Beiträge von TW-Trainer

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    Ich habe gerade die Beiträge in der "Zeit" gelesen und bin ehrlich gesagt etwas schockiert, weil hier Themen miteinander vermischt werden!


    Denn der RAE-Effekt hat nun wirklich nichts mit einer modernen Nachwuchs-Talentausbildung zu tun.


    Der RAE-Effekt verhindert in erster Linie, dass Talente mit hohem Potenzial, die jedoch aufgrund ihres späten Geburtsdatums leichte physische Nachteile haben, gar nicht in die Talentförderung aufgenommen werden!!!! Ca. jedes 8. Talent wird deshalb von den Fördermaßnahmen im Verein, den Verbänden und dem DFB ausgeschlossen, weil ihre Trainer und Funktionäre es als oberstes Ziel ansehen, zu jedem Zeitpunkt Siege einzufahren, statt zu jedem Zeitpunkt die systematische Ausbildung "im Griff" zu haben!


    Wenn jedoch die deutsche U 21 bei der EM schlecht abschneidet, dann werden hier bestimmte Dinge wissentlich unterschlagen. So sind die Spanier, wie auch die Holländer in der inhaltlichen Gestaltung (insbesondere taktischen Ausbildung) einer systematischen Ausbildung ein Stück weiter als wir Deutschen!


    Gewinnen dürfen ist O.K.! Um jeden Preis gewinnen müssen, das hat mit Jugendförderung jedoch wenig zu tun!


    Junge Menschen ohne Leistungsdruck (d.h. bestimmte Ziele zu bestimmten Zeitpunkten erreichen zu müssen) zu fördern, das muß das Ziel sein. Sie bringen doch schon ein hohes Maß an Eigenmotivation und Neugier mit. Diese gilt es durch geeignete Trainerimpulse zu stärken. Mut zu geben, statt zu verbieten, Loben statt nur zu kritiiseren, dass es eher Erfolgsgaranten, als permanent mit dem nervösen Daumen rauf und runter zu zeigen. Es gilt zu erkennen, dass es sich um dynamischen Entwicklungsprozess junger Menschen, die durch natürliche Leistungsschwankungen unterliegen, handelt. Statische Ist-Zustandsbeschreibungen an Stichtagen ergeben hierbei immer nur Teilaussagen, denn es gilt den jungen Menschen als Ganzes zu beschreiben. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Persönlichkeitsentwicklung, denn bildet die Voraussetzung, freiwillig und gerne die gewünschten Leistungen abzurufen. Trainer, Funktionäre sollten begreifen, dass sie nicht nur Beobachter sind, sondern in Interaktionen mit den Ausbildenden eingehen. Die jungen Menschen haben einen Lernanspruch! Es lohnt sich in jedem Falle, ihnen gut zu zuhören, statt lediglich in Oberlehrermannier über das, was im Fussball in der Vergangenheit und in Zukunft immer schon richtig war zu predigen. Denn wenn man den jungen Menschen die Mut und die Freiheit zum Experimentieren läßt, dann kann man das seltene Glück erleben, ganz besondere Ausnahmetalenten zuzuschauen, die ihre eigene Spielphilosophie als Gewinn ins Mannschaftsspiel hinein bringen.

    Ralf


    Auch, wenn eine Zeitung darüber berichtet, dass absolut Nebensächliches, wie eine Einwurfentscheidung von den Spielern selbst entschieden werden sollen, ändert dies nichts an den anderes gestalteten Problemen des mittleren und oberen Jugendbereichs im Breitensport! Denn, wenn jeder nur ein bißchen Verantwortung (über Ausentscheidungen) mit ins Spiel trägt, so hat letzendlich niemand spielentscheidende Verantwortung! Ohnehin ist es ja so, dass nur in strittigen Fällen eine Ausentscheidung diskutiert wird! Abseits, grobe Fouls, Beleidigungen, Torentscheidungen wären es, die man gemeinschaftlich entscheiden müßte. Nur dann, wenn es nicht weitergeht, sollte ein Spiel-Begleiter (statt Schiedsrichter, denn es soll ja nicht Gericht gehalten werden) zwecks sofortiger Spielwiederaufnahme im Breitensport entscheiden. Dieser Spiel-Begleiter sollte nicht nur mit den Spielregeln vertraut sein, sondern über seine soziale Kompetenz sowie spezieller Schulungen in der Lage sein, deseskalierend auf Spieler, Trainer und Eltern einzuwirken.


    Das diese Notwendigkeit zur Harmonisierung im Jugendfussball des Breitensports absolut notwendig ist, wird ja gar nicht bestritten! Allerdings darf man nicht so naiv sein zu glauben, man würde ihr nicht alles Erdenkliche unternehmen, um dass in der Öffentlichkeit forsierte ergebnisorientierte Denken per Handschlag zu beseitigen. Denn genau die selbe Zeitung, die tagszuvor von selbstgeregelten Aus berichtet, stellt schon morgen den mit "harten Bandagen erkämpfen Meister" in den Mittelpunkt. Wo bitte findet man in der öffentlichen Berichterstattung etwas darüber, dass es Ziel des Jugendfussballs sei, jungen Menschen den Spaß am Fussball zu vermitteln und das dazu die Ausbildung in den Mittelpunkt gerückt werden soll?


    Ja, natürlich sind es die Menschen, die auf dem Fussballplatz die Erinnerungen prägen. Dedoch darf man nicht so verwegen sein, zu glauben, man könne abseits allen Geschehens, hier eine heile Welt zaubern, die es so ohne die Veränderung in den Köpfen der "Meinungsmacher" nicht geben wird. Man kann die Uhr der Zeit nicht zurück drehen, in der die "Helden" des Fussballsports nach anderen Idealen strebten.


    Für den unteren Jugendfussball interessiert sich die Medienöffentlichkeit kaum. Hier gelingt es gemeinsam mit unerfahrenen Eltern, Spielern und Trainern ohne Leistungsdruck zu spielen. Sobald jedoch Teams mit Meisterschalen und selbstgemachten Sieger-T-Shirts das öffentlich gewünschte Bild prägen, genügt es nicht zu sagen "weiter so, nur den Ausball, den solltet ihr selbst entscheiden"!


    Alles oder gar nichts! Wenn wir die Spieler in die Pflicht nehmen wollen, dann müssen wir auch die anderen Verantwortlichen in die Pflicht nehmen! Sonst wird nichts Dauerhaft Gutes daraus!

    Stefan70


    Aufgrund beiderseitiger Leistungsansprüche sowie Pflichten müssen bei einem Lehrvertrag auch die Erziehungsberechtigten des minderjährigen Auszubildenden unterschreiben!


    Ich bezweifele jedoch, ob die Eltern einen Vertrag mit allen Rechten und Pflichten des Vereins und des Spieler zur Unterschrift erhalten, wenn Sohnemann nach "Pusemantuckel" wechselt!


    Barca, Chelsea, Bayern lassen wir mal außen vor. Dort kann man davon ausgehen, dass deren Verträge juristisch abgesichert sind.

    Günter


    Wieso ich? Es gibt hier im Forum genügend Trainer mit Erfahrungen im Mädchen- und Frauenfussball!


    Also gut "Sir Pep", dann werde ich es mal versuchen!


    Üblicherweise ist das Fernbleiben vom Training eine Vorstufe vom Ausstieg, weil es keinen Bock mehr macht, in der Mannschaft zu spielen oder zu trainieren. In deinem Fall scheint es jedoch noch etwas anders gelagert zu sein. Das Mädchen spielt gerne Fussball, weshalb es zu den Spielen kommt. Es ist jedoch unzufrieden mit dem Training, weshalb es durch Abwesenheit glänzt. Es hat aber noch nicht das Selbstbewußtsein, dir das so zu sagen, weshalb es lieber zur Notlüge. Das zweite Mädchen hat entweder gleiche Ansprüche oder ist die Freundin der Ersten?


    Was kann man machen?
    Wenn die Trainingsgruppe zu klein ist, gibt es für bestimmte Übungen zu wenig Anspielpartner! Auch ist der gemeinsame Lerneffekt gering, weshalb ein hohe Trainingsbeteiligung für die fussballerische Fortentwicklung wichtig ist. Auch lernen die Teilnehmer in diesem Jugendalter meist mehr voneinander als durch Präsentation ihres Trainers.


    Weil die Leistungsdichte innerhalb einer Mädchenmannschaft nicht so groß ist, sollte man das Training in Kleingruppen teilen, damit niemand unter- aber auch nicht überfordert wird. D.h. gestalte das Training so, das Spielerinnen, die schon etwas besser mit dem Ball umgehen können, einen höheren Schwierigkeitsgrad bei den übungen haben und mach es für die Mädels, die noch nicht ganz so viel mit dem Fussball anfangen können, etwas einfacher!


    Zwecks Kontrolle, ob das Training ansprechend war, würde ich Spielerinnen der "leichten Gruppe" und der "schweren Gruppe" befragen, wie sie es wahrgenommen haben! Die Anregungen würde ich dann für die nächsten Trainingseinheiten mitnehmen, bzw. ins Training integrieren. Denn wenn den Mädels das Training Spaß macht, dann macht es auch dir Spaß! Habe ich recht?


    Trainingsabschlußspiele, aber auch Wasserschlachten, ect. mögen sicherlich alle!


    Aufgrund deiner sonstigen Wahrnehmungen der Mädchenmannschaft mußt du dir auch keine großen Sorgen machen, wie mir scheint! Denn Strenge und puren Leistungsdruck nehmen deine Mädels bereits in der Schule wahr. Das brauchen sie nicht auch noch beim Hobby in ihrer Freizeit!

    Günter


    Natürlich darf es mehr als eine Meinung geben und es ist auch wichtig, die Andersdenkender zu tolerieren! Dennoch sollte man offen sein für neue Denkansätze!


    Weil mitlerweile auch immer mehr Geld in die Nachwuchsabteilungen der Profivereine fließt, kommt es immer häufiger vor, dass Jugendliche sich Spielerberatern anvertrauen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 95 Millionen Euro an Provisionen an Vermittler und Spielerberater gezahlt. Darin enthalten ist ebenfalls ein Teil aus dem Jugendbereich!


    Was bleibt den Jugendlichen, die gerne Fussball spielen und mit Talent ausgestattet sind denn auch anderes übrig, als sich von den Knebeln der fremdgesteuerten "Aufwandsentschädigung" zu lösen.


    So bin ich mir fast sicher, dass Verträge über minderjährige Spieler juristisch kaum belastbar sind, da hier dauerhafte Nachteile (die der Gesetzgeber ausdrücklich ablehnt) für den Minderjährigen entstehen können! Allein schon durch Leistungsverpflichtung und die Bindungsdauer!


    Einerseits schimpft man über die Entfremdung des Fussballs durch den immer stärkeren Einfluss des Geldes, andererseits schafft man durch ein unausgegorenes und ungerechtes Aufwandsentschädigungssystem zusätzliche Anreize, das Geld noch stärker in den Vordergrund des Nachwuchsfussballs zu stellen!


    Worin liegt letzendlich noch der Unterschied, ob ich Geld mit Kinderfussball oder anderen Formen der Kinderarbeit verdienen will? Die Leidtragenden sind doch wie immer die Kinder!

    Waldläuferin


    Kann es sein, dass wir 2 total unterschiedliche Wahrnehmungen über den Frauenfussball haben? Deshalb beziehe ich Stellung zu ein paar Aussagen von dir:


    1. "Auch in der Kreisliga ist die Tabelle nicht unwichtig!"
    Wenn du einmal unter "www.fussball.de" nachschaust, dann werden dir gerade in den letzten Saisonspielen bis in die Regionalliga hinein seltsame Ergebnisse vorkommen, wo es heiß: Gast bzw. Heim-Mannschaft nicht angetreten! In den beiden Profiligen erkennt man anhand der Ergebnisse deutliche Leistungsverschiebungen zum Saisonende. Dort wird zwar angetreten, aber nur noch mit 50 % der Leistung, weil man sich entweder bereits für einen Aufstiegsverzicht entschieden hat oder die halbe Mannschaft nach Saisonende den Verein verläßt!


    Ich möchte dieses Verhalten, zum Saisonende hin nicht mehr anzutreten, was bei den Männern selbst in der 4. Kreisklasse eine große Seltenheit ist, nicht anklagen! Jedoch gilt es festzustellen, das Frauen andere Prioritäten setzen als Männer! Ihnen ist der Titel nicht so wichtig und sie machen ihre sportliche Weiterentwicklung weitaus mehr am Trainer fest als es bei den Senioren der Fall ist!


    Auch scheint ein Mißverständnis vorzuliegen, dass ich Frauenmannschaften als "gesellige, biertrinkende Truppe" beschieben habe. Ich habe regelmäßige, gemeinsame Freizeitgestaltung geschrieben, die wichtig für die Harmonie innerhalb der Mannschaft ist, weil sich in lockerer Athmosphäre kleinere Mißverständnisse untereinander gut ausräumen lassen. Denn diese Konflikte können die Mädels viel besser untereinander regeln, als wenn der Trainer dazu eingebunden wird.


    In diveren Threads stellen Trainer sich die Fragen, warum die Trainingsbeteiligung so gering ist und warum sich ihre Spielerinnen während des Trainings und den Spielen merkwürdig verhalten!


    Fussball hat für Frauen eine andere Bedeutung wie für Männer! Die Unterschiede stellt man am besten fest, wenn man eine zeitlang eine Männer- und eine Frauenmannschaft trainiert hat.


    Dass man hier ohne Leistungsdruck weitaus besser Spitzenleistungen bei Mädchen und Jungen, Männern und Frauen entwickeln kann, darin scheine ich bisweilen wohl in der Minderheit zu sein. Denn leider verbieten viele Trainer von viel zu oft, statt ihre Spieler/innen zu begleiten!


    2. "wir haben halt nicht die "Begabung zu Höherem"
    In kaum einer anderen Sportart ist die Leistungsexplosion so groß wie im Frauenfussball! Einen Wechsel von der 2. Kreisklasse in die Oberliga oder von der Landesliga in die Bundesliga, das wäre für Männer undenkbar! Bei den Frauen ist es aufgrund der deutlich geringeren Leistungsdichte möglich! Typische Leistungsmerkmale dieser "Spätentwicklerinnen" ist eine sehr ausgeprägte Eigenmotivation, sich dem höheren Leistungsniveau zu stellen und sich auch von Verletzungen nicht aufhalten zu lassen! Eigentlich ist es auch falsch von "Spätentwicklerinnen" zu sprechen, weil sehr viele Mädchen später mit dem Vereinsfussball starten. So ist mir ein Fall in Erinnerung geblieben, in der eine 19-jährige erst vor 6 Monaten in der 2. Kreisklasse mit dem Fussball startete und als "Rohdiamant" von einem 5 Ligen höheren Verein entdeckt wurde! Weil das Mädel jedoch vorher jahrelang mit gleichaltrigen Jungen "Straßenfussball" gespielt hatte, war sie ihren Mitstreiterinnen bereits um Längen voraus! Wer will hier von Begabung sprechen, wenn es doch nur andere Mitspieler waren, die zu deutlich höheren Leistungen animierten? Auch in der Mädchen-Talentförderung kommen fast alle Mädchen aus Jungenmannschaften, wo sie an ein dynamischeres Spiel gewöhnt werden. Die Verbände und der DFB wollen ihre Nachwuchs-Spielerinnen zusätzlich in Jungenmannschaften in einer technisch und taktisch besseren Ausbildung gefördert wissen.


    Diese Erfahrungen bestärken mich in der Annahme, dass es die freie Entscheidung von Mädchen und Frauen ist, in welcher Weise sie den Fussball wahrnehmen! Hier sehe ich allerdings das latente Problem der Selbstwahrnehmung innerhalb einer Mannschaft. Denn um sich als Mannschaft oder sogar Leistungsvereinigung zu fühlen, gehört mehr dazu, als sich gleiche Tricot`s überzustreifen! Insofern handelt es sich um eine fragile Gemeinschaft, bei der es dem Trainer nicht immer leicht gemacht wird, Impulse zur Förderung des Fussballs zu setzen. Gelingt es ihm aber, dann wird er deutlich mehr Freude an seiner Arbeit miterleben, als das deutlich mehr auf Ergebnisse fixierte Spiel der Männer!


    Frauen dürfen gewillen wollen, Männer müssen gewinnen wollen!

    Joel_1980


    Es gibt überhaupt keinen Grund in Panik zu verfallen! Wer sich dieser Herausforderung einmal gestellt hat, offen mit ihr umgeht, der wird sehr viele Stunden erleben.


    Das Training und die Spiele sollten in lockerer Athmosphäre ablaufen. Die Mädels wollen auch nicht durch Kritik vorgeführt, sondern durch Lob und Mut dazu animiert werden, sich etwas zuzutrauen. Was dann am Ende dabei herauskommt, ist erst einmal gar nicht so wichtig! Wichtig ist vielmehr der richtige Weg, nicht das Ziel eines Meisterschaftstitels!


    Wenn die Mädels merken, dass du dir Mühe gibst, nicht als Macho rüberkommst, sondern auch erklärst, dann werden sie dich rasch in ihr Herz schließen. Und wenn du etwas (noch) nicht verstehst, frage ruhig zum richtigen Zeitpunkt nach!


    Nimm dir auch die Zeit (ca. 2 Jahre), die man braucht, um sich genügend in der spezifischen Materie des Frauenfussballs einzuarbeiten.

    @Don


    Prima Beitrag! Denn an einer Ausbildungsentschädigung des Jugendvereins von späteren Profis oder Nationalspieler soll ja gar nicht gerüttelt werden!


    Es geht doch vielmehr darum, dass schlecht arbeitende Jugendabteilungen einen "Prügel für Kinder" in die Hand gelegt bekommen haben, den sie zusätzlich neben der sofortigen Sperrung vom Spielbetrieb einsetzen können, willkürlich einsetzen können! Denn es gibt ja keine Zwang des abgebenden Vereins auf Ausbildungsentschädigung!


    Für mich ist das aktuelle System des Sperrens Grütze und führt in der Praxis eher dazu, dass die Kinder aufgrund nicht kindgerechter Ausbildung noch eher den Spaß am Fussball verlieren!


    Wenn man eine Ausbildungsentschädigung verlangen will, dann müssen dafür nachweisbare, transparente Merkmale geschaffen werden. In der aktuellen Regelung wird das Talent, welches sich trotz schlechter Rahmenbedingungen mühselig autodidaktisch selbst fast alles beigebracht hat, mit einem Spieler einer gutgeführten Jugendabteilung gleichgesetzt. Denn es ist lediglich die Liga des aufnehmenden Vereins von Belang (nach dem Motto: wer viel Geld hat, soll auch viel zahlen)!


    Der bleibende Spaß am Fussball des Kindes kommt in keiner Silbe in der Regelung, die zwischen Vereinsverantwortlichen, den Verbänden und dem DFB getroffen wurden, vor!


    Was wäre so schlimm daran, das Kind zunehmend selbst entscheiden zu lassen, was es wo machen will? Warum hat man eine so große Angst davon, es könnte sich falsch entscheiden? Die Gegenargumente dürften die Befürworter der aktuellen Regelung wohl noch mehr entlarven, dass es lediglich um eine Machtposition und nicht so sehr um die Interessen der Kinder geht!

    Obwohl die Statistik bereits ein halbes Jahrzehnt alt und damit die Erkenntnisse vorliegen, dass nicht die Stichtagsanalyse von Talentanlagen, sondern nur eine Zeitraumanalyse Aufschlüsse über das Entwicklungspotenzial "Toptalente" von "Mitläufern" unterscheiden kann, gab es in der Talentförderung, aber auch bis hin zur untersten Ebene der Vereine keine signivikante Einstellung unter Berücksichtigung des RAE-Faktors.
    Denn man unterliegt einem Irrtum, wenn man selbstbestätigende Aussagen, wonach der Leistungsunterschied zwischen den ausgewählten Talenten, die in den ersten Monaten eines Jahres geboren wurden und "Spätgeborenen", trifft! So fördern Lob und Anerkennung sowie Training auf höherem Niveu den Auswahlspieler, während der Nichtberücksichtigte aufgrund des negativen Feedbacks keinen Ansporn findet, Spaß an der eigenen Leistung zu finden.


    Auch, wenn die Talente nach 3 maligem Training für die weitere Stützpunktförderung ausgewählt werden, ist dieser Zeitraum viel zu kurz, um realistische Erfogsprognosen zu stellen. Da ist jeder Stützpunkttrainer der Spatz in der Hand lieber (mit dem er dank eines kleinen physischen Vorteils aufgrund der früheren Geburt sofort gewinnen kann) als die Taube auf dem Dach (weil das Talent erst seinen physischen Nachteil ausgleichen muß, um den Mitläufer überflügeln zu können)!


    Man könnte gegensteuern, indem man die Öffentlichkeitsarbeit beim DFB und den Verbänden dahingehend verändert, dass nicht mehr die Ergebnsse von Mannschaften und deren Trainer, sondern die Ausbildung von Spielern durch ihre Trainer in den Fokus stellt. Nicht der Meistertrainer soll sich gebauchpinselt fühlen (weil dann wird er weiterhin nur die Spieler sucht, mit denen er sofort gewinnen kann), sondern der beste Ausbilder soll seine Arbeit gewürdigt wissen! Ne, das is ja auch nicht gut, dann könnte ich vermutlich nicht mehr anoym bleiben, denn so viele Trainer, die Nationaltorleute ausgebildet haben, gibts in Deutschland ja nicht! Also alles beim Alten lassen!

    Günter


    Das sind Argumente, wie sich schon seit Jahrzehnten angewendet werden! Mit der Angst läßt sich immer noch das beste Geschäft machen. Denn diese "Todschlage-Argumente", wonach man sich nirgends wohler fühlt als im momentanen Verein, sind doch nun soetwas von einseitig, schlimmer gehts kaum noch!


    Wenn sich ein Kind rundum wohl fühlt in seiner Mannschaft, bei seinem Trainer und in seinem Verein, dann ist die Liga nebensächlich! Denn bis es den Fussball mit Freunden aufgibt und den Verein wechseln will, muß schon einiges im Verein schiefgelaufen sein! Warum wird das nur nie zugegeben? Für die Allerwenigsten ist das Motiv, sich durch einen Wechsel in eine deutlich höhere Liga sportlich beweisen zu wollen.


    All das Gejammere von Vereinen, aus denen jährlich die besten Spieler wechseln, soll doch darüber hinwegtäuschen, dass man zur Befriedigung von persönlichen Eitelkeiten immer Trainerdeppen für den Jugendbereich sucht, um weiterhin "Dorfbundesliga" zu spielen! Ich würde mal behaupten, dass das heutzutage in 95 % aller Dorfvereine so läuft. Statt sich um die geänderten Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zu kümmern, ihnen gut ausgebildete und fair honorierte Jugendtrainer den Fussball mit Spaß erleben zu lassen, kommt man ihnen mit "faulen Argumenten", wenn sie signalisieren, dass sie so nicht mehr weitermachen möchten!


    Weil aber die Geburtenraten geringer, das Freizeitgestaltungsangebot gleichzeitig wächst, würde schon heute der ein oder andere Verein drastisch einsparen müssen, wenn nicht gleichzeitig der Mädchenfussball einen Boom hätte.


    Warum werden wohl keine Meinungsumfragen in den Vereinen gemacht? Ich will es dir sagen: weil man Angst vor den Ergebnissen hat! Denn während es der Masse im Verein um den Fussball geht, geht es den Verantwortlichen ums Geschäft! Man kauft Spieler ein, um eine Liga höher zu spielen! Man holt sich Sponsoren, um das zu finanzieren! Man baut eine Stadionkneipe, um Umsatz mit den "Vereinsmeiern" zu machen!


    Es muß sich einiges im Jugendbereich ändern! Die Einhaltung des Grundrechts auf freien Aufenthaltsort in seiner Freizeit ist schon mal eine wichtige Vorraussetzung! Mal abgesehen davon, dass ja jeder Verein einen Spieler, dessen Nase einem nicht paßt, von einen auf den anderen Tag rauswerfen kann und dieser Spieler keinerlei Rechte einfordern kann.

    Joel_1980


    Ein Frauenteam zu übernehmen, ist sicherlich eine Herausforderung! Das Niveau in der untersten Liga ist vergleichbar mit dem einer D-Jugend-Jungen-Mannschaft! Womit ich schon eine Überleitung schaffen möchte! Denn, wer mit falschen Erwartungen an die neue Aufgabe heranschreitet, läuft Gefahr, dass er schon früh die Flinte ins Korn wirft! So ist die Trainingsbeteiligung geringer, denn Fussball hat dort eher noch die Priorität ein wenig Spaß zu haben, es aber mit körperlicher Anstrengung nicht zu übertreiben! Da ist die "Gerstenkaltschale" schon fast wichtiger als die Verbesserung fussballerischer Fähigkeiten. Die Beteiligung bei den Spielen ist allerdings etwas höher als beim Training.


    Bei einem Frauenteam in der untersten Liga bist du eher der nette Kümmerer, als der sportliche Übungsleiter! Ich will zwar nicht sagen, dass es Wursch ist, was du für Trainingseinheiten machst, aber gewöhne dich schon mal daran, dass die Mädels deine Übungen gern nach ihren Wünschen abändern wollen, ohne das du einen sportlichen Sinn darin erkennen kannst.


    Bei Laune halten kannst du die Mädels, wenn ich ca. alle 4 Wochen einen gemeinsamen, gemütlichen Abend veranstaltet!


    Für den Fall, dass du auch sportliche Ambitionen hast, ist die Stimmung innerhalb des Teams ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung deiner Mannschaft.
    So, nun zum Nebensächlichen:
    1. Namen der Spielerinnen merken
    Um sich die Mädels schneller zu merken (denn eine flasche Anrede wäre eine Katastrophe) sollen sie beim Übungspiel jeweils den Namen ansagen, zu dem sie den Ball passen wollen!
    2. Koordination üben
    Jeweils 2 Mädels sollen sich an die Hand nehmen und als Pärchen ein Übungsspiel bestreiten. So bekommst du gleich mit, wer mit wem befreundet ist und wer wenn nicht riechen kann.
    3. Torwarttraining
    Vermutlich wirst du weder Zeit noch Ahnung vom TW-Training haben. Die Torhüterin ist meist die mit der aerodynamsichen Tropfenform. Vom Charakter her ist sie jedoch die Seele der Mannschaft. Also lobe sie und du bekommst Lob! Lass aber nicht zu, dass man ihr beim Torschuß 50 mal hintereinander auf die Bude schießen. Wechsel lieber nach 20 Schuß die Keeperin


    Ich vermute mal, dass deine Tochter in die Frauenmannschaft wechselt und man sonst keinen Trainer gefunden hat. Pass also auf, dass sie nicht bei den Punkt- und Pokalspielen mehr zum Einsatz kommt als die anderen Spielerinnen. Der wer besser Fussball spielen kann, interessiert hier so gut wie gar nicht!

    Ralf


    Wenn die Trainer untereinander vorbildlich miteinander umgehen, bekommen das die Kids mit! Gerade im Leistungsfussball, wo hauptsächlich überdurchschnittlich intelligente Kinder mit Trainern im oberen Bildungsniveau Spiele untereinander austragen.
    Neulich war den Jugendlichen schon nach wenigen Situationen klar, dass die Schiedsrichterin in dieser Liga total überfordert agierte. (Sie ist freiwillig eingesprungen, weil ein angesetzter Schiri kurzfristig absagen mußte!) Die Trainer sind dann zueinander gegangen, haben kurz miteinander geredet und dann hineingerufen: "Jungs, dass bekommen wir so auch hin. Helft ihr und sonst akzeptiert die Entscheidungen! Bei falschen Einwurfentscheidungen gab es keinen Kommentar von den Trainern und auch die Jungs grinsten sich gegenseitig an und warfen sich den Ball dann wieder zu! Allerdings war das Spiel schon nach ca. 30 Minuten entschieden, ohne das die Schiedsrichterin durch irgendwelche Fehlentscheidungen daran beteiligt gewesen wäre.


    Brutale Fouls und Übergriffe an Unparteiische kommen besonders häufig in den untersten Ligen vor. Hier treffen sich viele Menschen aus sozialen Brennpunkten, die versuchen ihren Frust im Fussball zu ertränken. Wie will man diese Menschen erreichen? Die Slogan wie: "Fair geht vor" oder "Wer den Schiedsrichter beleidigt, wird ..." haben schon vor 20 Jahren niemanden davon abbringen können, sein Verhalten zu ändern. Die Vorstände interessiert im Jugendbereich meist nur die Mitgliedereinnahmen und die Jugendobleute geben sich die Klinke in die Hand. Man ist froh, überhaupt Trainer für diese Teams zu finden und möchte ansonsten möglichst wenig darüber hören.


    Wie aus deinem Hinweis zum Urteil über den Totschlag des niederländischen Linienrichters zu entnehmen ist, ist die Realität leider noch brutaler als die Vorstellung von ihr! Denn wie unwichtig ist doch ein "Aus" im Vergleich zu einem Menschenleben!


    Für mich ist es ein Merkmal des Versagens an oberster Stelle, wenn man sich lediglich mit den "Aushängeschildern" von Nationalmannschaften kümmert, den Breitensport jedoch keine kontrollierbaren Verhaltensregeln vorgibt, wie der Fussball mit Spaß zu funktionieren hat.


    Denn wie du schon richtig sagst:

    Da die Spieler die Regeln nicht freiwillig einhalten, muss das Einhalten der Regeln eingefordert werden.

    und dann zum Widerspruch

    lasst eure Spieler an den Außenlinien selbst entscheiden

    ist selbst hier von einer unbedeutenden Selbständigkeit zum fairen Fussball nur ein kleiner Schritt gemacht!

    @Zoldiak


    Ich schätze deine Beiträge hier im Forum! Es sind aber gerade die unerfahrenen, mit ergebnisorientiertem Ehrgeiz ausgestatteten Trainer, die sich Mittel an die Hand wünschen, um ihren Plan nach schnellstmöglichem Saisonerfolg zu erfüllen.


    In den Beiträgen zum RAE-Effect (real age effect) habe ich versucht zu erklären, das viele Trainer die physisch stärkeren Talente, die am Jahresanfang geboren sind, bevorzugt einsetzen, weil man mit ihnen sofort Erfolge feiern kann. Weil jedoch Talent nicht vom Geburtsdatum abhängig ist, verschwindet der RAE-Effect im Laufe des Alters. Wenn aber selbst DFB-Trainer lieber sofort gewinnen wollen als später, werden teilweise die falschen, lediglich aufgrund des frühen Geburtsdatum schon physisch etwas stärkeren Talente ausgebildet. Im Schnitt bleibt jedes 8. Talent aus diesem Grund unentdeckt und wird, wenn es Glück hat als "Spätentwickler" entdeckt!


    Ein nahezu unerforschtes Gebiet ist das der Torwarteigenschaften! Denn über den gesamten Jugendzeitraum wird sich im Zweifelsfall immer für den längeren Torwart, statt für den schnell denkenden Bewegungskünstler entschieden! Und dies, obwohl mit der Einführung des ballorientierten Spiels eine deutliche Aufgabenverlagerung stattgefunden hat und der Torwart als "Torlinienartistik" eigentlich ausgedient hat! Zäh hält sich auch das Gerücht, dass der Torwart besonderen Mut beweisen müsse, obwohl die Zeiten, in denen er sich wild in einen Tumult im 5-er stürzte, längst vorbei ist und stattdessen von ihm blitzschnelles Erkennen der Situation und ein entsprechend angepaßtes Stellungsspiel verlangt wird! Aus "Mut zur Dummheit unter Inkaufnahme von Rippen- und Leistenverletzungen" wurde so "Schlauheit und Cleverness" des Torwarts!

    captainf


    Anhand deiner Beschreibungen gibt sich der Trainer große Mühe, mit der Mannschaft und den Eltern einen schönen Saisonabschluß zu feiern. Ob jetzt die "Titulierungen" den gewünschten, lustigen Effekt gehabt haben, sei mal dahin gestellt. Dein Sohn hat es z.B. gar nicht verstanden. Aber anhand deiner Beschreibungen glaube ich nicht, dass der Trainer die Absicht hatte, einzelne Spieler zu beleidigen


    Ich würde ihn an deiner Stelle ganz einfach mal fragen, welche Motivation er zu den "Auszeichnungen" gehabt habe? Denn vermutlich hat der sich kaum Gedanken darüber gemacht, dass damit auch über das gewünschte Ziel hinausschießen kann. So wird deine konstruktive Kritik dem Trainer helfen, sich in seiner sozialen Konpetenz weiterzuentwickeln und die Jungs werden in der kommenden Saison ein noch motivatinsfreudigeren Trainer bekommen.

    @Patrik12795


    Natürlich ist deine Beschreibung deines "lauffaulen Leistungsträgers" sehr wage. Auch sind Phasen im unteren Jugendalter keineswegs geeignet, um sich ein abschließendes Bild für den Charakter eines Fussballspielers zu bilden.
    Allerdings beobachtet man bei Leistungsträgern sehr häufig, dass sie ihren Einsatz sehr wohl einschätzen können und sich nicht mehr anstrengen, als es nach ihrer Meinung erforderlich ist. Denn kommen nun diese Leistungsträger in Auswahlteams zusammen, so dauert es meist ein paar Minuten, bis sie sich auf höheren Anforderungen eingestellt haben und dort durchaus höheren Anforderungen genügen können.


    Selbstverständlich hat "FB" recht in seiner Feststellung, dass Fussball ein Laufsport ist und natürlich haben die Anderen in ihrer Ergänzung, das auch geistige Fähigkeiten die Entwicklung fördern. Doch die Frage war ja, wie man Laufbereitschaft fördern kann.


    Das ist ganz einfach: mal keine Übungen und Spielformen, bei denen deine Spieler Herumstehen, bis sie irgendwann mal gegen den Ball treten dürfen. Also kein langes "Schlangestehen" vor den Übungsaufgaben, also auch sämtliche Pass- und Dribblingsspiele aus dynamischen Bewegungen heraus.


    Hier mal eine lustige Aufgabe:
    Mach ein Trainingsspiel, bei der jeder in Bewegung sein muß! Wer länger als 2 Sekunden steht (und auf "Zuschauermodus" umgeschaltet hat), wird vom Trainer aufgefordert, bis zum Torabschluß des Gegners auf seiner Position zu verharren.


    Offtopic
    Es gibt auch Spieler, die ihre Mannschaftskameraden und natürlich auch Trainer damit nerven, dass sie ständig den Ball fordern, um ihn danach leichtfertig im unnötigen Dribbling wieder zu verlieren.
    Beim Trainingsspiel "Salzsäule" wird der Spieler, der mit erhobenen Finger und "Hier, hier ... " o.ä. den Ball fordert, vom Trainer aufgefordert, in dieser Position als "Salzsäule" erstarrt zu verharren, bis die Szene mit Torabschluß beendet wurde.


    Hin und wieder können solche "Eselsbrücken" helfen, gewünschtes Mannschaftsverhalten einzelner Spieler zu erzeugen. Beide Trainingsspiele sollten jedoch nur in lockerer Athmosphäre durchgeführt und nicht als Machtdemonstration des Trainers interpretierbar sein.

    @Zoldiak


    Vielen Dank für deine Ergänzungen. Klar, kann man Statistiken für sich als Notizbuch verwenden. Meine Bedenken gingen vielmehr dahin, dass man mittels dieser "Leistungsdaten" zu weitreichenden Entscheidungen über seine Spieler gelangt, die über den gesamten Jugendzeitraum einfach noch die diese Bedeutung haben dürfen, wie für den Erwachsenenbereich.


    Selbst einige Profi-Nachwuchsbereiche müssen sich ankreiden lassen, dass sie sich bei ihrer Aufgabe "Fussball-Persönlichkeiten" im Nachwuchs zu fördern, "nüchterner Leistungsstatistiken" bedienen und auf reiner Datenbasis über Einsätze wie auch über eine Fortsetzung der Ausbildung entscheiden. Später wundern sie sich dann darüber, warum diese Profis dem Druck nicht standhalten, sodass aus den hohen "Input-Aufwendungen" kaum "Output-Persönlichkeiten" entwickelt werden.


    Beim Fussball, wie allen anderen zweitschönsten Nebensächlichkeiten ist die ganzheitliche Ausbildung wichtig! Eine Reduzierung auf die sportlichen Fähigkeiten des Individuums anhand von Statistiken, lassen die Ursachen von Veränderungen wie "Engagement, Einsatz, Willen" des Einzelnen außer acht!


    Der unsichtbare Trainer, der das "Gras wachsen hört" und jeden Spieler seiner Mannschaft das Gefühl gibt, gleichwichtig zu sein, übertrifft um Längen den, der (anhand von Stastiken) zur Beurteilung einer Leistung sie immer mit denen Anderer in Verbindung setzt!


    Statistiken können aber zur Sensibilisierung von Entwicklungen beitragen, die erst aufgrund festgehaltener Daten so richtig sichtbar werden.

    @Don


    Sorry, es war natürlich das "homogene Team" gemeint.


    Natürlich kann man immer mehrere Wege gehen. Einer davon ist, das man eine JSG aus mehreren kleineren Vereinen bildet und so wieder genügend Spieler für eine leistungsmäßige Mannschaftseinteilung hat. Der andere und sicherlich etwas aufwendigere Weg ist die Förderung einer Mannschaft mit deutlichen Leistungsunterschieden.


    Was aber aufgrund der kaum vorhandenen Leistungsdichte im Mädchen- und Frauenfussball seit Jahren sehr gut gelingt, ist ein Fussball, bei dem zwar nach außen hin die Unterschiede inform von deutlichen Siegen bzw. Niederlagen sichtbar sind, aber für das Team selbst diese Merkmale kaum in Erscheinung treten. Denn der Fussball ist für diese Menschen weitaus mehr als ein 1 : 0 und gar nicht so leistungsorientiert, wie man von außen her glaubt!!

    Günter
    Die Aufwandsentschädigung bietet keinen Schutz vor Abwanderung, weil sie entweder von den größeren Vereinen gar nicht gezahlt wird oder aber nicht zu den gewünschten Veränderungen in den Dorfvereinen führt.
    Zwar ist derzeit aufgrund des demografischen Wandels die Bildung von Jugendspiel- oder Jugendfördervereine zu beobachten. Allerdings folgt nach den ersten positiven Ansätzen (z.B. durch Verpflichtung gut ausgebildeter Trainer) wieder ein Rückschritt in Richtung Klüngel und Vereinsmeierei, die das Desinteresse an der Nachwuchsförderung dokumentiert.


    Für viele kleineren Vereine gibt es jedoch gar keine andere Möglichkeit mehr, als sich über JSG oder JFV zu organisieren, um für ihren Nachwuchs Leistungs- wie auch Breitensport-Fussball organisieren zu können und auch für ihre Seniorenbereich in Zukunft genügend talentierten und gut ausgebildeten Nachwuchs auszubilden.


    Statt jedoch die Ursachen des erhöhten Vereinswechsels aufgrund ungeeigneter und nicht ausgebildeter Fussball-Trainer zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, wurden die Rechte der Vereine einseitig erhöht, um somit durch Androhung von Sperre junge Menschen quasi mit der Brechstange dazu zu zwingen, im Verein zu verbleiben!


    Weil jedoch nicht immer die Kinder den Wunsch nach besseren Rahmenbedingungen versprühren, sondern leider auch maßlos von Ehrgeiz zerfressene Eltern über den ausdrücklichen Willen des Kindes, gemeinsam mit Freunden ihr Hobby im Heimatverein leben zu dürfen, hinweg entscheiden, fehlt es nach wie vor an einer neutralen Beratungsstelle. Denn die abwerbenden Vereine nutzen die Instrasparenz über die Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes bewußt, um kurzfristige Saisoninteressen befriedigen zu können. So gibt es auch heute genug Trainer von Leistungsteams, die sich Spieler für die Reservebank holen und die es auch gar nicht weiter interessiert, ob das Kind traurig darüber ist, sich nicht wie die Mannschaftskameraden regelmäßig im Wettkampf messen zu dürfen.


    Leider haben es die Verantwortlichen nicht verstanden, dass es außerhalb des Profifussballs noch andere Interessensbedürfnisse gibt, für die es sich lohnt, dafür angepasste Rahmenbedingungen zu suchen. Die seinerzeit ins Leben gerufene Aufwandsentschädigung schützt weder die kleineren Vereine vor den Abwerbeaktivitäten noch die Kinder und deren Eltern vor falschen Entwicklungsschritten.


    Als notwendige Korrekturen sehe ich:


    1. Trainerausbildungspflicht für die Vereine, damit Kinder zukünftig vor "Brüllaffen am Spielfeldrand" besser geschützt werden und den Spaß am Fussball kindgerecht zu erlernen
    2. Verbindlicher Verhaltenskodex für: Vereinsverantwortliche, Trainer und Eltern, damit die Kinder ihre Form des Fussball spielen können. Regelverstöße können bis zum Verlust der
    Gemeinnützigkeit führen (weil nach heutigem Ermessen Regelverstöße nach als Kavaliersdelikte angesehen werden, jedoch teilweise ganze Jahrgänge durch Duldung katastrophaler Zutände
    dem Vereinsfussball verloren gehen)
    3. Nachweis über Nachwuchs-Etat für die Jugendförderung (dadurch Umverteilung des Etats von den Senioren- in den Nachwuchsbereich)
    4. Einrichtung einer neutralen Jugendfussball-Beratungsstelle (für Spieler, Eltern, Trainer, Jugendobmänner), um im Rahmen der individuellen Belange rasche Entscheidungshilfen zu liefern.

    Germancoach


    Weil es selbst bei Gleichaltrigen kaum heterogende Teams gibt, kann man im Kleingruppentrainings die individuellen Fähigkeiten besser entwickeln. Zwar ist der Trainingsschwerpunkt für alle gleich, jedoch werden die Inhalte ans Leistungsvermögen ihrer Mitglieder angepaßt. Teilweise werden die Kleingruppen auch anders gemischt. So kann man auf die jeweiligen Defizite besser eingehen und erhält dabei ein ausgewogeneres Maß an Forderung und Förderung! Für ein gutes Kleingruppentraining sind immer mindestens 2 Trainer erforderlich, die sich jeweils auf unterschiedliche Schwierigkeitsgrade in den Übungen und Spielformen aus Training vorbereiten. Den schwächeren Mannschaftsmitgliedern wird mehr Selbstvertrauen gegeben, wenn sie in der für ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Kleingruppe trainieren können und die Spieler mit etwachs höherem Leistungsvermögen empfinden das Training als besonders ansprechend, weil sie in dem für sich zugeschnittenen Tempo neue Fähigkeit erwerben und Bestehende verbessern können.


    Die von dir beschriebene "Pathwork-Mannschaft" wird die Zukunft als Folge des demografischen Wandels sein. Ich sehe jedoch kaum Nachteile darin, wenn sich die Vereine auf diese Bedürfnisse richtig einstellen. Wer sich jedoch nicht darauf einstellt und den Nachwuchsförderung zugunsten des Seniorenfussballs vernachlässigt, wird als Folge daraus in 5 oder 10 Jahren den letzten Aktiven verabschieden, um dann die Schlüssel der Sportanlage an den örtlichen Schützenverein weiterzugeben.

    Paddy13


    Die besten Übungen schreibt der Fussball selbst! Aber mich möchte doch noch kurz zu ein paar Begrifflichkeiten etwas sagen, weil ihre Interpretation für die Anfänger (unterer Jugendbereich) dann einfacher ist.


    Wir spielen natürlich mit Ball (und nicht ohne Ball), genauso wie wir mit Abseits (und auf Abseits) spielen.


    Während in der Anzahl gleichgroße Teams das 1 : 1 Spiel fördern, kann man mit kleinen Über- bzw. Unterzahlgruppen auch das ballorientierte Spiel forcieren. Denn wenn die Spieler der Angreifergruppe erkennen, dass sie in der Überzahl sind, dann wird der ballführende Spieler nicht unbedingt ins Dribbling gehen, sondern zu seinem freistehenden Mitspieler passen. Wenn dann noch durch Trainerimpulse der Passgeber weiterläuft, um sich wieder als Anspielpartner anzubieten, dann hat man schon eine einfache, spielnahe Situation eines Doppelpasses erzielt.


    Als weitere Unterstützung durch den Trainer ist es wichtig, der kleinen Trainingsgruppe (z.B. 3 : 2) kurz zu erklären, warum es wichtig ist, den Zweikampf zu vermeiden, den Paß zu spielen und sich dann gleich wieder (zwecks Raumgewinn möglichst in Richtung des gegnerischen Tores) anzubieten.


    Bei den Spielern der Unterzahlgruppe entwickelt sich ebenfalls Spielintelligenz, indem ein einzelner Spieler erkennt, dass der Gegner sofort paßt oder einen Pass andeutet, sobald er ihn angreift. Er wird also (untestützt durch Trainerimpulse) zunächst so positiionieren, dass der ballführende Gegner zu keinem anderen Spieler passen kann, um ihn nach außen abzudrängen (isolieren) und je nach Möglichkeit zu stellen (Pass vermeiden) oder zu attackieren.


    Man kann dazu auch eine "Endlos-Spielform" (4 : 2 plus 2) wählen. Diese Spielform eigentlich sich allerdings noch nicht für die F-Jugend. Im ca. 15 x 15 m großen Feld spielen 2 Abwehrspieler gegen 4 Angreifer. Die "plus" zwei positionieren sich neben dem Tor der Abwehrgruppe. Sobald die Angreifer ein Tor erzielt haben, positionieren sich 2 der Spieler neben ihrem Tor. Die anderen 2 Spieler sind nun die Abwehrgruppe. Die andere Gruppe wird nun durch die "plus 2" Spieler zu einer 4-er Angreifergruppe und versucht nun ihrerseits ein Tor zu erzielen.


    Durch die Kombination 4 : 2 werden die Angreiferaufgaben etwas leichter und es wird das Paßspiel forciert. Andererseits werden die Abwehrspieler durch das zahlmäßig deutliche Übergewicht dazu gedrängt, nicht unnötig ins 1 : 1 Duell zu gehen, sondern durch geschicktes Anlaufen den Gegner zu Fehlern zu zwingen.


    Viel Spaß dabei!