Beiträge von TW-Trainer

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    @Enno


    Ich glaube, du hast mich mißverstanden. Was ich damit sagen wollte war, dass wir als Kinder "eingetrichtert" bekamen, hatte für uns damals eine ganz andere Bedeutung. Erst später haben wir verstanden, was damit gemeint war und solche Äußerungen als diskriminierend empfunden! Das beschreibt auch "Günter" in seinem Beitrag über die damalige Begrifflichkeit "Neger", die seinerzeit nicht als Beschimpfung wahrgenommen wurde. So wurde das noch heute gängige Schaumgebäck damals "Negerkuss" und später "Mohrenkopf" genannt. Wir haben es als Kinder geliebt und weiß gott nicht eine Erniedrigung von Farbigen verbunden.


    Auch wollte ich durch "ungefilterte" Wiedergabe von Äußerungen unserer Väter und eurer Großväter daran erinnern, dass häufig nur Angenehmes in Erinnerung bleibt. Jedoch war auch die Vergangenheit längst nicht so friedlich, wie man es sich gewünscht hätte, wie sie einem jedoch gerne in der Erinnerung erscheint.


    Ich glaube, wir waren zu unserer Zeit viel mehr an politischen Themen interessiert, als es die heutige Jugend ist. Was Günter als verweichlicht beschreibt könnte man auch als Konsumenten beschreiben, der sich nur mit dem beschäftigt, was ihn unmittelbar betrifft. Alles, was indirekt in sein Wohnzimmer eindringt, nimmt er gar nicht mehr wahr.


    Deshalb gilt es aus den Erfahrungen zu lernen und das Gute an die nächste Generation weiterzugeben. Leider versagen wir zu oft dabei, vielleicht auch deshalb, weil wir es uns zu bequem machen?


    Beim Beitrag von "Abbelwoi" störte mich ein wenig die Schwarz/Weiß-Darstellung, weshalb ich mir ein wenig mehr "Farbe" gewünscht hätte. Sonst bringt sie wenig Nutzen das zweiflos vorhandende Gewaltpotenzial auf dem Fussballplatz zu beschreiben und die nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen.


    Es ist wohl normal, dass es zwischen Generationen Kommunikationsprobleme gibt. Deshalb ist es auch wichtig, dass man Mißverständnisse rasch aufklärt! ich hoffe, dir und noch einigen anderen jüngeren Lesern wird nun klarer, worum es mir ging?

    @FB


    Und woher kommt das hierzu benötigte Geld ?
    Falls es im Endeffekt dann doch wieder die Eltern sind, kann man dieses Geld wohl besser auch direkt im Verein in Form höherer Mitgliederbeiträge einziehe, um damit die Trainer zu bezahlen. Da braucht man den ganzen administrativen Verbandsoverhead nicht auch noch zu bedienen.


    (Natürlich könnte ich jetzt sagen, das zusätzliche Geld kommt von der Auflösung aller Schweizer Nummernkonten, womit gleich mehrere Milliarden an Steuergeldern schlagartig mehr vorhanden wären und ein Teil der dann ehrlich fließenden Steuergelder auch der Sportförderung zugute käme. Wären da nicht noch die Multi-Konzerne, deren einfacher Trick zu versteuernde Gelder wegzuschaffen darin besteht, in der Schweiz ein Holding zu gründen, um dort angebliche Dienstleistungen teuer zu bezahlen und somit zu versteuernde Gewinne rasch in Verluste umzuwandeln und von staatlichen Fördermitteln zu profitieren.)


    Man ist bemüht, daran etwas zu ändern, aber ob es gelingt ...?


    Aber es geht hier ja einzig um den Sport und ich verstehe sehr gut das Schweizer Modell, die lokalen Probleme auch lokal lösen zu wollen! Deshalb ist auch dein Einwurf berechtigt, dass letzendlich wieder die Eltern als Steuerzahler herhalten müssen und sogar solche, die noch nicht mal etwas mit dem Fussball zu tun haben wollen.


    Günter


    Du schreibst, es gäbe bei euch Vereine, die für ihren Seniorenbereich kein Geld verschwenden. Ich kenne keinen Einzigen, im Breitensport angesiedelten Verein! Gehen wir vielleicht von unterschiedlichen Maßstäben bei der Bemessung von Geldverschwendung aus?


    Dann schreibst du, dass der DFB ja bereits für lizensierte Trainer Zuschüsse zahlt. Ich glaube Andre war es, der sich mal die Mühe gemacht hat, den Schlüssel für die Gelderausschüttung (Anzahl Vereinsmitglieder im Verhältnis zur Anzahl an Lizenzinhabern) darzulegen. Zusammengefaßt läßt sich darüber sagen, dass hier weder die tatsächlichen Aufwendungen maßgeblich sind, noch eine Zweckbindung mit der Ausschüttung verbunden ist.
    Generell wäre dies aber auch eine Variante, die DFB-Gelder sowie über Kommunen gezahlte Zuwendungen einem Jugendetat zuzuführen, um einen besseren Anreiz zu schaffen, damit Jugendtrainer ihren Aufwand für Aus- und Fortbildung, sowie anfallende Kosten für die Mannschaftsbegleitung erstattet bekommen.


    Bundes-, wie auch auf regionaler Ebene spielt der Breitensport eine untergeordnete Rolle. Dies läßt sich auch an der Form der Zuwendung (im Gießkannenprinzip) erkennen.


    Welche Qualifikation die heutige C-Breitensportlizenz für den jeweiligen Jugendbereich hat, darüber mag man trefflich streiten. Der Mehrwert ist sicherlich individuell zu betrachten!


    Entweder, man hilft sich von unten nach oben (z.B. durch solidarisches Verhalten der Trainer im Verein, in der Staffel, im Kreis), in der man der heutigen Handhabung der kostenfreien oder nur mit symbolcharakter behafteten Aufwandsentschädigigung eine Absage erteilt oder man wartet, bis der Leidensdruck in den Vereinen immer größer wird, bis man dieses Thema auch höheren Orts in der Weise erkennt, dass es sich mit den angedachten Methoden von vor 20 - 30 Jahren nicht mehr händeln läßt!


    So, nun noch zur Auflösung des Satzes: ab in den Keller! Wie könnte man Leute bezeichnen, die im Keller einen "Kicker" stehen haben? Richtig, Keller-Kicker!

    Abbelwoi


    Wenn man in ein gewisses Allter kommt, dann schaut man vermehrt zurück, statt nach vorne! Sehr gerne erinnert man sich an die schönen Dinge in der Vergangenheit und vergleicht sie mit der heute wahrgenommenen Realität. Weil auch ich in einem ähnlichen Alter mit dem Vereinsfussball begonnen habe, kann ich die, wenn auch erzwungene und nicht natürliche Respektspersonen von Trainer und Schiedsrichter bestätigen. Jedoch sollte man dies im historischen Konsenz sehen, denn manches verstanden wir damals noch gar nicht. Da tönte es z.B. aus lautstarker Trainerstimme: "hier ist ja ein Krach, wie in der Judenschule", wenn wir nicht sofort schwiegen, sobald der Trainer und in Reih und Glied aufgestellt hatte. "Ihr rennt ja wie die Italiener beim Rückmarsch", brüllte die Autoriätsperson, wenn wir nach seiner Meinung nicht hart genug in die Zweikämpfe gingen.


    Überhaupt war es damals ein gänzlich anderer Fussball, der sich sehr viel mehr auf Kraft und Stärke aufbaute. Den schwächeren im Zweikampf beiseite zu stoßen oder den schnellen Pinpf "in die Zange" zu nehmen, das waren die von den Autoriätspersonen propagieren Kampfansagen an die Jugend!


    Prügeleien gab es in der Tat nicht auf dem Fussballplatz. Die Rivalitäten wurden jedoch, sollte es der Zufall so wollen, zwischen den Punktspielen ausgetragen. Jedoch gab es nicht die Absicht, den anderen brutal anzugehen oder ihn gar zu verletzen, eine blutige Nase reichte vollkommen! Danach gabs dann immer die Drohung: "warte, bis ich meinen größeren Bruder mitbringe"!


    Dies ist zwar ein gänzlich unpolitisches Forum. Es wäre auch eher ein Ballast, denn unser gemeinsames Interesse gilt über alle kulturellen Schranken hinaus dem Fussball! Darüber streiten wir gerne und es gibt auch fast immer mehr als eine Meinung. Denn der Sinn sportlicher Fairness liegt auch darin, dem anderen Menschen den Respekt entgegen zu bringen, den man selbst erwartet. Dabei kommt man mit einer inflationären Zunahme von "Wahrheiten", die doch nicht mehr sind, als subjektive Wahrnehmungen nicht sehr weit und stößt schon sehr früh an Grenzen, bei der man für sich kaum noch etwas Nützliches mitnehmen kann.


    Wenn du mitdiskutieren möchtest, dann bist du sicherlich von allen herzlich eingeladen. Aber verschone uns mit deinen politischen Ansichten!

    @Bondescoach


    Weil vielerorts der Nachwuchsbereich vernachlässigt wird, egal welche finanziellen Mittel bereit stünden, bedarf es zur Absicherung einer guten Nachwuchsausbildung eine bessere Unterstützung des DFB. Kurzfristigen Kampagnen wirken genauso wenig, wie eine praxisferne und viel zu lange Ausbildung für die erste Stufe der Trainerausbildung.


    Will man eine bessere Aufwandsentschädigung und soll diese vom DFB direkt geleistet werden, so bedarf es eines transparenten Schlüssels, in der die Trainerleistung und Aufwandsentschädigung kombiniert werden.


    Die Aufwandsentschädigung direkt vom DFB wäre für die Jugendtrainer gerecht, da es hier auch den finanzschwachen Vereinen die Möglichkeit gibt, sich um gute Trainer zu bemühen. (Mit der Finanzschwäche habe ich allerdings so mein Problem, wenn ich sehe, wie viel Geld für die 1. Senioren Jahr für Jahr verschleudert wird! Vielleicht sollten da die Finanzämter mal ein wenig intensiver prüfen, welche geld- oder geldwerten Vorteile Spieler und Trainer tatsächlich erhalten?)


    Nach dem EM-Debakel im Jahr 2000 hat der DFB erkannt, dass man an den Wurzeln Veränderungen in der Nachwuchsförderung vornehmen muß! Zwar weiß man, das die "Kinderstube" der Talente in den kleinen Vereinen liegt, jedoch unterstützt man vornehmlich nur die Großen! Dies sollte sich ändern, wenn man einen gemeinsamen Anreiz schaffen und aus der Quantität des vorhandenen Spielerpotentials mehr Qualität machen will. Einen besseren Fussball wird es nur in Kombination mit gut ausgebildeten Trainern geben. Deshalb sollte die C-Breitensportlizenz praxisorientierter sein. So könnte man die derzeit 120 Stunden locker auf 80 Stunden reduzieren, wenn man die Trainerfussballspiele weglassen würde und die vielen Wiederholungen aus den theoretischen Unterlagen eliminieren würde. Ferner sollte endlich auch ein E-Learning für den theoretischen Teil der Trainerausbildung möglich sein, um die Lerngeschwindigkeit an den Freizeitmöglichkeiten der Trainerkandidaten anzupassen.


    Fazit: Wünschenswert wäre es, das die vielen kleineren Vereine ihre Nachwuchsausbildung mit dafür geeigneten Trainern zu verbessern. Weil auch Nachwuchstrainer einen Anspruch auf Entgeltung ihrer Aufwendungen haben, dürfen sie nicht anders behandelt werden, wie ihre Kollegen im Seniorenbereich. Weil der Seniorenbereich jedoch ausreichend durch private Sponsoren unterstützt wird, die Aufwandsentschädigung in den kleineren Vereinen sich jedoch nicht allein aus Vereinsmitgliedsbeiträgen finanzieren läßt, sollte der DFB mit "Ausgleichszahlungen" diese Lücke schließen. Denn nur mit geeigneten und gut ausgebildeten Trainerpersonal läßt sich ein nachhaltig erfolgreicher Fussball unter den gewünschten Rahmenbedingungen eines friedlichen Wettstreits effektiv unterstützen.

    @Zidane


    Prima Beitrag! Das, was du beschreibst, sind Voraussetzungen des inidividual-takischen Verhaltens und des Verhaltens in einer Gruppe. Erst daraus erwachsen die Fähigkeiten nicht mehr als einzelner Spieler, sondern als Gruppe und schließlich als Mannschaft bestimmte taktische Vorgaben umsetzen zu können.


    Klar ist auch, dass es eine Mischung aus theoretischer und praktischer Wissensvermittlung ist. Natürlich sollten auch die Fachtermini bekannt sein. Allerdings kommt es meines Erachtens nicht so sehr darauf an, ob die Kette sich beim zurück ziehen "fallen läßt" oder "zeit gewinnt"! Wichtig ist, dass die einzelnen Spieler wissen, was sie machen und warum sie es tun sollen.


    Denn es besteht ein wesentlicher Unterschied darin, ob ich einen ballführenden Gegenspieler überall auf dem Platz (gegnerorientiert) sofort attackiere oder mich zunächst (um Zeit zu gewinnen) mit meinen defensiven Mannschaftskameraden zurückziehe, um den Raum für den gegnerischen Angriff immer kleiner zu machen und schließlich einen Fehlpaß zu provozieren (Defensiv-Pressing).


    Das Zurufen und permanente Korrigieren in der Umstellungsphase nützt deshalb wenig, weil die Mitglieder in der Kette scheinbar noch gar nicht verstanden haben, warum sie wohin laufen sollen! Hier fehlt ganz offensichtlich sowohl das theoretische Wissen als auch praktische Erfahrungen im Unterzahlspiel.


    Grob forumliert ist hier auch die Höhe des maximalen Zurückweichens beim zentralen, gegnerischen Angriff (ca. 22 m) von Bedeutung! Denn würde die Kette direkt der Strafraumgrenze positioniert sein, so wäre unmittelbare Gefahr eines Elfmeters gegeben, falls der gegnerische Angreifer den Abwehrspieler in den 16-er drängt und dort ein Foul stattfindet. Bei einer Distanz von deutlich über 22 m kann der Torwart die Pässe in die Schnittstelle der Kette kaum noch erreichen.


    Das Zurufen und permanente Korrigieren einer "Kette" erinnert mich irgendwie an "Joystick-Trainer", bei denen die Spieler immer auf Trainerkommandos warten müssen. Wer das Erlernte im Spiel nicht ausprobieren, nichts riskieren darf, der wird schwerlich eigene Erkenntnisse gewinnen und sich kaum weiterentwickeln können.


    Mich als Trainer interessiert ferner, ob jemand es zufällig richtig oder falsch gemacht hat oder ob er etwas verstanden bzw. nicht verstanden hat. Diese Erkenntnisse kann ich aber nicht gewinnen, wenn ich die Spieler permanent dirigiere.

    Rene1105


    Es genügt nicht nur zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt, sondern auch warum!


    Wohin flankt denn dein AV (flach, halbhoch oder hoch) und warum soll er aus dem Halbfeld flanken? Könnte der AV das Überzahlspiel nutzen, "hinterlaufen" und selbst zum Torabschluß kommen oder in Tornähe zum mitgelaufenen Angreifer passen? Oder muß er immer hoch in den Strafraum flanken, um auf Abwehrfehler des Gegners zu lauern? Und sei es, das der Torwart den hohen Ball unterläuft!


    Was macht denn deine Abwehr, wenn unmittelbar nach Balleroberung ein langer Ball in den Raum kommt, der normalerweise von deinem AV besetzt wird? Da steht doch jetzt einer frei herum und läuft mit dem Ball auf euer Tor zu!


    Ach ja richtig, ihr spielt in einer Liga, in der normalerweise mit Manndeckung gespielt wird ....aber ihr spielt als einzige Mannschaft mit "Kette"! Richtig?

    Man mag es einfach nicht mehr hören, dieses Gequatsche von Leuten, die nie getraut haben, einmal über den Tellerrand hinauszuschauen, um zu erkennen, dass die Welt nicht nur schwarz oder weiß ist und dass es überall auf der Welt auch nette Menschen, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Sprache und Kultur gibt! Natürlich trifft man auch überall auf der Welt auf Dummköpfe, das soll nicht verschwiegen werden.


    Wenn wir jedoch bedenken, dass wir bis auf unsere Heimat sonst überall auf der Welt Ausländer sind, warum soll man uns dort nicht mögen? Wenn wir uns damit vertraut haben, fast überall auf der Welt Ausländer zu sein, warum kommen wir denn darauf, dass das etwas Schlechtes sein soll?


    Wer Respekt gewährt, darf auch Respekt erwarten!

    Günter


    hast recht, die Klientel, die glauben, die "Kette" sei lediglich eine Abwehrtaktik hatte ich noch vergessen!


    Das größte Problem beim ballorientierten Spiel ist sicherlich zunächst, ein Fussballspiel mit anderen Augen als das eines Zuschauers, der sich Szene für Szene anschaut zu betrachten. Für den Zuschauer ist es egal, ob gedribbelt oder gepaßt wird, solange es für die eigene Mannschaft erfolgreich verläuft! Er erkennt auch nicht die Ursachen, warum etwas erfolgreich ist oder warum es immer wieder mißlingt!


    Genauso muß ein Trainer seinen Blickwinkel auf das Spiel zunächst verändern, wenn er in das ballorientierte Spielsystem hineinfinden will. Gerade deshalb fällt den meisten C-Leistungslizenz-Traineranwärtern die Beschreibung und Fehlerbeobachtung von ballorientierten Elementen so schwer! Wenn aber schon diese Trainer trotz längerer, intensiver Beschäftigung mit den Varianten des ballorientierten Spiels ihre Schwierigkeiten erkennen, warum glauben dann immer noch so viele Freizeit-Hobby-Trainer, man könne die "Kette" mal eben an einem abend erlernen und seinen Jungs mal eben in der 4-wöchigen Saisonvorbereitung "verklickern"!


    Trainer und Spieler erzählen dann stolz: "wir spielen jetzt mit Kette", aber es handelt sich dabei eher um eine "Kette mit Manndeckung"!

    Bondscoach


    Vielen Dank für deinen Beitrag! Was hälst du von einer DFB-Empfehlung zur Aufwandsentschädigung, die gestaffelt sein könnte nach:
    - Zeit für Training und Spielbetrieb
    - Entfernung zum Trainingsort und den Spielorten
    - Trainerlizenz
    - Anzahl an Jahren im Traineramt
    - Spielklasse der Mannschaft


    Mir geht es auch darum etwas mehr Transparenz in diesen Vereinsjungle zu bringen! Mag ja durchaus sein, dass es unter den Tausenden von Jugendtrainern auch einige "geldgeile" gibt! Jedoch habe ich eher den Eindruck, dass die überwiegende Zahl der Jugendtrainer mit nicht überprüfbaren Argumenten konfrontiert und zur kostenlosen Arbeit im Verein gedrängt wird! Denn sobald die Jugendtrainer davon erfahren, dass andere Kollegen für die gleiche oder sogar geringere Arbeit Geld bekommen, steigen sie aus und kehren ihrem Verein den Rücken.


    Anders als bei den Trainern und Spielern der heutigen 1. Seniorenmannschaften haben die überwiegende Anzahl der Jugendtrainer eine besondere Verbindung zum Heimatverein. Diese Bindung darf jedoch nicht dazu ausgenutzt werden, einen Dorffussball aufzubauen, bei denen es "Helden" und "Deppen" gibt! Deshalb sollte man wieder dazu kommen, dass dort wohl Ehrenamt draufsteht, auch ehrenamtlich gearbeitet wird. ist dies aufgrund Höher der privaten Aufwendungen nicht möglich, bedarf es eines transparenten, gerechten Systems der Aufwandsentschädigung.

    Liebe Kollegen,


    erfreulich ist sicherlich festzustellen, dass immer mehr Mannschaften gerne mit "Kette" spielen würden, jedoch die Zahl der Trainer, die dieses Spielsystem einigermaßen theoretisch beherrschen, aber auch Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung besitzen, noch sehr gering ist!


    Wer genauer hinschaut, wird selbst in den Profiligen Trainer finden, die ihren Teams das ballorientierte Spiel nur lückenhaft vermittelt haben und Systemschwächen durch individuelle Stärken versuchen auszugleichen.


    Aber der Amateurfussball benötigt nicht diese hohen Maßstäbe, denn hier heißt es normalerweise: gewinnen dürfen, aber nicht gewinnen müssen. Was ist also gegen die Taktik (Plan ein Spiel erfolgreich zu gestalten) einzuwenden? Im Prinzip nichts! Jedoch kann es nicht schaden, sich zuvor etwas intensiver damit auseinander zu setzen und wenn möglich Trainerpartner zu finden, die sich schon etwas besser mit der Materie auskennen. Geht die Umsetzung erst einmal so richtig in die Hose, dass die Jungs sagen: Trainer, das bringt nichts, dann hört man Aussagen, wie:


    1. Dafür muß man die richtigen Spieler haben
    Gemeint ist der taktische Anfängerfehler, die "Kette" zu hoch zu positionieren, sodass der Gegner bei Balleroberung sofort einen gefährlichen Pass in die Tiefe schlagen kann und der Weg zum eigenen Tor frei ist. Die eigene Abwehr kann aufgrund der zu hohen Position (direkt an der Mittellinie) nur noch mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen und deshalb auch keinen Druck auf den Ball ausüben. Weil in solchen Situationen meist der gegnerischen Angreifer mit hohem Tempo anlaufen kann, während sich die eigenen Verteidiger erst einmal umdrehen und dann Tempo aufnehmen können, glauben diese Taktikneulinge im Traineramt, es würde an den zu langsamen Verteidigern liegen.


    2. Die Schiedsrichter können damit nicht umgehen
    Gemeint ist, dass der Hauptgrund zur Einführung der "Kette" darin besteht, den Gegner ins Abseits zu stellen. Man spielt zwar beim ballorientierten Spiel mit Abseits (nicht ins Abseits), jedoch kann ein fehlerhafter Abseitspfiff genauso gut bei einer Situation mit Libero vorkommen.


    3. Weil immer ein Verteidiger "schläft", kann man nicht mit "Kette" spielen
    An diesem Argument ist sicherlich etwas, jedoch sind falsche oder zu späte Reaktionen in erster Linie Korrekturinhalte im Training. Denn man spielt nur so gut, wie man trainiert!


    Daraus resulitiert: man kann, egal mit welchem Spielsystem genausoviel richtig wie falsch machen! Das liegt einzig am Wissen und Können des Trainers.


    Mir ist bekannt, dass z.B. bei Twente Enschede mit hochveranlagten Talenten mit einer 11-er Mannschaft bereits einige Elemente aus dem "ballorientierten Spiel" bei 4 -5 maligem, wöchentlichen Training geübt werden.
    Jedoch würde ich einer "normalen U 11" soetwas noch nicht zumuten und mit dieser Altersgruppe eher Technik und individual-taktisches Verhalten trainieren. Beides sind Voraussetzungen, um ab der U 14 behutsam das ballorientierte Spielsystem einzuführen. Wer es selbst zum 1. mal macht, sollte sich einen erfahrenen Trainer dazuholen, der ihm hilft, anhand geeigneter Übungen und Spielformen diese Taktik mit Spaß den Kindern zu vermitteln.


    Von einer "Dauerbeschallung" des Trainers, der sich hinter der "Kette" positiioniert, rate ich allerdings ab! Ähnlicher Unfug ist das Verwenden von Absperrband, mit denen die Spieler der "Kette" aneinander gebunden und das seitliche Verschieben kennen lernen.


    Fazit: wer glaubt, dass das ballorientierte Spiel daraus besteht, dass 4 Spieler in einer Reihe mit gleichem Abstand untereinander positioniert werden, darf sich nicht wundern, dass das Ganze "in die Hose geht"! Wer allerdings wissen will, ab wann das richtige Alter und in welchen Schritten man die "Kette" einführen kann, der sollte sich vorher intensiv damit beschäftigen! Wenn möglich, sollte er sich einen Trainerpartner suchen, der ihn bei den entscheidenden Schritten hilft! Probiert er es allein und ohne ausreichendes Hintergrundwissen, dann kann er zu den unter 1 - 3 Erkenntnissen gelangen!

    Günter


    Hier hast du sicherlich recht, dass sehr Vieles durch Vernachlässigung eintritt und die Einführung der Fairplay-Regeln nicht die Ursachen, sondern die Auswirkungen bekämpft!


    Aber die gesellschaftliche Vernachlässigung sozialer Randgruppen und den immer größer werdenden Unterschied zwischen Arm und Reich kannst du nicht auf dem Fussballplatz egalisieren. Damit wäre jeder Verein überfordert! Selbst die Dachorganisation des DFB könnte nicht wirklich sicherstellen, dass diese schlimmen Ereignisse sich nicht wiederholen!


    Es geht lediglich darum, im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten für ein gewaltfreies Spiel einzutreten. Aber soll man gerade dort, wo der Fussball im größten Maße gewaltpräventiv wirkt, die Vereine dann zumachen, wenn dort, wo es sowieso eher zu erwarten ist, etwas passiert?


    Es geht darum, negative Tendenzen erfolgreich zu bekämpfen, um den Verein zukunftsfähig zu gestalten. Wenn man sich nicht im Verein wohlfühlt, wofür braucht man ihn dann?

    Ralf


    Vielen Dank für die Erklärungen!


    Günter


    Man kann auch nicht durch Rahmenbedingungen (Gesetze, Polizei, Gerichte) die Kriminaliät ausschalten, weshalb kriminelles Handeln im Fussball (Massenschlägerei) nicht zwangsläufig mit falschen Rahmen verbunden werden darf.
    Ralf hat den sportlichen Wettkampf als "aufeinanderhetzen" zweier Teams beschrieben. Ein Aufeinanderhetzen findet immer nur durch Fremdsteuerung statt! In der FPL soll diese Fremdsteuerung bestmöglich neutralisiert werden. Dann kann aber nur dort funktionieren, wo man die Regeln akzeptiert und wo nicht das Faustregel des Stärkeren regiert!


    Die Prämisse: keine Regel für die FPL ändern zu müssen, erachte ich generell für gut, weil die Einführung erleichert wird! Sie darf jedoch auch kein Tabu sein, wenn es letzendlich an ihr scheitern sollte.

    Günter


    Für mich endet der Breitensportfussball mit der Kreisliga und der Leistungsbereich beginnt in der Bezirksliga! Verbandsliga liegt nun wohl ein wenig über die Kreisliga! (Immer dieses Kleingedruckte :rolleyes: )


    Ich hatte jegliche Zahlungen an Spieler für den Breitensport ausschließen wollen und Aufwandsentschädigungen für Trainer nach zeitlichem Aufwand vorgeschlagen.


    Weil Sponsoren selbst auch gerne "Dorfbundesliga" spielen und ausschließlich die 1. Seniorenmannschaft unterstützen, sollte dieser Einfluß, der sich wie aus vielen Berichten hier im Forum verdeutlich, für die Jugendbereiche negativ auswirkt, abgeschafft werden.


    Wie du selbst ja schon sagst, wird "unter der Hand" einiges an Gelder für die Abwerbung, Tor- und Siegprämien ausgeschüttet! Das Dehnt sich mittlerweile in den untersten Ebenen des Breitensport-Seniorenbereichs aus! Findest du das in Ordnung?


    Um genau diesem Trend entgegen zu wirken, dass Sponsoren den Breitensport(Hobby)fussball für ihre Werbezwecke mißbrauchen, sollten Fördergelder allen Vereinsmitgliedern zugute kommen! Findest du das nicht in Ordnung?

    @Fookao


    Alljährlich gibt es vom DFB wie von den Verbänden Auszeichnungen, die teilweise mit Geldprämien verbunden sind, für vorbildliche Jugendarbeit! Euer Verein gehört sicherlich zu den Anwärtern.


    Natürlich haben DFB und der Verband nicht das Recht, die unzulängliche Jugendarbeit zu tadeln. Es wäre jedoch im Sinne der Fussball-Nachwuchsförderung, wenn man nicht nur 1 x jährlich aus den Bewerbungen einzelne Vereine herausgreift, sondern über eine Initiative: "Wie mache ich meine Jugendabteilung für die Zukunft fit" eine breite Masse erreiche, um sie zu einer verbesseren Nachwuchsförderung zu animieren!

    Günter


    Es ist sicherlich richtig, dass man sich als Verein die Trainer danach aussucht, was Inhalt ihrer Aufgaben sind! Damit hatte das Thema: "sind denn nur noch geldgeile Jugendtrainer unterwegs" jedoch nur sekundär zu tun!
    Wenn ich deine Anmerkungen richtig verstehe, soll der "Kümmerer" seinen Job weiterhin kostenlos machen und der lizensierte Trainer eine Aufwandsentschädigung bekommen oder?


    Natürlich kann jeder Verein mit seinen Einnahmen machen, was es will und ist lediglich ihren Mitgliedern (und dem Finanzamt) Rechenschaft darüber schuldig!


    Mir ging es jedoch darum, dass 2 - 5 % der Vereinsmitglieder (Vorstand und 1. Seniorenmannschaft) 80 - 90 % des Vereinsetats für sich beanspruchen! Haben denn die 95 - 98 % der Mitglieder keinen Anspruch auf ordentliche Vereinsangebote, wie z.B. ausgebildete Jugendtrainer, die nun einmal nicht kostenlos zu haben sind? Oder muß man sagen: nur sportliche Leistungen, die Sponsoren und Zuschauer (außer Familienangehörige) interessiert, stellen einen Vereinswert da, wozu dann auch die Bewirtung zu zählen ist!


    Man kommt darüber zwangsläufig auch zu der Frage: was soll die Kernaufgabe eines Vereins sein? Ist es ein Event-Unternehmen oder eine Institution für Hobby-Sportler? Durch die heutige Mischung: 1. Senioren spielen für Geld und der Rest kostenlos ist eine gefährliche Mischung entstanden. Nicht nur die finanzielle Abhängigkeit von Sponsoren ist gewachsen, auch das Bild des Vereins hat sich geändert!


    Was nach meiner Meinung überhaupt nicht geht, ist die Aufwandsentschädigung von Spielern der Seniorenmannschaft im Breitensportbereich. Auch gehören Sieg- und Pokalprämien nicht in den reinen Spaßfussball des Breitensports. Ferner sollten die Trainer im Breitensport (unabhängig von der Mannschaftszuordnung) nach anfallendem Zeitaufwand entschädigt werden. Sponsorengelder sollten reine Förderbeiträge ohne Einfluß auf die Verwendung dastellen. Für die Interessensgemeinschaft: Sportverein sollte es eine jederzeit transparente Darstellung aller Ein- und Ausgaben geben!

    GodOfSheep


    Wir glauben dir ja auch alles mit der Nervösität und das dein Team sonst die Bälle flach spielt! Übrigens spielen Erwachsene auch hohe Bälle, wenn der Gegner schneller ist und ihnen deshalb die Wege für flache Pässe permanent zustellt. Wenn der Gegner jedoch langsamer ist, kann das Team entscheiden, ob es die Pässe flach, halbhoch oder hoch schlägt!


    Es muß bei einer U 14 auch längst noch nicht alles perfekt sein. Deshalb sollte man den Jungs auch noch nicht zu viele taktische Zwänge mitgeben.


    Nun habe ich zum Abschluß noch eine Frage: wird bei euch in der Trainerausbildung der UEFA-B-Lizenz ballorientierte Taktik in Theorie und Taktik gelehrt und was sind typische Prüfungsthemen bei der mündlichen bzw. praktischen Prüfung?

    Bei der U 20 wird momentan der Chip im Ball getestet. Der Chip soll dann ein Signal auslösen, wenn der Ball vollständig hinter der Torlinie ist! Aber irgendwie funktioniert das Ding nicht immer richtig! Vielleicht sind es ja auch Scherzbolde, die hin und wieder ihren mitgebrachten Ball auf`s Platz werfen. Der hat dann natürlich keinen Chip drin und dann klingelt`s auch nicht beim Schiri!


    Die Zeichentrick-Animation zur Tor-Aufklärung erinnert irgendwie ans Tennis (Darstellung für einen Aus-Ball)! Leider ist es aber auch nur 2-D, weshalb man daran nicht unbedingt erkennen kann, ob der Ball nun drin war oder nicht!


    Wenn man mal bedenkt, dass es zu Zeiten von Pele noch in Brasilien erlaubt war, das weiße Spieler ihre farbigen Gegner ungestraft foulen durfen, sind wir doch schon ein ganzes Stück vorangekommen!


    Da kann man doch über die ein oder andere bescheuerte Regeländerung auch mal schmunzeln!

    Es ist vieles richtig, was hier gesagt wurde! Jedoch kann man das ballorientierte Spiel auf eine Kurzformel bringen, die da lautet:


    Bei eigenem Ballbesitz wird der Raum (Breite und Tiefe des Spielfeldes) so groß wie möglich gemacht, um Zweikämpfe auf dem Feld zu vermeiden. Lediglich ein finaler Zweikampf vor dem Torabschluß soll gewagt werden.


    Bei gegnerischem Ballbesitz soll der Raum um den Ball verengt werden. Dies kann je nach Höhe der Verteidigung im gegnerischen Drittel (Angriffspressing) im Mittelfeld (Mittelfeldpressing) oder im eigenen Drittel (Abwehrpressing) geschehen. Das Angriffspressing ist mit dem höchsten Konterrisiko ausgestattet und erfordert neben einer hohen Laufbereitschaft auch eine besondere Aufmerksamkeit. Es wird deshalb meist bei knappem Rückstand in den letzten Minuten gespielt. Eine Besonderheit des Angriffspressings bildet das Gegenpressing. Hierbei wird lediglich zum Zeitpunkt des Ballverlusts durch die ballnahen Spieler die Ballrückeroberung versucht, um dadurch zu einer guten Torchance zu kommen. ("Kloppo" läßt sogar gegen bestimmte Abwehrspieler anderer Teams Fehlpässe trainieren, um dadurch zu besseren Torchancen zu kommen, als es mit "normalem Angriffsspiel" der Fall wäre!)


    Während im ballnahen Bereich die Gegner-, wie auch deren Passwege zugestellt werden, sollen im ballfernen Bereich lediglich die Passwege zugestellt werden.


    Ein weiteres, wesentliches Merkmal des ballorientierten Spiels ist es, dass jeweils in Blöcken (Angriff, Mittelfeld, Abwehr) agiert wird. Die Abstände untereinander sind vom B(eigenen oder gegnerischen) Ballbesitz und der jeweiligen Aktion abhängig.


    Auch beim ballorientierten Spiel können sich situationsbedingt Pärchen bilden. Weil jedoch im Verbund mit den Mitspielern gearbeitet und lange Pässe, bei denen ein Einzelner auf sich gestellt wäre, vermieden werden, sind diese Phasen relativ kurz, sodass sich im Abwehrverhalten meist ein Doppeln zwecks Balleroberung ergibt und auch im Angriffsverhalten ein zügiges Paßspiel zum Mitspieler erwartet wird.

    Günter


    Eine Kritik im Sinne von "ihr Schwächlinge" wäre auch nicht angebracht, denn schließlich kann der Trainer ja nichts für die die Stärke/Schwäche der Liga! Außerdem darf der Einfluß der Trainer auch nicht überbewertet werden, denn jeder strengt sich nur so sehr an, wie er muß und wie er kann!


    Ansonsten gebe ich dir mit der Einschätzung der Spielstärke recht! Denn ab Bezirksliga würde die Luft für ein solches Team sicherlich dünn werden.


    Jedoch haben die Österreicher immer wieder gezeigt, wie sie gerade gegen deutsche Teams über sich hinauswachsen können! Auch habe ich auf internationalen Treffen immer wieder sehr kompetente Österreichische Trainer kennengelernt, denen ich großen Respekt gezollt habe.


    @GotOfSheep
    Also, ich würde das Video nicht hochladen. Damit tust du weder dir noch deinen Jungs einen Gefallen!