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    schleppi


    Ich finde in keinem deiner Beiträge einen deutlichen Hinweis darauf, das dein Sohn dich um eine Einmischung in sein Hobby gebeten hat! Wenn dem so ist, dann ist er zufrieden. Das es noch besser laufen könnte, steht außer Frage und kann sich schon in ein paar Monaten nach Saisonende durch einen Trainerwechsel ändern. Das du nicht zufrieden bist, läßt sich nur dadurch ändern, indem du es selber besser machst. Dein Versuch, das Team deiner Tochter zu trainerieren schlug bereits fehl. Lt. deiner Auskunft wegen der Einmischungsversuche der Eltern! Was sagt dir das?


    Wer einige Jahre in unterschiedlichen Jugendbereichen als Trainer aktiv war, der kennt die Emphorie der Eltern während der Zeit, in der ihre Kinder nur zum Spaß hinter dem Ball herjagen und hinterher alle zu Siegern erklärt werden. Aber sobald Siege und Niederlagen zu Tabellenplätzen führen ist`s vielfach vorbei mit Lustig! Da feiern die einen Eltern mit der totalen Vernichtung des Gegners Party, die anderen packt der Frust und sie lassen ihre Wut an Trainer und Spieler aus. Man kann es solchen Eltern im Guten erklären, aber schon beim nächsten Spiel unterscheiden sie in ihrem Verhalten schon nicht mehr zwischen Erwachsenen und Kindern!


    Ab der D-Jugend wird es dann etwas ruhiger und in der C-Jugend ist das Interesse der Eltern nur noch gering. Bis dahin haben aber schon ein Teil der Eltern "Löcher in die Herzen ihrer Kinder gerissen", die zu Unlust und schließlich zu Frust bei ihren Kindern führt.


    Für Kinder ist die Zugehörigkeit in einer Mannschaft ein wichtiges Element für die Lust am Fussball. Diese Lust bedeutet Motivation und natürlich auch Leistung, die sich dann aber gern aus freien Stücken erbringen.


    Natürlich gibt es auch viel zu viele Trainer, die bereits bei den kleinen Kindern von Spielermaterial sprechen, statt von kleinen Individuen. Wenn Eltern diese Besorgnis haben, dann sollten sie in einem vernünftigen, sachlichen Klima zunächst mit dem Trainer und dann mit den Vereinsverantwortlichen darüber sprechen.


    Hier muß sich ja wohl für den 23-jährigen Trainer "gelohnt" haben, das er deine E-Mail an ihn vor der gesamten Elternschaft vorgelesen hat? Hoffentlich waren nicht auch die Kinder dabei?

    Vor der Saison gibt es ein Treffen zwischen dem Jugendobmann, dem Trainer/-gespann mit den Eltern der Mannschaftsspieler. Dort wird ihnen erklärt, was:
    1. die Ausbildungsziele in dieser Altersgruppe sind
    2. worauf bei den Spielern besonderer Wert gelegt wird
    3. wo bei den Eltern besonderer Wert gelegt wird


    Zu Pkt 3: Den Eltern wird erklärt, wo sie beim Training oder bei den Spielen zu stehen/sitzen haben, bevor das Training/Spiel anfängt bis zum dem Zeitpunkt, wo es aufgehört hat. Auch haben sämtliche Einmischungsversuche in Traineraufgaben, z.B. durch Zuruf von Anweisungen, Kritik an einem oder mehreren Spielern haben zu unterbleiben. Verstößt ein Elternteil dagegen, wird es ermahnt. Im Wiederholungsfall wird ihm die Entscheidung nahegelegt, entweder nicht mehr zum Training und Spielen zu erscheinen oder aber sein Kind zu einem anderen Verein anzumelden. Es wird ihm dabei auch erklärt, das es im Verein darum geht, alle Spieler der Mannschaft bestmöglich zu fördern und nicht nur Spieler XY diese Unterstützung zukommen zu lassen. Ihm wird ferner erklärt, das nur bei der nötigen Ruhe neben dem Platz die Kinder sich ausreichend auf das Fussballspiel konzentrieren können.


    Erst später, wenn die Jugendlichen sich ans Publikum gewöhnt haben und deren Einmischungsversuche ausblenden können, werden die Regeln gelockert. Allerdings ist dann auch meist das Interesse der Eltern erloschen, nachdem sie realisiert haben, das aus ihrem Kind vermutlich doch kein Nationalspieler wird!

    Diese Spielform eignet sich besonders, um Tempo und viele Torabschlüsse zu traineren. Je nach dem, wie alt die Spieler sind und welches Leistungsvermögen vorhanden ist, kann man weitere Provokationsregeln (z.B. Anzahl Ballkontakte pro Spieler, pro Team; Zeitlimit bis zum Torabschluß) einflechten.


    Die beschriebene Spielform läßt sich in leicht abgewandelter Form auch besonders gut auf einem Soccercourt.


    Allerdings schlaucht das Tempo, so das man zur Vermeidung von Verletzungen, die durch Ermüdung entstehen können, Trinkpausen einlegen sollte.


    Gerade bei Teams, die schon ganz gut im Spielaufbau sind, aber noch zu viele Torchancen brauchen, kann mit dieser Spielform sehr gut der Torabschluß trainiert werden!

    schleppi


    Ich habe hier mal deine Signatur, die ich sehr erstrebenswert finde, als Zitat hineingestellt!


    "Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden"


    In einem anderen Thread gibst du einem Trainerkollegen, der sich über Elternauswüchse während der Spiele beklagt, ihnen den DFB-Flyer zu überreichen. Ebenfalls sehr vernünftig!


    Hier hast du eine Reihe von Ratschlägen und Empfehlungen bekommen. Selbst, die, die nicht deine gesamten Beiträge über deinen Sohn von Ende November 2011 bis jetzt gelesen haben, gaben sich die größte Mühe, dir zu helfen.


    In diesem Forum sind sehr viele ehrenamtliche Trainer, manchmal auch Eltern, Jugen-Obleute und in wenigen Ausnahmen auch Trainer aus dem Leistungsbereich unterwegs und möchten sich in ihrer Fussball-Leidenschaft gegenseitig unterstützen.


    Wir sind jedoch alle machtlos, wenn du dir nicht helfen lassen willst! Ich glaube nicht daran, das du eine Lösung finden wirst, die ohne deine geränderte Sichtweise und Einstellung zu den Beteiligten im Kinderfussball auskommen wird. Aber du kannst uns gerne darüber berichten, wie es dir und deinem Sohn mit dem neuen Verein ergangen ist! Vielleicht hat dich dieses Forum ja dazu ermuntert (Günter hatte es ja schon angesprochen), selbst ein Trainer zu werden und die Dinge, die dir mißfallen, besser zu machen?!?

    Unser Kaiser Franz, wir alle mögen ihn, weil er immer was zu sagen hat, läßt in der letzten Zeit desöfteren mal die "Katze aus dem Sack". Unlängst verkündete er, dass die Stimmung in der Münchener Allianz-Arena nicht allein vom Publikum, sondern vom Stadionhausmeister über die Stadionlautsprecher erzeugt wird.


    Jetzt äußert er sich zu schwierig zu analysierenden Torwart-Situationen und meint, wenn man den Ball hält, dann ist man auch Weltklasse!


    Zum 1. Tor:
    Es gibt eine Torwartregel, nachdem der Keeper sich abwartend verhalten soll, solange der eigene Mann den Ball erreichen kann. Der französische Keeper hatte aus seiner Sicht wohl Bedenken, ob sein Abwehrspieler den Ball erreicht. Mag auch sein, das er meinte, dass der gegnerische Angreifer nicht zu Gomez flankt, sondern selbst durchbrechen will. So genau geben die Fernsehbilder das auch nicht her. In der Torschußszene selbst sieht es nach einem leichtem Stellungsfehler aus, weil er einige Meter zu weit vor dem Kasten stand und so auch leicht überlobbt werden könnte. Aber der hat sich wohl gedacht, die haben keinen "Messi", sondern nur einen "Gomez", der kann soetwas nicht. Recht hatte er! Ohnehin ist es so, das wenn der Keeper erst mal in der Vorwärtsbewegung ist, ihm meist gar keine Zeit bleibt, um wieder zurückzukehren. Meiner Meinung nach war der Torabstand für den Torerfolg gar nicht entscheidend. Vielmehr kam Torwartreflex einen Moment zu spät. Die wichtigste Frage aber ist, ob er den harten Schuß aus kürzerer Distanz sicherer mit dem Fuß hätte abwehren können.


    Zum 2. Tor:
    Vom heutigen Keeper wird eine höhere Risikobereitschaft verlangt. Geht das dann mal schief, meint der Fan mit "Fernseh-Bundestrainer-Lizenz", der Keeper sei noch nicht erfahren genug. Klappt es aber mit der Abwehr und das tut es bei unseren Torwart-Assen meistens, dann ist er der Held! In dieser Szene hat er trotz des Risikos durchaus etwas vernünftiges gemacht. Denn bei der Szene in der Nähe des Elfmeterpunktes war nicht zu erkennen, ob der eigene Verteidiger an den Ball kommen wird. Auch war kein weiterer Abwehrspieler in der Nähe, so das es zum unmittelbaren Torabschluß kommen könnte. Manuels Vorteil war, das der gegnerische Stürmer dies nicht bemerkt oder unberücksichtigt gelassen hatte. Ob Manuel dabei auch noch berücksichtigt hat, das mit Boateng ein noch junger und unerfahrener Abwehrspieler die Szene vermutlich nicht allein bereinigen kann, bleibt sein Geheimnis.


    In beiden Fällen haben die Keeper die Situation aus ihrer Sicht beurteilt. Man kann spekulieren, was man besser hätte machen können. Aber zu ganz eindeutigen Aussagen, z.B. das eine war vollständig falsch, das andere vollständig richtig, gibt die Bewertung keinen Anlass.

    Besser als TRPietro könnte ich es auch nicht ergänzen!


    Der Junge will gar angeln,um die dicksten Fische zu fangen. Das überläßt er noch gerne den Anderen. Er möchte einfach dabei sein und braucht dazu eine ruhigere Umgebung, in der es weder Streß mit den Eltern noch mit dem Trainer gibt. Er möchte einfach nur ein bißchen Spaß mit den anderen. Die hat er schon im Training und bekommt es auch über kurz oder lang (ohne Elterneinmischung) in den Spielen. Gib ihm diese Zeit! Aber auch, wenn er sich irgendwann entscheidet, das ihm ein anderes Hobby wichtiger als der Fussball ist, wäre das O.K. Kinder sind Individuen, die man nach und nach loslassen muß, damit sie selbständig werden. Manche haben aber ein wenig Angst davor, loslassen zu können. Natürlich kann man von einem 23-jährigen Trainer noch nicht erwarten, das er über die Lebenserfahrung verfügt, um Eltern diese, fast immer unbegründete Angst zu nehmen. Darüber kann man sich mit dem Obmann unterhalten, aber die sportliche Beurteilung sollte man besser anderen überlassen, die mehr Sachverstand dazu mitbringen.


    Es gab im Rahmen der Einführung der KIFU-Regeln analoge Elternkritik.
    Hier mal einige beispielhafte Elternaussagen:
    - wenn die Trainer wollen, das wir uns nicht in die Aufstellung einmischen, dann sollen die auch unsere Kinder von Hause abholen und dorthin auch wieder zurückbringen
    - wenn wir nicht mehr direkt am Spielfeldrand, sondern etwas weiter weg in die Fanzone müssen, dann ist das eine Einschränkung unseres Erziehungsrechts
    - wenn der Trainer nichts sagt, dann müssen wir doch was sagen, sonst verlieren wir (ob damit auch die Kinder gemeint sind oder nur die Eltern, wurde nicht gesagt)


    Erfahrene Trainer im oberen Jugendbereich mögen jetzt schmunzeln, aber Schleppi ist mit ihrer Eltern-Meinung im unteren Jungendbereich nicht alleine!


    Du hast aber schon mal den ersten Schritt gemacht, um dir Rat zu holen. Dass sich andere (z.B. Trainer) auch ändern sollten, ist unbenommen, steht aber nicht im Widerspruch dazu, über eigene Verhalten nachzudenken. Vielleicht läßt du es mal einige Tage sacken und gehst in Zukunft etwas ruhiger und besonnener an die Sache ran? Dein Junge wird es dir danken!

    Es sind auch nicht die KIFU-Regeln verhindern nicht das Gewinnen. Sie stellen lediglich bessere Rahmenbedingungen für die Kinder!


    Die Diskussionen mit Eltern sollten auf allgemeiner Basis im geeigneten Rahmen (z.B. Vereinsheim) in Form von kurzen Statements geführt werden. Ihr seit nicht in der Bundesliga, ihr braucht keine Pressekonferenz und auch keine intensive Spielanalyse mit Eltern zu führen. Ihr seit Trainer und im Basisbereich weitaus mehr der Kümmerer als der Sportlehrer.


    Die Staffelleiter sind angehalten, die kleinen Gruppen jeweils nach Spielstärke wieder zusammen zu mixen. Dies mag nicht immer gelingen, aber spätestens nach einer halben Saison erfolgt wieder eine neue Staffelzusammenstellung.


    Kompetenz dadurch auszustrahlen das man wild gestikulierend am Spielfeldrand auf und ab läuft und dem Schiedsrichter alles in die Schuhe schiebt, paßt vielleicht in die 3. Kreisklasse der Seniorenmannschaft, wo Sponsoren, die keine Ahnung vom Fussball haben, bedient werden müssen. Sie paßt aber keinesfalls dahin, wo Kinder fussballspielen! Darin unbelehrbare Juniorentrainer sollten vom Verein angehalten werden, an Trainer-Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen oder aber durch geeignetere Kandidaten ausgetauscht werden.


    Mitleid bei Niederlagen nützt euch auf den zweiten Blick nichts. Ich kann den beiden letzten Schreibern nur den Rat geben: setzt beim Training an. Macht es vielfälitiger und abwechselungsreicher. Es gibt im Internet genügend Anregungen. Laßt eurer Kreativität und der eurer Kinder mehr Raum, dann kommen die Verbesserungen auf dem Platz von ganz allein.

    Zwar kenne ich nur die eine Seite der Medaille und befürchte, der angesprochene Trainer würde ähnlich negativ über einige Eltern seiner Mannschaft berichten.
    Anhand der Schilderungen hat der Junge gleich mehrere Probleme:
    1. einen gewinndenkenden Trainer
    2. eine Mutter, die ihre eigenen Interessen verfolgt


    Wenn man dem Jungen etwas Gutes tun will, so sollte man ihn weitestgehend sein Hobby allein machen lassen. Weil dies scheinbar aufgrund überehrgeiziger Erwachsener nicht möglich ist, könnte auch beim Wechsel in einen Nachbarverein die gleichen Probleme auftreten.


    Vielleicht hat der Junge ja Spaß am Angeln. Da ist genug Platz am Wasser für alle und Fische sind auch genug da. Weil dieses Hobby aber für fast alle Eltern nicht interessiert, können sie es ungestört betreiben! Wenn die derzeitige Situation sich bis zur D-Jugend nicht entscheidend aus der Sicht des Kindes gebessert hat, wird er sich ohnehin ein anderes Hobby suchen!

    Günter
    Die meisten Menschen, die gegen Atomkraftwerke protestieren, sind keine gelernten Atomphysiker. Dennoch möchten sie ihre Meinung darüber und ihr Unbehagen zum Ausdruck bringen. Also ist das schon in Ordnung darüber zu diskutieren, obwohl man kein unmittelbar Betroffener und persönlichlich Wissener ist.


    Auch ich habe zum Ausdruck bringen wollen, das es nicht einen, sondern viele Wege gibt, um ans Berufsziel zu gelangen. Um dies für jeden nachvollziehbar zu machen, bat ich darum, einmal kurz in die eigene Vergangenheit zu blicken, was man mit 11 Jahren werden wollte und in welchem Beruf man heute tätig ist!


    Ich denke, das der DFB mit seiner Formulierung für die Nachwuchs-Elite-Arbeit: "Persönlichkeiten entwickeln" gar nicht so falsch liegt. In diesem Zusammenhang fand ich den Versuch von Sir Alex, die Eigenschaften eines Talents zu beschreiben, ganz hilfreich. Bei 2 Faktoren befindet sich der Fussball im letzten Jahrzehnt in einer Übergangsphase:


    1. Die Individualisten werden zu Mannschaftsspielern
    2. Über die Verfeinerung der Taktiken braucht es Spieler mit größerem Interlekt.


    zu 1. In den meisten Berufen forumliert man diese Eigenschaft als Teamplayer, in der man selbst mit seinen Fähigkeiten zum Erfolg der Gruppe beiträgt
    zu 2. Der Fussball ist über die Einführung des ballorientierten Spiels komplexer geworden. Um das Spiel als Einzelner zu verstehen, braucht es neben den körperlichen auch noch mehr geistige Fähigkeiten


    Ein Spieler, der zu einer Persönlichkeit herangereift ist, kann nicht nur in einer Mannschaft spielen. Wenn aber Trainer bereits von 11-Jährigen Erwachsenenfussball verlangen, besteht die Gefahr, das man ihnen den Weg für einen möglichen späteren Beruf als Profi verbaut. In anderen Berufen würde man von Kinderarbeit sprechen. Man bringt den Kindern in der Schule nicht ohne Grund zuerst das 1 x 1 bei und erst etwas später die Einstein`sche Relativitätstheorie!

    Sir Alex
    Auf alles möchte ich nicht eingehen. Am Beispiel der Werder-Werbeveranstaltung (MC-Doof-Cup) wird eigentlich deutlich, um was es geht. Für die Kinder ist es eine schöne Überraschung. Für manche Mütter allerdings auch, wenn sie ihre Kinder an den Händen ihrer sturzbetrunkenen Väter abends wieder in Empfang nehmen. Werder scoutet, wie alle anderen BuLi-Vereine zunächst im Umland, später auch auf gutbesuchten Turnieren. Wenn du Spaß daran hast, dann google doch einmal bei Werder, wieviele Talente aus der U 11 in den vergangenen 10 Jahren einen Stammplatz in der 1. Seniorenmannschaft der Werderaner erringen konnten?


    Natürlich spreche ich auch aus Erfahrungen, die im Laufe von Jahren entstanden sind, weshalb ich immer davon abrate, wenn Eltern von talentierten Kindern unter zeitlichen Druck gesetzt werden, dass ihr Kind nur im Verein XY bestmöglich ausgebildet werden könne! Denn dann geht es in den seltensten Fällen um das Kind, sondern um kurzfristige Ziele im unteren Kinderfussball.


    Es ist übrigens normal, das die Kinder im untersten Jugendbereich sich in den Profivereinen auch so verhalten dürfen wie in ihrem Dorfverein. Ab der C-Jugend gilt es dann schon als Ausnahme, wenn man für einen Geburtstag spielfrei bekommt und sei es der Eigene!


    Mit der südamerikanischen Praxis möchte ich es erst gar nicht vergleichen. Da steht dann bei einigen schon 14 Jährigen als Beruf: Profifussballspieler im Pass!


    Unbestritten wird in den Jugendbereichen der Proficlubs hervorragende Arbeit geleistet! Doch der Versuch, Kinder wie Erwachsene zu trainieren und spielen zu lassen, schlägt fast immer fehl. Nicht ohne Grund wurde das 11-er Spiel in der D-Jugend durch das 9-er ausgetauscht. Ich habe oft genug die DFB-Nachwuchskonzepte im Detail kritisiert, aber hier haben sie m.E. eine richtige Anpassung vorgenommen. Es geht vor allen Dingen darum, das nicht nur die Trainer, sondern auch die Spieler das Spiel lesen können sollen. Das ist mit 9 Leuten im Team schon schwer und im 11-er Team so gut wie unmöglich. Nicht umsonst umrahmt im Video der Trainer jede Situation wortreich und gibt gebetsmühlenartig Anweisung, was als nächstes zu tun ist. Unter Coaching verstehe ich, das dem Kind auch erklärt wird, was gut und was besser ist, so das es im Spiel selbständig Lösungen für seine Aufgaben erarbeiten kann. Bei der im Video gezeigten Form treten die Trainer nicht als Coaches, sondern als Zirkusdompteure auf, die ihre Puppen tanzen lassen.


    Unbestritten brauchen hochveranlagte Talente unterschiedliche Zeiten der Reife, für die jeweils ein eigener Weg der Beste ist. Die meisten hochveranlagten Talente schaffen es deshalb nicht, weil sie auf dem Weg zum Profitum irgendwann falsche Türen aufmachen und vom Kurs abkommen.
    Einiges scheint aber bei denen, die es geschafft haben, zu wiederholen. Denn einmütig wird gesagt, das es in ihrer Jugend andere gegeben habe, die weitaus talentierter gewesen seien. Jeder Verein, jeder Trainer möchte gerne für sich das "Ei des Kolumbus" in anspruch nehmen. Aber in Wirklichkeit ist es "die Stecknadel im Heuhaufen suchen".


    Es geht darum, Persönlichkeiten reifen zu lassen, nicht darum Zeit zu vertrödeln! Da gibt es übrigens auch keinen Unterschied zu anderen Berufen.


    Deshalb möchte ich gerne mal eine Frage in die Runde werfen:
    Wer weiß noch, was er mit 11 Jahren unbedingt werden wollte? Und was für einen Beruf hat man dann später wirklich ergriffen?

    Hallo Rene,


    du brauchst für diese Übung folgendes:


    1. Einen Schreiber (Co-Trainer, Betreuer, Eltern, verletzten Spieler), der die Spielerpaarungen und Ergebnisse notiert
    2. Ein markiertes Spielfeld 20 m breit, 30 Meter m lang mit 2 Kleinfeldtoren
    2.a. Wenn du 4 oder mehr Teams hast, dann markierte 2 Spielfelder




    Der Wettkampf funktioniert wie folgt:
    a. Nach Anzahl der Trainingsteilnehmer werden Teamsteams gebildet, also Traininingsteilnehmer ./. 4 = Anzahl Mannschaften (bei ungeraden Ergebnis dürfen die Schwächeren in 5-er Teams kicken)
    b. Die Namen werden zu den Mannschaften (1, 2, 3, 4, ect.) notiert
    c. Jedes Team spielt zunächst 5 Minuten gegeneinander
    d. Alle Teams fangen gleichzeitig an und hören bei Pfiff gleichzeitig auf
    e. die jeweiligen Ergebnisse werden zu den Namen geschrieben
    f. danach werden die Spieler in andere Mannschaften kombiniert und es wird wieder 5 Minuten lang 4 gegen 4 gekickt
    g. es wird solange gespielt, bis jeder mal mit jedem in einem Team zusammen gespielt hat


    Auswertung des Wettbewerbs:
    1. Ein Spieler erhält 3 Punkte, wenn sein Team gewonnen hat
    2. Ein Spieler erhält 1 Punkt, wenn sein Team Unentschieden gespielt hat
    3. Ein Spieler erhält 0 Punkte, wenn sein Team verloren hat


    Weil der Spieler jeweils in einem anderen Team gekickt hat, hat der Spieler gewonnen, der insgesamt die meisten Punkte erzielt hat. Um den Anreiz zu steigern, kann man auch Zwischenergebnisse in den kurzen Pausen zwischen der Bildung von neuen Teams durchgeben.


    Obwohl es hierbei um den besten Spieler des Turniers geht, ist das ein prima Spiels fürs Teambuilding, weil es fortlaufend neue Teams gibt und jeder merkt, das man nicht nur seine Mitspieler in Angriff, Mittelfeld oder Abwehr braucht, sondern im Fussball alle gleich wichtig sind.

    Natürlich wirkt das Spiel von 22 Talenten auf den ersten Blick fantastisch. Auf den 2. Blick erkennt man eine Reihe von individual taktischen Fehlern, die in diesem Alter normal sind und auch von den allerbesten Trainern nicht vollständig "wegtrainiert" werden können. Natürlich Fehler bei den Laufwegen innerhalb der Reihen und zwischen den Reihen in diesem Alter und auch später verzeihlich. Auch die Raumaufteilung des Großfelds macht auf den ersten Blick nicht wirklich ein Problem, kann man doch davon ausgehen, das beim täglichen Training auch für genügend Ballkontakte gesorgt wird. Für die Torleute wäre natürlich ein 5 x 2 m großes Tor besser, aber man legt allergrößten Wert darauf, das schon von diesem Alter der Erwachsenenfussball 1 : 1 umgesetzt wird.


    Aber ist darin das Geheimnis des Erfolges im spanischen Fussballs zu sehen? Ich denke nein, sonst bräuchte man nicht die vielen ausländischen Stars in den spanischen Topclubs. Speziell auf der Torspielerposition ist ein Wechsel in den Profi-Nachwuchsbereich erst ab 16 Jahren ratsam. Dann es nämlich noch genügend Zeit, um den Keeper entsprechend zu formen. Werden die Talente zu früh zusammengezogen, so werden sie bis auf wenige Ausnahmen (wie hier im Video) kaum gefordert und deshalb auch nicht ausreichend geförfert. Auf der anderen Seite wirkt sich der permanente Leistungsvergleich (u.a. auch mit Probespielern) zumeist kontraproduktiv aus, weil keinerlei Rücksichten auf Einschränkungen während der Pubertät oder dem sozialem Umfeld des Kindes genommen wird. In ihren Heimatvereinen müßten diese hochveranlagten Talente in ihrem Team mehr Verantwortung übernehmen, was sich dann auch in einer höheren inividuellen Qualität auswirkt. Weil sie dort auch keine Angst vor Fehlern haben müssen, ist die Risikobereitschaft höher, was sie letzendlich zu einem kompletteren Spieler entwickeln läßt. In den Auswahltteams dieser Vereine reicht es in den meisten Fällen, auf Fehler des Gegners zu warten.


    Fazit: Das wird ein Spiel einer U 11 auf höchstem Niveau gezeigt, das jedoch keinerlei Aussagekraft auf den späteren Profibereich hat. Wenn ich Spaß daran habt, googelt mal durch, wieviele Spieler aus der U 11 es später in den Profibereich des Vereins schaffen!

    Ich bin froh, das es zu einer größeren Breite an Ansichten zum Thema gegeben hat. Obwohl es gleiche Handlungsmuster zum Erscheinen/Nichterscheinen des Thema gibt, ist doch jeder Fall idividuell zu betrachten. Dennoch halte ich es für einen falschen Ansatz, das Problem durch Bestrafung zu lösen. Etwas übertrieben formuliert würde das in seiner Konsequenz dazu führen, das jeder, der den Fussball nicht genügend mag und nicht seine Zeit dafür opfert, zu bestrafen ist!


    Es besteht ein wesentlicher Unterschied darin, zum Fussball zu müssen oder zum Fussball zu dürfen!


    Wir sprechen hier von Breitensport, indem Fussball ein Hobby darstellt. Leider vergessen das manche Trainer in ihrem Eifer! Und weil es ein Hobby ist, besteht die Aufgabe eines Trainers hier darin, Reize und Impulse zu schaffen, damit die Kinder gerne zum Training und den Spielen kommen (dürfen)! Denn wenn sie gerne kommen, dann hat Fussball auch eine sehr hohe Priorität. Opa, Oma und Tanten müssen sich dann schon mal mit dem zweiten Rang begnügen, selbst wenn die Geschenke noch so verlockend sind.


    Allerdings muß sich als Trainer auch damit abfinden, das nicht jedes Kind sein Glück beim Fussball finden wird und dies auch ab der D-Jugend selbst zum Ausdruck bringt!


    Wieviele Manuel Neuer, Miroslav Klose und Mario Gomez, die als Kind sehr schüchtern waren, könnte es heute geben, wenn wir Trainer unser Handeln in der Weise verändern, das wir das Interesse der Kinder in den Mittelpunkt stellen? Die Einführung der KIFU-Regeln ist nur ein kleiner Anfang. Vor uns wartet noch sehr viel Arbeit und manchmal bin ich sehr traurig darüber, wie langsam sich dieses Wissen und die Erkenntnisse verbreiten.

    Günter
    Der Mädchen-Leistungsfussball ist im Gegensatz zum Frauen-Leistungsfussball noch sehr jung. Deshalb gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse. Auch fehlt es bis heute an einem Leistungsunterbau vom Mädchen-Nachwuchsbereich zum Frauen-Profi-Fussball. Mit der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga nach der Sommerpause ist diese Lücke nur zum Teil geschlossen worden. Die Notwendigkeit zur systematischen Nachwuchs-Leistungsförderung wurde auch aus den Beobachtungen der dynamischeren und körperbetonteren Spielweise anderer Frauen-Spitzenteams bei der letzten WM sichtbar.


    Mit der Einführung der 3-geteilten B-Juniorinnen-Bundesliga sind wir noch längst nicht alle Sorgen los. Das zeigt sich bereits im Qualifikationsjahr. Da liegen teilweise Teams, die U - Nationalspielerinnen in ihren Reihen haben, hoffnungslos in den unteren Tabellenregionen. Bis es zu einer Überprüfung kommt, ob denn die Verbands- und Nationalmannschaftsteams mit den richtigen Talenten besetzt sind, geht Zeit ins Land!
    Das Problem ist auch eine fehlende, transparente Sichtung aller weiblichen Talente. Da wird übersehen, das B-Juniorinnen bereits bei den Frauen kicken und deshalb nicht der Beobachtung von Mädchen-Mannschaften entdeckt werden können. Schwierigkeiten macht auch die Zweitspielberechtigung. Da kann ein Mädchen auch durch das Raster fallen, nur weil ihr Heimatverein in einem anderen Zuständigkeitsbereich liegt. Oder aber es gibt aus bestimmten Gründen nur die Möglichkeit eines weiblichen Talents, in einer Jungenmannschaft zu spielen. Die Sicher werden zwar angehalten, in solchen Fällen ihre Beobachtungen weiter zu melden. Aber nicht jeder macht es! Auch sind die Mädchen zurückhaltender in ihren Forderungen, eine Berücksichtigung in einer Auswahl zu finden. Nicht vergessen werden darf man die unterschiedliche Perspektive. Bei den Jungen kann ein hochdotierter Profi-Vertrag am Ende von Entbehrungen im Jugendalter stehen, aber was erwartet die Mädchen im Leistungszenit? Nur die wenigsten Spielerinnen aus der 1. Bundesliga können allein vom Fussball leben!


    Die Situation im weiblichen Nachwuchs ist weniger transparent. Eine flächendeckende Förderung durch den DFB und die Verbände weitaus schwieriger, weil es nicht genügend Spezialtrainer gibt. Bis heute gibt es keinen Trainerlizenz mit dem Schwerpunkt: Mädchen und/oder Frauenfussball. Auch ergeben sich Schwierigkeiten bei der Förderung durch die weitaus geringer Leistungsdichte.


    Seit einiger Zeit kicken besonders talentierte Mädchen auch bei den Jungen auf den DFB-Stützpunkten mit. Weil sich diese Maßnahme bereits als besonders erfolgreich dargestellt hat, verlangt der DFB, das ihre Junioren-Nationalspielerinnen sowohl in Mädchen- als auch in Jungenmannschaften spielen sollen. Leider werden manche gute Ansätze aus der DFB-Zentrale nicht gleich zuende gedacht. So findet keinerlei Kontrolle darüber statt, in welcher Jungenliga diese Mädchen kicken. Denn es ist vorstellbar, das ein hochtalentiertes Mädchen in der untersten Jungen-Spielklassen kaum gefordert und deshalb mit "angezogener Handbremse" spielt! Es gibt manchmal auch zwischenmenschliche Probleme innerhalb der Mix-Teams. Denn die Mädchen sind ohnehin in iher pubertären Entwicklung weiter und dürfen bei den Jungen auch noch 1 Jahr länger spielen. Sie durchschauen die Provokationen ihrer männlichen Mannschaftskameraden leicht, fühlen sich nicht immer wohl dabei, wollen aber keinen Ärger haben. Trainer ohne Erfahrungen mit solchen "Mix-Teams" sind dann bei der Mannschaftsführung manchmal überfordert.


    Ohne eine zusätzliche Stützpunkt-Förderung können sich die wenigsten jungen Sportlerinnen weiterentwickeln. Es gibt bis heute kein einziges deutsches Nachwuchs-Leistungszentrum, das analog der Jungen-Förderung die talentierten Mädchen intensiv scoutet, durchgängig und systematisch bis in den Frauenbereich fördert! Der japanische und teilweise koreanische Mädchen- und Frauenfussball ist uns dort um Jahre voraus! In den USA wird teilweise sehr gute Nachwuchsarbeit an den Highschools geleistet. Aber auch kleine Frauenfussball-Nationen (z.B. die skandinavischen Nationen) leisten hervorragende Nachwuchsarbeit, weshalb diese Nationen immer für Überraschungen gut sind.


    Es gibt noch vieles zu tun und manches nachzuholen beim weiblichen Leistungsfussball. Aber gerade das macht ja den Mädchen- und Frauenfussball für den Trainer aus! Es sind hier in relativ kurzer Zeit große Fortschritte zu erzielen!


    Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr damit gelangweilt, weil ich mir erlaubt habe, etwas vom Thema abzuweichen!

    blauerstuhl
    Mit den 10 Einsichten wollte ich den Schlüssel zu diese Art von Konflikten finden! Wenn man die Interessen der Kinder für ihr Hobby Fussball in den Mittelpunkt stellt, kommt man auch eine Basis, an der Trainer und Eltern gleichermaßen ein Interesse haben.


    Mit Sanktionsmaßnahmen bestraft man das Kind, nicht die Eltern!


    Der in einem anderen Beitrag verlinkte DFB-Flyer eignet sich übrigens sehr gut, damit solche Eltern ihr Verhalten einmal in Ruhe reflektieren können!

    Also für mich ist da kein Unterschied, ob Eltern keinen Bock auf Fussball haben und deshalb ihr Kind nur hin und wieder spielen lassen oder ob Eltern sich in die Trainerkompetenzen einmischen und ihr Kind bzw. die gesamte Mannschaft durch Hineinrufen dirigieren wollen.


    Wenn man jetzt alle Kinder sperren, deren Eltern so veranlagt sich, mannschaftsintern sperren wollte, hätte man rasch kein Team mehr! Bis zur D-Jugend machen die Kinder noch das, was ihre Eltern wollen durch Überzeugung. Danach erkennen sie selbst, was ihnen Spaß macht. Das muß nicht mit den Interessen der Eltern einher gehen.


    Was also tun? Vorwürfe bringen gar nichts, wie gesehen! Einsichten schon eher etwas! Wer möchte schon seinem Kind im Wege sein, wenn es seinem liebsten Hobby fröhnt? Hier mal ein paar Beispiele für Einsichten:


    Einsicht Nr. 1: Das Hobby des Kindes ...
    Einsicht Nr. 2: ist eine Mannschaftssportart ...,
    Einsicht Nr. 3: bei der es jedem Kind am meisten Spaß macht ...
    Einsicht Nr. 4: wenn immer alle dabei sind .....
    Einischt Nr. 5: und miteinander über das Herumtoben freuen ...
    Einsicht Nr. 6: dabei niemand ausgeschlossen werden will ....
    Einsicht Nr. 7: weil jeder gerne Tore schießt ....
    Einsicht Nr. 8: wenn gerade das geilste Fussballspiel der Welt
    Einsicht Nr. 9: gegen den besten Gegner ...
    Einsicht Nr.10: auf dem Sportplatz pünktlich ausgetragen wird!


    Man muß ja nicht gleich die 10 Gebote daraus machen! Es ist aber schon wichtig, im Gespräch mit den Eltern den richtigen Ton zu finden.

    Hey Sam,


    die von dir beschriebenen Verhaltensweisen ist normal für den Mädchenfussball. Sie sind ängstlicher beim Zweikampf und bevorzugen den körperkontaktlosen Fussball. Bei Mädchen, die in Jungenmannschaften das Fussballspielen erlernen, ist das allerdings etwas anders. Denn die würden bei derart zurückhaltender Spielweise kaum Ballkontakte bekommen. Allerdings passen sie sich an, wenn sie in ein reines Mädchenteam wechseln.


    Mädchen, die beidfüssig Fussballspielen können, sind wirklich sehr selten. Glückspils! Viel häufiger ist die Variante, das sie es mit beiden Füßen nicht können und erst allmählich erlernen!


    Was Mädchen/Frauen außerdem nicht mögen sind hart aufgepumpte Fussbälle. Hier kneift die Eine oder Andere ganz gerne mal beim Kopfball oder beim Stoppen harter Bälle mit Brust oder Bauch! Selbst in den Profiligen mogelt man gerne. So werden die vom Schiriteam vor dem Spiel bereits geprüften harten Bälle während des Spiels durch weichere Bälle mit weniger Luftdruck an der Außenlinie ausgetauscht.


    Natürlich kann man durch bestimmte Übungen (z.B. Zweikampf im 5 x 5 m Quadrat) das Körperkontaktspiel forcieren. Dennoch wirst du aus ihnen keine "Draufgänger" machen, weil sie es nicht so wollen!

    Hallo Stella,
    mir ging es um die grundsätzlichen Erwägungen für das Trainieren von 2 Mannschaften. Ich habe vorausgesetzt, das du das auch (zumindest vorübergehend) auch willst. Das man mit unterschiedlichen Jahrgängen und dementsprechend unterschiedlichem Leistungsniveau trainieren kann, beweißen die DFB-Stützpunkttrainer jeden Montag. Denn dann befinden sich dort Spieler aus 4 unterschiedlichen Jahrgängen, die je nach Zusammensetzung und Trainingsinhalten unterschiedlich gemixt trainiert werden. Das größere Übungsrepertoire hilft dabei, rasch geeignete Anpassungen für die Trainingseinheiten zu finden.
    Ferner ergeben sich für durch die insgesamt höhere Trainingsaktivitäten die bessere Einblickmöglichkeiten über das Leistungsvermögen der Jahrgänge. D.h. du sammelt auch Erfahrungen in doppelter Geschwindigkeit, was dir in den nachfolgenen Trainerjahren die Arbeit etwas leichter macht.


    Die Konstellation, das ein Trainer mehrere Mannschaften trainiert, ist übrigens in kleineren Vereinen gar nicht so selten. Hier steht man sonst vor der Alternative, einzelne Mannschaften abmelden oder zu Nachbar-Gemeinden schicken zu müssen. Dennoch schlauchen 3 Stunden Training (mit allem Drum und Drann) schon, weshalb man sich seine Energie gut einteilen sollte. Denn letzendlich sollte nicht nur bei den Kindern sondern auch bei dir der Spaß am Trainerjob im Mittelpunkt stehen.

    Hallo Stella,


    wenn ich identische Trainingseinheiten machen würde, so wäre es mir schnell langweilig! Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Spieler bei mir keine identische Trainingseinheiten bekommen! Denn erst dadurch, das ich die Spielsituationen immer etwas unterschiedlich präsentiere, gebe ich dem Spieler die Möglichkeit, selbständig sportliche Antworten zu erarbeiten. Das Wiederholen würde zum Spekulieren führen und gibt nur mir die falsche Gewissheit geben, der Spieler könnte es im Spiel genauso perfekt machen. Es ist die Aufgabe von uns Trainern die Kinder und Jugendlichen soweit auszubilden, das sie altersgerecht immer selbständiger in ihrem fussballerischen Wissen und Handeln werden.
    Neben den mittel- und langfristigen Merkmalen der Trainingsgestaltung fließen aber auch punktuell aktuelle Merkmale ein, die ich bei der Mannschaft beobachte. Man muß auch eine gewisse Experimentierfreude mitbringen. Denn so erzieht man seine Mannschaft auch dazu, immer etwas zu riskieren. Durch die Risikofreude und die Gewissheit, auch Fehler machen zu dürfen, entwickeln sie sich meist sehr gut weiter.


    Schließlich bringt auch abwechselungsreiches Training mehr Freude in die Mannschaft. Wenn die Spaß daran hat, hab ich es fast immer auch! Es sind zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Spielern. Warum nicht auch altersgerechte, aber unterschiedliche Trainingsinhalte von gleicher Qualität?


    Ich weiß, es ist etwas zeitintensiver Trainingseinheiten individueller vorzubereiten. Es lohnt sich aber, weil die Qualität steigt und man auch seinen eigenen Ansprüchen an der Traineraufgabe gerecht wird!