Beiträge von TW-Trainer

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    schleppi
    Noch ist es ja nicht sicher. Auch möchte ich die Gerüchteküche über finanzielle Motive eines Rückzugs keinen Raum für neue Spekulationen geben. Sonst müßte man auch Bad Neuenahr und Bayern München dazu nehmen.


    Wer Frauenfussball ohne vernünftiges Marketing betreibt, der wird diese Abteilung mit Kosten (wenn auch Geringen) betreiben. Daran sind nicht allein die Vereine schuld, sondern auch der DFB, der zu wenig Ansprengungen unternimmt, diesen Sport publikums- und damit medienwirksam zu präsentieren. Ich glaube aber, das sich das ändert, wenn die Herren, die bis 1970 noch dafür gestimmt haben, das Frauen keinen Fussballwettkampf dürfen, von der Bühne verschwunden sind.

    Der Fragebogen besteht in der Hauptsache aus geschlossenen Fragen. Wenn ich das Ziel habe den Istzustand zu ermitteln und daraus den Sollzustand abzuleiten, dann sollte der Fragebogen als Entscheidungshilfe anders aufgebaut sein.


    Wenn ich die reale Zustände erforschen will, dann muß ich mir schon die Mühe machen, offene Fragen zu stellen und mein Antwortenraster erst nach Prüfung der individuellen Antworten zu formen. Sonst wird in den meisten Punkten lediglich eine Bestätigung, von dem, was man vorher geglaubt habe, stattfinden. Das hat dann aber dann nichts mehr mit empirischen Methoden in der wissenschaftlichen Forschung zu tun hätte.


    Es soll jetzt aber niemand davon abgehalten werden, Online seine Angaben zu machen. Denn ein bißchen wird sicherlich auch dabei herauskommen! Angekündigt wurde ja auch, das es einen Gewinner der anonymen Umfrage geben soll, wenn man ein schönes Bild schickt. Gern wäre ich dabei, wenn der anonyme Sieger ermittelt wird! :thumbup:

    Ich werde das Gefühl nicht los, das hier zwar intensiv, aber leider nicht auf breiter Ebene diskutiert wird. Das gehört aber für mich dazu, wenn man nur das Beste für seine Kinder will. Es fehlen mir die Beiträge aus Sicht der Eltern. Beim NFV hat man das bisherige Gästebuch, was ein Diskussionsforum war, in seiner ursprüngliche Version abgeschafft, weil man nicht mehr die negativen und teils bösen Kommentare von Eltern hören wollte, die sich durch die Fanzone ausgesperrt sahen und vorsorglich schon damit drohten, ihr Kind dann vom Fussball abzumelden. Denn woanders dürfe man am Spielfeldrand stehen und rufen, wonach einem gerade zu mute ist. Nach der Einführung der FPL kann es auch solche Eltern geben! Was sagt ihr ihnen als Trainer? Hier könnt ihr Fragen stellen. Was sagt ihr als Vereinsverantwortliche den Trainern, die seit Jahren vorbildlich im unteren Jugendbereich aktiv waren und nunmehr eingeschränkter agieren sollen? Dann fehlen mir hier die Schiedsrichteransichten. Wo soll die Ausbildung des Nachwuchses stattfinden, der ja heute schon spärlich genug ist? Was sagt ihr den jungen, engagierten Schiedsrichtern, warum sie jetzt beim FPL zum Zuschauen verbannt werden?


    Ein großer Teil des Fragenkomplexes erklärt sich, wenn man sich intensiver mit den FPL-Regeln und deren Auslegungswünsche beschäftigt! Über anderes muß man reden. Gerade der Bereich des Elterncoaching ist im Kinderfussball ist gänzlich unerforscht. Es haben dank zunehmender Mobilität und dem fehlenen Vereins-Fahrzeugpark den Wunsch und ein Recht darauf als Partner in angemessener Weise integriert zu werden. Dies sehe ich aber nicht als Thema des FPL, sondern als Thema des gesamten Jugendfussball ein. Denn auch in anderen Bereichen, wie z.B. der Schule sind Eltern heutzutage aktiver, als dies noch vor Jahren der Fall war.


    Günter
    Die Frustverarbeitung bei negativen Erfahrungen gehört genauso dazu wie die Freude über mühsam errungene Fortschritte. Aber letzendlich sind es doch die Hoffnungen und die Neugierde darauf, das es morgen ein wenig schöner und besser sein wird, die uns jeden morgen auf Neue aus dem Bett treiben. Und wenn man nicht warten will, bis alles fertig ist, das ist es von Vorteil mitgestalten zu können!


    Andre
    Leider gehe ich mit dem Gefühl schwanger, das dir die FPL-Regeln hauptsächlich deshalb so gut gefallen, weil du die "bösen Trainer" gerne bestrafen und zum Zuschauen zwingen möchtest. Auch, wenn der Versuch zum Scheitern verurteilt ist, alle durch die FPL "bekehren" zu wollen, geht es nicht um die vollständige Beseitigung negativer Einzelfälle, sondern um ein insgesamt für den Kinderfussball tauglicheres System.


    So, jetzt würde ich mich aber freuen, wenn diese Diskussion etwas facettenreicher weitergeführt wird. Denn auf den einen oder anderen Trainer können in der kommenden Saison Aufgaben des FPL warten. Und sei es nur, um die Ideen in seinem Einflußbereich bekannter zu machen.

    Hallo Fussballfreunde,


    es ist mir schon bewußt, das dies ein eher seltenes Thema ist, weshalb ich mich besonders über eure Beiträge gefreut habe.



    @Uwe
    Leider geht aus den statistischen Daten nicht hervor, ob die Ursache für den Rückgang der Mädchenmannschaften auch die rückgängischen Jahrgangszahlen aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland zurück zu führen ist. Da würde mich eine bereinigte Zahl interessieren. Desweiteren ist es auch schwierig fussballspielende Mädchen bis zur U 16 vereinheitlicht darzustellen, weil es organisiert als Mädchenmanschaft meistens erst ab der D-Jugend losgeht. Vorher, aber auch nachher spielen Mädchen in Jungenteams mit, bzw. besonders starke Mädchenmannschaften kicken in Jungenligen mit.



    @Alle
    Nachvollziehbar ist indes, das die Chance 2011 den Mädchen und Frauenfussball in Deutschland noch populärer zu machen, durch das vorzeitige Ausscheiden unserer Nationalmannschaft nicht genutzt werden konnte. Hier geht es jedoch nicht um die Förderung der Masse, aus der dann mehr talentierte Mädchen in den Leistungsfussball einsteigen können, sondern um den Bundesliga-Nachwuchs im Frauenbereich. Das dort andere Maßstäbe angesetzt werden, ist verständlich. Dennoch führt dies nicht immer zu gleichen Entscheidungen, wie im Männerbereich. Beispielhaft mag hier der Hamburger SV sein, der bereits seit vielen Jahren im Frauen-Profibereich erfolgreich aktiv ist und ihre 2 Frauenmannschaft unmittelbar nach dem Meistertitel in der 2. Bundesliga abmeldete. Soetwas wäre im Herrenbereich gar nicht vorstellbar.


    Zwar ist die Anzahl der Teams, die in der 3-teiligen B-Juniorinnen-Bundesliga bereits unmittelbar nach dem Beschluß bereits angepaßt worden. Allerdings würde es mich nicht überraschen, wenn es noch vor dem offiziellen Start nach der Sommerpause weitere Veränderungen gibt. Auch die Rahmenbedingungen bedürfen unbedingt weiterer Anpassungen, sonst gehen dem Mädchen-Fussball die Vereine verloren, in denen seit vielen Jahren erfolgreich Mädchen-Leistungsfussball betrieben wird. Für diese Talente ist dann auch kein ausreichender Platz in den Internaten der BuLi-Vereine. Denn die sind in erster Linie für die Jungen gedacht. Hinzu kommen die Perspektiven: den Mädchen muß man sagen, für eure Entbehrungen werdet ihr später nicht viel mehr als die Ehre ernten, während auf die Jungen später fette Profiverträge warten.


    Ich halte die Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga für einen richtigen Schritt, wenn man an der Weltspitze mithalten will. Erste Leistungsvergleiche haben gezeigt, das diese Mädchen technisch, taktisch und läuferisch mit den Damen der 2. Bundesliga auf Augenhöhe spielen können, so das der Schritt in die 1. BuLi nicht mehr so groß ist. Auch die 3-Teilung ist O.K., denn die Leistungsstreuung ist geringer als bei den gleichaltrigen Jungen. NRW besitzt durch die bereits mehrjähige Erfahrung der B-Juniorinnen-Regionalliga Vorteile, die sich dann auszahlen wird. Ebenfalls sind es andere Maßnahmen von einzelnen Vereinen, die sich in der Startphase sehr vorteilhaft erweisen werden. Man wird wohl kein Konzept realisieren können, in dem sich alle sportlich bestmöglich wiederfinden werden. Dennoch glaube ich, das der DFB sich mehr als bislang um die Realitäten des Mädchenleistungsfussball kümmern muß, statt nur auf die Interessenslobby der Erst-Bundesligisten zu vertrauen.


    Günter
    Du magst recht haben, wenn man den Verdrängungswettbewerb aus der Sicht der Vereine sieht, denn sehr viele Frauenmannschaften der 1. und 2. Bundesliga haben sich an umliegende Profi- oder Leistungsvereine aus dem Herrenbereich angeschlossen, weil sonst die Kosten und die wachsenden Rahmenbedingungen nicht mehr zu schultern gewesen wären. Aber anders wäre eine Weiterentwicklung auf Profiebene kaum möglich gewesen.


    Ich halte es aber für einen Fehler, die Vereine, die sich sportlich für die B-Juniorinnen-Bundesliga qualifizieren, bereits mit den Maßstäben für den Profibereich zu bombadieren. Denn auch hier werden sich längst nicht alle Spielerinnen für den Frauen-Profibereich empfehlen können. Auch wird es anders als bei den Jungen, aus fehlender finanzieller Perspektive mehr Mädchen geben, die sich danach für ein Studium oder Berufsausbildung entscheiden.

    Günter
    Du sprichst da eine Facette an, über die das o.g. Sprichwort zutrifft. Bei Jungen kommt das manchmal vor, bei den Mädchen etwas häufiger. Sie verstehen den Fussball so, das jeder kommen kann, wann er gerade Bock hat. Neben dem allgemeinen Lustfaktor gibt es noch die wetterbedingte Absage, die aber so niemals formuliert wird. Hat man gerade etwas besseres vor, so wird das Register der "Trainingsverhinderungs-Totschlageargumente" gezogen. Das fängt bei "Hausaufgaben machen" an und hört bei "Bauchschmerzen am kleinen Zeh" auf. Manchmal sieht man sie während des Trainings fröhlich pfeifend am Sportgelände vorbeiradeln in Richtung Freibad, manchmal bekommt man die ware Ursache per Zufall mit.


    Man kann natürlich seinem Mannschaftskapitän das Handy in die Hand drücken, damit er der "faulen Socke" Beine macht, weil alle hier schon auf ihn warten! Der Käptn macht das in der Regel auch gerne, weil er seine besondere Bedeutung im Team für alle sichtbar demonstrieren kann.


    Trainerfrust ist dann vorprogramiert, wenn man in seiner Freizeit spezielle Übungen und Spielformen fürs Training ausgearbeitet hat, für die eine Mindestanzahl bzw. genau diese Spieler erforderlich sind.


    Ich habe mir das allerdings im Laufe der Jahre abgewöhnt. Wie ich an anderer Stelle bereits sagte, darf bei mir jeder kommen, es muss aber niemand kommen. Dadurch drehe ich den Spieß um. Nicht ich laufe hinter den Spielern her, sondern sie hinter mir. Denn wer der Beste auf dem Rasen ist, hat es selbst in der Hand, mir dies durch rege Trainingsteilnahme und die damit verbundenen Fortschritte zu zeigen. Auch hat es sich gezeigt, das die Jenigen, die freiwillig und gerne zum Training kommen, mit größerem Eifer konzentrierter bei der Sache sind. Denn häufig liegt es nicht am fehlenden Können, sondern am fehlenden Verständnis der Zusammenhänge und Wechselwirkungen.


    So habe ich eines Tages sogar Kinder mitsamt ihren Eltern vor dem Training nach Hause geschickt, als mir Kinder auf meine Frage, ob sie gerne Fussballspielen, freimütig erklärten, sie hätten eigentlich gar nicht so richtig Bock darauf!


    Ob es allein daran liegt, das die Zahl der Kinder, die das Fussballspiel dauerhaft zu ihrem Hobby machten oder die, die den Weg in den Leistungsfussball schafften, davon abhängig ist, weiß ich allerdings nicht.


    Bei einigen Vereinen wäre ich vermutlich dafür entlassen worden, weil man dort auch gegen Mitgliedergebühren stillschweigend "Babysitterdienste" in Form von Fussballtraining anbietet, damit die Mamas und Pappas mal ihre Ruhe von ihren Gören haben.


    Worauf ich Wert lege ist: ich verlange und erwarte nichts, will einfach nur mit ihnen Spaß an unserer gemeinsamen Leidenschaft, dem Fussball haben. Ohne diese Erwartungslast auf den Rücken der Kinder habe ich festgestellt, das die interaktive Ausbildung sehr viel einfacher in einer lockeren Athmosphäre geschieht. Bälleschleppen, Hütchen aufstellen machen wir übrigens gemeinsam, denn ich bin weder Herr noch Diener, sondern Teil dieser Mannschaft.


    Günter: an dieser Stelle wirst du vermutlich wieder von irgendwelchen theoretischen Idealvorstellungen sprechen: Nein, ich praktiziere es, obwohl ich weiß, das es die Mehrheit im Leistungsfussball anders macht und besonders neue Kollegen zunächst mit der Nase rümpfen. Vermutlich läßt man mich solange gewähren, bis ein anderer mit seiner Methode mehr Erfolg hat.


    Wir bereits in der Studie der FPL Liga aufgezeichnet, sollte der Trainer nicht nur Fachwissen, sondern auch pädagogische Kenntnisse mitbringen, um die sportlich gestetzen Impulse kindgerecht trainieren zu können. Leider beobachtete ich gerade bei den Trainern, die sich über die pädagogischen Auswirkungen zu wenig Gedanken machen, das sie durch das Hineinrufen von Anweisungen während des Spiels meinen, sie könnten das, was im Training versäumt wurde, im Spiel nachholen!


    Der Anspruch, diese pädagogischen Aufgaben bei der Übernahme von Traineraufgaben zu integrieren, ist zu hoch angesetzt. Denn es bedarf einer weiteren Ausbildung, die teilweise im Rahmen der Fortbildung und Kurzseminare, teilweise durch Hospitation und Austausch mit erfahrenen Trainern geschehen kann.

    Ich sehe in der D1 noch gar keine Probleme aufgrund der beschriebenen Behinderung! Selbst in der C1 dürfte die Leistung noch ausreichen, wenn nicht gerade in den höchsten Ligen gekickt wird.


    Man erlebt im Laufe der Jahre viele Behinderungen, die man einschätzen lernt. Ob es Epileptiker, Astmatiker, Leute mit bestimmten Herzschwächen oder aber Behinderungen an den Armen und Beinen sind. Manche (z.B. Gerald Assamoah) werden davon später sogar Profis. Wenn der Spieler es will, die Mannschaftsmitglieder, Trainer, Eltern und Gegner in Kenntnis gelangen, dann geht fast alles! Bedingung sollte allerdings sein, das mindestens einer der Eltern des behinderten Kindes bei den Spielen anwesend ist, weil die im Falle eines Falles die Situation besser einschätzen können.

    Die Frauen-WM endete im vergangenen Jahr mit der Erkenntnis: wir sind nicht mehr unangefochtene Weltspitze. Andere Länder laufen uns den Rang ab! Bei der Ursachenforschung stellte man fest, das im Mädchenfussball die Förderung schwieriger ist als bei den Jungen und deshalb effektiver betrieben werden muß.


    Zum einen gibt es deutlich weniger Mannschaften, die zudem häufig weiter voneinander entfernt sind, so das sich das DFB-Förderkonzept für die Jungen nicht 1 : 1 auf das der Mädchen übertragen läßt. Aber es gibt weitere Determinanten festzuhalten. So beginnen die Mädchen mit dem Fussballspielen durchschnittlich etwas später, wurden dann in der Vergangenheit dennoch früher in den Kader der Frauen-Profiteams berufen. Auch in den Profi-Teams der Frauen gibt es eine andere Hierachiestruktur. Sie läßt sich sowohl in der ersten als auch in den beiden zweiten Bundesligen in Dreierformen beschreiben. Da sind 2 - 3 Teams, die die Meisterschaft unter sich ausmachen. Dann gibt es Teams, die diese Liga mal mit mehr, mal mit weniger Schwierigkeiten halten und schließlich gibt es die Aufsteiger, von denen sich kaum einmal ein Team in der neuen Liga etablieren kann. Es gibt hier kaum die Situation, das der Tabellenletzte gegen den Tabellenersten gewinnen kann, weil die Leistungsunterschiede zu deutlich sind. Auch bei der Nachwuchsförderung gibt es deutliche Unterschiede. Während einige Vereine die Sporthochschulen als Reservoire für eine Talentauswahl nutzen, gibt es erst wenige Internate, in denen auch weiter entfernt wohnende hochveranlagte Talente effektiv gefördert werden können.


    Aus diesen "Notsituationen" heraus hilft sich jeder, so gut er kann! Während ein paar Verbände glauben, in einer B-Juniorinnen-Regionalliga ein sehr gutes Förderumfeld zu schaffen, gibt es weitere Insellösungen in Form einer Oberliga bzw. der Niedersachsenliga als höchste Verbandsliga. Andernorts gibt es gar nichts. Dort werden die C- und B-Juniorinnen-Mannschaften im Jungen-Ligabereich integriert und dem normalen Wettkampf mit Auf- und Abstieg unterzogen. Allerdings spielen die C-Juniorinnen in der D-Juniorenliga und die B-Juniorinnen in der C-Juniorenliga.


    Eine zusätzliche Förderung erhalten die Mädchen in der Kreisauswahl, aber der D-Jugend in der Teilbereichsauswahl. Einige, besonders herausragenden Talente werden darüberhinaus noch bei den Jungen auf dem DFB-Stützpunkt gefördert.


    Als Voraussetzung, um in einer Juniorinnen-Nationalmannschaft sollen diese Mädchen zusätzlich noch in eimem Jungenteam kicken. Ob das nach der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga noch so sein soll, steht bis dato noch nicht fest.


    Bei den Regional- und Verbandsligen gibt es, wie bei den Frauen-Profiligen, ebenfalls eine nicht homogene Mannschaften in den Ligen. Bei den Mädchenteams, die bei den Jungenligen kicken, läßt sich gar kein Vergleich anstellen.


    Zur Verbesserung der Nachwuchsförderung wurde zu Beginn der Saison 2011/12 ein Qualifikationsmodus zur Gründung einer 3-geteilten B-Juniorinnen-Bundesliga erarbeitet. Zunächst wollte man als Basis für die Teilnahmemenge pro Verband die Anzahl der 1-Liga-Frauenmannschaften nehmen. Das funktionierte aber schon deshalb nicht, weil einige Frauen-Proficlub ihre Teilnahme an der B-Juniorinnen-Bundesliga versagten. Dafür gab es in anderen Verbänden ein deutlich größeres Interesse zur Teilnahme. So wurde die Teilnehmer-Zahl pro Verband nochmals angepaßt.


    Zwar ist die Saison der Qualifikationsrunde noch nicht abgeschlossen. Dennoch lassen sich erste Erkenntnisse gewinnen. Teils negative Erfahrungen wurden mit Teams, die spontan und ohne gründliche Planung an der Quali-Runde zugesagt habe. Denn hier gab es eine Reihe von Spielterminänderungen, weil der Kader nicht ausreichend groß war, bzw. sehr viele Spielerinnen mit Zweitspielrecht dort kickten und es zu Überschneidungen mit anderen Terminen kam. Aus diesen Erfahrungen wird man beim Unterbau für die neue B-Juniorinnen-Bundesliga lernen müssen und sein Anforderungsprofil entsprechend anpassen. Eine der bereits vorhandenen, aber kaum sichtbaren Erkenntnisse ist die Leistungsfähigkeit dieser U 17 Mädchen-Teams. So können die Spitzenteams mit der Frauen-Regionalliga mithalten. Die U 17 Nationalmannschaft nimmt es sogar mit gestandenen Profis aus der 2. Frauen-Bundesliga auf, wie durch ihre Trainerin, Bianca Bernhardt bewiesen werden konnte! Gab es in den vergangenen Jahren immer weniger Mädchen, die von der B-Jugend direkt den Sprung in den Profi-Fussball schafften, steigt nun die Zahl langsam etwas an. Denn Ziel ist es, eine möglichst große Anzahl talentierter Mädchen erfolgreich an den Profi-Fussball heranzuführen.


    Dennoch könnte es für die 3-geteilte B-Juniorinnen-Bundesliga eine schwierige Geburt werden, weil die Unterstützung in den Vereinen sehr unterschiedlich ist. So wird man mit einem aus der B-Junioren-Bundesliga kopierten Anforderungskatalog möglicherweise die Vereine vergraulen, bei denen es eine sehr gute Förderung gibt. Dafür können sich dann andere Vereine, in denen die Infrastruktur bereits vorhanden ist, mit einem weiteren Vorzeige-Team schmücken. Im Detail geht es hier um die Anforderung über ein Stadion mit 200 überdachten Sitzplätzen, einem Mannschaftsarzt, einem Trainer mit gültiger A-Lizenz, Ball-Jungen/Mädchen, Dopingraum, Kunstrasenplatz, Internatsplätze bzw. ersatzweise Gastfamilienplätze für weiter entfernt wohnende Mädchen, die ins Team aufgenommen werden sollen. Dies bedeutet für Vereine, die nicht unter dem Dach eines Männer-Profivereins kicken das vorzeitige aus. Aber auch andere Profivereine werden darüber nachdenken, ob sie diese zusätzlichen Kosten schultern können.


    Man wird umdenken müssen, was dem DFB traditionell etwas schwer fällt. Denn wenn die B-Juniorinnen-Bundesliga nicht zum Flopp mutieren soll, dann gilt es genau hinzuschauen, was möglich ist und was nicht!

    Die höhere Lizenz ist lediglich das Eintrittsgeld bei sonst gleichen Voraussetzungen. Aber ohne Erfolg wirst du ganz schnell nach unten durchgereicht. Dabei interessieren einen Dritten die Begleitumstände deines Erfolges oder Mißerfolges nicht. Leider geht dieser Erfolgszwang auch manchmal zu Lasten der Spieler.


    Es ist also nichts anderes, wie im Beruf auch. Da wird auch geschaut, was für eine Schulausbildung und evl. Studium (incl. Titel und Renoumeé der Uni) du hast. Wenn du noch keine Erfahrung hast, werden die für den Tätigkeitsbereich relevanten Noten heranangezogen. Falls Erfahrungen vorliegen, wird geschaut, wo du wielange warst. Als Manager (vlg. Profitrainer) sollte eine klare Steigerung der Verantwortlichkeiten zu erkennen sein. Mehr als 5 Jahre solltest du nicht im Unternehmen tätig gewesen sein, sonst giltst du als betriebsblind. Allerdings sind auch zu kurze Beschäftigungszeiten ein Grund, weil du dann ungenügende Praxiserfahrungen mitbringst. Schließlich solltest du als Manager auch "über Leichen gehen können", also ohne mit der Wimper zu zucken unangenehme Aufgaben rasch und ohne Nebengeräusche zu erfüllen. Denn, wenn du nicht unverzüglich handelst, tun es ein anderer für dich!


    Du empfindest dich mit der Zeit wie der Hamburger zwischen dem Brötchen. Da sind die Chefs und Sponsoren, denen deine Erfolge nicht genug sind und die Kosten dafür zu hoch darstellen, die von oben herab ihre Macht an dir auslassen. Dann sind da deine Spieler und deren Berater, denen die Arbeitsanforderungen und -bedingungen zu hoch erscheinen und glauben, für all das mehr Geld erwarten zu dürfen. Du selbst bist dann der Katalysator, der die Informationen von oben nach unten, wie von unten nach oben filtert.


    Die Aufgaben eines Profitrainers lassen sich heutzutage nicht mehr von einer Person realisieren. Der Chefcoach hat seine Spezialisten (Mentaltrainer, Fitnesstrainer, Torwarttrainer, Teamarzt ect.). Er ist nur so gut, wie sein Team funktioniert, erntet aber den Erfolg.


    Aber jeder, der sich zum ersten mal im Hexenkessel eines großen Stadions feiern lassen durfte, wird dieses Gänsehautgefühl sein lebenlang nie vergessen!

    Lieber Trainergemeinde,


    lt. den DFB-Regularien braucht der Trainer nicht aktiver Spieler gewesen zu sein. Was es sehr wohl gibt, ist die Demonstrationsfähigkeit beim Einstieg in den Trainerleistungsbereich. Wie man das nötige Niveau hinbekommt, bleibt jedem selbst überlassen.


    In Deutschland gibt es beim Trainer eine Zwangsverbindung zwischen der Lizenz und Liga, in der der Trainer aktiv ist (siehe unter www.dfb.de, Rubrik Trainer). Es wird streng auf die Einhaltung der Lizenz im Profibereich geachtet. Der Trainer kann allerdings mit seiner alten Lizenz mit dem Team gemeinsam aufsteigen. Hat er für diese Liga keine gültige Lizenz, so bleibt ihm 1 Jahr Zeit, diese nachzuholen.


    Im Ausland sieht es teilweise ganz anders aus, weshalb duetsche Trainer teilweise zu Recht protestieren. Die Lehrinhalte, Ausbildungsdauer und Prüfungsbedingungen weichen teilweise deutlich ab, sodass hier nicht von einer gründlichen Berufsvorbereitung und Berufsausbildung gesprochen werden kann.


    Im Profibereich entscheidet aber nicht das vorhandene Wissen, sondern die Kompetenz in der Wissensvermittlung. Wurden Trainer vor einigen Jahrzehnten noch als die absolutistischen Patriachen ausgebildet, so fließen heute immer mehr pädagogische Elemente in den Stundenplan der Trainerausbildung ein. Denn man hat längst erkannt, das es nicht allein auf das, was vermittelt wird, sondern auch wie es vermittelt wird, ankommt. Der klassische Trainer, der Befehle verteilt, wird zum Fussballlehrer, der gemeinsam mit seinem Team Ziele erarbeitet.


    Die Trainerausbildung in Deutschland genießt einen sehr guten Ruf im Ausland. Die Hürden schrecken allerdings auch viele davon ab. Ich möchte an dieser Stelle gern ein Beispiel aus Marokko anführen. Dort startete ein ehemaliger Profi aus der 1. Liga seine Trainerkarriere in der 2. Liga. Dies selbstverständlich ohne jegliche Lizenz, weil es dort noch keine Profilizenz-Ausbildung gbit. Um sich Vorteile gegenüber Mitbewerbern zu verschaffen, aber auch um sein Spielerwissen durch Trainerwissen zu bereichern, würde er normalerweise als Französisch-Sprachiger seine Lizenz in Frankreich machen. Weil dieser Profi aber auch eine zeitlang in Deutschland spielte, des Deutschen einigermaßen mächtig ist, meldete er sich hier an. Der hiesige Trainereinstieg in den Leistungsbereich ist unabhängig von der Liga, in der der Trainer aktuell trainiert, die C-Leistungslizenz. In Deutschland wäre es ihm nach wie vor nicht möglich, mit dieser Lizenz im Profibereich zu trainieren, in Marocco ist diese Lizenz aber schon gegenüber den Mitbewerbern ein großer Vorteil, weil er in Deutschland erworben wurde.


    Fazit: Egal, wo man trainieren möchte: ohne Trainerwissen und der Fähigkeit zur erfolgreichen pädagogisch fundierten Kommunikation geht es nicht im Profibereich.


    Allerdings kann ich auch niemand daran hindern, von einer Trainerkarrriere im "Busch", umringt von Häuptlingen und Medizinmännern zu träumen. Aber auch die, die nicht ganz von der Außenwelt abgeschlossen sind, achten bei der Trainerauswahl auf Erfolge und den Nachweis gewisser Fähigkeiten!

    Günter
    Zunächst einmal meinte ich Albert Einstein, als ich von dem Menschen, der der Realität ein Stück entrückt die Zunge hinausstreckte. Leider wurde aus einer seiner Entdeckungen und wissenschaftlichen Betreuung eine Atombombe, mit der Hiroschima und Nagasaki zerstört wurde. Karl Marx, dessen Theorie seiner Zeit weit voraus war, aber in der Praxis nicht funktioniert, solange nicht alle gleich sein wollen, meinte ich nicht!


    Dann ist der Hinweis sicherlich wichtig, das man sich an den schwarzen Schafen (Bolzplatzkrähen) aufreibt und nicht die vielen guten Beispiele nennt. Auch darf nicht vergessen werden, das es allein mit Regeln nicht getan ist, denn wer die alten Regeln (z.B. den Schiedsrichter nicht beleidigen) nicht eingehalten hat, der wird es auch bei den Neuen vermeiden wollen. Hier zeigt der WDR 5 - Bericht auf, das es auch mit den FPL-Regeln den beiden Trainern schwerfällt, in der Coachingzone die nötige Ruhe zu wahren, um die Kinder beim Spiel nicht zu verunsichern.


    Leider wird von Gegnern des FPL immer wieder behauptet, die Eltern würden in der Fanzone weggesperrt und zum Schweigen verurteilt. Auch das ist so nicht richtig. Sie sollen ihr Team unterstützen, aber keine Anweisungen ins Spiel hinein brüllen. Wenn es wirklich einmal Entscheidungsbedarf gibt, weil sich die Kinder nicht einigen können, dann treten beide Trainer gemeinsam als Entscheider auf.


    Die Schiedsrichter wurden nicht vom Sportplatz verbannt, weil man ihnen mißtraut, sondern man sie bei den vereinfachten Regeln nicht braucht. Ein weiterer Verzichtsgrund ist, das sich an ihren Entscheidungen (egal ob richtig oder falsch) Anlaß für Streitigkeiten mit gegnerischen Zuschauern und Trainer entzünden. Schließlich sollen die Kinder diese einfachen Regeln erlernen. Das bedeutet auch, das sie lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen und die Trainerunterstützung bei Spielentscheidungen immer weniger brauchen.


    Auf die Tabellenplazierung wurde nicht deshalb verzichtet, weil Kinder sich nicht sportlich messen wollen, sondern weil einige Eltern und Trainer dieses Gewinndenken als Vorwand nehmen, um ihre persönlichen Interessen und Eitelkeiten über die Interessen der Kinder stellen.


    Auch im bisherigen System gibt es unbelehrbare Trainer, die wegen Schiedsrichterbeleidigungen regelmäßig zur Kasse gebeten werden. Ob die nun beim FPL mehr Fairness beherzen, darf bezweifelt werden.


    Die Frage, warum man so naiv sein kann, das alle Probleme mit der FPL gelöst sind, ist dann berechtigt, wenn der Urheber dies in Aussicht gestellt hätte. Sie kann es nicht sein, allenfalls ein Notnagel, weil die Tonart an Schärfe gerade im Kinderfussball in den vergangenen Jahren zugenommen hat.


    Auch sind es nicht die Regeln, sondern die Menschen, die als Vorbilder dafür sorgen, das es erst gar nicht zu solchen Vorfällen kommen kann! Dazu bedarf es nicht nur einer Trainerlizenz, sondern pädagogischer Fähigkeiten, die Einsichten richtig kommunizieren zu können.


    Weil es beim Kinderfussball um eine Regelvereinfachung in Kombination mit ein paar Verhaltenregeln für Erwachsene geht, besteht zumindest die Hoffnung darüber, das es auf Deutschlands Sportplätzen im Kinderfussball schrittweise etwas ruhiger zugeht.

    Hallo Stephan,


    auch wenn es noch 1970 vom DFB verboten war, Damenfussball als Wettkampfsportart zu betreiben, weil man Angst um die Seele dieser zarten Geschöpfe hatte, hat sich der Frauenfussball in kürzerer Zeit doch rascher entwickelt als wenn man die mehr als 100-jährige Geschichte des Herren-Fussballs betrachtet. Auch in den Anfängen des Knabenfussballs gab es lediglich ein Alterslimit nach oben, jedoch nicht nach unten. So konnten auch 15-Jährige mit fast 19-Jährigen in der A-Jugend spielen.


    Dennoch gebe ich dir recht, das es zahlenmäßig noch viel zu wenig Mädchenmannschaften gibt. Obwohl ich in einem Gebiet lebe, was schon eine längere und besonders erfolgreiche Tradition im Frauenfussball hat, finden Mädchenmannschaften nach wie vor spärlichen Zuwachs. Nach meiner Meinung gibt es dafür eine Reihe von Faktoren. Angefangen unterschiedlichen Rollenverständnis von Jungen und Mädchen bis hin zur längeren Identifikation mit dem Fussballsport ansich.
    Mädchen lassen sich durch vereinsinterne Schnuppertage "Girlsdays" über die Schule recht gut ansprechen. Dennoch sollten sich Verein und Trainer über bestimmte Sichtweisen der Mädchen im Klaren sein, wenn das Projekt, den Mädchenfussball zu fördern, nicht schon nach kurzer Zeit scheitern soll.
    So setzt das traditionelle Verständnis von Fussball als Mannschaftssportart das Pflichtbewußtsein zur regelmäßigen Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb zwingend voraus. Hingegen sehen Mädchen zunächst einmal nach den "Inhalten der Verpackung". Nachfolgend einige Beispiele, auf die Mädchen weitaus mehr Wert legen als Jungen:
    - lobt mich mein Trainer
    - kann ich freiwillig zum Training/Spiel kommen oder zwingt man mich dazu
    - wie gut verstehe ich mich mit den anderen Spielerinnen (bin ich einer von ihnen oder werde ich ausgegrenzt)
    - gibt es ein interessantes und abwechselungsreiches Training
    - gibt es in kürzeren Abständen interessante Aktivitäten außerhalb des Fussballfeldes


    (Die Reihenfolge ist nicht identisch mit der Intension der Wahrnehmung.) Stimmen die Rahmenbedingungen nicht oder nicht mehr, so kann das etwas fragilere Konstrukt Mädchen-Manschaft rasch zerbrechen. Insbesondere wird Taktgefühl verlangt, was am besten im 4-Augengespräch, in der Gruppe oder der gesamten Mannschaft besprochen wird.

    @Güenter
    Hoffentlich kannst du jetzt besser schlafen? Eine Schreibpause als Denkpause zu nutzen, das finde ich optimal! Denn nur zu selten hinterfragt man die jahrelang gewonnenen Erkenntnisse, die aber lediglich die jeweilige vereinsinterne Situation als Ist-Zustand beschreiben.
    In Ralf Klohrs FPL geht es nicht um Veränderungen im gesamten Jugendbereich, sondern lediglich im unteren Jugendbereich. Denn dort gibt es die massiven Probleme durch unerfahrene Trainer, Eltern und Schiedsrichter. Auch glaube ich schon, Antworten auf deine Fragen zwischen den Zeilen gelesen zu haben. Ich bin schon davon überzeugt, das der DFB seinen Segen dazu geben wird, wenn die FPL mehrheitlich im Kinderfussball eingeführt ist.
    Das mit der 9-er Regelung im D-Jugendbereich ist allerdings etwas kurios gelaufen. Matthias Sammer kritisierte zu Recht, das die Erfolgsquote für das DFB-Nachwuchsförderkonzept zu gering sei, weshalb die Zahl der Stützpunkte reduziert und für die beiden älteren Jahrgänge aus mehreren Stützpunkten ein gemeinsames Fördertraining erfolgt. Gleichsam forderte Sammer, die Spielfelder und Mannschaftsgröße zu verkleinern, damit weniger gerannt und mehr Fussball gespielt wird. Nun trat das Schiedsrichterwesen den Protest an, weil durch die Spielfeldverkleinerung keine richtigen Linien" mehr vorhanden sind und so Abseits- oder Ausspiel nicht mehr so einfach zu erkennen waren. Jeder sieht die Vor- bzw. die Nachteile aus seiner Warte. Heute redet kaum noch jemand darüber, das es früher besser war!


    In Ralf Klohrs Idee zum FPL wurde ebenfalls nichts anderes gemacht, als einen Impuls zur vereinfachten Regeln für eine Umgebung von meist unerfahrenen Partnern (nicht Feinden)! Es ist allgemeiner Glaube, das bei einer Veränderung alle davon direkt oder indirekt Betroffenen sich in der Weise integrieren, indem sie ebenfalls aus ihrer Sicht die bestmöglichen Anpassungsmaßnahmen vornehmen. Geschehen jedoch keine notwendigen Veränderungen, so automatisisiert sich jeder Bereich für sich. Das Teamverständnis zerbricht, weil "T E A M " dann nur noch dafür steht "t oll e in a nderer m achts!" Wenn aber etwas gut werden soll, dann gelingt es nur, wenn möglichst alle davon überzeugt sind, einen besseren Zustand erreichen zu können.


    Andre
    Mein Argument, das der Parkplatz in der Tiefgarage fürs Shopping teurer ist als der Monatsbeitrag für die Fussballausbildung eines Kindes darfst du bitte nicht falsch verstehen. Natürlich stimmen da die Verhältnisse überhaupt nicht. Man muß aber in Betracht ziehen, das ca. 10 % aller deutschen Haushalte durch den "täglichen Konsumterror" bereits ihre nachkommende Generation mit verschuldet haben. Ca. 3/4 aller Haushalte können in einem unverhergesehenen Notfall keine 2.000 € aufbringen. Nicht umsonst wurde die private Insolvenz eingeführt! Wir finden eine Ist-Situation vor, in der wir uns arangieren können. Aber argumentativ mit dem "Rasenmäher drüberbrettern", davon halte ich wenig. Weil es dann wieder die Kinder sind, die am wenigsten dafür können, aber als Folge des vermeintlich emotionalen Gedankenaustausch durch den Vereinsaustriit mit voller Härte bestraft werden. Ansprechen sollte man das Thema, um auch den höheren Nutzen darzustellen. Aber nicht in der Form, das nur ein Entweder - Oder übrig bleibt.


    An anderer Stelle wurde das Prinzip nach Kaizen als Hilfsmittel angesprochen. Diese japanische Weisheiten, wonach es besser ist, in kleinen Schritten an das große Ziel zu gelangen, setzt voraus, das der Leidensdruck, rasch ans Ziel zu gelangen, als nicht akut wahrgenommen wird. Ich habe ehrlich gesagt damit so meine Probleme. Denn wer bestimmt das Ziel, wann ist es endgültig erreicht und was kommt danach? In der Realität wurde/wird Kaizen wurde dazu genutzt, um die japanischen Arbeitnehmer unbewußt über ihr Bedürfnis nach Uniformierung als Ausdruck eines gemeinsamen Willens zu beeinflussen. Dieses "Mützen- oder Fahnendenken" gibt es in vielen Bereichen unserer Gesellschaft und natürlich auch im Sportvereinswesen. Leider sind diese Fahnen und Mützen dabei hinderlich, wenn "von Unten" neue Ideen kommen. Neue Ideen sollen nur vom Chef-Standartenträger dieser Fahnen- oder Mützenträger initiert werden. Kaizen nach japanischem Ursprung ist ein "Weichspüler", dessen Wirkung der "Kernseife" vergleichbar ist. Sie ist eher eine Ersatzdroge nach dem individuellen Harmoniebedürfnis, die sich nach Kaizen am besten in der Gruppe realisieren läßt. Die individuellen Widersprüchlichkeiten (so tun, als ob) der nach außen hin gemeinsam getragenen Gedankenwelt stellt in besonders deutlicher, ironischer Form Sören Kirkegard in seinem Buch "Entweder oder" dar. Hier darf der Leser herzhaft lachen, kann sich aber auch in einer Welt von Suizidgefährdeten finden. Auch, wenn es teils "schwer verdauliche Kost" ist, so ist es doch seiner Zeit näher, als Karl Marx, der den Leuten auf andere Weise auf der Nase herum tanzt, indem er ausgerechnet dort promoviert, wo er nie einen Hörsaal gesehen hat und sich an nächtlicher Ruhestörung vergeht, in dem er mit Kumpels laut ballernd um die Häuser zieht. Nur einer, der sich von der Geschichte stückweit befreit die Zunge hinausstreckt, wagt sich an neue Gedanken. Selbst auf die Gefahr hin, das nur wenig Gutes dabei heraus kommt und aus den meisten Ideen zunächst doch nur Prügel werden. Aber das gehört jetzt gar nicht hier her oder doch?


    Die FPL kam "von unten" und wurde ins Leben gerufen, weil mancherorts der Kinderfussball unzumutbare Zustände angenommen hatte, so dass sich die Verantwortlichen überfordert sahen. Sie fühlten sich wie der Hamburger, der in zwei Brötchenhälften eingepresst war. Auf der einen Seite die Eltern und manch überehrgeizte Trainer und Schiedsrichter und auf der anderen Seite die Kinder, die ihren Fussball nicht mehr so erleben konnten, wie sie es wollten. Der Verein wollte weiterhin den Kinderfussball, um auch den Verein für die Zukunft zu sichern, andererseits nicht diesen Fussball als Ersatzdroge für den Alltagsfrust der Erwachsenen.


    Veränderungen "von Unten" brauchen der Erfahrung nach immer etwas länger, sind dafür aber nachhaltiger! Auch, wenn ich schon viele Jahre lang dem Fussball verbunden bin, die eine oder andere Idee kommen und gehen sah, glaube ich fest daran, das sich die FPL in einigen Jahren bundesweit durchgesetzt haben wird. Schon allein deshalb, weil immer weniger Kinder den Spaß als Mittelpunkt ihrer Freizeitgestaltungsmöglichkeiten sehen möchten.

    Hallo Andre,


    ich möchte dir ebenfalls in etwas allgemeinerer Form antworten.


    1. einheitliche Regelungen DFB/Verbände
    Es gibt hier eine Trennung zwischen verbindlichen Regeln und Empfehlungen. Letzteres sollen dem Verband, Bezirk oder Kreis in die Lage versetzen, für seinen Zuständigkeitsbereich die bestmögliche Lösung anzuwenden. Weil es sich hierbei um gewählte Vertreter handelt, ist eine Einflussnahme möglich.


    2. Entgelt für ehrenamtliche Arbeit
    Wünschenswert wäre eine bessere Entlohnung der Traineraufgaben, die sich ja nicht allein auf Traininngs- und Spielbetreuung reduzieren läßt. Die "Spendenregelung" innerhalb der Vereine ist auch nur in ganz bestimmten Fällen ein Ersatz. Hier sollte über eine deutliche Betragsanhebung zur Kostenfinanzierung nachgedacht werden, denn es kann nicht angehen, das der Monatsbeitrag unter dem eines Parkplatzes für ein Samstagsshopping liegt! Andererseits gibt es Grenzen, wo man andere Anforderungen aufgrund einer höheren Bezahlung an die Trainer legen kann/muß!


    3. Koordinatoren mit Trainerlizenz
    Natürlich ist es von Vorteil, viel über die Materie zu wissen, weshalb Koordinatoren meist ehemalige Trainer sind. Allerdings erschließt sich mir noch nicht der zusätzliche Nutzen, der nur dann eine gute Koordinationsarbeit garantiert, wenn auch eine gültige Trainerlizenz vorliegt.


    4. Trainerfortbildung
    Wer eine Lizenz besitzt, muß zur Lizenzverlängerung an Fortbildungsmaßnahmen des DFB teilnehmen. Das fängt mit 20 LE für die Breitensportlizenz an. Dein Wunsch ist also schon zur Regel geworden oder meinst du die Trainer ohne Lizenz?


    Ansonsten sollte nach den Optimierungsmöglichkeiten im Verein geschaut werden, welche kurz-, mittel- und langfristigen Ziele realisierbar sind.

    crow
    Du machst dir fast schon zu viele Gedanken über die Eventualitäten im neuen Verein, weshalb der Hinweis: lass ihn doch dort spielen, wo auch seine Klassenkameraden spielen, bedeutsam ist. Denn mit diesen Kindern kann er sich auch in der Schule und außerhalb des Trainings und der Spiele verabreden. Sollte das der leistungsorientierte Verein sein, dann ist das auch O.K.! Wenn du dir die Frage stellst, was dein Kind will, dann frag es und du bist normalerweise schon auf dem richtigen Weg.


    Hier noch einige zusätzliche Hinweise zu "normalen Vereinen" und "leistungsorientierten Vereinen". Letzere befinden sich aufgrund der immer geringer werdenden Nachwuchses und Erkenntnissen in der DFB-Nachwuchsförderung in einem Umbruch. Wenn man die "ganz großen Vereine" einmal ausnimmt, so stellt man hier einen vermehrten Breitenfussball bis zur D-Jugend fest. Das bedeutet, bis zu diesem Alter verzichtet man auf die aktive Abwerbung aus den Heimatvereinen und läßt die Talente durch zusätzliches Training in den Stützpunkten fördern. Die Erkenntnisse gründen darauf, das Talente im unteren Jugendbereich sich in ihrer sozialen Umgebung meist besser entwickeln und ab der C-Jugend noch Zeit genug bleibt, um die jungen Talente sportlich und menschlich weiter zu formen. Desweiteren ist eine seriöse Erfolgsprognose für die spätere Eignung im Leistungsfussball im unteren Jugendbereich noch nicht möglich. Talente kommen gar nicht so selten vor, sie zu erkennen ist schon etwas schwieriger. Es durch Trainer weiterentwickeln zu lassen, setzt aber voraus, das es auch der ausdrückliche Wille des Talents und dessen Eltern ist. Nur wenn die Interessen und Erwartungen weitgehend deckungsgleich sind, können große Enttäuschungen vermieden werden. Denn ob einmal aus einem kleinen Talent ein "Großes" wird, hängt im wesentlichen vom Talent selbst ab!


    Am allerwichtigsten ist aber, wo sich das Kind wohlfühlt! Nur dann, wenn das Kind sehr große Probleme nicht überschauen kann, sollten Eltern eingreifen.

    Schon sehr alt ist der Spruch, wonach in einem gesunden (trainierten) Körper auch ein gesunder Geist wohnt. Diese Aussage wäre richtig, wenn auch das Gegenteil davon (in einem ungesunden Körper wohnt ein ungesunder Geist) stimmen würde, was natürlich absoluter Blödsinn ist! Desweiteren werden 99,95 % aller eurer Spieler den Fussball niemals als Beruf ausüben, aber 99,95 % später einmal eine nach ihren Möglichkeiten und Wünschen offenstehende Berufsausbildung aufnehmen. Aus diesem Vergleich ist klar zu erkennen, was wie wichtig ist. Ganz besondere "schulischer Betreuung" benötigen die Jungen zwischen der 6.ten und 10.ten Klasse. Denn in diesem Zeitraum ist Schule "out" und alles andere "in"! Ohne elterliche Unterstützung gehts dann rasch in die nächsttiefere Schulform. Jugendleistungszentren achten deshalb im Allgemeinen auch darauf, das die sportliche Weiterentwicklung nicht mit einem Absacken der schulischen Leistung einher geht.


    Etwas anderes ist allerdings, derlei Verhinderungsgründe als Ausreden den Trainingsalltag bestimmt. Hier sollte sich der Trainer kritisch hinterfragen, ob auch er zu einem Teil der Verursacher ist. Manches, was gut gemeint ist, kommt bei den Kids aber ganz anders an. An erster Stelle höre ich Aussagen, wie: "bei dem war es aber langweilig" gefolgt von: "da wurdest du kaum mal gelobt" bis hin: "der hat immer gleich losgebrüllt"! Den Kindern mehr Freiheiten geben heißt nicht, sich bei der Impulsgebung zurück zu halten oder nur sporalisch einzugreifen, sondern in der Förderung steuernd zu unterstützen.


    Natürlich kommt es auch auf die Altersgruppe an. Denn ab der D-Jugend entscheiden die Kids selber, ob Fussball auch weiterhin ihr Hobby ist. Manche hören von einen auf den anderen Tag auf, bei vielen gibt es jedoch eine Übergangszeit, die zunächst mit "Notlügen" überbrückt wird. Die Eltern dafür in "Sippenhaft" zu nehmen, indem man sie verpflichtet, das Kind ohne wichtigen Abwesenheitsgrund regelmäßig zum Training zu schicken, bringt gar nichts!


    Aus den vorgenannten Gründen erachte ich es für wichtiger dieses Thema nicht mit den Eltern, sondern mit den Kindern zu besprechen. Hier soll jeder ohne Angst vor Konsequenzen seine Meinung vortragen können. Dies aber ebenfalls mit der Konsequenz, das auch der Trainer dann Kritikpunkte, bei denen er der Verursacher ist, Besserung gelobt.


    Mit den Eltern gibt es wichtigere Dinge als die Trainingsbeteiligung zu besprechen, da sie dies im wesentlichen nicht beeinflussen können, bzw. durch einen Trainervortrag ihre Meinung nicht wesentlich ändern werden.

    Man muß sich nicht als Trainer einbilden, das man die Spieler 100%-ig ausbildet. Denn sie werden übers Fernsehen (wollen wie die Profis spielen), gegnerischen wie eigenen guten Spielern beeinflußt positiv wie negativ beeinflußt. Man kann also also als Trainer jede Menge verkehrt oder auch richtig machen, letzendlich steckt es nicht nur in den Beinen, sondern in den Köpfen der Spieler, wie weit die Einflußnahme des Trainers geht.
    Es wäre jedoch ein falsches Fazit sich als Trainer zurück zu lehnen und zu sagen: na, wenn doch der Spieler sein eigenes Ding macht, dann brauche ich ihn ja nicht trainieren. Es kommt vielmehr auf die richtige Interaktion an!
    - verstehen mich meine Spieler (Vermitteln, Üben, Korrekturen, freies Spiel)
    - coache ich meine Spieler durch verbale und nonverbale Kommunikation (auf Basis des gegenseitigen Respekts)
    - bilde ich mich weiter (vielseitige, variantenreiche Übungs- und Spielformen unterstützt den sportlichen Entwicklungsprozess)
    - bringe ich, bzw. der Jugendbereich meines Vereins die Geduld auf, die Ausbildung während der Jugendzeit als Gesamtprozess zu betrachten oder sind mir saisonbedingte Ziele wichtiger


    Das Maß des Erfolgs oder Mißerfolgs an einer bestimmten Stelle der Saison durch einen "Cut" als Bestandsaufnahme festzumachen brigt deshalb viele Fehler. Denn es müssen auch alle Determinanten des Umfeld berücksichtigt werden. Dazu gehören auch Faktoren, wie Schule und Elternhaus, die weitgehend außerhalb unseres Einflußbereichs liegen.


    Schließlich möchte ich auch daran erinnern, das die Ziele nur dann als gemeinsam zu betrachten sind, wenn die gemeinsamen Erwartungen weitestgehend deckungsgleich sind.

    Wer die Schiedsrichterentscheidungen auf irgendeine Weise kommentiert, beeinflußt sie. Dabei spielt es keine Rolle, ob er sie negativ oder positiv beeinflußt. In jedem Fall verstößt der Kommentator die Fairness des Fussballspiels nachhaltig. Er dokumentiert gleichzeitig, das er (noch) nicht dazu in der Lage ist ein Trainer- oder Co-Traineramt auszuführen.


    Leider gibt es bereits in diesen unteren Ligen Sportgerichtsprozesse, weil man die gröbsten Fehler immer zuerst beim Anderen sucht!


    Natürlich sollte es auch die Aufgabe des Jugendleiters sein, die neuen Trainer auf die allgemeinen Regeln auf und neben dem Fussballplatz zu unterrichten. Das scheint entweder bislang unterblieben (und schnellstens nachgeholt werden) oder der Kollege ist beratungsresistent und sollte sich rasch ein anderes Hobby suchen.

    Besser wäre es natürlich, wenn die Grundgedanken eines fairen Kinderfussballs durch Überzeugung in den Hirnen der dort tätigen Fussballtrainer verankern lassen würde. Weil es aber gerade hier eine besonders hohe Fluktuation und gleichzeitig ein besonders "gereiztes Interesse" bei den Eltern gibt, ist es wie mit stumpfen Schwertern gegen Windmühlen anrennen. Hast du den einen überzeugt, dann kommt der Nächste. Und selbst die Überzeugen lassen sich hin und wieder "Umdrehen"! Beratungsresistente Vereinsverantwortliche, Trainer und Eltern wirst du auch immer haben. Auch wird es einen 100 %-ige Kontrolle nicht geben. Auch sieht man, wie schwer sich der DFB und die Verbände sich damit tun.


    Es wird wohl noch ein paar Jahre brauchen, bis sich die FPL überall etabliert hat.

    Ich glaube, den alten Bolzplatz-Fussball sollte man seinen Platz im Gruselkabinett des Steinzeitfussballs in Ehren halten und die Dinge, die Kinder besser untereinander definieren können, behalten.


    Wie aber bereits erwähnt, hat die Fussball-Kompetenz der Trainer sicherlich gegenüber früher zugenommen. Das sind wir auf einem guten Weg! Was aber heute wie früher Probleme macht, ist der respektvolle Umgang mit den anvertrauten Kindern, der allzuhäufig den sportlichen Leistungszielen und damit verbundenem Gewinndenken weichen muß. Die Ursachen des Ungleichgewichts vom gegenseitigem Respekt sind im Verständnis von Mannschaftssport (der einzelne ist nichts, die Mannschaft ist alles) und im Vereinsverständnis (Spieler kommen und gehen, der Verein bleibt) zu suchen. Eingerahmt davon findet man weitere, gesellschaftliche Klassifizierungen im Kindergarten, Schule, Militär, Beruf, in der man zwar im modernen soziologischen wie wirtschaftlichem Denken von flachen Hierachien spricht, in der Realität jedoch noch meilenweit davon entfernt ist. Wir haben es nicht einmal hinbekommen, das Mädchen und Jungen, Frauen und Männer gleichermaßen respektiert und gleiche Rechte wie Pflichten garantiert werden.


    Ist es da nicht verständlich, das die FPL nicht mehr, als ein Notnagel für eine eskalierende Situation im Kinderfussballbereich ist?


    Regeln sind nur gut, wenn sie einfach sind!
    Wir sind uns einig darin, das man unnötige Regeln abschaffen und für nötige Regeln Klarheit schaffen müssen.
    Beispiel:
    Es wird z.B. häufig bemängelt, das schwächere Kinder nicht ausreichende bzw. gar keine Spielzeiten bekommen, weil man unbedingt gewinnen will. Auch Kinder haben ein sensibles Gespür für Gerechtigkeit. Warum nicht einfach darauf einigen, alle anwesenden Spieler im Spielbericht einzutragen und auch alle Spieler einzuwechseln. Wer das nicht macht, verstößt gegen diese Kinderfussballregel und hat das Spiel verloren!


    Ich glaube, das wir nach den grundsätzlichen Diskussionen darüber, was wir wollen, schon ein Stück weitergekommen sind. Jetzt braucht es einfache Regeln, die Prüfsteine sein sollen, um sportlich wie menschlich von einem "gesunden Pfad" zu einer "gesunden Autobahn" zu gelangen.

    Günter
    An den Glaskasten kann ich mich auch erinnern. Schon komisch, das der nicht beim Sportplatz, sondern bei der Vereinskneipe hing. Allerdings stand ich immer auf der Liste, weshalb ich nicht mehr genau die Regelung mit den Auswechselspielern kannte. ich meinte aber, das man bei Verletzungen schon auswechseln durfte.


    Gepfuscht und gemogelt wurde aber seinerzeit auch. An ein paar Sachen kann ich mich noch gut erinnern. Damals gab es noch eine Jahrgangsregel. Da durften alle, die nach dem 01.08. (statt 01.01.) geboren waren noch ein Jahr länger in der Jugendklasse spielen. Da wurde dann schon mal vom Lehrer-Trainer im Spielerpass aus einer 6 eine 8 gemacht.
    Einmal hat der Gegner eine Unart unseres Keepers scharmlos ausgenutzt. Wenn der nichts zu tun hatte, ging er ins Tor zurück, erfasste mit den Händen das Netz und steckte einen Fuss hindurch. Da haben Zuschauer des Gegners ihn einmal unbemerkt mit den Schnürsenkeln ans Netz gebuchen. Als dann der Gegner durchbrach, wollte er raus, es ging aber nicht und er fiel auf die Nase. Der Schiedsrichter gab das Tor und alles zetern nutzte nichts. Ein anderes beging einer unserer Spieler ein Foul am Gegner, woraufhin der Pfarrer mit dem Regenschirm den Platz stürmte, um am Übeltäter, der seinen Messdiener gefoult hatte, Rache zu nehmen. Bei unserem "Erzfeind-Gegner" war es schwierig zu gewinnen, weil die einen Prima-Heimschiedsrichter hatten. Einmal gelang es uns dennoch. Wir erzielten ein Tor oder besser gesagt, der Gegner fabrizierte ein lupenreines Selbsttor. Danach verteidigten wir mit Mann und Maus. Als dann in der zweiten Halbzeit der Druck zu groß war, wußte sich einer unserer Verteidiger keinen Rat mehr, als die runde Kugel auf die derekt am Sportplatz angrenzende Bullenweide zu schießen. Da traute sich niemand hin. Weil der Gegner aber nur einen Ball hatte und für die letzten 10 Minuten keinen Ersatzball beschaffen konnte, saßen wir auf dem Rasen und warteten nur noch auf den Schlußpfiff. Spielabbrüche oder -unterbrechungen, soetwas kannte man seinerzeit noch nicht.


    Dennoch sind es meist die guten Dinge, die man in Erinnerung behält und die Schlechten, die man verdrängt. Dies scheint für mich ein wichtiger Hinweis für den kindgerechten Hinweis zu sein. Das Gute aus der Vergangenheit mit dem Guten aus der Gegenwart zu verbinden. Perfekt wird es sicherlich niemals werden.