Beiträge von TW-Trainer

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    open-minded


    Vielen Dank für die Lorbeeren, aber auch ich kann es nicht vollständig erklären. Denn es sind Phänomene, die ohne irgendeine Vorwarnung auftreten, aber dann eine heftige Auswirkung haben. Ich will es mal im Detail beschreiben. Da ist ein talentierter Nachwuchstorwart, der plötzlich in einer Situation erfolgreich agiert und dabei im Detail andere Bewegungsabläufe hat. Warum er es macht, weiß er selbst nicht und ich als Trainer kann es auch nicht sagen.


    Mal 2 Beispiele bei der Torwartausbildung, weil es hier vermutlich klarer zu beschreiben ist:


    1. Kopfballverlängerung
    Normal ist, dass ein Torwart im 5 m Raum zum Ball hochsteigt, außerhalb dieses Bereichs ist es situativ. Wobei die meisten Keeper lieber im Kasten bleiben. Der nicht! Unter Gegnerdruck faustet er den Ball beid- oder einhändig, sonst fängt er ihn. Soweit alles normal! Dann aber hält er beim Versuch des Gegners den Ball ins Tor weiterzuleiten, einfach die Hände drüber. Beim Tischtennis würde man sagen, er blockt den Ball! Wo habt ihr soetwas schon mal gesehen? Würdet ihr sagen, er soll es sein lassen, weil´s es so nicht gelehrt wird oder soll er es weitermachen, weil er es kann?


    2. Aktives 1 : 1
    Bei einem schulbuchmäßigen Eins gegen Eins verkürzt der TW die Distanz und verhält sich abwartend (passiv)! Ein Torwart igoniert es, indem er sich zunächst nur in eine gute Position bringt, dann jedoch exposiv zum Ball sprinted, im 45 Grad-Winkel aus dem hohem Sprinttempo zum Ball runtergeht. Dem Angreifer bleibt so gar keine Zeit, sich für einen Torabschluß oder ein Umkurven des Keepers zu entscheiden. Denn der Angreifer kann kaum noch Tempo zum Ball zulegen, während der Keeper mit nahezu doppelter Geschwindigkeit die Distanz zum Ball verkürzt. Diese Technik verlangt ein perfektes Timing, denn verschätzt sich der Keeper auch nur um einen kleinen Moment, dann geht er zu früh oder zu spät runter. Soll man das schulen oder doch besser nicht?


    Wenn einzelne Spieler etwas anders machen, dann kommt meistens nur Blödsinn dabei heraus! Manchmal jedoch nicht! Hier sind 2 Situationen beschrieben worden, die mit einem erfolgreichen Abschluß des Bewegungsablaufs endeten. Meistens ist das jedoch zunächst nicht so, weiß noch Details fehlen bzw. angepaßt werden müssen. Dazu braucht es auch die Lust zum Experimentieren und den Durchhaltewissen des Trainers und der Trainingspartner. Aber gerade dann, wenn es zu stagnieren scheint, gelingen solche Durchbrüche!


    Man beschäftigt sich mit Fragen, inwieweit individuelle Fähigkeiten trainierbar sind? Sind sie es, so findet ein Wissenstransfer statt! Was zunächst nach einer einfachen und sauberen Übertragung von Fähigkeiten aussieht, gerät jedoch wieder in ein gewisses Chaos, wenn man erkennt, dass Details von anderen Keepers nicht zuverlässig und deshalb nicht beherrschbar sind!


    Auch ich findet den Begriff der Schwarmintelligenz in der Beobachtung von Phänomenen, die sich zunächst chaotisch verhalten und in der man nur langsam Regelmäßigkeiten entdeckt, nicht gelungen. In der Wissenschaft bezeichnet man es als Entropie, aber wer in der Fussballwelt kann damit etwas anfangen? Im Bereich der TW-Ausbildung spricht man von Individualisierung. D.h., wenn jeder Keeper individuelle Stärken und Schwächen hat, dann soll man beim Ausbildungsprogramm darauf achten, hier jeweils auf die vorhandenen bzw. (noch) nicht vorhandenen Fähigkeiten des Keepers einzugehen.


    Die Individualisierung ist bereits eine deutliche Abkehr vom Frontalunterricht, weil der Trainer nicht mehr der Lehrer, sondern der Partner ist, der mit seinem Trainingspartner auf eine Abenteuerreise geht, dessen Ende beide noch gar nicht kennen. Selbst dann, wenn der Trainingskandidat nicht später ein Profi wird, lohnt sich für beide dieses Abenteuer, denn sowohl Trainer wie auch Spieler sollten sich selbst Ziele setzen, die unabhängig sind von Dritten (Ist nicht leicht zu verstehen, aber sonst wäre es wieder Frontalunterricht nach Lehrbuch, um ans das Ziel zu gelangen, was ein anderer bereits erreicht hat)!


    Ich interpretiere FB-Aussagen so: Er hat versucht die Frühphase der Entwicklung seines Sohnes in der F und E-Jugend zu beschreiben. Weil sein Junge sich im Dunstkreis von hoch veranlagten Talenten aufhält, kommt es als Zuschauer und Helfer zu Beobachtungen, die man für sich verständlich machen möchte, jedoch immer wieder an Grenzen gerät. Um diese Grenzen zu überschreiten braucht es zunächst einmal eine intensive Trainerausbildung für den Leistungsbereich sowie eine mehrjährige Erfahrung. Soweit ist noch alles O.K.


    Doch andere nur deshalb als Idioten zu bezeichnen, nur weil sie solche Beobachtungen nicht oder vielleicht deutlich seltener machen, sehe ich als respektlos an. Auch ich habe wenig Erfahrungen im Breitensportbereich, habe jedoch große Achtung vor der Arbeit dieser Leute. Dort kommen doch die Talente für die Nationalmannschaften her! Die werden doch nicht gleich Vereinsmitglied in einem Proficlub! Gerade im untersten Jugendbereich kommt es auf die kindgerechte Betreuung an. Dabei ist man weitaus mehr der Kümmerer und Tröster und sehr viel weniger der Fussballtrainer. Wer versucht, diesen Schritt in der kindlichen Entwicklung zu überspringen, der wird keine Nationalspieler, der wird mit wenigen Ausnahmen den Dropout dieser Kinder zu verantworten haben.


    Man kann Trainingsmethode nur gemeinsam mit der kindlichen Entwicklung betrachten. Wir Trainer haben die Verantwortung sorgfältig mit diesen Begabungen umzugehen. Dabei sind wir gerade mal am Anfang, denn wir können auch heute nur wie die Nadel im Heuhaufen danach suchen. Von einer kindgerechten, kontrollierbaren Ausbildung sind wir noch weit entfernt.

    fak
    In der derzeitigen Situation werden die Mitglieder des Vereins unmündig gemacht. D.h. in ihrer freien Entscheidung für einen Vereinswechsel eingeschränkt. Dafür werden allerlei Horrorszenario ins Feld vorgeschoben. Manches hört sich fast schon so an wie die seinerzeit Propaganda in der NVA oder Bundeswehr!


    Eine neutrale Beratung nützt sicherlich, denn wie bereits verschiedentlich angesprochen, ist ein Vereinswechsel mit Konsequenzen für das Kind und seine Eltern verbunden. Ohne wichtigen Grund wird niemand einen Wechsel wollen!


    Aber laßt doch die Kinder mit ihren Eltern gemeinsam frei entscheiden! Verlangt nicht von ihnen, dass sie am Stadiontor ihren Verstand abgeben und zu unmündigen und annonymen Mitgliedern mutieren! Haucht den Vereinen einfach mehr Menschlichkeit ein! Denn es sind Indiviuen, nicht nur Mitglieder, über die hier entschieden wird. Nur so wird denen, die Kinder mit falschen Versprechungen anlocken, das Handwerk gelegt und nur so wird einer Jugendabteilung, in ihre Mitglieder vernachlässigt, durch Abstimmung "mit den Füßen" gezeigt, dass man mit der Arbeit nicht einverstanden ist.


    Eine Saisonplanung des Vereins ist ja nur ein vorgeschobenes Argument. Denn es werden in jeder Saison mehrere Hundert Mannschaften vom Spielbetrieb innerhalb des Verbands zurückgezogen, weil es keine Trainer oder Kinder mehr dafür gibt und man einfach diese Situationen aus Desinteresse hat eskalieren lassen! Dafür wird ein schöner Betrag vom Verein kassiert, den die Mitglieder über ihren Mitgliedsbeitrag noch indirekt mitfinanzieren! Ist das vielleicht besser, dass die Kinder vor die Wahl gestellt werden, sich entweder die demütigende Situation weiterhin anzutun oder ihr Hobby erst mal soweit an den Nagel zu hängen in der Hoffnung auf bessere Zeiten?


    Wenn Vereine aufgrund von Übervorteilung nicht mehr genügend an ihre soziale Verantwortung erinnert werden, darf man sich über ein Eigenleben solcher Regelungen nicht wundern!


    Wenn Vereine so mit ihren Nachwuchs umgehen, wenn wundert es da, das die Rache im Seniorenbereich kommt? Früher bestand die 1. Herrenmannschaft noch aus Spielern, die im Heimatverein ausgebildet wurden und denen ihr Verein etwas bedeutete. Heutzutage wird dort die Fluktuation immer größer und der Vereinstreue nimmt im gleichen Maße ab! Welcher Zuschauer möchte schon in der Kreisliga ständig neue Gesichter auf dem Platz sehen? Die interessieren sich allenfalls an der Bierbude stehend noch fürs Ergebnis!


    So, wie die Vereine mit ihrem Nachwuchs umgegangen ist, so werden die Heranwachsenden später mit ihrem Verein umgehen!

    Zweistellig Siege und Niederlagen bringen weder dem Sieger noch dem Verlierer etwas. Der Sieger, weil er dazu keine herausfordernde Leistung brauchte und der Verlierer, weil auch er keine Chance hatte eine seinen Leistungen entsprechende Belohnung zu erfahren.
    Normalerweise lösen die Staffelleiter die Aufgabe zur Bildung von in etwa gleichstarken Teams in einer Staffel sehr gut. Im unteren Jugendbereich gibt es pro Jahr sogar zwei mal eine neue Staffelbildung, um eventuell stark über- oder unterlegene Teams in geeigneten Gruppen unterzubringen.


    Das läßt sich aber nicht immer realisiern. Insbesondere im Mädchenbereich ab der C-Jugend kann das schwierig werden, weil es hier nicht genügend Teams gibt und man einen Kompromiß zwischen den Entfernungen der gegnerischen Mannschaften und der Leistungszuordnung finden muß.


    Aber, wie hier schon angeklungen ist, gibt es auch eine Reihe von Möglichkeiten des Trainers, positiv einzugreifen, wenn ein Team besonders über- bzw. unterlegen ist. Wichtig hierbei ist eine harmonische Abstimmung mit dem gegnerischen Trainer. Denn man kann durch unterschiedlichste Maßnahme dosierend gegenlenken. Das beginnt mit einem Positionstausch und kann mit der Vorgabe an das stärkere Team, nur noch mit dem schwächeren Fuß zu spielen, sogar zu einer echten Herausforderung gegen einen sonst chancenlosen Gegner werden.

    Babba


    Die derzeitige Regelung hat nichts mit der von dir beschriebenen Ausbildungszahlung für Bundesliga-/Nationalspieler zu tun. Die ist deutlich älter und findet eigentlich bis heute Anklang!


    Es geht hier um eine Regelung, die als Empfehlung vom DFB ins Leben gerufen wurde, mit dem Ziel kleinere Vereine zu schützen und vermeintlich für mehr Planungssicherheit zu sorgen. Weil aber jeder abgebende Verein frei in seiner Entscheidung ist, ein Sperre für einen außerhalb der Wechselperioden wechselwilligen Spieler zu verhängen, kann ggf. Spieler A sofort wechseln, aber Spieler B nur dann, wenn sein neuer Verein oder seine Eltern die Ausbildungsentschädigung zahlen! Schon allein durch diese Kann-Bestimmung wird die Ausbildungsentschädigung als Standard genauso unglaubwürdig, wie die angebliche Saison-Planungssicherheit!


    Auch geht es nicht darum, Lösungen für Einzelfälle parat zu haben, sondern alltagstaugliche Standards für jährlich tausendfach vorkommende Situationen zu schaffen. Hierbei werden selbst die Vertragsspieler in günstigere Position gesetzt als Kinder, die nur ihrem Hobby nachgehen und dabei den Ort ihrer Freizeitgestaltung selbst bestimmen wollen. Es bedarf hier einer dringenden Korrektur und/oder eines Ersatzes durch die Gründung von flächendeckenden neutralen Beratungsstellen. Denn die Postionen der Vereine auf der einen und Spieler sowie deren Eltern auf der anderen Seite sind zu unterschiedlich,so das häufig die Interessen der Kinder nicht ausreichendem Maße gewürdigt werden.


    Ferner würde ein "gesunder Wettbewerb" in den Jugendabteilungen der Vereine dazu führen, dass man diese doch eher vernachlässigten Vereinsbereiche modernisiert, sie kinderfreundlicher gestaltet und damit in eine verbesserte Konkurrrenz zu Freizeitalternativen stellt.

    tobn
    Der von dir beschriebene Fall: Abwerbung in der E-Jugend und Drangsalierung bei der Rückkehr in der D-Jugend oder später, befasst momentan viele Jugendbereiche.


    Denn so sind die kleineren Vereine wieder mal die "Gearschten", weil selbst die Kinder, die als Talente in den größeren Vereine gelockt wurden und nunmehr auf der Reservebank sitzen, nicht sofort wieder in ihren Heimatverein zurück kehren können.


    Beim Geschachere um Talente schrecken manche "Lumpen" nicht einmal davor zurück, diesen Eltern und Kindern zu erzählen, bei einem frühen Wechsel einfacher ins NLZ zu gelangen! Dabei für die Vergabe dieser Plätze ganz andere Entscheidungsträger zuständig. Verschwiegen wird auch, dass im größeren Verein für diesen Jugendbereich nach den Methoden des Breitensports gearbeitet wird. Das sie anschließend gegen ihre früheren Heimatverein spielen, mal für die Kinder und Eltern peinlich sein, für die diese Trainer ist es jedoch ein besondere Wonne, ihre Gegner durch geschickte Abwerbung der Leistungsträger soweit geschwächt zu haben, dass zweistellige Siege realistische sind. Auch glauben sie, ihre Kompetenz gerade durch solch hohe Siege bestätigt zu sehen.


    Leider wird vielfach das Blaue vom Himmel gelogen, um die Naivität und Unwissenheit dieser Eltern auszunutzen! Und entwickelt sich ein Kind nicht schnell genug oder stellen die Eltern Anforderungen, dann wird es fallen gelassen (Verbannung auf die Reservebank, Wechselsperre, Aufwandsentschädigung) wie eine heiße Kartoffel! Hin und wieder beschreiben Eltern hier über ihre Erfahrungen. Leider trauen sich noch viel zu wenig aus Scharm!

    Gringo


    Nur, weil man Phänomene nicht erklären kann, ist nicht alles Nonsens! Gerade bei der Talentförderung erlebt man Entwicklungssprünge, aber auch genauso unerklärliche Stagnationen. Es wäre einem geholfen, wenn man mehr darüber wüßte!


    Nur finde ich FB Interpretation von SI hanebüchend! Sie sieht für mich nach nichts anderem aus, wie nach einem "Vater-Trainer", der nach Legitimationen seiner radikalen Denkweise sucht! Deshalb hatte ich auch gesagt, dass man sich dazu bekennen soll, was man im Schilde führt. Denn das ist dann nichts anderes als eine andere kleine Welt, die er bei jedem "Dorftrainer" vermutet!


    Allerdings finde ich es schade, dass eigentlich ein so interessantes, weil weitgehend unbekanntes Thema schließlich auf eine Person fixiert wurde! Er kürzlich las ich eine Diplomarbeit, die sich mit der Theorie und den Realitäten der Nachwuchsausbildung auseinander setzte. Auch dort wurde ein kleiner Teil dem gewidmet, was hier als Scharmintelligenz bezeichnet wurde.


    Hätte man mehr Informationen darüber, so könnte man konzeptionell die Ausbildungsmethodik für das spielerische Erlernens und Erlebens von Fussball deutlich durch Automatismentraining und Ermüdungstraining beschreiben. Sonst darf man sich nicht wundern, warum viele Seniorenspieler auch nach 15 - 20 Jahren Fussballerfahrung fast nur als Einzelspieler in Erscheinung treten. Denken über Weiterentwicklungsmöglichkeiten muß erlaubt sein und schon früh ansetzen. Die Talentschmieden sind ein guter Ort dafür, weil dort junge, hochveranlagte Menschen mit besonders hoher Eigenmotivation sehr große Lust auf Fussball haben.


    Nur muß stets Sorge dafür getragen werden, dass auch diese Methode die Freiwilligkeit der Kinder in jeder Phase voraussetzt. Denn, wem keine Wahl gelassen wird, dem geht es nicht uns Wohl der Anderen, sondern nur um sein Wohl! Wer auf Dauer gegen dien Willen ihm anvertrauter junger Menschen selektiert, für den sind sie billige Objekte seiner Sucht nach Anerkennung und Ruhm! Und wenn`s denn dafür nicht reicht, dann will man wenigstens bei den privaten Fussballschulen ordentlich abkassieren!

    Ist es nicht Kindesrecht, sich ausprobieren zu dürfen und daraus zu lernen? Hat nicht auch die Entscheidung innerhalb der Familie das Recht in der Gesellschaft akzeptiert zu werden? Oder befinden wir uns noch immer in einer düsteren Gesellschaft von Schreibtischtätern, denen das Wohl des Einzelnen, noch dazu kaum mit Rechten ausgestattenen Kinders nichts bedeutet?


    Nach meiner Meinung wurde das Problem des Vereinswechsels im Jugendbereich sehr bequem, aber nicht kindgerecht gelöst, indem der DFB sich nicht als Vertreter seiner Mitglieder, sondern Mitgliedervereine stark gemacht hat!


    Natürlich wäre es möglich gewesen, sich einzumischen und klar Partei für die Kinder zu ergreifen. Liegt es an der Ferne zur Basis, dass der DFB nicht begreifen will, dass die Vereine zur Abwerbung kaum Informationen für die Eltern liefern und stattdessen die Intransparenz solcher Fakten für sich zu nutzen weiß?


    Wieviele Tausend Kinder will man noch jahrlich das Hobby Fussball für ewig vergraulen, indem man Handlangern des "Frischfleisch-Nachschubs" zur Realisierung kurzfristiger Saisoninteressen nicht das Handwerk legt? Leider handelt es sich in der Masse weitaus mehr als nur um schwarze Schafe. Nein, das Abwerben von Kindern zur Erfüllung nicht kindgerechter Interessen hat Methode!


    Neutrale Beratungsstelle für Vereinswechsel
    Auch dem DFB ist es nicht unbekannt, dass ein Vereinswechsel eine individuelle Beurteilung verlangt. Diese Aufgabe kann durch ein flächendeckendes Netz von neutralen Beratungsstellen erfüllt werden. Durch die aktuelle Regelung: Sperre des Kindes und vor allen Dingen die Androhung (ohne Einhaltungskontrolle) der Ausbildungsentschädigung wird das Recht des Vereins bestmöglich ausgestaltet und über dem Rechten des Kindes gestellt. Andererseits kann der Vein einem Mitglied sogar täglich kündigen!


    Kinder aber wollen sich ausprobieren und auch das Recht dazu haben, eine einmal getroffene Entscheidung zu verändern und sei es nur im Detail durch den Wechsel in einen anderen Verein. Niemand anderes als ihre fürsorgeberechtigten Eltern sollten diese Entscheidung treffen. Da es sich um eine individuelle Entscheidung handelt, kann eine Beratung nützlich sein, wenn die Eltern noch zu unerfahren in dieser Sportart sind und sich auf die Neutralität in der Beratung verlassen können.


    Die derzeit starre und deshalb nicht kindgerechte Regelung wird über den demografischen Wandel hinaus für einen weiteren Mitgliederschwund sorgen. Nicht nur ehemalige Mitglieder, auch ihre Freunde finden u.U. in anderen Sportarten Freude und in anderen Freizeitgestaltungen ein besseres Zuhause. Die Zeit des Straßenfussballs ohne Alternativen ist längst vorbei! Nur scheinen das noch Alle verstanden zu haben.


    Weil die derzeitige Regelung ohne Kontrolle durch den DFB bleibt, handelt es sich eher um ein Lippenbekenntnis, dessen "Blüten" sich ohne Kenntnis des DFB weiterentwickeln werden. Dies mag die Sicht auf die Notwendigkeit zur Bildung eines flächendeckenden neutralen Beratungsnetzes behindern. Der Leidensdruck von Eltern und Kindern muß scheinbar noch größer werden, bis sich etwas daran ändert?



    Dabei könnte man schon heute starten! Als "Soffortmaßnahme" könnte man sich über einen Schiedsmann für Vereinswechselberatung kreisintern verständigen. Dieser Schiedsmann könnte pro Staffel von seinen Vereinsmitgliedern sowie Elternvertretern gewählt werden und wäre diesen auch rechenschaftsplichtig! Bei den älteren Jahrgängen sollten auch Jugendliche als Assistenten in die Verantwortung der Interessen ihrer Altersgenossen eingebunden werden. Im heutigen Fußball wird schon genug fremdbestimmt! Gerade der Jugendfussball braucht mehr Eigenverantwortlichkeit! Wichtig wäre auch, dass alle die Eltern über diese Möglichkeit der neutralen Vereinswechselstelle informiert werden und dies durch ihre Unterschrift bestätigt wird.

    Leider ist die derzeitige Regelung über Sperre und Transferzahlungen (als Ausbildungsentschädigung deklariert) deshalb noch aktuell, wenn es noch keinen korrekten Antrag auf Rücknahme gab. Erst im vergangenen Jahr waren 2 Väter gescheitert, weil sie es als unangemessene Beieinträchtigung ansahen, dass reiche Eltern den gleichen Ablösebeitrag bei vorzeitige Freigabe und Verzicht auf Sperre gegenüber armen Eltern sahen.
    Im Jugendfussball handelt es sich lediglich um ein Hobby, dessen Ausübung nicht durch Vereins- oder Verbandsregelung unterbrochen werden darf! Hier werden die Vereinsinteressen in unangemessener Form über die Interessen des Inidividuums nach freier Ortsbestimmung zur Ausübung seiner Freizeitgestaltung eingeschränkt!


    In der Praxis wird es jedoch wohl noch einige Jahre Bestand haben. Denn es ist kaum anzunehmen ist, dass Eltern mit entsprechenden Fachanwälten u.U. einen jahrelangen Rechtsstreit eingehen, um das Recht ihres Kindes zur freien Ortsbestimmung seiner Freizeitgestaltung durch die juristischen Instanzen gefochten haben!

    @FB


    ich hoffe, du bist gut in Spanien angekommen und genießt die Zeit? Hin und wieder braucht man die Distanz zum Thema, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. So kann ich mich in einem Teil deiner Kritik über Horst Wein wiederfinden. Aber wann ist etwas wirklich fertig? Doch genau dieser Punkt hat mich dazu bewogen, trotz Aufforderungen dazu den besonderen Erfolg nicht Worte zu kleiden. Denn, wenn ich den Erfolg der Arbeit selbst nicht gänzlich verstehe, wie soll ich dann den Mißerfolg ausschließen?
    Natürlich kann man die Publikationen immer auch unter dem Aspekt der Medienwirksamkeit betrachten. Was nützt ein Buch, wenn es kaum jemand kauft? Aber auch die Schweizer Fussballschulen scheinen dich nicht vollständig verstanden zu haben. So wurde mir ein Fall zugetragen, in denen der Chef dieser Privat-Fussballschule bereits in der D-Jugend Spieler von Konkurrenten abwirbt, damit das Team seines Sohnes auch die richtigen Statisten um sich hat und niemals das Gefühl einer Niederlage miterleben muß!
    FB, selbstverständlich hast du recht mit deiner Kritik, dass man die Entwicklung als Ganzes begreifen und beschreiben muß, nicht nur den G-Jugend, F-Jugend, E-Jugend usw. der jeweiligen Alterstufe! Denn, wenn man das Ziel (Seniorenbereich) gar nicht kennt, dann kann das leicht dazu führen, dass auch dann rudimentäre Aussagen getroffen werden, obwohl sie eigentlich nur für eine bestimmte Altersstufe gelten dürfen.
    Ob jetzt kommerzielle Fussballschulen dabei in die Bresche springen oder einfach nur "das Geschäft mit den Traum-Fussball" für sich ausnutzen, sei einmal dahin gestellt. Problematisch wird es für mich erst an der Stelle, wenn SI sektierisch Menschen unter einen Druck stetzt, nur noch in eine Richtung hin denken und handeln zu dürfen.
    Ich kann dir soweit folgen, das moderner Fussball auch etwas mit geistigen Fähigkeiten zu tun hat, weshalb im Leistungsfussball sehr viele junge Menschen aus der oberen Bildungsschicht spielen. Aber selbst ein IQ von 140 reicht nicht, wenn der Spieler so langsam sprintet, dass man ihm dabei die Schuhe neu besohlen könnte.


    Deinen SI-Ansatz mag eine Diskussionsgrundlage sein, wie Entwicklung stattfindet! Die Kritik des Frontalunterrichts deckt sich mit meinen Beobachtungen. Denn wie kann man sich mit einem Thema intensiv auseinander setzen, wenn lediglich perfektes Nachmachen gefordert ist?


    Doch wie findet bei dir der Dialog und die Interaktion statt? Wenn bei dir nur die Methode, nicht aber das Ziel ein anderes ist, dann würde ich es nicht für mein Kind wünschen! Denn es soll sich weder als etwas Besseres fühlen, noch sich aufgrund einer Selektion über die Anderen stellen! Es soll ein Mensch mit Stärken und vor allen Dingen Schwächen sein dürfen. Je älter man wird, je mehr stellt man fest, dass die Schwächen eines Menschen gerade auch seine Stärken ausmachen.


    Wenn du ein Gewissen hast, dann solltest du deinen begeisterten Zuhörern nicht verschweigen, dass auch deine Aussagen bestimmten Einschränkungen unterliegen, sonst kann es leicht passieren, dass deine Erfahrungen und die situativ gewonnenen Erkenntnisse unter anderen Voraussetzungen auch negativ auswirken könnten. Denn ein Erfolgsrezept oder Erfolgsgarantie gibt es nicht, sondern lediglich ein Verfallsdatum, bis jemand etwas Besseres heraus gefunden hat.

    siebener


    Ich kann eigentlich auch auf solche Beiträge verzichten, die bereits eine reißerische Überschrift "Unfassbar ..." tragen! Das hört sich für mich so inetwa an wie: "wer nicht für mich ist, der ist gegen mich"! Dazwischen gibts nichts! Zeichen mit Symbolcharakter, wie das Abklatschen als Zeichen der Rudelzugehörigkeit und besondere Jubelformen nach dem Torerfolg stehen dafür Pate!


    Kein Wunder also, dass der Beitragsverfasser völlig entrüstet zurückbeißt, als nach ihm etwas über altersgerechte Mannschaftsführung erzählt. Andre hat das Zähnefletschen wohl noch nicht richtig gedeutet, als er die "Verirrten" in klarster Sprache sagte, was Sache ist!


    Man hat es mit Kindern zu tun, nicht nur mit Angreifern, Mittelfeld- oder Abwehrspielern. Soetwas wird leicht mal vergessen! Im Seniorenbereich mag ein Trainer sportlich ein Viasco mit Mannschaft X machen, aber bei Mannschaft Y als Held gefeiert werden. Beim Kinderfussball kann man derlei Maßstäbe gar nicht anwenden. Das aber will der Verfasser so noch gar nicht sehen.


    Allerdings gibt es einige Riesenprobleme im Jugendfussball, die wir nicht so schnell lösen können!


    Hier im Forum wird leider nicht der Querschnitt der Meinungen zum Jugendfussball abgebildet. In der Masse wird er genauso behandelt wie Erwachsenenfussball. Der Kidu steckt noch in den Kinderschuhen. Solche Beiträge zeigen einmal mehr, wie viel Aufklärungsarbeit noch notwendig ist.


    1. Die Realität im Verein
    In vielen Vereinen gibt es Meinungsübereinstimmung, auch den unteren Jugendbereich ausschließlich erfolgsorientiert zu betrachten. Dementsprechend werden die Trainings- und Spielmaßnahmen nach Erwachsenen-Vorbild organisiert. Leider läßt sich auch nicht an der Größe eines Vereins erkennen, inwieweit die modernen Erkenntnisse im Kinderfussball bereits angewandt werden.


    2. In der Schiedsrichter-Ausbildung
    Leider gibts auch hier noch zu viele "Ewig-Gestrigen" in verantwortlichen Ämtern, die einerseits die Nachwuchsschiedsrichter mit einer Regelwerk-Anwendung vertraut machen, wie im Erwachsenenbereich! Andererseits vernachlässigen sie den unteren Jugenbereich, weil sie es als Spiel- und Experimentierstätte ansehen und sich so den Groll der Eltern und Trainer einfangen.


    3. In den Medien
    Auch in den Medien wird in reißerischer Sprache über den Kinderfussball berichtet, wie sie dem Kinderfussball nicht zuträglich sind. So werden Trainer gelobt, die ergebnisorientiert handeln. Aber wann findet ein Trainer, der ergebnisunabhängig wechselt, um damit seiner eigentlichen Aufgabe zur perspektivischen Ausbildung nachzukommen.


    Darum braucht man sich nicht zu wundern, warum Trainer so und nicht anders agieren, bzw. auf Kritik reagieren!


    Dieses Forum kann unerfahrenen Trainern oder solchen, die auf der Suche sind , Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Trainerfunktion aufzeigen. Der Umdenkprozess braucht jedoch bei den Fragestellern zeit. Denn zu leicht vergißt man, was man früher selbst für Blödsinn gemacht hat!


    "seefeld" wird sich vermutlich wieder mit seinen Trainerkumpels im Verein austauschen. Die werden ihm bestätigen, dass der Vater ein Idiot ist und sein Sohn ein Weichei! Schließlich hat er noch einige Idioten im Forum kennengelernt, aus dem er sich deshalb gleich wieder verabschiedet hat. Damit ist die "kleine Welt" wieder in Ordnung! Der Versuch, über den Tellerrand hinaus zu schauen, fürs Erste abgehakt!


    Was hat er gewonnen, was haben wir gewonnen? Beiden wurde eine Chance gegeben, aber beide haben sie nicht genutzt!

    @Uwe


    So sehe ich es auch!


    Beim Kinderfussball kommt es auf erlebnisorientiertes Handeln und nicht auf ergebnisorientiertes Handeln an. Selbst wenn es sich nur durch einen einzigen Buchstaben unterscheidet, sind es Welten, die es von einander trennen. Nicht die Didaktik, sondern die inhaltliche Zielsetzung spricht für sich. Wer aus lachenden und weinenden Kindern kleine, emotionslose Roboter machen will, der sollte sich dazu bekennen, was er im Schilde führt!


    tobn
    Etwas anders zu beurteilen, heißt nicht unbedingt etwas besser wissen zu wollen, sondern zu anderen Ergebnissen gelangen. Es heißt aber auch eine eigene Meinung zu haben! Was nützt es mir, einen super pflegeleichten Rasen zu erfinden, wenn der Dünger das Grundwasser vergiftet? Leider werden Erkenntnisse fast nie in ihrer Konsequenz zuende gedacht! Darauf weist auch Uwe hin, wenn er sagt, man darf Kinder nicht (schon) in ein enges Korsett von Vorgaben (z.B. 3 x Ballkontakt) einengen, sondern ihre Phanasie anregen.

    betreuer72


    Wetten, dass du in einem Jahr darüber schmunzelst?


    Man sagt, Eltern durchleben mit dem Alter ihrer Kinder ihre eigene Kindheit ein zweites mal! Da ist was dran. Denn Kinder leben für den Moment! Wenn aber Eltern ebenfalls diesen Moment als Unendlichkeit betrachten, dann erscheint ihnen das augenblickliche Problem für alle Zukunft unlösbar!


    Was eine 7-jährige Göre an Fussballwissen von sich gibt, ist genauso wichtig, als wenn in China ein Sack Reis umfällt. Die kann schon morgen aus Bockigkeit gar nichts sagen und übermorgen ist ihr Fussball egal. In diesem Alter ändern sich die Interessen wöchentlich, täglich, manchmal sogar von einen auf den anderen Augenblick.


    Wenn ich jetzt lese, die "große" 7-jährige Tochter muß als Konsequenz ihrer Äußerungen in Tor, dann läuft da bei euch aber einiges schief! Aufgabe des Trainers ist es, den Kinder den Spaß am Fussball (oder in einer sehr frühen Phase an der koordinierten Bewegung) zu vermitteln. Wenn er sich Belohnungs- und Bestrafungspositionen ausdenkt, dann handelt er wie eine 7-Jährige, die ihre Puppe Laura gibt, aber Corinna nicht damit spielen lassen will.

    tobn


    Vielleicht weichen wir jetzt wirklich ein bißchen vom Thema ab, aber wenn du gestattest, dann möchte ich als Fazit zur Rede von James Flynm nur sagen: jede Generation findet sich toll! Weil das so ist, entstehen überhaupt viele Generationsprobleme. Ist denn Andersdenken schon deshalb ein Fortschritt? Wenn ja, wo ist man den angekommen, wenn man gestern noch am Abgrund stand, aber heute bereits einen Schritt weiter?


    Wenn man entscheidende Entdeckungen betrachtet, dann muß man leider zum Schluß kommen, dass es eher Zufälle waren, die teils aus der persönlichen Umgebung, teils aus einer zufälligen Kombination wissenschaftlichen Grundwissens herrührten!


    Die menschliche Dummheit als Konsequenz neuen Wissens war doch immer die Gleiche! Es mußte zunächst einmal ein Prügel daraus gemacht werden. Die friedliche Nutzung war dann eher ein ungewolltes Nebenprodukt! Diese Form von Wissensnutzung war schon in der Steinzeit so und wird sich vermutlich auch so schnell nicht ändern! So manches hat uns die Generation der "Fortschrittsgläubigen" eingebrockt, aber auf veles Andere wollten wir heute nicht mehr verzichten!


    Wie bekomme ich jetzt nur den Bogen zur Schwarmintelligenz?
    Man könnte SI als zufällige Zusammenrottung von jungen Menschen mit identischen Interessen bezeichnen und zum vorläufigen Schluß kommen, das da eine Gruppe von intelligenten Menschen aber ziemlich dumm spielt und deshalb doch noch einen Trainer braucht! Genausogut könnte man sagen, dass diese eigentlich dummen jungen Menschen ziemlich schlau spielen und keinen Trainer mehr brauchen. Es kommt dabei immer auf die Sichtweise des Betrachters an!


    Dennoch lohnt es sich darüber zu diskutieren. Nicht jedem klugen Gedanken wohnt ein Geist inne, der, wenn es der Zufall will, auch zu etwas Gutes führen kann! Die menschliche Neugier will es so, dass wir uns nicht mit dem Guten belassen, solange es noch etwas Besseres geben könnte. Was uns jedoch daran hindert, daraus mehr zu machen ist, das wir uns selbst für zu wichtig nehmen!

    @FB


    Also ich nutze das Ding eher selten und auch nur in Verbindung mit Ballübungen. Denn jede Minute ohne Ball am Fuss ist für mich verschwendete Trainingszeit, die mir sehr wertvoll ist.


    Weil auch der Fussball die besten Übungen selbst schreibt, brauche ich auch kaum mehr Übungsmaterial als Bälle, Bälle und sehr viel Phantasie (oder sollte man es Beobachtungsgabe und Erfahrung nennen?)! Selten funktioniert eine neue Übung so, wie man es sich vorstellt. Aber durch Vereinfachung oder Erschwerung findet man rasch das gewünschte Niveau, denn die gute Mischung zwischen Förderung und Forderung machts. Wenn dann das Leuchten in den Augen der Kinder entsteht und sie gar nicht mehr aufhören wollen, dann sind sie auf der richtigen Welle! Wenn dieser Funke auch auf den Trainer überspringt, dann kann es das Gänsehautfeeling geben, dass es braucht, um sein Hobby zur schönsten Nebensache der Welt zu machen.


    Aber ich ignoriere nicht, dass es Experten gibt, die nach wissenschaftlichen Methode die Koordinationsleiter eingeführt und mit ihr gute Erfahrungen gemacht haben. Schließlich darf es auch mehr als eine Trainingsidee geben! Wie will man sonst herausfinden, womit es besser geht?

    @FB


    Es macht mir ja Spaß mit dir zu diskutieren, denn du bist ein Mensch mit Phantasie!


    Dennoch mußte ich bei deinem Wunsch, nach zuverlässigen SI-Merkmalen suchen zu wollen, schmunzeln. Wenn das so einfach wäre, dann wollte doch jede Schule und jeder Arbeitgeber nur noch Menschen mit diesen Merkmalen beschäftigen und der große Rest wäre arbeitslos! Es gibt aber keine Menschen erster und zweiter Klasse! Und wenn, wer wollte dann wohl ein Mensch zweiter Klasse sein?


    Ohnehin findet man seit zig-Jahren in allen möglichen Stellenanzeigen den Satz: "... der Bewerber muß teamfähig sein ...", aber dennoch haben sich die Menschen nicht verändert! Das geht auch gar nicht in der Kürze der Zeit! Welche siginivikanten Entwicklungsschritte des Geistes hat es denn in den letzten 2 Tausend Jahren gegeben? So viel haben wir nicht dazu gelernt! Lediglich die Kommunikationsunterstützung ist schneller geworden, weshalb die meisten Erfindungen noch nicht so alt sind! Der Unterschied zwischen einem Analphabeten und einem Hochschulprofessor ist das Begriffsverständnis von ca. 40.000 Fremdwörtern! Mehr aber auch nicht! Denn schon bei der Betrachtung von negativen und positiven Charaktermerkmalen kann sich das Bild schon wieder verkehren! Es hat ja mal einen Staat gegeben, der wollte den Wert eines Menschen nach seinem volkswirtschaftlichen Nutzen bestimmen. Zum Finale wollten aber alle nur noch Bananen, Cola und Malboro!


    Mir hat die Praxis gezeigt, dass zwei junge Menschen gleichen Alters mit entgegengesetzten Charaktermerkmalen den gleichen Weg nehmen können.


    Das Einzige, worauf man sich bei der Entwicklung junger Menschen verlassen kann ist, dass man sich auf Nichts verlassen kann! Wenn du dennoch ein zuverlässiges Merkmal findest, melde dich! Du würdest schlagartig Millionär und man würde dir magische Kräfte zutrauen!

    @FB
    In der niederländischen Nachwuchsförderung behandelt man den Zeitfaktor sehr sensibel! D.h. je mehr Zeit einem jungen Spieler fürs Trainining und den Spielen unter "Gleichgesinnten" gewährt wird, je besser wird er sich entwickeln. Die Teamzuordnung erfolgt ab dem mittleren Jugendalter auch nach der Leistung. So kann es zeitweilig sein, dass von 2 gleichalten Spielern einer in der B 2 und der andere in der A 1 spielt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht, wie vermutet um eine Aussortieren oder Belohnen, sondern eine Anpassung auf die jeweils zur Verfügung gestellte Leistung. Denn kaum ein Jugendlicher entwickelt sich linear, weil auch das soziale Umfeld nicht immer stabil ist. Zur Entwicklungsbestimmung wird auch das "biologische Alter", welches mehr oder weniger stark vom "Lebensalter" abweichen kann, hinzugezogen.


    Mögen junge Menschen noch den Eindruck einer besonderen Formbarkeit besitzen, macht man sich dort wenig Hoffnungen, grundliegende Charaktermerkmale im Dienste des Fussball während der Reife verändern zu können. Es ist vielmehr die Aufgabe des Regisseuers (Trainer) aus den unterschiedlichen Typen einer Mannschaft etwas Einzigartiges zu gestalten.


    Es ist ein anderer Ansatz, der dazu führt, sehr gute Einzelspieler zu entwickeln, jedoch seine Schwächen in der Formung eines Teams mit identischen Zielen besitzt! Aber was ist besser und vor allen Dingen für wen?

    Steini


    Unfug wird es allenthalben geben! Gerade im Fussball!


    Früher hat man die Kinder im Soldatendrill das Fussballspielen gelehrt, heute brüllt man ins Spiel und morgen ...? Ansichten über den "einzig wahren Fussball" haben leider auch Haltbarkeitszeiten!


    Wenn man lange genug dabei ist, wird man sich an eigene Entwicklungsschritte erinnern können. Also wenn ich da den Bockmist denke, den ich in meinen frühen Trainertagen gemacht habe! Dafür könnte ich mich noch heute schämen! Was mögen die Eltern und Kinder wohl damals über mich gedacht haben und kann ich es überhaupt jemals wieder gutmachen?

    Liebe Trainerfreunde,


    man kann ja über alles diskutieren! Sogar ein bißchen Emotionen sind erlaubt! Aber hier ging es doch eigentlich nur um einen relativ unerfahrenen Trainer, der einen Jungen in seinem Team hat, wo er mit seinem "Latein am ende ist ...."


    Statt ihm ein wenig Mut zuzusprechen, werden hier Grundsatzdiskussionen für 8 - 9 Jährige geführt! Seit ihr da nicht ein bißchen zu weit gegangen?


    Für unerfahrene Trainer ist es erst mal ziemlich normal, dass sie aus dem Erwachsenen-Fussball ihre Entscheidungen danach treffen, was erfolgreich ist! D.h. ob Tore erzielt oder verhindert wurden! Wenn dann ein Spieler darunter ist, der nach Meinung dieses Trainers seine Möglichkeiten nicht nutzt, dann gibt es Viele, die ins Spiel hineinbrüllen und wenige, die stattdessen Hilfe suchen!


    Früher hätte man sich über einen Dribbler gefreut! etzt heißt es ballorientiert und der Ball soll mit sicherem Paßspiel zirkulieren. Wer weiß, was in ein paar Jahren sein wird? Da lohnt sich doch die ganze Aufregung gar nicht!