Hallo Analy1209!
Du schreibst:
Der Junge ist gut im Tor, das einzige was er nicht gut kann ist zu hören.
Wenn er nicht hörgeschädigt ist, dann meinst du sicherlich, er hört nicht immer zu? Das kann zum einen daran liegen, dass die TW-Übungen, die zu einfach, zu schwer oder zu häufig wiederholt werden. Dann kann auch daran liegen, das das Kind sich den dem Altern noch nicht lange konzentrieren kann?
Ferner schreibst du, das es dir wichtig ist, das der Junge einen ordentlichen Abschlag machen kann, weil andere das auch können! Andre stellt hier das Ziel infrage, das der Sinn des Spiels nicht darin liegt, den Ball weit genug über die Gegenspieler hinweg befördern zu können, damit ganz vorne ein Stürmer allein auf den gegnerischen Torwart zugeht und den Ball hinein schießt, weil der Keeper (ebenfalls ohne TW-Training) brav auf der Torlinie stehen bleibt!
Schon aus der Beschreibung dieser Situation ergeben sich Fehler bei den TW-Aufgaben! Alle Fussballspieler sollten nach Alter und Leistungsstand eine angemessene Ausbildung erhalten. Auch die Torleute sind Fussballspieler, auch die Feldspieler können und sollen sich auf der TW-Position ausprobieren.
Und schließlich: Warum soll ich also den langen Abschlag in der Ausbildung weglassen? Er gehört mit zur Spieleröffnung, wie der kurze Pass, der kurze Abwurf, Abstoß oder die Weiterleitung des Balles. Der Abschlag ist aber deshalb so schwierig, weil hier die Koordination von Arm und Bein incl. der Körperbalance einen komplexen Bewegungsablauf darstellt.
Das Argument, der weite Abschlag wäre nicht altersgerecht beinhaltet auch, das die wenigsten Trainer eine Ahnung haben, wie sie es Kindern dieses Alters vermitteln können! Irgendwann lernen sie es von alleine! Warum die Zeit damit vertrödeln? Das Können der Mannschaftsspieler, unter denen sich auch der Sohn, die Tochter befindet, ist wichtiger!
Dann taucht noch ein Problem auf! Viele Mannschaftstrainer können einen ordentlichen Abschlag präsentieren, verzweifeln aber daran, warum es der Knirps nicht hinbekommt. Manche kommen dann zu dem Ergebnis: das Kind hört einfach nicht zu! Wie aber bereits beschrieben, handelt es sich hierbei um einen komplexen Bewegungsablauf, bei dem es eine Reihe von Fehlerbildern geben kann, die es zunächst einmal zu erkennen und dann zu korrigieren gilt. Dazu braucht es schon eine Menge an Erfahrung, denn zu wissen, wie es falsch und wie es richtig aussieht genügt nicht! Hinzu kommen Verständlichkeitsprobleme bei der Verbalisierung der Aufgabe. (Kinder haben in diesem Altern einen begrenzten Wortschatz, fragen aber nicht immer nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben).
In einem vorherigen Beitrag habe ich bereits Methoden und Korrekturen genannt. Bei den Methoden gibt es durchaus weitere, bewährte Übungen! Wichtig dabei ist aber zu wissen, das man diese Übungen in dieser Altersgruppe nicht länger als 5 Min. machen sollte. Sobald man merkt, das die Konzentration nachläßt (geschieht dann, wenn sich das Ergebnis verschlechtert), sollte man sofort damit aufhören und nicht noch weiter exerzieren, in der Hoffnung, das es irgendwann klappt! In dieser Altersgruppe gilt ohnehin, lieber etwas weniger und häufigere Pausen! Aber man muß nicht nur Sackhüpfen und andere Bewegungsspiele machen, sondern darf auch schon mal Fussballspielen. Darunter fallen auch TW-Übungen mit der Mannschaft oder in kleinen Trainingsgruppen! Ein Einzeltraining braucht es noch nicht, weil KInder diesen Alters auch sehr gut voneinander lernen können!
Aber schon jetzt sollte der Trainer damit beginnen, nicht alles vorzumachen und ausführlich über die Möglichkeiten zu referieren, sondern erst mal die Kinder machen zu lassen. Erst dann, wenns überhaupt nicht klappen will, mit geeigneten Tipps, Anregungen und Impulsen unterstützen! Findet das Kind seinen Weg weitgehend ohne Trainerunterstützung, wird es die nächsten Schritte einfacher machen, als wenn es immer auf die Trainerpräsentation und -kommandos warten muß!