Durch die Regeländerung, nach der ein passiv im Abseits stehender Spieler nur dann ins aktive Abseits gerät, wenn er in Ball- und/oder Tornähe aktiv wird, geht nach meinem Empfinden am modernen Fussballspiel vorbei. So war beim Spiel von Barca gegen Bayer Leverkusen mehrfach zu beobachten, dass an der ballentfernten Seite der Außenbahnspieler absichtlich ins Abseits lief. Dadurch sollte sowohl die gegnerische Abwehr als auch das Schiedsrichtergespann irritiert werden. Dies ist ihnen auch mehrfach gelungen. Bei einem Tor konnte man an der ballentfernten Seite den Abwehrspieler einige Meter weiter nach hinten locken und so auf der anderen Seite die Abseitsposition beim entscheidenden Pass aufheben. Manchmal hatte man sogar das Gefühl, das der ballentfernte Außenbahnspieler die Aufgabe hatte, dort dem Linienrichter die Sicht zu nehmen, da er auch dann an der Außenbahn klebte, wenn das Spiel weit entfernt war. Wenn der Linienrichter kein Abseits sieht, weil ihm einer die Sicht versperrt, kann er die Fahne auch nicht heben.
Man kann den Trainern und Spielern noch nicht einmal einen Vorwurf daraus machen, das sie versuchen das Bestmögliche aus einer geänderten Regelung für sich herauszuholen.Wenn das Schule macht, werden wir diesen Zirkus in einigen Wochen auf in deutschen Bundesliga-Stadien miterleben. Mag für die Schiedsrichter ja interessant sein, das man sich mehr über sie und weniger übers Spiel unterhält, aber für den Rest "der Gemeinde" ist es eine Diskussion ohne Ende.
Nach meiner Meinung stört ein im Abseits befindlicher Spieler seinen Gegner und die Schieds- bzw. Linienrichterbeurteilung in der entscheidenden Situation fast immer. Entweder, man geht wieder zur alten Regel zurück oder schafft das Abseits ganz ab.
