Beiträge von TW-Trainer

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    Lars


    Nix für ungut, aber diese Bitte hört sich für mich so an, als ob ein Diplomant mir seine Bücher auf den Tisch wirfst und dabei sagt: "alles lesen und Diplomarbeit für mich schreiben"!


    Du kannst hier im Forum sicherlich gute Anregungen finden, aber man darf wohl kaum erwarten, dass Andere deine komplette Arbeit machen. Letzteres hätte dann auch den entscheidenden Nachteil, dass aufgrund fehlender eigener Gedanken zu den Trainingseinheiten die Fragen der Prüfer zu befürchten sind. Da kann dann schon mal eine ordentliche Ausarbeitung bei der Praxis-Präsentation "in die Hose gehen"!

    @milky


    Erst mal Danke für das Thema. Die rege Beteiligung zeigt, dass es wiederkehrend die Gemüter aller Beteiligten erregt.


    Habe bei diesem Thema bislang nur gelesen und war eigentlich nicht erstaunt, dass die Skala von "Kinder nicht in Watte einpacken" bis " dem Teufel gerade noch mal von der Schippe gesprungen" alles dabei war. Die Gesellschaft wurde als Verursacher ausgemacht! Sogar ärztliche Diagnosen und Heilmittel gab es.


    Schlußendlich läuft die Beurteilung zur Teilnahme an sportlicher Anstrengung von Minderjährigen auf die Fürsorgepflicht der Erziehungsberechtigten hinaus. Nur dann, wenn während des Spiels für den Trainer sichtbare Symptome einer Beeinträchtigung auftreten, trifft er stellvertretend für nicht anwesende Erziehungsberechtigte die Entscheidung über eine sofortige Schonung.


    Ob das Kind nun vielleicht doch hätte spielen können, diese Frage stellt sich nicht, wenn die Entscheidung zur Schonung getroffen wurde.


    Weil nun aber nicht jeder Fall so gelagert ist, wie hier, kann es durchaus andere Situationen geben, in denen:
    1. Eltern ihre Kinder "in Watte einpacken" und ihm so den Spaß am Fussball nehmen, wenn es bei jedem kleinen Wehwehchen zuhause bleiben muß!
    Hier kann man das Thema ganz behutsam mit den Eltern diskutieren, ihnen jedoch das Gefühl geben, dass letzendlich sie die richtige Entscheidung treffen sollen. Es soll erst gar kein schlechtes Gewissen auftreten, denn die Leidtragenden wären im Zweifelsfall die Kinder.


    2. Eltern ihre Kinder auch dann zum Training oder Spiel schicken, wenn ganz offensichtlich die Gefahr einer Krankheitsverschlimmerung droht
    Das kann vorkommen, wenn Eltern (zb. beide berufstätig sind) und am Vortag noch alles O.K. war mit dem Kind. Hier obliegt dem Trainer die Fürsorgeverantwortung, sofort nach dem Erkennen der Beeinträchtigung, das Kind entweder nach Hause zu schicken oder die Eltern zu bitten, es abzuholen.


    Eltern- und Trainer sollten gemeinsame Verantwortung zum Kindeswohl tragen.

    @7Heby


    Falls noch möglich, such dir bitte einen höherklassigen Verein für dein "Soziales Jahr", denn Landesliga ist definitiv zu niedrig, um die Erfahrungen sammeln zu können, die du für dein späteres Studium gebrauchen kannst.


    Wie du bereits aus dem Willen des Vorstands erkennen kannst, sollst du als "Notnagel" dort billige Dienste verrichten, weshalb nicht davon auszugehen ist, dass du dort systematisch an Sportmanagement-Aufgaben herangeführt wirst. Es steht zu befürchten, dass du Platzwart-, statt Geschäftsstellenaufgaben zu erledigen hast. Neben dem Indiz der zu geringen Professionalität in dieser Liga gibt es auch die mangelnde Rücksichtnahme für deine Aufgaben im Heimatverein!

    @Callahan


    Nach deiner Beschreibung steht zu vermuten, dass der Ball in Schulterhöhe des Torwarts ankam. Der Keeper hatte zum Zeitpunkt des Ballkontakts seine/n Arm/e vollständig und frontal nach vorn ausgestreckt. Die Hand/Hände ist/sind stark nach oben angewinkelt. Durch diese Körperhaltung wird die Handwurzel besonders stark belastet und es kann zu Verletzungen kommen.


    @Fussballbaron
    Vielen Dank für deine Gedanken zum Thema. Weil ich nun schon so viele Jahre mit Torleuten arbeite, vergesse ich manchmal Dinge, weil sie für mich selbstverständlich sind, für euch Trainerkollegen aber vielleicht nicht!


    Hier nun die Tipps und Hinweise zu deinen Anmerkungen:


    1. Dick gefüllterte Handschuhe
    In einem anderen Beitrag hatte ich bereits beschrieben, dass der einzige Grund, warum Fussball-Torhüter Handschuhe tragen, rutschige Bälle sind. (So ist beim Handball die Ballgeschwindigkeit genauso groß, wenn auch der Ball etwas leichter ist.) Natürlich gibt es eine "Knautschzone" mit dicken Torwarthandschuhen. Die aber ist so gering, als das man sie vernachlässigen kann. Deshalb könnte es selbst bei dick gefüllterten Handschuhen zu einer Handwurzel- oder Fingerkuppenverletzung kommen, wenn der Keeper den Ball technisch falsch abzuwehren versucht.


    2. Stabilisierung der Handwurzel über Klettverschluß und/oder breiterem Band
    Dies wirkt sich ein wenig aus, weil dann das Handgelenk nicht so stark angewinkelt werden kann. Es besteht jedoch auch die Gefahr einer zu starken Fixierung, weshalb widerum beim Landen nach dem Hechten die Arme und Hände nicht optimal zwecks Abfedern eingesetzt werden können. Man sollte als Laie auch nicht tapen, weshalb von einer besonders starken Handgelenksfixierung abzuraten ist.


    3. Fingerübungen
    In der Tat machen erwachsene Torleute Fingerübungen, um die Fingerkraft etwas zu erhöhen. (Das machen Handballtorleute übrigens ebenfalls. Jedoch ist die Auswirkung zur Verringerung von Verletzungen sehr gering.) Überdies ist bei Kindern in der Wachstumsphase die Wirkung gering, weil hier Knochen, Knorpel und Sehnen nicht immer gleichmäßig stark wachsen.


    Fazit:
    Wenn das Alles nicht so richtig wirkt, was kann man dann machen? TW-Training ist die einzige Möglichkeit, wieTorleute die korrekte Technik und die Reduzierung des Verletzungsrisikos erlernen! Wie sieht sie denn nun aus, die einfachste Form der Fangtechnik eines (schulterhohen) Balles?


    Vorab einige Grundregeln für Torwart-Neulinge und TW-Trainer-Neulinge:


    1. Demonstration der Hand- und Fingertechnik beim Fangen, Lenken und Fausten
    Beim Fangen und Lenken dürfen die Finger niemals frontal zum Ball ausgerichtet werden, sondern nach oben, zur Seite oder nach unten. Beim Fausten soll die Hand die Verlängerung des Armes sein. Die Trefferfläche beim Fausten ist der obere Handflächenbereich (nicht die Knöchel und auch nicht der untere Fingerbereich). Der Arm/ die Arme werden angewinkelt. Der Ballkontakt findet nicht bei vollständiger, sondern noch leicht angewinkelter Armstreckung statt.


    Demonstration der Körperhaltung bei der Torwartgrundstellung
    Die Demonstration der Torwartgrundstellung ist erst dann erforderlich, wenn aus der Bewegung heraus Bälle sicher gefangen, gelenkt oder gefaustet werden können. Die Grundstellung ist ein vorgelagerter Bewegungsablauf, aus dem heraus die unterschiedlichsten Techniken (später auch Abtauchen, Kippen, Hechten) besonders günstig realisiert werden können. Deshalb heben wir uns das für etwas später auf, wenn wir das Thema: Vermeidung von TW-Verletzungen gut abgearbeitet haben.


    2. Bälle werfen, statt schießen
    (beim Wurf läßt sich der Balldruck und die Präzisision besser regulieren als beim Schuß; der Balldruck darf erst erhöht werden, wenn die Technik sicher beherrscht wird, sonst besteht Verletzungsgefahr)


    3. Keine Torwarthandschuhe anziehen
    ( Beim Erlernnen von Fang-, Lenk- und Fausttechniken ist die Ballkontaktphase besonders wichtig. Diese sensible Phase der Reaktion nimmt der Keeper am besten wahr, wenn es einen direkten Kontakt
    zwischen Ball und Fingern gibt! Wer die richtigen Techniken erlernt hat, kann einen Ball ohne Handschuhe fangen kann. Wer sie nicht kennt, kann es auch mit Handschuhen nicht!)




    Übungsbeispiel für das Erlernen des beid- und einhändigen Fangens


    TW-Trainer oder Torwart-Neuling positionieren sich ca. 5 m voneinander entfernt und werfen sich Bälle hoch zu!


    1. Der TW-Trainer bittet den Keeper ihm einen Ball von unten in einem Bogen hoch zuzuwerfen. Weil bei dieser Wurftechnik der Ball besonders lange in der Luft ist, kann der TW-Trainer seinem Keeper-Neuling
    besonders gut die einzelnen Phasen demonstrieren, die da lauten:
    - zum Ball gehen bzw. richtig zum Ball positionieren
    - Ballkontakt vor dem Körper
    - Arme schräg nach oben fast ganz ausstrecken
    - Hände zu einem Dreieck formen
    - nach Ballkontakt den Ball an die Brust heranziehen und vollständig umfassen


    2. die einzelnen Phasen nach der Kontaktphase verlangsamt dem TW-Neuling zeigen


    3. Übungen zunächst zum beidhändigen Fangen wiederholen


    4. Wenn 3. vom TW-Neuling sicher durchgeführt wird, Fangübung mit einer Hand demonstrieren. Dazu läßt sich der TW-Trainer wieder einen hohen Ball von seinem TW-Neuling zuwerfen und demonstriert die folgenden Phasen:
    - zum Ball gehen bzw. richtig zum Ball positionieren
    - Ballkontakt vor dem Körper
    - Arm schräg nach oben fast ganz ausstrecken
    - Finger spreizen und Hand zum Ball führen
    - nach Ballkontakt den Ball in kreisförmiger Bewegung von oben nach unten führen und wieder zurück werfen.


    Anmerkung: Der Eine oder Andere wird sich fragen, wozu denn der Keeper die Technik des einarmigen Fangens erlernen soll? Man könnte jetzt antworten: wer den Ball mit einer Hand fangen kann, der kann es auch mit Beiden. Daran ist in der Tat einiges! Denn das Ballgefühl und die Koordination zu beiden Seiten hin werden durch die einarmigen übungen besonders geschult.


    So, das sollte es zunächst gewesen sein, sonst wird es zu lang und es interessiert keinen mehr!

    Hallo Callahan,


    Verletzungen lassen sich nie ganz ausschließen. Beim einen ist der Knochenbau stabiler, beim anderen dünner. Beim einen sind die Knochen flexibler, beim anderen hingegen spröder. Deshalb kann es sein, dass bei identischer Aktion bei einem Keeper nichts passiert, während beim anderen eine Verletzung entsteht.


    Ferner wäre wichtig zu wissen, ob es sich um einen Haarriss an der Handwurzel oder an einem Finger handelt?


    Handwurzelverletzungen können entstehen, wenn der Keeper versucht, mit frontal ausgerichtetem, ausgestreckten Arm und stark nach oben angewinkelter Hand einen mit hoher Geschwindigkeit ankommenden Ball abzuwehren. Normalerweise werden die Arme leicht angewinkelt, so dass der Ball nach dem Erstkontakt an den Körper herangezogen und ihm damit die Geschwindigkeit genommen wird. Beim ganz ausgestreckten Arm findet jedoch keine Geschwindigkeitsreduzierung statt, sodass die Handwurzel das Ballgewicht multipliziert mit der Aufprallgeschwindigkeit aushalten muß!


    Finger-Haarrisse können entstehen, wenn die Hände nicht nach oben, zur Seite oder nach unten, sondern frontal in Ballrichtung ausgestreckt werden. Weil beim Ballkontakt die Finger angespannt werden, müssen diese das Ballgewicht multipliziert mit der Aufprallgeschwindigkeit aushalten.


    Wenn man als Trainer für seine Keeper Verletzungsprävention betreiben möchte, dann sollte man ihnen die Fangtechnik:
    - Arme leicht angewinkelt
    - beim flachen oder mittelhohen Ball von unten her aufnehmen
    - beim seitlichen oder hohen Ball schräg vor dem Körper mit fast ausgestreckten Armen und nach oben hin als Dreieck ausgerichteten Handflächen Kontakt annehmen und Ball an Körper heranziehen
    - Aufsetzer oberhalb Körpermitte ebenfalls von oben her fangen und Ball an Körper heranziehen


    zeigen und erklären!

    Mailand94


    Wie aus deinen Situationsbeschreibungen zu entnehmen ist, seit ihr in der letzten Saison (älterer F-Jugend-Jahrgang) in eine Staffel gruppiert worden, in der alle anderen Mannschaften mit deutlich schwächeren Einzelspielern besetzt waren. Deshalb konnte jeder deiner Einzelspieler seine Zweikämpfe gewinnen, bzw. brauchte nur auf die Fehler der Gegner zu warten, um Spiel für Spiel deutliche Siege einzufahren.


    Jetzt aber spielt man als jünger E-Jugend-Jahrgang gegen Teams, deren Einzelspieler deutlich stärker sind!


    Weil es dir keinen Spaß macht, jedes Spiel chancenlos hoch zu verlieren, möchtest du gerne wissen, welche 3 - 5 Geheimrezepte garantiert sofort wirken, damit du wieder in eine ähnliche Situation wie in der Vorsaison kommst!


    Nun, zunächst einmal muß ich dich enttäuschen, denn in einer "Gurkentruppenliga" lernen die Kinder wenig Fussball. Es sei denn, sie haben einen Trainer, der es ihnen beibringen kann. Die Empfehlung, sich mit der altersgerechten Ausbildung anhand der Unterlagen in www.dfb.de im Training-Online vertraut zu machen, war schon zielführend.


    Denn der Trainereinfluß im Jugendbereich ist enorm! Vergiss die 3 - 5 Geheimrepezte besser ganz schnell! Ohnehin ist es besser, seinen Erfolg nicht an ein paar Spielergebnissen zu messen, sondern sich altersgerechte Ausbildungsziele zu setzen. Die kann man unabhängig vom Einfluß der Liga-Mannschaften einsetzen!


    Neben den DFB-Angaben findest du auch hier jede Menge nützlicher Tipps und Übungen für deine Mannschaft! Du wirst jedoch bei keiner Übung oder Spielform den Hinweis finden, dass du damit in 3 Wochen jeden Gegner plattmachst! ?(

    @pegasus77
    Leider ist es wohl so, dass das Eigenkönnen und eine ausreichende Fitness zur Aufnahme der Ausbildung zur C-Lizenz Leistungssport eine Voraussetzung ist. Wenn du erst einmal diese C-Lizenz hast, kannst du im "AOK-Schopper" ins Stadion fahren, weil du deinen Bierbauch sonst nicht mehr tragen kannst! Das interessiert dann Keinen mehr, weil bei der Fortbildung keine Prüfung mehr abgelegt werden muß. Selbst als Bundesliga-Trainer mußt du aus 10 Metern Entfernung kein Scheunentor mehr treffen! Dafür werden andere Qualitäten verlangt!


    Es ist auch ein ewig währender Streit darüber, in wieweit das Eigenkönnen einen bedeutenden Nutzen bei der Ausbildung der Fussballspieler darstellt. Zu den Zeiten, als man noch in der D- oder C-Jugend mit dem Vereinsfussball begann, mag die technische Ausbildung von größerer Bedeutung gewesen sein, als wenn die Kids heute als Bambinies starten und ggf. über die Kreisauswahl und den DFB-Stützpunkt eine zusätzliche Ausbildung in den Fussballtechniken erfahren haben. Schaden kann das Eigenkönnen jedoch nicht!


    In der Praxis ist es auch so, dass es da eine Menge Trainer gibt, die nicht selbst über die Leistungslizenz verfügen, jedoch sich als Quereinsteiger mit Wissen, Erfahrungen und Erfolgen durchaus eine Konkurrenz gegenüber den Lizenztrainern darstellen. Denn, das was der DFB in den Ligen an Lizenzen verlangt, entspricht nicht unbedingt den Realitäten. Diese Worte sind besonders an die Trainer gerichtet, die über den nötigen Ehrgeiz, aber nicht über ein entsprechendes Eigenkönnen verfügen.


    Hinzukommt, dass auch im Jugendleistungsbereich, dem Kern-Aufgabengebiet von C-Leistungslizenz-Trainern vermehrt Taktikwissen benötigt wird. Die Inhalte der Lizenz-Ausbildung werden nach und nach darin angepaßt! Dieses Wissen kann man im Regelfall nicht aus der Erfahrung als aktiver Spieler ziehen, weil sich gerade auf diesem Gebiet in den vergangenen 10 Jahren sehr viel getan hat! Es setzt ferner die Fähigkeit des komplexen Denkens und einer raschen Auffassungsgabe voraus! Diese Fähigkeit wird jedoch nicht in der Eignungsprüfung abgefragt, sondern lediglich, ob man sich einigermaßen verständlich auszudrücken weiß!


    Wer sich für die C-Lizenz im Leistungssport entscheidet, sollte sich Gedanken darüber machen, welche Trainerlaufbahn er einmal einschlagen möchte!

    Andre
    ich gebe dir uneingeschränkt recht in deiner Beschreibung, was so auf Landesligaebene im Jugendbereich als Normalfall beschrieben wird.


    Die Trainer wissen dort, dass sie im Spiel nur das von ihrer Mannschaft verlangen, was sie auch trainiert haben. Allerdings ist es noch nicht so lange so! Noch vor gar nicht allzulanger Zeit gab es auch auf dieser Leistungsebene keine jugendübergreifenden Taktikkonzepte. So konnte das, was beim einen Trainer gelehrt wurde, beim anderen Trainer schon wieder falsch sein.


    Ich habe soetwas auch bei den Torleuten erlebt! Denn es ist nicht so schlimm, etwas zu korrigieren, was noch nicht gelehrt wurde, als Jemanden sagen zu müssen, dass was du da gelernt hast, das vergiss mal schnell wieder!


    Da gab es auch die gebetsmühlenartigen Prediger am Spielfeldrand und soche, denen erst der Kamm schwoll, bis sie sich im 10 Minuten-Takt durch Ruf des Spielernamens und -vergehens Luft machten.


    Auch, wenn der Druck, der auf diese Trainer lastet (im Breitensport machen sich die Trainer diesen Druck meist selber), groß ist, so haben sie doch gelernt, an den Schräubchen in ihrer Mannschaft zu drehen, weshalb während des Spiels kaum Einflußnahme genommen wird.


    Im Haifischbecken der NLZ in den Bundesligen ist der Druck noch größer! Denn dort wollen sich besonders ehrgeizige Trainer mit besonders ehrgeizigen Nachwuchstalenten beweisen. Dennoch ist es auch hier so, dass die Hauptarbeit auf dem Trainingsplatz stattfindet!


    Ich würde mich darüber freuen, wenn die Leistungsvereine auch zwecks Imageverbesserung auf die Dorfvereine zugehen würden und z.B. in der Trainerunterstützung ein Wissenstransfer stattfinden würde. Denn aufgrund der Entfernung zu den Ausbildungsstätten wie auch die teilweise ungünstigen Zeiten der DFB-Schulungen vermögen allein nicht das Defizit in der Trainerausbildung bei den Dorfvereinen aufzufangen.


    Es ist deshalb nicht allein damit getan, mit dem Finger auf Trainer oder Verantwortliche zu zeigen, bei denen etwas schiefgegangen ist! Man muß auch Flagge zeigen, wenn es um die Verbesserung solcher Überforderungssituationen im Breitensport geht!

    Andre
    Du fragst, warum solche Szenen nicht in der Junioren-Landesliga zu sehen sind? Weil dort Trainer tätig sind, die früher im Breitensport auch solche Fehler gemacht, aber daraus gelernt haben!


    Peter_Pan
    Nicht das wir uns mißverstehen - gerade solche Beiträge gehören im Forum diskutiert! Denn nur von gegenseitigen Schulterklopfen hat auch niemand etwas.


    Hier wird ja auch deutlich, dass der Mangel in der Regelkunde, insbesondere in der Ahnung von Regelwidrigkeiten, zu einer Überforderung führt. Natürlich lassen sich Schiedsrichter je dem Grad ihrer Fähigkeiten beeinflussen. Es sollte ja auch so sein, dass sie durch die Vereinstrainer unterstützt werden!


    Weil jedoch Fehler passieren, ist es besonders wichtig, die richtigen Lehren daraus zu ziehen und zu überlegen, was man selbst besser machen kann!

    b-kay


    Wie bereits erwähnt, sollten die Eltern am besten wissen, wie sie ihr Kind bestmöglich darauf vorbereiten! Es wäre falsch, die Bedeutung dieser Sichtung soweit in den Mittelpunkt zu stellen, als würde man enttäuscht werden, wenn das Kind nicht auf dem Stützpunkt aufgenommen wird. Die Kinder glauben dann, an diesem Tag Dinge zeigen zu müssen, die sie noch gar nicht können. Das kann dann z.B. so aussehen, dass sie beim Aufwärmen in der Runde mit einem Außenrist-Pass glänzen wollen, der dann aber genau zwischen den beiden Passpartnern hindurch ins Leere geht. Ein Anderer dribbelt sich fortwährend fest, weil er glaubt, nur durch ein erfolgreiches Dribbling gesichtet zu werden! Gerade während der kurzen Trinkpausen kann man es sehr gut beobachten, wie von falschem Ehrgeiz geprägte Eltern auf ihre Kinder einzuwirken versuchen!


    Noch eines sollte man wissen! Die besten 4 - 5 Spieler des Jahrgangs stehen bei jedem Sichter auf der Liste. Bei den anderen gibt es eine breite Streuung, sodass letzendlich der für diesen Jahrgang verantwortliche Stützpunkttrainer die Entscheidung trifft. Natürlich stellt sich die Frage, warum denn nicht nur diese 4 - 5 Spieler ausgewählt werden? Bei den Mädchen wäre das sicherlich nicht das Problem, weil dort die jahrgangsbezogenen Leistungsunterschiede nicht so groß sind, bei den Jungen sind sie jedoch gewaltig! So müßte man bei dieser Form der Selektion für die 10-jährigen bereits deutlich weiter zum Stützpunkttraining fahren, weil man so ca. 3 Stützpunkt-Gebiete braucht, um genügend Spieler für Spielformen und Abschlußspiel zur Verfügung zu haben. Doch dieser Form einer vorläufig, endgültigen Talentselektion widerspricht den Erfahrungen, dass etwas weniger talentierte Spieler aufgrund besserer charakterlicher Eigenschaften sich sportlich besser entwickeln als die Toptalente.


    Darüber muß sich der Vater eines Kindes, welches zu einer Eingangssichtung eingeladen wurde, noch gar keine unmittelbaren Gedanken machen! In erster Linie sollte er gemeinsam mit seinem Kind diesen besonderen Tag genießen! Denn Fussball soll für 10-jährige für weitere Jahre Hobby sein, um ggf. später einmal auf Leistungsebene betrieben zu werden. Deshalb ist es auch wichtig, dass das Kind selbst dann, wenn es Stützpunktspieler wird, weiterhin im Heimatverein mit seinen Freunden spielt!

    Peter Pan


    Sämtliche Erwachsenen, die an diesem Spiel durch ihr unsägliches Verhalten daran mitgewirkt haben, schlechte Vorbilder für ihre Kinder zu sein, sollten sich etwas schämen!


    Wenn den Kindern auf diese Weise von den Erwachsenen der Spaß am Fussball genommen wurde, dann wundert es nicht, dass viele Kinder in der D-Jugend keinen Bock mehr auf Fussball haben!
    Jeder ist erst mal für seine eigene Mannschaft verantwortlich. Wenn man es soweit gehen läßt, dass die Situation kurz vor des Eskalation ist, dann ist in jedem Falle eine dicke Entschuldigung an die Mannschaft für die Entgleisungen fällig - Kinder sind zum Glück nicht so nachtragend wie wir Erwachsenen!

    frank 1971


    Es ist bis in die 4. höchste Frauenklasse normal, dass Spiele ausfallen, weil man nicht genügend Spielerinnen zusammen bekommt. Teilweise werden Verbands-Pokal-Meisterschaften dadurch entschieden, dass eine der beiden Mannschaften nicht antritt.


    Auch die Weigerung, nur stellvertretend mal eine in dieser Mannschaft ungeliebten Position einzunehmen, ist nichts Neues! Selbst, wenn alle "an Bord sind" kannst du meist erst kurz vor dem Spiel an ihrer Mimik und Gestik ablesen, ob sie heute den Siegeswillen mitbringen oder gar nicht so recht wissen, warum sie überhaupt gekommen sind!


    In einem anderen Thread wird gerade über die Trainingsbeteiligung von Mädchen und Frauen diskutiert!


    Du hast es ja auch selbst schon beschrieben, worum es geht: "... die Mannschaft hat den Trainer gefeuert ..."! Soetwas ist bei den Frauen leider keine Seltenheit und sorgt dafür, dass sich nicht so viele qualifizierte Trainer für den Mädchen- und Frauenfussball interessieren, was ich persönlich als schade ansehe!


    Nur, weil sich die Frauen das gleiche Tricot überstreifen, sind sie noch lange keine Mannschaft! Auch als Trainer sollte man "zitierfähig" sprechen, sonst kommt zum nächsten Spiel nur die Hälfte! Man kann die Situation insgesamt verbessern, in dem man alle 4 Wochen eine kleine Party steigen läßt, damit kleine Reibereien innerhalb der Mannschaft geklärt werden.


    In der Frauen-Kreisklasse gehts um den Spaß! Der Tabellenplatz interessiert nur am Rande!

    Waldläuferin


    Die Charaktere und Einstellungen zum Spiel findet man sicherlich auch bei den Männern. Dennoch ergibt sich ein anderes Bild. Denn während die Mädels "für Lau" spielen, wird bei den Herren in der Kreisliga "Dorfbundesliga" gespielt. Dafür fließt Kohle für Fahrtkosten und Spiel-/Siegprämien über den Tisch. Über die Höhe wird selbstverständlich "allgemeines Stillschweigen" bewahrt!


    Immer, wenn das liebe Geld im Spiel ist, ergibt sich ein verzerrtes Bild, so auch über die Trainingsbeteiligung. Je nach dem, wieviel Fahrtkosten ich bekomme, kann das auch schon wieder eine zusätzliche Geldeinnahme sein! Aber natürlich geht auch der Beruf oder das Studium im Herrenbereich vor! Selbstverständlich gibt es auch die "Stars mit Spielgarantie", die sich allerhöchstens zum niveaulosen Training herablassen! Wobei letzteres gar nicht mal soweit her ist! Denn auf dieser Ebene tummeln sich genügend Leute, die den Namen Trainer gar nicht verdienen, sondern eher aufgrund ihres lauten Organs vermeintlich Ordnung in die Truppe bringen!

    @Frühlingssonne


    Ich kann deine Worte beipflichten, denn ich sehe es ebenso! Auch für mich wäre es wünschenswert, wenn man die jungen Talente nicht auf ihre fussballerischen Qualitäten hin reduzieren, sondern sie als Individuen behandeln würde.


    Deshalb würde ich mir auch wünschen, wenn die Talente ihre Leistungen gerne und freiwillig abliefern, statt sie nach dem Motto "Friss oder Stirb" bis zur Willenlosigkeit zu drillen! Allerdings habe ich die Hoffnung, dass die jungen Menschen immer weniger auf unbedingtem Gehorsam ansprechen.


    Leider aber gibt es noch viel zu wenig Trainer, die sich mit der Devise "hab Spaß und ich helfe dir dabei" durchsetzen können. Man muß wohl schon auch sportlichen Erfolg dabei haben, um es sich leisten zu können oder eben genügend Selbstbewußtsein, um sich nicht "verbiegen" zu lassen.


    Dennoch sind auch wir Trainer keine Götter, die über Wohl und Wehe eines Talents entscheiden können. Er ist nach meiner Meinung eben nicht nur das Produkt seiner Umwelt, sondern ein Mensch mit freier Entscheidungskraft. Irgendwann kommt man an einen Punkt, wo das Talent selbst aus freien Stücken entscheiden will, wohin die Reise gehen soll! Was dann für ihn das Beste ist und mit welchen Konsequenzen dies verbunden ist, kann nur er selbst am besten wissen!


    Wenn man Menschen in Käfige sperrt, dann können sie auch aus Gold (NLZ) sein, es bleiben Käfige! Wer jedoch Kinder gerne lernen läßt, der wird sich an ihrer Neugier freuen und ihre Leistungen bewundern dürfen!

    @FB


    Ohne Frage wird sich der Medieneinsatz bei der Trainerunterstützung fortsetzen. Aber, warum soll ich als Lehrer meine Schulklasse per Video bei der Anfertigung eines Klassenaufsatzes filmen lassen? Kann ich nicht sehen, wer es selbständig macht und wer abschreiben will?


    Dennoch setzt auch der Lehrer den Beamer in seinen Unterricht ein! Allerdings werden auf diesen Filmen in der Regel nicht seine Schulkinder, sondern Sach- und Fachthemen bildlich dargestellt. In dieser Form kann ich mir eine Untestützung mit bewegten Bildern als Ergänzung oder Alternative durchaus im Jugendbereich vorstellen.


    Was der Trainer heute vielleicht auf eine Tafel malt, könnte morgen vielleicht unter der Voraussetzung, dass der Aufwand gleichgroß ist, über einen Beamer gezeigt werden, damit es vielleicht jeder Spieler gleichgut erkennen kann!


    Ob es allerdings eine Notwendigkeit dazu gibt, vermag ich nicht eindeutig zu beantworten. Denn dafür gibt es meist viel zu viele andere Baustellen in einem Verein!

    Andre


    Es gibt auch nicht viel zu sagen, aber mehr zu verstehen!
    Ich habe nur eine einzige Devise in der Jugendausbildung: Habe Spaß und ich helfe dir dabei! Ob die spätere Heimat der Breiten-, Leistungs- und Profisport wird, ist zu jedem Zeitpunkt nicht das Wichtigste! Nur die Menschen sind das wichtigste! Denn man vertraut mit keine Fussballspieler, man vertraut mir Menschen an, mit denen ich viel mehr als nur Fussball spiele, denn ich teile ein Stück ihres Lebens mit ihnen!


    Man darf sich jedoch nichts vormachen! Eine Beeinflußung, gleichwohl in welche Richtung findet immer statt! Deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit, dass man zum Kindeswohl und nicht zum Eigennutz entscheidet. Denn so, wie man seine Kinder behandelt, wird man auch später von seinen Kindern behandelt!

    @Uwe
    Dein Zitat passt 100 %-ig auf den Mädchenleistungsfussball, wo man diese Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen vorfinden kann. Mädchen, die den Profibereich anstreben, werden auch im Fördersystem vorgesehen parallel mit den Jungen gemeinsam auf den DFB-Stützpunkten trainiert.


    Hier geht es jedoch um den Breitensportbereich, in dem sich Jenni, Milki und Günter aufhalten! Natürlich trifft auch hier zu, dass die Mädchen in der Regel ausserhalb des Trainings noch weniger mit Fussball am Hut haben. Dennoch sind die Vermutungen von Günter nicht ausreichend als Erklärung und Milki gibt auch die Hinweise, warum dies so ist!


    Günter bezeichnet es als Termin-Verbindlichkeit, welches Jungen quasi mit der Muttermilch mitgegeben wurde! Oder mal flach ausgedrückt: Jungen müssen verlässlich sein, weil sie mal eine Familie ernähren können müssen und Mädchen sollen dabei ihrem Mann folgen!


    Wenn also kein neuer "Date" ansteht, kann man der zweitschönsten Nebenbeschäftigung schon mal nachgehen! Wegen eines neuen Freundes, der nichts mit Fussball am Hut hat, scheiden weitaus mehr Mädchen aus dem Vereinsfussball aus, als das sich gleichaltrige Jungen "diese Pistole: Freundin oder Fussball" auf die Brust setzen ließe! Im Gegenteil: es fangen sogar Mädchen mit dem Fussball an, weil ihr Freund gern Fussball spielt!


    Leider ist die Emanzipation erst ab Ende 20 bei vielen Frauen auf dem Fussballplatz zu spüren! Darunter lassen sie sich weitaus stärker von der Mode und sonstigen Trends verführen! Man sollte das verstehen, um den Mädchen keine "Scheißegal-Stimmung" anzudichten, wenn der Trainer ein Spiel absagen muß, weil er keine Mannschaft zusammen bekommt!


    Es sind Abhängigkeiten, denen sich Mädchen und junge Frauen stärker aussetzen, als Männer. Stimmt etwas nicht im Verein oder außerhalb des Vereins, so stimmen sie unverzüglich mit den Füßen ab! Bis in den obersten Amateuerbereich des Mädchen- und Frauenfussballs werden auf diese Einflüsse hin Meisterschaften entschieden. Der Mann würde die Kohle einstecken, sich seinen Teil denken und sich ggf. einen anderen Verein suchen, der mehr zahlt! Das ist ja leider auch im Breitensport längst Usus, dass da sogut wie kein Spieler der 1. Herrenmannschaft für umsonst kickt!


    Ich habe es mal so forumuliert, dass sich Mädchen ihren Fussball dadurch selbst kaputtmachen, indem sich sich nicht die Problemen nicht offensiv angehen und für Veränderungen kämpfen! Es gibt niemand, der auf sie wartet, sie müssen schon den ersten Schritt machen! Das mag hart klingen, ist aber auch Ausdruck von Selbstverständnis und Emanzipation!

    Günter


    Lt. Wettersatellit wird es erstmal im Saarland nur regnen! Also schnapp dir Kant und Hegel, um dich mit den "normalen" Trainern dieser Welt über das Sein des fussballs unterhalten zu können!

    @Uwe
    Bei den Schulen gebe ich dir absolut recht! Es gibt dort ein wirklich funktionierendes System, in denen die Kinder, sofern sie es selbst wollen, von ganz unten nach ganz oben kommen können! Das ist keine Sache des Geldes, sondern im System vorgesehen! Aufgrund der demografischen Entwicklung wird es in den kommenden Jahren mehr Vereinskooperationen in Form von JSG oder JFG geben, wo genau diese Spieler vom Typ B auf besser ausgebildete Trainer treffen werden, um bereits vorhandene Fähigkeiten und Wissen deutlich effektiver auf ein höheres Niveau bringen können.


    Bislang gab es nur die größeren Vereine, die den Dorfvereinen ihre Talente weggenommen haben, um sie bei sich zu fördern und natürlich auch sportliche Ziele zu erreichen. Nunmehr könnte die Konkurrenz durch die Jugendkooperationen deutlich stärker werden, denn die Vorteile einer ortsnahen Ausbildung sind aufgrund des geringeren Aufwands aufgrund kürzerer Fahrzeiten deutlich. Auch das 1 Jahr frühere Abitur wirkt sich aus. Denn für die JSG wird es trotz Studiumstarts reichen. Für die großen Clubs wird es ohne die ein früher ins Studium oder in den Beruf startenden Spieler des älteren A-Jugend-Jahrgangs schwieriger!


    Das bislang in Typ A und B eingeteilte System wird sogar durch den A-B Typ ergänzt werden, der je nach sonstiger Veranlagung sich für den Profi- oder Leistungsbereich entscheiden wird. Aber nicht erst seit heute wissen die NLZ darüber, weshalb es ihr Bestreben ist, ihr Scouting nicht nur auf den Typ A, sondern ganz besonders auf die Spätentwickler Ausschau halten.


    In den Niederlanden gab es diesen Typ B schon vor mehr als einem Jahrzehnt! D.h. ein Talent, welches knapp an der Aufnahmehürde zum Messzeitraum scheiterte, wurde später regelmäßig eingeladen! Weil diese Einladungen im jährlichen Rhythmus erfolgten, fanden auch zusätzliche Spielbeobachtungen durch Scouts innerhalb dieses Zeitraums statt.


    Auch in Deutschland findet ein Umbruch statt. Denn, wenn sich nicht mehr genug vom Typ A melden, muß man sich auf der Suche machen, um auf anderen Wegen die benötigte Anzahl an Talenten zu finden und sich von einer Förderung in ihrem Verein überzeugen.


    Allerdings würde ich mir wünschen, dass über das "Kirchturmdenken der Vereine" hinweg ein durchgängiges System der Förderung entwickelt. Dies würde vermutlich nur dann funktionieren, wenn es sich um einen reinen Ausbildungsverein handelt, der gar keinen Seniorenbereich hat! So, wie eben Schulen und Universitäten nur den Aus-Bildungsauftrag haben! In den Niederlanden gibt es zumindest eine Zwitterform. D.h. dort teilen sich mehrere Vereine den Personal- und Kostenaufwand für die Ausbildung ihres Nachwuchses! Hier gibt`s soetwas noch nicht!

    Liebe Trainerfreunde


    Ich habe lange mit mir gerungen, ob meine langjährigen Beobachtungen lediglich subjektive Eindrücke sind oder doch einen größeren Teil der Realität widerspiegeln. Nunmehr habe ich mich dazu entschlossen, meine Beobachtungen über den "zweiten Fussball-Bildungsweg" zu beschreiben.


    Längst hat man im Schulwesen erkannt, dass es auch Spätentwickler gibt, für die man einen "zweiten Bildungsweg" eingerichtet hat. Warum nicht auch für Fussballer? Haben es nicht die "Fußballbildungswege eines Miroslav Klose und Anderen verdient, auch einmal beleuchtet zu werden?


    Doch möchte ich nicht gleich mit den "Assen" unter den Profis beginnen, sondern zu den Anfängen im Jugendbereich zurückblicken. Da wäre als erstes die flächendeckende Sichtung der Talente zu nennen. Bei den 1 - 2 sehr guten Talenten (nenen wir sie Typ A) eines Jahrgangs wird man sich rasch einig! Aber was ist mit dem großen Rest (Typ B), die sich nur marginal unterscheiden? Ist es da nahezu egal, wie man sich entscheidet oder gilt es zu beachten, dass wir derzeit nur einen Bildungsweg haben? Denn welcher Trainer, welche Eltern interessieren sich für den für sie fernen Weg des "ersten Bildungswegs im Fussball"?


    Da wäre zunächst einmal Talente zu nennen, die eigentlich nicht ausgewählt worden wären, aber in die Förderung hineingerutscht sind, weil Andere verzichtet haben. Aufgrund der deutlich höheren Qualität der sportlichen und mentalen Förderung konnten nach 1 Jahr mehrere dieser Talente, die normalerweise nicht gefördert worden wären, fast ans Niveau der Toptalente herangeführt werden. Die Erklärung dafür ist recht simpel: dem Einen fliegt fast alles aufgrund seiner Talentanlagen zu, der Andere trainiert sich die Fähigkeiten dank guter Unterstützung mühsam an. Während der eine das Traininng manchmal langweilig empfindet, sieht man dem Anderen seine Mühsal an. Doch insgesamt überwiegt die Freude bei beiden Typen.


    Blicken wir nun von der Basisförderung in die Verbandsförderung. Beim Typ A schnalzen die Verbandstrainer mit der Zunge und überschütten sie mit Lob. Beim Typ B wird kurz hingeschaut und der Stempel "nicht weiter förderungwürdig" verpaßt! Weil aber Typ A plötzlich Unlust zeigt, rebellisch wird, sich dies auf schwankende Beteiligung und Leistungen auswirken, kommt Typ B wieder ins Spiel. Zunächst nur als Ersatz überrascht er die Experten nach und nach mit einen besonders hohen Maß an zuverlässigen, abrufbaren Leistungen. Schließlich verdrängt ein Teil des Typs B den ohnehin schon kleinen Teil von Typ A! Weil aber Typ A nur den "ersten Fussball-Bildungsweg" kennengelernt hat, ist er wie ein Boxer, der einmal entscheident K.O. gegangen ist. Er traut sich nicht wieder in den Ring! Beim Typ B hat sich so manches ereignet, aber nicht konnte ihn aus der Bahn werfen!


    Nun wird von einer breiten Trainermasse behauptet, es gäbe diesen zweiten Fussball-Bildungsweg nicht! Deshalb möchte ich gerne vom Typ B berichten, der nie einen Stützpunkt sah! Der Weg dieser jungen Fussballer geht über den Dorfverein, in der nahezu alles auf "Sparflamme" läuft. Die Welt ringsherum existiert nahezu nicht! Es wird Fussball gespielt, weil immer schon Fussball gespielt wurde und das auch ewig so sein soll. Dann aber gehen die Jahrgangszahlen zurück und man kann nicht mehr in jedem Jugendbereich eine eigene Mannschaft stellen. Zunächst versucht man diese Spieler in höheren Jugendklassen unterzubringen. Gelingt dies nicht, so werden sie übers Gastspielrecht mal für eine Saison an den größeren Nachbarverein "ausgeliehen"! Weil sich dieser Spieler immer auch dafür entscheidet, seinen Spaß mit Mannschaftskameraden zu teilen, die er vorher vielleicht nur über die Schule kennt, denkt er mit der Zeit anders über sein Hobby. Es beginnt ihm, ohne Abhängigkeit von Mannschaftskameraden Spaß zu machen und aufgrund der rasch wechselnden Trainer-Philosophien ist er sehr flexibel geworden. Er hat nunmehr bereits den Status des Typs B erreicht. Als nun aufgrund des demografischen Wandels über die Bildung einer Jugendspielgemeinschaft mittelfristig auf die sinkenden Spielerzahlen reagiert wird, können sich die zusammengeschlossenen Vereine bessere Trainer leisten. Gemeinsam mit den anderen Spielern des Typs B können diese besser ausgebildeten Trainer das bereits vorhandene, aber bislang noch nicht abgerufene Potenzial binnen kurzer Zeit hervorbringen, sodass binnen einer Saison 3 - 4 Ligen übersprüngen werden können.


    Jedoch ist es beim Typ B genauso wie beim Typ A: Nicht alle, die können, wollen auch! Deshalb sollte man unabhängig vom Potenzial den Willen des Kinders akzeptieren und respektieren.


    Motivation dieses Textes war unter anderen auch der Irrglaube, junge Menschen würden früh selektiert und wären danach chancenlos! Es gibt im Leben täglich neue Chancen! Man muß nur etwas Mut haben, die richtigen Chancen zu ergreifen!