungen verfügen oder ob er mit "Greenhorns" arbeitet.
    Wenn der Seniorenkeeper nicht will oder kann, so können das auch andere Keeper (ab B-Jugend) eures Vereins machen. Die jüngeren Keeper brauchen dann allerdings noch eure Unterstützung, insbesondere in der Trainingsorganisation. Diese Keeper finden das meist nach kurzer Eingewöhnungsphase toll, selbst mal in die Trainerrolle zu schlüpfen. Du wirst dadurch entlastet, lernst nebenbei auch etwas übers TW-Training, hast keine Probleme mit der Mannschaftsaufstellung. Auch für den Verein ist es eine prima Sache, weil sie so ganz nebenbei für Trainernachwuchs sorgt.


    Viel Glück dabei!

    So wie es beschrieben ist, stammt der Trainer aus einem größeren Verein, kennt sich im Leistungsfussball aus und verhält sich auch so! Er setzt seine "Duftmarken", indem er mit der Mannschaft sein Konzept des erfolgreichen Fussballs vermittelt.


    In den großen Clubs kommen die wenigsten Spieler der ersten Teams aus dem Heimatverein. Entsprechend wenig kennen sich die Eltern dieser häufig "seelenlosen Haufen", bei denen es kein Teamzugehörigkeitsgefühl, sondern permanent die Leistung abgeliefert werden muß! Dies gilt selbstverständlich auch für die Trainer, die ausschließlich an den Erfolgen gemessen werden. Bei den Wald- und Wiesenclubs ist das anders. Hier wollen Eltern Einfluß nehmen! Wenn das nicht schon während der Besprechung des Trainers mit dem Vorstand thematisiert wird, ist das schon der Anfang vom Ende! Denn anschließend prallen Erwartungen des Trainers mit denen der Eltern aufeinander, so das der Zoff (unabhängig vom Tabellenplatz) schon vorprogrammiert ist. Und wenn der Verein nicht schon beim 1. Anzeichen seine Versäumnisse gegenüber dem Trainer nachholt, dann dauert es meist nicht mehr lange, bis man sportlich getrennte Wege geht! Aber selbst, wenn es ihm vermittelt worden wäre, hätte er im Bereich "Elterncoaching" vermutlich kaum Erfahrungen und bräuchte zumindest in der Anfangszeit besondere Unterstützung.


    Die sportlichen Unterschiede lassen sich fast immer auch am Umfang der Professionalität innerhalb es Vereins messen. Leider kostet Professionalität auch immer Geld, weshalb sich das nicht jeder Club leisten kann und will.


    Vielleicht war es ja auch ganz gut so? Denn selbst bei einem Aufstieg muß gewährleistet sein, das man auch in der neuen Liga nicht "Kanonenfutter" für die etablierten Vereine ist. Wenn das Team nicht annähernd die Leistungen bringen kann, dann bricht manchmal auch ein ganzer Jahrgang auseinander und jahrelange Arbeit ist für die Katz!


    @MilkyMay
    Wenn es auch der Wunsch deines Buben ist, dann folge dem Rat seines Ex-Trainers und lass ihn sich in einer höheren Liga ausprobieren! Ich weiß ja nicht, wo du wohnst und ob das von Zuhause aus möglich ist. Es gibt mitlerweile auch einige gute Fussballinternate, mit allerdings sehr begrenzten Plätzen!

    Erst mal finde ich es toll, das es einige Interessierte fürs TW-Training gibt!


    Torwartübungen für die ganze Mannschaft
    1. Fangübungen
    Für den unteren Bereich ist es ein guter Einstieg, wenn man einfache TW-Übungen mit der gesamten Mannschaft macht. Das kann z.B. so aussehen, das man eine Gasse (ca. 5 m Abstand) bildet und den Spielerpaaren die Aufgaben gibt, sich gegenseitig den Ball fach zuzurollen, danach halbhoch zuzuwerfen und schließlich hoch zuzuwerfen. Neben dem Spaß können natürlich auch ein paar kurze schmerzhafte Momente auftreten, wenn z.B. mal einer einen Ball auf die Fingerspitzen bekommt oder man beim Versuch einen sehr hohen Ball zu fangen, rücklings hinfällt. Die ganz Kleinen (G - F) können noch keine hohen Bälle zuverlässig fangen. Deshalb genügt es zunächst die Hände hinter den Ball zu bringen, um ihn "abzuwehren". Bei den Bambinies sollte man demonstrieren, das die Hände nicht nach vorne ausgestreckt werden, weil sonst ein Teil der Bälle auf die Fingerkuppen prallen, was besonders schmerzhaft ist. Also Hände seitlich, nach unten oder nach oben paralell zu Körper strecken! Das Fangen von mittelhohen Bällen sollte ebenfalls in Schritten als "Trockenübung" demonstriert werden. Wichtig dabei ist die Armhaltung vor dem Körper und das gleichzeitig Hochklappen der Unterarme und Hände bei Ballkontakt, so das der Ball sicher gefangen werden kann. Wichtig dabei ist es sehr viel Lob zu verteilen und den Kids Mut zu machen, damit der Einstieg gleich mit Spaß beginnt.
    Je nach dem, wie gut die Gruppe die Trainerübungen umgesetzt hat, kann man auch eine einfache Übung, bei der 2 Bälle gleichzeitig flach, halbhoch oder hoch gerollt oder geworfen werden machen. Dabei ist der Gruppe kurz zu erklären, das sich Partner vorher einig werden müssen, wer links, bzw. rechts oder darüber bzw. darüber wirft. Denn sonst prallen die gleichzeitig geworfenen Bälle meist in Mitte zusammen.


    2. Abstoß- und Abschlagübungen
    Die Knirpse haben bereits Freistöße getreten, so das ihnen die generelle Technik einen ruhenden Ball zu treten bekannt ist. Wenn aber ein Ball mit etwas mehr Druck gezielt zum Mitspieler geschossen werden soll, kann man dies bei den Kleinen ein wenig durch die Veränderung des Anlaufwinkels (mehr hin zum Ziel) und den Punkt, an dem der Ball getroffen werden soll, verbessern. Große Schwierigkeiten machen hingegen Abschläge. Da ist es zunächst einmal wichtig, den Kleinen die beidhändige Ballvorlage zu zeigen, so das der Ball auch mit dem Fuß und nicht mit der Wade getroffen wird. In der F-Jugend kann mans dann auch schon mit der Demonstration des Dropkicks (Ball wird in der aufsteigenden Phase getroffen, unmittelbar nach dem er den Boden berührt hat).


    Einzelübungen
    Kaum ein Spieler ist von Natur aus beidfüssig. Um aber eine nach beiden Seiten gute Koordination hinzubekommen, ist die Erlangung der Beidfüssigkeit von großem Vorteil. Der Einstieg sollte so gewählt werden, das man seinen Keeper den Ball abwechselnd links und rechts zurollt und dieser den Ball auch links bzw. rechts stoppen und zurück schießen soll. Wenn das klappt, wird das Tempo dadurch erhöht, als das ein zweiter Ball ins Spiel kommt. D.h. beide schießen sich gleichzeitig Bälle zu, wobei der Ball abwechselnd links und rechts zurück gepaßt wird. Weitere Übungen gibt es auch als Wurfübungen. Allerdings verlangt dies auch ein wenig Routine für den TW-Trainer. Ausgebildete Keeper können das und Neulinge können das lernen. Es wäre allerdings an dieser Stelle etwas zu ausführlich, wie man sich diese Dinge autodidaktisch beibringen kann.


    Nun zur Frage nach Literatur fürs TW-Training. Zu empfehlen wäre das Buch "Gehalten". Da sind zwar noch keine Übungen für die ganz Kleinen drin. Dafür stehen dort sehr viele nützliche Informationen, aus denen man sich ein wenig Phantasie auch leicht Übungen für unsere Jüngsten ableiten kann. Natürlich sollen auch die Videoclips mit der "blaue Wand" nicht unerwähnt bleiben. Je nach dem, wie hoch die Ziele sind, besteht hier lediglich das Risiko, das der kleine Keeper eine Übungen erstaunlich gut hinbekommt, aber mein anderen so seine Schwierigkeiten hat. Der Laie kann die Qualität aber schwer einschätzen, weshalb manchmal die Unterstützung durch einen erfahrenen Keeper nötig ist. Denn der Laie weiß meist zwar, wie es richtig aussehen müßte, kennt aber nicht die Wege, wie man über Korrekturen von fehlerhaftem zum fehlerfreien Bewegungsablauf gelangt.


    Zum Schluß noch ein paar Informationen zu den TW-Sichtungsmerkmalen. In der Tat ist die Kritik berechtigt, nach dem der DFB im unteren Jugendbereich TW-Talente für die Stützpunkt-Auswahlen klassifiziert. Auch, wenn immer wieder behauptet wird, die Stützpunkte seien "durchlässig", so das jederzeit ein Talentaustausch stattfinden könnte, stellt sich in der Praxis eher eine Talentverwaltung heraus. Dies kann auch aufgrund der jetzigen Situation, nach denen die Stützpunkttrainer in den meisten Fällen auch noch Aufgaben im Heimatverein haben, gar nicht anders sein. Es fehlt ihnen einfach die Zeit, neben dem Montagstraining, Sichtungsvergleichsspielen und den Traineraufgaben im Heimatverein weitere Talente in ihrem Zuständigkeitsbereich zu sichten! Dies ist jedoch ein allgemeines Problem, das sich derzeit nicht lösen läßt, weil zu wenig qualifizierte Trainer zur Verfügung stehen, die ausschließlich als Stützpunkttrainer arbeiten wollen. Doch kommen wir nun zu den Selektionsmerkmalen für junge TW-Talente. Sie sollten generell aktiv am Spiel beteiligt sein und ihr Team unterstützen. Es wird geschaut, ob der Keeper schon mal seinen Kasten verläßt, um eine Flanke abzufangen oder die Torfläche beim 1 : 1 Duell zu verkleinern. Die Fangtechniken müssen noch nicht vollständig beherrscht werden. Hier wird lediglich die Geschicklichkeit geprüft. Desweiteren wird danach geschaut, wie sich der Keeper bei den kognitiven TW-Aufgaben verhält.
    Für den Laien scheinen diese Merkmale nachvollziehbar. Weil die Stützpunkttrainer in aller Regel gut ausgebildet sind, wissen sie auch, ob der TW im Einzelfall eine gute oder weniger gute Aktion hatte. Weil sie jedoch keine explizite TW-Trainerausbildung genossen haben, fällt es ihnen schwer, Merkmale für TW-Talentpotential zu entdecken. Leider gibt es auf den Stützpunkten auch kein Extra-TW-Training, weshalb der Stützpunkttrainer auch keine zusätzlichen Praxiserfahrungen sammeln kann. Wenn dann die beiderseitigen Erwartungen (TW hofft auf Extra-TW-Training und DFB-Trainer hofft auf rasche TW-Weiterentwicklung) nicht erfüllt werden, ist das Dilemma vorprogramiert. So kommt es vor, das Vergleichsspiele ohne TW-Talente ausgetragen werden müssen, weil die einfach keinen Bock mehr auf den Stützpunkt ohne TW-Training haben.


    Man hat zwar die neue B-Lizenz etwas mehr für den Jugend-Bereich angepaßt und auch ein TW-Trainer referiert und demonstriert. Das ist aber leider viel zu wenig, um einen jungen Keeper 4 Jahre lang auf dem Stützpunkt sinnvoll und ausreichend zu unterstützen. Man darf deshalb nicht den Stützpunkttrainern die Versäumnise des DFB anlasten! Es untersucht leider auch niemand die tatsächliche TW-Fluktuation auf den Stützpunkten. Das wäre aufgrund der Anwesenheitslisten leicht möglich!


    Aufgrund des fehlenden Stützpunkt-TW-Trainings hat sich in den vergangenen Jahren eine 2-Klassengesellschaft (Talente aus den Dorfvereinen ohne Extra-Training auf dem Stützpunkt und dem Verein, Talente aus den Profi- u. Leistungsnachwuchs mit Extra Training im Verein) gebildet. So bieten die Nachwuchsabteilungen der Proficlubs für die ganz Kleinen ein TW-Training für alle Spieler, die Bock dazu haben, an. Ab der E-Jugend gibts dann vielfach schon 2 x wöchentlich ein kurzes TW-Training in kleinen Gruppen.


    Fazit: Wenn es ein goldenes Lernalter gibt, dann bezieht sich dies auf den gesamten Jugendzeitraum. Es muß von Anfang an jeder Spieler vielseitig gefördert werden. (Man lehrt den Kindern ja auch nicht in der 1. Klasse das Lesen und ab der 3. Klasse das Rechnen). Es gibt auch keine Zeit zu vertrödeln, wenn man die Aufgabe einer vollständigen Fussballausbildung ernst nehmen will. Dazu zählt auch die kontinuierliche Ausbildung in den Torwart-Aufgaben ab dem Einstieg in den Vereinsfussball.

    Don Quijote und tobn


    Ja, ihr habt recht, es ist ein falscher Nick! Er erinnert mich immer daran, was für einen Blödsinn ich früher meinen Torleuten im guten Glauben beigebracht habe!


    Bevor ich zu den anderen Punkten antworte, möchte ich noch gern ein paar Beiträge abwarten.

    Don Quijote
    Auch, wenn vor jedem Spiel der Trainer eine Mannschaftsaufstellung macht, so hat während des Jugendzeitraums die Ausbildung auf sämtlichen Positionen einer Mannschaft den Vorrang zu haben. Dazu gehört eben auch die Ausbildung auf der Torwartposition. Wo dann der einzelne Spieler seine Vorlieben hat, entscheidet sich im Senioenbereich. Da ich mich in der Hauptsache mit Talenten befasse, kann ich sagen, das mir noch keines untergekommen ist, was nicht auch gut mit dem Ball umgehen konnte. Denn die Aufgaben der Torleute haben sich durch die Einführung der Rückpaßregeln und im Weiteren die Fähigkeiten hinter einer ballorientierten Abwehrkette teilweise Liberoaufgaben zu erfüllen, Angriffe direkt einzuleiten stark erweitert.


    Die vermeintliche Positionsfixierung beim Torwart ist seit Einführung des Kinderfussballs die Entschuldigung für den DFB, sich nicht mit Ausbildungsübungskonzepten für Keeper im unteren Jugendbereich zu beschäftigen. Weil sie dieses Thema nach wie vor ignoriert, werden den Trainern im Kinderfussball keinerlei Hilfen geboten. Weil es kein Arbeitsgebiet gibt, gibt es auch keine Trainerausbilder. Wer sich dennoch auf Eigeniniative vorwagt, wird abgewatscht! Weil der DFB insgesamt wenig Kompetenz bei der Torspielerausbildung hat, tut sie sich hier besonders schwer, eine Know-How-Wende herbeizuführen. Diese wird vermutlich erst geschehen, wenn immer mehr einheimische Gewächse durch bessere ausländische Keeper abgelöst werden. Dies ist im Grenzgebiet bereits festzustellen. Auch gibt es im Spitzenbereich vermehrt Keeper aus dem Ausland, die eine modernere Ausbildung genossen haben. Man tut sich beim DFB auch schwer auf die BuLi-Nachwuchsabteilungen zuzugehen, um sich von dort den nötigen Know-How-Transfer zu holen.


    Der Torwart ist eine Beschreibung von Gestern, der Torspieler eine Beschreibung seiner Aufgaben von heute und morgen. Sie bedarf, genau wie die Feldspielerpositionen, einer längeren Ausbildung, an der sich alle Spieler während ihrer Jugendausbildungszeit ausprobieren dürfen. Einen Spieler ins dauerhaft ins Tor zu beordern, ohne ihm die angemessene Ausbildung zu gewähren, bedeutet in den meisten Fällen, das er sich nicht entwickeln kann und über kurz oder lang aus dieser Konsequenz ein neues Hobby sucht!


    Wenn denn so gut wie keine Unterstützung vom DFB kommt, so müssen die Vereine sich selbst so weit organisieren, um diese Mangel bestmöglich zu beseitigen. Dazu könnten eigene aktive oder ehemalige Torleute oder Quereinsteiger mit Spaß an dieser Aufgabe, wertvolle Dienste leisten.


    Hoffnung sehe ich auch durch die Verbände, die seit einiger Zeit zwei 3-tägige Basisseminare fürs Jugendtorwarttraining anbieten. Es handelt sich zwar um Seminare, auf denen in der Hauptsache Mannschaftstrainer ihre Punkte zur Lizenzverlängerung holen. Sie sind aber dennoch empfehlenswert, weil man sich im besonderen Maße mit dem Torwarttraining auseinandersetzt und Nützliches für sich mitnehmen kann.