Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Luna
    Danke für deinen Beitrag, der die Wichtigkeit aufzeigt. Auch, weil du sehr gut herausarbeiten konntest, wodurch sich qualitativ hochwertige Arbeit von der eines "Hobbypsyhologen" unterscheidet. Ich hatte übrigens auch mal Erfahrungen mit einem "Blender", der vorgab im Ausland eine hochwertige Trainerlizenz erworben zu haben. In der Praxis stellte sich dann schnell heraus, das kein fundiertes Wissen dahinter steckte.


    Günters Hinweis finde ich ebenfalls sehr wichtig, die Grenzen der vorhandenen Kompetenz einzuhalten. Da spricht vermutlich auch seine Lebenserfahrung aus ihm, die anderen jungen Heißspornen manchmal noch fehlt.


    Allerdings bin ich auch Mentala sehr dankbar dafür, weil sie zeigt, wie wichtig dieses Thema ist. Denn es ist nach meiner Meinung ein großer Fehler, Menschen nur auf ihre Funktion (Fussballspielen) zu reduzieren. Man muß sie immer als Ganzes sehen. Hier kann jeder, der es will, etwas für sich mitnehmen. Er trägt allerdings dann selbst Verantwortung darüber, diese Hilfsmittel in der Praxis richtig einzusetzen.

    Mit wichtigen Positionen brachte man Schlüsselspieler in Verbindung, die das Gerüst der Mannschaft bilden sollten Die Schlüsselspieler waren häufig der Libero, der Vorstopper, der zentrale Mittelfeldspieler und der Mittelstürmer. Es konnte aber auch mal ein Flügelstürmer sein.
    Es ist allerdings schon einige Jahre her, als die damaligen DFB-Verantwortlichen als Ergebnis des bescheidenen WM-Abschneidens bekanntgaben, das in der Bundesliga die meisten "Schlüsselpositionen" an ausländische Profis vergeben seien.
    Dies war u.a. der Beginn der DFB-Stützpunkte, aber auch der Verpflichtung von Profi- und Leistungsvereinen für eine bessere Nachwuchs-Ausbildung. Als Ergebnis finden wir heute weitaus mehr junge Spieler in den Profiligen. Ferner befinden sich die meisten deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften im internationalen Vergleich auf deutlich besseren Positionen als damals.


    Die "Schlüsselspieler" haben in ihrer Bedeutung eingebüßt. Die Positionen gibt es teilweise nicht mehr. Auch ist , ihr "Verfallszeitraum" ist kürzer geworden, weil der Fussball heute zwar noch Stars braucht, weil die Zuschauer und Sponsoren sie wollen. Aufgrund des deutlich höheren Tempos ist man jedoch heute weitaus mehr von der Mannschaftsleistung abhängig.


    Im Kinder- und Jugendfussball bedarf es m.E. keine Unterscheidung, weil jeder sich auf allen Positionen ausprobieren sollte.

    Totti76


    Ich finde, du hättest deine Keeper, obwohl ich sie nicht kenne, gar nicht besser beschreiben können. :thumbup:


    Ich habe allerdings 3 Fragen an dich:
    1. Warum braucht du in der F und E-Jugend 2 Stammtorhüter?
    2. Warum bestimmst du, notfalls gegen den Willen der Kinder, wer bei "wichtigen Spielen" in der F und E-Jugend ins Tor geht?
    3. Wieso klappt das nach deiner Meinung gut?

    Tropi24


    So wie dir geht es jährlich einigen Tausend Müttern in diesem Lande. Man freut sich und ist vielleicht sogar stolz darauf, das das Kind einen Platz auf dem Stützpunkt bekommen hat und nimmt private Entbehrungen gerne inkauf, um das Talent des Kindes zu fördern. Doch der Schock läßt nicht lange auf sich warten, wenn plötzlich im Verein wundersame Dinge vom talentierten Sprößling erwartet werden. Denn obwohl es allen Vereinstrainern angeboten wird, sich ohne vorherige Anmeldung das Stützpunkttraining anzuschauen, Fragen an die meist sehr gut ausgebildeten Trainer zu richten, nimmt dieses Angebot kaum einer wahr. (Es sei denn, sein Sohn spielt ebenfalls dort!) Normalerweise glätten sich die Erwartungswogen im Verein wieder.


    Euer Vereinstrainer ist deshalb kein Einzelfall, weil er glaubt, aus einem kleinen Stützpunktspieler könnte über Nacht ein Fussballstar für die Nationalmannschaft werden? Gerade mal ein halbes Prozent der in den 4 Jahren auf den DFB-Stützpunkten ausgebildeten Spieler schafft es später einmal in den obersten Profibereich vorzudringen. Das sind meist nicht die Talentiertesten, sondern die ihre Träume leben wollen, statt nur von diesem Träumen zu leben.


    Du solltest dir am besten einen Rat vom Stützpunkttrainer oder eurem Jugendobmann einholen und dann mit eurem Trainer sprechen, weil Anspruch und Realität zu weit auseinander klaffen. Das ist nicht gut für das Kind. In den meisten Fällen führen solche Gespräche zu guten Kompromissen. Sollte der Vereinstrainer allerdings weiterhin Leistungsdruck auf den Jungen ausüben, so wäre ein Mannschafts- oder gar Vereinswechsel eine Alternative, wenn gemeinsam mit dem Kind sorgfältig alle Vor- und Nachteile geklärt wurden.

    Dominique
    Prima Beschreibung! Man will gleich beim Eingangstest wissen, ob Aussichten darauf bestehen, später einmal ein Leistungsteam trainieren zu können. Denn die Ausbildungskosten sind nicht gerade gering.
    Auch ist es fast immer einfacher, wenn man selbst alles demonstrieren kann! Da braucht man nicht zu schauen, ob in der Trainingsgruppe jemand dabei ist, der eine Übung so gut vormachen kann, das der korrekte Ablauf leicht zu erkennen ist. Leider geht nach bestandener Prüfung bei den meisten Absolventen als erstes die Fitness wieder weg! Gerade bei denen, die eine Seniorenmannschaft in der Oberliga trainieren. Denn dort ist meistens auch mehr der Kopf gefragt. Aber wie sagten noch mal die alten Lateiner: "in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist", weshalb das eine das andere nicht ausschließt! :D


    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Lizenzausbildung.

    Andre


    Ich denke, jeder Trainer darf sich Gedanken darüber machen, wann er wieviel individuelles, gruppen- oder mannschaftsbezogene Taktik vermitteln möchte! Was soll daran verwerflich sein, den Kids beim Siegen zu helfen? Und was du da an individuellen Fehlern beschreibst (der Verteidiger stoppt den Ball wie Gommes :D und der Gegner schießt das Ding mal eben rein) wer hat das nicht schon einmal miterlebt?


    Es ist das ganz normale Trainerverhalten, die Dinge beim Namen zu nennen, sobald sich die Gelegenheit dafür ergibt! Also ein Zyklus, der immer wieder nach den gleichen Mechanismen funktioniert!


    Dann kommt da ein alter Trainerhase und sagt: mach es doch antizylisch und gibt nicht so viel Taktik vor! Dieser Verhaltensweise liegt zugrunde, das man über einen längeren Zeitraum im unteren und oberen Jugendbereich wie auch dem Erwachsenenfussball tätig war. Daraus resultierte die Einsicht, das es nicht darauf ankommt, wieviel das Kind in einer Saison kennenlernt. Auch ist es nicht wichtig, in welchem Maße sich die Leistungen eines Kindes in einer Saison steigern. Es kommt darauf an, wie weit es nach Abschluß der Jugendzeit ausgebildet ist, denn sonst ist der Übergang in den Seniorenbereich schwierig. Das auch der Erwachsenenfussball Spaß machen soll, haben ausgerechnet die vielen Vatertrainer, die vor wenigen Jahren selbst noch die Fussballschuhe schnürten, vergessen!


    Worin besteht nun das besondere Vergnügen, seinem Team mehr Taktik eingehaucht zu haben, als den Gegnern? Vermutlich in der Gerissenheit des Trainers, das dort gerade im unteren Jugendbereich mehr Potenzial heraus zuholen ist, als in anderen Bereichen!


    Leider geht die "beste Hallentaktik" nicht immer auf, wenn der Gegner lauffreudiger ist, sich schneller löst, zweikampfstärker agiert, der Keeper cleverer in seinen defensiven wie offensiven Aktionen ist oder einen treffsicheren Stürmer hat. Das ist auch gar nicht weiter schlimm. Denn der Fachmann sieht schon, bei welchem Team die bessere Spielanlage zu finden ist.


    Auch ist der Erfolg in der Entwicklung der Spieler nicht allein in der Anzahl der Siege und Niederlagen zu messen. Diese Leistungseinschätzung gilt übrigens im gleichen Maße für den Trainer! Es ist die gesamte Ausbildungszeit als Maßstab zu nehmen.


    Wenn man wissen möchte, was ein Kind erlernen soll, dann stellt man meistens fest, das es noch genügend Zeit gibt, ihm diese Dinge zu vermitteln. Diesem Ratschlag folgend sollte man eine permanente Gelassenheit auf Spieler wirken lassen und ihnen das Vertrauen schenken, immer das Beste geben zu wollen!

    benschi


    Leider gibt es die Konstellation von erfahrenen, guten Trainern, Jugendleitern und besonnenen Eltern sehr selten. Deshalb müssen selbst Trainer, die außergewöhnlich gute Arbeit leisten, damit rechnen, das man trotz alledem Kritiker an der Art und Weise des Führens einer Mannschaft findet. Wichtig ist, das im Dialog unter den Erwachsenen die Dinge in ruhiger Athmosphäre angesprochen werden. Denn dann kann man das Pro und Kontra für Führungsleitlinien am besten besprechen. Schließlich bleibt ihnen auch gar nichts anderes übrig, als deine Art der Mannschaftsführung zu akzeptieren, weil sie sich sonst einen anderen Trainer suchen dürfen. Doch den "Kettenhund" am Spielfeldrand wird man meist noch schneller überdrüssig, als den bedachten Trainer, der sich auf Wesentliche beschränkt.


    Andre
    In früheren Jahren habe ich vor, während und nach dem Spiel viel mit der Mannschaft gesprochen, weil ich der Ansicht war: viel hilft viel! Jetzt konzentriere ich mich, die Stärken der Mannschaft wie auch einzelner Spieler herauszufinden. Nicht, weil ich Angst hätte, die Schwächen anzusprechen, sonst weil ich aus der Erfahrung weiß, das Lob viel mehr bringt als Kritik! Sie bringt auch deshalb mehr, wenn die dabei benutzten Vokabeln (z.B. Fehler) eigentlich nicht so recht zum Hobby passen wollen. Denn ein Hobby soll doch spaß machen! Ob dabei Fehler passieren, wo ist das Problem? Wir "Hobbytrainer" machen doch fortlaufend auch Fehler und wollen nicht gerne von Eltern oder Jugendwarten darauf angesprochen werden. Da sollten wir doch gerade der lernenden Gruppe der uns anvertrauten Kinder Irrtümer auf dem Weg zu einem guten Fussballspiel zugestehen!


    Es liegt ein Widerspruch darin, auf der einen Seite von seinen Spielern Risikobereitschaft zu verlangen (damit sie sich überhaupt weiterentwickeln können) und andererseits das, was dann noch nicht geklappt hat, als Fehler zu bemängeln. Es wird dem Trainer genügend Zeit gegeben, ein geeignetes Feedback für seine Mannschaft zu finden. Warum diese Zeit nicht nutzen, statt zu meinen, jetzt muß ich aber sofort alles loswerden (sonst vergesse ich). Wir Trainer lernen bei jedem Spiel hinzu, wenn wir es denn wollen! Jedoch brauchen die gewonnenen Eindrücke zeit, um daraus einen Nutzen zu ziehen.


    Normalerweise folgt auf das Spiel ein Training. Dort ist der geeignete Ort und Zeitpunkt, sachlich und kurz über das vergangene Spiel zu sprechen. Aufgaben, die noch nicht von der Mannschaft verstanden werden, können hier geübt werden. Davon haben die Kids mehr, als wenn sie in einer noch emotional aufgeheizten Athmosphäre gefeiert oder kritisiert werden. Wer es nicht glaubt, sollte es mal ausprobieren und seine Kids fragen, wie dies jetzt bei ihnen ankommt?

    Mentala


    Wende dich doch direkt an die Lehrbeauftragten der Fussballverbände und biete ihnen eine Kurzpräsentation an. Sich direkt an die Vereine im Breitensport zu wenden und dann über Mund-zu-Mund-Propaganda weiterempfohlen zu werden, kann man parallel dazu ja auch machen, um weitere Erfahrungen zu sammeln, wie man das Angebot gezielter gestalten kann.

    benschi


    Natürlich wollen und sollen die Kinder gewinnen. Selbst, wenn sich das Strahlen in den Gesichtern der Spieler rasch verliert, hat man als Trainer ein positives Feedback bekommen, das Meiste richtiggemacht zu haben.


    Zu bedenken geben möchte ich allerdings die "Sicherheits-Rufe" während des Spiels. Spätestens nach der ersten vergebenen Torchance oder dem ersten Gegentreffer werden gerade die unerfahrenen Traienr schnell mal nervös. Dann werden im laufenden Spiel die gewünschten Verhaltensweise (offensive Forderung: Torabschluss; defenisve Forderung: tiefer stehen) hineingerufen. Soetwas gehört ins Training, aber nicht im Spiel, weil die Kinder dort das Erlernte ausprobieren sollen. Wenn sie es dann von selbst noch nicht richtig machen, dann heißt das für den Trainer einfach nur: sie können es noch nicht und brauchen noch weitere Übung darin. Wer meint, man könne im Training Versäumtes im Spiel nachholen, liegt auf dem Holzweg. Denn das führt lediglich dazu, das die Kinder dann auf die Trainerkommandos warten! Sie sollen jedoch selbstständig die Entscheidungen treffen und werden dadurch fehlgelenkt. Hinzu kommt, das man als Trainer durch die Hineinrufe nicht feststellen kann, ob es mal zufällig richtig oder auch falsch gemacht wurde oder ob es normalerweise richtig oder falsch gemacht wird.


    Möchte man als Trainer Orientierungshilfen, so kann mit bereits im DFB-Training-Online wertvolle Hilfestellungen bekommen, was man in welcher Altersstufe schon erwarten darf. So werden die Trainerhinweise vor dem Spiel selbst in einer talentierten D-Jugend-Mannschaft meist in den ersten Minuten sehr gut umgesetzt. Mit der physischen Ermüdung setzt dann auch eine Ermüdung der Konzentrationsfähigkeit ein. Einhergehend werden dann die Trainervorgaben nicht mehr so häufig umgesetzt und die guten, wie auch weniger guten Szenen sind eher zufällig. Das ist normal, also setzt eure Maßstäbe nicht zu hoch an und seit einfach geduldiger. Denn die Kids haben noch einen langen Weg vor sich und können das alles noch erlernen.


    Besser ist es auch unmittelbar vor dem nächsten Spiel 2 - 3 Hinweise geben, als unmittelbar nach einem Spiel in die Analyse zu gehen. Denn nach dem Spiel sind die Kids zu müde, um wirklich zuhören zu können. Auch für den Trainer selbst ist es besser zunächst einmal "abzukühlen", um danach die Dinge klarer zu sehen und zu unterscheiden, welche Erkenntnisse wichtig und unwichtig waren, bzw. die Gedanken zu sortieren, was wie kommuniziert werden soll!


    Diese Dinge habe ich mit Hallenfussball genießen gemeint!

    Egal, mit welcher Taktik du in die Hallenfussballturniere gehst, lass sie einfach Spaß am Fussball haben. Denn gerade in der Jugend sollte man noch nicht zu viel Wert auf die strenge Einhaltung taktischer Vorgaben legen. Hallenfussball "nach Schachbrettmuster" sind für die Zuschauer langweilig, weil man kaum mal ein Risikodribbling und kaum mal einen Risikopass sieht. Jeder lauert nur auf einen kleinen Fehler des Gegners. Deshalb enden viele solcher Spiele mit 0 : 0, 1 : 0 oder 1 : 1. Wenn du deine Spieler jedoch im 1 : 1 Verhalten technisch wie taktisch weiterentwickeln willst, bietet die Halle sehr gute Möglichkeiten. Dazu solltest du ihnen die nötigen Freiheiten (auch wenns mal schief geht) zugestehen. Denn nur mit Risikobereitschaft gelingt eine rasche Weiterentwicklung.


    Gibt deinem Team 2 - 3 Hinweise fürs Spiel und genieße es als Trainer einfach!

    Als weitere Reaktion hat der niederländische Fussballverband sämtliche Jugendspiele für dieses Wochenende abgesagt. Man trifft sich stattdessen in den Vereinsheimen und berät über Präventionsmaßnahmen.
    Ich denke, das kann ein richtiger Weg sein, denn die jeweils jüngere Generation (mit Ausnahme der eigenen Kinder) als die schlechtere und gewaltbereite Generation darzustellen, erklärt weder Ursache noch Wirkung. Denn bei näherer Betrachtung verschwimmt das schnell diagnostizierte Schwarz/Weiß-Bild von Täter und Opfer. Ziel sollte es sein ein besseres Miteinander gestalten zu können.


    Die Gewalt fängt stetsganz klein an! Da brauchen wir auch gar nicht mit den Fingern in die Niederlande zu zeigen! Das zeigen die Berichte über den Jugendfussball bis hin zu Fernsehbilder über den Profialltag. Auch in Deutschland mußten bereits Spieler um ihre Gesundheit bangen, als Fans nach einer wiederholten Niederlage und einem drohenden Abstieg den Mannschaftsbus nicht fahren lassen wollten. Was wäre wohl geschehen, wenn wie in Amsterdam keine schützende Polizei die gewaltbereiten jungen Leute davon abgehalten hätte?


    Wo beginnt die Gewalt? Sie beginnt heute schon am Rande es ersten Spiel bei den Bambinies! Im Hexenkessel der Emotionen verliert sich der gegnerische Respekt, bis hin zum vom Grundgesetz beanspruchten Recht auf die körperliche Unversehrtheit. Bald ist jedes Mittel recht! Mit dem heutigen Standard von nicht ausgebildeten Trainern und Jugendwarten ist man mit der wachsenden Gewalt in den Ballungszentren hoffnungslos überfordert, weil es kein Kinder- und Elterncoaching gibt! Auch der Schiedsrichterbereich ist im heutigen Standard überfordert, weil er unerfahrene, jugendliche Schiedsrichter bei solchen Spielen ansetzt, wo erfahrene, erwachsene Schiedsrichter dafür Sorge zu tragen, das der Fussball von Anfang an zu einem Event im fairem Rahmen, in der alle als Sieger vom Platz gehen gefeiert werden kann. Im KiFU wird sogar gezeigt, das es ohne Schiedsrichter sogar noch besser läuft, weil dann die Trainer (und meist mit ihnen die Eltern) sich einigen müssen und die Hemmschwelle zu unfairen Mitteln zu greifen, etwas höher ist.


    Ich wünsche mir, das nunmehr die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden, damit sich soetwas nicht wiederholt! Drückt man sich vor teils unbequemen Maßnahmen (z.B. Mitgliederverlust von beratungsresistenten Kindern und Eltern), dann wird sich die Schraube der Gewalt weiter drehen und der Fussball wird noch für weiteres gesellschaftliches Versagen herhalten müssen!

    Stefan67


    Es ist ein durchaus menschliches Bedürfnis besonders Erschreckendes erklären zu wollen, um die Phänomene greifbar zu machen und um sich einigermaßen davor schützen zu können.


    Nun bin ich vermutlich ein wenig älter als du, fand es seinerzeit nicht so prickelnd, von einem Polizisten nach dem Führerschein gefragt zu werden, während sein Kollege das Mündungsfeuer seiner Maschinenpistole direkt auf meinen Kopf richtete und nur ca. 2 mm Zeigerfingerweg mich davor schützte, tödlich getroffen zu werden. Es war eine schwierige Zeit, in der man den Eltern nicht glauben konnte, weil man nicht wußte, welche Rolle sie wirklich in der Nazizeit gespielt hatten. Man konnte der Obrigkeit nicht glauben, weil auch viele von ihnen eine Braune Vergangenheit hatten und uns per Gesetz befohlen, was sie nicht erklären konnte. Auch gab es keine spürbare Opposition, die dafür sorgte, das ausgewogene Entscheidungen getroffen wurden.


    Über dieses Mißtrauen gelanten viele jungen Leute zu der Ansicht, man müsse nun seine Zukunft selbst in die Hand nehmen. Spätestens mit den Live-Fernsehbilder über den Vietnam-Krieg gelangte die Polititk in die Wohnzimmer. Hier sah man mit eigenen Augen und es wurde klar, das man dagegen etwas unternehmen mußte. Die einen glaubten mit friedlichem Protest (z.B. Ostermärsche), die anderen an die "Ausschaltung" die Verantwortlichen (RAF) in unserem Land.


    Nun sind wir 30 Jahre älter, glaubt noch immer an unsere Werte und Errungenschaften aus dieser Zeit. Aber auch wir haben uns angepaßt. Sei es durch den gewonnenen Wohlstand, sei es durch einen Ermüdungsprozeß, denn diese Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Nur noch manchmal ärgern wir uns über die Gleichgültigkeit der jüngeren Generation, deren Aufgabe es jetzt wäre, sich jetzt gegen die Anfänge der Gewält mit friedlichen und gesetzlichen Mitteln zur Wehr zu setzen. Zum Teil tragen wir selbst schuld daran, das wir versucht haben, unsere Kinder vor allem zu beschützen, statt das sie sich selbst ihrer Hörner abstoßen zu lassen, damit sie erkennen, wofür es sich lohnt zu kämpfen?


    Schon vor 30 Jahren war die Justiz in unserem Land "auf dem rechten Auge" blind. Dies lag daran, dass zur Aufrechterhaltung von "Recht und Ordnung" westlichen Besatzungsmächte meinten, zunächst einmal die Richter und Staatsanwälte aus der NS-Zeit wieder einsetzen zu müssen, weil man kurzfristig keinen Ersatz hatte. Während man die Rechtssprechung immer weniger kontrollieren, vergaß man die Vergangenheit der in derJustiz schon wieder zu Karriere gelangen Anwälte des Staats zu prüfen. Wen wundere es aus heutiger Sicht, das die noch junge Bundesrepublik ein Berufsverbot zur Tätigkeit in staatlichen Ämtern für politisch linksorientierte Bürger aussprach, weil von dort am lautesten nach einem Amnestieverbot für Politiker, Nazi-Richter und Staatsanwälte gerufen wurde? Zwischenzeitlich waren die Alliierten von deutscher Tüchtigkeit überzeugt worden. Deutsche Raketenbauer, Atomphysiker, selbst Geheimdienstler sorgten für ein rasches Gleichgewicht gegenseitiger Bedrohung. Mit dem Geld aus dem Marschall-Plan sollten sich die Deutschen ihre zerbombten Städte wieder aufbauen, die Bevölkerung ernähren und ihre Wirtschaftskraft zum Nutzen aller einsetzen.


    Doch wie entwickelte sich die deutsche "Rechts"-Sprechung? Weil auch bei der "juristischen Talentsichtung" nur die Gleichgesinnten in der Karriereleiter rasch emphor steigen sollten, gab es weiterhin tendenziöse Urteile, bei denen man eine rechte Gesinnung vermuten mag. Wenn jedoch Recht gebeugt wird, gibt dies Raum zur käuflichen Beeinflussung. Latente Veran, dass wir weltweit auf dem 9. Rang der Korruptionsanfälligkeit liegen, wenn Gleichgesinnte über Jahrzehnte ungestört von der Öffentlichkeit unrechtmäßig handeln dürfen?


    Jedoch handelt es sich bei den unteren Sportgerichten eher um "Laienveranstaltungen", in deren Urteilsvermögen sich der Querschnitt der Bevölkerung spiegelt. D.h. die Quote der bewußten wie unbewußten Fehlurteile hält sich in Grenzen. Wer allerdings bereits im unteren Jugendbereich einen Urteilsspruch benötigt, weil er sich nicht mit der gegnerischen Mannschaft oder dem Schiedsrichter einigen kann, gerät leicht in den Verdacht ein schlechter Verlierer zu sein. Denn selten gelingt es Schiedsrichtern, den Kindern den Spaß zu verderben, wohl aber den von Ehrgeiz zerfressenen Trainern und/oder Eltern. Korrekturen über die Einführung von KIFU-Regeln im unteren Jugendbereich zeigen die Dringlichkeit.


    Gewaltverbrechen wie das in Amsterdam bedarf jeoch einer differenzierten Betrachtung, denn jede Pauschalisierung würde zu falschen Schlüssen führen? Nun hat der Verein in einem ersten Schritt die Jugendmannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet. Doch müssen weitere, auf Prävention gezielte Maßnahmen ergriffen werden, damit die Gewalt aus den Fussballstadien verbannt wird.

    mike


    Ich denke, den meisten Menschen geht es wie dir, das sie Trauer über den tragischen Tod eines Menschen empfinden, der nichts anderes gemacht hat, als lediglich bei einem Fussballspiel den Linienrichter zu spielen. Jedoch alleine die Trauer hilft nicht weiter, wenn wir glauben, das die Brutalität bei Jugendlichen im Fussball zunimmt. Soetwas geschieht nicht aus heiterem Himmel, sondern kündigt sich jahrelang an, in dem sich die Agressionen steigern, ohne das jemand regulierend eingreift. Alle schauen nur weg und sagen sich, sollen sich doch andere darum kümmern!


    Wie kann es z.B. denn sein, dass man sich mehr Entrüstete über ein auf unfaire Weise erzieltes Tor eines Stürmers äußern, als über ein auf tragische Weise totgeprügelter Linienrichter?


    Sicherlich sind wir Verantwortliche für den Fussball nicht in der Lage, die Ursachen in den anderen Bereichen des sozialen Umfeld in großem Umfang zu verändern. Wegschauen, so lange es nicht an den eigenen Kragen geht, ist jedoch immer das Falsche. Wobei es nicht einmal auf das Motiv (Sensationslust, Angst, Desinteresse) des Wegschauens ankommt, sondern auf die fatale Auswirkung im Handlungsprozess! Wer Gewalt in seinem Umfeld duldet, darf sich nicht wundern, einmal selbst Opfer davon zu werden. Soziale Schmelztiegel gibt es nicht nur in Amsterdam und in Rotterdam, die gibt es auch vor unserer Haustür.


    Ein erster Anfang des sich Wehrens gegen Gewalt im Umfeld sind für alle sichtbare Signale. Vor Jahren gab es Autoaufkleber auf denen stand: "Ich bremse auch für Frösche"! Sind nicht unsere Schiedsrichter und seine Assistenten mindestens so lebenswert und bedürfen sie nicht selbstverständlich jedermanns Hilfe? Warum ist noch niemand auf die Idee gekommen, auf das Tricot "Ich helfe auch dem Schiedsrichter und seinen Assistenten" aufnähen zu lassen?
    Vielleicht hätte es eine gewisse abschreckende Wirkung, wenn via Web-Cams in den Fussballstadion (PC mit Internet-Anschluß gibts ja schon fast überall) Gewaltausbrüche dokumentiert werden. Zwar sind die späteren tödlichen Attacken gegen den Linienrichter wohl nach dem Spiel entstanden, aber so hätte man bereits in der Anfangsphase den gewaltbereiten Jugendlichen bereits zeigen können: hier wird euer Benehmen gefilmt!
    Sicherlich gibt es noch eine Reihe geeigneterer Maßnahmen, die Signalwirkung ausstrahlen. Aber noch viel wichtiger als technische Hilfsmittel sind die in unmittelbaren Umgebung befindlichen Menschen, die präventiv, aber auch sofort deskalierend eingreifen können. Selbst der größte Vollpfosten bekommt mit, wenn er sofort von einer Menschenmenge umringt sieht, die ihm klar zu verstehen geben, sich unverzüglich wieder normal zu benehmen. Zu diesem Handlungsautomatismus können wir Trainer beitragen, wenn wir regelmäßig das Gespräch mit unseren Spielern und deren Eltern suchen. Allein mag man machtlos sein, aber in der Menge ist man stark, wenn sich einer auf den anderen verlassen kann!

    schleppi


    Ob es dir gefällt oder nicht, du mußt nahezu täglich Position beziehen, d.h. für oder gegen etwas entscheiden. Dieser innere Prozess beginnt mit der Abwägung dir bekannter Vor- und Nachteile sowie sysmpatischer und unsympathischer Bestandteile und äußert sich schließlich in einer Entscheidung.


    Diese Entscheidung kann unterschiedlich ausfallen. Sie kann sich in der Solidarität mit dem Opfer ausfallen, sie kann in der Gründung einer Initiative in deinem Umfeld ausfallen. Sie sollte in jedem Falle die Chance zu einem offenen Dialog haben.


    Mit der Einstellung: was kann ich schon ändern läßt du lediglich ein passive Rolle des Sensationskonsumenten zu und entfernst die emotional immer weiter von deiner unmittelbaren Umgebung! Nein, das machst du schon deshalb nicht, weil du dich dazu entschlossen hast, in deiner unmittelbaren Umgebung jungen Menschen ganz nebenbei und ohne immer bewußt darauf zu achten beim Fussball gesellschaftsrelevante Werte zu vermitteln.


    Wenn du denn davon sprichst, das es überall auf der Welt gewaltbereite Menschen gibt, dann versuche dir einfach einmal vorzustellen, du bist solchen Menschen einmal ausgeliefert und niemand hilft dir, weil sich jeder darauf beruft, es würde ja nichts helfen. In Deutschland sieht das Zivil- wie das Strafrecht unterlassene Hilfeleistung vor! Sie gelten unabhängig vom Ort des Geschehens. Forumteilnehmer, die schon etwas älter sind, wissen ganz genau, warum gerade diese Gesetze von Nöten waren. Denn das Wegschauen und das billige Argumentieren man könne ja nichts daran ändern heuchelt insgeheime Sensationslüsternheit, solange es nur anderen an den Gragen geht. Genau deshalb schlachtet die Blödzeitung mit Vorliebe solche Beiträge für ihre Zwecke aus - leider gehen ihr tagtäglich noch viel zu viele auf den Leim!

    @Uwe
    Nach so einem schweren Verbrechen am Rande eines Fussballsspiels kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Ist es doch unsere Aufgabe, im Nachwuchsgereich Anfängen von Ausgrenzung und Gewalt aktiv zu begegnen. Den Fussball als Hobby, als Leidenschaft zu präsentieren bedeutet auch gleichzeitig Fairness zu vermitteln. Wenn Fussball dort eine Brücke bilden soll, wo Mauern in den Köpfen der Menschen dies verhindern, dann muß spätestens in der Generation der Kinder damit sorgfältig begonnen werden. Der russische Menschenrechtler Lev Kopelev sagte einmal: wenn du in die Zukunft schauen willst, ist es wie bei einer Blume. Du mußt dir die Wurzel genau anschauen, um zu verstehen, welchen Samen sie später werfen wird. In den Niederlanden gibt es schon seit vielen Jahren ein Problem zwischen den zugereisten Einwohnern aus den ehemaligen niederländischen Kollonien und der Urbevölkerung. Um auf die Ungleichbehandlung aufmerksam zu machen, gab es besonders in den 70-er Jahre des letzten Jahrhunderts Protestwellen. Sie gipfte im Kipnapping eines Zuges und Geisselnahme in Beilen (in der Nähe von Assen)! Angestachelt werden die Probleme zusätzlich durch nationalisitische politische Gruppierung, die jedoch nicht mit denen in Deutschland verglichen werden. Da gerade in den Großstädten der Anteil der Menschen mit geringen Zukunftsperspektiven besonders groß ist, entlädt sich dieser Frust über die Chancenlosigkeit unter anderem am Rande von Sportveranstaltungen.


    Es wäre zu wünschen, das das gesamte niederländische Volk für einen Tag inne hält, um die seit vielen Jahren vorhandenen Ausländerprobleme, die auch durch den seit ca. 15 Jahren andauernden wirtschaftlichen Aufschwung nicht geringer geworden sind, mit sinnvollen Maßnahmen begegnen. Denn ein 15-jähriger Fussballspieler plant keinen Mord an einen Linienrichter - es ist die Wut an der Ungerechtigkeit, deren Schrei keinen für seine Mitbürger hörbaren Ton erzeugen will!

    Hallo Addi73
    In der aktuellen A-Lizenz-Ausbildung ist auch ein Modul TW-Training enthalten. Im praktischen Teil demonstriert ein TW-Trainer altersgerechte Übungen und erklärt ihren Zweck. Im theoretischen Teil werden die defensiven und offensiven Aufgaben eines modernen Torwarts beschrieben. Zusätzlich gibt es Unterricht in der Video-Analyse. Zusammengefasst läßt sich sagen, der A-Lizenz-Inhaber kann zwischen einer falschen und richtigen TW-Aktion unterscheiden. Die dadurch erworbenen Fähikgeiten sind insofern als nützlich anzusehen, als das er sich mit einem TW-Trainer über den Leistungsstand der Keeper unterhalten kann, zur Leistungsverbesserung kann er jedoch kaum beitragen. Denn dazu müßte er sich umfangreiches Wissen über den vielseitigen, systematischen Aufbau eines altersgerechten Trainings aneignen. Ferner müßte er sich Fähigkeiten aneignen, wie man erfolgreich korrigiert. Das soetwas nicht in 2 - 3 Tagen möglich ist, dürfte wohl jedem klar sein!


    Will man also für Mannschaftstrainer eine TW-Trainer-Ausbildung gestalten, so muß man bei "Null" anfangen. Denn bis auf das Spielgerät kennt er noch nichts, was für sein TW-Training von nutzen wäre.


    Ein Mannschaftstrainer kann sich über TW-Trainer-Kollegen, Bücher, Internet, Kurzseminare weiterbilden und sich langsam in dieses Thema hineinarbeiten. Auch plant der DFB zukünftig seine Online-Trainingsdatenbank sowie in der Zeitschrift DFB-Training-Junior Übungen und Wissenswertes für die Nachwuchs-TW-Ausbildung weiter aufzufüllen.


    Aber daraus resulitert auch die DFB-Aufgabe, eine TW-Trainer-Ausbildung zu gestalten, bei der die angehenden Trainer "von der Pike auf" ausgebildet werden.
    Das heißt, man müßte bisherige Ausbildung weiter aufschlüsseln. Das könnte wie folgt aussehen:


    1. TW-Trainer-Basis:
    Modul A: Teilnahmepflicht für Teilnehmer ohne spezielle Vorkenntnisse
    Modul B: Basis-Ausbildung für Teilnehmer mit speziellen Vorkenntnissen (Nachweispflicht als Torwart, TW-Trainer über die Vereine, bzw. erfolgreiche Teilnahme an Modul A)
    Modul C: Aufbau-Ausbildungen für Teilnehmer nach erfolgreicher Teilnahme an Modul B
    Modul D: theoretische Prüfung, Lehrprobe, Lizenzerteilung


    Zielgruppe: Breitensport mit Schwerpunkt Kinderfussball



    2. TW-Trainer-Leistung:
    Profil: Eignungstest anhand Wissensfragebogen (ärztliches Attest und Vereinstätigkeitsnachweise entfallen, da durch Wissenstest notwenige Eignung geprüft wurde)
    Modul A: Planung und Durchführung von TW-Trainingseinheiten als Kleingruppe ab D-Jugend, als Einzeltraining ab B-Jugend
    Modul A1: optional: dito für Mädchen-, Frauen-TW-Bereich
    Modul B: TW-Coaching
    Modul C: Analyse (Leistungsmessungsmethoden) und Korrektur und Überprüfung von TW-Taktiik und TW-Technik
    Modul D: theoretische Prüfung, Lehrprobe, Lizenzerteilung
    Modul D1: optional: dito, jedoch für Mädchen-/Frauenleistungsbereich


    Zielgruppe: TW-Trainer im Leistungsbereich


    3. TW-Trainer-Profi:
    Hier empfehle ich als Einstieg das niederländische Modell der TW-Trainerausbildung, basierend auf eine klare Struktur der Aufgabenverteilung. D.h. vorab wird beschrieben, für welche Aufgaben der TW-Trainer allein und für welche Aufgaben ist er gemeinsam mit dem Trainerstab zuständig ist? Bei den Trainingsinhalten sollten TW-Trainer aus dem deutschen Profibereich mitwirken, damit die bereits erarbeiteten Fachkompetenzen gebündelt werden können. Diese Trainer sollten auch in der ersten Phase als Ausbilder verpflichtet werden, damit eventuelle Fragen zu den Inhalten kurzfristig geklärt bzw. im den Unterlagen entsprechend rasch angepaßt werden können.


    Zielgruppe: Profifussball

    Kinder in diesem Alter lieben Herausforderungen. Es kommt aber darauf an, wie der Trainer mit Siegen und Niederlagen umgeht, also auch mit der Beschreibung der Spielerleistungen umgeht. Wenn er Siege als kurzfristigen Erfolge und Niederlagen als Ziel zum späteren Erfolg beschreibt, lernen auch die Kinder richtig damit umzugehen.


    Allerdings würde ich auch keine Zeugnisnoten vergeben, sondern die Leistung mit Vokabeln umschreiben, die den Spieler in seinem Hobby Fussball beschreiben. Wenn der Inhalt einer guten spielerbezogenen Mannschaftsansprache entspricht, kann es eine Anerkennung, ein Ansporn und eine schöne Erinnerung für den jungen Spieler sein. Evl. noch ein Foto in tpyischer Spieleraktion drauf und schon hat man ein schönes "Weihnachtsgeschenk" gebastelt!

    Hallo addi73


    Na, dann haben wir ja ähnliche Erfahrungen gesammelt. Wenn aber im Anforderungsprofil nix steht, darf man sich auch nicht wundern, wenn da Leute dabei sind, die glauben, man könne TW-Trainer-Wissen in ein paar Tagen lernen.


    Dieses Problem gibt es leider derzeit auch beim Profil für die Anforderungen zum DFB-TW-Trainer-Leistung. Auch heute fordert der DFB entweder mindestens C-Leistungslizenz (Mannschaftstrainer) oder DFB-TW-Trainer-Basis-Ausbildung oder die Basis-Trainer-Lizenz mit Schwerpunkt TW-Trainer. Ein ärztliches Attest wird zusätzlich gefordert. Für die ca. 440,- € bekommt man dann eine Teilnahmebescheinigung.


    Ich denke, das sagt schon alles oder? Ursprünglich war die Idee, das Ausbildungkonzept der Mannschaftstrainer auch für die TW-Trainerausbildung zu kopieren. Da sollten auch noch alle Anwärter eine Mannschaftstrainerlizenz haben. Das konnte einfach nicht passen, weil die typische TW-Trainer entweder ein ehemaliger Keeper oder Quereinsteiger ist. Der hat gar kein Interesse eine Mannschaftstrainer-Lizenz zu machen, weil er gar keine Mannschaft trainieren will. Umgekehrt verlangt man ja auch nicht vom Mannschaftstrainer, das er eine TW-Trainer-Lizenz erwerben muß. Wenn Mannschaftstrainer ohne spezielle Vorkentnisse an der TW-Trainer-Ausbildung Interesse haben, dann wohl eher, weil sie als Mannschaftstrainer nicht besonders erfolgreich waren und auf der TW-Trainer-Position ein paar Euro abkassieren wollen. Aber haben die auch die Leidenschaft, die man als TW-Trainer mitbringen muß?


    Entsprechend enttäuschend waren wohl die ersten Seminare für die DFB-Mitarbeiter, bis man sich wieder an einen Tisch setzte. Dann wurde die Idee vom Verbandstrainer Adler vom Baden-Württembergischen Fussballverband ausgekramt. Herr Adler hatte bereits seit einigen Jahren eine Basis-Trainer-Lizenz mit Schwerpunkt auf das TW-Trainer angeboten und damit sehr gute Erfolge erzielt. Allerdings wurde die TW-Trainer-Lizenz vom DFB nicht anerkannt. Fürs Anforderungsprofil wurde dies jedoch jetzt wieder anerkannt. Ähnlich erging den Absolventen der insgesamt 1-wöchigen TW-Trainer-Basis-Ausbildung.


    Was nach wie vor ein großer Hemmschuh für viele Interessierte ist, ist das geforderte ärztliche Attest. Es ist schon deshalb überflüssig, weil die TW-Trainerarbeit nicht durch ein Vor- und Nachmachen erledigt werden kann. Vielmehr ist es die im Laufe von Jahren erarbeitete Routine, Techniken und Bewegungsabläufe im Detail analysieren und korrigieren zu können. Dennoch stehen TW-Trainer nicht mit der Trillerpfeife am Spielfeldrand, sondern sind weitaus aktiver bei der Arbeit als ihre Mannschaftstrainerkollegen. So müssen TW-Trainer beidfüssig mit dem richtigen Druck und einer hohen Präzision sämtliche Schußtechniken für den Torabschluß zwecks spielnaher Simulation ausführen können. Ferner sollten sie Bälle mit unterschiedlichem Druck beidhändig, in unterschiedlichem Rhytmus in unterschiedliche Distanzen werfen können. Diese Voraussetzungen sind notwendig, um den auszubildenden Keeper viele Wiederholungsmöglichkeiten im für ihn richtigen Schwierigkeitsgrad ausführen zu können. Diese Aufgabe dürfte beim technischen Eigenkönnen durchaus anspruchsvoller sein als die eines Mannschaftstrainers!


    Als weiteren Grund, den heutigen TW-Trainer ohne Mannschaftsleistungslizenz nicht zuzulassen bestand darin, das man beim DFB glaubte, der TW-Trainer müsse ausreichendes mannschaftstaktisches Wissen haben und z.B. das ballorientierte Spiel verstehen. Zum einen besteht lediglich ein geringer Teil des TW-Trainer-Wissens aus der Mannschaftstaktik (z.B. wenn der TW seine Abwehr dirigiert). Zum anderen kann der DFB sicher sein, das dieses taktische Wissen für schon aktive TW-Trainer im Leistungsbereich auch ohne Mannschaftstrainerlizenz vorhanden ist. Entweder aus ihrer Zeit als aktive Keeper oder aber aufgrund der jahrelangen gemeinsamen Zusammenarbeit mit Mannschaftstrainern. Aber selbst, wennn sich dies als ein Manko herausstellen sollte, könnte man diesen geringen Wissensanteil in der TW-Trainer-Ausbilidung integrieren. Indirekt geschieht dies ja heute bereits, weil die Baden-Württembergische Mannschaftstrainer-Breitensportlizenz mit Schwerpunkt TW-Training und die DFB-TW-Trainer-Basis-Fortbildung alternativ anerkannt werden.


    Dass die Nachfrage nach dem DFB-TW-Trainer-Leistungsausbildung derzeit noch sehr gering ist, liegt nach meiner Meinung an folgenden Punkten:
    1. Kein Lizenzabschluß (die erteilte Teilnahmebescheinigung hat keinen qualitativen Aussagewert für die Leistungsvereine)
    2. Keine Anerkennung von Praxiserfahrungen (als Torwart oder Torwarttrainer)
    3. Ausbildungsunterlagen noch nicht komplett (war Kritikpunkt von teilnehmenden TW-Trainern)
    4. Anforderungsprofil nicht ausreichend auf die TW-Trainer-Klientel angepaßt


    Fazit: Wenn man ca. 440 bis 480,- Euro für die einwöchige TW-Trainer-Ausbildung ausgibt, möchte man wissen wofür? Auch möchte man diese Ausbildung mit in etwas gleich gut vorgebildeten Spezialisten in Theorie und Praxis betreiben. Obwohl sich das Team um Jörg Daniel die größte Mühe gibt, ein interessantes und abwechselungsreiches 1-wöchiges Programm zu gestalten: ohne eine Prüfung und die damit verbundene Lizenz wird keine Kompetenz an den TW-Trainer übertragen. Solange Mannschaftstrainer ohne spezielle Vorkenntnisse diese Teilnahmebescheinigung ebenfalls erhalten, ist sie für Vereine, die Leistungs-TW-Trainer suchen, ohne Belang. Die zertifizierte TW-Trainer-Ausbildung ist in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz seit mehreren Jahren Standard. Die Profvereine haben sich schon seit vielen Jahren ohne DFB-Unterstützung sehr gut in der TW-Ausbildung organisiert. Darunter besteht ein riesengroßer Bedarf, weshalb zu hoffen bleibt, das der DFB schnellstmöglich das Angebot an die TW-Trainerklientel anpassen sollte.

    Hallo Addi73


    Ja, an diese Fortbildungsseminare kann ich mich auch noch gut erinnern. Ich glaube, die wurden seinerzeit von Dieter Neubauer (Chef es NFV-Lehrausschusses) geleitet. Der hatte fast immer Ex-Profi-Keeper dabei, denen man in Theorie und Praxis zuhören konnte. Abends gabs dann das "Fachgespräch" in fröhlicher Runde! Allerdings habe ich vergessen, warum Dieter kein Pfarrer werden wollte? Auch die Teilnehmerrunde war breitgefächert. Da tauschen sich Scouts, Exoten, TW-Trainer, Ex-Keeper oder aktive Torleute beiderlei Geschlechts und normale Mannschaftstrainer, denen die üblichen Fortbildungsseminare zu langweilig waren, aus. Letzere haben allerdings die Qualität des Seminars ein wenig gedrückt, fand ich. Denn wenn dort jemand ohne spezielle Fachkenntnisse nur stumm herum sitzt, auf dem Platz weder als TW noch als TW-Trainer gar nichts beitragen kann, ist das für die Anderen nicht so toll. Aber ich glaube, einige Manschaftstrainer haben auf diesen Seminaren erfahren, das das TW-Training durchaus Sinn macht, nur leider doch nicht so einfach zu erlernen ist.


    Diese Jugend-TW-Trainer-Seminare waren auch immer schnell ausgebucht! Heute gibt es soetwas ähnliches! Das nennt sich DFB-TW-Trainer-Basis. Ähnlich wie damals gibt es wenig Unterlagen, aber wir TW-Trainer fühlen uns eh auf dem Platz am wohlsten, egal bei welchem Wetter! Vorteil ist, das sich mittlerweile ausschließlich Teilnehmer mit speziellen Kenntnisse fürs TW-Training anmelden. Darauf aufbauend gibt es dann den DFB-TW-Trainer-Leistung. Die Unterlagen sind auch hier auf einem "guten Weg". Aber wichtig ist auch der Austausch mit den TW-Trainer-Kollegen. Man kann viel für sich mitnehmen! Hier ist es allerdings noch so, das man Glück oder Pech haben kann. Wenn man Glück hat, ist man unter TW-Trainern. Wenn man Pech hat, besteht ein Teil der Gruppe aus Mannschaftstrainern mit Leistungslizenz, die meinen, sie könnten in 1 Woche das lernen, wofür Torleute und TW-Trainer Jahre brauchen. Ich hoffe, der DFB paßt das Anforderungsprofil endlich an, denn ohne Vorkenntnisse bringt das den Leuten nichts. Leider fehlt auch noch der größte Teil der TW-Trainer im Leistungsbereich, weil der DFB ein ärztliches Attest verlangt. Viele Keeper mußten jedoch ihre Karriere wegen einer Sportverletzung abbrechen, weshalb sie dieses Attest nicht bekommen. Das sind aber meist die erfolgreichsten TW-Trainer, weshalb ich es für unerlässlich halte, auch hier eine Anpassung vorzunehmen.