Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Günter und Anna


    Natürlich ist jedes Schicksal individuell zu betrachten, weshalb vor Pauschalisierungen gewarnt werden sollte.


    Jedoch geht es mir um die vielfältig nachweisbare Benachteiligung von später geborenen Kindern beim Fussball. Wir dürfen diese Form der Unfairness im Fussball nicht als Kavaliersdelikt sehen, welches nun einmal dem kurzfristigen Erfolg in kauf genommen werden müsse.


    Gerade in dem von Anna geschilderten Beispiel wird klar, welche Auswirkungen diese unfaire Leistungsbeurteilung von später geborenen Kindern zur Folge hat. Mit Aussagen: die setzen sich später schon irgendwie durch, ist einem heute 14-jährigen nicht geholfen! Auch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er aufgrund des "Zwergenmobbings" frühzeitig trotz hohem Talentpotenzial aussteigt und dem Fussball verloren geht.


    Nach den Schilderungen über die Benachteiligungen beim DFB-Förderkonzept (Wer zu spät kommt, den bestraft der DFB) möchte ich gerne ein paar Worte über die Benachteiligung der vom RAE-Effekt betroffenen Kindern im Jugendleistungsbereich der Vereine verlieren.


    Die heutige Kadergröße von Jugendleistungsteams orientiert sich vielfach nicht mehr am Ausbildungsgedanken, sondern an kurzfristigen Saisonzielen! Wie bei dem Erwachsenen-Fussball wird positionsbezogen gedacht. Jede Position soll möglichst doppelt besetzt sein, damit im Verletzungsfall oder einer Formschwankung ein anderer, auf dieser Position geschulter Spieler eingesetzt werden kann. D.h. es gibt einen Stammkader und einen Reservekader.


    Im Laufe der Saisonvorbereitung teilt der Trainer die auserwählten Talente in die Stamm-Mannschaft und den erweiterten Kader auf! Letztere bestehen meist aus Spielern, die aufgrund ihrer späteren Geburt physisch noch nicht ganz soweit sind. Die Trainer sehen die Bestätigung ihrer jeweiligen Auswahl darin, dass die Leistungsunterschiede zwischen dem Stamm- und dem Erweiterten Kader immer größer werden. Es kommt ihnen jedoch kaum der Gedanke, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Training und Wettkampfeinsätzen gibt! D.h. wer trainiert und spielt, kann sich besser weiterentwickeln als wer trainiert und wenig Praxiserfahrungen sammeln kann. Sollte kurzfristig mal ein schlechtes Gewissen auftauchen, wird es dadurch beruhigt, dass es die Anderen ja auch so machen und schließlich nur der Saisonerfolg gemessen würde.


    Um diesen Mißstand zu beseitigen, sollte pro Jugendliga vom DFB eine maximale Kadergröße vorgegeben werden. Man könnte eine einfache Altersregelung benutzen, wonach die Kadergröße altersbezogen auf:


    U 14 = 14 Feldspieler plus 2 Torhüter
    U 15 = 15 Feldspieler plus 2 Torhüter
    U 16 = 16 Feldspieler plus 2 Torhüter
    U 17 = 17 Feldspieler plus 2 Torhüter
    U 18 = 18 Feldspieler plus 2 Torhüter
    U 19 = 19 Feldspieler plus 2 Torhüter


    begrenzt wird.



    Alter gleich Kadergröße läßt sich nicht nur leicht merken, sondern findet auch seine Begründung aus der Realität:


    Für eine funktionsfähige Mannschaft sollte es nicht nur Unter- sondern auch Obergrenzen geben. Die Obergrenze soll sicherstellen, dass allen Spielern ausreichend Möglichkeit gegeben wird, regelmäßig Praxiserfahrungen in Wettkämpfen zu sammeln.
    Die geringere Kadergröße bei den jüngeren Spielern ergibt sich zum einen aus den geringeren Fehlzeiten durch Krankheit, Verletzungen und Schule (z.B. Ausflug)! Bei den älteren Jugendleistungsteams gibt es einen etwas höheren Kaderbedarf, der sich aus Fehlzeiten durch Schule, Berufsausbildung und Studium, sowie aus Krankheit und Verletzungen ergibt.


    Mehr als 2 Keeper braucht auch wirklich kein Team. Denn durch die Einführung der "Kette" und der Regel, wonach der Keeper nicht im 5 m Raum angegangen werden darf, ist die Verletzungsanfälligkeit deutlich zurück gegangen. Andererseits ist die Sammlung von Wettkampferfahrungen gerade für einen Keeper unerlässlich, um sich weiterentwickeln zu können.



    Konzeptvorschlag für Jugendleistungsmannschaften:

    1. Kaderzusammenstellung unter Berücksichtigung des RAE-Effekts (d.h. Talente sollen gleichmäßig verteilt aus dem gesamten Jahrgang stammen)
    2. altesbezogene Limitierung der Kadergröße
    3. Kontrolle über regelmäßigen Einsatz aller Kadermitglieder

    Anna


    Vielen Dank für die Schildung des Einzelschicksals, an dem alle Forenteilnehmer erkennen können, wie groß der Schmerz über die ungerechtfertigte Zurücksetzung eines Talents aufgrund seiner späteren Geburt ist.
    Wie kann es sein, dass solche Trainer nicht einmal mit so einfachen Dingen vertraut sind, dass sogar über 90 % aller Jugendlichen beim Verlierer spielen, statt beim Gewinner auf der Reservebank sitzen würden? Wie kann es sein, dass sich solche Trainer zu Beginn einer Saison für ein Talent entscheiden und es dann nicht oder nur kaum spielen lassen? Wer gibt ihnen die Erlaubnis, ihr Team mit mehr Spielern auszustatten, als man benötigt? Warum glauben diese Trainer, das man sich auch ohne Spielpraxis verbessern kann?


    Günter empfiehlt den Verein zu wechseln! Wohin denn, wenn doch die C-Jugendregionalliga die höchste Spielklasse ist?


    Ist es nicht notwendig, dieses "Sackgassen-Denken" zu überwinden, bei denen teilweise "Riesen" überfordert eingesetzt, aber "Zwerge" chancenlos unterfordert auf der Reservebank sitzen?


    Sollte der DFB (für Regionalliga zuständig) nicht verbindlich verbindlich, dass jeder, beim Saisonstart gemeldete Spieler im Jugendbereich regelmäßig und ausreichend Einsatzzeiten bekommt, damit Chancengleichheit herrscht?


    Wenn man beim DFB eine Tüte zeigt, auf der "Fair geht vor" steht, dann darf man auch Fairness beim Einsatz im Jugendfussball erwarten!


    Wenn man sich nicht traut, die Dinge beim Namen zu nennen, dann wird man nur vorübergehende, aber keine nachhaltigen Verbesserungen erzielen können. So löst der Wechsel in einen anderen Verein das Problem nicht, weil auch dort ein Trainer mit "eigenen Regeln" RAE-Benachteiligte auf die Reservebank mobben könnte und dann die Leidtragenden widerum gezwungen wären, den Verein zu wechseln!

    Ralf


    Warum überträgst du den Spielern dann nicht ein faires Verhalten über das gesamte Spiel (Fouls, Beleidungen, inbegriffen), sondern nur die eines Seitenaus?


    Und auf das aggressive Spielerverhalten bezogen: Warum werden denn immer nur die Spieler gesperrt und nur in Ausnahmefällen deren Trainer als "geistige Brandstifter"?


    Natürlich möchtest du über die Ausregel Einfluß und einen Wandel im Jugendfussball vornehmen - daran besteht doch gar kein Zweifel. Denn du glaubst, wenn die Verantwortlichen erst mal "gefressen" haben, dass die Jungs vernünftig mit der Ausregel umgehen, könnte man den nächsten Schritt angehen und die Spielteilnehmer selbst über eine Strafraumfoul entscheiden lassen. So möchtest du die überforderten Erwachsenen, die im Breitensport keine ausgebildeten Übungsleiter zur Verfügung stellen können, nach und nach entmachten, um nicht nur den Kindern, sondern auch den Jugendlichen ihren Fussball zurück zu geben!


    Die Theorie dazu, an einer unbedeutenden Stelle einen Anfang zu machen, ist brillant! Ob sie jedoch praxisnah ist, wird sich dann entscheiden, wenn es um mehr als nur ums Alibi einer Ausentscheidung geht!

    Günter


    Andre hatte den Wunsch nach einer anders gestalteten Zuweisung eines Spielers zu einer Mannschaft genannt. Wir haben dies unter aktuellen Leistungsmaßstäben beurteilt. Allerdings sind wir Andre`s Vorstellungen nach einem kindgerechteren Fussball wenig näher gekommen.


    Das hauptsächliche Problem dabei ist der ergebnisorientierte Ansatz! Denn hier wird das Spielerlebnis (wie es das Kind wahrnimmt) mit dem Spielergebnis (wie es der Erwachsene wahrnimmt) verwechselt!


    Es ist zwar rein hypothetisch, jedoch anzunehmen, dass je geringer die Bedeutung von Tabelle und Titel und je geringer ein erfolgreiches Spiel ein Zuwachs an Ruhm und Ehre oder Prestige bedeutet, je freier werden die Trainer ihre Mannschaften nicht mehr nur nach dem Alter, sondern nach dem Entwicklungsstand zusammen zu stellen, damit kein Kind über-, aber auch keines unterfordert wird.


    Vermutlich wird es schon in einigen Jahren, wenn die Geburtenzahlen noch weiter zurück gehen, auch gar keinen anderen Weg geben, als die Mannschaften nach anderen als den Heutigen zusammen zu stellen. Hierin liegt jedoch auch die Chance zu einem kindgerechten Fussball mit einer anderen Form der leistungsgerechten Mannschaftsbildung.

    Günter


    Wenn es das Handeln des DFB nicht gäbe, so gäbe es auch den RAE-Effekt nicht. Bitte surfe einmal in älteren Beiträge, in der du jede Menge Daten darüber finden kannst. Es wird auch vermutlich noch Jahre dauern, bis das ergebnisorientierte Denken dem Ausbildungsgedanken im Jugendbereich gewichen ist.


    Allein der Leistungsanalyse im Elitebereich widmet sich nach wie dem Vergleich des Einzelnen mit der Masse, statt sich um die individuellen Leistungsverbesserungen zu kümmern.


    Denn die später geborenen Kinder würden sich sehr viel besser entwickeln können, wie man ihre individuellen Fähigkeiten messen würde, statt sie mit denen von fast 12 Monaten älteren Kindern vergleichen würde.


    Zwar weiß auch der DFB, dass 1 Kinderjahr in etwa den Erfahrungen von 3 Erwachsenen-Jahren entspricht, aber ihr Erfolgsschemen-Denken hat es deshalb noch längst nicht angepaßt! Wenn man lediglich das Ergebis zweier Mannschaften vergleicht, so ergibt sich hieraus keinerlei Ausssagen, in wieweit jeder einzelne Spieler Fortschritte erzielt hat. Denn alle Aussagen werden lediglich mannschaftsergebnisbezogen abgeleitet.


    Leider führt auch das permanente Abrufen von Leistungen bei vielen Jugendspielern zum Dropout, wenn der Spaß am Fussball auf der Strecke bleibt. Deshalb sollten alle Gedanken um den RAE-Effekt auch die Kinder beinhalten, die nur aufgrund ihres physischen Vorteils über einen längeren Zeitraum überfordert werden.


    Sicherlich fällt es schwer, wenn man jahrzehntelang ein Denkmuster von bestimmten Fakten mit sich herum geschleppt hat und dann zum Zweifeln beginnt! Aber Günter, unsere Generation hatte noch ganz andere Dinge zu bewältigen! Dagegen ist doch die Einsicht, das der DFB nicht alle Kinder in ihrer Talentförderung gleich behandelt, ein Klacks, wenn man erst einmal versteht, warum das so ist!

    Auch beim ballorientierten Spiel kann es situationsbedingt (z.B. beim Gegenpressing oder bei der Strafraumverteidigung) eine Pärchenbildung geben. Sie ist jedoch deshalb nicht mit dem gegnerorientierten Spielsystem zu vergleichen, weil in Abhängigkeit es Ballbesitzes die Räume eng (beim gegnerischen Ballbesitz) bzw. weit (bei eigenem Ballbesitz) gemacht werden. Bei gegnerischem Ballbesitz möchte man durch die Raumverengung sowohl die gegnerischen Passwege als auch die gegnerische Ballannahme kontrollieren, um schnellstmöglich in Ballbesitz zu gelangen. Bei eigenem Ballbesitz ist die Ballkontrolle von hoher Bedeutung, weshalb man Zweikämpfe vermeidet.


    Im Unterschied zum gegnerorientierten Spiel, in denen Mann gegen Mann auf dem geamten Spielfeld um den Ball gerungen wird, wird beim ballorientierten Spiel anhand vorgegebene Muster blockweise Druck auf den Ball ausgeübt, um den Gegner zu einem Fehlpass zu animieren oder durch Doppeln in Ballbesitz zu gelangen.


    Allerdings gehört das ballorientierte Spiel aufgrund seiner Komplexheit noch nicht in den unteren Jugendbereich. Wohl jedoch Vorstufen davon, wie z.B. das taktische Verhalten in Über- oder Unterzahl. Natürlich gehört auch das 1 : 1 dazu, denn diese Situationen kann es jederzeit (z.B. durch einen unpräzisen Pass zum Mitspieler) geben.

    Günter


    Die wirklichen Talente, die, die wirklch herausragen, fallen auf, egal wann sie geboren sind.


    Weil heute ja schon Freitag ist, möchte ich zunächst einmal anmerken, dass meine Frau das Pech hatte, einen unperfekten Mann zu heiraten. Deine hat es gleich aufgegeben und sich gesagt: den muß ich wohl so nehmen, wie er ist!


    In deiner Aussage: "die wirklichen Talente, die, die wirklich herausragen, fallen auf, egal wann sie geboren sind" setzt du bereits voraus zu wissen, was Talent ist!


    Aber gerade von dir hätte ich mir gewünscht, dass du die bereits wahrgenommene Realität mit Makeln besser verstehst! Hier ist es der Makel des physischen Nachteils durch die spätere Geburt! Anhand von Fakten läßt sich auch belegen, dass der RAE-Effekt sich im Laufe der Jahre ganz auflöst. Es gäbe auch keinen besseren Beweis dafür, aufzuzeigen, dass man den Spätgeborenen weniger zutraut und ihnen deshalb schon früh bescheinigt, nicht ausreichend Talent zu besitzen. Genau deshalb habe ich vor längerer Zeit einen längeren RAE-Effekt Beitrag mit dem Titel "Wer zuspät kommt, den bestraft der DFB" hier im Forum geschrieben.


    Es geht darum, den Talentbegriff anders zu definieren, denn es geht überhaupt nicht darum, die 15 zweikampfstärksten Spieler, sondern sich 15 kreative Bewegungstalente mit großer Neugier am experimentellen Fussball auszusuchen! Weil die Auswahl nicht einfach ist, sollte man sich die Zeit nehmen, die man braucht, um bessere Eindrücke zu gewinnen. Nicht ohne Grund ist man schon dazu übergegangen, erst nach dem 3. Auswahltraining eine Selektion vorzunehmen. Auch gibt es jährliche Nachsichtungen! Doch das genügt nicht, um entwicklungsfördernde Elemente zu entdecken, um über die vorhandenen Talentanlagen hinaus auch den Willen und den Spaß der Talente zu entdecken, die ein wichtiger Garant für die Talentförderung darstellen.


    Wir müssen das Rad der Förderung auch nicht neu erfinden, sondern können es uns z.B. von unseren Niederländischen Nachbarn zeigen lassen, die mit dieser Methode bereits seit Jahren eine deutlich höhere Quote von Talenten für höchste Ansprüche ausbilden als wir nach unseren Methoden des Stichtagsvergleichs dazu in der Lage sind.


    Meist sind es auch die "nicht ganz Perfekten", die sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und ihren Weg bis ganz nach oben gehen! Die Perfekten lassen häufig schon nach dem ersten Rückschlag durch eine Verletzung, nach der sie sich wieder "zurückarbeiten" müssen, den Kopf hängen.


    Weil die Welt nicht immer so ist, wie sie scheint, lohnt es sich, hin und wieder ein paar Minuten zu besinnen und alther gekommene Sprüche wie: "Die wirklichen Talente, die, die wirklch herausragen, fallen auf, egal wann sie geboren sind" zu hinterfragen!


    Hat nicht gestern sogar unser "Schattenbundeskanzler" Per Steinbrück Schulkinder damit getröstet, dass aus einem zweimaligen Sitzenbleiber (der er wohl war) immer noch ein anständiger Politiker werden kann?

    Sir Pep


    Weil Mädchen in der Regel später mit dem Vereinsfussball beginnen als die Jungen, ist der Schulfussball eine wichtige Vorstufe, um für sich selbst herauszufinden, ob man für sein neues Hobby in einen Verein eintreten möchte. Auch präsentieren sich jährlich Vereine in den Schulen und werben um neue Mitglieder. Da findet durchaus auch ein Miteinander statt, in denen es Schnittmengen von identischen Interessen gibt.


    Jahr für Jahr sieht man auf den Talentsichtungen solche Mädchen, die gerade erst für einen Verein kicken und den Weg dorthin über den Schulfussball gefunden haben.
    Auch ist es so, dass es Schulsportbeauftragte in den Verbänden gibt, die den Kontakt zu Schulen pflegen und für Lehrer spezielle Fussballfortbildungsseminare präsentieren.


    Umgekehrt nehmen Vereinsspieler an Straßenturnieren im Rahmen von Sportwochen oder auch Schulturnieren teil. Auch außerhalb des Trainings wird mit Freuden auf Bolzplätzen gekickt! Ich meine, es gibt auch unter dem Aspekt, sich dort wohlmöglich verletzen zu können, keinen Grund, es ihnen zu verbieten. Eher im Gegenteil, denn die zusätzlich erworbenen Erfahrungen können sich positiv ins Mannschaftsspiel auswirken. Denn Fussballspielen erlernt man nun einmal beim Fussballspielen am besten. Auch wird häufig der Traineranteil an der sportlichen Entwicklung der Spieler überschätzt. Denn Kinder lernen auch sehr viel voneinander.


    Ob jetzt allerdings die Quote der ergebnisgeilen Pädagogen größer ist als dies beim Querschnitt der Vereinstrainer der Fall ist, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen? Es gibt eben auch Blödmänner mit Abitur und Studium!

    @FB


    Leider hat der Fussball bei und noch nicht diesen Stellenwert ;)


    Zum Glück hat der Fussball das nicht! :D


    Wenn du die Diskussion um den RAE-Effekt mitverfolgt hast, dann sind die meisten User der Überzeugung, dass eine Bevorzugung von momentan physische etwas stärkeren Kindern aufgrund ihres Altersvorsprung keineswegs eine spätere Erfolgspronose zuläßt. Es findet jedoch in der Weise eine Beeinflußung durch die Trainer statt, weil die physisch stärkeren Kinder ein positives Feedback (z.B. durch Stammspielerplatz oder Aufnahme in ein Auswahlteam) bekommen und physisch etwas schwächere Kinder früh durch das Selektionsraster fallen und sich diese negativen Impulse über ihre spätere Entwicklung auswirken. Auch die Einteilung von Talenten und "Spätentwicklern" verdeckt lediglich die Motivition der ergebnisorientierten Traner!


    Die Ausbildung und damit verbunden die Zeit zur Reife von Kindern zu Erwachsenden muß Vorrang vor den fremdgesteuerten und auf kurzfristige Saisonerfolge fixierten Gewinndenken der Trainer erhalten.

    Ralf


    Ja, auch ich sehe, das wir in unseren Ansichten soweit gar nicht auseinander liegen!


    Es besteht auch die Notwendigkeit zu Korrekturen. Denn wenn Jugendliche durch den Fussball agressive Verhaltensweisen erlernen oder sie erleben, unfaires Verhalten scheinbar legitim ist, wenn es zum Sieg führt, darf man sich nicht darüber wundern, wenn aus Spielern Täter werden!


    Genau deshalb mache ich mir große Sorgen darüber, ob es ausreicht, den Jugendlichen nur die Entscheidung über Einwürfe zu überlassen und sich damit ein Alibi schafft, etwas gegen die Gewalt im Jugendfussball zu übernehmen.


    Ich befürchte, wir bekommen durch die Entscheidung über einen Ausball keinen Anfang in der notwendigen Korrektur unseres Fussballs, selbst wenn man mit dieser Entscheidungsübertragung meint einen guten Anfang gemacht zu haben. Denn es sind Herabwürdigungen der gegnerischen Spieler durch Beleidigungen und die körperlichen Attacken gegen sie, die unter dem Deckmantel des errungenen Sieges geduldet werden! Es ist Fussballkrieg, bei denen sich die Trainer, die sich meist gut kennen, freundlich begrüßen! Jedoch ihren Spielern auf den Weg geben, sich aggressiv zu verhalten um zu gewinnen! Derlei ferngesteuert verletzen sich die Gegner ohne sich überhaupt zu kennen oder jemals kennengelernt zu haben.


    Sind es nicht auch wir, die wir uns die "Bilder vom Fussballkrieg" gerne anschauen, jeden Tritt eines Spielers nach dem Gegner mit prickelndem Schauder erleben, jedes blutüberströmtes Gesicht sich in unsere Illussion nach einem Stellvertreterkrieg einbrennt?


    Ja, wir müssen der Vernunft wegen unseren Fussball ändern, wenn wir ihn wirklich lieben. Eine Entscheidung über den Ausball reicht jedoch bei weitem nicht aus, sondern die Vernunft, dass man mit Gewalt niemals die Gewalt abschaffen kann und man, so lang es auch dauern mag, die Einsicht auf die Veränderungen benötigt, wenn es sich nachhaltig zum Besseren bewegen soll.

    Follkao


    Du bringst es auf den Punkt. Schon immer wollte ich wissen, warum Heidi sich am wohlsten mit dem Geissen-Peter beim Almöhi fühlte!


    Ganz offensichtlich sehen unsere Schweizer Kollegen die Erziehung ihrer Kinder darin, schnellstmöglich die unmündigen Kindern in mündige Früherwachsene zu verwandeln und aus spontanen Aktionisten vernunftgeprägte, planvoll handelnde Menschen zu machen.


    Die Kindheit als Schutzraum zum Erlernen von Verantwortung scheint hingegen noch nicht verinnerlicht zu sein. Wie sonst könnten ergebnisorientierte Vergleiche zwischen U 9 Mannschaften zustandekommen?


    Diese Ergebnisse ziehen lediglich ihren Wert daraus, dass den Kindern die Gelegenheit zu spielen gegeben wurde. Spielen kann aber nur dann gelingen, wenn ihnen eine Vielfalt an Möglichkeiten gegeben wird, sie sich dieser Herausforderung stellen und daraus Lob von ihren Trainern und körperliche Zuneigung von ihren Erziehungsberechtigten gewinnen. Es setzt voraus, dass man ihnen das Leben für den Moment und die Zeit zur Reife gönnt, statt sie für ihre ureigenen Erfolgsinteressen zu instrumentalisieren.


    Ne, was hört sich das schrill an! Ich versuch es mal etwas einfacher: gönnt den Kinder ihr Spiel und sie werden es euch danken, in dem sie später Verantwortung (auch für euch) übernehmen!

    Sir Pep


    Hättest du die Frage so formuliert, hätte ich ein gewisses Verständnis dafür aufbringen können. Aber den Schulen zu unterstellen, sie würden Spielerinnen im vollen Bewußtsein eines erhöhten Verletzungsrisikos in Schulfussballturnieren einsetzen, dass geht doch ein wenig an den Realitäten vorbei.


    1. Keine Spielerin wird dazu gezwungen, während der Schul- oder Freizeit in einer Schulmannschaft mitzuspielen!
    2. Das Verletzungsrisiko hängt zwar wesentlich vom Niveau der Liga ab, aber das Fussballspiel bei den Mädchen ist deutlich weniger körperbetont als bei den Jungen. Das Risiko schwerer Verletzungen wird
    geringer, läßt sich jedoch nie ganz vermeiden.


    Vielleicht war es in dieser Saison ein Zufall, dass gerade deine Spielerinnen gehäuft davon betroffen waren. Eine Absicht von spielerisch unterlegenen Gegnerinnen würde ich deshalb jedoch nicht unterstellen wollen. Rüde Fouls kommen bei den Mädchen und Frauenteams sehr viel seltener als bei ihren männlichen Kollegen vor. Dafür sind sie flotter in der abwertenden Beschreibung ihrer Gegnerinnen.


    Der Fussballverein hat jedenfalls kein Recht, den Fussballerinen im Breitensportbereich irgendwelche Einschränkungen in ihrer Freizeitaktivität zu verordnen.


    Ein anderes Problem ist sicherlich die Priviligierung der Schule, wenn es um die Organisation von Trainings- und Spielzeiten geht. Doch auch dort haben nach der Einführung der Ganztagsschulen die Vereine meist gute Regelungen gefunden.


    Zum Abschluß habe ich noch eine Frage: was verstehst du unter Gekicke?

    @FB


    Ich habe grundsätzlich kein Problem mit dem Stilmittel der Übertreibung als Darstellung von Problemfeldern!


    So aber wurde grosses Talent immer mal wieder von eher schwerfälliger Grösse krass abgeräumt.


    Allerdings sind in Deutschland U 9 - Veranstaltungen auch von großen Bundesliga-Clubs eher unter Image-Gedanken zu fassen, denn nur ganz selten durchläuft einer dieser U 9 Spieler den Jugendleistungsbereich der Proficlubs.


    Andererseits kann ich mir vorstellen, dass man sich die Filigrankünste dieser kleinen Athleten den kraftprozigen Grobmotorikern vorzieht. Von Bedeutung sind diese Turniere meist nur für die Eltern und die kleinen Kicker, damit sie ihren Kindern mal erzählen können: "Ich habe für den FC Bayern München gespielt". Doch spätestens bei der Frage: "Warum bist du dann zum "FC Hau ins Gras" gewechselt, dürfte es einen Erklärungsnotstand geben.


    Doch genauso, wie es "FB" beschreibt, geht es vielen Teams des unteren Jugendbereichs und auch auf den DFB-Stützpunkten zu. Im ersten Jahr nach der Aufnahme, wird aus dem Kind noch ein Nationalspieler, im Zweiten gibt man sich schon mit der Bundesliga (natürlich mit Millionengehalt) zufrieden! Wenn allerdings im 3. Jahr noch kein namhafter Profiverein persönlich vorstellhaft geworden ist, beginnt das Zweifeln und manche Eltern bieten ihr vermeintliches Talent wie "sauer Brot" den Vereinen an und begreifen gar nicht, was sie ihm damit antun!


    Selbstverständlich ist Träumen erlaubt und ganz sicher ist es gut, zu versuchen seinen Traum zu leben. Natürlich sind auch Eltern stolz auf ihr Kind! Doch ganz wichtig dabei ist, dass man auch immer einen Plan B in der Tasche hat, wenn aus irgendeinem Grund, der sich für fast alle Talente im Laufe ihrer aktiven Karriere abzeichnet, es nicht weitergeht!

    @Milky


    Die Erkenntnisse aus Niederlagen (sportliche wie private) sind äußerst gering, weil man kaum etwas daraus lernt! Sehr viel nachhaltiger wirken sich jedoch emothional die Siege aus, weil man glaubt, etwas richtig gemacht zu haben.


    So verlieren Kinder rasch die Lust ein einem Fach, wenn sie gleich bei der ersten Klassenarbeit eine 5 oder sogar eine 6 bekommen. Nach ihrer Meinung ist der Lehrer schuld. Man hat keinen Bock auf das Fach und würde den Unterricht am liebsten schwänzen. Erhalten sie jedoch eine 1 oder 2 als Feedback, freuen sie sich schon auf die nächste Unterrichtsstunde.


    Wenn dein Lob nun so präzisiert wird, dass der Trainer genau weiß, was er nach deiner Meinung besonders gut gemacht hat, dann wird er weiter an dieser Stärke arbeiten, wobei er ohne genau dieses Ziel zu haben, auch an der Verbesserung der noch wenig ausgeprägten Eigenschaften arbeitet.


    Kritik als Lob verpackt wirkt fast immer besser als eine Kritik ohne Lob!

    @FB


    Wir sind vielleicht ein wenig vom Thema abgekommen. Macht aber nichts! Ich versuche mal, den Bogen wieder rüber zu spannen.


    Der weite Torwwart-Abschlag ist eine Technik, die beherrscht werden sollte, um eine taktische Variante (Gegner ist sehr weit aufgerückt und/oder steht in der zentralen Defensive ungeordnet) anzuwenden. Der weite Torwart-Abschlag als Standard-Spieleröffnung gehört jedoch der Vergangenheit des gegnerorientierten Spiels an. Denn dafür ist/war es erforderlich, dass ein besonders kopfballstarker Mitspieler sich ins Zielgebiet begibt, um den Ball im Kopfballduell zu erobern und an einen Mitspieler weiterzuleiten. Weil beim ballorientierten Spiel jedoch alle Zweikämpfe nach der Spieleröffnung mit Ausnahme des finalen Abschluß-Zweikampfes im torgefährlichen Bereich als überflüssig und unnötig angesehen werden, ist der kurze, aber zügige Abschlag oder Abwurf zum Mitspieler vorzuziehen.


    Das durch schnelles Kurzpaßspiel geprägte ballorientierte Spiel benötigt nur noch selten weite Pässe, weil sämtliche Spieler permanent im Spiel eingebunden und deshalb in Bewegung sind. Gab es beim gegnerorientierten Spiel lediglich defensive oder offensive Aufgaben, gibt es nunmehr für jeden Spieler Beides.


    Weil sich das gesamte Mannschaftsspielsystem immer mehr ballorientiert gestaltet, bedarf es heute weitaus weniger Zweikampfsieger, sondern deutlich mehr intelligente Spieler mit überraschenden Ideen. Gerade deshalb brauchen die Kids von Heute keinen Trainer, der ihnen Befehle erteilt, sondern sie beim Abenteuer sich sehr schnell verändernden Spielsituationen begleitet und ihnen Mut bei den wachsenden Herausforderungen zuspricht.
    In den älteren Verbands-Auswahlteams ist die Einsicht eingekehrt, dass man sich seine Teams mit mehr nach physischen Anlagen, sondern nach Spielintelligenz auswählt. Diese ist jedoch noch unabhängiger vom Geburtsdatum.

    Jenny82


    Du sprichst das aus, was eigentlich sehr viel wichtiger ist, als die Leistungsmessung am Stichtag X!


    Deshalb wiederhole ich es gerne, was ich vor einiger Zeit mal über Torleute gesagt habe: wenn einer gut ist, dann darf er ruhig groß oder klein sein.


    Wenn Kinder auf dem Bolzplatz spielen, dann haben sie auch keine Probleme mit ihren Spielkameraden, selbst wenn die Unterschiede größer sind, als man sie im Vereinsfussball vorfindet. Denn ehe die Spielkameraden den Unterschied bemerken, ist er schon vorbei. So kann ich mich in meiner Jugendzeit an einen Gegenspieler erinnern, den ich nicht wieder einholen konnte, wenn er im Dribbling an mir vorbei war. Aber es waren ja noch genügend andere dabei, mit denen ich mich messen konnte. Später ist dieser Junge dann U 16 Nationalspieler geworden und ging zu Werder Bremen in die 1. Bundesliga. Im Nachhinein ein Trost für mich, aber damals hat es mich ein wenig gewurmt, dass ich total chancenlos war. Doch wir waren gute Kumpels und das war sehr viel wichtiger als wenn ein Trainer entschieden hätte, wer überhaupt nicht gegeneinander spielen darf. Denn man darf dabei nicht vergessen, dass Kinder sehr viel voneinander lernen.


    Die Kinder beschreiben sich meist gegenseitig sehr viel besser als es die Erwachsenen (Trainer und Eltern) aus ihrem Blickwinkel können. Ferner gehört es zur Persönlichkeitsentwicklung dazu, dass sich die Kinder in der Gruppe entdecken und ganz andere Selektionsmerkmale für passend oder oder nicht passend finden als wir Erwachsene es sehen.


    Solange die Kinder keine Probleme mit bestimmten Spielern haben, brauchen auch die Erwachsenen sich darüber keine allzugroßen Gedanken zu machen.


    Falls die Einteilung nach physischen Merkmalen ein Ausgleich für den RAE-Effekt darstellen sollen, so ist diese ungeeignet. Denn sie liegt dem Trugschluß zugrunde, dass dieser Vorteil ewig währt. Jedoch besagten Vergleiche mit älteren Jahrgängen, dass der RAE-Effekt mit der Zeit verschwindet. Diese Tatsache ist Beleg dafür, dass die Talentanlagen und -entwicklung nicht vom Geburtsdatum abhängen, viele Trainer jedoch lieber sofort als später gewinnen wollen!


    Um dem RAE-Effekt erfolgreich zu begegnen, sollten die Stichtagssichtungen abgeschafft und durch Zeitraum-Beobachtungen ausgetauscht werden. Denn bei einer Stichtagssichtung (Sparkassen-Cup) ist bis auf wenige Ausnahmen kaum zu erkennen, ob die präsentierten Fähigkeiten auf gute Heimtrainerfähigkeiten basieren oder besondere Veranlagungen ursächlich für die überdurchschnittlichen Leistungen sind? So kommt es m.E. nicht so sehr darauf an, was ein Kind am Stichtag X präsentieren kann, sondern wie schnell es welche Fortschritte unter geänderten Rahmenbedingungen erzielt! Letzteres ist auch der Grund dafür, warum unsere Niederländischen Nachbarn prozentual sehr viel mehr Talente für höchste Ansprüche ausbilden können.

    @Milky


    Feedback braucht jeder Trainer, wenn er sich weiterentwickeln will. Aber natürlich ist es auch eine Sache, wie es rüber kommt?


    Deshalb vorab ein paar Fragen:


    1. Wie gut kennst du den Trainer deines Sohnes?
    2. Hast du selbst langweiliges Training beobachtet oder bist du da nur auf Aussagen deines Sohnes angewiesen?
    3. Würdest du dir zutrauen, mit ihm über Trainingsmethoden fachlich auszutauschen?


    Versuch dich mal in seine Lage zu versetzen. Wie würdest du reagieren, wenn dir die Mutter eines Spielers sagt: "Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber ich habe gehört, dein Training soll langweilig sein ..."?


    Hinzu kommt, dass der Verein ja bereits Konsequenzen gezogen hat und den Trainer deines Sohnes zum "erneuten Lernen" ein paar Altersstufen hinunter geschickt hat. Ich denke, man wird ihm sicherlich eine Begründung dafür gegeben haben. Denn "langweilig" ist ja ein dehnbarer Begriff, der heißen kann, dass die:


    1. Trainingsinhalte die Spieler unterfordert haben
    2. Trainingsinhalte nicht abwechselungsgenug waren
    3. die Kommunikation zwischen Trainer und Spielern nicht gut funktionierte


    Weil du die Umstände am besten kennst, wirst du sicherlich auch die Entscheidung treffen können, ob mehr dafür spricht, ihm dein Feedback zu geben oder mehr dagegen!

    Ralf
    Ich sehe es genauso, dass wenn man auf "die da oben" wartet, vermutlich noch lange nichts dabei heraus kommt! Allerdings sehe ich es nicht ganz so schwarz wie du. Denn allein durch die demografische Veränderung in unserer Bevölkerung wird sich die heutige Bringschuld der Kinder durch eine Holschuld der Vereinsverantwortlichen umkehren!


    Will der Fussball als Volkssport nicht auf der Strecke bleiben, so wird er sich an die Erwartungen der Jugendlichen anpassen müssen. Schon heute ist es so, dass der überwiegende Teil der Kinder "auf der Strecke bleiben", weil sie ihre Erwartungen nicht annähernd erfüllt sehen. Auch resultiert ein Teil der Vereinswechselaktivitäten daraus, dass Jugendliche auf der Suche nach einem Verein sind, in dem sie sich wohlfühlen können. Die Liga spielt dabei nur eine nebensächliche Rolle.


    Auch der DFB dürfte ein Interesse daran haben, nicht mehr so viele Mitglieder zu verlieren. Denn schon bald wird der Verlust an männlichen Mitgliedern auch nicht mehr durch den nach wie vor anhaltenden Boom der Mädchenmannschaften auszugleichen sein. Man wird sich allso für die Gründe der Vereinsaustritte interessieren müssen, um gegenzusteuern.


    Das "Aus-Anzeigen" hat für mich genau so eine Alibi-Funktion wie die "Fairnesstabelle". In Beiden wird der Ehrliche bestraft und die Gewissenlosen werden gelobt!


    Helfen würden z.B. wissenschaftliche Analysen über die Austrittsgründe der Jugendlichen um zunächst einmal das Verständnis für die Erwartungen zu wecken! Denn heutzutage überdeckt doch das "Getöse um das Aushängeschild des Vereins" alle Töne der Mißstimmung im Nachwuchsbereich!


    Denn solange man nicht die Notwendigkeit zur Veränderung erkennt, wird es auch keine Veränderung geben! Es gibt allerdings schon längst keine Zeit mehr zu vertrödeln, denn die Bildung von JSG und JFV zeigen bereits jetzt, dass es 5 vor 12 ist, sich mehr mit den Interessen der Jugendlichen zu beschäftigen!


    Zwar zeigen uns unsere niederländischen Nachbarn, dass man auch im Talentscouting und der -ausbildung deutlich erfolgreicher sein kann als wir Deutschen, aber darum geht es gar nicht! Es soll einfach der Spaß wieder auf den Platz zurück kehren, der den Jugendlichen durch verantwortungslose Erwachsene genommen wurde.

    koeppchen


    Also ich habe schon etwas mehr Vertrauen in die Vereinsarbeit. Insbesondere die auf lange Sicht angelegten Entscheidungen bieten Gewähr dafür, dass meine "Nach mir die Sintflut"-Vereinspolitik betrieben wird. Im oberen Amateuer und unteren Profibereich gibt es deutlich mehr Vereinsinsolvenzen, als im Breitensportbereich! Gerade im Breitensport hat jedes interessierte Mitglied die Möglichkeit, kurzfristig aktiv an der Gestaltung von Vereinsentscheidungen mitzuwirken!


    Bei der Wechsel- und Sperre-Regelung gibt es jedoch eine weit von der Basis des Breitensports entfernten Regelung, die einer Korrektur bedarf. Es ist jedoch Unsinn von "Laien-Vereinen" mit "Laien-Trainern" für einen Wechsel in einen anderen "Laien-Verein" mit "Laien-Trainern" eine Ablösesumme zu verlangen. Auch sind Kinder keine Kauf- oder Verkaufsobjekte, denen man durch den Einkauf bestimmte sportliche Leistungen abverlangen kann! Soetwas haben sich Funktionäre, die von der Basis keine Ahnung haben, ausgedacht! Zum Glück ist es so, dass nur in Ausnahmefällen von diesem Blödsinn, von aufnehmenden Vereinen oder Eltern der Kinder Geld zu verlangen, gebrauch gemacht wird. Deshalb könnte man den Umbug am besten gleich wieder abschaffen und als Ersatz für Geldforderungen den Verstand wieder einschalten und sich gemeinsam überlegen, was im Einzelfall das Beste für das Kind ist!

    Andre


    Es ist sehr schwierig allgemeingültige Merkmale zur Bildung von homogenen Fussballteams zu bilden. Das liegt zum einen an der sich permanent ändernden körperlichen und geistigen Veränderung jedes einzelnen Spielers. Was zu Beginn einer Saison als günstig erschien, kann sich schon nach ein paar Monaten verändern!


    Die Körperlänge wurde und wird leider noch heute häufig bei der Auswahl von Jugend-Torleuten herangezogen. Ich gestehe, dass ich diesen Unsinn früher selbst geglaubt habe, bis ich Mädchen- und Frauentorhüterinnen ausgebildet habe. Die sind nun einmal ein Stück kleiner als ihre männlichen Kollegen und verfügen auch nicht über die Sprungkraft! Also muß man andere Merkmale für gute Voraussetzungen finden. Für mich ist es die Handlungsschnelligkeit, in der der Keeper die jeweilige Situation korrekt erkennt und darauf reagiert. Dazu ist eine generelle Änderung der TW-Ausbildung in dem Sinne erforderlich, dass man jede Situation im Training ein wenig anders gestaltet, um den Keeper nicht zum "Spekulieren" (erahnen, statt erkennen) zu verleiten. Voraussetzung dafür ist ferner die Vermittlung eines umfassenden Stellungsspiels, Verfeinerung der Techniken sowie ein weitreichendes Verständnis gegnerischen und eigenen Handelns. Der Fussball spielt sich insgesamt jedoch weit mehr im Kopf ab! "Den Ball begreifen lernen" meint also die Verbindung körperlicher und geistiger Fähigkeiten! Das Ergebnis ist die maximale Handlungsschnelligkeit in jeder Situation die bestmögliche Aktion einzuleiten. Ob dabei mal ein Ball ins Tor geht, ist völlig unerheblich, weil nur die kontinuierliche Entwicklung der Fähigkeiten wichtig ist!