Beiträge von TW-Trainer

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    Günter
    Ich sehe es zwar nicht so extrem, habe aber schon ähnliche Erfahrungen gemacht! So habe ich erlebt, wie selbst talentierte Mädchen von den Trainern in der Jungenmannschaft deshalb nicht oder nur selten eingesetzt wurden, weil sie Mädchen sind und nicht, weil sie sportlich nicht mithalten konnten!


    Machen wir uns doch nichts vor: der typsiche Vereinsmeier meint nach wie vor: Mädchen/Frauen können nicht Fussballspielen!


    Die von dir beschriebene JSG-Bildung hat aber auch andere Gründe! So wandert ein Teil der Kinder bereits im unteren Fussballbereich in andere Freizeitaktivitäten, weil sich von ungeeigneten Trainern/Eltern mehr Frust als Lust am Fussball erfahren haben. Wäre dies nicht so, müßte man keine großen Anstrenungen zur Installation von KIFU-Regeln betreiben. Die sind zwar keine Lösung des Problems, mildern jedoch die Folgen!


    Wenn sich Mädchen für den Fussball angesprochen fühlen sollen, so sollte auch die Werbung um sie im Verein entsprechend angepaßt sein. Da muß man auch nicht abwarten, bis in allen DFB-Folien darauf aufmerksam gemacht wird, dass auch Mädchen oder Frauen als Spieler/Trainer für diese Aufgaben geeignet sind. Das kann ein Verein schon selber. In den Gebieten, in denen sich der Mädchen- und Frauenfussball etablieren konnte, leisten ehemalige Leistungsspielerinnen hervorragende Funktionärsarbeit!


    Wer rechnen kann, dem wird nichts anderes übrig bleiben, als seinen Verein durch Anpassung des Angebots für die Zukunft tauglich zu machen! Das heißt in erster Linie:


    - den Fussball für den männlichen und weiblichen Nachwuchs attraktiver zu gestalten -


    um männliche Mitglieder zu halten und weibliche Mitglieder hinzuzugewinnen. Wer dies vernachlässigt, wird rasch eine überalterte Vereinsmitgliederschaft haben! Da sind dann zwar 500 eingetragene Mitglieder, aber an den Veranstaltungen nehmen nicht mal 10 % der Mitglieder teil!

    @Fussballbaron
    Du hast natürlich mit deiner Anmerkung recht, das ein Einzelfall nicht als Beleg für die Gesamtheit taugt, weil der Zufallsfaktor zu groß ist!


    Bei sehr großen, komplexen Themenbereichen bedient man sich deshalb genügend großen Stichproben, um mit einer ausreichenden Wahrscheinlichkeit bestimmte Abhängigkeiten zu beschreiben. Sofern die Methodik korrekt angewandt wurde, lassen sich durchaus Erkenntnisse gewinnen. Aber nur dann, wenn genügend Fachwissen zur Dateninterpretation vorhanden ist. Sonst erkennt man unter Einhaltung der mathematisch-statistischen Bedingungen in der Verknüpfung willkürlicher Bedingungen am Ende eine positive Korrelation zwischen der Anzahl der Storchennester und der Geburtenrate in einer Region. Aber jedes Kind weiß, dass die Kinder nicht vom Klapperstorch kommen!
    Ein weiteres Beispiel von Unkenntnis der Materie läßt sich aus folgendem Witz ableiten: Drei DDR-Funktionäre sind im Westen zu Besuch. Am Abend sehen sie in einem Variete ein Striptease und sind vollkommen begeistert. Bei ihrer Rückkehr können sie weitere Funktionäre von der Idee überzeugen, auch dort Striptease einzuführen. Doch ihre Idee findet nach Einführung keine Begeisterung beim Publikum. Die drei Funktionäre verstehen die Welt nicht mehr. Dabei haben sie doch extra darauf geachtet, die ältesten und verdientesten Parteimitglieder als Striptease-Tänzerinnen zu engagieren?
    Ergebnisse lassen sich manchmal nur in Rahmenbedingungen beschreiben. Wenn man z.B. als Ergebnis ermittelt, dass es eine Abhängigkeit zwischen dem Lebensalter und dem Körpergewicht gibt, denn bedeutet dies nicht, dass man endlos abnehmen kann, um älter zu werden. Denn irgendwann ist der Punkt erreicht, wo die lebenswichtigen Körperfunktion nicht mehr mit genügend Nahrungsstoffen versorgt werden.


    So sehe ich allein in einer Personalentscheidung noch keinen Unterschied zwischen den ehernen Prinzipien eines NLZ oder kurzfristiger Saisonziele eines LZ! Dazu müßte man die genauen Hintergründe kennen, die bekanntlich selten in den Gazetten abgebildet werden! Günter ist aber kein "Greenhorn" im Trainergeschäft! Insofern glaube ich ihm mangels besseren Wissens!

    Karl


    Vielen Dank für deine Antwort. Ich finde, man kann über alles noch besser diskutieren, wenn es mit ein wenig Humor gewürzt ist! :D


    Stefan70
    Ich gebe dir in allen Punkten recht und würde es gern wie folgt ergänzen:


    Durch Einhängen von Torverkleinerungen könnte man die gewünschte Größe rasch verändern, weshalb sie als Alternative infrage käme. Dabei hätte das sogar den Vorteil, dass man das Tornetz nicht extra verändern müßte.


    Beim Ex-Kurs zum Thema Torwarthandschuhe hast du mit deiner Anmerkung über die Verletzungsschutzfunktion ebenfalls recht. Zwar kann es trozt Tragen von Handschuhen zu Hand- oder Fingerprellungen bei Zusammenstößen kommen, aber mit Fleischwunden ist nicht zu rechnen. (Leider bekommt man in den meisten Sportgeschäften keine gute Beratung beim Handschuhkauf, weshalb ich ein paar Zeilen dazu geschrieben habe. Die Geschäfte wollen meist nur die teuren, besonders dick gefüllterten hält. Leider wird auch im Rahmen der Trainer-Lizenz-Ausbildungen wird kaum darauf eingegangen, sodass Trainer, denen sich solche speziellen Fragen nicht so häufig stellen, etwas für sich mitnehmen können.)


    Auch bei der Emanzipation im Fussball gebe ich dir ebenfalls recht! Allerdings muß eine Emanzipation nicht zwangsläufig dadurch erfolgen, einfach alles gleich zu machen, wenn es geschlechstspezifisch günstigere Rahmenbedingungen gibt.
    In den Anfängen des Frauenfussballs wurde auch darauf bestanden, dass alles genauso gemacht werden sollte, wie beim Männerfussball. Sogar die gleichen Spielzeiten! Noch heute erkennt man bis in die zweite Bundesliga hinein, dass das hohe Anfangstempo nach ca. 20 Minuten deutlich wahrnehmbar sinkt. Dies ist nach meiner Meinung auch den zu großen Spielfeldabmessungen geschuldet. Leider resultiert ein Teil von schweren Verletzungen m.E. daraus, dass die Muskulatur durch zu häufige und zu lange Laufwege mit hohem Tempo überstrapaziert wird und dann nicht mehr eine ausreichende Schutzfunktion für Knochen und Bänder haben.


    In anderen Sportbereichen tut man sich leichter mit Anpassungen. So sind z.B. beim Boxen die Runden bei den Senioren 3 Minuten und bei den Frauen 2 Minuten lang.


    Wer meint, das Mädchen- und Frauenfussball weiterhin keiner Förderung bedarf, sollte sich vergegenwärtigen, dass man aufgrund des demografischen Wandels in den kleineren Vereinen schon bald die Sportanlagenschlüssel an die ortsansässigen Schützenvereine übergeben kann, wenn man sich nicht für weitere potenzielle Mitglieder öffnet. Wer mit in etwa gleichen Mitgliederzahlen planen möchte, der kommt um das zusätzliche Angebot zum Mädchen- und Frauenfussball nicht herum!

    Günter


    Wenn du nicht einen Zitierfehler begangen hättest, dann würde ich sagen: 1 : 0 für dich!


    Allerdings dürfen nur "zu Guttemberg" und ein paar Andere fremdes Wissen jedweder Person, also auch ihrer Eigenen zuordnen, um erst Jahre später dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Allerdings möchte man gerne, dass Plagiate verjähren! Willst du das auch und wieviele Minuten müssen dafür vergehen?

    Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich mich an einen einzigen Fall erinnern kann, wo ein Stützpunkttrainer ein Kind zum Probetraining eingeladen hat, was gar nicht dem von ihm betreuten Jahrgang gehörte! Das macht ja auch gar keinen Sinn! Warum sollte ich z.B. als Abteilungsleiter für die Produktion einen Bewerber für die Verwaltung zu mir einladen?


    Allerdings ist es so, dass zwischen vielen Stützpunkttrainer ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis besteht, so dass sie ihre Kollegen informieren, wenn sie ein talentiertes Kind entdeckt haben, was aus welchen Gründen auch immer bislang durchs Raster gefallen ist. Dann aber wird das Talent vom zuständigen Stützpunkttrainer zum Probetraining eingeladen.


    Nun gibt es aber auch den anderen Fall, indem sich ein Vereinstrainer eines Dorfvereins beim Leistungs-Trainer eines größeren Vereinsmeldet, um ein nach seiner Meinung talentiertes Kind für ein Probetraining anzumelden.
    Dann gibt es nach dem Probetraining folgende Opitonen:
    1. Das Talent ist deutlich besser. Dann wird es zu weiteren Probetrainingsterminen eingeladen und es wird auch Sozialverhalten geprüft. Wenn alles paßt, wird mit dem Verein und den Eltern, zu dem bereits vor dem 1. Probetraining ein Kontakt aufgebaut wurde, ein erneuter Kontakt zwecks Vereinswechsel aufgenommen.
    2. Das Talent ist gleich veranlagt. Dann findet kein Austausch statt. Warum auch, denn es würde lediglich für unnötige Unruhe in und im Umfeld der Mannschaft sorgen! Allerdings wird das Talent zwecks Beobachtung mehrere Male pro Saison eingeladen. Am Ende der Saison wird dann im Team entschieden, ob man es weiterhin als Perspektiv-Spieler ins Beobachtungstraining beläßt.
    3. Das Talent ist deutlich schwächer. Dann wird dies dem Trainer/Vater auch so erklärt mit dem Hinweis, das dies eine Momentaussage ist, die sich im Laufe der Jahre noch ändern kann.


    Während im jüngeren Leistungsbereich sehr viel wert auf die spielerische Vermittlung fussballerischer Fähigkeiten gelegt wird, kommt im mittleren und oberen Jugendbereich auch das Abverlangen von Selbstdisziplin hinzu, wenn es mal nicht so läuft, wie gewünscht! Selbstverständlich nimmt im A-Jugendbereich auch der Leistungsdruck zu, wenn man im Club sich mit internationaler Konkurrenz messen muß. Natürlich ist es auch nicht immer lustig, wenn man die offizielle Info bekommt, keinen Profivertrag zu erhalten! Denn man hat bis hierhin alles auf eine Karte gesetzt und man scheint nur kurz vor dem Ziel zu scheitern. Hier aber greifen die Berater ein, die dann erstmalig im Verein gescheiterte Toptalente an andere Vereine weitervermitteln.


    Natürlich macht es mehr Spaß einem Talent zu sagen, du hast die große Hürde zum Wechsel in den Seniorenbereich erst einmal geschafft. Aber auch dann ist es nur die Eintrittskarte. Man muß sich beweisen und ein Quäntchen Glück gehört auch mit dazu, gerade die gewünschten Positionsanforderungen erfüllen zu können.


    Ich finde es nicht weiter schlimm, dass sich Eltern, deren Kinder für Stützpunktauswahlen oder Nachwuchsleistungsteams ausgewählt oder auch nicht ausgewählt wurden, sich über das Für und Wieder des Jugend-Leistungssports unterhalten. Schließlich wollen alle nur das Beste für ihre Kinder, haben unterschiedliche Situationen wahrgenommen, deuten manchmal aus Unwissenheit auch einiges hinein.


    Leider ist in den vergangenen Jahren mangels geeignetem Personal und das dafür notwendige Budget der Begriff des Leistungszentrums (LZ) hinzugekommen. Hierbei handelt es sich um nicht zertifizerte Jugendbereiche, die manchmal den Anschein erwecken, sie würden nach den Regeln des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) arbeiten, hinzugekommen. Bei den LZ werden leider kurzfristige Saisonziele sehr häufig vor den Ausbildungszielen gestellt und Trainerleistungen am erzielten Tabellenrang gemessen. Verständlich, dass aufgrund dieser Erwartungen der Stress zwischen Trainer, Mannschaft und Eltern vorprogrammiert ist. Denn wer im Spiel seine Mannschaft anbrüllen muß, der hat wohl im Training bereits einiges falsch gemacht bzw. der ist von den Vereinsverantwortlichen für falsche Ziele verpflichtet worden!
    Man spielt nur so gut, wie man auch trainiert hat! So ist es ein Irrglaube zu meinen, man könnte fehlende Trainingsausbildung im Spiel nachholen! Ein Trainer, der eine Formschwankung seines Spielers nicht von einem Leistungsdefizit unterscheiden kann, der hat auch im Leistungsfussball nichts zu suchen!

    Günter


    Mich würden gerne die Gründe interessieren, warum es für einen Dorfverein nicht umsetzbar ist. Denn der Dorfverein zahlt heute für ein transportables Großtor über 1.000 € und für die Kleinfeld-Variante nicht viel weniger. Würde man aus beiden Standards ein in seinen Abmessungen variables Tor machen, bräuchte man insgesamt nur die Hälfte an heutigen Toren und würde selbst dann, wenn die variablen Steckelemente der beiden Pfosten und der Latte etwas teurer hinkäme auf Dauer Geld sparen, weil man insgesamt weniger transportable Tore benötigt.


    Allerdings gebe ich dir gerne Recht, dass man sich in vielen Dorfvereinen viel lieber mit der Erweiterung des Vereinsheims beschäftigt, um mehr Platz für die Getränkekühlung und noch mehr Hocker durch eine verlängerte Biertheke aufstellen zu können. :S


    Unter diesen Aspekten ist es sicherlich unangenehm darüber nachzudenken, ob zukünftig auch Frauen an der Theke sitzen sollen, um mit Männern über Fussball zu diskutieren! :thumbup:
    Schließlich muß man ja irgendwo noch seine Ruhe vor dem ewig zänkischen Geschlecht haben! :D

    Ich denke, es macht keinen Unterschied, wenn man in den Nachkommastellen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt!


    Die in diesem Thema geäußerten Meinungen entsprechen in etwa dem Querschnitt meiner subjektiven Wahrnehmung, wobei es bei den Jungen noch mehr überehrgeizige Eltern gibt als bei den Mädchen. Dies mag aus dem noch immer vorherrschenden Rollenverständnis, nach der eine große Mehrheit davon überzeugt ist, dass Mädchen lieber Mütter als Karrierefrauen werden sollten und wonach sich diese beiden Ziele nicht miteinander vereinbaren lassen. Denn wieviel später tatsächlich damit verdient werden kann, damit lässt sich nur für die Eltern, die bereits Millionäre sind (das sind vermutlich die Wenigsten) etwas anfangen!
    Natürlich sollten auch unerfüllte Träume der Eltern über die Kinder verwirklicht werden. Wieviel dort von den Eltern geträumt wird, erkennt man auch daran, dass beim jüngsten Auswahl-Jahrgang die meisten Eltern dabei sind und jede Aktion ihres Sprößlings kommentieren. Bei den Mädchen ist die Menge deutlich geringer. Anfangs ist das Verhältnis der begleitenden Väter und Mütter noch in etwa gleich. Später sind es meist die Mütter, die selbst Freude miterleben, wenn ihre Töchter gerne dort spielen und neue Freundinnen dort gefunden haben.


    Ob und wie Talente entdeckt werden, darüber kann man ganze Bücher schreiben! Denn absolute Ausnahmetalente lassen sich meist rasch finden. Doch unter diesen Einzelkönnern befinden sich schwierige Charaktere, deren andere Fähigkeiten sich immer weniger mit dem Fussball als Mannschaftssportart verbinden lassen. Ergo braucht man weitere Talente, deren fussballerische Fähigkeiten in ganz jungen Jahren gerade mal guter Durchschnitt sind, aber besondere geeignete Charaktermerkmale sich entwickeln, die ihn für den Leistungsfussball besonders geeignet werden lassen.


    Bislang war man der Meinung, dass die Menge der absoluten Ausnahmetalente groß genug wäre, um Diejenigen, die im Laufe der Jugendzeit aufgrund ungeeigneter Charaktermerkmale aus dem Leistungsfussball verabschieden, kompensieren zu können. Weil aber die Jahrgangszahlen abnehmen, wird auch die statistische Wahrscheinlichkeit eines Ausnahmetalents mit geeignetem Charakter immer geringer. Noch bemüht man sich durch einen immer größer werdenden Radius und eine immer frühere Abwerbung den Mangel an Talenten zu kompensieren. Will man jedoch den Level halten, so ist man entweder gezwungen, das Talentsichtungs- und fördersystem an die demografische Entwicklung anzupassen oder aber Ausnahmetalente aus fernen Ländern schon sehr früh hierhin zu holen.


    Es geht in Zukunft nicht mehr darum, den Aktivitätsradius zu vergrößern, um die nötige Mannschaftsqualität zu erhalten, sondern durch geeignete Maßnahmen eine Qualitätsverdichtung bei gleichbleibendem Aktivitätsradius um den Vereinssitz zu produzieren. So geht es beim stets heiß diskutierten Thema der Förderung von Handlungsschnelligkeit m.E. nicht nur um die körperlichen, sondern auch die geistigen Ausnahme-Fähigkeiten. Denn die Zeiten der "Intuitiv-Spieler" sind durch den Einfluß immer komplexerer Taktiken vorbei. Man braucht heutzutage nicht nur den schnellen Dribbler, sondern auch den klugen Passspieler! Jeder Spieler hat offensive wie defensive Aufgaben. Allein dem Ball hinterher zu rennen, beschreibt diese Aufgaben des Einzelspielers in der Gruppe und Mannschaft längst nicht mehr!


    Für mich ist es deshalb nicht so sehr die Frage, welchen Spielertyp wir und heute aussuchen, sondern auch die, für welchen Spielertyp wir uns in Zukunft bei der Talentsuche vermehrt entscheiden müssen? Die Spanier, Franzosen und auch die Benelux-Staaten scheinen ihre Hausaufgaben hier besser zu machen. Selbst die Engländer horchen jetzt in die Köpfe ihrer talentierten Kinder hinein, um die Trainer- und Trainingsbedingungen zu verbessern. Hierzulande nehme ich keinen Quantensprung zur Qualitätsverdichtung nach der Entdeckung und Einführung der flächendeckenden Sichtung und Stützpunktförderung wahr! Matthias Sammer hat sie einmal Siegermentalitäten genannt, womit er vor allem auch die positive Einstellung dieser jungen Menschen zu ihrer Umwelt meinte. Der Sieg meint also nicht das 1 : 0, sondern der Sieg meint den Wunsch zur kontinuierlichen Weiterentwicklung. Denn nur ergebnisbezogenes Denken für zu Stagnation des Willens, wenn man erst einmal zurückliegt!

    Stefan70


    Zunächst einmal zu Nordkorea: dort scheint man noch wie in einigen anderen Staaten fest zu glauben, sportliche und politische Leistungen gleichsetzen zu können. Wenn dann beim einen systematisch durch Pfusch nachgeholfen wird, darf man sich nicht wundern, dass das auch in anderen Dingen der Fall ist.


    Generell ergänzen sich viele Sportarten. Deshalb würde ich keinen Unterschied im Nutzen einer weiteren Sportart sehen. Egal, ob er von einem Mädchen oder Jungen betrieben wird.


    Gerne verwende ich Trainingselemente, die aus anderen Sportarten kommen. Aber hast du dir schon mal die Frage gestellt, warum Handball-Torhüter keine Handschuhe tragen?


    Untersuchen wir mal die Argumente!


    1. Die Handschuhe müssen dick gefüttert sein, sonst kann ein harter Schuß schmerzen?
    Das ist natürlich absoluter Blödsinn, denn die Ballgeschwindigkeit wird nach dem Kontakt mit fast ausgestreckten Armen vor dem Körper über das Heranziehen des Balles genommen. Würde man die Arme ganz ausstrecken und versteifen bzw. die Hände direkt am Körper halten, sodass die Schußgeschwindigkeit nicht genommen wird, spielt die Stärke der Handschuhfütterung keine Rolle. Auch wird man so kaum mal einen Ball festhalten können.


    2. Die Handschuhe müsen dick gefüttert sein, um den Ball besser festhalten zu können?
    Ähnlicher Unsinn, denn über die dicke Fütterung wird es für den Keeper schwieriger, den Ballkontaktpunkt zu fixieren. Der ist aber wichtig für den anschließenden Bewegungsablauf (Ball an den Körper heransaugen)


    Es gibt 2 Gründe, warum der Handballtorwart keine Handschuhe braucht:


    1. Weil der Ball nicht nass und rutschig ist
    Weil Handball in der Regel heutzutage in der Halle ausgetragen wird, bleiben die Bälle trocken und sind deshalb auch nicht rutschig. Dem Fussball-Torwart hilft der bessere Grip durch die Handschuhe auch nasse Bälle noch einigermaßen gut fangen zu können.


    2. Weil der Ball selten gefangen werden kann
    Der Handball-Keeper bekommt sehr viele Bälle direkt vom Kreisrand aufs Tor. Aufgrund der geringen Distanz und Geschwindigkeit kann er meist nur eine Hand, einen Arm oder Bein hinter den Ball bringen. Auch darf ihm kein gegnerischer Spieler auf die Pelle rücken, so dass er einen neben oder unmittelbar vor sich abtropfenden Ball durch Nachfassen aufnehmen kann.


    Aber nur, weil der Handballkeeper keine Handschuhe braucht, ist sein Einsatz nicht generell anders als die eines Fussballkeepers. Gerade, weil das moderne Spiel immer rasanter wird, kommen die Elemente des ebenfalls schnellen Handballsports zum tragen. Auch der Handballkeeper muß seine Position permanent anpassen und beim Wurf ein sicheres Auge und schnelle Reflexe besitzen.


    Weil dem so ist, lasse ich meinen Probanden zunächst einmal ihre Handschuhe ausziehen. Wenn sie gelernt haben, das nicht nur der Kontaktpunkt, sondern der gesamte Bewegungsablauf wichtig ist, dann dürfen sie in der Phase der Verfeinerung die Handschuhe wieder anziehen, um das Risiko des Ballverlusts durch einen rutschigen Ball zu eliminieren.


    So, nun aber zurück zu den Spielfeld- und Torgrößen. Genau, wie man für den Kinderfussball kleinere Felder und Tore eingeführt hat, um das Spiel spannender zu machen, sollte es in Anlehnung der anatomischen Unterschiede im Breitensport zwischen Mädchen und Jungen ab der C-Jugend andere, günstigere Spielfeld- und Torabmessungen wählen. Weil Mädchen- und Frauen nicht so schnell rennen können, sollte die Spielfläche geringer sein und weil Mädchen und Frauen kleiner und nicht so muskulös sind, sollten auch die Torabmessungen geringer sind. Ein Frauentor von 6 x 2,2 m halte ich für günstiger als das Herrentor von 7,32 x 2,44 m. Eine Torhüterin, die nur deshalb auf der Linie klebt, weil sie sonst keine Chance hätte, an den Ball zu gelangen, kann sich kaum als mitspielende Torfrau weiterentwickeln.
    Nicht jede Mädchen- oder Frauenmannschaft besitzt einen Torwarttrainer, der ihnen ein entsprechend umfangreiches Stellungsspiel sowie spezielle Bewegungs- und Sprungtechniken (z.B. die vorwärtsorientierte Rückwärtsbewegung) vermitteln kann.


    Angepasste Größen könnten helfen, den Mädchen- und Frauenfussball schneller und damit auch für die Zuschauer attraktiver zu gestalten. Denn man wird auch nicht durch noch so intensives Training dem Mädchen- und Frauenfussball identische Eigenschaften wie dem Jungen- und Männerfussball verleihen können. Bei dieser Betrachtung sollte immer der Breiten- und nicht der Leistungssport die Maßstäbe setzen!


    Heute findet man auf den Plätzen transportable Groß- und Kleinfeldtore. Warum nicht aus beiden Varianten ein in Breite und Höhe variabel veränderbares Tor machen (das sollte die deutsche Ingenieurskunst hinbekommen), um es ohne Hin- und Herschlepperei rasch auf die gewünschte Größe anzupassen?


    Bei den Spielfeldabgrenzungen gibts ohnehin keine Probleme mehr, seitdem man bei den Kindern altersabhängige Spielfeldgrößen eingeführt hat.


    Weil immer mehr Mädchen und Frauen den Fussball für sich entdecken, wäre eine Anpassung der Spielfeld- und Torabmessungen diesen Sport noch weiblicher machen und für noch mehr Leben in den Vereinen sorgen!


    Gerne würde ich dazu nicht nur die Freunde des weiblichen Fussballs, sondern auch deren Gegner hören. Insbesondere, ob sie der Ansicht sind, ob sie sich vorstellen können, dass diese Veränderungen auch eine Wandlung der Sichtweise bewirken könnte?

    Stefan70 und Günter


    1. Zwischen Breitensport und Leistungsfussball differenzieren
    Man muß jeweils zwischen Breiten- und Leistungssport unterscheiden. Im Breitensportbereich können talentierte Mädchen bei den Jungen mithalten, im Leistungsbereich macht es nur in seltenen Ausnahmen Sinn, sie mit gleichaltrigen Talenten in Auswahlteams zu fördern. Ab dem älteren C-Jugend-Jahrgang macht es auch im Breitensport keinen Sinn mehr, dort Mädchen mitspielen zu lassen, weil sie dann häufig gegen männliche Gegenspieler antreten müssen, die auch mit Ball am Fuss schneller sind! Auch Torhüterinnen finden dann nicht mehr den Spaß, weil ihre männlichen Gegner zum Kopfball höher springen können als sie selbst bei vorbildlicher Sprungtechnik die Arme recken können.


    2. Wohin geht der Weg im Frauen-Profifussball
    Nicht nur die USA, auch die Asiaten (insbesondere Japan und Nordkorea) wird ein athletischer und dynamischer Fussball gespielt. Der fast körperlose weibliche Fussball im Spitzenbereich wird über kurz oder lang der Vergangenheit angehören.


    Meine Keeperinnen haben durch Athletiktraining ihre Handlungsschnelligkeit (Antritt, Sprungkraft) deutlich steigern können. Kraft und Tempo gehören genauso zum Fussball wie Koordination und Technik!

    teejay


    Ja, ich vergleiche die Spielfeldgröße zu den Fähigkeiten im Vergleich von Mädchen zu Jungen.


    Die Spielfeldgrößen werden vom DFB immer nur für den männlichen Fussball vorgegeben, ohne dabei die Interessen des weiblichen Fussballs zu berücksichtigen. So resultiert ein Teil der Reklamationen, der weibliche Fussball sei nicht so interessant, weil weniger dynamisch, an den im Vergleich zum Männer- und Jugendfussball zu großen Spielfeldgrößen. Das Spiel der Mädchen und Frauen wirkt für den Zuschauer langsamer aufgrund der zu großen Spielfeldgrößen. So wird selbst ein Kreisliga-Duell bei den Senioren schneller als das Spiel der Frauen-Nationalmannschaft! Vergleichen wir dies z.B. mit dem im Handball und Eishockey deutlich geringeren Spielfeldgrößen, so fällt der Dynamikunterschied nicht mehr ganz so deutlich auf! Auch auf der Torwartpostion gibts deutliche Unterschiede. Denn es gibt fast keine Torhüterin, die keine Probleme mit hohen Bällen beim Großtor hat. So verrät ein geübter Blick bereits beim Schußansatz, ob der Ball mit hoher Wahrscheinlichkeit unter der Torlatte einschlägt, was an der Stelle das Spiel widerum unattraktiv macht!


    Selbstverständlich macht es keinen Sinn, den Männer- und Jungenfussball in allen Punkten mit dem Frauen- und Mädchenfussball zu vergleichen! Wenn man allerdings im Training merkt, dass durch Verkleinerung der Spielfeldgröße auch bei den Mädels so richtig die Post abgeht, dann sollte man sich an oberster Stelle einmal Gedanken darüber machen, warum die Vorgaben für die Spielfeldgrößen identisch mit denen der Mädchen und Frauen sein müssen?


    Wenn man das Spielfeld für die Mädchen jeweils um 10 m und das der Frauen jeweils um 20 m verkleinern und die Torgrößen den anatomisch bedingten Möglichkeiten anpassen würde, so könnte man dem weiblichen Fussball noch mehr Dynamik und Spannung entlocken. Denn zum Sport und Spiel sollte auch immer die größmögliche Spannung dazu kommen, sonst nimmt man sich einen Teil vom Spaß am Fussball!

    Überall dort, wo nicht alle mitmachen dürfen, sind die Interessenskonflikte bereits vorprogrammiert.


    Auf der Sichterseite fällt besonders auf, dass sich fast immer der Sohn des Trainers in der Gruppe der Talente befindet! Auf der Seite der Eltern fällt auf, dass die Talente aus bestimmten Vereinen besonders häufig ausgewählt werden.


    Dabei gibt es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen besonders hoher Talentveranlagung, seinem Wohnort, der Vereinszugehörigkeit oder den Freizeitaktivitäten des Vaters! Nur in den allerseltensten Fällen treffen Erstverein, Jugendtrainer und spätere Spielerkarriere überein.


    Wie gut die Sichtung und anschließende Förderung funktioniert, dass liegt an den vor Ort tätigen Sichtern, Stützpunkttrainern und DFB-Koordinatoren. Insofern ist das nichts anderes als in jedem Betrieb auch, wo an der Spitze darauf geachtet werden sollte, dass geeignete Mitarbeiter die Funktionen ausüben und dabei bestmöglich weitergebildet werden. In einigen Stützpunkten wird hervorragende Arbeit geleistet, den meisten Stützpunkten funktioniert es zufriedenstellend und mancherorts läßt die Qualität zuwünschen übrig!


    Wenn nun jemand das Gefühl hat, sein Kind sei benachteiligt worden, so gibt es mehrere Möglichkeiten.
    a. er kann sich beim zuständigen Stützpunktleiter beschweren
    b. er kann sich beim zuständigen DFB-Koordinator beschweren


    In beiden Fällen wird es zu einem weiteren Probetraining kommen. Ist auch dort kein ausreichendes Talent zu erkennen, wars das erst einmal.


    Natürlich gibt es auch später jede Menge Möglichkeiten entdeckt zu werden. Je tiefer die Liga, in der das vermeintliche Talent kickt, je größer ist der Zufallsfaktor, entdeckt zu werden. Will man nach ganz oben, dann heißt es auch Klinkenputzen und sich irgendwann mit der Frage nach einem Berauter auseinander zu setzen.


    Natürlich steht es auch jedem frei, sich über den Erwerb von entsprechenden Lizenzen als Stützpunkttrainer zu bewerben. Die Chance dort genommen zu werden ist gar nicht mal so schlecht, denn es gibt hier eine hohe Fluktuation. So werden erfolgreiche Stützpunkttrainer gern von Vereinen mit Leistungsabteilungen abgeworben und können dort für bessere Vergütungen ihr Trainer-Können unter Beweis stellen.


    Wer sich beleidigt zuhause ins Kämerlein setzt und nur seinen Frust in die Computertastatur hämmert, der sollte sich in einer ruhigen Minute mal fragen, ob er sich, seinem Kind und den anderen vermeintlich benachteiligten Talenten hilft?

    Hallo Jens,


    du sprichst da wirklich ein Thema an, worüber sich der DFB und die Verbände sich trotz einiger Anpassungsmöglichkeiten mal Gedanken machen sollten. Denn ähnlich wie beim männlichen Fussball ist es ja erst mit Erwachsenen-, dann mit Jugend- und schließlich mit Kindermannschaften weitergegangen! In der Leichtathletik und vielen anderen Sportarten gibt es unterschiedliche Bedingungen für Jungen und Mädchen.


    Wenn man also schon erkannt hat, dass die meisten Mädchen nicht so schnell laufen können wie die Jungen, warum verkleinert man dann nicht die Spielfeldgrößen angemessen, damit die Mädels auch genausoviel Ballkontakte und Spaß beim Fussball haben wie die Jungen?


    Aber ihr müßt auch nicht immer auf "die da oben" warten! Macht es doch unter euch Trainern aus, wenn die Vorgaben von "oben" für euch nicht passen! Wenn dann jemand meckert, dann habt ihr wenigstens etwas Gutes auf den Weg gebracht!

    Günter


    Wenn ich immer versuche 100 % zu geben, möchte ich natürlich auch gerne, dass alle Mannschaftsmitglieder 100 % geben! Was dabei für jeden Einzelnen dabei herauskommt, ist sicherlich unterschiedlich. Aber welcher Trainer freut sich nicht über unerwartete Entwicklungen und ist nicht manchmal frustiert, dass es bei Anderen einfach nicht weitergehen will. Dennoch sind es 100 % bei Jedem, solange alle Spaß am Fussball haben.
    Vielleicht meinst du es auch nur ein wenig anders? Weil man nur jemanden, der aus freien Stücken etwas erlernen oder verbessern möchte, nachhaltig Wissen und Können vermitteln kann, wird man bei einigen Spielern die Vermutung haben: da geht noch mehr und bei Andern, das dort das Limit erreicht wurde. Das ist im Leistungsbereich nicht anders. Da hast du 10 Talente, von denen zwar 7 zwar Können, aber nicht wollen! Und zum Schluß bleiben die übrig, wo Können und Wollen in etwa übereinstimmt. Das errreichte Niveau gibt dann Aufschluß darüber, für welche Liga sie sich eignen.

    TRPietro


    Als ich den ersten Teil deines Beitrags las, war ich noch der Überzeugung, da trifft es einer sehr gut auf den Punkt, bis ich zu deinen Beschreibungen über die Zielsetzung gelangte. Diese Zielgespräche sind ja nun nichts Neues und wurden bereits vor über 20 Jahren in Unternehmen eingesetzt. Davon wurde sogar ein Teil des Einkommens abhängig gemacht. Mensch, was habe ich dies Gesprächstermine gehasst. Sowohl in der Rolle des Vorgesetzten, als auch in der Rolle des Untergebenen! Zum Glück ging es fast allen so, weshalb der Krempel wieder abgeschafft wurde!


    Wenn man zu der Einsicht gelangt ist, dass die Spieler zum Fussball kommen, weil sie Spaß erwarten (was als übliches Hobbymotiv zu werten ist), warum will man ihnen dann Ziele aufhalsen? Und machen wir uns doch nichts vor: selbst wenn wir den Schwierigkeitsgrad versuchen zu steuern, spätestens bei der Kontrolle der Zielerreichung geben wir uns Sympathien für bzw. Antiphatien gegen einen Spieler hin. Beim Einen drücken wir zwei Augen zu und beim Anderen beharren wir auf Kleinigkeiten. Wir entwickeln uns vom Trainer zum Dominator! Schlimmer noch, wir geben obendrein ein schlechtes Vorbild, weil wir nicht besser sind als der Beste in unserer Mannschaft. Und wofür, für ein gewonnenes Spiel, einen Rang in der Meisterschaft?


    Du magst recht haben, dass der alte Trainer Unrecht tat, indem er seine Mannschaftsspieler nach Schubladendenken klassifiziert behandelte. Du aber wird nie erfahren, wozu alle deine Spieler fähig sein könnten, weil du mit deinen Zielgesprächen bei ihnen die Handbremse anziehst!


    Ich muß gestehen, dass ich nicht sehr viel Erfahrungen im Breitensport habe, weil ich in höheren Ligen trainiere. Vielleicht kommen die Kinder dorthin auch mit einer höheren Eigenmotivation? Wenn ich aber anfangen würde, ihnen zu sagen, wo sie in einem Jahr leistungsmäßig stehen sollten, dann würden sie vermutlich ein oder zwei Schritte zurückschalten, wenn sie das Ziel bereits nach einem halben Jahr erreicht hatten. Andere würden widerum nicht zu ihrer Leistung finden, weil sie schon am ersten Tag nach dem Zielgespräch das Gefühl hätten, das Ziel niemals in einem Jahr erreichen zu können. Selbst, wenn sie am Tag zuvor selbst davon noch überzeugt waren.


    Denn machen wir uns nichts vor! Kinder und Jugendliche können die Reichweite ihrer Aussagen in der Gesamtheit noch gar nicht überschauen! Nicht umsonst sind bis zur Volljährigkeit die Eltern in allen Fragen, die Verpflichtungen beinhalten, als Erziehungsberechtigte im Boot.


    Deshalb würde ich mir wünschen, wenn du deine bisherigen Erfahrungen mit den Zielgesprächen mal in einer ruhigen Minute auf dich wirken läßt! Denn nur dann, wenn du selbst erkennst, dass es noch etwas besseres gibt, wirst du es mit der gleichen Überzeugung machen.


    Denn du bist eigentlich mit deinen Einstellungen zum Kinderfussball auf dem richtigen Weg, legst dir und deiner Mannschaft mit deinen Zielgesprächen jedoch Steine in den Weg!

    Na, Oliver nun beruhige dich mal. Schließlich hast du ja auch schon ziemlich lange gebraucht, um das Motiv zu erkennen, warum alle anderen keine Ahnung haben! Es steht außerdem jedem frei, auf wessen Beiträge er antwortet!

    Nochmal: Es gibt immer und überall Abweichungen vom Normalfall! Und Kinder sind einfach überall anders, was viele Gründe hat (regionale, strukturelle usw.). Daher kann man nicht einfach sagen, diejenigen müssen in dem Alter dies und das können und lernen.


    Günter hat es in einem anderen Thread bereits angesprochen, indem er fragte, ob es Aufgabe eines Trainers sei, die letzten 15 % an Leistung herauszukizeln. Vor einiger Zeit wollte eine Userin dem Forum weissmachen, das es von Nutzen sei mit Hilfe von Menthalunterstützung das Optimum an Leistung sogar aus jedem Einzelnen herauszuholen.


    Ein Trainer kann nicht gegen den ausdrücklichen Willen seiner Spieler irgendetwas veranstalten, um deren Leistung zu erhöhen! Das funktioniert auch nicht unter Androhung von diszipinarischen Maßnahmen auf Dauer.


    Allerdings besteht ein gewisser Reiz des Trainers darin, den "roten Faden" der bestmöglichen Kommunikation mit jedem Spieler zu finden, bei dem sie sich bestmöglich verstehen und voneinander lernen können. Denn nicht nur der Spieler begibt sich auf eine Abenteuerreise, dessen Ziel er (trotz Fan-T-Shirt von seinem Idol) noch nicht einmal erahnt und auch der Trainer lernt nach jeder Begegnung mit seinen Spielern dazu!


    Dennoch ist es so, dass der Eine seinen Mißerfolg nicht erklären kann und der Andere über die Ursachen seines Erfolgs ebenfalls ratlos ist! Es gibt auch keinen Zwang, alles erklären zu müssen! Weil wir unsere Traineraufgaben jedoch als Hobby verstehen, sollte das Maß der Grad der Zufriedenheit sein, mit dem wir unsere gemeisame Freizeit kurzweilig gestalten. Denn letzendlich sind Familie und Beruf doch noch wichtiger! Oder liege ich da falsch?

    Günter


    Wenn ich mir deine Fragen so durchlese, dann komme ich irgendwie immer auf den Punkt, dass du wissen möchtest, ob du und deine Mannschaft entwder 100 % Leistung oder 100 % Spaß haben sollen? Wie wäre es mit einer Kombination aus beidem (Leistung mit Spaß)? Dann bist du doch bei 2 x 100 %! Warum so kompliziert?


    Dazu noch ein paar Details zu deinen Fragen:


    Du möchtest wissen, ob man seine Erwartungen an der momentanen Leistungsfähigkeit der Mannschaft anpassen soll oder immer mit den identischen Maßstäben herangehen soll? Im Grunde kennst du die Antwort über deine langjährige Trainererfahrungen schon, das es dumm wäre, die Erwartungen viel zu hoch oder zu tief anzusetzen. Trainerneulingen mag es durchaus schwerfallen, die eventuell vorhandenen Erfahrungen aus der aktiven Spielerzeit auf die Mannschaft zu projezieren.


    Deshalb gefällt mir die Erkenntnis, dass man aus einem Lama kein Rennpferd, aber ein Rennlama machen kann, besonders gut! Denn auch, wenn Fussball eine Mannschaftssportart ist, so ist doch die Entwicklung ganz indviduell zu betrachten. Man sollte die Leistung eines Spielers nicht mir der von Anderen im Vergleich ziehen, sondern die Fortschritte ausschließlich an der Person selbst! Dies aber geschieht allzuhäufig nicht, wie "TRST" gerade erst in seinem Beitrag sehr gut formuliert hat, sondern es werden Tabellen und Statistiken dazu herangezogen. D.h. nicht der Ausbildungsauftrag, sondern die Mannschaft und seine Trainer werden bewertet! Auch im Leistungsbereich steht die Ausbildung im Zweifelsfall vor dem Tabellenrang. Denn die Tabelle ist lediglich eine Momentaufnahme und die mittelfristige Ausbilding möglichst vieler Talente sichert die Zukunft des Vereins!


    Aus den Beschreibungen von "TRST" wird auch deutlich, warum der "KiFu" von "unten" kommen mußte! Denn beim DFB und den Verbänden interessierte sich zunächst kaum jemand wirklich über die Zustände im unteren Jugendbereich. Man glaubte, die gemeinsam beschlossenen Regularien wären sowohl für den Senioren, wie für den Junionenbereich optimal, was sich als Irrtum herausstellte! Denn Fairness und Sportsgeist haben sich im Zeitalter der Leistungsmaxime verselbständigt und so lernen die Kinder schon sehr früh, dass man Stress ertragen soll, weil nur die Besten alles bekommen und der Rest das nehmen soll, was übrig bleibt! (Wer über diese trügerischen Leistungsmaximen mehr erfahren möchte, dem empfehle ich, sich mit den japanischen Modellen des "Kaizen" und "Lean-Management" auseinander zu setzen! Denn dort hat man bereits böse Erfahrungen damit gemacht, wenn man die individuelle Leistungsschraube in Unkenntnis der Belastbarkeit des Menschen hinaus immer weiter anzieht. Man nutzt dazu noch gesellschaftliche Werte und die Religiösität aus, nach der ein Mensch nicht sein Gesicht verlieren darf und produziert so Suizidgefährdete! Auch in den USA gibt es um jede Großstadt herum größere Campingplätze, in denen Wanderarbeiter ihr Dasein fristen. Für diese Menschen gilt lediglich der Wert ihrer Arbeit als Einkaufspreis - einer Ware, die frei verhandelbar ist und deren Nutzen nur einen kurzfristigen Zweck zugeführt werden soll! Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten interessiert sich für das Wohlbefinden dieser Menschen kaum jemand!)


    Ich denke, es kann den verantwortlichen Personen eines Vereins nicht egal sein, wie man das Verhältnis der unterschiedlichen Interessensgruppen bis hin zum Individuum beschreibt! Vieles davon läßt sich aus der Tradition wie aus den Vorgaben des Verbands und des DFB entnehmen. Aber es bleibt noch genügend übrig, wofür optimale Lösungen innerhalb des Vereins und sogar innerhalb der Mannschaft gefunden werden müssen. Weil es sich hierbei meist um Kompromisse unter Betrachtung aller erkennbaren Determinanten handelt, kann es keine generelle Entscheidung geben, die für jeden Fall ihre Gültigkeit hat.

    In Ergänzung zur Veränderung der Trainer- und Nachwuchsausbildung sollte nicht vergessen werden, dass es in England gute Tradition ist, hoffnungsvollen ausländischen Talenten eine Bühne zu geben. So wurde der im U 18 Team besonders herausragende 10-er Serge Gnabry für 170.000 € als 17-Jähriger vom VFB Stuttgart zum FC Arsenal geholt. Und wenn der Junge auf diesem Niveau noch ein paar Jahre weiterspielt, dann läßt er sich für das 10-fache des Einkaufspreises wieder verkaufen! Das Geschäft kam zustande, weil in Stuttgart nur der aktuelle Marktwert des Spieler, nicht aber der in 2 - 3 Jahren als Beurteilungsmaßstab zugrunde gelegt wurde. Er ist übrigens nicht der Einzige! Denn bei Timo Eisfeld hatte die DVB-Jugendabteilung scheinbar keinen guten Draht zum Seniorenbereich. Auch beim jüngst stattgefundenen Next-Generations-Cup durfte der Interessierte weitere zukünftige Stars aus ganz Europa bei Arcenal und Chelsea bewundern.


    Auch der niederländische Proficlub Twente Enschede hat das lückenhafte deutsche System und das Kirchturmdenken von Vereinen, die nicht die bestmögliche Talentförderung im Sinn haben, erkannt. Twente befriedigt seinen Talentbedarf und läßt ihn sich durch den Verkauf fertigausgebildeter Jungprofis gut bezahlen. Allerdings werden dort die besonderen Talente schon früher gescoutet und ausgebildet, weshalb sie im Regelfall für 0,00 Euro zu Twente kommen. Als Bestätigung der guten Ausbildungsarbeit darf gewertet werden, dass in den meisten DFB-Nachwuchsteams deutsche Twentespieler stehen.