In keinem Umfeld des Lebens setzen sich Talente durch, die nicht auch das tägliche "gesellschaftliche Gefecht" beherrschen. Leute wie Zuckerberg, Gates, Jobs, Kaeser etc. waren/sind nie die Besten auf ihrem Gebiet, sie sind aber in der Summe zwischen Talent, Durchsetzungsvermögen, Stressresistenz etc. die Besten.
Du bringst es auf den Punkt! Sicher könnte man Trump, Putin und ein paar andere, die die Klavitatur der Macht über Andere beherrschen, auch hinzunehmen.
Allerdings ist auch eine Gesellschaft durchaus entwicklungsfähig, es dauert nur immer sehr lange! Die Folge ist, das dass scheinbar sichere Erfolgsprognosen ins Wanken geraten könnten. Ein paar Generationen vor uns war es der Adel, der die Zügel der Macht fest in der Hand hielt. Heute sind sie für die Gesellschaft bedeutungslos geworden.
Der Beruf hat sich im Laufe von Jahrhunderten von einer mühseeligen Last hin zu Formen der Selbstverwirklung entwickelt.
Die Jugendlichen werden heutzutage dahin gehend geschult, sich selbst eine Meinung zu bilden, indem sie mit unterschiedlichen Ansichten vertraut gemacht werden.
Auch der Fussball entwickelt sich weiter. Als besonders geeignetes Beispiel kann ich die Fairplayliga anführen, in der eben nicht nur die stressrestistenten (durch ihre erwachsenen Trainer) eingenordeten Kinder Spaß und Erfolg am Fussball haben.
Man kann den Grund eines angstfreies Umfelds auf eine einfache Formel bringen: Nur was man besonders gern macht, kann auch besonders gut gelingen. Denn wenn man es nur deshalb macht, um von anderen geliebt zu werden, dann kann es passieren, als das man im Dunst der stetig wachsenden Ansprüche Dritter gar nicht mehr sich selbst erkennt. Deshalb bin ich mir gar nicht so sicher, ob diese eingangs genannten Personen eher ein Leben als Getriebene statt ein selbstbestimmtes Leben führen? Denn Geld und Macht ohne wirkliche Freunde zu genießen, das ist schwer.
Aber ich gebe zu, ich habe früher einmal selbst so gedacht, wie du es beschrieben hast. Zum Glück kann der denkende Mensch seine Meinung ändern!
Willst du das näher erläutern, ohne natürlich zu viel persönliches preiszugeben ?
Das versuche ich ja, aber Namen ist es wirklich schwierig. In einem Fourm sollte jeder das Reht auf Anoymität für sich entscheiden.
Ein paar einfache Regeln Ängste erst gar nicht entstehen zu lassen kann aber jeder leicht hinbekommen.
1. Vertrauen aufbauen
Ein Selbstbewußtsein benötigt ein stabiles Vertrauensverhältnis. Muß ein Kind Angst davor Fehler zuzugeben, wird es auch Angst davor haben, Fehler zu machen. Um jedoch über sich hinaus wachsen zu können, soll es auch das Risiko eines Fehlers nicht scheuen. Denn aus jedem selbst erkannten Fehler kann es eine neue Erkenntnis gewinnen. Vertrauen muß jedoch belastbar sein. D.h. wenn man sich entschieden hat, gemeinsam eine Wegstrecke zu gehen, dann muß man aneinander glauben und sich in besondere Situationen erweisen, dass man einander vertrauen kann.
2. Gern trainieren, statt trainieren müssen
Es liegt ein Unterschied darin, ob man ohne ein konkretes Ziel zunächst einmal Spaß am Fussball erleben möchte oder ob man meint, man müßte jede Trainngseinheit in einem Kontext zu schon früh verinnerlichten Ziel (z.B. Profi zu werden) ziehen. Denn mal überwiegt das Herz und mal der Verstand. Beides gilt es so in Einklang zu bringen, dass man nicht die Bodenhaftung verliert.
3. Antizyklisches Führen
Üblicherweise wird bei Fehlern oder schwachen Leistungen Kritik geübt. Andererseits werden Erfolge gelobt. Nun fragt man sich, was denn falsch daran sein könnte? In beiden Fällen teile ich lediglich meine Empfindungen ohne Rücksicht auf die des Anderen mit. Darin kann schon einiges falsch laufen, wenn ich ohne vorheriges Feedback mal drauflos poltere. So weiß ich bei der Kritik noch gar nicht, wie der kritisierte Spieler diese Situation wahrgenommen hat? Kann ich aus 40 und mehr Metern Entfernung wirklich sicher ausschließen, dass ihm in diesem Moment die Sicht versperrt war, wurde der Ball ggf. leicht abgefälscht oder hat ihm ein Mitspieler ein Kommando gesagt? Aber selbst, wenn auch der Kritisierte seinen Fehler einsieht, was hilft ihm die Kritik, wenn er sich selbst schon am Boden liegen sieht und sein Triner darauf herum tritt? Er gewinnt daraus keine neuen Einsichten, wenn lediglich Kritik über einen Fehler geäußert wird.
Auch beim Lob kann einiges schieflaufen. Dosiere ich das Lob nicht richtig, in dem ich entweder eigentlich auch normale Dinge mit Lob begleite oder aber fast nie lobe, dann kommt das Lob bei meiner Mannschaft gar nicht so an, wie ich es mir wünsche.
Antizylisches Führen bedeutet, dass ich meine Mannschaft nach Erfolgen mehr fordere, um sie in einer Phase besonderen Stolz in ihren Fähigkeiten zu verbessern. Aber natürlich darf man es nicht übertreiben, sondern ist es wirkungslos. Kommen die Spieler nach einer Klatsche zum Training, dann brauchen sie zunächst einmal Zeichen des Mitgefühls, um wieder Mut zu gewinnen, den Blick nach vorn zu richten und erneut Spaß am Fussball zu empfinden.
4 Perspektive schaffen
Kinder sollen starke Charaktere bekommen. Dazu brauchen sie jedoch unsere Hilfe. Denn wir sind für die natürliche Autoritäten. Statt an ihnen herum zu experimentieren brauchen sie ein solides Fundament, auf dem sie sich entwickeln können. Jeder, der Kinder hat, möchte in seinen Kindern ein keines Stückchen an Glück, was er nicht erreichen konnte, entdeckt sehen. Diese Perspektive wird man schwerlich mit Regeln aus der Vergangenheit erreichen können. Denn in der Vergangenheit spielt es keine Rolle, ob der eine als Nero oder der andere als Gates bezeichnet wurde. Denn weil sich das Leben verändert, wird auch die Geschchte als geänderte Sichtweise tagtäglich neu geschrieben.
5. Regelmäßiger Soll-Istvergleich
Wer gern als Trainer arbeitet, der sollte sich ganz einfach von Zeit zu Zeit ein stückweit zurück lehnen, um Herz und Verstand auf das Geleistete zu prüfen. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen wird er/sie die Stellschrauben finden, um gemeinsam mit seiner Mannschaft zu neuen Erfolgen zu finden.
Damit aus dem Spaß nicht allzuschnell Ernst wird, sollte man sich selbst nicht allzuernst nehmen. Das macht den Alltag leichter!