Beiträge von TW-Trainer

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    Avilio
    Welches Profil: Kinder-Jugendtrainer oder Erwachsenentrainer im Breitensport für dich am besten geeignet ist, hängt davon ab, in welchem Altersbereich du gerne als Trainer arbeiten möchtest. Wenn du dich für die zentrale Ausbildung im Verband entschließt, kannst du sogar das Glück haben, zwischen den beiden Profilen zu wählen. Denn bei der dezentralen Ausbildung gibt es fast immer nur Kandidaten, die sich für die Trainerausbildung im Kinder- und Jugendbereich interessieren, weshalb das Erwachsenenmodul gar nicht angeboten wird.


    Eine Trainer-Lizenz-Ausbildung ist in jedem Fall von Nutzen! Sie ist jedoch keine Bedingung oder Voraussetzung, um im Breitensport ein Traineramt übernehmen zu können.


    Eine Trainerlizenzpflicht gibt es lediglich im Leistungs- und Profibereich und selbst da gibt es Übergangsfristen, in denen die entsprechende Lizenz nachgeholt werden kann.


    ich hoffe, es wird jetzt ein bißchen klarer?

    @Avillo
    Wenn ich es recht verstehe, wird sich dein Verein in Kürze auflösen. Wenn du dich noch vor der Auflösung zur Trainerausbildung anmelden kannst, so kannst du noch diese Vereins-Nr. auf dem Anmeldeformular angeben. Ist er bereits aufgelöst, solltest du Mitglied eines anderen, im Verband angeschlossenen Vereins sein.
    Die Breitensport-Trainerlizenz wird unterschiedlich angeboten. Die C-Breitensportlizenz dauert stets 120 Lehreinheiten. Man kann sie dezentral machen. Dann finden die theoretische und praktische Ausbildung in aller Regel am Wochenende bei einem Verein in Wohnortnähe statt. Über den Daumen geschätzt dauert das Ganze dann incl. Prüfung ca. 1/4 Jahr. Hier wird sowohl in der regionalen Zeitung als auch auf der Homepage des Fussball-Kreisverbands darauf aufmerksam gemacht.
    Man kann aber auch den beim Verband angebotenen Kompaktlehrgang besuchen. Dabei kann man je nach Arbeitgeber sogar Bildungsurlaub beantragen. Diese Kompaktlehrgänge finden meist während der Ferienzeit statt und werden auf der Verbandshomepage angekündigt.


    Man kann sich vor Ort beim Lehrausschuß des Kreis-Fussballverbands über weitere Details informieren.

    Günter
    Die Spanier sind einfach zu überlegen, das ihnen nichts anderes einfällt! Langweilig fand ich allerdings auch die erste Halbzeit unserer Deutschen gegen die Griechen, wo mit Standfussball vorm Strafraum die Griechen hypnotisiert werden sollten. Erst als man mit Auswechselungen drohnte, wurde das Tor wieder ins Visier genommen. Angemerkt werden sollte ferner, das sich die Taktikstabsabteilung intensiv mit der Überwindung des gegnerischen Abwehrbetons und recht wenig mit der Verhinderung von Gegentoren (an 2 Gegentoren gegen die Griechen muß man schon lange zurückblättern) beschäftigt haben. Ich hoffe, man hat gegen die Italiener mit einem genialen Passgeber und ihrem durchgeknallten Mittelstürmer seine Hausarbeiten besser gemacht. Die anderen Italiener können schließlich auch an Tricots ziehen, einen sich abdrehenden gegnerischen Verteidiger aus kurzer Distanz an die Hand schießen. Und 4 Dinger lassen sich die Italiener auch nicht gegen Deutschland reinhauen!


    Ich denke, Jurigs Buben werden diesmal der negativen Statistik gegen Italien ein Schnäppchen schlagen und ins Finale einziehen!

    Hallo Milky,


    Oberliga sagst du, dann bestätigt das meine Vermutung. Denn bis auf totale Überflieger, die die Insider der Fussballszene ohnehin schon lange kennt, wird im Leistungsbereich erstmal für Kaderstärke gesorgt! Das geht dann auch fix nach einem Training! Wer dann anschließend auf der Bank sitzt oder in der 2. Mannschaft spielt, wird später beraten!


    Auch Versprechungen über Fahrtkostenzuschüsse, ect. würde ich mir schriftlich geben lassen und selbst dann zunächst einmal bei meiner Entscheidung außen vorlassen. Denn Vereine in dieser Liga sind meist gerade im Jugendbereich sehr "klamm bei Kasse" und wollen ganz gerne den Eltern ihrer Spieler das alleinige finanzielle Risiko aufs Auge drücken!


    In den Nachwuchsleistungszentren der Bundesligavereine (manche sind sogar zertifiziert) ist das Talentniveau höher. Aber selbst dann beobachtet man die infrage kommenden Talente eine zeitlang, weil man auch wissen möchte, wie schnell Fortschritte erzielt werden. Erst danach fällt eine Entscheidung! Die Teilnahme am Stützpunkt- oder Verbandsauswahltraining allein hilft auch nicht, denn wie Chris bereits beschrieb, werden solche Dinge nur von den Laien überbewertet! Deshalb ist es mir auch nicht bekannt, das die Leistungsdaten aus früheren Jahren bei der Beurteilung herangezogen werden! Wozu auch, denn für die in der Vergangenheit erzielten Fortschritte kann sich der Verein allein in der Zukunft nichts kaufen. Da interessiert lediglich die reelle Ausssicht auf eine günstige Erfolgsprognose!

    Er widerholt gerade die 8. weil er die Klasse aus gesundheitlichen Gründen damals nicht geschafft hatte.

    Ja, da habe ich mich dann wohl vertan! Ist halt schon ne Zeit her, wo ich auf der Schule war! Danke deshalb für den Hinweis.


    Allerdings geht auch jetzt nicht aus deinen Angaben hervor, in welcher Liga die 1. Senioren des Vereins, der Interesse an deinen Jungen gezeigt hat, spielt.


    Auch gebe ich Daniel78 recht, wenn er sagt, es ist nicht überall so. Es hängt vom Mannschaftsspirit, der über Verein und Trainer kommt, ab! Wenn aber ein Leistungsverein mit 3. klassischer B-Jugend Talente von so weit her (mit dem Zug 1 Stunde) holt, dann bestehen zumindest gewisse Zweifel daran. Es ist auch unterschiedlich zu bewerten, denn in einem Ballungsgebiet können die Bedingungen anders sein als auf dem flachen Lande. Bei letzterem ist die Tendenz eher Zwecke der Erreichung von sportlichen Zielen, wobei die Kameradschaft eher als Nebensache angesehen wird, weil kaum Jungen aus dem Heimatverein kommen und die meisten sich nur vom Fussballspielen kennen und privat nichts miteinander machen.

    Hallo Analy1209!


    Du schreibst:

    Der Junge ist gut im Tor, das einzige was er nicht gut kann ist zu hören.


    Wenn er nicht hörgeschädigt ist, dann meinst du sicherlich, er hört nicht immer zu? Das kann zum einen daran liegen, dass die TW-Übungen, die zu einfach, zu schwer oder zu häufig wiederholt werden. Dann kann auch daran liegen, das das Kind sich den dem Altern noch nicht lange konzentrieren kann?


    Ferner schreibst du, das es dir wichtig ist, das der Junge einen ordentlichen Abschlag machen kann, weil andere das auch können! Andre stellt hier das Ziel infrage, das der Sinn des Spiels nicht darin liegt, den Ball weit genug über die Gegenspieler hinweg befördern zu können, damit ganz vorne ein Stürmer allein auf den gegnerischen Torwart zugeht und den Ball hinein schießt, weil der Keeper (ebenfalls ohne TW-Training) brav auf der Torlinie stehen bleibt!
    Schon aus der Beschreibung dieser Situation ergeben sich Fehler bei den TW-Aufgaben! Alle Fussballspieler sollten nach Alter und Leistungsstand eine angemessene Ausbildung erhalten. Auch die Torleute sind Fussballspieler, auch die Feldspieler können und sollen sich auf der TW-Position ausprobieren.


    Und schließlich: Warum soll ich also den langen Abschlag in der Ausbildung weglassen? Er gehört mit zur Spieleröffnung, wie der kurze Pass, der kurze Abwurf, Abstoß oder die Weiterleitung des Balles. Der Abschlag ist aber deshalb so schwierig, weil hier die Koordination von Arm und Bein incl. der Körperbalance einen komplexen Bewegungsablauf darstellt.


    Das Argument, der weite Abschlag wäre nicht altersgerecht beinhaltet auch, das die wenigsten Trainer eine Ahnung haben, wie sie es Kindern dieses Alters vermitteln können! Irgendwann lernen sie es von alleine! Warum die Zeit damit vertrödeln? Das Können der Mannschaftsspieler, unter denen sich auch der Sohn, die Tochter befindet, ist wichtiger!


    Dann taucht noch ein Problem auf! Viele Mannschaftstrainer können einen ordentlichen Abschlag präsentieren, verzweifeln aber daran, warum es der Knirps nicht hinbekommt. Manche kommen dann zu dem Ergebnis: das Kind hört einfach nicht zu! Wie aber bereits beschrieben, handelt es sich hierbei um einen komplexen Bewegungsablauf, bei dem es eine Reihe von Fehlerbildern geben kann, die es zunächst einmal zu erkennen und dann zu korrigieren gilt. Dazu braucht es schon eine Menge an Erfahrung, denn zu wissen, wie es falsch und wie es richtig aussieht genügt nicht! Hinzu kommen Verständlichkeitsprobleme bei der Verbalisierung der Aufgabe. (Kinder haben in diesem Altern einen begrenzten Wortschatz, fragen aber nicht immer nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben).


    In einem vorherigen Beitrag habe ich bereits Methoden und Korrekturen genannt. Bei den Methoden gibt es durchaus weitere, bewährte Übungen! Wichtig dabei ist aber zu wissen, das man diese Übungen in dieser Altersgruppe nicht länger als 5 Min. machen sollte. Sobald man merkt, das die Konzentration nachläßt (geschieht dann, wenn sich das Ergebnis verschlechtert), sollte man sofort damit aufhören und nicht noch weiter exerzieren, in der Hoffnung, das es irgendwann klappt! In dieser Altersgruppe gilt ohnehin, lieber etwas weniger und häufigere Pausen! Aber man muß nicht nur Sackhüpfen und andere Bewegungsspiele machen, sondern darf auch schon mal Fussballspielen. Darunter fallen auch TW-Übungen mit der Mannschaft oder in kleinen Trainingsgruppen! Ein Einzeltraining braucht es noch nicht, weil KInder diesen Alters auch sehr gut voneinander lernen können!


    Aber schon jetzt sollte der Trainer damit beginnen, nicht alles vorzumachen und ausführlich über die Möglichkeiten zu referieren, sondern erst mal die Kinder machen zu lassen. Erst dann, wenns überhaupt nicht klappen will, mit geeigneten Tipps, Anregungen und Impulsen unterstützen! Findet das Kind seinen Weg weitgehend ohne Trainerunterstützung, wird es die nächsten Schritte einfacher machen, als wenn es immer auf die Trainerpräsentation und -kommandos warten muß!

    Welcher Proficlub hat eine B-Junioren, die im Aufstieg um die Regionalliga spielt? Kann es sein, das du einen Club meinst, dessen 1. Seniorenmannschaft deutlich unterhalb der 1. Bundesliga spielt?


    Dann sind wir nämlich im berüchtigen Bereich des Leistungsfussballs angelangt, wo teilweise andere Regeln gelten, die weitaus mehr für eines saisonbezogene Verbindung zum Spieler suchen und weniger die Förderung über den gesamten Jugendbereich im Auge haben. Auch dort gibt es Trainer mit A-Lizenz, denn nicht alle schaffen den Weg ins Leistungszentrum eines Bundesligisten!


    Dein Sohn hat die 8. Klasse wiederholt aus gesundheitlichen Gründen und kommt jetzt gerade wieder in "ruhiges Fahrwasser".,Er braucht den Fussball nicht mehr zur Frustbewältigung, sondern zum Freizeitspaß! Glaubst du, das es seinen alten oder neuen Trainer interessiert, ob und wie er in der Schule mitkommt? Glaubst du, das es sie interessiert, das dein Sohn, wie 99,5 % aller Stützpunkttalente sein Geld nicht mit Fussball in der ersten Bundesliga verdienen wird? Und schließlich glaubst du, weil sie der erste Verein für deinen Sohn interessiert, das jetzt der richtige Zeitpunkt für einen 13-Jährigen gefunden ist, um ihn 4 mal in der Woche in einen Zug zu setzen, um in einen rein zweckgebundenen, seelenlosen Haufen zu spielen, statt es noch 1 - 2 Jahre in einer stabileren, sozialen Umgebung reifen zu lassen?


    Schließlich stellt sich die Frage, die du vor dir ehrlich beantworten mußt: sind die Talentanlagen deines Kindes wirklich so groß, dass sie weit über denen der anderen Stützpunktspieler liegen? Denn üblicherweise kicken die Besten im Stützpunkt immer ganz vorn und die etwas Langsameren etwas weiter hinten!


    Das mag jetzt ein wenig grausam klingen! Aber ich hoffe, es hilft dir bei deiner Entscheidung! Denn solange das Kind die Folgen seiner Entscheidungen noch nicht vollständig überschauen kann, mußt du für ihn die letzte Entscheidung treffen.

    Hallo Annie!
    Ich weiß zwar nicht, wie groß du bist, aber 12-jährige Mädchen können schon stattliche Größen erlangen!


    Üblicherweise gilt auch bei den Mädchen eine vergleichbare Altersregelung wie bei den Jungen. Einzige Ausnahme: Mädchen dürfen 1 Jahr länger in Jungen-Teams spielen. Das sind die DFB-Regeln. Dann gibt es noch DFB-Empfehlungen, die von den Verbänden geregelt sind (z.B. wenn Mädchenmannschaften in Jungenligen spielen wollen)


    Schließlich gibt es weitere Empfehlungen, die von Kreis zu Kreis unterschiedlich gehandhabt werden können und der jeweiligen Förderung des Mädchenfusssballs dienen sollen.


    In dem von dir beschriebenen Fall könnte ich mir vorstellen, das nach Absprache mit dem Staffelleiter und den Vereinen deiner Liga diese Altersausnahmeregelung getroffen wurde. Es kann auch sein, das die Punkte dieses Teams nicht gewertet werden, weil es wegen dieser Spielerinnen außer Konkurrenz gestartet ist.


    Um in deinem Fall rasch Gewissheit zu erlangen würde ich den zuständigen Staffelleiter anrufen!

    Andre
    Ich würde dir ohne Bedenken mein Kind anvertrauen, weil ich davon überzeugt bin, das du ein großes Herz für die Kinder hast. Das ist erst mal viel wichtiger als Gewinnen oder Verlieren im Breitensport! Sich als erfahrener Trainer in einer Diskussion eher als Moderator in den Hintergrund zu halten, das lernt man auch nicht im Fussball. Ich hab`s in Managersemniaren im Rahmen der Konfliktsteuerung von teuer bezahlten Psychoanalytikern vor laufender Kamera gelernt! Manches läßt sich auch privat gebrauchen. Man muß allerdings immer auf der Hut sein, es nicht dort auszunutzen, denn die Mannschaft sind nicht deine Mitarbeiter und die Familie nicht dein Sektretariat!


    Wenn du dabei jedoch ehrlich bist, dann schadet es nicht, das der unerfahrene Trainer glaubt, er wäre von allein zu einer Einsicht gelangt. Denn nur dann, wenn er auch daran glaubt, wird er so handeln. Von einem abgerungenen Lippenbekenntnis hast du doch auch nichts!

    Chris
    Es wurde auch nicht wiedersprochen, das es eine latente Korrupierbarkeit gibt. Jährlich entsteht auch der deutschen Wirtschaft ein Schaden in Millardenhöhe. Es geht darum, ob das der Standard und alles andere die Ausnahmen sind. Und das kann ich beim besten Willen nicht bestätigen! Denn sonst könnte man sich das ganze Scouting sparen und ganz einfach ein paar Wochen vor dem Ende des Transferfensters eine Ausschreibung machen: "suchen Talente nach bestmöglichen, finanziellen Angeboten".
    Ein anderer Punkt ist sicherlich auch, das den Eltern der Kinder im D-Jugend-Alter vorgegaukelt wird, das wenn sie jetzt nicht in diesen Verein wechseln, aus der Profikarriere und der Nationalmannschaft nichts mehr werden kann! Dass jedoch erst ab der C-Jugend ein Leistungsfussball beginnt, wird dabei gerne verschwiegen. Dann dann Papi mit dem Geldbeutel zuckt, um der Sache ein wenig nachzuhelfen, dann wohl auch in der Blauäugigkeit, man könne fehlendes fussballerisches Talent durch Geld ersetzen. Für Papi ist es aber erst mal wichtig, das Sohnemann einen Trainingsanzug von Verein X trägt, genauso, wie er selbstverständlich aufs Elite-Privat-Gymnasium Y geht! Manche (wie zu Guttemberg) bringen es dann sogar noch auf einen Doktortitel.


    Dennoch muß man sich die Frage stellen, welcher Nutzen darin besteht, derlei "Ausnahmekarrieren" ins Kalkül zu ziehen! Aber wie du schon bei deinem Beispiel sagst, in der 2. Mannschaft kann man so einen schon mal eine zeitlang mit durchschleppen! Denn irgendwann hat auch das Kind eines Mäzens genug davon, ständig von den Mannschaftskameraden und Zuschauern ausgelacht zu werden, weil immer was schief geht!

    Natürlich gehts um Breitensport. Denn kennst du einen besseren Weg, wie man mit Kaffee und Kuchen rasch von "90 - 60 - 90" auf ein breiteres Format für den Sport kommt?


    Die Herren vom DFB wissen immer was hilft! Daran sollten auch wir uns ein Vorbild nehmen!

    Chris hat bereits wichtige Punkte angesprochen. Ich würde ihn gern noch um ein paar Punkte ergänzen.


    Zu den sportlichen Fähigkeiten muß auch immer der eigene, freie Wille des Kindes hinzu kommen. Dabei ist darauf zu achten, das dies nicht spontan, sondern ein dauerhaftes Interesse an sportlicher Verbesserung ist. Sind die Kumpels und der nette Trainer wichtiger, dann ist das eben noch so und der Zeitpunkt für einen Wechsel ist noch nicht reif! Mir ist da ein Fall in Erinnerung geblieben, in dem ein Keeper trotz mehrfacher Anfragen während der Jugendzeit erst mit 24 Jahren in die 3. Bundesliga wechselte, weil ihm vorher "Wein, Weib und Gesang" wichtiger waren!


    Ob es zu einer sportlichen Verbesserung kommt, hängt im Wesentlichen auch vom Jugend-Konzept des höher spielenden Vereins ab. Wird der Fokus zu sehr auf kurzfristige Saisonziele gesetzt, so erkennt man dies auch daran, das dort dann fast ausschließlich nach Spielern des älteren Jahrgangs gesucht wird. Weil weniger Wert auf die kontinuierliche Leistungsverbesserung gelegt wird, werden die meisten Kinder, die nach der Saison altersbedingt in die nächste Altersklasse wechseln, wieder nach Hause geschickt. Desweiteren sagt auch die Kaderstärke etwas über die Vereinsmotive aus. Liegt die Stärke jenseits von 18 Spielern incl. 2 Keepern, so ist davon auszugehen, das sich einige Spieler die Saison von der Reservebank anschauen können. Denn hier integriert das Konzept ebenfalls, das man bei der Verpflichtung einiger Spieler von der Konkurrenz auch eine Gegnerschwächung ins Kalkül gezogen hat. Zu erkennen ist das schon beim Probetraining, was einer Scheinsichtung gleicht! Den Eltern wird dann schon nach wenigen Minuten gesagt: O.K., den nehmen wir, weil in Wirklichkeit die Entscheidung schon vorab getroffen wurde!


    An anderer Stelle hatte ich bereits darüber berichtet, wie sich Leistungsvereine nach Gutsherrenart auf dem flachen Lande verhalten! Hier mal ein Beispiel dafür:
    Schließlich gilt es noch zwischen den Nachwuchsabteilungen von Leistungsvereinen und Proficlubs zu unterscheiden. Hier habe ich gerade von einem besonders kuriosen Fall gelesen! Unter dem Dach eines ehemaligen Proficlubs (jetzt Regionalliga) wurde vor 1 Jahr ein NLZ gegründet, um die Jugend über die dort vorhandende Infrastruktur besser fördern zu können. Bei der Gründung war zu lesen: "Wir müssen auf Dauer in allen Mannschaften in der möglichst höchsten Liga spielen ..."! Nun hätte man schon nach der ersten Saison bei einem Team das Ziel im Fokus und hätte sich auf dem richtigen Weg gewußt! Doch die Antwort des Vereins auf einen möglichen Aufstieg seiner C 1 in die Regionalliga lautete: nein, das Risiko sei zu groß sich in der Liga nicht halten zu können. Dafür sei dann der Aufwand zu groß. Weil man ja nicht allein Zweifel am Sinn habe, wurde auch gleich ein weiterer Verein genannt, der sich gegen einen Aufstieg ausgesprochen habe. Aber in diesem Fall ging es darum, das lt. Statuten keine JSG in die C-Regionalliga kann. Weitaus verwunderlicher ist die Entscheidung deshalb, weil alle anderen Aufstiegskandidaten ohne eigenes NLZ fest an den Sinn einer Regionalliga-Teilnahme glauben. Für die Spieler und Eltern mag es ein Schlag ins Gesicht sein, wenn ihnen die Abwerbeargumente, wonach ausschließlich handverlesene, hochveranlagte Talente für eine bestmögliche Förderung ausgesucht werden.


    Kritiker, die schon bei der Gründung des NLZ behaupteten, man habe dringend einen Kunstrasenplatz im Verein benötigt, aber das Geld dazu nicht gehabt. Ansonsten würde das NLZ nur dazu gebraucht, um noch leichter Talente abzuwerben, feiern gerade wieder Hochkonjunktur.


    Nur, welches Ziel soll ein NLZ sonst haben, als den Nachwuchs auf höherem Niveau zu fördern? Und hätten die Verantwortlichen dieses Vereins seinerzeit ähnlich entschieden, so wäre der Region der Glanz des Profifussball über 11 Jahre lang verwährt worden. Nicht zuletzt provitierte auch die regionale Wirtschaft vom zusätzlichen Bekanntheitsgrad durch den Fussball.


    Das diese Entscheidung schließlich von einem hauptamtlichen Förderer des Jugendfussballs verkündet wurde, macht die Sache nur noch komischer!


    Für Trainer und fürsorgliche Eltern von Talenten zeigt dieses Beispiel aber auch, das man sich dann nicht hinterher beschweren darf, einen falschen Weg für die Talente eingeschlagen hat, wenn man sich vorher nicht umfassend informiert hat und stattdessen zu leichtgläubig das, was man gerne hört, vertraut hat!

    Da ist das Kaffeeservice als Belohnung für die deutschem Frauen-Nationalmannschaft zum 1. WM-Sieg ja mal eine richtige Ausnahme.


    Denn, weil die ja wenig trainieren und meistens Kaffeetrinken, ist das doch ein nützliches Geschenk für die Tafel, wo man auch immer eine Erinnerung dran hat!

    Andre
    Sicherlich gibt es beratungsresistente Trainer und der Schar von erfahrenen oder jungen Trainer! Dennoch erachte ich den Meinungsaustausch deshalb als ein nützliches Mittel, weil ich mich als Diskussionspartner sehe, der selbst gerne dazu lernen möchte.


    Wenn du dich isoliert, weil du glaubst, niemand deiner Trainerkollegen versteht, dann befürchte ich, wird dies irgendwann zu einer inneren Emigration führen und der Spaß am Trainerjob wird mehr und mehr schwinden.


    Wenn man nicht 100 % seiner persönlichen Erfahrungen und gewonnenen Überzeugungen transportieren kann, dann mag es auch daran liegen, das man allzugern erzählt, aber weniger gerne zuhört! Eine Schwäche, die sich bei uns Trainer im Laufe der Jahre unbewußt verstärkt, weil wir uns oft benug als Entertainer und "Gute Laune Macher" wiederfinden, in der wir eigene Schwächen nicht zulassen. Nur manchmal werden wir zuhause darauf aufmerksam gemacht, das die Familienmitglieder von der Fraktion "Hol mal eben" in "Bring mal eben" partout einen Rollentausch verlangen!


    Wenn ich aber von dieser Schwäche weiß, kann ich sie auch als Stärke einsetzen, denn anderen Trainer ergeht es ja nicht anders (schlechte Zuhörer und bessere Redner)! Sich ein wenig in den Hintergrund zu stellen, mit Fragen (wie meinst du denn das) zum Nachdenken anzuregen, macht es dem Gesprächspartner leichter, sein Denken auf den Prüfstand zu stellen und über deine Argumente nachzudenken.


    Meinungsaustausch ist nicht, das der And(e)re mit seiner Meinung ins Gespräch geht und mit (d)einer Meinung wieder rauskommt!

    Wenn der Versuch, die sportlich unmittelbar nutzbaren Anlagen mit den charakterischen Fähigkeiten des Talents gleichrangig zu beurteilen (weil der gute Charakter eines langsamen Spielers unerheblich ist), immer wieder schief geht, dann braucht man auch keine härteren Kaliber (z.B. Bestechlichkeit) ins Spiel führen. Es mag wie überall "Schwarze Schafe" geben, aber dies generell als eine Voraussetzung für die Teilnahme am Leistungsfussball zu sehen, halte ich für falsch - allen individuellen Ungerechtigkeiten zum trotz!


    Hingegen würde ich gerne die Größe eines Spielers bei der sportlichen Beurteilung im Frühstadion des Talents außen vor lassen. Denn wie soll ich als Sichter bei einem jungen Talent wissen, wie groß der mal wird und ob er mal ausreichend groß für eine bestimmte Position wird, wenn diese Position noch gar nicht feststeht? Körpergröße und das soziale Umfeld kann ich als Trainer ohnehin nicht beeinflussen!


    Auch habe ich die Erfahrung gemacht, das wenn ein Spieler gut es, es mich nicht die Bohne interessiert, ob der dann groß oder klein, klug oder dumm, reich oder arm ist!


    So habe ich früher mal gedacht, weil es auch so schön bequem ist, denn man braucht bei in etwa gleichen technisch und taktischen Fähigkeiten nur noch das Maßband anzulegen und man bekommt die "Erste Wahl"! Solche Schubladen mache ich aber nicht mehr auf, denn dafür habe ich schon zu viele hochgehandelte TW-Talente gesehen, bei denen diese günstigen Startbedingungen sich anders weiter entwickelten als erhofft. Es reicht heute bei weitem nicht mehr aus ein paar Zentimeter größer zu sein als die Konkurrenz auf der Position. Diesem Vorurteil folgend werden auch heute noch kleinere Keeper nach der C-Jugend aus dem Leistungsbereich aussortiert. Leider auch zu Unrecht! Denn es fehlte auch hier nur das richtige Training für die Ausbildung! Es ist deshalb auch nicht allein ein Problem der Stützpunkt-, sondern auch mancher Vereinstrainer, die mangels besseren Wissens so handeln.


    Gerade im modernen TW-Spiel ist die Beherrschung des Strafraumes und darüber hinaus, sowie die beidfüssige Ballverarbeitung weitaus wichtiger, als die Körpergrößen-Reichweite auf der Torlinie! Wenn ein 1,92 m großer Keeper beim Kopfball von der 5 m LInie seine Arme unten hat, statt auf mittlerer Höhe (wie Manuell Neuer beim Spiel gegen die Dänen), dann nützt ihm seine Körpergröße gar nichts, weil der Weg seiner Hände von unten nach oben zu lang ist!


    In der damaligen DDR wurden seinerzeit umfangreiche Studien gemacht, um das Optimum an Korpergröße, die Proportionen der Eztremitäten zum Körperrumpf, die Muskellänge und -masse, ect. als Vorgabe für die Selektion von Torleuten herauszufinden. Dieses Wissen gilt teilweise als überholt, weil der moderne Torspieler mehr offensive Aufgaben hinzu bekommen hat, wo die Körpergröße eine geringere Rolle spielt. Weil aber Ausbildung bereits im frühen Kindesalter ansetzt, dürfen Selektionsmerkmale, die weder beeinflussbar sind, noch für den Erwachsenenbereich als eindeutig positiv oder negativ zugeordnet werden können, keinen Ausschlag in der Beurteilung zur Talentauswahl finden.

    reimero offtopic


    Ja, soetwas soll Wunder wirken! Ich kann mich daran erinnern, als eine "E-Jugend Gurkentruppe" wieder mal bereits zur Halbzeitpause 3 : 0 zurücklag und die Mutter eines Spielers ihrem Sohn eine Tüte Gummibärchen gab. Die solle er an seine Mannschaftskameraden verteilen und dabei sagen, das wäre Doping! Gesagt, getan und das Wunder geschah, denn das Team gewann in der letzten Minute mit 5 : 4! Ob es allerdings danach weiterhin geholfen hat, entzieht sich meiner Kenntnis!

    In der Kreisliga abzuwerben macht das als Dorfverein keinen Sinn! In der Bezirksliga könnt ihr aber dauerhaft nur mit Unterstützung auswärtiger Spieler bleiben. Und das wird schon nicht einfach, denn auch dort wird immer professioneller gearbeitet!

    7Heby
    Wenn ich es recht verstanden habe, übernimmst du nicht nur eine C1 in der Kreisliga, sondern der Verein möchte gerne, das die C 1 in die Bezirksliga aufsteigt. Du siehst Probleme, weil der überwiegende Teil der jetzigen C 1 und C 2 Spieler altersbedingt in die B-Jugend wechseln. Jetzt lauten deine Fragen, ob es überhaupt Sinn macht, dieses Ziel anzugehen und wie du unter dieser Voraussetzung einen geeigneten Kader finden kannst?


    In der Tat ist Kreisliga noch Breitensport und ab der Bezirksliga findet der Wechsel in den Leistungssport statt. Du befindest dich in dieser Saison also in einer Grauzone zwischen den beiden Leistungsbereichen. Aber jetzt mal der Reihe nach:
    1. Zusammenstellung nach jüngerer und älterer Jahrgang
    Wenn du nicht nur in die Bezirksliga aufsteigen, sondern dort auch bleiben willst, dann solltest du auf einen ausgewogenen Kader (ca. 60 % - 40 %) von älteren und jüngeren Spielern achten. Sonst mußt du nach jeder Saison bei Null anfangen. Bei einer genügend großen Quote von Spielern des jüngeren Jahrgangs werden die dich dann unterstützen, wenn es um die Vermittlung von Kondition, Technik und Taktik geht! Auch kennen die den Ligaeinsatz bereits und können die Jahrgansjüngeren sowie Jahrgangsältere, die hinzustoßen, etwas führen.


    2. Kaderplanung für Kreis- und Bezirksliga
    Damit kommen wir bereits zum Kaderrahmen! Wer glaubt, er könne mit einem 0815 - Verein die Bezirksliga ausschließlich mit Spielern des Heimatvereins halten, der wird meistens sehr schnell von der Realität eingeholt. Denn der Leistungsunterschied zwischen Kreisliga und Bezirksliga ist enorm! Geht man blauäugig an die Sache ran, so wird man schnell zur Schießbude der Liga. Über die Rahmenbedingungen und Abwerbung nach einem Aufstieg sollte man mit dem Vorstand bereits vorher sprechen, sonst sollte man besser die Finger vom Aufstieg lassen.


    3. Auswahl-Sichtung
    Günter hat recht, wenn er sagt, das es bislang darum ging Cliquen in einer Mannschaft unterzubringen, weil der Spaß wichtiger als die Leistung ist. Wenn du dich aber in einer Grauzone bewegt, wird dir nichts anderes übrigbleiben, als die Maßstäbe in Richtung Leistungsorientierung zu verändern. Dabei kann das Ergebnis sein, das die Mitglieder der Clique dann in der C 1 und C 2 spielen. Da kann auch gelingen, wenn das Auswahlverfahren für jedermann ersichtlich fair abläuft. Hier mal ein paar Vorschläge:


    a. alle Kandidaten aus der C 1, C 2, D1 und D 2 werden eingeladen. Ihnen wird erklärt, das es um die Leistungsbeurteilung für die C 1 geht, wobei zunächst einmal die sportlichen Merkmale bewertet werden.
    b. die Spieler werden nun in 4-er Gruppen eingeteilt und spielen auf 30 x 20 Feldern 4 gegen 4 auf Kleinfeldtoren
    c. die mit den Namenslsiten ausgestatteten Sichter (Trainer der C 1 und C 2) notieren nun die positiven und negativen Beobachtungen
    (falls die Namen einiger Spieler nicht bekannt sind, helfen Tricots mit Rückennummern)
    d. nach jeweils 10 - 15 Minuten (hängt von der Menge der anwesenden Spieler ab) werden die Vierer-Teams neu gemischt. Die Neumischung findet solange statt, bis jeder mal mit jedem zusammengespielt und
    sich so jeder Sichter ein gutes Bild über den technisch-taktischen Leistungsstand machen kann
    e. nach dieser Sichtung werden die Daten der Sichter ausgewertet und es findet eine vorläufige Auswahl von ca. 25 Spielern statt, die an einem späteren Trainingslager teilnehmen sollen
    f. im Trainingslager (oder Wochenend-Camp auf dem Heimatplatz) kann es vormittags ein Konditions- und Techniktraining geben. Nachmittags wird dann auf dem Großfeld gegeneinander gespielt
    g. am Schlußtag sollte ein Testspiel gegen einen in etwa gleichstark eingeschätzten Gegner stattfinden
    h. aus den gewonnenen Daten (1. Charakterlich: wie hat sich der Spieler gegenüber seinen Kameraden und Trainern verhalten, 2. sportlich: wie hat der Spieler auf den unterschiedlichen Positionen gespielt)
    sowie weiteren Daten (z.B. bei gleichstarken Spielern den jüngeren Jahrgang bevorzugen, da mehr Potential erwartet wird oder bei gleichstarken Spielern den aus dem Heimatverein bevorzugen, weil mehr
    Identifikation vorhanden sowie weiteren signivikanten Merkmalen) wird nun eine Gruppe von 18 Spielern incl. 2 Torleuten ausgewählt.
    Wichtig ist auch, das bei der Auswahl eines Spielers aus einem fremden Verein ein Verantwortlicher (z.B. Jugendobmann) dabei ist, damit es innerhalb des Vereins unter Trainern, Eltern und Spielern
    keine Diskussion darüber gibt und der fremde Spieler sich auch gut integrieren kann.


    Der 18-köpfige Stamm mag in den ersten Spielen noch zu groß erscheinen. Er reduziert sich, weil in diesem Alter Pausen wegen Wachstumsproblemen normal sind oder auch aufgrund von Verletzungen und Schulausflügen bzw. anderer wichtiger Privat-Termine Spieler zeitweilig nicht zur Verfügung stehen.


    So, das wars erstmal! Ich hoffe, du konntest mit den Infos etwas anfangen.

    Wir sind in einem freien Land, wo jeder seine Meinung als subjektive Wahrnehmung äußern darf!


    Mag sein, dass es woanders bessere Möglichkeiten gibt. Ich wollte nichts verallgemeinern, nur ein wenig die Augen öffnen, nicht alzu naiv heran zu gehen! Leider wird auch immer wieder behauptet, das selbst die, die es auf dem Weg nach oben nicht geschafft haben, eine schöne Zeit erlebten. Nur die melden sich fast nie zu wort, aus Angst, als Versager zu gelten! Sie haben vor jedem Spiel gehofft, endlich in der Startformation zu stehen und bei jedem Training, bei dem ein Gast sein Probetraining absolvierte gehofft, es würde nicht den eigenen Platz einnehmen!


    Niemand wird daran gehindert, sein Glück zu wagen! Seines Glückes Schmied ist er jedoch nur dann, wenn er auch Glück hat, erfolgreiche Sattelhalter zu haben! Gäbe es diese Notwendigkeit nicht, so würden die Spielerberater nicht als Erzfeinde der Vereine angesehen werden!


    Leider gibt es noch keine Trainerberater, sonst könnte man auch das eine oder andere unerfahrene Trainertalent vor bösen Erfahrungen besser schützen!