Beiträge von TW-Trainer

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    Wenn ich deine Ausführungen richtig interpretiere, sind deine B-Juniorinnen sportlich ganz gut drauf, wollen sich während des Trainings weiterentwickeln und haben entsprechenden Ehrgeiz im Spielbetrieb. Anders als bei den Jungen wird bei den Mädels die Schublade schneller auf- und zugemacht. Entsprechend ist der Leidensdruck bei dem Mädchen als auch ihren Trainern größer. Das Mädchen möchte, obwohl sie sich des Leistungsunterschiedes (Falscheinwurf"...Trainerin hat mich ja gezwungen mitzuspielen") bewußt ist, möchte sie um jeden Preis gerne dabei sein. Und sei es nur, um ihren Freundinnen erzählen zu können, das sie nicht nur Fan der Bayern, sondern selbst auch Fussballspielerin wäre.


    Dass die Aufgabe als Torwarttrainer ( Stefan67) eine Empfehlung für alle talentfreien Fussballspieler angesehen wird, ist gar nicht so neu. Es hilft jedoch leider wenig, das viele Mannschaftstrainer im Breitensport- und Leistungsbereich die Spezialistentrainer auch heutzutage als bessere Ballaufpumper und Ballwiederholer betrachten. Im Gegensatz der Vermutung vieler Mannschaftstrainer ist aber der TW-Trainer nicht mit Trillerpfeife beim Training, sondern weitaus aktiver bei der Vermittlung von Torwart-Techniken beschäftigt. Er muß, weil dies weder von Mitspielern noch vom Mannschaftstrainer selten geleistet werden kann, Schüsse, Pässe und Würfe präzise schlagen können, damit die Ballstreuung gering ist und seine Torleute gefordert werden.


    Allerdings ist es nicht an der Aufgabe, Vorurteile gegenüber TW-Trainern zu beleuchten, sondern die Frage zu klären, wie man dem Mädchen, ihren Manschaftskameradinnen und Trainern helfen kann, die derzeitige nicht zufriedenstellende Situation zu verbessern?


    Wenn das Mädchen im älteren B-Juniorinnen-Jahrgang ist, kann sie bereits bei den Damen (vermute mal, dass das eine Freizeit-Spaßtruppe ist) mitspielen. Für mich wäre es die bessere Alternative, wenn sie gerne beim Fussballtrainining ist und stressfrei auch mal bei den Spielen mitkicken möchte. (Derzeit gibt es übrigens Überlegungen, das Alter der Spielerinnen für die Frauenmannschaften weiter runter zu setzen, weil man erkannt hat, das die bisherige Festlegung nicht mit den Erfahrungen der Leistungsfähigkeit übereinstimmen.)

    Hier geht es um die Abgrenzung zwischen Breiten- und Leistungssport. Bei der Begriffsbildung von Leistungssport ist das regelmäßige Trainining mit dem Ziel der Leistungssteigerung soweit den Wettkampf-Spielbetrieb definiert worden. Es läßt in den Übergangsphasen "Grauzonen" zwischen Breiten- und Leistungsbereich zu. Selbst, wenn man hinzufügt, das ab der Bezirksliga sehr häufig Spieler aus anderen Vereinen hinzustoßen, ohne die ein Spielbetrieb ab dieser Leistungsliga kaum dauerhaft möglich wäre, kann man nicht alle Möglichkeiten im Leistungs- bzw. Breitensportbereich implizieren. Ein Übergang zwischen beiden Bereichen ist schließlich jederzeit möglich und kann gewollt sein.


    So bleibt Raum für individuelle Interpretation. Dieser kann durchaus gewollt und soll als Ansporn durch die Eigenbestimmung der Sportler (im Gegensatz der ausschließlichen Fremdbestimmung) begriffen werden!

    Letzendlich ist die Qualität der Sichtung und die anschließende Stützpunktarbeit abhängig von der Qualität und dem Engagement des Stützpunktleiters. Anfangs habe ich mich auch gewundert, was uns so alles an Stützpunkttalenten geschickt wurde, aber irgendwann kennt man seine Pappenheimer. So gibt es Stützpunkte, die bei Verbandsvergleichswettbewerben obere Plätze belegen und widerum Andere, wo die Zufälligkeit eines oder mehrerer besonders hochtalentierter Talente einen starken Ausschlag für Turniersiege gegeben hat. Es gibt Stützpunkte mit sehr guten Rahmenbedingungen und solche, wo sich die Stützpunkttrainer die "Klinke in die Hand geben!" Mitentscheidend ist ferner, in welcher Form sie eine Unterstützung vom DFB-Koordinator erhalten.


    Neben diesen subjektiven Faktoren kommen Weitere hinzu, die ich nachfolgend zusammenfassen möchte:
    - talentierte und manchmal eigensinnige Dribbler (fast immer Angreifer) werden bevorzugt gesichtet
    - physisch stärkere (meist in den ersten Monaten eines Jahres "RAE-Effekt" werden bei gleichen Fähigkeiten bevorzugt
    - bei der Wahl der Keeper entscheidet Keepergröße bei sonst gleichen Fähigkeiten
    - Aufnahmevoraussetzung ist, das die Eltern montags die Kinder zum Training fahren und abholen können. Sind beide berufstätig und besteht sonst keine Mitfahrmöglichkeit, gibts keine Stützpunktförderung



    Fazit: nicht Talentpotential (kann gemessen werden, wenn über einen längeren Zeitraum Leistungsfortschritte gemessen werden), sondern die Wahrnehmung am Sichtungsstichtag sowie kurzfristig nutzbare Fähigkeiten (auch Stützpunkttrainer wollen gewinnen) werden herangezogen. Auch, wenn die Stützpunkttrainer mitlerweile eine gute Lizenzausbildung im Leistungsbereich erfahren haben, unterließen auch sie Fehlbarkeiten in ihrer Entscheidungsfindung. Dies macht sich insbesondere bei der Wahl der Torleute bemerkbar. Die Beobachtung orientiert sich allein nach der Erfolgsquote der gegnerischen Chancenvereitelung. Vor Vorteil wirkt sich ebenfalls ein TW-Training über die Technik-Grundlagen aus. Leider werden dabei zu sehr die sportlichen Fähigkeiten des Heimatvereinstrainers als die der Torleute berücksichtigt. Weil aber gerade psychischen Anlagen bei TW eine bedeutende Rolle bei der Leistungsentwicklung spielen, muß man leider sagen: viele können, aber nur wenig wollen auch ihre Talent ausbilden lassen. Es ist dann schade um die Trainingszeit und natürlich werden die wenigen Förderplätze auch für andere, die gerne können und wollen, blockiert!


    Die gewünschte "Durchgängigkeit der Stützpunkte" ist lt. meinen Erfahrung optimierbar, weil gerade im unteren Jugendbereich sehr viele unerfahrene Vereinstrainer tätig sind, die ein erst später entwickeltes Talentpotential nicht erkennen und/oder sich nicht trauen, ein bereits in der Sichtung abgelehntes Kind erneut vorzustellen. Auch ist es aufgrund der Größe des Stützpunkts und des Nebentätigkeitscharakters der Stb-Trainer nicht zumutbar, systematische Vorortsichtungen durchzuführen. Zwar wird man niemals 100 % der Talente im Stützpunkt-Zuständigkeitsgebiet entdecken können, eine Nachsichtung aufgrund des "groben Rasters" im Sparkassen-Cup wäre aus den vorgenannten Gründen aber sinnvoll. Zumindest sollte am ein Testgebiet dafür einrichten, um mit den darin gewonnenen Erfahrungen entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.


    Ich kenne die teilweise berechtigte Sorge der Eltern und Vereinstrainer, wenn ihre Talente bei der Sichtung "durchfallen"! Denn ohne positives Talent-Feedback und Förderung auf "Augenhöhe" des Talents ist die weitere Entwicklung mit Einschränkungen verbunden. Dennoch ist auch für diese Kinder die "Tür nicht zu"! Denn Talente zeichnen sich insbesondere durch einen hohen Grad ein Eigenmotivation aus. Dies zeigt sich darin, das sie besondere Freude darin finden, unabhängig vom gegebenen Umfeld fleissig und mit großem Spaß zu trainieren. Gerade die etwas schüchternen oder physisch schwächeren Talente brauchen ein wenig länger in der Entwicklung. Diese Zeit sollte man ihnen geben, sonst scheitern sie, bevor sie das Optimum an Leistungsentfaltung erreicht haben.


    Es wurde bereits beim DFB darüber diskutiert, das die Quote von 0,5 % Stützpunktspieler mit späterer Integration in den Profifussball noch zu gering sei, weshalb von den 4 Stützpunktjahrgängen die beiden älteren Jahrgänge mit anderen Stützpunkten gemeinsam trainiert werden. Bedenkt man, das andere Länder sich eine Stützpunktförderung nach dem deutschen Vorbild wünschen würden, ist schon sehr viel erreicht. Dennoch gibt es keinen Grund mit den vorhandenen Rahmenbedingungen zufrieden zu sein. Für mich wäre eine mehrstufigeTätigkeitskontrolle der Stützpunktarbeit wichtig. Kontrolldeterminanten wären für mich:
    - Fakten zur Talentauswahl prüfen (wurde RAE-Effekt bei der Auswahl berücksichtigt?)
    - Ouote der "nachgerückten", später entwickelten Talente (wie gut kooperiert der Stb-Trainer mit den Vereinstrainern?
    - Quote der Stützpunkttalente mit Verbandsauswahlberücksichtigung (Messbarkeit des entwickelten Talentpotentials anhand der Empfehlung von höheren Aufgaben?)
    - Bewertung der Stützpunkttalente und ihre spätere Integration in den Leistungs- und Profifussball (differenziertere Leistungsbeurteilung des ausgebildeten Leistungsniveaus)


    Derzeit finden lediglich Messungen über die Weiterentwicklung individueller technischer Fähigkeiten statt. Das ist zwar viel mehr als gar nichts, sagt aber bei einer Mannschaftssportart allein zu wenig über die Qualitäten eines Spielers aus. Hier wäre es an der Zeit, weitere, geeignete und messbare Faktoren zu integrieren.


    Wer also als Sportstudent oder -doktorant noch Forschungsaufgaben beim Fussball sucht - da wäre auch im Fussball schon noch einiges zu tun! Vielleicht würde ja auch der Vergleich der Fördersysteme zu anderen Sportarten neue Erkenntnisse bringen?

    Ich würde gerne noch mal auf die an der Uni Osnabrück durchgeführte Analyse ausden Jahren 2005-2006 zurück kommen, aus der auch konkrete Maßnahmen (z.B. Fussballausbildung von Grundschullehrerinnen, Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen) und Initiativen (z.B. Förderung von Bolzplätzen) abgeleitet wurden. Die Studentengruppe hat sich gemeinsam mit ihrem Prof. wirklich sehr viel Mühe gegeben, um die Determinanten für Prognosen und das "Szenario: "was passiert in deinem Verein, wenn nichts passiert" zu entwickeln.


    Ein wenig kritisch sehe ich allerdings die Ableitung von längerfristigen Entwicklungen, wenn man nicht tief genug in die Vergangenheit eintaucht, denn nichts entwickelt sich einfach so! So darf man m.E. nicht verdrängen, das die Intension einer staatlichen Förderung des Leistungs- und Spitzensports darauf beruhte, die politischen Systeme (Kommunismus, Kapitalismus) jahrzehntelang bestimmend waren. Noch heute längst sich dies an der Architektur sowie an der Ausstattung der Verbands-Sportzentralen ablesen. Sport als Gesundheits- oder Verbechensprävention bestimmte erst danach die Szenerie im Förderbereich. Auch wird vergessen, das der frühere Vereinssport erst durch die zunehmende Mobilität entstand, die trotz der immer ärmer werdenden Durchschnittsbevölkerung (gemeint ist Kaufkraftverlust) nach wie vor eine Basis dafür ist.


    Die Schwierigkeit besteht darin, diese Faktoren zu bewerten, denn sie verstecken sich nur in länger zurück liegenden und vergleichbaren Messungen. Diese Unterlassung bedeutet m.E. ein gravierender Fehler. Wer das macht, der würde auch behaupten, jegliche Form von Werbung und Propaganda wäre ohne Einfluß!


    Man mag vielleicht darüber streiten, ob sich jedes Sportangebot eine Nachfrage schafft, wenn nur ausreichend dafür geworben wird. Hier aber enthält selbst diese wissenschaftliche Abhandlung dezente Hinweise, die aber insich nicht schlüssig erklärt wurden.


    Natürlich kann eine in Auftrag gegebene wissenschaftliche Arbeit nicht alle wichtigen Fragen beantworten. Deshalb würde ich mir wünschen, wenn die gewonnenen Daten als Basis für eine neuerliche Untersuchung genommen wird, bei der evl. auch der historische Aspekt in die Waagschale der Analyse geworfen wird.

    provinzler
    Die Fans der 60-er sind mir seit vielen Jahren ans Herz gewachsen, weil Fussballverrückte sind und keine Chaoten.


    Gebe dir wohl recht: kein Bonze müßte Geld für den Fussball ausgeben. Er könnte auch Steuern zahlen oder besser noch seine Kohle über eigene Dienstleistungsunternehmen in ausländische Steueroasen schaffen. Wenn aber einer sich als Hauptsponsor für die Finanzen des Vereins verantwortlich fühlt, dann kennt er das Geschäft. Du darfst also ruhig davon ausgehen, das Lieferanten des Großsponsors nach Umsatzgröße einen Obulus für die Stadionwerbung zu zahlen haben. Weil fast überall Verdrängungswettbewerb herrscht, wird brav gezahlt, damit nicht der böse Konkurrent den nächsten Auftrag bekommt.


    Sagen wir mal so: manche Privatunternehmer wissen halt mit ihrem Reichtum nichts anzufangen, haben schon fast alle Hobbies durch und sind dann irgendwie auf den Fussball gekommen. Während die Mallocher in der Firma gleich mit Gewerkschaft und Streik drohen, wenn man ihnen dumm kommt, liegen einem beim Fussball die Massen zu Füssen. Ein Roman Abramowitsch genießt es, mitten zwischen den Fans zu sein, statt sind auf der Vip-Lounge breit zu machen.


    Aber, was hat nun das Ganze mit Frauenfussball zu tun? Roman machte sich als 21-jähriger nach der Perestroika selbstständig und gründete die Firma Ujut (deutsch = Gemütlichkeit). Sein erstes Geld verdiente er mit der Herstellung von Fussbällen und Gummienten. Den Fussbällen ist der treu geblieben, den "Gummienten" nicht! Eine solche Assoziation könnten er und die viele andere Großsponsoren beim Frauenfussball empfinden. Ausnahmen, die im Frauenprofifussball Pionierarbeit leisten, gibt es aber auch. Ganz ohne Unterstützer und ihrer Finanzkraft geht es im Profibereich auch bei den Frauen nicht. Man bräuchte aber ein paar mehr davon!

    Zunächst einmal hoffe ich, das Andre eine Nacht darüber geschlafen hat und nun seine Gedanken etwas sortieren konnte. Über den Beitrag von Provinzler mußte ich etwas schmunzeln, weil ich mich teilweise wiederfand. Mich hat man in den ersten Schuljahren Professor genannt. Dazu hat`s dann aber später nicht gereicht, nur zum Doc. der Entropie (Chaosforschung). Das passt doch prima zum Fussball, findet ihr nicht? Eigentlich hätte ich aber auch einige Semester Medizin studieren sollen. Denn jetzt weiß ich nicht so recht, wie ich das Vorurteil: TW-Training bei den ganz Kleinen wäre unnütz, exhumieren soll? Wie wäre es damit, das sehr viele Trainer gerne gewinnen wollen und ihre Mannschaften dementsprechend aufstellen. Meistens ist es ja so, das die guten Feldspieler auch gute Torleute sind. Weil sie aber auf dem Feld wertvoller sind, steckt man die Faulen, Trägen und Dummen lieber ins Gehäuse. Dann stören sie die Talentierteren auch weniger beim Fussballspielen. Weil für diese Klientel jegliche Förderung unnütz wäre, braucht man auch keine Torwartübungen mit ihnen zu machen. Die gehen spätestens ab der D-Jugend angeln! Dann kommen andere ins Tor, für die sich die Trainer-Schweißtropfen lohnen. Wozu etwas ändern - es war doch schon immer so?
    Ich habe mich diesen Trotteln, die lt. Trainermeinungen im höchsten Maße ungeeignet waren, angenommen. Jeder durfte kommen, keiner mußte kommen. Schließlich waren es 8 Keeper, von denen 3 sich für die Endsichtung des DFB-Stützpunktes empfahlen. 2 wurden genommen. Der nicht genommen wurde, hat danach den größten Leistungssprung gemacht. Ihn hat es gewurmt, das man ihn für zu klein hielt. Er trainierte noch fleissiger und schaffte zunächst auf Bezirksebene den Durchbruch. Schließlich interessierten sich auf Vereine auf Landes- und Verbandsebene für ihn. Heute hat der Schuhgröße 47, Hände wie Bratpfannen, ein Kreuz wie ein Ochse und eine stattliche Größe. Ich habe das nur erwähnt, weil es aufzeigt, das auch DFB-Trainer meist ausschließlich auf den kurzfristigen Erfolg aussind. An anderer Stelle hatte ich ja schon mal etwas über den RAE-Effekt unter dem Titel "Wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" darauf aufmerksam gemacht, welche Nachteile diese Form der Selektierung hat.


    Nun aber zurück zu den Bambini-Übungen. Ich hoffe, Andre hat nun auch gelesen, das ich Torwartübungen für die ganze Mannschaft aufgelistet habe. Denn es soll jeder eine praktische Unterstützung erhalten. Von Stammtorleuten im Jugendbereich halte ich wenig. Aber genauso, wie man niemanden auf diese Position drängen sollte, sollte man auch niemanden, der Spaß daran hat, aus dem Tor mobben! So sind aus den vorher beschriebenen "ungeeigneten Keepern" noch heute fast alle mit großem Spaß auf dieser Position aktiv. Unabhängig von dieser Positionsvorliebe erachte ich es aber für sehr wichtig an, das jeder Torwart auch ausreichend Erfahrungen als Feldspieler sammeln kann. Denn die Funktion hat sich im Laufe der Jahre vom Torliniensteher zum Torraumspieler verändert. Deshalb ist es wichtig, das der Keeper genausogut Fussballspielen können sollte, wie seine Mannschaftskameraden. Leider muß ich bei den meisten TW-Talenten, die ich zur Ausbildung bekomme, zunächst sehr mit dem Ball am Fuss machen. Darüberhinaus ist es wichtig, das beide Körperhälften gleichmäßig trainiert werden, damit auch die Koordination zu beiden Seiten hin später gleich gut funktioniert. Je früher man damit anfängt, je selbstverständlicher wird das später.


    Jetzt noch etwas zum Verhalten der Bambini-Keeper auf der Torlinie. Aufgrund der noch geringen Körpergröße ist der Winkel, aus dem sie den Schützen und den Ball aufsich zu kommen sehen, sehr ungünstig. Deshalb fällt es ihnen schwer, die Geschwinidigkeit einzuschätzen. Man hört in diesem Zusammenhang heraus auch öfter die Aussage, ihnen würde das 3-dimensionale Sehen noch nicht so gut gelingen. Ausschlaggebender als dieser Faktor ist jedoch die fehlende Erfahrung, wann man seinen Kasten verläßt? Nach meinen Erfahrungen muß ich Keeper, die von von kleinauf im Tor gestanden haben, zunächst "von der Linie holen", während Keeper, die erst später auf diese Position gelangt sind "von ihren Abenteuer-Ausflügen weit ausserhalb des Strafraumes zurück geholt werden" müssen. Bei den "Minis" ist es aber so, das ohne Aufforderung zunächst einmal keiner aus dem Tor kommt und stehen bleibt, bis der Ball zu ihnen kommt. Manche legen sich auch gerne schon vorher hin, wenn der Ball etwas seitlich kommt. Das haben sie sich bei den "Großen" abgeschaut und finden das toll. Ganz besonders, wenn es dort noch dreckig ist.


    Für den flachen Schuß sollte man die Kleinen auffordern, auf den Ball zuzugehen. Für den hohen Ball gibt es den "Hütchentrick"! Dazu bekommen alle ein Hütchen auf den Kopf gesetzt. Die Aufgabe besteht darin, den Ball mit beiden Armen von unten her zu fangen, ohne das das Hütchen vom Kopf fällt. Schon nach wenigen Versuchen bemerken sie, das das Hütchen herunterfällt, wenn sie sich nach vorne beugen, weil der Ball schon ein-zwei Meter vor ihnen hinunter fällt. Auch fällt das Hütchen vom Kopf, wenn sie bei einem sehr hohen Ball stehen bleiben und den Kopf in den Nacken richten. Jetzt sollte der Trainer-Hinweis erfolgen, das der Ball im Flug knapp unterhalb des Hütchenrands sichtbar sein muß. Wenn der Ball weiter unter dem Hütchenrand zu sehen ist, heißt das nach vorne gehen. Wenn er nicht mehr zu sehen ist, heißt das rückwärts gehen. Natürlich werden die Knierpse schon beim nächsten Spiel wieder fast alles so machen, wie ohne diese Übung. Man kann sie ja schließlich nicht mit dem Hütchen auf dem Kopf spielen lassen. Aber schon beim Tippen auf den Kopf, erfolgt ein Grinsen, was heißen soll "ich habe verstanden Trainer".


    In diesem Zusammenhang möchte ich gerne noch erwähnen, das die Kleinen ganz besonders gut mit "Eselsbrücken" lernen. Dazu zählt auch das Erlernen des Abspringens beim hohen Ball. Normalerweise stehen die Kurzen beim hohen Ball auf Zehenspitzen und recken die Arme weit in die Höhe. Der "Hütchentrick" hilft zunächst einmal, das die Kleinen auch mal rückwärts gehen, wenn sie einen hohen Ball erwarten. Aber bei den ganz hohen Bällen sind die Arme einfach zu kurz! Da hat man größere Chancen, wenn man ein wenig hochspringen kann. Die Übung mache ich gerne mit Luftballons, in denen sich ein Kaugummi befindet. Diese Süßigkeit dient eigentlich nur dazu, das der Ballon am Boden liegenbleibt. Natürlich ist er auch Ansporn für die Kids, keine Frage! Die Aufgabe der Kleinen besteht darin, aus dem Stand heraus so hoch zu springen, das sie mit den Füßen den Luftballon zum platzen bringen. Die ersten Versuche scheitern, weil sie mit durchgedrückten Knien und flach auf dem Boden befindlichen Füssen nicht hoch genug hinaus kommen. Dann aber zeigt ihnen der Trainer, das sie zunächst einmal leicht auf den Zehenspitzen, mit leicht angewinkelten Knien, nach hinten ausholender Armbewegung abspringen müssen. Jetzt macht es bei den Ersten klick und die Ballons zerplatzten. Die Kaugummis werden aufbewahrt, denn die werden noch für den 2. Teil gebraucht. Jetzt werden sie in neue Ballons gesteckt, die dann mit unterschiedlichen langen Bändchen an die Torlatte gebunden werden. Die Aufgabe besteht nun darin, die Ballons mit den Händen zum platzen zu bringen. Bei den Ballons mit den längeren Bändern klappts auf Anhieb, aber bei den anderen nicht. Nun kommt wieder der Impuls durch den Trainer, den zuvor geübten Sprung auf den am Boden liegenden Ballon anzuwenden. Immer höher und höher geht es jetzt hinaus. Bis auch der letzte Ballon zum platzen gebracht wurde. Die Kaugummi werden wieder eingesammelt und werden zur letzen Übung gebraucht. Hierbei werden 2 Mannschaften gebildet. Auf Trainerkommando hat jede Mannschaft die Aufgabe, die am Boden liegenden Luftballons einzusammeln und von oben in eine Kiste zu werfen. Leider gehorchen die Ballons nicht, weil die darin befindlichen Kaugummi dafür sorgen, das sie unkoordinierte Bewegungen in der Luft machen. Der Trainer gibt ihnen den Hinweis, wie sie den ovalen Ballon halten müssen, damit der mit dem darin liegenden Kaugummi gerade nach unten fallen. Jetzt nimmt der Wettstreit an Schärfe zu, weil man sich nun gegenseitig unterstützt. Schließlich fordert der Trainer die Teams auf, das sie sich jeweils auch die Ballons aus den Kisten der Konkurrenz holen können, um sie in ihrer Kiste zu versenden. Während die "Fussballmuttis", die ihre Kleinen beim Training begleiten, schon erste Lachkrämpfe bekommen, rinnt der Schweiß von der Stirn der kleinen Racker. Schließlich pfeift der Trainer ab und gibt bekannt, das beide Teams prima gekämpft und somit den Sieg verdient haben.


    Was das Ganze mit Fussball und speziell mit dem Torwarttraining für Bambinies zu tun hat? Jede Menge, weil es die spezifische Koordination geschult hat und erste Anfänge mit Eselsbrücken "gewürzt" Interesse und Spaß an dieser Aufgabe vermittelt wurde! Wer allerdings erwartet hatte, das man ein klassisches Torwarttraining für "kleine Erwachsene" ala Trainer schießt pausenlos aufs Tor und die Kleinen werden unter lauten Gebrüll dazu aufgefordert, den Ball zu halten, erwartet hatte, wird vermutlich enttäuscht sein.


    Gerne möchte ich die Trainer im unteren Fussballbereich dazu animieren, doch mal ein TW-Training mit der gesamten Mannschaft zu machen. Der eigenen Kreaitität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Die Übungen sollten kurz sein, weil die Konzentration der Kleinen schon nach wenigen Minuten nachläßt. Wenn mal eine Übung nicht funktioniert. Macht nichts, dann wird sie eben etwas einfacher gemacht. Umgekehrt kann man den Schwierigkeitsgrad etwas erhöhen, wenn es zu leicht ist. Man sollte auch nicht überrascht sein, wenn die Kleinen die Übung nach kurzer Zeit anders interpretieren. Sie sollen sich ausprobieren dürfen. Die Kleinen bekommen schon in der Schule den "Strich um die Seele", deshalb sollen sie in ihrer Freizeit nach Herzenslust herumtoben dürfen.

    Andre
    zunächst einmal deine Frage, ob ich praktische Erfahrungen im Bambini-Bereich habe. Das kann ich mit Ja beantworten. Dann zu deiner Vermutung, ich würde dich meinen. Ich meine die landläufige Meinung des DFB dazu. Wenn sich die mit deinen Erfahrungen denkt, dann ist das so. In meiner schon über ein Jahrzehnt langen Erfahrung als TW-Trainer habe ich im Laufe der zeit teilweise eine andere Meinung dazu bekommen und kann dies auch mit sportlichen Erfolgen belegen.

    Hallo Ana,


    erstmal herzlich willkommen im Trainerforum. Ich hoffe, du bist nicht allzusehr erschreckt darüber, das Andre dir die offizielle Version des DFB zu den Inhalten des Bamini-Fussballs so "gnadenlos" vor Augen hält. Generell hat er ja auch recht, aber in einem Punkt bin ich anderer Meinung. Der Torwart gehört zur Mannschaft. Genauso wie alle anderen Feldspieler hat er ein Recht auf altersgerechte Ausbildung. Bereits in der Kreisauswahl (F-Jugend) wird nach talentierten Keepern Ausschau gehalten. Ab der E-Jugend erhalten die talentierten Keeper auf den DFB-Stützpunkten zusätzliche Trainingseinheiten (allerdings kein spezielles TW-Training). Insofern handelt es sich in meinen Augen lediglich um eine Ausrede des DFB, weil sie sich erst sehr langsam und mühselig um die altersgerechte Ausbildung von Torleuten kümmert.
    Ein weiteres Dilemma ist die im DFB-Trainerausbildungssystem noch fehlende Lizenz-Ausbildung für TW-Trainer. Hier gibt es lediglich in Baden-Württemberg eine Mannschaftstrainer-Breitensport-Ausbildung mit Schwerpunkt TW-Trainer. Allerdings wird diese nicht als TW-Trainerlizenz vom DFB anerkennt. Ansonsten gibt es eine Teilnahmebestätigung für die Fortbildungsseminare im Breitensport in den Verbänden, sowie eine Teilnahmebescheinigung im Leistungsbereich über den DFB. Da es keine Prüfung gibt, sagt diese Bescheinigung auch nichts über die Qualität der TW-Trainer aus.


    Diese Mängel in der DFB-TW-Trainer-Ausbildung führen dazu, das nicht die leistungsfähigsten und mit größten Potential ausgestatteten Keeper eine weitergehende Förderung erhalten. Sorry, das mußte jetzt , wo ich mich eigentlich über die Förderung eines zweiten Keepers für ein U-Nationalmannschaftsteam freuen könnte, loswerden.


    Konkret geht es nicht darum, wer im Bambini-Tor steht, sondern darum, altersgerechte Übungen und Spielformen für Bambini-Keeper und darüber hinaus zu entwickeln


    Jetzt aber zu den konkreten Übungen und Erklärungen:


    Mach für alle Mannschaftsmitglieder mal ein paar Torwart-Übungen:


    1. Abschlag: beidhändig, einhändig (Trainer macht es vor und erklärt es, die Bambinis machen es nach)
    a. 1. Vorübung: alle Spieler setzen sich auf den Boden und halten einen Ball in beiden Händen
    auf Trainer-Kommando lassen sie den Ball mal auf den rechten, mal auf den linken Fuss fallen und versuchen den Ball mit dem Fuss zu treffen
    a.2. Vorübung: alle Spieler legen sich mit dem Rücken auf den Boden und werfen sich den Ball mal auf den rechten, mal auf den linken Fuss und versuchen den Ball mit dem jeweiligen Fuss zu treffen


    Durch diese beiden Vorübungen bekommen die Spieler ein Gefühl für die Distanz zwischen Hand und Fuss sowie der Balldynamik (die Geschwindigkeit können sie noch nicht gut einschätzen)


    1. Übung: alle Spieler stellen sich mit dem Ball in beiden Händen. Mit leicht angewinkelten Armen lassen sie den Ball aus der Schulterhöhe fallen und versuchen ihn mal mit rechts, mal mit links zu treffen
    2. Übung: alle Spieler stellen sich mit dem Ball in einer Hand. Mit leicht angewinkeltem Arm werfen sie den Ball leicht in die Höhe und versuchen ihn mit dem rechten/linken Fuss zu treffen


    Korrekturhinweise:
    Die häufigsten Fehler:
    - der Ball wird zu früh getroffen und steigt nur in die Höhe - Korrrektur - zeigen und erklären, das der Ball kurz vor dem Auftreffen auf den Boden getroffen werden soll
    - der Ball wird zu spät getroffen und rollt flach weg - Korrektur - dito
    - der Ball wird an der Fussspitze oder am Unterschenkel getroffen - Korrektur - zeigen und erklären, das der Ball genau im Übergang von Bein zum Fuss getroffen werden soll


    Bitte die Übungen nicht bei jeder Kleinigkeit unterbrechen. Eine Streuung zwischen erfolgreichen und mißglückten Abschlagversuchen ist normal. Auch des Empfinden für die Geschwindigkeit des Balles kann die Kleinen noch nicht exakt nachvollziehen. Lediglich ein Gefühl dafür entwickeln. Es geht dabei auch nicht darum, die Keeper darauf hinzutrimmen, den Ball "hinten raus zu dreschen", sondern ihnen die Technik des Abschlages zu vermitteln.

    2. Torwart-Konzentration
    (Trainer zeigt und erklärt es, die Bambinies machen es nach)
    Man sollte kein Kind zwischen, sich ins Tor zu stellen, aber man kann es dazu ermuntern, Spaß an dieser Aufgabe zu finden. Die größten Schwierigkeiten haben die Bambinies mit dem seitlichen Verschieben in Abhängigkeit zum Schützen.
    Vorübung: Die Kinder stellen sich in 2 Gruppen links und rechts neben dem Tor auf.
    Auf Trainer-Kommando kommt mal von rechts, mal von links ein Bambini mit Seitsteps in Richtung Tormitte und der Trainer rollt ihm den Ball zu.


    2. Vorübung: Damit sie zunächst einmal ein Gefühl dafür entwickeln, kann man ein ca. 5 m langes einfaches Absperrband oder ähnliches in ca. 50 cm Höhe an den Pfosten des Kleinfeldtores.
    Nacheinander fassen die Kinder von der rechten bzw. linken Seite lassen die KInder das Band in ihrer Hand gleiten und bekommen dabei immer wieder den Ball zugerollt, den sie mit dem Fuss zurück kicken


    Übung: das Band dient jetzt nur noch als Markierung. Es wird in Bodenhöhe an den Pfosten befestigen und im halbkreisförmigen Bogen vor dem Kleinfeldtor als Orientierung gelegt.
    einfache Übung: die Kinder wandern mit Seitsteps am Bogen entlang und bekommen dabei immer wieder Bälle zugerollt, die sie stoppen und zurückschießen bzw. aufnehmen und zurück rollen
    leichte Erhöhung: die Kinder sollen vom linken, rechten Pfosten aus im leichten Bogen (mit zusätzlichem Band oder Hütchen markiert werden) auf einen gerollten Ball zulaufen, stoppen oder aufnehmen
    leichte Erhöhung: die Kinder sollen von der Tormitte aus im leichten Bogen auf den in eine Ecke zugerollten Ball zulaufen, stoppen oder aufnehmen


    Bitte die Bambinies noch nicht in der Anfangsphase Hechten lassen ohne Vorübungen. Das ist meistens sehr schmerzhaft, weil sie auf den Ellenbogen landen oder sich das Knie in den Magen rammen. Priorität hat, den Kids "schmerzfrei" den Spaß an dieser Aufgabe zu vermitteln. Deshalb gilt auch hier vom Einfachen zum Schweren.


    Ansonsten gilt: wer Spass hat, mal ins Tor zu gehen, der sollte das auch dürfen!

    Richtig ist, das in Südamerika und Südeuropa der Futsal im Kinderfussball weitaus mehr Bedeutung hat als in Deutschland. Wir hätten es sicherlich schon längst übernommen. Aber wir Deutschen ticken nunmal anders und wollen, wenn überhaupt die Erfinder sein. Karl Marx beschrieb uns Deutsche einmal so: "Wenn in Deutschland einer auf dem Bahnhof eine Revolution anzetteln will, dann kauft er sich zunächst eine Bahnsteigkarte". Er beschreibt dabei sehr deutlich, wie tradiotionsbehaftet wird Deutschen sind. Keiner liebt die Schützenfeste und Gartenzwerge mehr wie wir Deutsche!
    Manchmal gerät aber auch ein traditioneller Sachverstand ins Grübeln, wenn er Erfolge anderer erklären will. So kam nach der Dominanz der spanischen Nationalmannschaft mit ihrem Ticki-Tacki als das typische Kurzpass-Spiel die Frage auf: warum können die das so gut? Und warum bringen unsere Jungs spätestens beim 3. Pass nur noch einen "Notpass" hin? Wir sind aber lernfähig und kopierten das Beobachtete, ohne aber zu kapieren, worin das Besondere liegt. In München schüttelt man jetzt noch den Kopf, wie man nur bei dieser Ballbesitz-Dominanz via Kurzpass-Spiel trotzdem alle 3 Titel vergeigen konnte. Mario Basler (den Mann kann man eigentlich kaum ernst nehmen) meinte dazu: - wenn Gomez einen Ball stoppt, das sieht es so aus, als würde der Ball dananch noch weiter vom Fuss entfernt sein! Vermutlich möchte er der geneigten Zuhörerschaft damit sagen, das die individuellen Fähigkeiten incl. der technischen Fertigkeiten zu berücksichtigen sind, wenn man aus Rumpelfussball einen Ticki-Tacki machen möchte. Wer also nicht auch auf engsten Raum präzise Pässe, Ballan- und mitnahme sowie den Torabschluß beherrscht, dem nützt auch der Ballbesitz auf der übrigen Rasenfläche nichts. Der wird lediglich der Einäugigie unter den Blinden sein!


    Wir wären aber nicht die Deutschen, wenn wir nichts zur Kompensation in die Waagschale zu setzen hätten. Denn wir sind nicht so verrückt zu glauben, das Futsal aus dem Süden oder Gummizwist aus Amerika uns auf unserem Weg zwischen Weltspitze und Graupenfussball etwas anhaben könnte. Wir glauben an die Konvergenz! Das bedeutet die Art den Fussball erfolgreich zu spielen werden sich immer wieder angleichen. Grob formuliert bedeutet das: wenn man die deutsche Kampfkraft mit dem spanischen Ticki-Tacki kreuzt, dann kommt eine Promenadenmischung heraus, die robust ist, aber gleichzeitig einen intelligenten und erfolgreichen Fussball spielt.


    Es ist weitaus einfacher Mißerfolge zu erklären, als die Wurzeln der Erfolge zu ergründen. Auch hier finden wir wieder eine besondere, deutsche Eigenschaft. Hier genügt es, nach dem Übeltäter zu suchen. Das Problem ist nur: beim Mißerfolg will es keiner gewesen sein, andersherum versuchen sich die Väter des Erfolgs gegenseitig den Rang abzulaufen. Wer das Glück (oder Pech) hat, sich im Dunstkreis der Rivalen aufzuhalten, der kann in der dargebotenen Szenerie manch dramenhaftes, aber auch komödiantisches finden.


    Fazit: wer Erfolg haben will, der muß nur auf den Fussballplatz gehen. Wer länger Erfolg haben will, der sollte sich aufs Gras legen und es wachsen hören! Denn wer sich heute mit dem Guten zufrieden gibt, wird morgen schon von den Besseren überholt! Man darf dabei nichts ausschließen, denn Vorurteile sind der größte Erfolgsverhinderer. Es ist nur ein Spiel, bei dem es um Try und Error geht. Meistens irrt man und nur ganz selten glückt der Versuch, den es zu rekontruieren (trainierbar) machen gilt. Erfolg zu haben ist also nicht viel mehr, als die Hoffnung, daran zu glauben. Erfolg ist aber auch, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, denn der Ernst ist ein eifriger und zuverlässiger Behinderer. Weitaus mehr ist der Spaß ein Erfolgsfaktor, denn aus ihm heraus wächst das Risiko Neues zu wagen! Wer allerdings nach einem Patentrezept für den Erfolg sucht, der wird ihn niemals finden!

    @Der Dreizehner
    Mädchen sind nicht hinterhältiger als Jungen. Da hast du was falsch verstanden. Sie sind emotionaler und schwanken deshalb tendenziell schneller von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Wenn du B-Juniorinnen trainierst, dann hast du es mit weiblichen Geschöpfen zu tun, die sich wie Frauen geben, aber zum Teil in ihren Handlungsweisen noch Kinder sind. Bei den gleichaltrigen Jungen ist in diesem Stadium soetwas wie ein Chorgeist zu spüren, bei dem sich alle am wohlsten fühlen, je häufiger sie hören, man wäre eine Gemeinschaft. Bei den Mädchen ist es aber nicht so, das man schon deshalb eine Mannschaft ist, nur weil alle das gleiche Tricot tragen. Wenn du bei deinen Mädels bei der Mannschaftsansprache das Funkeln in den Augen sehen möchtest, dann brauchst du nur die Frage zu stellen, wer besser Fussball spielen kann, die oder der Gegner? Man muß es verstehen, sie richtig zu motivieren, dann wachsen sie über sich hinaus. In ihrem Rollenverständnis sind sie eher zu Mithelfer des Partners herangereift. Jetzt sollen sie aber selbständig und voller Stolz die richtigen Entscheidungen auf dem Platz treffen. Selbstständig Verantwortung zu tragen, das macht ihnen besonderen Spaß, deshalb sollte man sich mit irgendwelchen Hinweisen und Ratschlägen während des Spiels sehr zurück halten. Mädchen beobachten intensiver und lernen aus den Situationen schneller als die gleichaltrigen Jungen.


    Ich übertreibe bewußt ein wenig, um die eigentlich kleinen Unterschiede zum männlichen Fussball besser darstellen zu können. Man könnte sicherlich ein ganzes Buch darüber schreiben, wo es überall Unterschiede zwischen dem männlichen und weiblichen Fussball gibt. Ich mag beide! Allerdings hätte ich vorher nie geglaubt, das mich der weibliche Fussball einmal so in den Bann ziehen würde. Vielleicht, weil hier die Herausforderung für den Trainer besonders groß ist?


    Auch glaube ich nicht, das du den Konflikt mit den beiden Keeperinnen nicht bewältigt hättest. Es war ja die Art und Weise des Jugendleiters, der einen noch unerfahrenen Trainer in die Ecke drängte und so gar keine Chance ließ, in seiner Situation aus einem Konflikt einen Kompromiß werden zu lassen.


    Generell erachte ich es als positiv, wenn Jugendleiter sich vor Ort (beim Training und den Spielen) selbst ein Bild machen. Dann können sie das Selbsterlebte mit den Schilderungen vergleichen und kommen so eher zu einem ausgewogenen Urteil.

    Wer im Mädchen- und Frauenfussball erfolgreich (damit meine ich nicht nur sportlich erfolgreich) und mit Spaß dieser Herausforderung gewachsen sein will, der braucht ein festes Vertrauensverhältnis zu den Vereinsverantwortlichen. Bilden sich andere Kommunikationskanäle, so hat die Gerüchteküche Hochkonjunktur und Dritte können es vor Emphörung kaum noch fassen oder schlagen sich vor Belustigung auf die Schenkel. Daraus erklärt sich auch, das im Mädchenfussball Erfolge und Mißerfolge in rascher Reihenfolge entstehen können, je nach dem in welchem Umfeld sie geschehen. Bis in die höchste Verbandsleistungsebene entscheiden sich Jahr für Jahr so Meisterschaften, weil Teams mit einem Knall auseinander brechen und Meisterschaftspunkte durch Nichtantritt mit der Post verschenken. Was für den Männerbereich undenkbar wäre ist z.B., das Mädchen und Frauen sich ohne Absprache mit dem Vereinsvorstand eigenmächtig nach anderen Trainern umschauen, wenn ihnen die Nase des eigenen Coaches mal nicht paßt.
    Wer es einfach mag, der beibt bei den Jungen! Wer die Herausforderung und den Tanz auf des "emotionalen Messers Schneide" mag, der ist bei den Mädels an der richtigen Adresse. Man muß aus den Erfahrungen rasch lernen, Konsequenzen ziehen, sonst wird das nichts. Ein Kompromiß nützt nur, wenn er beiden Seiten hilft. Denn anders ist es nicht zu erklären, das die Mädchen- und Frauentrainer meist sehr lange tätig sind und hohen gegenseitigen Respekt genießen.

    Habe vor ein paar Jahren beim NFV im Rahmen einer Trainerfortbildung den Futsal kennengelernt. Ich war von Anfang an begeistert, weil:
    - der Ball so gestaltet ist, das auch Technik-Anfänger oder "Grobmotoriker" der Ball nicht so schnell vom Fuss springt
    - aufgrund des Gewichts und des geringeren Luftdrucks des Futsal-Balls kein "Herumgepöhle" möglich ist und man besser mit dem Kurzpass-Spiel ans Ziel gelangt
    - diverse Zeitregeln dafür sorgen, das es kaum Unterbrechnungen im Spiel gibt
    - Teamfouls darauf aufmerksam machen, das man als Mannschaft auftritt


    Habe dann die Futsal-Regeln an den Heimatverein weitergegeben und den Rat gegeben, den Futsal als Ergänzung für die Großen und zur Ausbildungsbestandteil für die Kleinen aufzunehmen. Leider war man im Verein zu geizig, sich ein paar Futsal-Bälle für die Kleinen zu kaufen. Die Großen sahen Spiel mit einem "schlecht aufgepumpten Ball", mit dem man keine weiten Pässe schlagen kann, auch kein Vergnügen. Ein paar Jugendtrainer haben dann aus eigenem Portemonaise Futsal-Bälle gekauft. Dort hat es bereits gewirkt, denn die Zahl der Techniker und damit verbundende Zunahem DFB-Stützpunktspieler hat seither zugenommen.


    Schade eigenlich!

    Jetzt ist es offiziel. Der HSV zieht sich aus dem Frauen-Profifussball zurück. Hier die Meldung:
    "Der HSV zieht seine Frauen-Bundesligamannschaft zurück
    Der Hamburger Sport-Verein wird seine Bewerbung zur Frauen-Bundesliga sowie zur 2. Frauen-Bundesliga Nord für die kommende Saison 2012/13 zurückziehen.
    Hamburg - Der Hamburger Sport-Verein wird seine Bewerbung zur Frauen-Bundesliga sowie zur 2. Frauen-Bundesliga Nord für die kommende Saison 2012/13 zurückziehen. Diese Entscheidung traf der Vorstand nach Abwägung der wirtschaftlichen Möglichkeiten, das notwendige Gesamtbudget für die Bundesligateilnahme zusammenzustellen. In den letzten Wochen wurden alle Möglichkeiten, doch noch eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenzustellen, geprüft. „Der Vorstand bedauert sehr, die Bewerbung aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen für die Saison 2012/13 zurückgeben zu müssen. Dies ist keine Entscheidung gegen den Frauenfußball im HSV. Es wird weiter Frauenfußball bis hin zur Regionalliga geben und die B-Mädchen sind bereits für die neue Bundesliga von uns gemeldet worden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Carl Jarchow. Grundsätzlich hat der Vorstand aber das Ziel, nach zwei defizitären Geschäftsjahren im kommenden Geschäftsjahr mit einem ausgeglichenen Haushalt abzuschließen. Diese Zielsetzung bedingt unter anderem, dass die Zuschüsse in Vereinsbereiche, die sich nicht eigenständig finanzieren können, reduziert werden."


    Diese Bürde wird schwerfallen, denn einerseits will man in der neuen B-Juniorinnen-Bundesliga um Punkte kämpfen, andererseits hat man mit der Damen-Regionalliga nur noch bedingt eine sportliche Heimat. Denn schon heute können die B-Juniorinnen-Spitzenteams der Verbände mit den Regionalliga-Frauenteams mithalten. Der HSV hatte sich anders als viele andere Frauen-Profiteams über lange Jahre Verdienste im Frauenprofibereich erworben. Durch den Rückzug aus dem obersten Leistungsbereich reißt sie ein sportliches Loch in den norddeutschen Frauenfussball. Hier müssen die Frauen für die Mißerfolge der Männer herhalten. Umgekehrt wäre es wohl nicht so! Das macht sehr, sehr traurig und erinnert daran, das im Fussball manchmal nach Gutsherrenart regiert wird.


    Weil ja nicht der HSV als Verein, sondern ein paar "Nieten in Nadelstreifen" versagt haben, besteht aber die Hoffnung, das über die hervorragende Nachwuchsarbeit und etwas kompetenteren Nachfolger als Vereinsmanager schon bald wieder mit dem HSV-Frauen-Profifussball zu rechnen ist. Rine 1. Bundesliga ist ohne den HSV kaum denkbar - und wird es hoffentlich auch nicht lange bleiben!

    Günter
    Ich dachte, ich hätte schon genügend übertrieben, damit die Ironie sichtbar wird. Don hat dann noch ein bißchen mitgeholfen.


    Spott erntet ja nur der, der sich diesen Schuh anzieht und glaubt, man könnte im Camp aus blutigen Anfängern Kandidaten für den Profifussball machen. Gegen den Ferienspaß im Camp ist ja auch nichts einzuwenden.


    Günter, ich wollte dich ja nur auf meine etwas eigene Art davor warnen, das du auch mit deiner beneidenswerten Geduld nicht alle überzeugen kannst. Bei mir sind auch schon Papies mit dickem Auto, prall gefülltem Portemonaise sowie allerlei weltfremde Spinner angefahren, um mich auf ihre Weise davon zu überzeugen, das ausgerechnet ihr Kind mal zu den besten Keepern zählen müßte und deshalb die Konkurrenz durch Einzeltraining überholen müßte. Aber ich bin weder Wunderheiler, Gurru oder sonstiger Zauberer. Ich kann auch für Geld oder unter Berücksichtigung anderer geistiger Werte nichts besonderes leisten.
    Ich bin nur ein normaler Trainer! Meine Rolle ist sehr bescheiden, denn es hängt ganz allein von den Anlagen und dem Willen der Talente ab, ob und was später mal aus den Nachwuchskeepern wird. Deshalb brauchen die wirklichen Talente auch keine Nachhilfe, sponsort by Papi. Denn das können die schon ganz allein. Es gibt dann natürlich die Neider, die gern in die Suppe der Trainer spucken, weil ein anderer das schafft, wofür ihr Söhnchen doch geboren wurde. Damit muß man leben. Gerade erst wurden die Spiele der geistig Behinderten eröffnet. Die Behinderten kennen Neid und Mißgunst im Sport nicht. Vielleicht sind die ja weitaus normaler als die "Normalen"?


    Eigentlich wollte ich es mir ja auch verkneifen, eine Übersetzung deines auch nicht so ganz ernst gemeinten Einzeltrainings anzufertigen. Gerade weil ich befürchtete, du könntest die Ironie nicht verstehen. Aber nun ist es mal geschehen - soll aber nicht mehr vorkommen!

    Günter


    "Stop! das wär doch vielleicht auch eine Lösung im fussball. Lücke entdeckt. Vielleicht biete ich Einzelunterricht für Einsteiger an: Schwerpunkt neben Technik und Taktik,
    das Einfügen in ein Mannschatsgebilde."


    So deine Worte vor wenigen Tagen.


    Ich bin mal so frei und übersetze das: Man muß "nachrüsten" mit Einzeltraining, um die Konkurrenz im Team, die teilweise noch die Trainer besticht, auszustechen. Sollen doch die Anderen auf der Bank schmoren! Eine andere Sportart wählen, wenn kein Erfolg da ist? Kommt ja gar nicht in Frage! Das käme ja Feigheit und einer Niederlage gleich. Wenn Vater ein Held ist, dann muß es der Sohn mindestens noch besser machen. Wo kämen wir da hin? Hier wird gemacht, was der Chef sagt! Zunächst mal mit dem Kind in `nen anderen Verein. Wenn das nichts nützt, muß der Spezialist ran und Filius auf Kurs bringen.


    Jeder sollte doch bekommen, woran er glaubt? Gestern standen wir noch vor dem Abgrund. Heute sind wir schon einen Schritt weiter!


    Leider bist du nicht der Erste, der auf diese Idee gekommen ist. Jedes Jahr in der Ferienzeit fallen die Fussballcamps wie die Heuschrecken übers Land, verkaufen ihre Tricots und Bälle und weißen auf beste Kontakte zu den Profivereinen hin. Naive Eltern versetzen sie in den Glauben, man könnte den Erfolg mit etwas Geld erkaufen und wundern sich, warum es auch nach dem Camp im Verein nicht besser läuft.


    Sorry, ich konnte es mir nicht verkneifen! Es soll auch nicht so schnell wieder vorkommen! :thumbup:

    Ranwie
    Danke für deinen Turnierbericht. Vielleicht haben ja die 3 überforderten "Trainer mit Brüllattacken" etwas aus dem Turnier für sich mitgenommen. Nämlich, das (fast) immer der bessere Fussball zum Schluß siegt und Trainer nur Randfiguren sind, die den Hauptakteuren ihre Bühne geben sollen. Friedliche Eltern, die ihre Mannschaft unterstützen, statt ins Spiel hineinzurufen, fühlen sich nicht vom Verein ausgesperrt und kaltgestellt (wie hier und da als Argument gegen den FPL zu hören war), sondern im vollen Umfang als Zuschauer ins Geschehen integriert.


    Im friedlichen und fairen Spiel auf und neben dem Platz darf sich schließlich Jeder, unabhängig von Hautfarbe und Kultur als Sieger fühlen. In so einer Athmosphäre überwiegt auch beim sportlichen Verlierer die Vorfreude auf ein nächstes mal!

    In einem Unternehmen nennt man eine erhöhte Quote von Fehlzeiten in einem Bereich "führungsbezogene Ausfälle", weil der Vergesetzte für das schlechte Betriebsklima verantwortlich ist. Unerfahrene Vorgesetzte bilden sich dann bereits ihre Meinung, wenn sie nur die eine Seite gehört haben und grefen bereits zum Maßnahmen, ohne die andere Seite zu kennen. Hat die andere Seite gar keine Chance, seine Fakten vorzutragen, dann wird das Vertrauensverhältnis gestört und Abwesenheit ist die Folge.
    So kommen mir auch deine Schilderungen über euren Jugendleiter vor, der aus Übereifer gemeint hat, diesem Trainer den Kopf waschen zu müssen, der diese beiden armen Mädchen diskriminiert hat. Das Resultat ist ein nachhaltig gestörtes Vertrauensverhältnis zu diesem Trainer. Ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Partnern nachaltig gestört, spielt die Ursache keine Rolle mehr. Hier hat der Jugendleiter nur eine Chance: sofort das Gespräch zum Trainer suchen und sich entschuldigen.


    Etwas anderes ist der normale Zickenkrieg in Mädchen- und Frauenmannschaften. Die hier vorhandenen Freundschaften sind in den meisten Fällen Zweckgemeinschaften. Sie sind fragil und funktionieren nur solange, wie ein äußerer Feind vorhanden ist. Sie erkennen in ihrem handeln auch nicht, ob sie sich den eigenen Ast absägen (kein Trainer, keine Mannschaft)! So manch unerfahrener Trainer hat die Scheinargumente (man sagt das Eine, meint aber das Andere) schon bare Münze genommen und glaubte, durch die sofortige Realisierung der Forderung in den Alt-Zustand zurück kehren zu können. Trainer mögen zwischen sportlicher und charakterlicher Kritik ihrer Teammitglieder trennen können, die Mädchen jedoch nicht immer! Deshalb braucht der Trainer zeit, zitierfähig kommunizieren zu können, ohne seine Glaubwürdigkeit dabei zu verlieren.


    Im Mädchen-/Frauenfussball ist Harmonie besonders wichtig, weshalb regelmäßig Aktivitäten ausserhalb des Sports stattfinden sollten. Ein "Gipfeltreffen" in Form einer Aussprache durch Austausch von Argumenten und der Herbeiführung eines Kompromisses löst nur scheinbar schwelende Konflikte.


    @Der Dreizehner
    Ich würde mal sagen, es ist nun Aufgabe des Jugendleiter dir sein Interesse an einer weiteren Trainerarbeit zu bekunden. Jeder hat eine zweite Chance verdient! Denn auch er sollte wissen, das sein Verhalten Konsequenzen hat und du nicht sein "Hanswurst" bist, den man nach Belieben verbal in den Hintern treten kann. Was wäre denn gewesen, wenn du aus Mitleid mit den Mädchen den Rücktritt vom Rücktritt erklärt hättest? Welcher Trainerkollege, welche Spielerin hätte dich dann noch ernst genommen? Wer als Trainer eine Mannschaft leitet, muß damit rechnen, das nicht alle zu jedem Zeitpunkt gleicher Meinung sind. Normalerweise gibt es dann Gespräche zwischen den unmittelbar Beteiligten. Wird jedoch ein anderer Kommunikationsweg eingeschlagen, so sollten immer beiden Seiten das Recht haben, in angemessenem Rahmen gehört zu werden. Mitleid ist fast nie ein guter Ratgeber für Entscheidungen. Denn wer aus Mitleid handelt, steht selten mit ganzen Herzen hinter der Sache!

    TRST
    Hast dir sehr viel Mühe gegeben und tw. fachlich sehr gut beschrieben.


    Allerdings hätte ich mir im Bereich der offensiven Aufgaben der Defensive noch das eine oder andere Fazit gewünscht. Korrekt ist, das die Aufgaben einer modernen Mannschaft komplexer geworden sind. Jeder offensive Spieler hat gleichzeitig defensive Aufgaben (z.B. bei Ballverlust den Gegenspieler an einem schnellen Spielaufbau zu hindern) und jeder defensive Spieler hat auch offensive Aufgaben (z. schnelle, präzise Spieleröffnung).
    In diesen Bereich fällt ebenfalls das Überzahlspiel mit dem Keeper bei Gegnerdruck. Allerdings kann man den Keeper aufgrund seiner Defensivaufgaben nicht so flexibel einsetzen wie andere Mannschaftsmitglieder. Wir verbinden mit dem Libero die klassische Funktion hinter der Abwehr. In der eigentlichen Funktion meint dies jedoch einen Position ohne unmittelbaren Gegenspieler. Diese Funktion kann ich als Trainer bestimmen. Sie kann sich je nach Wunsch defensiv oder auch offensiv sein. Das kann dann manchmal auch der kleine Unterschied im Spiel sein.


    Taktik ist der Plan, ein Spiel erfolgreich zu gestalten. Das "Rasenschach" sollte nach meinem Empfinden aber im gesamten D-Jugendbereich unabhängig von der Leistungsstärke noch nicht so viel Trainingszeit in Anspruch nehmen. Allenfalls als grobe Orientierung der einzelnen Linien für die Spieler.


    Darüberhinaus gibt es auf ausreichend Erfahrungen beruhende Empfehlungen für altersgerechtes Training, beginnend von der individual-technisch-taktischen Ausbildung über die Schulung des gruppentaktischen Verhaltens in unterschiedlichen Situationen bis hin zur Mannschaftstaktik.


    Für den Breitensportbereich sollte selbst der engagierteste Trainer Prioritäten setzen, denn wenn man alles so ein bißchen macht, dann bleibt doch fast Alles dem Zufall überlassen. Zufall hat aber dann nichts mehr mit Taktik zu tun.

    Auf den Service-Download-Seiten (mit Stand vom Juli 2011) des FVM stehen noch alle 3 möglichen Spielfeldgrößen für 11-er, 9-er und 7-er Teams abgebildet. Ursprünglich sollten diese Varianten den Verbänden übelassen werden. Als D-Jugend-Empfehlung wurde seinerzeit die maximale Mannschaftsstärke eines 9-er Teams vom DFB ausgegeben. Begründung: mehr Ballkontakte, überschaubare Mannschaft, Anpassung an den demografischen Wandel.


    Weder beim DFB noch bei den Verbänden gibt es derzeit neue Durchführungsbestimmungen für die Saison 2012/13. Oder habe ich was überlesen? Wenn ja, bitte das offizielle Dokument hier hineinstellen.


    Ansonsten bitte ich um ein bißchen Geduld!