Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Zodiak



    Mein bisheriges Fazit ist es, die Handlungs- und Reaktionsschnelligkeit der Spieler weiter zu fördern.


    Das dürfte auch aus meinen Erfahrungen heraus ein guter Weg sein. Denn Positionssicherheit bedeutet, dass man alle Aufgaben zunächst einmal erkennt (Scannen des ballnahen Raumes) und unverzüglich darauf reagiert.


    Es kommt ja hier im Forum nicht so häufig vor, dass Themen im Leistungsfussball diskutiert werden. (Also alle Trainer im unteren Jugend- und Breitensportbereich jetzt mal wegklicken! :D ) Deshalb habe ich noch ein paar Fragen, die mir in diesem Zusammenhang ebenfalls wichtig erscheinen:


    1. Gegnerbeobachtung
    Selbst auf die Gefahr hin, dass "Coever" jetzt wieder sagt, das ist kein "Jugendfussball" möchte ich noch gerne von dir wissen, wie du/ihr das mit der Gegnerbeobachtung macht? Machst du lediglich Notizen zu jedem Gegner, gegen die ihr in der Hinrunde gespielt habt oder fährt auch jemand, bevor ihr gegen diesen Gegner spielt, zur Sichtung wo die Stärken und Schwächen des nächsten Gegners liegen?


    2. Taktische Mannschaftseinstellung auf Basis der Gegnerbeobachtung
    Denn zum Leistungsfussball zählt auch die taktische Einstellung des Teams. Wenn das Spiel begonnen hat, dann ist es zu spät, denn dann sollen sich die Jungs ganz aufs Spiel konzentrieren. Da ist es normal, dass auch mal was schief geht und dafür ist dann auch das nächste Training wieder da.


    3. Spielanalyse
    Daraus resultierend noch eine Frage: wie und wann machst du die Spielanaylse mit deinen Jungs? Erzählst du ihnen gleich, was nach deiner Meinung gut war und was man besser machen kann oder fragst du zunächst durch die Runde, was jeder von sich glaubt gut gemacht bzw. noch besser machen zu können? Wenn letzteres der Fall ist, was sagen deine Jungs?

    CokeFreak


    Erst mal Herzlichen Glückwunsch für die erfolgreiche Lehrprobe bei der C-Leistungslizenz.


    Wie du aber durchaus bemerkt haben dürftest, bestand die Lehrproben-Mannschaft aus Spielern mit anderer Eigenmotivation. Noch höher ist natürlich die Eigenmotivation bei den Stützpunktspielern.


    Bei Kindern, die nach längerer Zeit wieder zum Training gehen, mag es einem vorkommen, wie Kälber die nach dem langen Winter zum ersten mal auf die Weide dürfen. Sie rennen einfach drauf los! Und wenn dem denn so ist, dann gestalte dein Aufwärmtraining vom Inhalt und der Länge her so, dass sie ihren Bewegungsdrang erst einmal austoben dürfen.


    Während bzw. kurz nach der 1. Regenerationsphase ist die Konzentration hoch genug, um in knappen Worten (max. 1 Min.) deine Botschaften an die Jungs zu vermitteln. Kurz danach die Übung noch präsentiert und gefragt, ob`s alle verstanden haben und schon gehts los!


    Derzeit pendelst zu beim Fussball zwischen 2 Welten, stimmts? Die eine Welt ist deine Mannschaft, der du überwiegend noch der Kümmerer bist und die andere Welt ist der Jugendleistungssport, in der anspruchsvolle Inhalte theoretisch wie praktisch erlernt werden. Auch für dich mag es nicht immer leicht sein, dich von der einen Welt zu verabschieden, um dich besser auf die andere Welt konzentrieren zu können. Aber sei versichert, das wir von mal zu mal einfacher und so ziemlich zum Lizenzabschluß wirst du wissen, welche Ansprüche für deinen Fussball wichtig sind.

    Zodiak


    Ich gebe dir recht, dass man an den Jugendleistungsfussball eine weitergehende Ausbildung verlangt als im Breitensportbereich. Während im Breitensportbereich die Ausbildung auch nach dem Wechsel in den Seniorenbereich noch nicht abgeschlossen ist, sollte im Leistungs- und vor allen Dingen im Profibereich mit der Entlassung aus der U 19 die Ausbildung abgeschlossen sein soll, sodass der Einsatz im Seniorenbereich nahlos möglich ist.
    Es gibt keine Hektik, aber auch keine Zeit zu vertrödeln, weshalb die an dich gestellten Anforderungen für den Bereich des Leistungsfussballs durchaus gerechtfertigt sind. Wichtig dabei ist zunächst einmal ein altersgerechter, roter Faden.


    Für mich wäre eine ballbesitzorientierte taktische Umstellung für eine U 16 zu früh. Aber wie du schon beschreibst, ist eine Taktik auch immer Liga- und Gegnerabhängig. Wenn der Gegner erkennt, dass er im 1 : 1 bessere Chancen hat, weil er schnelle und robuste Angreifer hat, dann wird dein Team nicht 80 Minuten lang in Schnittstelle deiner Innenverteidigung geschlagene Bälle verteidigen können. Da nützt erst einmal nur als Sofortmaßnahme eine tiefer gestaffelte Abwehr. Deine Jungs können keinen Druck auf den Ball ausüben, wenn sie permanent mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen müssen. Selbst, wenn sie den Ball bekommen, wissen sie nicht, was hinter ihnen los ist, sodass der Spielaufbau nicht optimal gestaltet werden kann. Denn da ist außer dem Torwart niemand mehr mit einer offenen Spielstellung.


    Wenn ich da zurück denke, dann habe ich seinerzeit ähnlich gedacht wie du. ich war detailbesessen und habe zu wenig an das Wesentliche gedacht. Zum Wesentlichen gehören nun einmal die Gegner. Selbst, wenn ich meinen Stil und meinen Weg gehen möchte, kann ich deren Taktik und Stärken nicht gänzlich ignorieren.


    Vielleicht findest du in den nächsten Tagen einmal die Muße, dich ein stückweit vom Trainings- und Spielalltag deiner Mannschaft zu entfernen, um die Situation etwas neutraler zu betrachten? Denn wie seinerzeit Rainer Bonhof schon sagte: "Fussball spielt sich zwischen den Ohren ab. Dieses Brachland sollte hin und wieder neu bepflanzt werden."

    Follkao und Stefan70


    Eure Beiträge lassen mich hoffen, dass bereits in einigen Jugendbereichen die Einsicht eingekehrt ist, dass hin und wieder die Emotionen durch einen klaren Verstand "eingefangen" werden, was dem unteren Jugendbereich gut tut.


    Denn eure Aufgabe besteht ja im Kern in der Betreuung und Ausbildung im Fussball unter Berücksichtigung der Fairness. Ihr seit die Initiatoren für eine harmonische Athmosphäre eurer gemeinsamen Aktivitäten. Ihr könnt die Spieler und ihre Eltern mit eurer Begeisterung für den Fussball mit modernen Rahmenbedingungen infizieren.


    Ich würde mir wünschen, dass ihr eure modernen Vorschläge mit auf die Sportplätze nehmt und andere Trainer von euren guten Erfahrungen über kindgerechten, fairen Fussballeinsatz berichtet. Euch, die ihr schon sehr viel weiter seit als die Kollegen anderer Vereine möchte ich noch gerne als Bestätigung eures Weges sagen, dass aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus bereits eine Reihe von zunächst guten, dann talentierten und schließlich fussballverrückten jungen Spielern nach der Methode des druckfreien Trainings sich für allerhöchste Ansprüche qualifizieren konnten.

    Zodiak


    Deine Beschreibungen über die Schwierigkeiten kann ich gut nachvollziehen. Oder sollte ich mit aller Deutlichkeit sagen. man, du läßt aber auch Harakiri spielen? Die Jungs sind im Schnitt 1 Jahr jünger als der Gegner und sollen bei gegnerischem Ballbesitz auf 4 : 4 : 2 (noch dazu mit flacher 4) spielen! Selbst, wenn man technisch versicherte Einzelspieler mit guten Sprintfähigkeiten hat, überforderst du sich doch ein bißchen. Deine Variante würde ich einer B-Junioren-Nationalmannschaft durchaus zutrauen. Ralf Peter hat sie dafür auch geschrieben.


    Also ich würde das 4 : 2 : 3 : 1 System auch nicht bei gegnerischem Ballbesitz ändern. Denn zunächst erscheint es mir wichtig, das die U 16 - Spieler aus ihrer Position heraus lernen, im Verbund zu agieren. Werden dabei auch noch ballbesitzabhängig andere Aufgaben übertragen, dann reicht es vollkommen aus, wenn ein Abwehrspieler in der Unsicherheit lebt, dass sein Vordermann öfter Böcke baut, um sicherheitshalber 4-er Kette mit Manndeckung zu spielen, was du dann zum Auseinanderziehen des Verbunds beobachten kannst.


    Fazit: wenn der Gegner der Favorit ist


    a. Taktische Ausreichtung für die erste Halbzeit: Die Null soll stehen
    1. aus einer sicheren Abwehrformation heraus im 4 : 2 : 3 : 1 das eigene Spiel aufbauen
    2. bei gegnerischem Ballbesitz sofort in die eigene Hälfte fallen lassen und im Defensiv-Pressing nach hinten den gegnerischen Spielraum verengen und den Ball zurück erobern


    b. Zweite Halbzeit:
    1. nach dem gegnerischen Anfangsdruck auf gegnerischem Ballverlust spekulieren und innerhalb von 10 Sekunden mit maximal 3 Pässen zum eigenen Torabschluß kommen
    2. nach jedem Konter sofort zurück ziehen, damit der Gegner über die gesamte Spielzeit keine Gelegenheit bekommt, freie Räume im Zentrum zu finden.
    3. eigenes Zentrum zustellen hat oberste Priorität
    Bei gegnerischen Ballbesitz spielt es keine Rolle, ob der Angriff über die Außenbahn oder das Zentrum kommt. Das eigene Zentrum muß immer zugestellt werden. Denn nicht der Sprint an der Außenbahn oder die Flanke ins Zentrum ist gefährlich. Gefährlich wird es nur, wenn dort ein freier, gegnerischer Angreifer steht!


    Mein Rat also, teile deinen großen taktischen Schritt in zwei kleinere Schritte auf. Lass deine Jungs zunächst einmal im 4 : 2 : 3 : 1 sicherer werden und in der nächsten Saison bzw.. wenn du das Gefühl hast, nun wäre der richtige Zeitpunkt, kommt dann das 4 : 4 : 2 bei gegnerischem Ballbesitz hinzu. Beim Pressing glich Gleiches: fange erst mit dem Defensivpressing an, lass sie dann ein Mittelfeldpressing probieren und zum Schluß kommt die Königsdiziplin, dass Angriffspressing!


    Viel Erfolg dabei!

    Follkao


    Ich habe es früher genauso gemacht wie du und fand es damals richtig! Bis ich eines Tages herausfand, das eine Entschuldigung eine krasse Lüge war. Ich stand nun vor der Wahl, mir (wie in der Schule) eine Entschuldigung durch die Eltern ausstellen zu lassen oder aber ganz darauf zu verzichten. Denn so ein "kindliches Vorstrafenregister" wird ja im Laufe der Jahre immer länger und man sagt ja: "wer dreimal lügt, dem glaubt man nicht"! Weil ich es den "Steißtrommlern" aber nicht gleich tun wollte und keinen Beichstuhl für den Stadionpfarrer bauen wollte, habe ich diesen Teil der Aufgaben der minderjährigen Kinder gerne in die Hände der Eltern zurückdeligiert!
    Schließlich wollte ich keine weiteren Hürden für das gemeinsame Hobby, den Fussball aufbauen und habe ich ganz auf Entschuldigungen verzichtet. Es hat an der Stelle meine Aufgaben vereinfacht! Auch weiß ich seitdem, dass alle Anwesenden gerne kommen und sie von mir nicht dazu gedrängt wurden.


    schleppi
    Prima Kommentar. Am besten war jedoch die Beschreibung des U 10 - Trainers, der nach Nationaltrainer-Manier nach den letzten Trainingseindrücken seine ultimative Mannschaftsaufstellung gegeben hat. Der Typ erinnert mich irgendwie an den "russischen Trainer", der die Mitarbeiter der Presse mit den Worten begrüßt: "meine Damen und Herren, ich verstehe ja, dass sie geteilter Meinung sind! Aber in Zukunft wollen wir es doch bitte so halten, dass sie meine Meinung teilen!"


    Dieser U 10 Trainer wäre doch was für Andre`s Sammlung von Trainern für die "Silberne Zitrone"! Der könnte mir glatt noch den Preis streitig machen!

    Dani2


    Vielen Dank für deine ergänzenden Worte, durch die deine Meinung nachvollziehbar wird.


    Ja, du hast vollkommen recht! Es gibt solche Trainer-Ausnahmen, die per Befehl und unbedingtem Gehorsam glauben, alles bestens im Griff zu haben. Diese Leute gibt oder vielleicht sollte man besser sagen, gab es bis in die 1. Bundesliga. Mit dieser Methode kann man durchaus kurzfristige Erfolge erreichen, weil alles nach der Pfeife tanzt. Such dir ruhig ein paar Trainernamen aus, zu denen diese Ansichten passen würden. Ich will da auch gar kein Öl ins Feuer gießen.


    Leider gibts diese Leute auch in der Eliteförderung, weil manchmal nur nach den Ergebnissen, nicht aber nach ihrem Zustandekommen und auch nicht nach der weiteren Entwicklung dieser Talente geschaut wird.


    Aber soll man ein an und für sich für alle profitierende Kommunikationsebene wieder verlassen, nur weil ein paar Brüllaffen mit harschen Methode ein paar Siege erreichen?

    paulwurf_mauli


    Scheinst einen guten Job zu machen! Aber den Zusammenhang mit der Entschuldigung und der Aufsichtspflicht verstehe ich nicht? Du hast doch keine Aufsichtspflichtverletzung, wenn jemand nicht zum Training oder Spiel kommt? Für den Weg von und zum Stadion sind doch die Eltern verantwortlich!


    Wenn wir uns darüber einigen können, dass Jugendfussball als Hobby angesehen werden darf, dann verstehe ich beim besten Willen nicht, warum jemannd, der sein Hobby aus welchem Grunde auch immer, an einem Tag nicht ausüben möchte, dafür an einem anderen Tag eine Strafe (Reservebank drücken) bekommen kann?


    Würde es nicht das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Trainer und Spielern stärken, wenn man auf Betrafung verzichten könnte? Denn gerade in dem Alterszeitraum, wo sich Kinder ausprobieren möchten, wäre eine Abwesenheit, weil man mal mit Kumpels zum Tennis gegangen ist, eine Daumenschraube nach dem Motto "mitgegangen, mitgefangen"?


    Die Rotation bei einem zu großen Team kann ich hingegen gut nochvollziehen, weil sie für einen gleichmäßigen und damit für mich gerechten Einsatz sorgt. Aber wie ich schon sagte, manchmal weiß man erst hinterher, was man alles hätte besser machen können.


    So manch einer mag nun die Stirn runzeln, hat er doch geglaubt, mit dem stetigen Pendel zwischen Belohnung und Strafe seinen Teil zur Erziehung als Trainer beigetragen zu haben. Und überhaupt, wo kämen wir da hin, wenn jeder das machen könnte, wozu er Spaß hätte?


    Gerade über diese Form der Freizügigkeit im Sport würde ich mich besonders inspirierte Antworten von euch freuen!

    Kue


    Du merkst schon, dass deine Frage wenig Resonanz findet! Das liegt wohl daran, dass diese Geschwindigkeitsmessgeräte vornehmlich bei pseudo-professionellen Fussballschulen eingesetzt werden. D.h. es wird nicht an der Schußhärte und Präzission gearbeitet, sondern es ist eher als Kirmesbelustigung zu sehen.


    Deshalb meine Frage: welche Ziele verfolgst du mit einer eventuellen Anschaffung dieses Gerätes?

    paulwurf_mauli


    Trainer zu sein, heißt improvisieren zu lernen. Selbst nach sehr vielen Jahren Erfahrung weiß man manchmal erst hinterher, ob man ein glückliches Händchen mit seiner Entscheidung getroffen hat.


    Aber es bleibt uns nun einmal kein anderer Weg, als uns kurzfristig zu entscheiden. Ich kann sogar sagen, ich habe früher auch so entschieden.

    Ich habe meine Meinung zur Trainings- und Spielbeteilidung jedoch geändert und möchte das gerne begründen:
    Weil ich erst gar keinen Spieler dazu verleiten möchte, mir eine Entschuldigung vorzubringen, die sich hinterher doch als Lüge herausstellt, habe ich mir schon vor Jahren abgewöhnt, irgendwelche Entschuldigungen anzunehmen. Soetwas kann den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses behindern. Wer mich gerne informieren möchte, der kann. Aber er muß es nicht! Ich möchte gar keinen Anwesenheitsdruck aufkommen lassen. Weil es nicht meine, sondern ihre freie Entscheidung ist, Fussball spielen zu wollen, sollen sie auch die Gelegenheit dazu bekommen. Handle ich anders belohne ich Zwang und bestrafe ich die freie Entscheidung!


    Wie gesagt, wer Angst haben muß, nicht genug Spieler beim Training oder den Spielen zu haben, der scheint wenig Vertrauen in seine Spieler zu haben und die Spieler scheinbar auch in ihm? Vertrauen kann man nur gewinnen, aber nicht erzwingen!

    Liebe Trainerfreunde,


    die im Fussball handelnden Akteure bilden einen Querschnitt der Gesellschaft. Jedoch gibt es eine unterschiedliche Betrachtung, was denn eine Gesellschaft beinhaltet. Für manche gehören nur ein paar, aber bitte nicht zu viele Ausländer dazu (wie man jüngst in der Schweiz per Volksabstimmung entschied). Für A[video][/video]ndere sollen sich alle Kinder an einen strengen Regelkatalog halten, sonst sind sie Sonder(schüler)spieler. Derlei Einteilung ist aus der Schule hinlänglich bekannt. Habe mich vor kurzem mit einer Mutter unterhalten, die sich hat überreden lassen, ihre älteste Tochter nach der Grundschule auf eine Sonderschule zu schicken. Ihre Zweifel wurden dahingehend beruhigt, dass das Kind ja jederzeit bei Besserung auf eine "normale Schule" könnte. Als dann das 2. Kind ebenfalls diesen Weg einschlagen sollte, weigerte sich die Mutter. Dieses Kind steht jetzt übrigens kurz vor dem Abitur und auch das 3. Kind ins in der gymnasialen Oberstufe angekommen. Alle 3 vereint jedoch ein besonders lebhaftes Wesen! Aber weder wir Trainer noch Pädagogen scheinen genügend Erfahrungen und Wissen darum zu haben, um jeweils eine richtige Deutung eines Verhaltens zuverlässig bestimmen zu können.


    Wenn dem so ist, so hat Jeder eine Chance verdient. Und wie bereits erwähnt, zeigen die Mannschaftskameraden dabei wesentlich mehr Optimismus als wir Erwachsenen, der wir die Bedeutung des Spielens scheinbar längst verlernt haben.


    Es scheint jedoch in unserer emotionskalten Industriekultur mehr und mehr Standard zu werden, sich an ein enges Idealmuster klammern zu wollen. Derlei traditionelles Verhalten hat uns in der Vergangenheit kein Glück gebracht. Eine zu allen Seiten hin offene und tolerante Gesellschaft bietet weitaus mehr Gewähr dafür, sich in seiner Umwelt wohl zu fühlen. Die Frage "was machen wir mit den Aussortierten in 10 Jahren? Schießen wir sie dann einfach zum Mond? verdient durchaus eine Antwort! Es muß immer eine Wahl geben! Gewähre ist diese Wahl nur mir, aber nicht meinem Mitmenschen, so schränke ich seine Entwicklung sofort ein; etwas später dann aber auch meine Eigene, da sich Dritte so auch gegen mich entscheiden können.

    @Shimmi


    Es kann der Beste nicht in Ruhe leben, wenns dem Nachbarn nicht gefällt. Deshalb ist deine Aussage ..
    "

    Leider gibt es halt überall Ar***löcher, die die Schlupflöcher zu ihren Gunsten ausnutzen, egal ob mit oder ohne FPL.

    " nachvollziehbar. Jedoch sehe ich solche Fälle sehr selten. Denn dort, wo das Team dank eines guten Trainings sportlich überlegen ist, kann ein Weiterspielen trotz Seitenaus oder Foul kaum das Gesamtergebnis des Spiels verfälschen.


    Dennoch sollten solche ungeeigneten Trainer möglichst kurz in Unwesen treiben können, weshalb man:


    a. ein Stadionverbot zu erteilen
    b. stellvertretend für den (nicht vorhandenen Schiedsrichter) einen Bericht ans zuständige Sportgericht schicken


    könnte.


    Einen Weg zum besseren Fussball für unsere Kinder wegen ein paar "A..löcher abzubrechen, das kann nicht das Ziel sein. Man fängt eine Sache nicht an, um sie abzubrechen, sondern um eventuell im Weg liegende Steine aus dem Wege zu räumen.

    Liebe Trainerkollegen,


    immer, wenn es um die Pro- und Kontra-Auseinandersetzung für die Mannschaftsaufstellung geht, hauen wir uns die selben Argumente um die Ohren. Besonders seltsam empfinde ich die Argumente, das sich die Mannschaftsaufstellung nach Trainingsbeteiligung zusammen stellen sollte!


    Wer ein modernes, abwechselungsreiches und altersgerechtes Training macht und für die Kids immer ein offenes Ohr hat, der kann sich über eine regelmäßig hohe Trainingsbeteiligung und eine zunehmend homogene Mannschaft freuen. Dort, wo der Fussball eine hohe Priorität findet, gibt es ein hohes Maß an Elternunterstützung, was die Organisation erleichtert. So ist es auch in der transparenten Mannschaftsaufstellung, bei der alle anwesenden Spieler ausreichend Spielpraxis vom Trainer bekommen.


    Wo das nicht der Fall ist, sollte man zunächst einmal danach forschen, welche Ausreden man für sich selbst gelten läßt und ob die Jungs etwas anderes erwartet und verdient haben? Wie soll Begeisterung auf die Trainingsgruppe überschwappen, wenn man selbst nicht mit vollem Herzen dabei ist? Man kennt das ja: was für andere Todsünden sind, dass nimmt man für sich selbst gern als Cavaliersdelikt billigend inkauf!


    Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden auf den "Fuß getreten", wenn doch, dann sollte er sich fragen, warum er glaubt zur Gruppe dieser Trainer zu gehören?

    Jugendbetreuer


    Zunächst einmal möchte ich dir ein großes Lob dafür aussprechen, dass du nicht den einfachsten und bequemsten Weg gegangen bist, diesen Jungen auszuschließen, sobald er nicht mehr "nach deiner Pfeife tanzt!"
    Die Kommunikation der Eltern zeigt, wie wenig die Gesellschaft für Kinder empfindet, die nicht das Glück einer häuslichen Harmonie miterleben durften. Man gönnt ihm noch nicht einmal ein kleines Hobby, weil er nicht nach ihren Regeln und ihrer moralischen Pfeife tanzt!


    Für mich besteht der Wert einer Gesellschaft darin, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht! Hier wäre es doch so, dass der Junge das, was er zu leisten in der Lage ist, mitmachen kann! Was für die meisten anderen Kinder vielleicht nur ein lustiger Zeitvertreib kann für ihn zu einem Strohhalm werden, an den er sich aufrichten kann. Die Kinder scheinen ihren Anteil dazu leisten zu wollen. Denn wenn sich Streit entzündet, dann sind sie ja eher sportlicher Natur. Mal gehts um ein Tor, mal um ein Abspiel.


    Ich kann mich noch gut an ein hoch begabtes Talent mit Epilepsie erinnern. Es wurde aufgenommen! Ihr fragt nach dem warum? Was sollte denn beim Fussball anderes passieren, was nicht anderswo auch deine unverzügliche Hilfe, die du jeweils zu leisten vermagst, benötigt wird?


    Wir haben es immer mit Menschen zu tun, nicht mit kleinen oder großen Balltretern, die sich beliebig austauschen lassen!


    Du bist schon die ersten richtigen Schritte, Hilfe und Rat einzuholen gegangen. Jetzt gilt es daraum Erfahrungen zu sammeln. Dabei dürfen weder die Interessen des Jungen noch die der Anderen Ausschlußcharakter besitzen, sondern es geht darum einen gemeinsamen Weg miteinander zu finden. Denn für solche Kinder ist der Weg in die Kriminalität meist vorprogrammiert. Es hat nur wenige Chancen, für das schlechte Elternhaus gute Kameraden und Trainerpersonen zu finden, die ihm den nötigen Halt geben.

    loi


    So wie dir geht es vielen begeisterten Vätern und Müttern mit mehr oder weniger Fussballsachverstand. Aber selbst dort, wo hohe Fachkompetenz vorhanden ist, lassen sich Emotionen und sachliche Beurteilungskriterien nicht immer sauber voneinander trennen. Entweder man sieht sein Kind zu negativ oder man sieht es durch die "rosa rote Brille".


    Deshalb mußt du dir gar nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen, warum die Trainer deines Kindes zu einer anderen Meinung gelangen als du. Stehe deinem Kind ganz einfach zur Seite, genieße die kurze Zeit, in der du für ihn die Verantwortung trägst und gönne ihm sein Hobby, in der du mir zurückhaltender Leidenschaft sein Partner sein darfst.

    Andre


    Im Verein gibt es normalerweise mehr Trainer und Eltern als Vereinsmitglieder im Jugend- als im Seniorenbereich. Eltern, die nicht Vereinsmitglied sein wollen oder können, haben die Möglichkeit sich über die Trainer und Betreuer ihrer Kinder zu informieren bzw. ihre Meinung kundzutun.


    An der HV nehmen jedoch unterproportional wenig Mitglieder teil, die die Interessen der Jugend vertreten könnten Hier muß die Frage nach dem Warum erlaubt sein! Denn wer vorher meckert, der sollte dann auch an passender Stelle sein Wort erheben!


    Allerdings sollten sich die Jugendvertreter darüber im Klaren sein, dass es für die Umsetzung von Beschlüssen Personen braucht, die für die Einhaltung auf der nächsten HV zur Verantwortung gezogen werden.


    Fazit: Präsenz durch konstruktive Vorschläge auf der HV und Verantwortung durch Teilnahme an der Umsetzung zeigen.

    Also bevor der Junge in eine bestimmte Schublade gesteckt wird, sollte man schon etwas mehr wissen!


    Sonst würde man noch vermuten, es würde sich um einen unehelichen Sohn von Olli Kahn handeln? Denn als sein damaliger Trainer Winni Schäfer aus 2 gleichstarken Keepern einen als Stammtorwart auswählen sollte, kam er auf die Idee des direkten Vergleichs. Zunächst mußte Kahns Konkurrent in den Kasten und Winni drosch im den Ball auf den Kasten. Als dann Olli an der Reihe war, bat sein Trainer ihn höflich, doch den Ball aus dem Netz zu holen und ihm zu geben. Olli verweigerte dies, denn schließlich habe er den Ball ja nicht durchgelassen. Auch im späteren Verlauf seiner Karriere war sichtbar, welch ein schlechter Verlierer er sein konnte! Aber er war ein Weltklassetorhüter!!!


    Deshalb bin ich zunächst einmal dafür, erst einmal mehr über diesen 9-jährigen Jungen zu erfahren? Natürlich haben wir als Trainer nur eingeschränkte Möglichkeiten bei Versuch, auch dieses Kind in die Mannschaft zu integrieren. Wir können ihm die Eltern nicht ersetzen.

    DSV


    Das Thema hatten wir schon mal vor Jahren. Jeder Verein kann auf der HV über die Aufnahme von Mitgliedern per Abstimmung entscheiden. Wenn es ein einklagbares Recht zum Eintritt gäbe oder bei Eintrittsverweigerung seine Gemeinnützigkeit verlieren würde, könnte man sich die Mitglieder-Abstimmung schenken. Deshalb bedarf also bei Aufnahme und Ablehnung keiner weiteren Begründung.

    Toto2


    Danke, für deine ergänzenden Worte!


    Denn leider wird beim Jugendfussball viel zu häufig die aktuelle Situation beurteilt, ohne sie mit der noch bevorstehenden Karriere zu vergleichen. Die vermeintliche Bündelung von Talenten bis einschließlich dem E-Jugend-Bereich führt zunächst einmal zu deutlichen Erfolgen. Hierin scheinen dann Trainer und Abwerbevereine ihre Bestätigung für erfolgreiche Arbeit zu sehen.


    Aber was haben die 20 : 0 Sieger von ihren Wettkampf-Erfolgen. Haben sich die Offensive dafür anstrengen müssen? Nein, es hat gereicht, die Bälle in den Strafraum zu dreschen und auf die Fehler der Gegner zu warten? Hat sich die Defensive dafür anstrengen müssen? Nein, weil kaum ein Ball mal die Mittellinie überschritt! Hat es dafür gut ausgebildete Trainer gebraucht? Nein, die Überlegenheit dieser Jungs war so groß, das man auch den Platzwart oder Hausmeister hätte mitschicken können!


    Das DFB-Förderkonzept beinhaltet zusätzliches Training, Funktionsspieltage und Sichtungen im Rahmen der Kreis-, Verbands- und DFB-Nachwuchsauswahlen. Das ist schon seit Anfang des letzten Jahrzehnts so. Weil man bereits umfangreiche Erfahrungen sammeln könnte, wird fast immer der Rat erteilt, dass Kind zunächst noch im Heimatverein zu belassen. Weil bis einschließlich der D-Jugend auch noch keine Ausbildung nach den Prinzipien des Leistungssports erfolgt, macht ein Wechsel aus Leistungsgründen erst ab der C-Jugend einen Sinn.


    Es sind auch weniger die Kinder, sondern fast immer die Eltern bzw. noch häufiger Trainer-Eltern, die sich diesen Hype machen! Schließlich opfern sie ihre Freizeit und machen sie die Trainerarbeit hauptsächlich der eigenen Kinder wegen. Leider kennen sie nur die aktuellen Anforderungen, nicht jedoch die, die das Kind in einigen Jahren im oberen Jugend oder Seniorenbereich erwartet. Wenn sie es wüßten, würden sie vermutlich die aktuelle Situation mit anderen Augen betrachten und besonnener ihre Zukunfstentscheidungen treffen!