Beiträge von TW-Trainer

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    guenter
    Das was du beschreibst, passiert wöchentlich tausendfach in Deutschland. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es ein Fussballplatz, eine Kegelbahn, ein Spielplatz, ein Tierpark oder sonst wo vorkommt. Sobald man Kindern ein Stückchen mehr Freiheit gibt, kann es zu fehlerhaftem Verhalten kommen. Soll man deshalb sämtliche Freizeitaktivitäten streichen? Wie will man Kinder sonst selbständig werden lassen, wenn man sie nicht stückchenweise selbst entscheiden läßt? Andre wird in seinem Beruf dutzende Fälle kennen, aber trotzdem seine Kinder nicht in einem "goldenen Käfig" halten. Man kann als Erwachsener nach bestem Wissen und Gewissen handeln, mehr nicht! Eine 100 %-ige Sicherheit gibt es nicht!


    Bei meiner Regel erspare ich Eltern und Kindern auch Ausreden, warum sie gerade keine Lust zum Training haben. Das sind doch keine Profis und werden es zu 99,95 % nicht werden. Wozu dann dieser Druck?


    Seit euch aber auch gegenwärtig, das eine mangelnde Trainingsbeteiligung ein Problem ist, von dem ihr ein Teil seit. Bei einem abwechselungsreichen Training ist es nahezu automatisch, das sich Kinder durch besondere Leistungen hervorsticht! Das meinte ich mich: jedes Kind ist ein "potentielles Talent". Kinder sind von Natur aus neugierig! Werden sie darin beschränkt, so verlieren sie rasch ihre Lust. Warum also nicht mal einen Freund mitbringen dürfen? Das ist ein potentieller neuer Spieler für dein Team oder deinen Verein. Bei den Mädchen ist das übrigens die häufigste Form der ersten Kontaktaufnahme mit Fussball als Vereinssport!


    Ihr beschwert euch häufig über die verkrusteten Denkstrukturen des DFB und habt meist damit Recht! Aber, ihr könnt auch einen kleinen Teil in eurem unmittelbaren Umfeld ändern, damit es kindgerechter zugeht! Wenn es denn schon gezwungen wird, in die Schule zu gehen, u.U. noch Nachhilfeunterricht zu nehmen, eine Religion anzunehmen, ein Musikinstrument zu erlernen, ect., dann soll es doch wenigstens in seiner Freizeit eine Wahl haben! Findet ihr nicht?

    Mit dem Punkt: "keiner muß zum Training kommen, jeder darf kommen" für den Kinderfussball habe ich die Antworten bekommen, die fast zu erwarten waren.


    Versicherung bei Sportunfällen
    Zunächst einmal: versicherungstechnisch ist es so, das über die normale Krankenversicherung auch bei Sportunfällen inkraft tritt. Die Sportversicherung der Vereine ist nachrangig und tritt normalerweise mit sehr begrenzter finanzieller Haftung bei dauerhaften Personenschäden ein. Ähnliche Situationen können auftreten, wenn z.B. Kinder für den Verein angeworben werden sollen und zu diesem Zweck auf dem Sportplatz kicken dürfen. Private Unfallversicherung decken Schäden an Dritte ab, d.h. wenn ein Kind ein anderes einen nachhaltigen Schaden zufügt. Solche Fälle kommen aber sehr selten vor.


    Anarchie ohne Zwang zum Training
    Einige vermuten, wenn kein Zwang zum Training (von Spielen war zunächst gar nicht die Rede), bzw. regelmäßiger Trainingsteilnahme ausgesprochen wird, dann kommt fast keiner. Aber was hat man als Trainer davon, wenn alle da sind, aber keiner so richtig mitmacht? Liegt dann nicht eher die Schuld beim Trainer? Wenn aber viel ohne diesen Zwang kommen, dann hat man es doch zunächst einmal richtig gemacht? Zweck des Kinderfussballs ist es, die Entwicklungshemnisse raus zu nehmen und keinen Druck auf die Kinder auszuüben! Wer freiwillig kommt, der kommt gern!


    Ich habe es nie anders gehändelt. Sport und Privatleben müssen in Einklang gebracht werden. Mal ist der Geburtstag wichtiger, mal der Fussball. Die Priorität legt das Kind selbst fest. Wenn ich gemerkt habe, dass das Kind keinen Bock hat, aber die Eltern es gerne möchten, dann habe ich solche Kinder nach Rücksprache mit den Eltern nach Hause geschickt. Es gibt neben Fussball noch Tausend schöne Dinge, die man machen kann!


    Aber vielleicht muß ich mal in die Situation einer geringen Trainingsbeteiligung. Dann werde ich vielleicht anders darüber denken?


    Ansonsten kann ich nur empfehlen: probiert es einfach mal aus, euren Schützlingen zu erklären, das sie zum Training kommen dürfen, aber nicht müssen. Vermutlich werden es zunächst ein paar weniger sein. Aber dann bekommen sie mit, wieviel Spaß die Freiwilligen und hoch Motivierten haben und kommen wieder. Diesmal aber freiwillig. ist das etwa keine klare Regel?

    @Kicker
    Gratulation zu deinem Beitrag!


    Nach dem Lesen der ersten Sätze dachte ich: was will er uns denn jetzt schon wieder sagen? Soll man die hirnträgen, alten Professoren gegen die hirnaktiveren 5-jährigen Kinder austauschen?


    Dann gibt du uns aber Erkenntnisse, für die andere trotz Ausbildung Jahrzehnte gebraucht haben. Dies führt dann auch zu dem korrekten Fazit, das man dann die beste Unterstützung als Erwachsener leistet, wenn man die Kinder weitestgehend in Ruhe spielen läßt.


    Zwar gibt es bereits Aussagen des DFB, indem er fordert aus Kindern Persönlichkeiten zu formen. Sie also nicht allein auf ihre aussergewöhnlichen sportlichen Leistungen hin zu reduzieren, sondern nach ganzheitlicher Methode deutlich mehr zu coachen, statt lediglich zu trainieren. Wenn es im Leistungsbereich noch Jahre in der Umsetzung braucht, wie lange mag es da erst im Breitensport dauern? Es braucht Menschen, die mit großer Begeisterung und Geduld ehrenamtlich daran mitwirken wollen!


    Leider beobachtet man auch eine zeitliche Autoriätsverschiebung. Was früher während der Spiele vom Trainer hineingebrüllt wurde, wird heute in verlängerten Mannschaftsansprachen in Form von Mahnungen und Verwarnungen verabreicht. Als Motiv wird gern genommen: "wenn ich es euch jetzt nicht sage, dann macht ihr es im Spiel ja auch nicht"!


    Es ändert sich ja auch nicht generell die Ausbildungsrichtung, wenn es darum geht, mehr gewähren zu lassen. Es verändert sich lediglich der Blickwinkel.


    Dazu ein paar Beispiele und Vorschläge, die den Spaß noch mehr in den Mittelpunkt stellen könnten:


    1. keiner muß zum Training kommen; jeder darf zum Training kommen und Freunde mitbringen (Wer freiwillig kommt, kommt gern und ist motiviert)
    2. keine identischen Trainingseinheiten, sondern abwechselungsreich und variantenreich trainieren (Routine wechselt rasch in Langeweile; aber Neugier weckt Geister)
    3. keine Aufforderung ohne Erklärung (wer weiß, worum es geht, fühlt sich sicherer und erlernt es schneller)
    4. keine Veränderung/Korrektur ohne Fragen an die Kinder (besser 1 x verstehen und 10 x üben als 100 x üben ohne zu verstehen)
    5. keine Leistungsanforderungen an die Kinder stellen, sondern die Eigeninitiative loben
    6. jedes Kind ist ein Talent! Wir Erwachsenen sind nur zu faul, um herauszufinden, wo es welche Unterstützung will
    7. wem man gerne zuhört, der braucht keine Trillerpfeife (es kommt weniger darauf an, was man sagt, sondern wie man es sagt)


    ... ich hab bestimmt noch was vergessen?


    Wenn der Spaß stets im Mittelpunkt steht, dann kommt der Erfolg fast von ganz allein!

    Natürlich ist es wünschenswert, wenn lizensierte Trainer mit gutem Eigenkönnen schon für die Bambinis bereit stehen würden. Aber wer soll die bezahlen? Also bleibt nur der Kompromiß es mit den zur Verfügung stehenden Trainern zu probieren. Es ist mancherorts schon schwer genug, überhaupt Leute zu finden. Manchmal muß man sogar mit Vätern vorlieb nehmen, die selbst nie aktive Spieler gewesen sind!


    Der Vergleich des Berufs-Schulpädagogen mit dem Breitensport-Hobby-Trainer hinkt auch ein bißchen. Denn der C-Breitensporttrainer machts ehrenamtlich und der Lehrer verdient seinen Lebensunterhalt damit.

    Man könnte es durchaus noch ergänzen ....


    Früher nur in Einzelexemplaren vorhanden, hat sich die "Bolzplatzkrähe" auf dem heimischen Sportplätzen in den letzten Jahren stark verbreitet, sodass der DFB sich genötigt sieht, Empfehlungen zur Vergrämung an die Vereine weiterzugeben. Mit der Einführung der Fairplay-Liga soll der heimische Vogel zudem in die Schranken einer Fanzone verwiesen werden.


    Längst aber hat sich die "Bolzplatzkrähe" mit dem "Vereinsmeier" verbündet. Gemeinsam baut die Nester in den Vereinsheimen aus. Theken werden verlängert und größere Fernseher aufgestellt, falls mal "auf dem Platz" nichts los ist. Ab ca. 2 Promille ist man sich auch sicher, das an allem wie immer die "schwarze Sau", diese elende Kreatur schuld.


    Desweiteren gibt es eine Verbrüderung über die Einschätzung der "Geier" am Spielfeldrand. Sie haben nur eines im Sinn: die Kinder der "Bolzplatzkrähe" dem Fraß vorzuwerfen. Um sich dabei zu tarnen, plustern sie sich gelegentlich auf wie die Pfauen nach einem gelungenen Torabschluß, stecken aber wie der "Strauß" den Kopf in den Sand, wenn es eine Niederlage setzt. Sie tauchen einfach ab wie die "Wasseramsel", wenn es heißt sich bei den Eltern für die Niederlage der Kinder zu entschuldigen. Manchmal streiten sie sich auch um ihre Beute, ziehen vor`s Sportgericht. Egal, wie das Urteil ausfällt, man hatte dennoch recht.


    Schließlich gibt es noch die Zugvögel im Vorstand. Sie sind plötzlich da, sonnen sich im Erfolg, präsentieren sich laut klappernd, lassen ihren Stadion-Horst noch einige Meter höher gegen Feinde umzäunen, wobei die Vereinsmeier in helle Freude ausbrechen. Wenn`s aber keinen Spaß mehr macht, weil der Ruhm erkaltet, dann ziehen sie dorthin, wo es wärmer ist und man ihre List noch nicht ganz durchschaut hat.


    Einmal im Jahr versammeln sich alle zur "Generalvollversammlung". Nach dem trockenen Futter irgendwelcher Bilanzen und Ehrungen wird es langsam bunter. Spätestens beim Punkt Diverses gehts rund. Plötzlich werden unerwartete Koalitionen mit dem Erzfeind geschmiedet, sogleich wieder gebrochen, wenn ein falscher Ton kommt. Alle Differenzen sind bis zum Morgengrauen in bierheiternder Glückseligkeit verschwunden, wenn man gemeinsam und ohne Statusunterschied das Vereinslied zum 37. mal anstimmt. Ist der Rausch verflogen, so versucht man sich zu erinnern, worum es in der Generalvollversammlung ging? So manch einem kommt dann das Erschrecken, wenn ihm erst jetzt bewußt wird, das er sich freiwillig in die Liste der Unkrautbekämpfer und Vorstand-Parkplatz-Säuberer-Kommando und Tribünen-Rückwand-Anstreicher-Brigarde eingetragen hat. Andere wurde durch Fremdverschulden (Freibier) um 3 Uhr nachts zum Trainer ernannt, weils sonst keiner mehr machen wollte.


    Nur gut, das unsere Kinder davon nichts mitbekommen oder doch? Es soll vorgekommen sein, das einer nach Hause kam und behauptete: "Bei uns ist jetz auch die Feierbierliga (statt Fairplayliga) eingeführt worden!

    Mein Beitrag war eine Antwort auf "Kicker" und quasi ein letzter Versuch, das er doch bitte keine Sätze aus dem Zusammenhang gerissen einer eigenen Deutung zu unterziehen soll. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse nützen niemandem etwas.


    Aber vielleicht möchtest du "Kicker" ja weiter antworten, weil meine Geduld sich so langsam dem Ende neigt!

    Üblicherweise wird bei der Informationsveranstaltung abgefragt, ob unter den Interessierten auch Leute sind, die aufgrund von Sportinvalidität nicht mehr gegen den Ball treten können. Diesen Personen wird die Teilnahme verweigert. Allerdings kommt es bei der C-Breitensportlizenz nicht darauf an, wie gut man mit dem Ball umgehen kann. Also nicht mal, ob man aus 5 m Entfernung das Scheunentor trifft. Bei den Leistungslizenzen C und B wird das Eigenkönnen benötigt, um die Demonstrationsfähigkeit der Techniken gewährleisten zu können. Ferner sollte eine gute körperliches Fitness vorhanden sein. Man braucht aber nicht besser und schlauer zu sein, als die Jungs, die man später trainiert. Selbst für die spätere A-Lizenz reicht ein mittlere Schulausbildung und ein früheres Kreisliganiveau aus, wenn man eigenen guten Teil seiner Freizeit in den Fussball investiert. Denn hier beginnt der Übergang vom Hobby-und-Leistungsrainer in den Berufstrainer.


    Hat man die Lizenz erst mal, so wird sie auch dann nicht mehr aberkannt, wenn man verletzungs- oder altersbedingt nicht mehr gegen den Ball treten kann. Man geht davon aus, das man dann aufgrund seiner Erfahrungen entweder die Übungen erklären oder das Demonstrieren einem anderen (Co-Trainer oder Spieler) übertragen kann.


    Inwieweit nicht sportinvalide Teilnehmer sich während der Ausbildung vorm Fussballspielen drücken und welche Konsequenzen das haben kann, verbleibt im Ermessungsspielrahmen ihrer Ausbilder.

    Günter, gut das es dich gibt! Denn leider fehlt mir manchmal die Geduld solange abzuwarten, bis die Vorurteile über das vermeintlich Bessere durch Ausprobieren behoben wurde.


    Übrigens habe ich meinen Doktortitel für einige Jahre eingerahmt ins Gästeklo gehängt. Ich fand ihn dort richtig plaziert, denn sehr viel sagt er nicht über den Menschen aus. Der Titel ist deshalb eher eine Art "Ausschußprodukt" einer jahrelangenen besessenen Tätigkeit. Als dann ein gewisser Politiker meinte, er habe nicht das Wissen gehabt, um alleine seine Doktorarbeit schreiben zu können und seine Ansichten im Nachhinein noch mit "Vorerst gescheitert" verkauft, habe ich mich geschämt und das Ding vom Klo entfernt. Ich fand es allerdings schon seltsam, wie wenig Akademiker über den geistigen Betrug Stellung bezogen haben.


    Leider fiel mir das rechte Schreiben auch immer schwer, was nicht allein daran gelegen haben mag, das meine erste Fremdsprache Deutsch war. Verständlich, das ich mit meinen Gedanken der Ungeduld nicht unbedingt zu den Krähen zähle, die Anderen kein Auge aushaken wollen.


    Man darf sich sicherlich freuen, mit einem Talent besonders reichlich ausgestattet worden zu sein, auf der anderen Seite habe ich aber auch noch niemand erlebt, der von sich behauptet hat, er habe zu wenig Verstand in die Wiege gelegt bekommen. Ich habe es eher als eine Art von Verantwortung für mich und für andere angesehen, mein Talent nutzbringend einsetzen zu können. Das ist dann besonders wichtig, wenn man sich selbst nicht sicher ist, denn fast immer gibt es nach einer Antwort gleich mehrere neue Fragen.


    Deshalb hier noch einige Ergänzungen: ich habe nicht behauptet "Jogging" sei gesundheitlich schädlich. Ich habe lediglich gesagt, das es fussballspezifisch bessere Möglichkeiten zum Antrainieren und der Aufrechterhaltung von Kondition gibt.
    Wenn ich gesagt habe, man möchte das Kind bitte bei seinen Überlegungen in den Mittelpunkt stellen, dann auch in dem Zusammenhang, das allein ein Vereinswechsel aus meiner Sicht noch nicht alle Probleme löst. Denn der Vater scheint die Interessen seines Sohnes mit den Eigenen gleichzusetzen. Auch, wenn es wünschenswert ist, allen Kindern nicht nur im Training, sondern auch im Spiel gleiche Anteile zu gewähren, gibt es kein juristisches Mittel dies zu erzwingen. Wenn es Meinungsdifferenzen gibt, so sind sind in solchen Fällen die Jugendobleute erste Ansprechstationen.


    Aufgrund deiner Überzeugungen wird es allerdings auf mich widersprüchlich, wenn du deine Mannschaft aufgrund von Einmischungsversuchen eines Erwachsenen gleich an ihn übergibst. Hast du die Kinder vorher gefragt, ob sie das wollen? Oder war sie dir dabei egal?


    Kinder sind heutzutage einem weitaus größeren Leistungsstreß ausgesetzt als wir es waren. Ein Hobby kann eine Oase sein. Allerdings nur dann, wenn die Eltern das akzeptieren und sich nicht ins Fussballspiel einmischen. Wenn sie ihrer Überzeugung nachträglichen Ausdruck verleihen, ihr Kind müßte nicht nur in der Schule, sondern auch hier der Beste sein, so wird es sich aber der D-Jugend lieber eine Angelrute kaufen, weil das für die meisten Eltern denn doch zu langweilig ist. Aber unabhängig vom Willen der Eltern, wird sich das Kind nach eigenen Maßstäben weiterentwickeln. Dass dabei besonders die Professoren- und Pfarreskinder mißraten, liegt nun mal auf der Hand.


    Ich bemühe mich zwar, für alle Forenteilnehmer verständlich zu schreiben. Leider gelingt mir das nicht immer, was mich dann auch traurig stimmt. Denn wer kommuniziert, möchte auch verstanden werden.

    Auch Glückwünsche von mir. Bei den Meisten liegt die letzte Prüfung schon lange zurück. Insofern ist man verunsichert, ob man das theoretische Wissen "auf den Punkt" auch aufs Papier bringen kann. Bei der Lehrprobe wird man auch nicht ruhiger, wenn gerade erst Einer nach seiner Lehrprobe das "durchgefallen" mitgeteilt bekommt.


    Günter
    Tobn hat recht! Das Eigenkönnen wird nicht bei der Breitensport-Lizenz geprüft! Und weil das beim "Hobby-Übungsleiter" nicht geprüft wird, hatte ich bereits vorgeschlagen, das Fussballspielen der Teilnehmer während der Ausbildung zu streichen. Wenn man dann auch noch die Lehr-Präsentationsfolien dahingehend überprüft, welche Elemente in identischer Form mehrfach enthalten sind, könnte man von 120 Lehreinheiten auf ca. 80 Lehreinheiten kommen, ohne einen Qualitätsverlust zu erleiden. Dies würde zum einen mehr Teilnehmer bringen, weil 120 LE schon einige abschreckt. Auf der anderen Seite würde es preiswerter werden, denn die Lehrgangsleiter müssen ja auch bezahlt werden.


    Frank, ich wünsche dir viel Glück mit deiner Lizenz. Ich hoffe, du hast viel mitnehmen können und wirst das gewonnene Wissen mit deinen Erfahrungen gut verbinden können.

    Hallo Uwe,
    vielen Dank für den Hinweis. Der ein oder andere Forumsneuling mag vielleicht denken, es geht hier zu, wie in den "sozial Networks", wo man Einen aufs Korn nimmt, den man dann anyonom prima beschimpfen kann. Hier ist das nicht so! Man versucht sich gegenseitig zu helfen! So bin ich ein schon recht erfahrener Trainer mit wenig Wissen aus dem Breiten-, dafür aber mehr aus dem Leistungssport. Weil es jedoch viele Überschneidungen gibt, lerne auch ich aus den Breitensport-Beiträgen. Manchmal, in ganz seltenen Fällen kann ich auch einem jungen Kollegen einen guten Rat geben


    Ansonsten steht es jedem frei, etwas für sich mitzunehmen!


    Deshalb "Kicker" sollst auch du eine Antwort bekommen. ich denke, du hast nicht alle Beiträge in den beiden Threads zum Thema gelesen, sonst hättest du die anderen Hinweise gefunden. So habe ich u.a. gesagt, das auch jeder bei sich nachschauen soll, ob sein Verhalten O.K. ist. Das erfolgte im Zusammenhang damit, das die Probleme vielleicht nicht allein durch einen Vereinswechsel des Sohnes gelöst sein könnten. Dies entspricht inhaltlich genau dem Gegenteil deiner Vermutung, das ich Kinder als Manövriermasse ansehe, sondern gern in den Mittelpunkt der Überlegungen stellen möchte.


    Auch ist mir die Auseinandersetzung mit Eltern nicht unangenehm. Die Kommunikation sollte jedoch in einem geeigneten Rahmen stattfinden. Neben der Vermittlung der altersbezogenen Trainingsinhalte sollten die Eltern Informationen über ihre Unterstützung und Förderung der Kinder im Verein erhalten. Denn auch die Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind, vergessen leider manchmal dabei, das das Recht ihrer Kindern nicht die Rechte der anderen Kinder beschneiden darf! Über Taktik, Mannschaftsaufstellung, ect. mit den Eltern zu diskutieren, wird in den seltensten Fällen zum gewünschten Erfolg führen. Man braucht dabei auch nicht darüber zu diskutieren, wer mehr im Recht ist. Wie auch, wenn schon von 10 Trainern zu 11 unterschiedlichen Meinungen kommen? Das ist zunächst auch nicht weiter schlimm, denn gerade im unteren Fussballbereich ist der Trainer weitaus mehr als Kümmerer denn als Fussballlehrer gefordert.


    Wenn ich mal davon ausgehe, das dein Konditionstraining oberhalb der G-Jugend stattfindet, so sind Kinder im F - D-Jugend-Alter beim Setzen entsprechender Impulse (z.B. Kondition) durch Erwachsene unvereingenommen bereit, auch Kilometer "zu fressen", wenn man ihnen sagt, damit sei man dem Gegner überlegen. Rein mathematisch gesehen, ist ja daran auch nichts auszusetzen. Auch ist Kondition die Voraussetzung für Technik und Taktik. Denn wer vorzeitig müde ist, wird nur noch als Zweiter den Ball erreichen. Seine eventuell bessere Technik und sein taktisches Verständnis nützen ihm dann nichts.
    Zu Bedenken gebe ich allerdings, wonach man Kondition auch mit dem Ball am Fuss trainieren kann. Auch ist das bewegungsreduzierte Joggen im Lauflauftempo keine gute Unterstützung für die Schnelligkeitsentwicklung. Fussballspezifische Kondition erreicht man besser Tempowechsel-Aufgaben. Auf die Bedürfnisse des Fussballs übertragen finden die meisten Läufe nicht im Langlauftempo, sondern bei 80 % - 100 % des Maximaltempos (mit und ohne Ball am Fuss) statt. Das Fussballspiel gibt eigentlich schon genügend Ideen für Übungs- und Spielformen. Wenn man gerne Übungen aus anderen Sportarten als Ausgleich oder Ergänzung ins Fussballtraining einfließen lassen möchte, so eignen sich Mannschaftssportarten mit einer Kombination aus Beweglichkeit und Tempo (z.B. Handball, Volleyball). Es wird hier wenig in eine Richtung gelaufen. Aber beim Fussballspiel kommt es ja auch nicht so häufig vor, das man 100 m mit dem Ball am Fuss läuft, sondern weitaus öfter und wünschenswerter ist das Kurzpass-Spiel.


    Spätestens ab der C-Jugend wird die Reihe der Spieler, die beim Trainerkommande "Rundenlaufen" plötzlich einen Harndrang verspüren, immer länger. Nicht, weil sie nicht gerne laufen, sondern weil sie keinen Sinn mehr darin sehen!


    Allerdings möchte ich auch gerne davor warnen, Dinge generell abzulehnen oder gutzuheißen. Es ist häufig es ein Kompromiß aus der jeweiligen Situation. Es sollte jedoch stets ein mittel- oder langfristiges Förderinteresse im Mittelpunkt stehen, denn Fussball ist weitaus mehr als ein 1 : 0 !

    Ich bin ebenfalls der Meinung, das es jetzt nicht mehr lange dauern kann, bis die größeren Verbände ebenfalls umstellen! Wer will schon als "ewig Gestriger" der Letzte in der Reihe sein?


    Die Fairplay-Regeln für den Kinderfussball wurden ins Leben gerufen, weil die Kinder nicht mehr ungestört Fussballspielen konnten, weil der Einfluß von Erwachsenen (Eltern und Trainer) immer stärker wurde.
    Die Regeln stellen Kompromisse dar, wie z.B. der Verzicht auf Schiedsrichter im unteren Kinderfussball.


    Man bräuchte ja das Alles gar nicht, wenn es eine ausreichende Einsicht gäbe!

    Bei der C-Breitensportlizenz wird berücksichtigt, das der ausgebildete Trainer noch während seiner praktischen Arbeit weitere Erfahrungen sammeln muß. Sein während der Lizenzausbildung erworbenes Trainerwissen sollte lediglich eine solide Basis sein, aus der im Rahmen von weiteren Fortbildungen nach und nach ein guter Trainer wird.


    Allerdings kann man beim ersten Anlauf scheitern. Ganz selten im theoretischen Teil, denn das Wissen kann man sich (genau wie für die Fahrschulprüfung) irgendwie reinziehen. Bei der Lehrprobe wirds dann für manche schon grenzwertiger. Da sieht man dann so einige Sünden, wo Prüflinge:


    - die Übungsgruppe gar nicht zu sich kommen lassen, sondern ihre Anweisungen über den Platz rufen
    - nach 5 Minuten immer noch am erklären und bedeuten sind
    - sich falsch posititionieren, so dass nur ein Teil der Trainingsgruppe die Hinweise während der Übung verstehen kann
    - selbst dann nicht unterbrechen, wenn die Übung nicht in Grundzügen verstanden wurde
    - selbst dann die Übung nicht erleichtern, wenn es nach mehrmaligen Anläufen nicht klappt
    - selbst dann die Übung nicht erschweren, wenn die meisten Spieler gelangweilt herumstehen
    - kein Wort des Lobes finden, wenn Spieler die Übung besonders gut absolvieren


    Nicht alle Sünden sind Todsünden. Auf die Summe der Fehler kommt es an, ob es noch reicht oder ob man meint, das es noch nicht reicht. Besonders häufige Wiederholer sind sehr junge und fast gänzlich unerfahrene Prüflinge. Aber auch manchen ältereren, beratungsresistenten Kameraden kann es treffen, wenn er schon nach ersten Bemühungen wieder in alte Gewohnheiten verfällt und den Trainingsplatz mit dem Bundeswehrübungsgelände verwechselt.


    Im zweiten Anlauf klappt es eigentlich immer, wenn man sich die Ratschläge der Prüfer zu Herzen nimmt! Schließlich soll keiner die 120 Lehreinheiten absolviert haben und am Ende mit leeren Händen dastehen.

    Zwar ist die individuelle Ausbildung die Voraussetzung für gruppen- und mannschaftsspielerische Elemente. Man dreht sich hier im Kreise, denn ohne eine gute Trainingsbeteiligung lassen sich immer nur unvollständig Techniken und Bruchstücke aus dem gesamten Programm ausbilden. Ist man allein als Trainer, so kann man auf das "Grobe" achten. Besser ist es schon, wenn man einen guten "Co" hat, so dass man in kleineren Gruppen individuell nachholen, im normalen Bereich trainieren oder auch Elemente vorziehen kann. Wem das nicht genügend, der sollte sich in den Leistungsbereich wagen.


    Noch besser ist es auch, das Training so interessant und abwechselungsreich wie möglich zu gestalten, das man stets eine sehr hohe Trainingsbeteiligung hat. Dazu empfehle ich die angeborene Neugierde der Kinder auszunutzen und sie aktiv ins Training einzubinden. Die Einbindung kann durch eingestreute Fragen oder Vorschlagswünschen geschehen. Wenn sie das Gefühl haben, die Sache kommt von ihnen und wurde nicht vom Trainer "vorgekaut und vorexerziert", dann sind sie noch viel ehrgeiziger bei der Sache. (Andersherum läßt die Konzentration schon mal schnell nach. Man ist nur noch bestrebt, dem Trainer ein Interesse irgendwie vorzugaukeln. Schließlich will man ja unter die ersten 11 gelangen und es sich nicht mit dem Trainer verscherzen!)


    Durch diese Trainingsform kann man auch schneller feststellen, ob es verstanden wurde. Denn es ist schon ein Unterschied, ob es einer versteht, aber noch nicht kann oder ob er gar nicht genau weiß, was er machen soll. Wer versteht, welche Finte man anwendet aus welchem Grunde sie wann am erfolgreichsten ist, der wird dies im Spiel schneller und aus eigener Entscheidung heraus anwenden. So gibt diese Methode auch eine Möglichkeit das Lerntempo zu steuern.


    Kommen wir von den Träumereien zum nackten Alltag eines deutschen Wald-und-Wiesen-Trainers zurück. Natürlich gibts meist auch die Bewegungskünstler und Großmotoriker im Team, weshalb man nicht alles solange durchexerzieren sollte, bis es auch der Letzte kann. Solange man an den jeweiligen Stärken sein Hauptaugenmerk legt, trainiert man nebenbei auch die Schwächen. Wie sagt man: viele Wege führen nach Rom.


    Ein Abwägung zwischen der Ausbildung von Dribbling- und Passtechniken würde ich nicht treffen wollen.


    Für das Dribbling spricht, das es jederzeit auf dem gesamten Spielfeld zu Dribblingsituationen kommen kann. Sei es, das ein Pass ungenau getreten wurde oder sei es, das der Gegner die Räume besonders geschickt zugestellt hat und so nur eine Dribbling-Lösung eine neue, günstigere Situation schaffen kann.


    Für das Passspiel spricht, das in der modernen, dynamischeren Spielweise immer weniger Zeit des Einzelnen für Entscheidungen bleibt, so das eine höhere Passfrequenz meist auch eine bessere Erfolgsquote bedeutet.


    Optimal wäre es, wenn man den eigenen Angriff mit Pässen aufbaut und versucht, nur die torentscheidenden Zweikämpfe zu gewinnen. Bzw. bei gegnerischem Angriff so schnell wie möglich in Zweikämpfe zu kommen. Tore zu erzielen ohne einen Zweikampf gewinnen zu müssen bleibt vorerst wohl nur den absoluten Profiteams in der Weltspitze überlassen! Ähnlich sieht es beim Defensivverhalten aus, wenn der Gegner nur durch geschicktes Stellungsspiel zu Fehlpässen gezwungen wird.

    Einst erfolgreicher Schüler aus der Torwart-Schule von Gerry Ehrmann wuchs mit ihm die Zuversicht, das die Bälle gar nicht hart genug geschossen werden können, um solche Torleute zu bezwingen. Garant dafür war ein hoher athletischer Aufwand verbunden mit stetiger Optimierung des Muskelapparats. Doch das deutsche Fussballspiel hat sich zu ungunsten seiner Ausbildung und Fähigkeiten verändert. Was wäre da logischer, als im Ausland seine Karriere fortzusetzen und ausklingen zu lassen?


    Tim versuchte sich zunächst als Feldspieler. Erst Achillessehnenprobleme führen dazu, das er seine Leidenschaft, dem Fussball auf der Torwartposition fortsetzen konnte. Zur damaligen Zeit (leider auch heute) wurden Torleute an Größe ausgewählt. Diesen Vorteil hatte Tim! Während viele mit körperlichen oder gesundheitlichen Handycaps frühzeitig aufgeben, hat ihn dies erst recht zu höheren Leistungen angestachelt. Seine ersten Jahre verbrachte er bei Dürscheid und Bayer Leverkusen. Aber nicht dort, sondern in die Regionalligamannschaft von Fortuna Köln gelang im der Sprung in den bezahlten Fussball. Dort fiel er auch Gerry Ehrmann auf, der ihn zum Betzenberg holte, wo er schon nach kurzer Zeit den damaligen Keeper Georg Koch verdrängen konnte. In der Zwischenzeit hatte er sich bereits 13 mal in der U-Nationalmannschaft bewähren können. Obwohl ihn Knie- und Kreuzbandverletzungen immer wieder "ausser Gefecht" setzten, kämpfte er sich mit eisernem Willen immer wieder heran. 2005 drohte nach besonders schwerer Verletzung sogar das Aus seiner Profi-Karriere. Aber er kam wieder zurück und unterschrieb bei Werder Bremen einen neuen Vertrag. Auch hier verletzte er sich bereits im Vorbereitungsspiel gegen den SV Meppen schwer am Knie. Er nutzte jedoch diese Zeit zur Ernährungs- und Trainingsumstellung und so wurde aus dem Kraftprotz der Athlet Tim Wiese. Mit konstant guter Leistung und weniger Verletzungspech wurde er auch interessant für die A-Nationalmannschaft, bei der er im August 2008 sein Debüt gab.


    Mit ihm wird zum Ende der Saison ein bedeutender Keeper einer Torwartepoche die deutsche Bühne verlassen, der mit sensationellen Reflexen selbst härteste Schüsse klären konnte. Dessen Abschläge und Abstößte stets die nötige Distanz hatten und stets als Individualist größten Respekt in der Mannschaft hatte.


    Er wird platz machen für einen jungen Keeper, der hier und dort ein Problemchen bei seinen defensiven Aufgaben haben wird, jedoch dank einer moderneren Ausbildung als Teamplayer effektiver im Spielaufbau die Mannschaft unterstützen kann.

    Je mehr Verbände für den KIFU die Fairplayliga einführen, desto schneller wird es bundesweit umgesetzt werden. Es war richtig, nicht auf den DFB zu warten, denn der besitzt kaum Know-How für den unteren Jugendbereich. Dennoch gibt es auch dort immer weniger Zweifler am Projekt!

    Godfather
    Für eine technisch beschlagene Mannschaft ist es leichter gegen Mannschaften zu bestehen, die auch selbst versuchen das Spiel zu machen. Gegner, die sich nur hinten rein stellen und durch lange Bälle versuchen, ihre Angreifer in 1 : 1 Positionen zu bringen, ist es schwerer.


    Mit einem 4 : 2 : 3 : 1 System kommt du bei diesen Team nicht weit, weil die nicht den gesamten Raum verteidigen, sondern lediglich ihr Zentrum. Danach wird der Ball so schnell wie möglich lang nach vorne gepaßt. Mit einem 4 : 3 : 3 wird es ebenfalls schwierig, weil das Mittelfeld nicht genügend Angriffsunterstützung liefern kann und so eure Angreifer besser gedeckt werden können. Beim 4 : 4 : 2 ist widerum genug Mittelfeldunterstützung vorhanden. Leider wird dabei sehr häufig der Fehler gemacht, das bei Dominanz die Mittelfeldspieler sich nicht nur in den Angriff einschalten, sondern auch bei Rückpässen dort verharren. Die so mitgezogenen Gegenspieler machen dann den Raum zu eng, so das danach kein Durchkommen mehr möglich ist. Mit einem 10-er, der von 2 Gegnern eng gedeckt wird, kommt ihr da nicht aus.


    Aus den vorgenannten Gründen würde ich ein 3 : 4 : 3 favorisieren. Im Mittelfeld mit Raute oder hoher Vier agieren. Es kommt darauf an, den Raum in der gegnerischen Hälfte besser für euch zu nutzen. Um eure Angreifer mit den nötigen Bällen zu versorgen, braucht es ein flexibleres Mittelfeld.


    Zu den Einzelmaßnahmen:


    1. Maßnahme: Abwehr umstellen
    Zunächst einmal würde ich gegen solche Gegner von 4-er auf 3-er Kette umstellen. Da sie nicht so häufig zu tun bekommt, braucht man auch keine 4 Leute, von denen mindestens einer so gut wie nichts zu tun bekommt. Die 3-Kette sollte dann etwas tiefer stehen, um von langen Bällen nicht überraschen zu lassen. Es ist immer schwerer mit dem Gegner im Rücken und dem Gesicht zum Tor verteidigen zu müssen, als gegen den Ball agieren zu können.


    2. Maßnahme: Mittelfeld umstellen
    Ich bin ja sonst kein Freund von der Raute. Hier aber würde sie passen, denn es ist nicht zu erwarten, das der Gegner durch gekonnte Kurzpässe einen systematischen Spielaufbau betreibt. Die Raute hat ihre Schwächen über die Außenbahn, aber Vorteile bei der Mittelfelddominanz. Die Raute kann sich zusammen ziehen, wenn der Gegner mit dem Ball läuft, sie kann sich auseinanderziehen bei eigenem Ballbesitz.


    3. Maßnahme: Angriff umstellen
    Der in der Abwehr freigewordene Mann ist hier besser untergebracht. Denn ein Gegner, der sich hinten rein stellt, ist am besten durch präzise Flachpässe z.B. Doppelpässe in den torgefährlichen Raum zu knacken.


    Begleitende Trainings-Maßnahmen könnten sein, das ihr unterschiedliche Passvarianten im tornahen Raum übt. Insbesondere flache Pässe und Passkombinationen aus dem Halbfeld. Denn gegen Pässe von der Grundlinie oder hohe Pässe haben die Beton angerührt!


    Viel Glück dabei!

    schleppi
    Das von dir geschilderte Verhalten gegenüber deinem Sohn kenne ich nur zu gut. Der Papa ist stolz, weil das Kind auch das selbe Hobby hatte. Da will man doch seine Erfahrungen weitergeben. Der Junge soll doch von den Großen lernen! Also nimmt man ihn mit zum Erwachsenenfussball und erklärt ihm gleich mal die Finessen dieser Sportart. Das Kind aber interessiert sich viel mehr für die leckere Pommes, Bratwurst, ne Cola und `nen Fanschal! Dafür jubelt es auch beim Tor mit, schimpft sogar über den Schiedsrichter. Papa hat das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben und versteht die Welt nicht mehr, wenn das Kind irgendwann im D-Jugendalter anfangs leicht mault und sich später ganz zum Mitfahren verweigert.


    Wenn Mädchen Fussballspielen, ist das auch O.K. Aber was können die denn schon erreichen? Wenn aber der Junge mal Profi wird, dann hat er`s doch vom Papa und man kann stolz sein. Ganz nebenbei verdient er einen Haufen Geld und man wird überall geachtet. Das, was die Mädchen Fussballspielen nennen, lockt doch keinen Hund hinter dem Ofen hervor! Wo wird da mal richtig gegrätscht? Wo fließt da mal Blut? Nicht mal `ne richtige Schwalbe können die. Wenn`s irgend geht, soll mal Mama lieber mitfahren und sich diesen langweiligen Kram anschauen.


    Wie sieht`s denn mit den Spielkommentaren auf der Heimfahrt aus? Die fällt, je nach dem, ob man Grund zur Freude oder Ärgernis hatte, entsprechend heiter oder auch schon mal laut und vorwurfsvoll aus. Da werden dann die Szenen bis ins Detail auseinander genommen und die Fehler genauestens beschrieben. Widerspruch wird nicht geduldet. Deshalb bemerkt Papa auch gar nicht, wie sich die Mine des Kleinen immer weiter verfinstert. Denn in diesem Alter wollen die Kinder nur eines: es den Eltern recht machen und das Gefühl vermittelt bekommen, etwas ganz besonders gut gemacht zu haben.
    Auch, wenn man es ja immer nur gut meint, manchmal sogar einen Zwischenstopp bei MC Doof einlegt oder eine Torschußprämie ausschreibt. Laßt es besser sein! Hakt das Spiel, unabhängig vom Ergebnis auf den Heimfahrten ab! Das Kind erlebt nicht das Endergebnis, sondern die einzelnen Situationen des Spiels. Deshalb behaupten die Kinder in diesem Alter schon einige Stunden später, sie hätten das Spiel gewonnen und sie wären einer der besten Spieler gewesen. Das ist keine Lüge, sondern es ist ihre kindliche Form der Wahrnehmung!


    Die Situationen innerhalb von Kindermannschaften ändern sich rasch und Kinder nehmen es anders wahr! Natürlich hast du recht, das euer Trainer mehr darauf achten soll, allen Kindern gleiche Spielanteile zu gewähren. Aber mit etwas Geduld und etwas weniger Einmisstung ist für das Kind mehr gewonnen. Denn ohne Stress spielt es viel lieber. Deine Bedenken, es könne aufgrund der Trainereinstellung vielleicht sportlich den Anschluß verlieren, sind unbegründet. Nur dann, wenn es von euch Eltern nicht unterstützt wird oder selbst keinen Spaß daran empfindet, wird es aufhören.


    Schlimm finde ich es, wenn Eltern vor ihrem Kind über den Trainer herziehen. Der ist in der Wahrnehmung des Kindes genauso eine Respektsperson und ein erwachsener Freund, wie es die Eltern sind. Man zwingt es aber, sich für einen zu entscheiden. Das meinte ich mit "Löcher in die Herzen der Kinder reißen"!


    Viele junge und unerfahrene Trainer hören schon in der ersten Saison ihrer Tätigkeit wieder auf, weil sie mit Eltern konfrontiert werden, die sich einfach nicht benehmen können. Du hast ja auch schon Erfahrungen sammeln dürfen. Aber dein Verhalten ist auch nicht O.K. Also fass dich auch mal selbst an die Nase und versuch es besser zu machen! Dein Kind wird es dir danken.

    @Gotfather


    Bevor ich Tipps geben möchte, habe ich ein paar Fragen:


    1. Strebt euer Team einen Wiederaufstieg in die Bezirksliga an?
    2. Kommen die Spieler vorwiegend aus dem Heimatverein?
    3. In welchen Ligen spielten diese Spieler als Junioren?


    Ich frage das deshalb, weil es schon einen enormen Unterschied in der Art Fussball zu spielen zwischen der Bezirks- und Kreisliga gibt. Während in der Bezirksliga mehr Wert auf Technik, Taktik und vernünftigem Spielaufbau gelegt wird, gibt es im unteren Bereich der Kreisliga mehrheitlich Teams, die das Spiel über den Kampf versuchen zu gewinnen. Gerade junge Teams lassen sich dann rasch mal den Schneid abkaufen und nehmen die Zweikämpfe dann nicht mehr so an!


    Aber ob ihr als Maßnahme (z.B. den Ball einfach schneller durch eure Reihen laufen lassen müßt oder andere Möglichkeiten besser sind), läßt sich erst sagen, wenn man mehr Informationen über die Liga-Herkunft deiner jetzigen Mannschaftsspieler weiß.


    Du willst ja schließlich auch nicht gleich wieder absteigen oder als unfähiger Trainer entlassen werden oder?

    Einer der beiden Verfasser, Claudio Reyna zählt zu den erfolgreichsten amerikanischen Fussballspielern. Er kickte u.a. in der Bundesliga für Bayer Leverkusen und VFL Wolfsburg. Weitere Spielererfahrungen sammelte er in der englischen Premierligue bei Sunderland, Manchester City, bevor er in die USA zu den New Yorker Red Bulls zurück kehrte. Claudi gehörte 1994, 1998, 2002 und 2006 zu den WM-Teilnehmern mit den USA. Sein wissenschaftlicher Begleiter hat ebenfalls fussballerische Erfahrungen. Sein Weg führte bis in die 2. spanische Liga zum FC Corduba, wo er allerdings nur 1 Spiel bestritt.


    Beide haben in ihrer umfangreichen Arbeit die Daten des erfolgreichen Nachwuchs-Fussballs aus verschiedenen Kontinenten gesammelt. In den USA gilt der Frauenfussball als dominanter. Der Männerfussball läßt sich trotz diverser WM-Teilnahmen nicht bedeutend in seiner Beliebtheit verbessern, weil die Domnanz anderer Sportarten zu groß ist. Aufgrund der noch nicht so langen und bedeutenden USA-Fussballhistorie ist das Curriculum ein bedeutender Baustein für die Nachwuchsförderung in den USA.


    Auch, wenn die Zielgruppe eher dem Leistungssport gewidmet ist, lohnt es sich für jeden begeisterten Trainer (mit ausreichenden Englischkenntnissen oder einem guten Online-Übersetzungsprogramm) einmal hineinzuschauen und für sich ein Stückchen mitzunehmen.