Beiträge von TW-Trainer

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    Günter
    Von all den Beschreibungsversuchen gefällt mir deine noch am besten, weil sie am kürzesten ist und sich jeder was unter Jugendklasse (z.B. C-Jugend) und Leistungsliga (z.B. Regionalliga) vorstellen kann.


    Wer einmal ein wenig hier im Forum surft, wird auf einen Beitrag von "Paule" treffen, der den Leistungssport sinngemäß so beschreibt, das der Leistungssportler systematisch in bestimmter Häufigkeit auf ein bestimmtes Ziel hin trainiert. Weil er es allgemein für den Leistungssport (und nicht allein für den Fussball) beschreibt, kombiniert er es nicht mit einer erfolgsabhänigen Bezahlung von Sportlern. Dadurch löst er das Problem, das in Nischensportarten auch Leistungssportler allerhöchstens Förderung von der Sporthilfe bekommen oder Frauen in vergleichbaren Ligen wie Männer (fast) kein Geld bekommen. Paule schreibt weiter, das für ihn beim Fussball der Leistungssport so in etwa ab der Bezirksliga beginnt.


    Ob das den Forenteilnehmern hier hilft, weiß ich nicht? Denn natürlich kann es auch immer Grauzonen geben (ein Verein möchte in den Leistungsbereich, ein anderer möchte wieder in den Breitensport)


    Spaß soll der Fussball sicherlich, unabhängig von der Leistungsliga allen Beteiligten machen!

    Im niedersächsichen Verband finden für Minikicker-(G-Jugend) noch keine Spiele in Staffeln statt. Dafür gibt es "Blockspieltage", an denen man sich trifft.


    Weil ja einerseits genügend Trainer, genügend Spieler und Zuschauer dieser Veranstaltung beiwohnen, hat man sich was ganz Neues ausgedacht! Jeweils 2 Trainer von Mannschaften, die gerade nicht spielen, pfeifen gemeinsam das Spiel. Die Trainer der Teams standen meist neben dem Tor.


    Weil nun soviele Augen auf die Knirpse achten, wurde natürlich kein "Foul" und kein "Aus" übersehen. Aufgrund der häufigen Unterbrechungen endeten fast alle Spiele torlos!


    Also ich würde zwecks noch besserer Beobachtung auch noch die Eltern der jeweils neutralen Teams auf den Platz lassen. Hab zwar keine Ahnung, was die da sollen, aber wenn schon 2 Schiedsrichter auf den Platz und 2 Trainer an den Torpfosten dürfen, dann kommt es darauf doch auch nicht mehr an! Allerdings bestände dann die Gefahr, das gar keinem mehr auffällt, das die Kinder längst spielen gegangen sind!

    Es ist immer hilfreich, den Blick zurück zu werfen, um zu erkennen, welche Wege zum Erfolg/Mißerfolg führen und welche Ideen die Neugier zum Entdecken weiterer, besserer Möglichkeiten unterstützt haben.


    Dazu zählt auch sicherlich unser Alt-Bundes-Präsi Wulff, der ja nun kaum eine Chance ausgelassen hat, seine Anerkennung zu steigern. Und sei es durch die geldwerte Nutzung seiner politischen Ämter!


    Günter, du brauchst dich also nicht zu sehr beklagen, das das Niveau nicht noch zu steigern wäre, aber tobn jammert schon auf sehr hohem Niveau!


    Als wichtigstes Merkmal im Beitrag erscheint mir die Beschreibung der "natürlichen Neugierde"! Diese wird allerdings am "Kindlichen" festgemacht, weshalb sie ja auch für das "Kind im Manne" gelten.


    Man möchte fast sagen "Erfolg ist etwas völlig irrationales?!? Günter, kommst du damit noch klar?

    Liebe Trainerkollegen,


    ich habe mir eure Antworten durchgelesen und ihr habt alle ein Stücken recht!


    Was mich allerdings gewundert hat ist, das niemand die Frage gestellt hat, was denn der Kern seiner Erfolgserwartungen ist?


    Möchte er gerne mit seiner Aufgabe als Trainer in Verbindung gebracht werden oder immer nur in bestimmten Verbindungen (ala im bin erfolgreich, wenn ...) Auch habe ich mir die Frage gestellt, was meine Motivation als neuer Trainer sein soll, wenn mir jemand sagt: warte erst einmal ab, so in 5 - 8 Jahren wirst du dich an Erfolge erinnern können!


    Warum steigen mehr als die Hälfte aller neuen Trainer schon nach ihrer ersten Saison frustriert wieder aus?


    Die Beantwortung der Frage: "was ist Erfolg" scheint hierbei von großer Bedeutung! Natürlich geht die Öffentlichkeit nichts davon an, worin ich meinen privaten Erfolg sehe, weshalb Hinweise: man muß es differenzierter betrachten, bzw. es ist immer etwas anderes, bedeutsam sind?


    Doch, wenn man ehrlich zu sich ist, sollte beim Erfolg nach Abwägungen aller positiven und negativen Merkmale seiners Trainerjobs schon ein deutliches Plus an selbst erlebtem Freude übrig bleiben.


    Wer im Ehrenamt des Fussballtrainers keine Herausforderung für sich sieht, sondern lediglich aus kurzfristigen Interessen (Dritter) sich diesen Job "aufschwatzen" läßt, der wird auch auf Dauer wenig Freude erleben, weil kein wirkliches Interesse an den Aufgaben besteht!


    Zwangsläufig läuft die Beantwortung der Erfolgsbestimmung auf die Frage hinaus, was sind positive Eigenschaften (Voraussetzungen) für eine erfolgreiche Trainertätigkeit? Weil aber Frust und Freude rasch so alt werden können wie "die Zeitung von gestern" ist es genauso wichtig zu fragen, wie kann ich den eingeschlagenen Erfolgsweg weitergehen, damit die Freude ein zuverlässiger Partner im Traineramt bleibt.


    Will man den Erfolg mit Inhalten füllen, so gelangt man wieder zu den bereits formulierten Antworten zurück, das Erfolg im Zusammengang mit dem Verein mit dem Jugendleiter, Kollegen, den Spielern (unter ihnen Talente und Talentfreie), Eltern, usw. zu sehen ist.


    Fussball ist ein Teamsport - der Trainer sollte deshalb auch ein Teamsportler sein! Sich allein zu freuen, mag Vergnügen bereiten - sich mit anderen freuden zu dürfen, dieses Glück hat nicht jeder selbstverständlich! Deshalb ist auch das Traineramt keine einfache Aufgabe!

    Günter
    Gut beobachtet! Es ist sogar vom DFB eine Vorgabe, das Mädchen mit Ambitionen in eine Juniorinnen-Nationalmannschaft zusätzlich in einer Jungen-Mannschaft spielen, wo sie sich besser im körperbetonten Fussballspiel entwickeln sollen.


    Auch ich habe die Beobachtung gemacht, das im Normalfall ab dem älteren C-Jugend-Jahrgang die athletischen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen so groß werden, das ein gemeinschaftliches Spiel nicht mehr imm sinnvoll ist. Es hängt jedoch auch von den Leistungsligen ab. So spielen besonders starke C-Jugend-Mädchenteams nicht in der Bezirksliga (höher gehts da noch nicht), sondern lieber in einer C-Jugend-Jungen-Staffel auf Kreisebene.
    Eine absolute Rarität sind Mädchen in einer B-Jugend-Jungenmannschaft, denn hier kommen meist sehr viele Faktoren (z.b. keine andere Spielmöglichkeit in Heimatnähe) zusammen.


    Lassen sich zusätzliche Muskelkraft und Körperlänge bei den Jungen für den Fussball nutzen, wirken sich die weiblichen Rundungen negativ aus. Deshalb sind es gerade die besonders schlanken jungen Frauen, die es bis in den Frauen-Profibereich schaffen. Weil beim besonders beim erwachsenen Menschen Muskeln vor Knochenverletzungen schützen, dauert die bei den Frauen weniger zu entwickelnde Muskelkraft meist nicht so lange wie die bei den Männern. Hinzu kommt, das aufgrund anatomischer Unterschiede bestimmte, langwierige Verletzungen (z.B. Kreuzbandriss) häufiger vorkommen.


    Doch sollte man sich davon verabschieden, den männlichen und weiblichen Fussball immer und jederzeit vergleichen zu wollen.


    Vielleicht kommt man ja auch eines Tages auf die Idee, die Abmessungen des Platzes auf die weiblichen Bedürfnisse zu verkleinern, um so das Spiel dynamischer und noch interessanter für den Zuschauer werden zu lassen?


    Aber noch viel wichtiger sind gute Mädchen- und Frauentrainer! Denn, was nicht trainiert wird, kann auch nicht im Spiel gezeigt werden!

    Günter
    Man muß bei der Beurteilung der Traineraufgaben bzw. -erwartungen etwas differenzierter herangehen. Bis einschließlich D-Jugend gibt es beim "Handling" der Mannschaft kaum Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Dann splitten sich die Interessen in: doch ehrer sportliches und doch eher kameradschaftliches Interesse. Wobei das nicht generell gilt. Meistens ist es so, das die Mädchen, die sportlich durchaus das Zeug hätten, in C-Jugend Teams bei den Jungen mitzukicken, dort keine Chance vom Trainer bekommen. Sei es aus Unwissenheit oder sei es, das die männerdominaten Trainerliga nichts von Mädchenfussball hält. So habe ich mal miterlebt, wie ein Vollpfosten von einem Jugendleiter einer Anfrage nach dem Zweitspielrecht für eine Keeperin ohne Rücksprache mit der Mädchenabteilung sofort zugestimmt hat, um wieder mal ein Mädchen aus dem Verein loszuwerden! Zum Glück hatte die Mutter des Mädchens Sachverstand bewiesen, so das das Mädchen heute in der B-Juniorinnen-Bundesliga kickt!


    Leider gibt es sehr viele Vorurteile gegen Mädchen und Frauen als Fussballspielerinnen, so Mädchen- und Frauenmannschaften! Da gibt es Vereine mit sehr langer Tradition im weiblichen Fussball.


    Die Fussballzukunft der Vereine ist "weiblich"! Denn aufgrund der sinkenden Jahrgangsquoten der Jungen werden die kleineren Vereine ihre Pforten schließen müssen, wenn sie sich nicht dem wachsenden Interesse der Mädchen nach Fussball öffnen. Mädchen sind selbstbewußter geworden, lassen sich nicht mehr unterbuttern und reagieren sehr sensibel auf Ausgrenzungsversuche!


    Es kann sehr viel Spaß machen weibliche Mannschaften zu trainieren, wenn man Wert darauf legt, das beim Fussball der Spaß an erster, die Neugierde eine Folge daraus ist und schließlich aus dem Ganzen auch der Spaß an der eigenen Leistung entstehen kann.


    Man sollte bei der sportlichen Qualität nicht den Fehler begehen, ihn mit der bekannten Form des athletischen Fussball (Hauruck-Gebolze in den unteren Jungen und Männerligen) zu vergleichen. Ein sensibles Gespür für Fairness zeichnen den weiblichen Fussball aus. Schwalben kommen so gut wie nie vor! Lamentieren von Schiedsrichter-Entscheidungen sehr selten. Insofern ist es auch für den Zuschauer eine angenehme Sportart.

    @Schimmi, das hast du gut beobachtet!


    Wenn der Gegner unmittelbar nach Ballverlust hohes Tempo aufnehmen kann, hat schon das Gegenpressing nicht funktioniert.


    Im modernen Fussball hat jeder Spieler hat defensive und offensive Aufgaben! Dazu gehört auch das Gegenpressing durch die Angreifer es eigenen Teams!


    (Den Mittelstürmer a la Gerd Müller, der 90 Minuten lang in Strafraumnähe auf seine Chance lauerte, gibt es heute nicht mehr! Den Libero, dessen Aufgabe es war, vornehmlich technische und taktische Fehler seiner Vorderleute auszubügeln, kann sich heutzutage niemand mehr leisten. Die Qualität eines Keepers wurde früher u.a. darin gemessen, wie weit er den Ball in die gegnerische Hälfte dreschen kann. Heute ist ein weiter Abschlag und Abstoß lediglich eines von sehr vielen Möglichkeiten der Spieleröffnung.)


    Bei individualen oder gruppentaktischen Fehlern in der Offensive (z.B. schlechtes Gegenpressing) muß die Defensive andere Prioritäten zu setzen als bei einer vollständig kontrollierbaren Situation eines langsamen gegnerischen Spielaufbaus. Oberste Priorität kann dabei das Zustellen des eigenen zentralen tornahen Raumes sein. Denn von der Eckfahne oder vom Mittelkreis lassen sich schwer Tore machen!


    Sind gleichviele Spieler beider Teams im ballnahen Bereich, bilden sich häufig Pärchen. Denn Passweg und Nähe des Gegners unterscheiden sich nicht mehr wesentlich. So soll der Gegner zu einem nicht präzisen, weiten Fehlpass provoziert werden.


    Eine weitere Prächenbildung findet im oder am Strafraum statt. Denn eine Übergabe oder ein Doppeln des ballführenden Gegners wäre zu gefährlich, weil der Angreifer den Zeitpunkt des Wechsels von aktiven Ballpressings zur eher abwartenden Rolle vom Gegner zum erfolgreichen Dribbling genutzt werden kann. Gleiches Risiko besteht, wenn zwei Abwehrspieler sich (noch) nicht in gegenseitig überlappend absichernder Position befinden.


    Auch beim ballorientierten Spiel muß man die Gegenspielerposition beachten. Wie bereits erwähnt rücken die IV nicht immer ein. Auch der ballferne AV sollte sein Einrücken von der Position des Gegners abhängig machen, damit dieser nicht unbemerkt in freie Schußposition kommt.

    Kondition ist wichtig, denn es ist die Voraussetzung von Technik und Taktik. Wer zu schnell müde wird, dem nützt es nichts ein besserer Einzelspieler zu sein, weil sein Gegenspieler stets schneller am Ball ist!


    Ich sehe es wie Stefan67, das lockere Rundenlaufen und Joggen als Konditionsinhalt kann man machen, wenn sich das Team nach der Sommerpause zum ersten mal wiedersieht und man während dessen das eine oder andere an Neuigkeiten austauschen möchte. Auch kann man es als "Auslaufen" am nächsten Tag nach einem anstrengenden Spiel einsetzen.


    Aufbau und das Halten von Konditionen gelingt sehr gut, wenn man es in fussballerische Übungen integriert. Dabei ist der Tempowechsel ein Erfolgsschlüssel. Die spieltypischen Temposituationen im Training abzubilden bedeutet auch "zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen". Denn so entwickle ich mein Team konditionell, technisch und taktisch weiter.


    Etwas anderes ist es, wenn Spieler aufgrund von mehrwöchiger Abwesenheit (Krankheit, Verletzung, Beruf, Schule) konditionellen Nachholbedarf haben. Hier kann man Laufschwerpunkte einbauen, bei denen Steigerungsziele (z.B. bei 50, 80 und 100 % Krafteinsatz) erkennbar sind.


    Schließlich gilt es den Spielertyp zu berücksichtigen. Da gibt es den "Sprinter", den "Dauerläufer" und den "Mischtyp"! Die Sprinter findet man häufig im Angriff, die Dauerläufer im Mittelfeld und die Mischtypen in der Abwehr. (Ausnahmen bestätigen die Regel) Selbst, wenn im modernen Spiel jedes Teammitglied offensive und defensive Aufgaben zu erfüllen hat, wird man schwerlich aus einem Sprinter einen Dauerläufer (und umgekehrt) machen können, egal welche Konditionsübungen man anwendet.

    Meagle


    Leider habe ich deine Frage nicht richtig verstanden, weshalb es mir auch schwer fällt zu antworten. Denn, wenn man die Vor- und Nachteile beschreiben will, dann sollte man sie mit einem oder evl. mehreren anderen Systemen vergleichen.


    Deshalb meine Fragen:
    a. möchtet ihr vom gegnerorientierten System ein ballorientiertes System wechseln?
    b. möchtet ihr von einem ballorientierten System in das ballorientierte 4 : 4 : 2 wechseln?
    c. möchtet ihr vom 4 : 4 : 2 in ein anderen ballorientierte System wechseln?


    Die Beantwortung der Frage ist insofern wichtig, als das man die Vor- und Nachteile in häufig vorkommenden Situationen beschreiben kann. Auch ist es möglich die Systeme dahingehend zu vergleichen, ob man tendenziell offensiv ausgerichtet ist und dafür auch mehr Gegentore inkauf nimmt (z.B. 4 : 3 : 3) oder tendenziell sein Spiel eher defensiv (z.B. 4 : 4 : 2) gestalten möchte oder gar zwischen 2 Varianten wechseln möchte (z.B. 4 : 2 : 3 : 1 bei eigenem Ballbesitz - 4 : 4 :2 bei gegnerischem Ballbesitz) Auch die Mittelfeldachse kann von großer Bedeutung sein, wenn man die Stärken von Einzelspielern im Mannschaftssystem stärker abbilden möchte. (Mittelfeld-Raute oder 3 : 5 : 2) für günstige Abspielpositionen und/oder zur Gewinnung von Mittelfelddominanz. Im Feintuning kann es auch von Bedeutung sein, ob man die "flache oder die hohe 4" bevorzugt. Je nach gegnerischer Taktikphilosophie kann es von Vorteil sein, bestimmte Positionen zwischen den gegnerischen Linie agieren zu lassen.


    Damit wären wir bereits bei der gegnerorientierten Taktik angelangt. Denn trotz vorgegebener Taktik gibt es auf vielen Positionen eine Pärchenbildung. Da kann es von Bedeutung sein, ob man den "freien Mann" eher offensiv gestalterisch oder eher absichernd defensiv einsetzen möchte.


    Ein Taktik-Fuchs, der seit vielen Jahren den DFB-Stab berät, ist sicherlich Ralf Peter! Aber auch die Österreicher haben da kräftig aufgeholt, egal ob im Nachwuchs- oder im Profibereich. Auch dort sollte es kein Problem werden, fündig zu werden. Denn selbst bei der Beantwortung der Fragen (a., b., oder c.) dürften die Antworten (unter welchen Bedingungen was zu empfehlen ist) umfangreich werden.

    Zamorra
    Wenn es eine ganz einfache Sache gewesen wäre, so hätten sich die beiden Anwälte mit ihrem Antrag ans Verfassungsgericht nicht auf dem Holzweg befunden und sich der NFV-Verantwortliche mit seiner Schadenfreude bei der Kommentierung etwas mehr zurück gehalten.


    Bei den Grundrechten unterscheidet man nicht, ob sie gegenüber dem Staat, einem Unternehmen, Verein ect. gelten, sondern sie gelten gegenüber jedermann. Doch selbst losgelöst von der juristischen Betrachtung habe ich den "Normalfall" beschrieben, in der ein besonders talentiertes und trainingsfleissiges Kind sich gerne in einem Leistungsverein weiterentwickeln möchte. Doch der Verein interessiert sich nicht für die sportlichen Interessen des Kindes, sondern des des Vereins, insbesondere für die Vereinskasse. Er fordert Geld, aus denen dann andere Dinge (z.B. die neue Bierzapfanlage im Vereinsheim) bezahlt werden können.


    Eine andere Sache mag es sein, ob im Jugendleistungsbereich homogene Teams systematisch gefördert werden, so das sie sich für höhere und höchste Ansprüche empfehlen können. Hier mag man die Transferregelung als nützlich ansehen. Auch kommt es hier in ganz seltenen Ausnahmen nicht zu Einigungen zwischen den Vereinen und Talenten.


    Wie "Uwe" und andere bereits beschrieben haben, wird vielerorts gute Vereinsarbeit geleistet, die honoriert gehört. Über diesen Anreiz sollten auch weitere Vereine zu animiert werden, mehr Aktivitäten in die Jugendarbeit zu investieren. Die derzeitige Transferregelung ist jedoch ungeeignet, weil sie eine Weiterentwicklung von Geldzahlungen für den Transfer abhänggig macht.


    Ein Umlageverfahren, in denen die Talentförderung automatisch von den Profi- und Leistungsvereinen an die "Talentstuben" der Dorfvereine fließen, wäre dann besser, wenn die Dorfvereine nachweispflichtig sind, dass dieses Geld auch in die Jugendförderung investiert wird.


    Doch hat die Grundrechtsprüfung mit der Methode der Abgeltung von eventuellen Leistungen nichts zu tun - deshalb lagen die beiden Anwälte auf dem Holzweg!

    Zamorra


    Endlich mal ein Argument, mit dem man sich sachlich auseinander setzen kann.


    Natürlich wäre es besser, wenn es Daten darüber gäbe, in wie vielen Fällen eines Vereinswechsels, in denen es keine Freigabegründe (z.B. Wohnortwechsel) gab, tatsächlich die verlangte Transfersumme:
    a. vom aufnehmenden Verein
    b. von den Eltern
    gezahlt wurden. Ich vermute jedoch, das in den allermeisten Fällen auf eine Zahlung verzichtet wird, weil man dem Spieler keine Steine in den Weg legen wollte. In den wenigen Fällen, in denen sich ein Profiverein einen "Rohdiamanten" sichern wollte, ist freiwillig gezahlt worden. Wenn also geltende Transferregelungen nur in Ausnahmefällen angewendet werden, dann könnte man sie doch besser gleich abschaffen oder?


    Die Zahl von unseriösen Wechselangeboten wird sich weder mit noch ohne Transferregelung ändern, da die "schwarzen Schafe" selbstverständlich keine "Ablöse" zahlen wollen! Und selbst dann, wenn es irgendwann zur Pflicht würde, müßte sichergestellt sein, das auch der aufnehmende Verein und nicht die "betrogenen Eltern" die Ausbildungsentschädigung zahlen.


    Womit wir bei der Begründung für die Ablöse wären! Wenn der Verein ein Recht auf Ausbildungsentschädigung hat, dann müßte doch auch jeder Ausbildungsbetrieb ein Recht besitzen, vom aufnehmenden Betrieb seines Azubis eine Ausbildungsentschädigung zu verlangen? Hierbei geht es sogar um einen Beruf, also eine professionellere Ausbildung, bei der eine gewisse Qualität von Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule durch die absolvierte Prüfung sichergestellt ist.
    Welche Form der Ausbildungsqualität kann nun der abgebende Verein für ein Kind, welches von Hobbytrainern auf Hobbybasis ausgebildet wurde, für sich in Anspruch nehmen? Vermutlich gar keines, denn sonst wären die anderen Kinder im Verein genauso wertvoll für andere Clubs! Es ist also eher dem Trainingsfleiß des Talents zu verdanken, das es sich besonders durch Leistungen auch für andere Vereine empfiehlt. Ist es dann nicht eher Zufall, das dieses Talent in Verein X oder Y sein Hobby ausübt? Mit welchem Recht läßt sich dann der Verein diese Zufälligkeit bezahlen?


    Es geht einzig um das Grundrecht den Ort seiner Hobbyausübung selbst bestimmen zu können. Hierbei ist zu prüfen, ob eine unangemessene Einschränkung durch die Transferregelungen gegeben ist.

    Günter


    Der NFV-Kommentator nimmt nur das Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch. Er bezieht sich nicht auf Gesetzes-Paragraphen, sondern auf Verbandsregelungen für den Transfer.


    Mit deinem Hinweis auf das Recht zur Demonstrationsfreiheit bringst du ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Grundrechte sind und das es dabei nicht so sehr darauf ankommt, ob eine Person, eine Minderheit oder eine Mehrheit das Grundrecht in Anspruch nehmen! Auch kommt es nicht darauf an, ob und wieviele sich dieser Demonstration nicht anschließen würden, weil sie andere darüber denken! Unsere Geschichte hat gezeigt, wie wichtig das Recht individuelle Grundrechte sind. Sie schützen uns davor, das durch Propaganda das Recht gebeugt wird und so Unrecht an Minderheiten unterstützt oder geduldet werden.

    Mir fällt da das Beispiel eines bayrischen Bauern ein, dessen seit Generationen bewirtschafteten Grund und Boden enteignet werden sollte, um darauf ein Atomkraftwerk zu bauen. Der ging zu einem Anwalt und bat diesen, doch einmal von der gegnerischen Partei ein Gutachten vorlegen zulassen, ob denn der durch das neue Atomkraftwerk erzeugte Strom überhaupt gebraucht werde! Das konnten die nicht und das Atomkraftwerk wurde nicht gebaut. Hätte er lediglich sein Unbehagen über den Strahlenden Koloss zur Kenntnis gebracht, hätte das Gericht den Antrag zur Prüfung abgelehnt!
    Den in anderen Fällen haben Hunderttausende gegen Industrieprojekte demonstriert - ohne Erfolg! Nicht das subjektive Gerechtigkeitsempfinden einer bestimmten Menschenmenge, sondern das geltende Recht ist Maßstab für die Entscheidung!


    Das ist auch der Grund, warum jeder Einzelfall geprüft und entschieden wird und so bin ich guter Dinge, das bei einer korrekten Antragsstellung das Bundesverfassungsgericht ein Prüfungsverfahren einleited, ob die Transferregelung das geltende individuelle Recht auf die Ortsbestimmung für die Hobbyausübung von Individuen (Kindern und Erwachsenen) prüft.


    Selbst, wenn eine gewisse Lobby, die ihre Felle schwimmen sieht, zwischenzeitlich eine rechtliche Basis dafür in Paragraphen verklausulieren würde! Es wäre nicht das erste Mal, das verabschiedete Gesetze einer juristischen Prüfung durch unsere oberste Gerichtsbarkeit nicht standhalten!


    So, nun noch zum Schluß eine Frage: du führt an, das bei einer Freigabe (Gegenteil von Freiheitsberaubung?) der Transferregelungen augenblicklich eine stark erhöhte Fluktuation in den Vereinen einsetzen würde. Zunächst einmal hoffe ich das nicht, denn in den meisten Vereinen wird ordentlich gearbeitet!


    Aber wäre es nicht sogar wünschenswert, das Vereinsverantwortliche, die seit Jahren auf dem Rücken von Kindern und deren Eltern "Dorfbundesliga" spielen und ca. 80 % des Vereinsetat für ihre 1. Seniorenmannschaft verprassen? Wäre es nicht wünschenswert durch Aufhebung der Transferreglungen, den ausdrücklichen Willen von Kindern und deren Eltern zu erforschen, statt sie selbst ausgedachte Vertragsbindung (Sperrung oder Freikauf) zu knebeln?


    Heutzutage sind doch die Generalversammlungen der Vereine deshalb so wenig besucht, weil das dort Besprochene für die Kindermannschaften ohne Belang ist bzw. sich über deren Interessen hinwegsetzt!


    Wird es da nicht langsam Zeit, das das Recht des Einzelnen und besonders das der Kinder im Verein gestärkt wird?

    Günter


    Ich gebe dir vollkommen recht, es ist nicht immer einfach den "inneren Schweinehund" zu überwinden und dem Trainer die Dinge, für die nur er zuständig ist, zu überlassen. Egal, ob es der Beste, der Schlechteste oder einfach der Sohn oder die Tochter ist!


    Wenn mich mal, was zum Glück immer seltener vorkommt, ein Spiel meines Sohnes besonders mitnimmt, dann stelle ich mich irgendwo hin, wo sonst niemand ist. Da brumm ich dann mit mir in einer Lautstärke rum, so das es keiner mitbekommt. Ist das Spiel rum und wir fahren gemeinsam nach Hause, vermeide ich das Spiel ganz! Wenn mein Sohn dann etwas bestimmtes wissen möchte, vertröste ich ihn darauf, das er darauf erst am nächsten Tag eine Antwort bekommt. Dann ist das Spiel abgehakt und es gilt sich neuen Aufgaben zu widmen!


    Sich als Vater einzumischen, wenn es um allgemeine Fragen des Kindes im Verein oder im Verhältnis zur Mannschaft oder zum Trainer geht, sollte man wenn überhaupt, sehr behutsam! Denn meistens regeln sich die Dinge entweder von alleine oder aber ohne elterliche Beihilfe besser!


    Wie wichtig die Nichteinmischung im Spiel ist, zeigen die Berichte von Eltern auch hier im Forum. Sie haben sich nicht unter Kontrolle, begründen ihr Verhalten mit vermeintliche größerem Fachwissen (Fernseh-Bundestrainerlizenz) und können ihren Kindern großen Schaden zufügen. Ich möchte jedenfalls nicht in der Rolle eines Kindes stecken, der von seinem Vater während des Spiels die Anweisung bekommt, nach vorne zu gehen und vom Trainer unmittelbar darauf zurück geschickt oder gar ausgewechselt wird! So ein Kind hat doch gar keine Chance etwas richtig zu machen! Hört es auf den Vater, bekommt es Ärger mit dem Trainer. Hört es auf den Trainer, gibts Ärger mit dem Vater! Dabei ist es für das Kind nebensächlich, wer nur fachlich im Recht war!


    Eltern, die mit schlechtem Beispiel beim Fussball voran gehen, gibts genug! Da sind Ausnahmen wohltuhend für Kinder und für die Trainer!


    Ich denke, man sollte an den Stadien nicht nur Schilder aufhängen, indem auf die Konsequenzen von Schiedsrichterbeleidigungen aufmerksam gemacht wird, sondern auch für Eltern einen Hinweis vermerken, das auch sie des Stadions verwiesen werden, die sich sich während des Spiels nicht sportlich fair benehmen können! Wie sollen sich sonst Spieler, Trainer und Vereine gegen sollte Egozentriker, denen der Sport ansich nichts bedeutet, sondern eine Ebene bietet ihren Frust abzulassen, durchsetzen?

    Günter
    Auch, wenn es hier um die Frage nach dem richtigen Weg im Kinderfussball geht, ein bißchen verbales Einprügeln auf "ein bißchen ältere Kinder" ist auch nichts anderes als falsch! Wenn es selbst emotional stark veranlagte Trainer (z.B. Andre) schaffen im Sinne ihrer Kinder und des Fussballs sich jeglicher Kritik zu enthalten, dann sollte das einem "alten Haudegen" wie dir doch auch gelingen.


    In der C-Jugend habe ich meinem Sohn gesagt: mach du dein eigenes Ding. Ich hätte ihm sicherlich auch noch vieles beibringen können, jedoch war seine Entscheidung gegen eine Profikarriere gefallen, weil ihm anderes wichtiger war. Er hat seine Entscheidung nicht bereut und das sollte man als Vater auch akzeptieren.


    Es ist doch schon schlimm genug, wenn man seinem Sohn einem Trainer ausgesetzt sieht, der es zwar immer gut meint, aber immer wieder hilflos reagiert. Da muß man als Vater, der gleichzeitig auch erfahrener Trainer ist, doch nicht noch Öl ins Feuer schütten!


    Wir haben doch in unserer Aktiven Zeit unsere Eltern auch nicht am Spielfeldrand vermisst oder? Wenns hochkam, haben die bei der Rückkehr gefragt, wie wir gespielt haben und ob man ein Tor geschossen hat, aber sonst haben die uns doch in Ruhe gelassen!


    Als Trainer im Kinderfussball sollte man aktiv daran mitwirken, dass für die Kinder geeignete Rahmenbedingungen auch während der Spiele geschaffen werden. Es hat schon seinen Grund, warum Eltern nicht während des Trainings, sondern während der Spiele meckern! Die nehmen das Spiel Fussball "persönlich"! Ein Sieg wird mit der Vernichtung des Gegners gleichgesetzt und eine Niederlage kommt einer Schande gleich! Soetwas aus den Köpfen der beobachtenden Zuschauer heraus zu bekommen ist zugegebenermaßen nicht einfach. Die "Fairplay-Liga" zeigt aber die Notwendigung und den Weg dahin!


    Dann sprichst du noch von dem Gejohle bei Schalke! Die selbsternannten Fans identifizieren sich mit dem gerade aktuellen Kader, Trainer und Sponsor. Alles darf sich ändern, nur der Verein nicht! Es ist für viele Fans eine Ersatzreligion, für manche gar eine Droge, bei der sie Familie und Beruf hintenanstellen. Sie lassen sich medienwirksam gut vermarkten und werden manchmal auch als Sündenbock oder Ablenkmanöver für schlechte Leistungen der Mannschaft, des Trainers oder Managements gebraucht. Das ist in anderen Stadien nicht anders, hat aber mit Kinderfussball m.E. rein gar nichts zu tun!

    JRCash


    Es gibt 2 Möglichkeiten in der Rautenbildung:


    1. du bist glühender Werder Bremen Fan
    Dann ist es eine Herausforderung mit dem 4 : 4 : 2, wobei das Mittelfeld als "Raute" agiert dich mit der Materie auseinander zu setzen. So kannst du dir u.a. Video`s von Martin Hasenpflug dazu anschauen!


    2. du bist kein glühender Werder Bremen Fan
    Dann lass die Pfoten davon. Denn die Werder Taktik ist eine sehr komplexe Taktik, bei der die besondere Herausforderung in der Verkettung der Raute mit der Offensive und Defensive steht. Denn die Raute als eigenständiges Element kann enge und weite Abstände haben. Je nach Gegnerstellung agieren die Abwehrspieler und Angreifer anders. Weil moderne Taktikreihen heutzutage kein Problem mehr mit Spielern haben, die zwischen den Reihen agieren, ist auch die Raute kaum noch bei nationalen und internationalen Spitzenteams zu sehen.


    Die "Raut" als losgelöstes gruppentaktisches Element ist heutzutage ein Vorstufe fürs ballorientierte Spiel. Denn die Raute läßt sich als 2 Dreiecke beschreiben. Hierbei erlernen die jungen Talente die defensive und offensive Dreiecksbildung.

    @Germanncoach
    Ich finde die Doppelagentenvariante geil, weil man so alle Spieler dazu bringen kann, nicht mal zwischendurch wenn der Ball weit weg ist, in die Rolle des Zuschauers zu verfallen, sondern jederzeit aktiv am Spiel teilzunehmen, um den "Doppelagenten" des Gegners zu entlarven!


    Allerdings würde ich keine Zeitstrafe (denn zuschauen müssen ist ja nicht gut), sondern jeweils bei richtiger Antwort für die eine Mannschaft und bei falscher für die andere Mannschaft einen Elfmeter geben. Dann fallen viele Tore, was immer gut ist fürs Teamspirit! Der Torschütze sollte immer ein anderer sein, damit jeder mal drankommt!

    Leute, so glaubt es doch: es geht wirklich nicht darum, ob ein Reicher mal eben ein paar lose Scheine aus seiner Tasche zieht oder ob ein Armer die hohe Ablöse für sein Kind nicht zahlen kann.


    Also alle, die das glauben, bitte "Schaum vom Mund" wischen!


    Es geht lediglich um den Vergleich zweier Rechte:
    1. das des Individuums (wobei nicht mal das Alter eine Rolle spielt) an der Selbstbestimmung des Ortes für seine Hobbyausübung
    2. das Recht des Vereins an der Hobbyleistung des Inidviduums


    Und jetzt hört endlich auf über Saisonlänge, korrekte bzw. falsche Transferrechnerbeträge zu diskutieren. Das ist euer subjektives Gerechtigkeitsempfinden, aber hier überhaupt nicht das Thema!

    Annie
    Die von dir geschilderte Situation geschieht häufig, wenn der Keeper den Ball nicht festhalten kann und nachfassen muß. Weil die vermeintliche Distanz zu groß ist, um mit beiden Händen danach zu greifen, legt er nur eine Hand auf den Ball. Für den Schiedsrichter ist es nun schwer zu erkennen, war der Ball beim Torschuß noch frei bespielbar oder lag die Hand des Torwarts bereits darauf.


    Für den Schiedsrichter besser zu erkennen sind Situationen, bei denen sich der Torwart mit oder ohne Gegnereinwirkung verletzt hat und dies dem Schiedsrichter anzeigt, in dem er eine Hand auf den Ball legt. D.h. heißt ohne Verletzungseinwirkung hätte der Torwart den Ball in beiden Händen festgehalten. Eine Regelwidrigkeit durch nachträgliches Treten gegen den Ball ist für den Schiedsrichter dann eindeutig erkennbar.

    Weil die beiden Anwälte die Frage nach dem Geld in ihrem Antrag zur Änderung der Vereinswechselmodalitäten formuliert hatten, wurde es vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt.


    Denn das Grundrecht auf individuelle Freiheit kann und darf nicht durch einen Geldbetrag X beziffert werden. Das Recht hat für alle, unabhängig von ihren finanziellen Verhältnissen zu gelten. Ich hoffe, den anderen ist es wenigstens klar geworden, um was es dabei geht!

    Günter


    Es ist manchmal nicht einfach geltendes Recht vom persönlichen Gerechtigkeitsempfinden abgrenzen zu können. Während in einigen Ländern in der z.B. in der Strafrechtssprechung noch die Rache als Maßstab einer Bestrafung gilt (da gibt es z.B. noch die Todesstrafe), hat in den modernen Ländern die Sühne der Tat und die Möglichkeit zur Rehabilitation die Gültigkeit für die Bemessung des Strafmaßes.


    Das Gerechtigkeitsempfinden setzt isch aus den persönlichen Erfahrungen sowie der wahrgenommenen Interessensgruppe zusammen. In diesem Fall entsteht ein Konflikt im Gerechtigkeitsempfinden des Talents und seiner Eltern sowie den Vereinen und Verbänden.


    Das Gericht hat jedoch lösgelöst vom Gerechtigkeitsempfinden zu prüfen, ob die im Grundgesetz festgelegte Freiheit des Individuums durch die Regelung zur Einschränkung des Rechts, jederzeit den Ort seiner Hobbyausübung selbst zu bestimmen, nachhaltig und unangemessen eingeschränkt wird.


    Ich weiß, das alles hört sich fürchterlich trocken an und ist sicherlich auch nicht leicht zu verstehen. Im Klartext heißt es aber nichts anderes, als das entschieden werden muß, welches Recht als höher zu gelten hat.:


    1. Das Recht des Vereins auf Ausbildungsentschädigung für geleistete Arbeit
    2. Das Recht des Individuums auf Ortsfreiheit für die persönliche Ausübung eines Hobbies


    Weil die Rechte des Individuums im Grundgesetz festgeschrieben sind, sehe ich bei anderer Antragsstellung durchaus Chancen, das ein späteres Verfassungsgerichtsurteil zu einem anderen Ergebnis kommt. Denn beim Versuch der beiden Anwälte wurde ja noch gar kein Urteil gefällt, sondern lediglich entschieden, den Antrag auf Basis der Begründungen so nicht zuzulassen.