Wenn es in Deutschland 10 Dietmar Hopps mehr geben würde, würden wir einige Probleme mit Jugendlichen weniger haben. Wirklich sehr schade...
Tja, darum dreht es sich wohl. Das Ganze ist ja so neu nicht, weil es z.B. mit Leverkusen und Wolfsburg weitere Teams gibt, die am finanziellen Tropf eines Unternehmens hängen. Ferner gibt es Vereine wie Hamburg und Dortmund, die sich Geld über den Aktienmarkt beschaffen.
Wo wäre Schalke, wenn nicht ein Tönnies mit großen Spaß zwischen den Fans seinem Team zujubeln würde?
Ja und schauen wir auf die besonderen Modelle von Hoffenheim und nunmehr RB Leipzig! Die Frage ist: werden hier Traditionen über Bord geworfen oder "alte Zöpfe" abgeschnitten? Vergleicht man es in Sachen Tradition, dann bleibt kaum ein Stein auf dem Anderen. Denn die neuen Ausbildungsstätten des Nachwuchses sind bis ins Detail durchdacht. Auch im Team der Profis darf mit Julian Nagelsmann ein Trainer ran, dem diese Chance mit Sicherheit nicht in einem Traditionsverein gewährt worden wäre.
Unternehmer sind es gewohnt, Entscheidungen zu treffen, bei denen ihnen nicht immer alle Informationen zur Verfügung stehen. Ob es sich dabei um die Beste oder nur um die Zweit- oder Drittbeste handelt, entscheidet sich meist hinterher. In den traditionellen Vereinen gibt es jedoch eine Entscheidungshirachie, die manchmal vor Fehlentwicklungen schützt, überwiegend jedoch den Entscheidungsprozess bremst. Viele gute Ideen aus der Basis kommen oben zu spät an oder gammeln einfach in den Schubladen vor sich hin.
Das wachsende und damit immer teurer bezahlte Interesse der Fans und der Medien tragen dazu bei, als dass es längst nicht mehr um die Imagepflege geht, wie bei den früheren Sponsoren aus der Auto-Industrie oder ihren Nachfolgern der Lebensmittelindustrie. Ihr Geld diente lediglich zur Beschaffung der immer teurer werdenden Profis ohne in den Wertschöpfungsprozess des Vereins einzugreifen. Hopp und Co. greifen hier jedoch sehr tief ein und haben ihren Verein rasch in eine effizientes Unternehmen umgewandelt. Sie haben den traditionellen Vereinen gezeigt, wie schnell man mit einem guten Konzept bis an die Spitze gelangen kann.
Man schaut, was dort besser gemacht wird, anstatt die in ihren Augen agressive Abwerbepolitik. Allerdings ärgert man sich darüber, dass nur junge Spieler bis 25 Jahren geholt werden, ohne darüber nachzudenken wie schwierig es ist, einem 30-jährigen Star ein neues Konzept beizubringen, bei der er nur noch halb so viel Zeit hat, richtige Entscheidungen zu treffen!
Ich bin mir sicher, dass die Bundesliga davon profitieren wird. Allerdings gilt es auch hier neugierig zu sein, um das Bessere zu kapieren und kritisch hinzuschauen, um einfach alles nur zu kopieren.
Die m.E. schwiegste Frage wird sein, wie sich so ein "Unternehmerverein" mit der Fankultur verträgt? Denn in Leverkusen und Wolfsburg braucht man nicht so große Stadien wie andernorts, wo man unabhängig vom aktuellen Tabellenplatz große Stadien regelmäßig füllt.
Es wird weiterhin spannend bleiben ...!
