Beiträge von TW-Trainer

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    Manchmal kann es ganz schnell gehen, wenn z.b. ein Matthias Sammer Kraft seines Amtes meint, die Fussballjugend würde einen entscheidenden Fortschritt dadurch erzielen können, wenn man in der D-Jugend von einem 11er Team auf ein 9-er Team wechselt. Welche Auswirkungen das dann insgesamt und im Detail hat, kann man ja dann erst sehen, wenn es wirkt! Sammler ist sicherlich ein Mensch, der polarisiert. Aber einen Stillstand kann man sich nicht über einen längeren Zeitraum leisten, will man nicht den Anschluß verlieren.


    Ich gebe zu, das in anfangs eine geteilte Meinung dazu hatte. Gatte ich doch starke 11-er D-Jugend-Teams gesehen, bei denen sich alle Spieler ordentlich entwickeln konnten. Aber ich sah auch schwache 11-er Teams gesehen, bei denen der Ball hinten nur einfach weggedroschen und im "kick and rush" hinterhergerannt wurde.


    Gern hätte ich eine freiwillige 11-er bzw. 9-er Einteilung im D-Jugend-Bereich gesehen.


    Andererseits gestaltete sich die Nachwuchsförderung in diesem Altersbereich seinerzeit sehr chaotisch, weil sich DFB-Nachwuchsförderung und Förderung in den Profi- und Leistungsvereinen nicht immer ergänzten. Jeder pries seine Fördermethoden den Eltern, Trainern und Talente als die Beste an, betrieb aber meist nur Propaganda, um der Konkurrenz keine Erfolge zu gönnen. Entsprechend hoch war die Quote der enttäuschten Talente, die nutzlos aus dem sozialen Umfeld ihres Heimatvereins heraus gerissen wurden.


    Heute sehe ich keinen Grund, am 9-er Team in der D-Jugend etwas zu ändern. Es sei denn, man würde (wie z.B. in den Niederlanden) eine Art D-Jugend-Landesliga einführen, wo sich die Talent-Nachwuchsteams im Training und im Spielbetrieb auf Augenhöhe messen könnten.


    Die "wilde D-Jugend-Liga" ohne Anerkennung des DFB und des NFV-Verbands hat es vor einigen Jahren in Niedersachsen gegeben. Die Motivation der Vereine war seinerzeit, die D-Jugendlichen besser auf die Anforderungen in der C-Jugend vorzubereiten. Es war ein Flop, denn diese D-Jugend-Spiele fanden nur dann statt, wenn während des Liga-, Pokal- und sonstigen Fördermaßnahmen ein günstiger Zeitpunkt gefunden werden konnte. Es fanden deshalb kaum Begegnungen statt. Auch waren die Leistungsunterschiede zwischen den Teams trotzdem sehr groß, weshalb wenig Erkenntnisse gewonnen werden konnten.


    Im grenznachen Bereich der Niederlande mag man sich vor Vergnügen auf die Schenkel gekloppt haben. Ihnen wurden die deutschen Talente "in die Arme getrieben"! Denn je mehr fussballinteressierte Eltern das Versagen dieser deutschen Fördermethode erkannten, je größer wurde der Wunsch, ihre hochveranlagten Kinder nach der niederländischen Methode ausbilden zu lassen. Die Ergebnisse ihrer Entscheidungen lassen sich sehen:
    1. es gibt kaum eine NFV-Verbandsauswahl, in der keine Talente spielen, die in den Niederlanden ausgebildet werden
    2. es gibt zwischenzeitlich in mehreren Junioren-Nationalmannschaften Talente, die im Nachbarland spielen
    3. es gibt die ersten Profis, die nach dieser Methode über den gesamten Jugendzeitraum in den Niederlanden gefördert wurden


    Kinder, die durch diese "wilde Liga" gegangen und in den Vereinen verblieben sind, konnten sich in den meisten Fällen nicht so entwickeln, wie man es erhofft hatte.


    Nähere Infos gerne über PN!

    Ich muß Uwe leider beipflichten, das auch ich erst dann eine Unterstützung des DFB erwarte, wenn die FPL sich mehrheitlich durchgesetzt hat. Dies resultiert zum einen aus dem Verständnis heraus, das bei den graumelierten Herren des DFB häufig noch im 11 : 11 gedacht wird und zum anderen man eigentlich genug damit zu tun hat, sich um die Elite des deutschen Fussballs zu kümmern. Schließlich fehlt ihnen auch die nötige Nähe zum Breitenfussball, um die Realitäten in die Wagschale ihrer Entscheidungen treffen zu können.


    Weil es für mich das Beste ist, was ich seit vielen Jahren über den Kinderfussball erfahren habe, wünsche ich mir eine Unumkehrbarkeit der FPL. Ich meine, diese sportliche Fairness würde uns Erwachsene auch gut zu Gesicht stehen!

    Hallo Milky,


    die Überschrift ist natürlich nicht so ernst gemeint! Habe unlängst einen Kollegen bedauern müssen, der im besten 50-er Alter noch meinte, als ehemaliger Keeper seinem Schützling mal zu zeigen, wie man mutig in die Ecken hechtet. Das Resultat ist eine sehr schmerzhafte Schleimbeutelentzündung! Jetzt jammert er, aber wie ...!


    Bitte verstehe mich jetzt nicht falsch! Natürlich ist es wichtig, sich fit zu halten. Dennoch sollte man seinem biologischen Alter Rechnung zu tragen und einem deutlich jüngeren Gegenspieler auch mal gut aussehen zu lassen.


    Leider gibt es "uneinsichtige weißgekittelte Fussballhasser", die einem aus Sorge um die Gesundheit dieses Hobby am liebsten gleich ganz vermiesen würden. Wenn du das Gefühl hat, dein Körper signalisiert dir etwas anderes als die erste ärztliche Diagnose, dann hole dir den Rat einen zweiten Facharztes.

    Auf den DFB-Stützpunkten werden die Abschlußspiele zwar ballorientiert geführt. Hierbei geht es primär darum Angriffs- bzw. Abwehrdreiecke zur Überzahlbildung zu vermitteln. Dies schließt intelligentes Dribbling nicht aus, es ergänzt es allenfalls als Möglichkeit, wenn der Gegner die Räume geschickt zustellt, ein Pass nicht so genau ankommt oder eine 1 : 1 Situation im Torabschluß entsteht.


    Ich denke, man kann Übungen und Varianten zur Überzahlbildung ins Training der D-Jugend einflechten, bei denen der "dritte Mann" eine Rolle spielt. Alles, was darüber hinaus geht, wird einen D-Jugendlichen noch überfordern.

    Günter
    Die Masse der Fussballer stehen nicht in der 1. Herrenmannschaft, sondern fristen ein Schattendasein in den Vereinen. Selbst auf den Dörfern werden mittlerweile Gelder an Spieler und Trainer in den Gurkenligen bezahlt. Vor die Alternative gestellt, ob die Bierzapfanlage erneuert, der Zaun der Vereinsanlage erhöht, noch ein Schuppen für das Platzabkreidegerät oder mal 50,- € für ein paar neue Bälle für den Jugendbereich nötig wären, fällt die Entscheidung auf alles, was unmittelbar der 1. Herrenmannschaft nützt, meiner Erfahrung nach sehr viel schneller. Während der Trainer der Seniorenmannschaft im Firmenfahrzeug, ausgestattet mit Tankkarte vom Hauptsponsor durch die Gegend fährt, darf der Bambini-Trainer seine Spieler zum Trainining fahren und den Kuchen nach dem Turnier aus privater Kasse bezahlen.


    Bis vor einigen Jahren setzte sich die Masse der Frauen-Profivereine aus Vereinen zusammen, die im Herrenbereich ohne besondere Bedeutung waren. Dann aber wollte man die Senioren-Profivereine breiter aufstellen, integrierte weitere Sportarten, um so auch das Medieninteresse für andere Sportarten auf sich zu lenken und schließlich auch den Frauen- und Mädchenfussball. Insofern ist es eine hypothetische Aussage, ob der Frauenfussball ohne Erfolge im Männerbereich erfolgreicher gewesen wäre. Auch hat es vom 1. WM-Erfolg im Jahre 1954 noch lange 16 Jahre gedauert, bis der DFB überhaupt Frauenwettkampffussball erlaubt hat. Auch wenn die Frauenvereine heute den gleichen Namen wie ihre männlichen Kollegen tragen, so sind sie doch vielfach nur "gekauft" worden, um sofort an der sportlichen Spitze mitspielen zu können. Das Training und die Spiele werden meist weiterhin auf dem Gelände der "Altvereine" ausgetragen.


    Aber ausgerechnet Turbine Potsdamm, die besonders im Nachwuchsbereich die meisten Nationalspielerinnen stellt, liefert das beste Beispiel, das man auch ohne Seniorenprofifussball soweit kommen kann.

    Anläßlich bekannt gewordener Mißbrauchsfälle wurde in dieser Stelle bereits vor längerer Zeit über sinnvolle Maßnahmen. Es ging im wesentlichen darum, das im unteren Kinderfussball immer Trainer und Co-Trainer, ersatzweise Eltern in den Umkleide- und Duschräumen anwesend sind, um so potentiellen Tätern erst gar keine Möglichkeit zu geben, sich an Kindern zu vergehen.


    Ein "Gesinnungstüv" wurde von den meisten abgelehnt, weil er die kriminell Veranlagten, aber noch nicht oder nicht mehr polizeilich geführten Kinderschänder nicht effektiv daran hindern würde, Verbrecgeb an Kindern zu begehen. Hier würde der Gesinnungstüv allenfalls eine Sicherheit vorgaukeln, die nicht vorhanden wäre. Einige meinten, das es so schon schwer sei, Trainer im Jugendbereich zu bekommen. Bei jeder weiteren Hürde würde es umso schwerer. "Andre" wies darauf hin, das der "G-Tüw" wenigstens die bekannten Täter von Traineraufgaben im Kinderbereich fernhalte. Ansonsten gelte es, wie sonst auch, die Augen offen zu halten und mit einem gesunden kritischen Verhalten von Trainern im Kinderbereich zu beobachten.


    Es ist ja gut, das es endlich einen Versuch gibt, einen Rechtsrahmen für Leute, die im Beruf oder in der Freizeit mit Kindern zu tun haben, zu schaffen. Ob und wie es dann realisiert und kontrolliert werden kann, ist natürlich eine andere Sache.

    Bei 9-jähigen Talenten ist die Ausbildung der Beidfüssigkeit kein Problem. Selbst manche Torleute im Leistungsbereich erlernten im oberen Jugendbereich durch intensives Training die notwendigen Korrekturen noch, um in den Genuß der Vorteile von Beidfüssigkeit zu kommen.


    Nachfolgend noch eine schöne (Fussball-Billiard-Wettbewerb) Übung für die Beidfüssigkeit, die man bei Anfängern machen kann, aber auch Fortgeschrittenen Spaß macht:


    1. Jeder Spieler bekommt 3 Bälle.
    2. An der Startpostition stellt er 2 Bälle so nah aneinander, das er den 3. Ball mit dem Innenspann geradeso hindurch spitzeln kann.
    3. Auf Trainerkommando gehts dann los. Jeweils der hintere Ball muß mit dem Innenspann des jeweiligen Fusses durch die beiden forderen Bälle (Balltörchen) gepasst werden.
    (Man soll darauf achten, das die 3 Bälle so nah wie möglich aneinander bleiben, damit möglichst viele Pässe durchs Balltörchen zustande kommen)
    4. Sieger ist der, der am schnellsten zur ca. 30 m entfernten Strafraumgrenze angelangt ist und dort mit einem gezielten Innenspannstoß des jeweiligen Fusses ein Tor erzielt hat.


    Bei dieser Übung ist der Vorteil, das am Ende dieser Wettkampfübung selbst ungeübte Beidfüßler ohne lange zu zögern mindestens 1 Ball mit dem schwachen Fuss schießt.


    Eine weitere Variante vom "Fussball-Billard" besteht darin, das 3-er Teams gebildet werden. Die Aufgabe ist identisch, allerdings wechseln sich die Schützen nach Pass ab. Im Unterschied zur Einzelübung müssen die Teammitglieder jeweils rasch in die günstige Passpostionen des rechten/linken Passfusses gelangen und schnell wieder heraus, um für den Mitstreiter den Weg so kurz wie möglich zu halten.

    Günter
    Selbst auf die Gefahr hin, das ich mich wiederhole - mir geht es in der Hauptsache um die Proportionen. Konkret darum, ob 7-stellige Summen für ein Spielzeug aufgewendet werden. Man sollte es auch nicht dadurch aufwiegen, das man mit viel Geld noch Schlimmeres anrichten kann. Leider haben die Arbeiter in den Fabriken dieser Mäzene kein Sprachrohr. Sonst wüßten wir, wie sie darüber denken und wie sehr ihnen und ihren Familen schon ein paar Euro mehr im Portemonaise helfen würde.


    Trainer in den sozialen Brennpunkten der Großstädte könnten sicherlich Bände darüber schreiben, wie sie Woche für Woche mit nicht viel mehr als Willen und Leidenschaft mit den Kindern ein paar schöne Stunden gestalten.


    Mir geht es nicht generell um das Sponsoring, sondern um die Proportionen, den Rahmen und die Bedeutung im Verein.

    provinzler
    Mit der Ausnahme, das durch Eintrittsgelder, Fanartikelverkauf ect. heutzutage nur noch ein Bruchteil der Kosten gedeckt und der weitaus größere Teil aus Sponsoreneinnahmen resultiert, stimme ich dir zu. Es mag inkonsequent sein, wenn ein Fan sich eine Eintrittskarte kauft und seine Stars beschimpft, wenn er nicht mit den Leistungen zufrieden ist. Er könnte ihnen ja ganz abschwören und einfach nicht mehr zuschauen. Aber für manche ist der Fussball eine "Ersatzreligion" geworden - die können gar nicht mehr anders!
    Recht gebe ich dir, das der Steuerzahler (nicht nur beim FCK) die Zeche zu zahlen hat, wenn man mehr Geld ausgibt, als an realistisch geplanten Einnahmen zu Buche stehen. Allerdings kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, das ein Herr Hopp, Herr Tönnies Geld "verbrennen" sollen. Denn dieses Geld wird zum Hauptteil durch deren Mitarbeiter erwirtschaftet und ihnen Lohn- und Gehaltsverzicht gerade in den unteren Einkommensgruppen vorenthalten. Das "Spielzeug Fussball" ist diesen Herren persönlich wichtiger als das Schicksal Tausender Familien, die am Tropf dieser Persönlichkeiten hängen. Die Eigenschaft eines Spielzeugs ist es aber auch, sich von einem auf den anderen Moment davon zu trennen, wenn es keinen Spaß mehr macht. Aber, wer will das schon so genau wissen?


    Es hat vor Jahren zaghafte Versuche vom Ligakrösus, Bayern München gegeben, vereinsseitg eine Deckelung der Spielergehälter und Wechselprämien zu schaffen. Man hat eingesehen, das diese Entwicklung immer höherer Spieler- und Beratereinkommen ungesund für die ist, die die Zeche am Ende zahlen sollen. Solange dann aber Leute mit Alleinherrschaftsanspruch kommen und die guten Ansätze gleich außer Kraft setzen, kann man sich nicht einmal in einer nationalen Liga einig werden.
    Vereine, die über einen Sponsorenpool das Unternehmen Profifussball versuchen in Balance zu halten, bleibt manchmal auch gar keine andere Wahl Prioritäten zu setzen, wenn es eng im Portemonaise wird. Insofern kann ich den HSV durchaus verstehen. Zu bedenken geben wollte ich lediglich, das im Falle einer Entscheidung gegen den Frauenfussball dort die geleistete Arbeit von Jahren in Ordnern verstaubt, obwohl ein winziger, kaum spürbarer Einkommesverzicht der männlichen Profigehälter ausreicht, um dort den Frauenprofifussball auf höchster Ebene "am Leben" zu erhalten.

    Ich würde gerne etwas kleinere Unterschiede zwischen der traditionellen und dem modernen Kinderfussball sehen. Wer früher gutes Training gemacht hat, der macht es auch Heute. Lediglich die Methoden der Vermittlung haben sich geändert. Es wird weniger gebrüllt und gedrillt, dafür vielseitiger trainiert und mehr erklärt.


    Wichtig ist selbstverständlich, das Kinder zu nichts gezwungen werden, was sie nicht freiwillig machen würden. Das sollte im traditionellen Kinderfussball gelten und für den modernen Kinderfussball erst recht.


    Dies ändert an den Ausbildungsinhalten des Trainings aber nicht sehr viel. Gerade durch die gewonnenen Erkenntnisse der Bedetung von Beidfüssigkeit im Fussball sollte er auch Teil von Übungen und Spielformen sein. Je früher von Trainern darauf geachtet wird, sich die Zeit zu nehmen, alle Übungen beidfüssig durchzuführen, je leichter und selbstverständlicher erschließt sich dem Kind der Fussball "mit beiden Füßen".


    Versuche in späteren Jahren den Fussball beidfüßig zu vermitteln, sind wesentlich schwieriger und mit deutlich weniger Erfolg gekrönt. Denn, wer es von Anfang an richtig lernt, der braucht später nichts zu korrigieren.


    Wer Trainer im Kinderfussball ist, hat die schwere Aufgabe, sowohl Kindern für den Breitensport als auch solchen mit Talent für den Leistungsfussball angemessene Spielräume zur Verfügung zu stellen. Der Schwerpunkt sollte jedoch im Breitensport liegen, denn für die Talente tragen in erster Linie die DFB-Stützpunkttrainer durch zusätzliches Fördertraining die Verantwortung (die sie aber ganz gerne auch mal an die Trainer zurück geben, wenn sie gerade mal keinen Erfolg haben)!

    provinzler
    Habe das große Glück in viele Länder reisen und die dortigen Menschen und Kulturen kennenlernen zu dürfen. Mein persönliches Fazit: "Durchgeknallte" und nette Sportskameraden und Fans gibt es überall auf der Welt. Das ist weder ein Stempel noch ein Privileg!




    Selbstverständlich überlasse ich es auch der Meinung des Betrachters, ob die finanziellen Verhältnisse zwischen Einkommen und Leistungen im Profibereich stimmen. Ich habe es lediglich zu bedenken gegeben, das es überproportionale Verhältnisse gibt. Denn es ist allzuhäufig ein sportlicher Erfolg "auf Pump". Die spanischen Spitzenclubs sind längst hochverschuldet. Auch deutsche Proficlubs (aktuell Hansa Rostock, VFL Osnabrück) geraten unweigerlich in Existenznöte, wenn durch sportlichem Abstieg Sponsoreneinnahmen wegfallen.


    Wenn man so will, Basisdemokratie pur, der Konsument stimmt mit den Füßen ab.


    Aus geschichtlichen Erfahrungen heraus hat man gelernt, nicht alles basisdemokratisch bestimmen lassen, denn manchmal kann Volkeswille rasch Volkeszorn werden, wenn er entsprechend angeheizt wird. Es ist noch gar nicht lange her, als zur Lünchjustiz via Facebook aufgefordert wurde. Was wäre nur geschehen, wenn die Justiz nach Bekanntwerden dieser Drohungen nicht sofort eingegriffen hätte?


    Vor Jahren gab es eine Vernachlässigung im deutschen Fussballnachwuchs, weil man sich lieber fertige Spieler aus dem Ausland kaufte. Jetzt gibt es für die Profivereine bindende Verpflichtungen, denn freiwillig hätten das wohl nicht alle Vereine im Profibereich gemacht. Jetzt werden unsere Junioren-Nationalteams wieder erfolgreicher und auch die Proficlubs erfahren einen Verjüngungsprozess und eine qualitative Verbesserung.


    Bei den B-Juniorinnen-Bundesliga wünscht man sich ähnliche Effekte für den Frauenbereich. Es ist jedoch ungleich schwerer, weil erst noch die dafür besten Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen. So ist es auch noch viel zu früh über, sich über Top oder Flop zu unterhalten.

    Lob an die Beitragsschreiber!
    Es wird klar, das man es einfacher hat, seine nach klarem Taktikmuster aufzustellen und sich sowohl der Vor- wie auch der jeweiligen Nachteile bewußt zu sein. Wenn man Mannschaftsteile (hier 4-er Kette) besonders hoch stellt, dann hat dies Auswirkungen auf alle anderen Mannschaftsteile.


    Hier spielt die Kette im Angriffspressing. Dies birgt eine Reihe von Risiken, denn die Aufmerksamkeit und Laufbereitschaft aller Mannschaftsteile ist hierbei besonders groß. Nicht zuletzt deshalb wird das Angriffspressing hin und wieder in den Anfangsminuten gespielt, wenn man den Gegner überraschen und ein schnelles Tor erzielen will. Meist wird es aber beim knappen Rückstand in den letzten Spielminuten gespielt, um dadurch vielleicht doch noch zu einem Remis oder gar einen Sieg zu gelangen.


    Am einfachsten läßt sich ein Abwehrpressing spielen, weil hier die Räume verdichtet und der Gegner zu Fehlpässen gezwungen werden soll. Schon etwas aufwendiger Ist das Mittelfeldpressing. Was das im einzelen heißt, wie gruppen- und tw. inidividualtaktisch agiert werden sollte, bedarf einer intensiveren Betrachtung. Sehr gute Unterlagen hat Ralf Peter (Ex-U16-17 Juniorinnen-Nationaltrainer) dafür zusammengestellt. Ich meine, das man die noch bei Peter Schreiner (trainerakademie24) als Grafiken oder Animationen bekommen kann. Bin mir da aber nicht mehr ganz sicher?

    Hallo Lukas,


    mein erster Tipp: Aufsteigen, denn man lernt mehr durch stärker als durch schwächere Gegner dazu!


    Mit dem 4 : 2 : 3 : 1 System liegst du normalerweise schon richtig, weil man bei den Anfängen in das ballorientiertes Spiel mit 4 Linien offensiv wie defensiv ganz gut dasteht. Mit deiner Variante 4 : 2 : 4 gegen schwächere Teams reicht es, wenn du die Bälle in den gegnerischen Strafraum hineinschlagen läßt und auf Fehler des Gegners wartest. Auch, wenn die Siege deutlich ausfallen! Deine Jungs lernen dabei nicht viel und müssen das dann in der B-Jugend nachholen. Deshalb auch mein Tipp: versuche mit deinem Team eine Liga aufzusteigen, damit sie stärker gefordert werden.


    Nun zur 4-er Kette. Anhand deiner Beschreibung gehe ich davon aus, das du deine Kette bei eigenem Angriff bis zur Mittellinie aufrücken läßt, damit sie den Angriff unterstützen. Beim Kurzpass-Spiel mag das ganz gut gelingen, denn beim Ballverlust in der Vorwärtsbewegung ist sofort ein zweiter Spieler zur Rückeroberung des Balles da. Ist der Ball aber schon weiter in der gegnerischen Hälfte und verfügt der Gegner aber über Defensiv-Spieler, die lange Pässe auf ihre schnellen Angreifer schlagen können, so ergeben sich sofort 1 : 1 Situationen, die man nicht haben möchte, weil zu Gegentoren führen können. Bei solchen Spielen kann es zu Niederlagen kommen, obwohl man das Spiel optisch dominiert hat.


    Natürlich kannst du deinen Angreifern sagen, das sie auch bei Ballverlust den Gegner sofort zustellen müssen, um ihn am langen Pass zu hindern. Auch kannst du deiner 4-er Kette vermitteln, das sie sofort zurück müssen, sobald ein gegnerischer Defensivspieler sich den Ball etwas vorlegen kann, um eine lange Flanke zu schlagen. Aber glaube mir, das wird auch nicht funktionieren, weil dazu deine Offensiv-, wie Defensiv-Linie mitmachen muß. Und einer pennt immer!


    Deshalb gebe ich dir einen anderen Rat: deine 4-er Kette steht zu hoch! Denn sie kann in solchen Fällen nicht gegen den Ball agieren, sondern muß mit dem Gesicht zum Tor und dem Gegner im Rücken verteidigen. Selbst, wenn sie den Ball noch irgendwie ins Seiten- oder Toraus klären kann, resultieren dannach weitere, gegnerische Chancen. Wenn du deine Kette ca. 15 m hinter der Mittellinie in deiner Hälfte postierst, wird sie im Regelfall nicht durch eine hohe Flanke aus der gegnerischen Tiefe überrascht werden können und kann so besser gegen den Ball agieren.


    Schließlich noch ein Tipp gegen vermeintlich schwächere Gegner. Da brauchst du keine 4-er Kette. Es reicht eine 3-er Kette, denn der Gegner wird sich ohnehin nur auf Einzelaktionen einlassen. Da reicht ein normales Doppeln (1 Spieler attackiert, 1 Spieler sichert) aus. Durch den freigewordenen Spieler kannst du dein Mittelfeld verstärken.


    Als Letztes: wenn du selbst noch ein guter Fussballspieler bist, dann melde dich zur C-Leistungslizenz an. Dort bekommst du weitere Einblicke in die moderne Fussballtaktik.


    Ich hoffe, das ich dir ein wenig helfen konnte und wünsche dir viel Erfolg beim Ausprobieren!

    Wir sind ein wenig vom Grundsätzlichen ins Spezielle geraten, aber das macht eigentlich gar nichts.


    Deshalb fange ich auch von hinten an:


    olli77hajnal
    Die A-Juniorinnen-Spielklasse gibt es zumindest schon im NFV Verband. Hier stellt es sich meist als Sammelbecken für die Mädchen, die (noch) den Sprung in den Frauenbereich geschafft haben. Es war meines Wissens auch nicht beabsichtigt, einen A-Juniorinnen-Leistungsbereich zu schaffen Für den Leistungsbereich gestaltete sich das Ganze etwas anders. Gegenüber dem Jungen entwickeln sich die Mädchen im C und B-Jugendbereich deutlich schneller. Dennoch wurde die der Mädchen, die direkt den Weg von den B-Juniorinnen in den Frauen-Profibereich schafften wurde immer geringer. Dies lag an zu wenig qualifizierten Trainern sowie zu geringen Anforderungen im Ligabetrieb. Hinzu kam, das sich auch das Niveau der Frauen-Bundesliga anhob. Hier möchte man eine Lücke schließen, wohlwissend, das man im Frauenfussball gegenüber dem Männerfussball noch sehr viel mehr Lücken hat.


    Desweiteren habe auch ich einige Male die Frage gestellt, ob denn unsere heute Sportförderung etwas mit dem Wert von Sport zu tun hat oder der Kapitalwert einer Sportart bedeutsam ist? Wer schon etwas älter ist, der hat noch eine andere Zielausrichtung des Sports miterlebt. Denn in den 60-er und 70-er Jahren wurde der Sport als Errungenschaft des Kommunismus oder Kapitalismus mißbraucht. Eine Reihe von Verbandssportstätten entstanden in diesen Tagen. Heute sind noch Reste davon übrig, wie z.B. die Leistungssportgruppen bei der Bundeswehr. Wir Deutschen haben da ja schon eine lange Tradition, weshalb es nicht von Ungefähr kommt, das wir gerade im Schießen (Biathlon, Pistolen- und Gewehrschützen), Dressieren (Pferde) seit Jahrzehnten Weltspitze sind.


    Aber so sehr wir uns über das Eine (Fremdbestimmung durch den Staat für Propagandazwecke) brüskieren, so sehr müßten wir uns eigentlich über die Fremdbestimmung von Unternehmen für ihre Werbezwecke entrüsten. Diese Entrüstung vermisse ich ein wenig bei den Sportsfreunden, denn es hat sich ein Wandel vom einen Extrem zum Anderen vollzogen. Es wird jedoch auch jetzt eher nach Gründen gesucht (Es ist O.k., das nur der mit dem nötigen Kleingeld auch mitmachen darf) für die Förderung dieser Form der Fremdbestimmung gesucht.


    Mir ist durchaus bewußt, das ich damit ein "heißes Eisen" angefaßt habe, da es sich auch um eine grundsätzliche Einstellung zum Sport und der Facette des Leistungssports handelt. Wenn Sport in erster Linie der Freude seiner aktiven und passiven Anhänger dienen soll, dann ist die externe Wertmessung durch Dritte wie ein Klotz am Bein. Denn sie fördert nur das für sie Verwertbare und hinterläßt dabei das Wertlose. Während dieser Diskussion ist mir an einigen Stellen besonders aufgefallen, auf welche Weise die Wertlosigkeit des Mädchen- und Frauenfussballs dargestellt wurde. Sogar die Millionen für einen reichlich durchgeknallten Profi, im Gegensatz zu den Hunderttausend für den Spielbetrieb im Frauenfussball fand man O.K.


    Wenn aber der Wert eines Sports nur darin gemessen wird, was profitabel und was defizitär ist, dann hat dies mit dem Sport als Form von Begeisterung und lang anhaltender Freude nichts mehr zu tun. Sie wird der Beliebigkeit von Unternehmen entrückt, die es zu ihrem persönlichen Spielball machen. Wer Meister wird, entscheidet dann der Geldbeutel! Brot und Spiele, das wußten schon die alten Römer, ist ein wertvolles Mittel, die Menschenmassen in ihren Bann zu ziehen. Sind wir denn kein Stück schlauer geworden? Gerade auch die Diskussion über die FPL zeigt uns auf, wie schwer wir uns damit zu, uns von der Denkweise, nach der immer nur der Stärkere und auf den kurzfristigen Erfolg fixierte sich im Recht befindet. Die Kinder sind dabei nur der Spielball, das Mittel zum Zweck.


    Wenn wir den Sport den Sportlern zurück geben wollen, dann muß sich zuerst etwas in den Köpfen der Menschen ändern!

    Ranwie
    Klar, mache ich gerne.
    Gemeint ist, das die Frauen nach und nach "Männerdomänen", wie auch den Fussball erobert haben, weil sie für ihr Recht, gleichberechtigt zu sein, gekämpft haben. Ob und welche finanzielle Unterstützung sie dabei erfuhren, war erst mal nicht wichtig. Erst, als sich die Leistungs- und später die Profi-Ligen im Frauenfussball etablieren, ging es nicht mehr ohne zusätzliche Geldmittel. Allerdings schätze ich mal, dass die benötigte Sasion-Geldmenge für die gesamte 1. Frauen-Bundesliga so gering ist, das sie dem bereits erwähnten Hamburger Spieler (der gelegentlich auch Flaschen nach seinen Fans wirft) nicht langt, damit er einen Monat lang für seine treuen Fans alles gibt!
    Ein weiteres Merkmal ist die rückläufige Zuschauerzahl in den Bundesliga-Stadien. Früher wurden die Profis zu einem großen Teil von den Zuschauereinnahmen bezahlt. Heute sind es die Sponsoren und Einnahmen aus dem Verkauf der TV-Übertragungsrechte.


    Wenn man die Frage lautete: hat nur der ein Recht auf Leistungssport, der sich das nötige Geld auch von Sponsoren besorgen kann? Dann würde der Wert dieser Sportart fremdbestimmt. Wenn aber jeder das recht hat, der seine Sportart im höchsten Leistungsniveau betreibt, unabhängig der Sponsorenunterstützung, dann bestimmt sich der Wert dieser Sportart durch die Sporttreibenden selbst?

    Ranwie
    Man kann schon "zwischen den Werbepausen" in den privaten Sendern andere Sportarten schauen. Die hatte ich aber nicht gemeint, sondern die öffentlich rechtlichen Sender, die in jedem Haushalt zu sehen sind!


    Übrigens finde ich es erstaunlich, das in früheren Beiträgen die Gegner der B-Juniorinnen-Bundesliga ähnliche Argumente (z.B. Ziel der Leistungssportler muß es sein Geld damit zu verdienen, sonst lohnt der Aufwand nicht) angeführt haben. Insbesondere von den Vereinen, die selbst nicht daran teilnehmen wollten, nunmehr aber befürchten, das ihre besten Talente dies aber gerne möchten und evl. den Verein wechseln, wurden geradezu Bollwerke an Argumenten aufgeführt. Manches erinnerte gar an die DFB-Kampagnen Ende der 60-er Jahre, bei denen verhindert werden sollte, das Frauen auch Wettkampf-Fussball betreiben dürfen. Heute regt sich kaum noch jemand darüber auf, das fast alles, was Männer machen, auch von Frauen betrieben wird. Sei es im Sport oder im Beruf!


    Sie wird also kommen, die B-Juniorinnen-Bundesliga und dies mit dem ausdrücklichen Willen des DFB! Auch war die Resonanz im vergangenen Jahr so groß, das man von der anfangs angedachten 2-geteilten Liga, in der z.B. der NFV nur 1 Platz bekommen hätte, auf eine 3-geteilte Liga mit nunmehr 2 NFV Starterplätzen gekommen ist.


    Ich gebe euch recht, das im Mädchenbereich die Talente weitaus dünner gesäht sind, weshalb hier auch die 2.Spielberechtigung der auswärtigen Mädchen eingesetzt werden. Auch das derzeitige Talentsicherungsraster aus dem Jungenbereich ist für die Mädchen viel zu grob, denn die fangen häufig später an, entwickeln sich aber im C - und B-Jugendbereich besonders stark, weshalb es sich auch lohnt, hier deutlich intensiver "nachzusichten"! Man verändert aber nichts, indem man über das Heutige jammert, sondern geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation einleitet.


    Bislang wurden diese Mädchen lediglich von den Verbands- und DFB-Auswahlen gefördert. Jetzt sollen sie sich im Punktspielbetrieb beweisen. Zumindest in Niedersachsen darf man zweigeteilter Meinung sein. Die Vereine der oberen Tabellenhälfte haben kein Problem damit, einen normalen Punktspielbetrieb mit ihren Teams aufrecht zu erhalten. In der unteren Tabellenhälfte gibt es Teams, bei denen sich die Vereinsverantwortlichen offensichtlich zu wenig Gedanken darüber gemacht haben, was sie an den vielen Spielterminänderungen ablesen läßt.


    Zwar will der DFB die B-Juniorinnen-Bundesliga finanziell unterstützen (Höhe steht noch nicht genau fest), dennoch müssen sich die Teilnehmer an der neuen B-Juniorinnen-Bundesliga darüber im Klaren sein, das dies nicht mal eben neben dem normalen Spielbetrieb geschultert werden kann.


    Nach meiner Meinung haben auch die weiblichen Talente ein Recht darauf, auf höchster Ebene gefördert zu werden oder sollten sie vielleicht doch besser noch nicht überall gleichberechtigt sein?

    Die Ausbildungsvergütung war der zaghafte Versuch, den kleineren, ausbildenden Vereinen wenigstens eine Vergütung zukommen zu lassen, wenn sie schon ihre Leistungsträger an die größeren Vereine abgeben muß, um den Talenten keine Steine in den Weg zu legen. Zaghaft deshalb, weil sich in der Realität kaum ein größerer Verein daran hält. Es gibt auch genug Talente, weshalb man sich auch gar nicht gezwungen sieht, sich an diese Regelungen zu halten. Schließlich wird den kleinen Vereinen ein schlechtes Gewissen eingeredet, wonach sie ihren Talenten Steine in den Weg legen würden, wenn sie sie nicht zum einzig wahren und besten Verein der näheren und weiteren Umgebung wechseln lassen. Ein zu früh gewechseltes Talent oder eines, was ohne gründliche Sichtung des Talentpotentials wechselt, sitzt dann seine Zeit auf der Reservemannschaft der 1. Mannschaft ab oder darf mit erhöhtem Zeitaufwand in der 2. Mannschaft spielen, die dann meist auch Gegner des früheren Heimatvereins ist. Aber hat man die Köder richtig ausgelegt, in dem man Talente und Eltern genau das erzählt, was sie hören wollen, dann hat man wieder für genügend "Frischfleisch" für die nächste Saison an Bord geholt.


    Auch sollte das Regelwerk die Planungssicherheit auch der Vereine schützen, denn wenn Spieler jederzeit in einen anderen Verein wechseln können, dann ist ein normaler Ligabetrieb schwierig. Darüberhinaus besteht aber auch die Möglichkeit, in Einzelfällen andere Regelungen zu treffen. Die Regelung sollte deshalb keineswegs dazu führen, das Spieler nun zum Eigentum des Vereins werden. Was auch schon deshalb nicht möglich ist, weil der Verein aus seinen Mitgliedern heraus existiert und ansonsten seine Eigennützigkeit verlieren würde.


    Nun zum Thema JSG: nach meinen Erfahrungen ist es wichtig, im Vorfeld Verträge zwischen den beteiligten Vereinen zu schließen, in denen alle üblichen Fälle nach den Wünschen der Vertragspartner fixiert sind. Nur dadurch kann verhindert werden, das einer der Vereine andere Vereine "über den Tisch zieht", indem er seinen vermeintlichen besseren Status ausnutzt. Wird lediglich ein mündlicher Vertrag geschlossen, so ist der meist schon dann bedeutungslos, wenn einer der beteiligten Funktionäre seine Funktion aufgibt.

    Liebe Trainer,
    auch, wenn das Thema hier eine unerwartete Richtung eingeschlagen hat, wird woanders heftigst über B-Juniorinnen-Leistungsfussball diskutiert. Hier mal ein Beitrag aus dem Gästebuch des NFV:


    "Meines wissens nach haben sowieso nur Wolfsburg und Meppen für die Bundesliga gemeldet. Für die kleineren Vereine macht das finanziell keinen Sinn und bei manchem kommen die Spielerinnen 40 km zum Spiel angereist und ist vom Zeitaufwand nicht zu vertreten. Ich habe einen Reisebericht des Trainers von SuS Timmel gelesen, wo für ein Auswärtsspiel in Göttingen 17 Stunden von Abfahrt bis Rückkehr nötig waren. Das ist doch durch nichts zu rechtfertigen. Wie sehen denn die Planungen für die neue Saison aus? Ist wieder eine Nds.-Liga geplant bzw. wieviele Mannschaften werden es sein, wenn Meppen und Wolfsburg rausgehen, andere eventuell zurückziehen usw.
    Mein Fazit:
    Der "Aufwand" ist im Verhältnis zum "Ertrag" viel zu hoch (Zeit, schulische Belastung, keine Aussicht auf eine Profikarriere) und der sportliche Wert ist zweifelhaft, da es keine erspielte Spielklasse ist sonder man seine Mannschaft einfach melden kann. Die Staffel ist mit 8 Mannschaften zu klein, um einen ordentlichen ganzjährigen Spielbetrieb zu haben.
    Die Spielerinnen haben zu ihren Vereinen sehr weite Anreisen, da die Leistungsdichte im Mädchenfussball nicht sehr hoch ist, d.h. da werden auch sehr große Abstriche im Mannschaftstraining gemacht.
    Die Kader müssen sehr groß sein, damit man an manchen Wochenenden überhaupt 11 Spielerinnen zusammenbekommt (besonders für die Auswärtsfahrte).
    Wie ist denn Eure Meinung dazu. Mich interessiert dabei besonders die Sicht der direkt beteiligten Vereine/Trainer und des Verbandes."


    Zunächst einmal zu den Fakten. Bis auf 3 Vereine haben alle anderen vor der Saison ihre Zusage gegeben, im Falle einer sportlichen Qualifikation in die B-Juniorinnen-Bundesliga zu geben. Selbst für diese 3 Vereine gab es die Möglichkeit bis zum 1. Mai 2012 Lizensierungsunterlagen an den DFB zu versenden. Beim hier angesprochenen Bericht des Trainers von SuS Timmel wurden Intension und Fakten etwas verdreht. Trainer und Team haben das Fussballspiel als Event gesehen, denn üblicherweise zählen Freizeitaktivitäten am Rande eines Spiels nicht zum Zeitaufwand. Auch bei den Jungen ist es so, das in den obersten Ligen nicht mehr alle Spieler aus dem Vereinsort kommen. Weshalb soll das bei den Mädchen anders bewertet werden? Schließlich kommt der Verfasser zum Fazit, das nur die Leistungssport betreiben dürfen, auf denen später fette Profiverträge warten. Wenn dem so wäre, müßten wir wohl die Olympischen Spiele und viele Weltmeisterschaften ausserhalb des Fussballs zukünftig absagen, weil dort bei den meisten auch keine Profiverträge warten.


    Müssen wir uns wirklich danach richten, was Sponsoren für werbewirksame Sportarten halten. "Provinzler" hat in seinem Beitrag über die Veränderungen des Zuschauerzuspruchs im "Herren-Fussball" sehr beeindruckend geschrieben, das er vom ursprünglichen Volkssport zum Geschäft für wenige Vereine geworden ist. Wer entscheidet darüber, welchen Wert eine Sportart hat? Ist es das Werbebudget großer Firmen oder gehört der Leistungssport, genau wie der Breitensport den Menschen, die ihn ausüben?

    Ranwie
    Leider muß ich dir da rechtgehen, denn früher gab es weitaus mehr Sportarten im Fernsehen als heute. Nicht umsonst heißen die Sendungen mit langer Tradition "Sportschau" oder "aktuelles Sportstudio". Dort gab es früher jede Menge aus anderen Sportarten zu sehen. Regelmäßig und ausführlich wurde z.B. über die Leichtathletik berichtet. Heute gibts meist nur noch kurze Clips über die Amateursportarten im "Sport aus aller Welt".


    Diese Entwicklung stimmt mich traurig, denn die Sportwelt ist zu einer Männersportwelt (Fussball, Autorennen, Frauen) mutiert. Das dem so ist, belegt ja auch die zunehmende Zahl der "Bolzplatzkrähen", die bereits beim Kinderfussball "Blut fließen sehen wollen"! Nur, wenn gerade mal ein Deutscher (z.B. Boris Becker, Steffi Graf) in einer anderen Sportart an der Weltspitze steht, dann wird darüber ausführlich berichtet und dann ein Boom in dieser Sportart einsetzt.


    Leider sind durch die eingeschränkte Berichterstattung Sportarten fast oder schon ganz ausgestorben. Wer will schon einen Sport erlernen, für den sich so gut wie kein Mensch interessiert?


    Deshalb möchte ich gerne die Frage zurück geben: sind es wir Sporttreibenden und -interessierten, die letzendlich entscheiden darüber entscheiden, was eine Sportart wert ist oder sind es schon die Sponsoren, die das (für uns) machen?