Beiträge von TW-Trainer

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    @Don Quijote


    Du Hast recht, die gibts tatsächlich in einigen Verbänden. Man findet sie meist unter dem § 21 in der Jugendordnung, wo es unter Pkt 1. heißt: "Allen Verbandsvereinen ist es untersagt, Junioren aus einem anderen Verein am Training teilnehmen zu lassen." Unter Pkt. 2 findet sich der Hinweis: "Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn der Verein, für den der Junior eine Spielberechtigung besitzt, schriftlich seine Zustimmung gibt." Abschließend heißt es unter Pkt. 3: "Ein Verein darf Junioren anderer Vereine bei Spielen und Turnieren in seinen Mannschaften nicht mitwirken lassen. (Quelle: http://wdfv.de/files/h_jspo_2015_07_01.pdf)


    Ich will man versuchen, diesen Nonsens auf das praktische Leben zu übertragen:
    Wenn mich ein Chef einer anderen Firma zu einem Vorstellungsgespräch einlädt, dann muß ich mir vom jetzigen Unternehmen zunächst eine schriftliche Erlaubnis dafür einholen, sonst darf der Chef der neuen Firma sich nicht mit mir unterhalten!



    Für den Spieler ergeben sich jedoch keinerlei Konsequenzen aus der Ordnung, weil es sich um ein Verbot eines anderen Vereins handelt. Aber für beide Vereine gibt es keinerlei Konsequenzen. Verwunderlich, wenn man doch sonst schnell mit Geldstrafen, Sperren und Punktabzügen bei der Hand ist oder?

    ich weiß nicht, ob "Konzentrationsschwäche" das einzige und vor allem das relevanteste Problem ist. Konzentrationsschwäche ist ja erstmal ein Problem, was nur den Moment betrifft, also dann zu Lasten der Leistung und des Ergebnisses geht. Das sollte bei einer U11, egal ob NLZ, ambitioniert oder Breitensport nicht über allem stehen.

    So sehe ich es auch! Denn wäre es anders, dann sollte man am besten die "1-Tages-Schule" erfinden!


    Andererseits kann es zur Übersättigung bei den Spielern führen, die nicht mehr als 1 Spiel pro Woche wollen. (die soll es ja durchaus auch in ambitionierten E-Jugend-Teams geben?)

    @Schatefan


    Wenn er von sich aus den Wechselwunsch äußert, scheint etwas mit seiner Bindung zur Mannschaft und/oder dem Trainer nicht in Ordnung zu sein? Dies gilt es zunächst heraus zufinden, anstatt sein Kind "wie sauber Bier" anderen Trainern und Vereinen als Frischfleisch anzupreisen. Weil in diesem Alter die Kinder die Folgen mancher Entscheidungen noch nicht hinlänglich bekannt ist, sollten Eltern sich in der Verantwortung sehen nicht nur das Beste für ihr Kind zu wollen, sondern dafür auch die notwendigen Erkundigungen einzuholen.


    Solltest du zur Erkenntnis gelangen, dass das "Tischtuch" zwischen ihm und Anderen endgültig zerrissen ist, würde ich dennoch besonnen reagieren, zunächst einmal ohne Beisein des Kindes die notwendigen Informationen über andere Teams und Vereine einholen. Denn das 8 jährige Kind sollte nicht als Versuchskaninchen gesehen werden, für seine Eltern die fehlende Teile des Puzzles über einen internen oder exteren Wechsel holen müssen.


    Es kann lediglich nach seinem Herzen entscheiden, ihr aber müßt nach rationalen Gesichtspunkten zu einem guten Ergebnis kommen. Kinder versuchen bei ihren Entscheidungen fast immer auch ihre Eltern stolz und glücklich zu machen, weshalb man die gegebenen Entscheidungen je nach Einfluß darauf betrachten muß, anstatt sie allein als freie Willensäußerung zu sehen.

    Ansonsten ist jedes Kind bei seinen Eltern mitversichert, weshalb die Krankenkasse der Eltern eintritt. Die Vereins-Versicherung haftet lediglich nachrangig für solche sportbezogenen Verletzungen, die nicht durch die Krankenkasse abgedeckt ist. Mir ist allerdings noch kein Fall bekannt, in der ein Kind (darum gehts ja hier und nicht um Berufsspieler) davon hätte profitieren sollen?


    Es gibt also keine Informationspflicht gegenüber dem Verein, wenn man am Probetraining eines anderen Vereins teilzunehmen will. Genauso wenig muß ein Verein seinen Spielern eine Rechenschaft dafür ablegen, wenn sie Spieler aus anderen Vereinen zum Probetraining einlädt.


    Manche Vereine sind sehr kreativ, wenn es darum geht Kinder und ihre Eltern einzuschüchtern, wenn sie mal in einen anderen Verein hineinschnuppern wollen. Können sie doch meist versichert sein, dass die sich nicht weiter erkundigen und brav alles glauben. Man möchte fast meinen, je mehr die Einsicht über die schlechte Jugendarbeit im eigenen Verein vorhanden ist, je schwerer werden die Konsequenzen bei Nichtbefolgung angedroht.
    Dabei erhalten die Vereins von höchster Stelle Schützenhilfe. Nachdem das OLG Bremen und der BGH die Ausbildungsentschädigung und Sperre für den Jugendbereich für nichtig erklärt haben, sieht der DFB keinerlei Veranlassung auf eine gesetzeskonforme Korrektur. Man stellt sich weiterhin auf den Standpunkt: wer bei uns mitmachen will, der hat sich unseren eigenen Regeln zu unterwerfen. Sche... egal, was der Gesetzgeber sagt.

    Ja, beim Kinder-Handball kenne ich es auch so, dass der Schiedsrichter nicht nur pfeift, sondern ganz kurz erklärt, warum gepfiffen hat. Da gebe ich @pd33 auch schon recht, dass Kinderhandball sicher nicht so leicht ohne Schiri zu organisieren wie der Fussball. Jedoch spricht für mich nichts dagegen, die Regeln soweit zu vereinfachen, als dass sie jedes Kind leicht verstehen kann.


    Allerdings gibt es scheinbar deutliche Unterschiede in der Reizschwelle und Motive bei den Erwachsenen, wann sie glauben aktiv eingreifen zu müssen.


    Der Schiedsrichter steht dabei nicht allein in der Kritik, sondern auch rüpelhafte Gegner, sowie deren antreibende Trainer und Eltern. Weil die Wahrnehmung davon abhängt, ob dem eigenen Kind bzw. dem eigenen Team durch die Aktion ein Vor- oder Nachteil entstanden ist, sehr unterschiedlich bewertet werden kann, löst das Fehlen des Schiedsrichters nur ein Teil des vorhandenen Konfliktpotenzials.


    Es ist die zunehmende Sorge der Eltern um die körperliche und seelische Unversehrtheit ihrer Kinder im Wettkampf als Maß aller Dinge. Hierbei kann es zu einem Widerspruch kommen, wenn sich die Fairness zunächst einmal nur auf das eigene Team beschränken soll. Siegt der Gegner und unterstellt man ihm Unfairness, so ist das Team als "Sieger der Herzen" zu sehen. Umgekehrt heißt es "Mund abputzen", wenn der eigene Sieg durch Foulspiel und Übervorteilung bei der Regelauslegung zustande gekommen ist.


    Wenn die Kinder gut ohne Schiedsrichter klarkommen, so tun sich die Erwachsenen um einiges schwerer die kindliche Fairness auf ihre Interessen zu übertragen. Darin scheinen sich auch die Verbandsvertreter einig zu sein.Neuerdings hat sich u.a. der NFV etwas Neues einfallen lassen, um einer weiteren Ausbreitung vom Fussballspiel ohne Schiedsrichter a la FPL entgegen zu wirken. Es soll Punktabzüge für die Mannschaften geben, wenn die Vereine keine ausreichende Zahl an Schiedsrichtern stellt. (Bislang konnte man sich noch durch Geldstrafren "freikaufen")

    @Goodie


    Hast recht! Die Beiden sind manchmal schon anstrengend. Aber solange sie auch Sachbeiträge liefern, gehts gerade noch ...!



    Das geht überhaupt nicht, sonst verliert der Verein seine Gemeinnützigkeit, so er eine hatte...

    So schnell verlieren Vereine ihre Gemeinnützigkeit nicht. Denn es war dem Gesetzgeber seinerzeit schon wichtig, als dass die Mitglieder weitestgehend den Verein autonom führen. Sofern nicht geltenes Zivilrecht belastet wird, kann jeder Verein für sich entscheiden, nach welchen Regeln die Interessensgemeinschaft auf ehrenamtlicher Basis geführt werden soll. Die Wahl von Funktionären soll lediglich das Tagesgeschäft vereinfachen. Aber auch sie müssen den Mitgliedern Rechenschaft liefern und können abgewählt werden. Wenn es dann wenig Interesse gibt, etwas zu ändern, dann muß sich jeder an seine Nase fassen.


    Klar geht das nicht, dass ein Trainer seinem Torwart sagt, dass es das letzte Training für ihn war. Das würde vermutlich nicht mal unser Bundestrainer so machen? Erstens weil er kein Fachmann ist, um die TW-Leistung sachgerecht beurteilen zu können und zweitens weil auch der Ton die Musik bestimmt. Aber auch unseren Bundestrainer juckt es hier und da mal, sodass ihm Andere bei der Entschudligung zur Hilfe eilen.


    Ich würde also die Leistung nicht an einer einzigen Situation festmachen wollen, sondern in der Gesamtheit eines positiven Wirkens, egal ob nun Breiten- oder Leistungssport!


    Sorgen macht es mir allerdings, wenn ich zwei U 19 Spieler vergleiche, wobei der Eine nach 5 Jahren Leistungsfussball auf dem absteigenden Ast ist, während der Andere nach 6 Monaten Leistungsfussball den früher als hochtalentierten "potenziellen Profi-Spieler" gerade Eiltempo überholt. Ich hab das Gefühl, man hat gerade erst erkannt den RAE-Effekt zu berücksichtigen, aber visionär noch wenig einheitliche Ziele einer kontinuierlichen Förderung in der Praxis. Folge von unterschiedlicher Erwartung kann eine Abstumpfung bei der Aufnahme zur Verfeinerung von Fähigkeiten sein.


    Denn wie @Dirk Coerverfan schon sagte, darf es kein Maßstab sein, wie viele es schaffen, sondern warum es viele nicht schaffen!


    Zwar hat Uwe bei neuen Themen schon die Möglichkeit einer Zuordnung geschaffen. Doch je länger es diskutiert wird, je größer ist die Gefahr, als dass sie über den Rand des Themas hinaus geraten. Manchmal finde ich das schade, aber häufig kommen auch spezielle und lohnenswerte Diskussionen dabei heraus.

    @Ralf
    Vielen Dank für den Link. Eine wirklich gute Arbeit! Allerdings läßt sich darin die Emothionalität des Betroffenen erkennen, wehalb nicht alle Merkmale FPL ausreichend erfasst wurden!


    Ich habe mich am Wochenende mit einem Handballtrainer, der im Seniorenbereich bereits über Jahre sehr große Erfolge feiern durfte, unterhalten. Ich habe ihn gefragt, warum er meint, dass es unter den Zuschauern und Trainern im Handball ruhiger zugeht als beim Fussball.


    Er meinte, dass die Stimmung im Seniorenbereich fast immer gut sei. Allerdings gäbe es im Kinderhandball in den letzten Jahren leider einen negativen Trend zuwachsender Unruhe. Auch er habe sich einige Male für kurze Momente emothional veranlasst gesehen, in Richtung des Laienschiedsrichters deutliche Worte zu richten. Denn wie sollten seine Kinder den Handball richtig erlernen, wenn er ihnen im Training die Regel richtig beibringt und dann der Schiedsrichter falsch pfeift? Aber die meisten Rufe von Trainern oder Eltern seien unberechtigt und würden das Spiel nur stören. Auf die Frage: warum man denn nicht ein Spiel der Kinder ohne Schiedsrichter probiert, schaute er mich nahezu fassungslos an, weil für ihn ein regelkonformes Verhalten von Anfang an wichtig sei.


    Irgendwie wurde ich im Gespräch das Gefühl nicht los, dass es immer nur die Anderen sind, die den Kindern etwas Falsches vermitteln? Also probierte ich das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken, um hierfür Pro- oder Kontraargumente zu finden. Ich fragte ihn, was für ihne die wesentlichen Gründe sein könnten, warum die Erwachsenen sich beim Spiel der Kinder deutlich mehr einmischen als früher? Er meinte, dass der Handball seinerzeit aufgrund fehlender Hallen, Trainer und Interessenten längst nicht die Popularität gehabt hätte. Durch die internationalen Erfolge der Top-Teams und der Nationalmannschaft sei auch das Interesse der Erwachsenen am Handball gestiegen. Hinzu komme die Mentalität einiger Eltern, dass ihre Kinder überall die Besten sein müßten sowie überängstliche Eltern, die ihr Kind "in Watte einpacken wollen", was natürlich beim Spiel mit Körperkontkat unmöglich sei.


    Weil er den Kinder- und Erwachsenenbereich aufgrund eigener Erfahrungen gut vergleichen könnte, sei es gar nicht mal die Sportart allein, sondern das geänderte Interesse der Erwachsenen am Kindersport. Einerseits ginge es außerhalb des Schulsports in der Vereinsarbeit gar nicht ohne Eltern im unteren Jugendbereich, andererseits müssen die Inhalte und das Wesen des Kindersports besser an die Erwachsenen transportiert werden. Das sei zwar schwierig, aber immer noch besser, als auf eines Eskalation zu warten, um mit Geldstrafen zu handeln.


    Für ihn wäre eine Lösung mit gut ausgebildeten Schiedsrichtern immer noch die Beste! Denn wie sollten F-Jugend-Kinder regelkonformes von regelfremden Verhalten sonst im Wettkampf unterscheiden lernen? Wenn erst einmal einer gefoult wird und das Spiel nicht mit einem Freistoß fortgesetzt wird, dann steht es nicht gut mit der Fairness. Kommt dann noch so ein Spruch aus der Fan- oder Coachingzone a la "hau ihn einfach auch um", dann könnte man das Spiel fast schon vergessen. In der F-Jugend sei es zwar nicht so toll, aber es käme auch nicht so oft vor, dass sich Eltern daneben benehmen. Schlimmer seien die Auswirkungen bei den etwas Älteren. Er würde aufgrund seines Hintergrundwissens dafür plädieren, dass jeder Verein eine ausreichende Zahl von gut ausgebildeten Schiedsrichtern und Trainern stellen muß, um die Berechtigung zur Teilnahme am Ligabetrieb zu erwerben. Das sei zwar auch keine Garantie, dass es immer klappt, weil es sich immer nur um einen Querschnitt der Gesellschaft handelt. Aber man könne eine Situation doch deutlich besser beurteilen, wenn man das dafür nötige Wissen erworben habe. Nach seiner Meinung sei genügend Geld für diese Ausbildung vorhanden. Jedoch wäre ein Bewußtsein für die Notwendigkeit nicht bei den Vereantwortlichen im Verband und den Vereinen vorhanden.


    Es mag auf den ersten Blick tröstlich sein, dass auch andere Sportarten nicht von der Randale der Erwachsenen im Kindersport gänzlich verschont bleiben. Was ich jedoch interessant fand war, dass es eigentlich eine interdisziplinäre Aufgabe ist, weshalb man mit ein paar KiFu-Regeln noch längst kein Verständnis in den gewünschten Zielgruppen erwarten kann. Es sind nicht die Regeln, sondern die Menschen, die die Regeln für sich interpretieren und leider sind fast immer die Anderen schuld, wenn es nicht klappt.


    Ich glaube aber an das Gute im Menschen und meine, dass die Erwachsenen nicht zum Sport ihrer Kinder gehen, um Randale zu machen, sondern um sie zu unterstützen. Wenn man ihnen dafür einen besseren Zugang zur Sportart gibt, dann könnte man sich gleich in mehrfacher Hinsicht über eine bessere Unterstützung freuen.


    Wie wäre es, wenn ihr einfach mal die Eltern fragt, ob sie Interesse an eurer Trainingseinheit haben? Sie erkennen dabei nicht allein die Mühe, die ihr euch macht, sondern ihr findet im Laufe der Zeit mehr fachliche Unterstützung (die Kinder fragen ja auch ihre Eltern) und vielleicht könnt ihr den ein oder anderen Trainer- oder Schiedsrichterkollegen darüber gewinnen?


    Es drängte sich gleich bei Ralfs Idee der Gedanke der Nachhaltigkeit auf. Denn wenn das Fairplay irgendwann in Vergessenheit gerät, was ist damit gewonnen? Wir müssen schon dafür kämpfen, sind aber (wie am Beispiel Handball zu sehen) dabei gar nicht allein, sondern sollten deren Know-How und Erfahrungen nutzen. Denn wenn es überall im Kindersport besser läuft, dann dürfte es in Zukunft weniger Krankheiten aufgrund von Bewegungsarmut geben.

    Unsere Tochter geht zur Zeit nur zum Training alles andere ruht !

    Na, dann wäre ja schon der Grund gefunden, warum sie nicht mit zum Spiel genommen wurde?


    @Marie (oder wie immer du auch hießen magst) Ich kenne ähnliche Aussagen ("Püppie")von Spielerinnen, die entweder mit den Jungen in einer Auswahl spielen oder in einer hoch spielenden Jungenmannschaft. Weil die Mädchen (in einigen Verbänden) jeweils 1 Jahr länger in diesen Teams spielen dürfen, sind sie den Jungs geistig meist ein gutes Stück voraus. Sie können das "machohafte" Verhalten in der Gruppe vom ganz normalen zwischenmenschlichen Verhalten unterscheiden.


    Wenn sich Auswahltrainer für Mädchen in einer Jungenauswahl entscheiden, dann müssen andere Jungen auf eine Förderung verzichten. Natürlich können diese Mädchen dafür nichts, aber der Trainer will durch diese deutlich besseren Leistungen erst gar keine Diskussion aufkommen lassen, warum er sich für die Mädchen und gegen die Jungen entschieden hat. Ich denke mal, wenn er sich für dich entschieden hat, dann wird er dir auch sein Vertrauen schenken!


    Ein Auswahltrainer steht in der Verantwortung jeden einzelnen Spieler bestmöglich zu fordern. Aufgrund der Unterschiede innerhalb des Teams soll er jedes Talent seinen aktuellen Leistungsmöglichkeiten fordern und fördern. Das ist nicht immer eine leichte Aufgabe und erfordert großes Fingerspitzengefühl. Wenn du dich mal ungerecht behandelt fühlst, dann sprich ihn einfach an. Das ist immer besser, als wenn man seinen Ärger in sich hinein frisst und so auf Dinge kommt, die dann meistens gar nichts mehr mit der Realität zu tun haben.


    Trainer/Eltern sind letzendlich auch nur Menschen, die sich manchmal irren können. Im Moment machen sie sich Sorgen um dich und glauben, dass es für dich das Beste ist, wenn du lediglich Spaß am Training hast, weil du dir selbst zu viel Druck bei den Spielen machst.


    Du hast noch jede Menge Zeit für deine Karriere im Fussball - aber du must dir selbst immer auch die Wahl offen lassen, das eine zu tun, ohne das Andere lassen zu müssen.


    Wenn also der Fussball das eine ist, dann sollte der Spaß dabei das andere sein. Alles Andere ergibt sich von ganz allein! Verstehst du das?


    Zunächst einmal kannst du es als selbständigen Nebenerwerb laufen lassen, wenn du berufstätig bist. Da brauchst du keine Gewerbeanmeldung und bist auch nicht umsatzsteuerpflichtig. Du darf wöchentlich im Schnitt nicht mehr als 15 Stunden damit verbringen, darfst nicht weisungsgebunden sein (Scheinselbständigkeit) und mußt das O.K. von deinem Arbeitgeber haben. Ferner darfst du jährlich derzeit nicht mehr als 17.500 Euro erzielen. Es genügt ein einfaches Kassenbuch, in der alle Einnahmen und Ausgaben aufgeführt und mit entsprechenden Belegen nachgewiesen werden können. Bei deiner Einkommensteuer-Erklärung sind dann ein paar Felder mehr auszufüllen. Soviel mal grob zum Organisatorischen.


    Für die Gründung solltest du dir überlegen, welchen Schwerpunkt du betreiben möchtest. Willst du ein Fussballcamp, dann hat es in erster Linie einen Eventcharakter, denn in ein paar Tagen kannst du nicht viel an Fussballentwicklung machen. Die Kinder sind irgendwann auch müde. So auch du und deine Kollegen. Allerdings gibts beim Camp eine Reihe weiterer Aufgaben. Denn hier erwarten die Eltern und Kinder eine Rundumbetreuung und Fussballartikel, damit es ihrer Wertanmutung entspricht.


    Wer aber glaubt, dass dies den Eltern nicht mehrere Hundert Euro wert ist, nur weil man im Verein einen Bruchteil an Mitgliedsbeitrag zahlt, der irrt sich gewaltig. Denn im Verein wird sich meist kaum um den Nachwuchsbereich gekümmert, während man die Kinder und ihre Eltern wie Kunden behandelt, die ja bekanntlich Könige sind.


    Wenn du dich für eine ergänzende Ausbildung für Jungen und Mädchen entscheidest, denen der Fussball im Verein nicht reicht, dann hat deine Fussballschule vermutlich fast keinen Eventcharakter, sondern stelle als Angebot eine Ausbildungsstätte dar, bei der es fast ausschließlich um die Verbesserung der fussballerischen Fähigkeiten geht.


    Beides miteinander zu vermischen, also Feriencamps und Fussballschule als Dauereinrichtung würde ich dir nicht empfehlen. Gerade bei den Camps wird es wohl nicht beim selbständigen Nebenerwerb bleiben. Entweder man macht es da ganz oder gar nicht. Wie @Zodiak schon sagte, schießen die wie Pilze aus dem Boden. Aber die meisten haben kein tragfähiges Konzept und verschwinden auch wieder.


    Die Fussballschule für Interessierte kannst du selbst ein wenig steuern. Dazu passt dann auch eine regionale Ausrichtung. Hierfür brauchst du zunächst auch nur einen Kooperationsverein, dem du z.B. ein paar Sonderkonditionen gönnst. Hierfür braucht es dann auch eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda, weiß du hierbei ein begrenztes Gebiet hast, indem du mit deinem fussballerischen Wissen in Konkurrenz zu den Vereinen stehst.


    Als Vorlaufzeit brauchst du ca. 6 Monate. Je nach Wunsch solltest du vorher den Kontakt zu den Leitern entsprechender Fussballschulen (aus anderen Gebieten) suchen, um deine Fragen, die manchmal erst während des Gesprächs kommen, Antworten zu bekommen.


    Ich hoffe, ich konnte deine Fragen hinreichend beantworten. Ansonsten gehts auch per P.N.:

    @Goodie


    Seh ich genauso! Beim Handball und/oder beim Eishockey geht es ebenfalls hoch her. Aber zu Randale unter den Zuschauern und Trainern kommt es vermutlich schon deshalb nicht, weil die Spieler alles geben und so ihre Fans unabhängig vom Ergebnis auf ihre Kosten kommen. Das Spiel wird nicht nur am Ergebnis gemessen.


    Beim Fussball kann hingegen schon 1 Tor spielentscheidend sein, weshalb der "Kamm" des Fans oder Trainer langsam, aber stetig ansteigt und Menschen, die sonst ruhig und friedlich sind, für Momente vollkommen ausrasten können. Meistens ist das auch schon kurz nach dem Spiel wieder vorbei. Aber es gibt Leute, denen ist das gesamte Wochenende vermießt, wenn das eigene Team ihr Spiel verloren hat.

    Hallo Marie,


    hier im Forum ist ein Vater, der seine Tochter aufgrund negativer Erfahrung aus der Landesauswahl der Mädchen genommen hat? Wie er schreibt, ist seiner Tochter stets sehr aufgerecht vor den Spielen und setzt sich dabei selbst sehr unter Druck? Bist du das?


    Ich wäre echt froh, wenn du es nicht wärst. Denn dieses Mädchen braucht erst einmal Ruhe, um seinen inneren Frieden wieder zu finden.


    Doch nun zu den Problemen:


    1. Mädchenfussball ist blöd
    Noch vor ein paar Jahrzehnten wurde es in Deutschland verboten, dass Frauen Fussball spielten. Die Begründung war damals, dass sie bei dieser rauhen Kampfsportart ihre Grazie und Anmut verlieren würden. Selbst, als die deutsche Frauen-Nationalmanschaft ihren Weltmeistertitel holte, bekamen sie als Prämie ein Kaffeeservice als Anerkennung, während die Männer schon damals saftige Geldprämien erzielten. Wenn man sich Kommentare aus dem Fernsehen, dem Radio oder aus der Zeitung betrachtet, dann wurde eine weibliche Spielerin damals mit ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter vergleichen. Zwar können wir heute schon darüber herzhaft lachen, aber einen Unterschied gibt es nach wie vor. Denn nur, weil einem talentierten Mädchen kein millionenschweres Angebot erwartet, darf sie doch trotzdem auf eine gute Förderung vertrauen.
    Dort, wo die Auswahl gut funktioniert, sichten Jungen- und Mädchentrainer schon deshalb gemeinsam die Talente, um zu erkennen, ob Mädchen, die meist später mit dem Fussball starten, bereits in einer Auswahl gefördert werden können. Auch gibt es Mädchen, die zwar mit den Jungen mithalten könnten, sich dort aber nicht wohl fühlen. Dennoch gibt es leider immer noch viele Trainer, die Mädchen in ihrer Jungenmannschaft schon deshalb blöd finden, weil die ja später sowieso in reine Mädchenteams wechseln. Sie kommen manchmal auch nicht damit klar, dass Mädchen beweglicher sind, aber ein wenig mehr Zeit benötigen, bevor sie sich aktiv ins Spiel einbinden. Da haben sie sich schon ihre Meinung gebildet, obwohl die Mädchen danach erst mal richtig loslegen!


    2. Spieler beschließen nicht zu bestimmten anderen Spielern zu passen
    Das kommt fast überall mal vor. Kennst du ja sicher auch vom Pausenhof, wenn bestimmte Kinder nicht integriert werden. Das ist noch nicht einmal ein Problem einer bestimmten Altesgruppe oder zwischen Jungen und Mädchen. Das kann sogar in reinen Mädchenmannschaften vorkommen. Aber du hast selbstverständlich recht! Man muß sich nicht alles gefallen lassen und kann offen darüber sprechen. Auch sollte der Trainer stets ein offenes Ohr für jeden Spieler in der Mannschaft haben.


    3. Starke Mädchen in Jungenteams
    In den meisten Fällen sie Mädchen als Leistungsträger in einer Jungenmannschaft voll akzeptiert, weil die Jungen wissen, dass sie nur mit diesem Mädchen gegen starke Gegner Chancen haben. Wird das Mädchen jedoch vom Trainer nicht ausreichend respektiert, dann kann es passieren, dass auch die Jungen respektlos mit ihr umgehen. Man darf sich das aber nicht gefallen lassen und zunächst mit den Eltern darüber sprechen.


    4. Andere Vereine
    Ich denke mal, wenn du nicht gerade auf Helgoland wohnst, dann dürften deine Entfernungsangaben zu den nächsten Vereinen wohl nicht so ganz passen? Aber dennoch ist die Entfernung und die Zeit, die dabei verwendet wird ein Faktor, der bei einem Vereinswechsel zu bedenken ist. Wenn aber deine Eltern schon die Strecken für die Mädchenauswahl kennen, denn glaube ich fest daran, dass sie dann, wenn die Zeit dafür reif ist, dich auch dabei unterstützen werden. Außerdem gibt es bei einigen Frauen-Bundesliga-Vereinen auch Internate für Talente. Es gibt also gar keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.


    Manchmal ist es gut, wenn man sich seinen Frust von der Seele redet. Sonst redet man sich Dinge ein, die gar nicht stimmen.


    Ich hoffe, du siehst deine Zukunft für deine große Leidenschaft im Fussball nunmehr etwas positiver?


    Warum ich das alles schreibe ?? Weil mein Trainer gestern vergessen hat mich im Testspiel einzuwechseln.

    Hat er dich wirklich vergessen oder gab es einen anderen Grund? Am besten, du fragt ihn mal!

    Ich bin mir ganz sicher, dass ohne Abseits weniger Tore fallen.

    Das ist ja auch das Hauptmotiv von Marko van Basten, der sich sagt, wenn wir eine WM mit so vielen Teilnehmern haben und man dabei häufig in die Verlängerung muß, weil "zu wenig" Tore fallen, dann könnte es organisatorisch schwierig sein, diese Spiele live im Fernsehen zu übertragen.


    Allerdings könnte man sie auch als WM-Regel beschreiben. Aber wären nicht die Abschaffung der Abseitsregeln schlechtere Teams bevorteilt, die es mit langen Bällen auf ihren in der Nähe des gegnerischen Torwarts positionierten Mittelstürmer probieren, um sich nach einem Führungstreffer hinten Beton anzurühren? In diesem Fall würden vielleicht gar nicht mehr Tore geschossen? Allenfalls gäbe es einige Überraschungsteams nach der Gruppenphase.

    @AKjfv
    Ne, so war es auch nicht gemeint. Aber die Begründung dafür war u.a. in deinem Text zu erkennen.
    Solange man sich um eine Sache streitet, kann etwas Gutes heraus kommen. Werden jedoch Personen beleidigt, weil Argumente fehlen, dann ist das m.E. keine Streitkultur mit konstruktiven Elementen. Da lohnt sich ein Lesen dieser Kommentare für mich nicht, weshalb ich es für mich als Zeitverschwendung ansehe!

    Was das Wurzel allen Übel ist.
    Relative einfache Antwort. Diejenigen Trainer mit den eine kooperative Spielleitung in der FPL nicht möglich war, haben später permanent mit dem Schiedsrichter lamentiert und versucht dessen Entscheidung zu beeinflussen, und oder seine Position zu diskreditieren.
    Mangelnder Respekt gegenüber der" gegnerischen" Mannschaft und dessen Trainer wurde ergänzt durch den Schiedsrichter. Außer der negativen Wirkung auf seine Mannschaft, unbewußt oder bewußt auch immer an der Eskatationsschraube innerhalb und außerhalb des Feldes gedreht.
    Besonderst Schlimm für Niederlagen ist dann einer der angesprochen Beteiligten verantwortlich und damit weiter an der Eskalationsschraube drehen, für heute und morgen.

    nd ich glaube, das ist noch gar nicht wirklich direkt die Wurzel (auf Fußball bezogen schon), derartige Verhaltensweisen werden von den "Protagonisten" in aller Regel auch in anderen Lebensbereichen gepflegt, zum Beispiel in Foren wie diesen



    Dämliche Sprüche bringen kannst Du gut. Applaus !

    @addi73
    Damit bist du jetzt wieder auf meine "Ignor-Liste" gelandet! Die Begründung dafür findest du in den beiden vorherigen Zitaten, weshalb ich deine Beiträge nicht mehr lesen werde!

    Fällt mir wirklich schwer, die Anekdote so zu glauben. Oder es war eben kein großes fussballerisches Talent

    Genauso hab ich auch gedacht. Aber es gab einen Videoclip davon! Aber du hast ja auch jede Menge Erfahrung mit Talenten. Da gibt es ja fast nichts, was man völlig ausklammern könnte? Ähnlich ist es ja bei der Hyperintelligenz mit zwei linken Händen! (Hatte früher einen Mathe-Prof., der kaum ein Wort richtig schreiben konnte. Hab damals in einem Studentenwohnheim gewohnt und noch nie so viele verhaltensgestörte Menschen auf einem Haufen erlegt. Das ist dann also unsere geistige Elite, dachte ich mir?)


    Mutter Natur sorgt schon dafür, dass wir erst gar nicht anfangen, uns kleine Welten aufzubauen, in der alles reinpaßt. Da müssen wir dann schon selbst kräftig nachhelfen.


    Gerade hochtalentierte Spieler haben häufig einen schwierigen Charakter. Daher läßt sich die Aussage von Profis "es gab früher eine Reihe von Spielern, die mehr Talent hatten. Aber ich habe mich durchgesetzt.) relativieren, dass man sich trotz Talent manchmal dusselig anstellt! Wenn du mit Nationalspielern zu tun hattest, dann wirst du auch dort Schwächen festgestellt haben.


    Wenn also jemand sagt: "Nobody is perfect - my name is Nobody", dann sollte man durchaus kritisch sein. Denn einen rundum perfekten Menschen, bei dem Körper und Geist in allen erdenklichen Bereichen überdurchschnittliche Leistungen erbringen könnten, der muß wohl erst noch geboren werden. Aber wer will schon einen allseits überlegenen Roboter ohne erkennbare Schwächen?


    Für mich liegt deshalb die wahre Stärke eines Menschen darin, zu seinen Schwächen zu stehen, sie zeigen zu dürfen, anstatt sie mit aller Gewalt verheimlichen zu wollen, weil man Angst vor Sanktion hat.


    Gerade in dieser Diskussion im Nachwuchsbereich wird häufig über die Vor- und Nachteile von Leistungen gesprochen. Wir Trainer setzen Impulse und wünschen uns, dass unsere eigene Begeisterung auf die Kinder übertragen wird. Manchmal wird aus dieser Freude am Sport auch die Freude an der eigenen Leistung. Aber gibt es einen Grund für uns frustriert zu sein, wenn es sich für andere Dinge mehr interessiert? Warum ärgern wir uns dann mehr und vor allen Dingen länger als die Kinder, wenn unser Plan nicht aufgegangen ist? Denn die Planungen der Kinder sind manchmal nur für einen Moment bestimmt und wollen gar nicht wiederholt werden, weil es sonst langweilig werden könnte!


    Wir aber wollen schon den Jüngsten Fussballtechniken "einschleifen", statt den Kindern die Geheimnisse des Balls finden zu lassen. Es ist sicher richtig, dass Kinder immer einen Ehrgeiz entwickeln, wofür die Neugier die Antriebsfeder ist. Wenn ich hier jedoch manchmal Beiträge lese, in der jede Form von Freiheit im Spiel als "Kuschelpädagogik" abgetan wird, dem Trainer mangelnde Fachkenntnis unterstellt wird, dann kann ich nur fassungslos den Kopf schütteln.


    Ich arbeite seit vielen Jahren ohne Druck. Denn der Ehrgeiz ist schon bei den Kindern vorhanden. Deshalb würde zusätzlicher Druck Angst vor Fehlern erzeugen. ich möchte aber, dass sie ein Risiko eingehen. Denn nur dadurch können sie neue Erfahrungen sammeln und schließlich über sich hinaus wachsen. Mit Leistungsdruck bekommt man keine starken Kinder, sondern lediglich ie wenigen Kinder können sich entwickeln, die entweder nichts zu verlieren haben oder besonders leidensfähig sind. Aber man muß nicht meinen, dass das schlagen auf eine bestimmte Stelle mit der Zeit eine Schmerzresistenz auslöst. Die Schäden treten immer auf und sei es nach Jahren. Deshalb tragen auch wir Trainer, die wir die Kinder lediglich ein paar Stunden in der Woche in unsere Obhut nehmen, eine große Verantwortung!


    Wir haben es mit jungen Menschen, nicht nur mit jungen Fussballspielern zu tun!

    Doch dann hat sie mal Ergebnisse von Bundesjugendspielen verglichen und festgestellt dass das so nicht stimmt.

    Man mag es glauben oder auch nicht! Ein 10-jähriger Junge mit großem fussballerischen Talent steht im Sommer 2016 vor einer Weitsprunganlage. Er läuft mit hohem Tempo an, springt auf dem Balken ab und landet mit dem Gesicht voran im Sandbett! Dieses Kind ist gewiß noch nie über einen Graben gesprungen, sonst wüßte es, dass es besser ist mit den Füßen voran zu landen, anstatt mit dem Kopf! Aber jetzt hat er es bemerkt und kann es aufgrund dieser Erfahrung korrigieren.


    Was ich damit sagen möchte ist, dass unsere Kinder nicht plötzlich anders geworden sind, jedoch in einer etwas anderen Umwelt aufwachsen, wo sie manche Erfahrungen fast gar nicht mehr machen können.


    Leider sind Kinder so begeisterungsfähig, als das sie von uns Erwachsenen sehr leicht für unsere Ziele mißbraucht werden können. Manche Eltern/Trainer wollen, dass ihre Kinder überall die Besten sind ohne die Begründung dafür zu liefern, warum das so für sie das Beste ist.


    Wie sollen Kinder im Spiel eigene Erfahrungen sammeln, wenn wir ihnen fast alles vorgeben? Wie sollen sie jemals selbständig werden, wenn schon der Zweite als der erste Verlierer durch uns beschrieben wird? Denn wenn es nur "Alles oder Nichts" gibt, dann ist der Frust vorprogrammiert.


    Leider fließen bei solchen Bewertungen mit extra hohem Qualitätsstandard und fehlender Bandbreite in der individuellen Beurteilung einem Schubladen-Denken zu. Eigentlich hätte ich gedacht, dass man in der Schule die tradiionelle Form einer Beurteilung (Sportlehrerin) längst hinter sich gelassen hat und zu einer individuellen Beurteilung der Fähigkeiten gelangt ist? Im Sport kennt man das ja schon, wo man jedes Jahr den gleichen Satz: "das Niveau ist noch schlechter als das Vorjahr", hört.

    @pd33


    Kann mich den Kollegen in der Qualität deines Beitrags anschließen. Insbesonderer der Vergleich, mit einem Badmintonschläger einen Medizinball dirigieren zu wollen zeigt deutlich auf, wo unsere Trainerschwächen und -stärken liegen können.


    Wichtig finde ich auch deine Erläuterung, dass Kinder vor 5 Jahren im selben Alter anders gewesen sind als heute und sich das in 5 Jahren wieder ändern wird. Aber genau das hat @Zodiak in seinem Beitrag zum Anlaß genommen, die stattgefundenen Veränderungen für sich und seine Mannschaft besser umzusetzen.
    Ohne Frage findet in der Frühförderung heute eine bessere geistige Förderung statt als noch vor 5 oder 10 Jahren. Das heißt, die heutigen Kinder in der G- und F-Jugend können bereits Zusammenhänge erkennen, woran Kinder in dieser Altersgruppe früher noch gescheitert wären. Weil aber der moderne Fussball "vom Kopf in den Fuß gespielt wird" sind diese Sinnesreize eine günstige Vorraussetzung bereits etwas früher individual-taktische Grundlagen zu schaffen.
    Die geistige Frühförderung hat jedoch zum Nachteil, als dass Kindern im Kindergartenalter aufgrund von Bewegungsmangel feinmotorische Defizite haben, die dann erst im Sport nachgeholt werden müssen. Heute lernen Kinder erst Lesen und Schreiben und dann Klettern. Das war früher umgekehrt. Wünschenswert wäre sicher, wenn die körperliche und geistige Entwicklung gleichermaßen stattfinden würde.
    Es scheint jedoch in der emotionalen Begeisterung des Menschen immer eine Tendenz vorhanden zu sein, mal in die eine und mal in die andere Richtung Prioritäten zu sehen. Ich bin deshalb davon überzeugt, dass der Sport wieder eine höhere Bedeutung erlangen wird.


    Weil es sich beim (früheren) Team von @Zodiak aber nicht um eine normale Dorfmannschaft, sondern schon um eine Auswahl besonders für den Fussball geeigneter Talente handelte, darf natürlich bezweifelt werden, ob auch in einer Dorfmannschaft mit einer deutlichen höheren Leistungsstreuung eine ähnliche Lerngeschwindigkeit erzielt werden kann? Allerdings würde dies nichts an der Kernaussage ändern, dass auch ein altersgerechtes Training von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand gehört, um Defizite zu erkennen, mit geeigneten Maßnahmen Optimierungen einzuleiten und zu kontrollieren.


    Nun stellt sich die Frage, inweiweit die Eltern dazu beitragen können, dass sich die auf Basis von festgestellten Veränderungen positiv auf die Kinder auswirken. Nach m.E. hat hier die Rolle der Eltern start zugenommen. Nicht allein deshalb, weil Mobilität und Freizeit die Voraussetzungen dafür schaffen, sondern weil Eltern das Bedürfnis haben, stärker in die Entwicklung ihrer Kinder einzugreifen, als es früher der Fall war. Die Älteren von uns haben noch die Übergabe der Kinder an der Schulporte an die Pädagogen miterlebt, was zur Folge hatte, das Kinder in der Schule von ihren Lehrern gezüchtigt und man sich manchmal sogar an ihnen sexuell vergangen hat. Eine heutige Schule ist ohne aktive Rolle der Eltern gar nicht vorstellbar. Hieraus läßt sich auch die anfängliche Entrüstung mancher Eltern, sich entfernt vom Geschehen in eine Fanzone zurück ziehen zu müssen, erklären. Denn sie sahen es als ihre Aufgabe an, einen Brüll-Affentrainer zu kontrollieren und zu coachen, sollte er sich daneben benehmen. Das darunter auch Eltern sind, die sich selbst nicht benehmen können, soll dabei nicht verschwiegen werden.


    Aufgrund langjähriger Erfahrungen kann ich jedem Trainer empfehlen, frühzeitig die Eltern ins Boot zu holen. Denn gemeinsam funktioniert es am besten. Auf diese Weise können wir günstige Rahmenbedingungen schaffen, um Kinder stark zu machen. Natürlich wird es auch dabei Eltern geben, die nichts mit Fussball am Hut haben und ihre Kinder einfach nur für ein paar Stunden in der Woche beaufsichtigt und bespaßt haben wollen. Hierbei braucht es manchmal die Unterstützung des Vereins für alle Eltern ausgewogene Richtlinien für die Abbildung von Rechten und Pflichten zu finden.

    Liebe Trainerkollegen,


    Fifa-Sportdirektor Marco van Basten (Ex-Stürmer-Star der Niederländer) möchte nun mit neuen Ideen den Fussball attraktiver machen. Unter anderem möchte er das Abseits abschaffen. Dieser Wunsch ist allerdings nicht neu, weshalb sich die ZEIT u.a. im Mai 2012 mit dieser Idee beschäftigt. Hier ein Auszug aus dem Artikel:
    "Die Abseitsregel verursacht meist Ärger. Für den Stürmer, weil sie ihm das Toreschießen erschwert. Für den Schiedsrichter, weil sie sein menschliches Auge oft überfordert. Für den Zuschauer, weil häufig nicht mal drei Zeitlupen helfen, um Abseits zu erkennen. Fußball wäre ohne Abseits so einfach, könnte man denken. Doch die Regel ist wichtig, denn sie ist die Voraussetzung für Mittelfeld, Kombinationsspiel, schöne Pässe, kurz: Spielkultur. Ohne sie sähe Fußball aus wie auf dem Pausenhof." http://www.zeit.de/sport/2012-…its-fussball-regel-taktik


    Im unteren Jugendfussball wird ja ohne Abseits gespielt., weil diese Regel für die Kinder noch zu kompliziert ist. In Richtung der Trainer wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, es nicht dazu zu nutzen, einem Spieler die Aufgabe zu übertragen, sich stets in Torwartnähe aufzuhalten, um ("a la Pausenhoffussball") lange Pässe zum Torabschluß zu führen.


    Nun versuche ich mir gerade vorzustellen, wie sich die Abschaffung der Abseitsregel für den oberen Jugend- und Seniorenfussball für den Torwart auswirken könnte? Denn es wäre zu erwarten, dass es hierbei eine größere Anzahl von 1vs1 Situationen gäbe, weil nunmehr das Spiel nicht mehr wegen Abseitsstellung unterbrochen wird. Da jedoch der Torwart außerhalb des Strafraums wie ein Feldspieler behandelt wird, müßte jeweils ein weiterer Abwehrspieler diesen Angreifer in "Manndeckung" nehmen, damit der Torwart weiterhin seine Aufgaben im ballorientierten Spiel wahrnehmen kann. Aber egal, ob nun der Körperkontakt zum Angreifer von einem Verteidiger oder einem Torwart kommt, als "letzter Mann" bliebe dem Schiedsrichter häufig keine andere Möglichkeit, als die "Rote Karte" zu zeigen, weil der Angreifer an einer Torchance regelwidrig behindert wurde.


    Nunmehr wird ersichtlich, dass der ehemalige Angreifer van Basten für eine Regelveränderung plädiert, bei dem im finalen Zweikampf der Angreifer weitere Vorteile (kein Abseits, häufiger Rot für Gegner bei Körperkontakt) haben soll.
    Aus taktischen Gesichtspunkten würde die Aufhebung der Abseitsregel nur bedingt einen Sinn machen. Denn welche Mannschaft kann es sich leisten einen Spieler "aus dem Spiel zu nehmen", um ihn permanent in Torwartnähe zu positionieren?


    Wie denkt ihr darüber? Sollte es eine Regelvereinfachung durch Abschaffung des Abseits geben?

    Ja, ich fand es auch ein wenig schade, dass die Anregung von @Zodiak bei vorhanden Trainerfähigkeiten bestimmte Ausbildungselemente unter Berücksichtigung altersgerechter Traiiningssteuerung durchaus schon früher als es im DFB-Leitfaden vorgesehen ist, einzuführen unvermittelt in eine Erwachsenen-Gewichtung - nützt das zum Siegen - geschwenkt ist und deshalb Fragen offen blieben.


    Ich finde, dass der von @Dirk Coerverfan hineingestellte Link: tus-deuz.de/fussball/docs/Entwicklungstabelle.pdf
    für Trainer-Anfänger eine gute Orientierungshilfe liefert. Allerdings enthält er Lücken (z.B. altersgerechtes Coaching) sowie Verallgemeinerungen (z.B. Goldenes Lernalter mit hoher Eigenmotivion), die sich bei einer normalen Dorfmannschaft wohl kaum so vorfinden läßt, weil die Interessensstreuung hier deutlich größer ist.


    Allerdings ging es seinerzeit lediglich um die G-Jugend.


    Gibt es denn bestimmte Dinge, die dich besonders interessieren?

    @Don Quijote


    Sehr gut erklärt!


    Allerdings kommt es neben den Fähigkeiten der Einzelspieler beim 5 +1 dennoch darauf an, nach welcher Taktik (eher offensiv, eher defensiv) unterschiedliche Feldbereich permanent oder nur situativ besetzt werden. Jedoch lassen sich einige Aufstellungen (z.B. 3 : 2) sehr gut vom Gegner spiegeln. Gerade eine gut funktionierende 3-er Kette kann es jedem Gegner schwer machen, wenn sie nicht mit hohem Tempo ihren Angriff vorträgt.


    Beim 4 + 1 muß der TW fussballerisch in der Lage sein, kreativ Räume für gute Laufwege seiner Mitspieler zu erkennen, technisch gute Pässe zu spielen, um seine Vorderleute über bei der Gestaltung von Torchancen effektiv zu unterstützen.


    Leider beobachte ich bei vielen Torleuten, dass sie sich weit genug aus dem Tor trauen, weil es ihnen irgendwann mal beigebracht wurde, auch für einen "Sonntagsschuß" immer die richtige, tiefe Position zu haben. Man kann aber gerade bei so jungen Torleuten sehr gut korrigieren, in der man die Defizite in der beidfüssigen Ballbehandlung durch Teilnahme an entsprechenden Übungen mit der Mannschaft aufarbeitet. Ferner kann man ihnen Bewegungsaabläufe vermitteln, wie:


    a. "vorwärtsorientierte Rückwärtsbewegung" beim hohen Ball
    Hierbei bleibt der Oberkörper bei der Rückwärtsbewegung vorn, um so zunächst die Position der Flugbahn des Balles anzupassen und dann dank eines guten Gleichgewichts und Körperspannung über den Stützschritt zum Ball hochzusteigen.


    b. "Laufrichtung = Tor, Blickrichtung = Ball"
    Größere Distanzen kann der TW überwinden, indem er in Richtung Tor sprintet, gleichzeitig den Blick auf die Flugbahn des Balles beläßt, um über den Stützschritt den Ball mit einer Hand abzuwehren (Lenken, Fausten) bzw. herunterzupflücken und mit Nachfassen zu sichern. Um dem Keeper zunächst ein Verständnis für diese Form der Abwehr eines "Sonntagsschusses" zu geben, empfielt sich eine Übung aus dem Handball.
    Nachfolgend die Beschreibung
    1. Trainerposition an 7-Meter-Punkt
    2. Zentral TW-Position in Torliniennähe
    3. Übungsstart:
    - TW sprintet zum Ball, tippt ihn an, wendet eng, sprintet zum Tor und hält dabei den Blick auf den Ball gerichtet
    - TR wirft Ball von unten nach oben hoch aufs Tor
    - TW stemmt über "Stützschritt", wenn Ball in unmittelbarer Nähe über ihm ist und springt mit lang ausgestreckten Körper hoch zum Ball, den er mit der ballnahen Hand verteidigt
    (es ergeben sich daraus die Techniken: ins Aus lenken, fausten oder mit einer Hand herunter pflücken und im Nachfassen sichern)

    Hinweise:
    Für die ersten Versuche ist es wichtig, mit dem TW eine Ecke zu vereinbaren, in die geworfen werden soll. Ferner sollte man ihm sagen, dass er bei einem ungewollten Wurf zum Pfosten besser abbrechen soll, damit er nicht gegen den Pfosten prallt.
    Es braucht dann einige Übungen, um mit größeren Distanzen zu trainieren. Hierbei steht dann der Keeper im Raum und erkennt an der Vorbereitung zum Schuß (Spieler legt sich den Ball etwas weiter vor), wann er in Richtung Tor sprintet.


    Wenn der Keeper technische und taktische Möglichkeiten kennengelernt hat, wie man es dem Gegner sehr schwer machen kann, beim Sonntagsschuß erfolgreich zu sein, wird sein Selbstvertrauen wachsen, sich so weit vor das Tor zu wagen, um seine Mitspieler beim Spielaufbau sowie unmittelbaren Torchancen zu unterstützen.


    Wichtigster Lernbereich für den TW ist es zu lernen, seine Konzentration auch dann hochzuhalten, wenn er nicht am Ball ist. Denn ansonsten schaltet der Keeper auf "Zuschauermodus" und läßt sich nur allzuleicht überraschen.


    @Ersatzbank schreibt das ja vielleicht für euch in schöneren Worten. Er kann es einfach besser als ich!