Beiträge von TW-Trainer

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    Andre


    Du hast mich schon richtig verstanden: wer sich nur deshalb zum Trainer machen läßt, weil sein Kind in dieser Mannschaft spielt, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Druck konfrontiert werden, dem er nicht gewachsen ist! Der wird sich irgendwann die Frage stellen, ob er sich zur Marionette des Vereins hat machen lassen? Denn er wird feststellen, dass Eltern und Verein seine Entscheidungen beeinflussen.


    Es ist auch nicht zufällig, dass dieser Trainertyp seinen Job an den Nagel hängt, wenn sein Kind mit dem Vereinsfussball aufhört. Denn die einzige Motivation diesen Job zu übernehmen, war sein Kind, nicht die Mannschaft und erst recht nicht der Verein! Andererseits ist es auch nicht zufällig, dass Väter dann weitermachen, wenn ihr Kind zum Leistungsträger mutiert und zu seiner Weiterentwicklung, Mannschaftskameraden, die Statistenrollen übernehmen sollen, braucht. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass bei der Anmeldung von Talenten fast nie die Kinder der Trainer fehlen?


    Man kann sich bei der Wertung über den Einsatz von Trainervätern auch nicht, wie Günter es gerne möchte, über Einzelfälle unterhalten!


    Über 50 % aller Neueinsteiger hängt nach der ersten Saison den Job wieder an den Nagel. Man muß sich fragen warum, statt über Einzelfälle zu sinnieren.


    Es dürfen dabei auch die Interessen der Kinder dieser Trainerväter nicht außer Acht gelassen werden. Dem Kind bleibt keine Wahl, als dem Vater zu gehorchen und vor versammelter Mannschaft u.U. gerügt zu werden oder bevorzugt zu bekommen. Ein Hauptgrund, warum nur selten Vater und Kind im oberen Jugend- und Seniorenbereich noch gemeinsame Wege im Fussball gehen! Unterstellt man, dass jeder Vater für sein Kind nur das Beste will, dann gehört das Loslassen in eine selbständige Verantwortung über die Freizeit des Kindes zu einem normalen Entwicklungsprozess. Seit doch mal ehrlich: welches Kind findet es nach der C-Jugend noch cool, dass sein Vater gleichzeitig sein Trainer ist. (Aber wieso nennt man diese Kinder "Muttersöhnchen"? :thumbup: ) Wenn der Vater nicht den Job an den Nagel hängt, dann bleibt dem Kind irgendwann nur noch die Möglichkeit den Verein zu wechseln, um endlich sein Ding machen zu können und sich nicht für jede seiner Aktionen rechtfertigen zu müssen.


    Wer sich als Vater zur Übernahme eines Traineramts entscheidet, sollte sich nicht vom Verein unter Druck setzen lassen, die Mannschaft des Sohnes zu trainieren, sondern wenn überhaupt ein anderes Team trainieren. (Es stellt sich an der Stelle zwar die Frage, warum er nicht allein darauf gekommen ist? Aber es kann ja auch sein, dass man selbst noch nicht den Mut dazu hatte!)


    Für die Fussballvereine ist die Wahl von Vatertrainern, wie bereits erwähnt die bequeme Lösung. Solange noch ausreichend Väter dafür zu finden sind, wird das Ehrenamt über den Klee gelobt und die Qualität der Vereinstrainer nicht hinterfragt.


    Man könnte jedoch durch Änderung dieser Mechanismen einen höheren Zufriedenheitsgrad im Jugendbereich erzielen, wenn man die Wahl nicht nach Verwandschaftsgrad zu Mannschaftsspielern, sondern nach Eignung trifft!

    Günter


    Ich empfinde die Diskussion um den Vatertrainer als müßig, solange es keine Alternative dazu gibt. In vielen Vereinen wird Derjenige zum Trainer einer neu gegründeten Mannschaft im unteren Jugendbereich erklärt, der bei der Frage des Jugendleiters: "... wer will es machen ..." sich nicht schnell genug hinter andere Eltern versteckt bzw., dem nicht schnell genug Ausreden des Verzichts einfallen.


    Das es Vatertrainer als Trainertrainer schon aufgrund ihrer vermeintlichen Neutralität besonders schwer haben, darf wohl ebenfalls nicht beschritten werden.


    Für die Masse der Vereine sind Vatertrainer ein Segen. Denn sei werfen nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn ihnen der Wind von vorne bläßt!


    Natürlich würde man sich unabhängige und gut ausgebildete Trainer von der ersten Minute des Vereinssports an wünschen. Denn je früher gut geschultes Personal mit der Ausbildung und Förderung startet, je besser entwickeln sich die sportlichen Aussichten. Aber davon sind wird noch Lichtjahre entfernt, denn es gibt noch nicht einmal für jedes Team ein Trainergespann und Mannschaftsbetreuer. Eine Chance auf Besserung sehe ich erst dann, wenn durch den demografischen Wandel und gleichzeitiger Veränderung der privaten in die kommunale Förderung eine Leistungsüberprüfung für budgetierte Gelder stattfindet.


    Es sollte danach keinen Unterschied machen, ob es eine verwandschaftliche Beziehung Trainer und Spielern gibt. Dann sollte lediglich die Qualität der Trainerleistung als Maßstab gelten.

    Dani2


    Genau das, was du an Spaß und Freude durch gute Trainer im Leistungsbereich erfahren hast, kannst du an Impulsen an deine Mannschaft zurück geben. Das Leuchten in den Augen der Kinder gibt dir das Feedback, das das auch für sie die geilste Form von Fussball ist, in der sich gefordert, aber nicht überfordert werden.


    Ob aus Spaß am Fussball auch Spaß an der eigenen Leistung wird, hängt in erster Linie von der Betrachtung des Individuums ab.

    @team412


    Erst ist es der Vater eines Spielers, der sich ins Spiel und damit in die Kommunikation deiner Mannschaft einmischt. Jetzt sind es gleich 3 Spieler und deren Eltern, die nicht wissen, was sie von deinen Botschaften halten sollen?


    Für mich ist nach deinen Beiträgen auch nicht so ganz klar, was du möchtest? Denn der Fussball kommt ja nur in Ausnahmen (ein paar Ergebnisse) vor. Was ist für dich wichtiger? Und ist nicht der Weg, sich mit all den Dingen zu befassen, die man nicht möchte, als mit den paar wichtigen Punkten, für die man sich engagieren möchte?


    Wir Trainer sind auch nur Menschen, die morgens aufstehen, in den Tag hineinrennen, dabei fortlaufend Fehler machen und manchmal hinterher schlauer sind! Wenn du vergessen hast, deiner Mannschaft etwas mitzuteilen, dann hole es nach! Aber grüble nicht und verschwende keine Zeit damit, was Andere wohl über dich denken mögen! Wichtig ist nur, das du es dir recht machst!


    Um was geht es (dir) eigentlich?

    paulwurf_mauli


    Zwar gehts hier primär um die E-Jugend-Altersgruppe beim Fragensteller, aber so groß sind die altersbedingten Unterschiede in der D-Jugend wohl nicht zu sehen. Hier kommt wohl eher zum tragen, dass ein Teil der Mannschaft einen anderen Schulzweig und dort einen höheren Leistungsdruck als noch in der Grundschule verspürt. Generell ändert dies jedoch nichts am Trainingsablauf eines normalen Trainings, egal an welchem Wochentag.


    Unabhänging vom Wochentag sollte man eine Trainingseinheit unabhängig vom Trainingsthema wie folgt gestalten:
    1. Warmmachphase (5 - 10 Min.) einfache Bewegungsformen, bei der die Kinder eventuellen Stress (Schule, Freunde, Elternhaus) abbauen und sich auf neue Aufgaben konzentrieren können
    Für Kinder hat das "Warmmachen" noch eine andere sportphysiologische Bedeutung als für Erwachsene, aber darauf soll hier nicht eingegangen werden.


    2. Erste Regenerationsphase (2 -3 Min.) Länge hängt etwas vom Ermüdungsgrad des Warmmachens ab) mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme


    3. Übungsformen mit hoher Konzentration (ca. 20 MIn, in mehreren Blocks a. 5 Min. aufteilen) Der Übungserfolg hängt nicht nur vom gewählten Schwierigkeitsgrad, sondern auch vom Grad der körperlichen und
    geistigen Ermüdung ab. Deshalb sollte man die Übung an der Stelle stoppen, an der der Übungserfolg am höchsten ist. Weil dies etwas Trainererfahrung benötigt, kann man sie in der Anfangsphase stoppen,
    wenn der Erfolg bereits leicht abnimmt. Auf keinen Fall die Übung fortsetzen, wenn der Erfolg weiter nachläßt! Die Kinder verlieren nicht nur die Konzentration, sondern auch den Spaß an der Übung.


    4. Zweite Regenerationsphase (3 - 4 Min) mit Flüssigkeitsaufnahme Hängt von der Intensität der Übung sowie der Fitness ab.


    5. Spielformen (ca. 15 Min.) Hier werden die Inhalte der Übungen spielerisch wiederholt. Der Trainer sollte zunächst einmal schauen, ob die gewählten Übungsinhalte grundsätzlich angewandt werden können. Die Detailkorrekturen erfolgen erst später, wenn die Fähigkeiten verfeinert werden sollen.


    5. Dritte Regenerationsphase (2 - 3 Min) mit Flüssigkeitsaufnahme (jedes Kind hat einen unterschiedlichen Flüssigkeitsbedarf, ohne Flüssigkeitszufuhr wird es jedoch rascher ermüden. Deshalb auch als Trainer darauf achten und für Kinder, die ihr Getränk vergessen haben, eine Ersatzflasche mitnehmen


    6. Abschlußspiel (ca. die Hälfte der Trainingszeit) Leider packen vielen Training in Unwissenheit oder übermäßigem persönlichen Ehrgeiz viel zu viel in eine Trainingseinheit hinein. Besser weniger, aber dafür intensiver! Kinder brauchen eine längere Zeit des Ausprobierens von vermittelten Fähigkeiten. Der Trainer sollte beim Abschlußspiel lediglich motivieren, aber nicht mehr korrigieren, sondern das noch nicht Erlernte in spätere Trainingseinheiten aufnehmen.


    Abschluß: Jeder sollte sein Training so gestalten, wie es für seine Mannschaft und ihn am besten ist. Mir war es stets zu langweilig, Trainingsinhalte in der gleichen Form zu wiederholen, weil es für mich dabei kaum Neues zu entdecken gab. Weil sich auch jedes Spiel etwas anderes gestaltet, habe ich die Übungen und Spielformen auch immer etwas anders aufgebaut. Dazu gehört schon etwas Übung und Pioniergeist. Umfangreiches und abwechslungsreiches Training sorgt dafür, dass die Kinder im Wettkampf aus einer größeren Zahl an erlernten Spielvarianten die jeweils Günstigste für sich aussuchen können. In der Summe der Einzelaktionen erwächst hieraus ein flüssiges Spiel auf Basis einer guten Spielanlage. Geduld und ein großes Herz für Kinder ist dabei ein ständiger Partner. Denn wir sind als Trainer nur Steigbügelhalter für das was Kinder wirklich wollen! Wenn wir einen guten Job machen, dann wird es immer etwas sein, woran sie sich gerne erinnern werden.

    Ronaldina


    Erstmal Glückwunsch zu deinem, wie ich finde gelungenen Beitrag. Prima auch die Begründung, dass die Automatisierung einer Technik erst dann stattfinden kann, wenn die Technik dazu korrekt ausgeführt wird.


    Du hast es schon richtig erkennt, dass Torleute die Technik des Spannstoßes häufig besser beherrschen als ihre Feldspieler-Kollegen. Ihr Handycap ist jedoch, dass sie diese Technik fast ausschließlich mit dem ruhenden Ball ausführen können. Sonst würden nicht so häufig weitergeleitete Bälle im Seitenaus oder beim Gegner landen.


    Deshalb noch ein paar Ergänzungen:


    1. Spielnah trainieren, deshalb Übungen immer aus der Bewegung heraus
    2. Torleute alle Techniken mittrainieren lassen, dann entwickeln sie sich in der Ballverarbeitung besser


    A. Nicht mehr als 10 Abwehr-Aktionen hintereinander, danach TW-Wechsel
    Zum Schluß noch ein Wort über den Torwart-Einsatz im unteren Jugendbereich! Versucht euch einmal in die Situation eines kleinen Keepers zu versetzen, dem unermütlich Bälle um die Ohren fliegen. Bei den ersten Bällen kann er sich noch konzentrieren. Danach wird er chancenlos. Denn während sich seine Mannschaftskameraden gerade eingeschossen haben, ist der Keeper müde und braucht ein paar Minuten zur Regeneration


    B. Distanz muß stimmen
    Je nach Torabschlußart sollte die passende Distanz gewählt werden. Günstig ist es die Distanz durch Hütchen zu markieren oder als Trainer selbst darauf zu achten, dass die Distanz nicht während der Übung permanent verkürzt wird. Bei Vollspannstößen oder Volleyabschlüssen ist ganz besonders auf eine ausreichende Distanz zu achten, denn sonst kann es in einzelnen Fällen aufgrund des erhöhten Balldrucks zu Verletzungen (Finger- und Handwurzelbruch) kommen. Denn die E-Jugend-Keeper haben in der Regel noch nicht gelernt, wie man nach dem Kontakt die Ballgeschwindigkeit so reduziert, das ein gefahrloses Fangen möglich ist.
    Weil der Trainer Vorbildfunktion besitzt, sollte auch er sich nicht verleiten lassen, aus Jux einen Vollspanstoß oder Volleyschuß aus nähester Nähe abzugeben. Denn genau wie die Spieler nur in Situationen mit realen Gewinnmöglichkeiten lernen können, braucht auch der Torwart immer eine Chance!


    C. Torabschlußübungen spielnah gestalten
    Leider enden die meisten Übungen mit dem Torabschluß. Weil jedoch die meisten Torchancen im Spiel nicht immer unmittelbar zum Torerfolg führen, sollten die Übungen um:
    - die Eroberung des Abprallers (Angreifer, Abwehrspieler)
    - den Nachschuß (Angreifer)
    - die Spieleröffnung (Abwehrspieler)
    erweitert werden. Denn dadurch werden sie spielnah. Und ganz nebenbei stehen bei dieser Übungsergänzung auch nicht so viele Spieler dumm in der Gegend herum, sondern sind aktiv beteiligt!

    JuFu2013


    Als Trainer hat man zwar gewisse Vorstellungen, die nützen jedoch wenig, wenn es die Realität nicht hergibt.


    1. Trainingshäufigkeit
    Dein Kollege meint, dass 2 x wöchentliches Trainer besser wäre als 1 mal. Da hat er sicherlich recht, denn je mehr Zeit zur für die sportliche Bewegung zur Verfügung steht, je besser die Entwicklungschancen. Sonst würde man die Kinder ja auch nur 1 x wöchentlich in den Kindergarten oder zur Schule schicken? In den meisten Vereinen wird in der E-Jugend bereits 2 x wöchentlich trainiert. Wenn es aber bei deiner Mannschaft ein Problem darstellt, weil die Mehrheit aufgrund anderer Aktivitäten nur 1 x wöchentlich kann, dann sollte man es auch nicht ändern.


    2. Regenerationszeit
    2.1. körperliche Regeneration
    Die Frage war, ob man freitags trainieren sollte? Als Antworten gab es: Nein, dann bleibt zu wenig Regenerationszeit, weil ja samstags ein Spiel folgt. Diese Regel stammt aus dem Seniorenbereich. Hier ist es von weitaus größerer Bedeutung, dass man mit ausreichend regerierten Muskeln und Sehnen ins Spiel geht. Denn sie helfen nicht nur Tore zu schießen und zu verhindern, sie schützen auch vor Knochenverletzungen. Weil Kinder in aller Regel täglich ihren Bewegungsbedarf ausleben (sollten), ist auch die körperliche Regeneration normalerweise abgeschlossen. Weil sich die Kinder freitags nach der Schule auch nicht von ihren Eltern in Watte legen lassen, sondern wild herumtoben, dürfen sie auch freitags trainieren.


    2.2. geistige Regeneration
    Es kam der Einwand, dass sich die Kinder nach einer anstrengenden Schulwoche nicht so gut konzentrieren könnten, weshalb freitags ein ungünstiger Trainingstermin wäre. So ganz von der Hand weisen mag man es ja nicht, aber das Handycap ist relativ gering. Denn in der F-Jugend finden regelmäßig Freitagsspiele statt. In anderen Jugend- und Seniorenbereichen ebenfalls. Die geisten Anforderungen im Breitensportbereich dürften jedoch bei altersgerechtem Training die Wenigsten überfordern.


    Das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten heißt:
    Ob 1 oder 2 x wöchentlich trainiert werden kann, sollte man mit den Kindern und Eltern abklären. In welchen Wochentagen trainiert wird, hängt ebenfalls von den sonstigen Terminen der Kinder und Trainer sowie der Trainingsplatzbelegungen ab.


    Wie kann`s weitergehen?
    Ich würde zur Überwindung der Meinungsdifferenzen mit dem Trainerkollegen, der Mannschaft bzw. deren Eltern ein gemeinsames Gespräch führen und die Möglichkeiten erörtern. Es wird sich mit Sicherheit eine gute Kompromislösung finden lassen.

    Loddar2


    Natürlich sind Tore im Fussball das Sahnehäubchen, aber wann fängt man mit dem gezielten Torabschluß an und wie übt man es überhaupt? Sehr häufig beobachte ich, wenn die Kinder in Reih und Glied ca. 10 m vor dem Tor stehen und dann alle 5 Minuten jeder mal einen Ball aufs Tor schießen. Ob und wie sie das Tor treffen, hängt in aller Regel davon ab, ob ihr Trainer den Ball präzise und mit dem richtigen Druck in den Lauf spielen kann.


    Den Torabschluß kann man in jeder Altersklasse üben und dabei "gleich mehrere Fliegen gleichzeitig erschlagen"!


    a. beidfüssiger Torabschluß
    b. Torabschluß nach Flanken aus unterschiedlichen Richtungen
    c. Torabschluß nach Dribbling


    Wichtig dabei ist es immer von einfachen zu den etwas schwierigeren Übungen zu gelangen. Aber der E-Jugend könnten die ambitionierten Trainer sogar den beidfüssigen Torabschluß mit geschlossenen Augen probieren. Denn bei dieser Übung wird ganz nebenbei trainiert, das sich Kinder durchaus aufgrund ihres hervorragenden Kurzzeitgedächtnis die Position eines Balles präzise merken können und sich so ausschließlich auf den kurzen Anlauf und den Torstoß konzentrieren können. Denn jeder Trainer hat von euch schon oft genug Spieler gesehen, die nur auf den Ball starren und deshalb weder erkennen, dass der Gegner den Ballweg zum Tor versperrt haben, noch das sich ein mitgelaufener Mannschaftskamerad mitlerweile in einer besseren Position befindet. Zur Erhöhung der Handlungsgeschwindigkeit gehört es, dass der Ball dem Spieler gehorcht und er sich auf die jeweilige Situation einstellen kann.


    Um jedoch nicht das Spekulieren zu traineren, sollte jede Übung ein wenig anders aufgebaut werden. Nur dadurch gelingt es, dass der Spieler einen Abgleich mit bereits bekannten Situationen vornimmt und so rasch die richtige Entscheidung treffen kann, mit welchem Fuss er wie den Torabschluß suchen soll.


    Nun noch kurz zu den Korrekturen. Zu empfehlen ist zunächst der Torabschluß ohne Gegnerdruck.


    Bei einem schlechten Torschuß sollte man nicht das Schußbein, sondern zunächst einmal das Standbein beobachten:


    1. zu weit vom Schußbein entfernt = keine Schußkraft und Präzision
    2. zu weit hinter dem Ball = Ball steigt, hat aber keine Schußkraft
    3. zu weit vor dem Ball = Ball bleibt flach, aber keine Schußkraft und Präzision


    Nur, wenn sich das Steinbein direkt neben dem Ball befindet, kann der Spieler das Schußbein richtig durchschwingen und einen guten Torabschluß hinbekommen. Um diese Schußtechnik zu vereinfachen, sollte man zunächst einen relativ geraden Anlauf wählen. Wichtig dabei ist immer, sowohl mit rechts als auch mit links üben zu lassen, damit beide Körperhälften mit trainiert werden. Denn es laufen nicht nur die Füsse, sondern der gesamte Körper erhält über die Hirn- bzw. Nervenreize alle Informationen gleich mit. Wenn das klappt, kann man Bogenanläufe trainieren oder die Ballverarbeitung von flachen und halbhohen Bällen.


    Falls möglich empfiehlt sich die Kleingruppenarbeit. Je früher man korrekte Torabschlußtechnik trainiert, je weniger müssen die Kollegen später korrigieren. Wer hier keinen Bedarf erkennt, der sollte einmal bewußt darauf achten, wie häufig sich Senioren-Kicker z.B. zunächst den Ball auf den "anderen Fuss legen müssen", um einen anständigen Torschuß hinzubekommen.

    DSV


    Für uns Erwachsene gibts häufig keinen Unterschied zwischen Ergebnis und Erlebnis! Gewinnt unser Lieblingsverein sein Spiel, dass schweben wir als Fans auf Wolke sieben. Verliert sie, so ist für so manch einen leidenschaftlichen Fan das Wochenende schon gelaufen. Nicht ganz so extrem geht es den aktiven Seniorenspieler. Der Unterschied liegt darin, dass sie unmittelbar beim Spiel erfahren konnten, zu welchen Leistungen sie, ihr Team, aber auch den gegnerischen Spielern in der Lage waren. D.h. wie es zum Ergebnis kam und wie sie es erlebt haben?
    Bei den Kindern ist Fussball ein Spiel, das sich in erster Linie nicht aus der Beobachtung anderer, sondern aus der eigenen Beteiligung jeder einzelner Szene beschreiben läßt. Normalerweise geht man hierbei mal als Sieger und mal als Verlierer hervor. Typisch in der kindlichen Erlebnisbeschreibung ist, dass man am Ende doch der Sieger war und das unabhängig vom Spielergebnis.


    Anders wie Ralf bin ich über den "dicken Paule", der immer nur ins Tor durfte, zu gleichen Erkenntnissen gelangt, dass wir Erwachsene eine andere Rolle beim Fussball einnehmen sollten, um die kindliche Entwicklung beim Fussball besser zu unterstützen.
    Weil ich auch wieterhin gerne anonym bleiben möchte, kann ich an dieser Stelle nur als Beitragsschreiber versichern, dass es ein Gesamtprozess des Verständnisses für das jeweilige Rollenverständnis gibt. Häufig ist es so, dass man als Trainer etwas macht, ohne sich in diesem Moment viele Gedanken darüber zu machen. Erst später versucht man in der Reflexion den Veränderungsprozess zu begreifen. Dieser interaktive Prozess führt dann zu den selben Ergebnissen, wie sie von Ralf beschrieben werden.


    Jedoch behandelt Ralf den Breitensport im unteren Jugendbereich, während mein Interesse der späteren Talententwicklung gilt. Dabei gilt es zu beobachten, warum ein Kind als normalbegabt, ein anderes als besonders begabt oder gar hoch talentiert beschrieben wird. Am Beispiel: "wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" war es mein Ansinnen, das traditionelle Denken auf den Prüfstand zu stellen. Denn es gibt berechtigte Zweifel am System, bei dem lediglich die Stecknadel im Heuhaufen gesucht wird. Wer sich dabei als wilder Derwisch aufführt, handelt nicht im Interesse der Kinder und auch nicht im Interesse des Fussballs. Schließlich wird er sich fragen, warum er keinen Erfolg hatte? Wenn überhaupt, dann wird er zur Erkenntnis gelangen, dass er ja nur versucht habe, die Erwartungen seiner Interessensgruppen bestmöglich auszuführen. Kinder haben jedoch keine Lobby! Man kann jedes Kind durch eine kindgerechte Unterstützung über sich hinaus wachsen lassen. Solange es bei den wachsenden Anforderungen Spaß empfindet, entsteht auch kein Handlungsstau. Diese hohe Geschwindigkeit in der Aufgabenverarbeitung entwickelt sich ohnehin erst im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Auch daraus resultiert, dass es Geduld und keine verbalen Peitschenhiebe braucht.


    Kinder brauchen unseren besonderen Schutz im Fussball. Denn nur wenn sie sich sicher fühlen und ihren Fussball spielen dürfen, können sie den kindlichen Spaß empfinden. Die FPL sind ein erster Schritt hin zur Selbstverständlichkeit, die Kinder als Partner und nicht als Befehlsempfänger zu betrachten.

    @FB
    Aus deinem Beitrag ging nicht hervor, ob du nun die alleinerziehende Mutter meinst, an die sich der Trainer heranmacht. Denn dort geht es um zwei Erwachsene, von denen zumindest einer eine Beziehung wünscht. Oder ob du das Kind meinst, an das her über die Beziehung mit der Mutter aufgrund krankhafter Veranlagung herumexperimentieren möchte? Man darf soetwas nicht verharmlosen. Dennoch erachte ich es als Einzelfälle, die auch nicht fussballspezifisch sind (wie dein Beispiel für den Handballtrainer zu belegen scheint)


    Fussball ist ein Spielbild der Gesellschaft, weshalb es auch hier alles gibt. Grund genug, um als Eltern oder Trainerkollegen die Augen offen zu halten.


    Wo der graue Rand, in denen ein normaler Trainer einen Nutzen oder einen weiteren Schaden bei einem bereits belasteten Kind anrichten kann, dass läßt sich aus der Ferne gar nicht sagen. Aber welcher werdende Vater verbindet seinen Wunsch nach einem Kind schon sofort mit der lebenslangen Fürsorge-Aufgabe? Man wächst mit seinen Aufgaben, wenn man sich den Herausforderungen zunächst einmal stellt. Geht es gut, dann profitiert man selbst. Geht es schief, dann hat man zumindest sein Bestes versucht!


    Im konkreten Fall gibt es eine Betreuerin für diesen Jungen. Sie erachtet es als richtig, dass der Junge über die Integrationsfunktion des Fussball später einmal ein ganz normales Leben führen kann. Erste, kleine Fingerzeige, dass der Junge Vertrauen in seine Mannschaftskameraden und Trainer fasst, scheinen erkennbar. Auch der Umgang mit Siegen und Niederlagen zeigt erste positive Wirkungen. Ob es jedoch eine nachhaltige, positive Wirkung zeigt, das kann man in so einem frühen Stadium noch gar nicht sagen.


    Deshalb würde ich mich freuen, wenn von Zeit zu Zeit ein Beitrag über die weitere Entwicklung hier gepostet würde. Denn gerade diese Einzelfälle zeigen uns Trainern allzudeutlich, dass wir es mit Jungen Menschen zu tun haben, die wir nicht auf ihre Fähigkeiten im Fussball allein reduzieren dürfen.

    betreuer72


    Wie einige andere gute Ideen liegt das E-Learning für die Trainerausbildung seit Jahren in den Schubladen des DFB. Einstweilen gibt es für die Ausbildung der C-Breitensportlizenz entweder die Blockausbildung im Verband oder die dezentrale Ausbildung am oder in der Nähe des Heimatortes.


    Die einmalige Abwesenheit kann durch Abfassen einer Arbeit im behandelten Themenbereich nachgearbeitet werden. Bei mehrfacher Abwesenheit können im Folge-Ausbildungsseminar die fehlenden Ausbildungselemente nachgeholt und die Trainerlizenz in diesem Nachfolge-Lehrgang abgeschlossen werden.

    Dirk


    Ich kann dir in den meisten Punkten recht geben, dass es auch im Jugendleistungsfussball statt um Ausbildung um den Aufbau eines Netzwerks zur eigenen Karriereplanung geht. Aber spätestens in der A-Lizenzausbildung wird auch vom DFB darauf aufmerksam gemacht. Schon allein aus dem Interesse heraus, auch zukünftig genügend qualifizierte und engagierte Trainer zu bekommen, von denen sich ein paar später für die DFB-Fussballlehrer-Lizenz entscheiden. Dafür wird schon bei der Auswahl der Kandidaten wert gelegt.


    Was die Trainer und Vereine allerdings daraus machen, dass ist eine ganz andere, eigene Sache. Wie im realen Leben bekommen auch dort Trainer, die lediglich in kurzen Erfolgszeitrahmen denken, gerade von denen die besten Noten, die sich am wenigsten darum scheren. Sie sind auch nicht zu einer Qualitätsbeurteilung gezwungen, weil die Auswahl an "Trainer-Frischfleisch" groß genug ist. Es ist in der Tat ein Haifisch-Becken mit seinen eigenen Gesetzen. Wobei als oberstes Gesetz: "wer Erfolg hat, der hat recht" fast immer gilt.


    In den Niederlanden werden fast alle Jugeänd-Teams im ab dem C-Jugendbereich bis einschließlich A-Jugend nach dem 4 : 3 : 3 trainiert. Dies hat den Vorteil, dass jeweils auf das vorhandene Wissen aufgebaut werden kann. Ferner bietet dieses recht offensive System die Möglichkeit, die individuellen technischen Qualitäten noch besser zu formen, als es eine defensivere Systemeinrichtung.


    Auch ein 4 : 4 : 2 oder von mir aus ein 4 : 2 : 3 : 1 würde weitaus weniger Probleme machen, wenn man dabei bliebe, statt bei der U 16 schon nach dem Vorbild des "Championssiegers" spielen lassen zu wollen.


    Das Problem ist, wie bei fast allen Dingen des Lebens, dass die jeweiligen Aussagen nur und bestimmten Voraussetzungen funktionieren. Verknüpft man jedoch mehrere Aussagen miteinander, so erweckt dies für den Laien hohe Kompetenz, für den Fachmann kräuseln sich die Nackenhaare.


    Wer aber nicht "mit den Wölfen heult", der hat es schwerer und muß sich jeden einzelnen Pluspunkt seiner Arbeit erkämpfen. Da haben es die unter den Schreibtischen der Vereinsmanager hockenden Speichellecker weitaus einfacher. Denn sie wissen ihr fehlendes Know-How durch Kritik an der Arbeit Anderer geschickt zu verdecken. Warum sollte es im Fussball auch anders zugehen als in anderen Wirtschaftskreisen?


    Ach ja, da gibt es ja noch die Jugend. Sorry, tut mir leid, die kommt nicht darin vor! Dafür hat man allerhöchstens den "nervösen Daumen", der mal nach oben und mal nach unten zeigt. Formschwankungen, wie sie eigentlich während der Jugend normal sind, werden nicht verziehen. Weil es auch um sehr viel Geld geht, suchen die Scouts der großen Vereine unermüdlich nach noch unentdeckten Talenten.


    Wenn man sich mit der Ansicht einer taktischen Gruppe im Jugend-Leistungsfussball auseinander setzt, dann kann es nicht schaden, sich mit dem Jugendleistungsfussball insgesamt auseinander zu setzen, um die Rahmenbedingungen zu erkennen und seine sinnvollen Schlüsse daraus zu finden.


    Dennoch muß man seinen eigenen, autentischen Weg gehen, darf keine Angst vor Fehlern haben. Einer der häufigsten Fehler ist es, schon zu früh und zu sehr ins Detail zu gehen, statt zunächst einmal zu schauen, wo man die Mannschaft abholen muß und wohin es realistischerweise in der nächsten Zeit gehen kann.

    Thomekz


    Ich denke, der demografische Wandel gibt gerade den kleineren Vereinen keine andere Möglichkeit, in irgendeiner Weise (Gastspielrecht, JSG, JVF) eine Kooperation mit anderen Vereinen einzugehen. Diese Zusammenarbeit gibt ihnen die Möglichkeit, für die Erwartungen aller Spieler (Breiten-, Leistungssport) ein Angebot zu schaffen. Nimmt man einmal eventuell größere Entfernungen zum Training und den Spielen heraus, so sollten Sie für die Vereine und ihre Spieler deutlich bessere Rahmenbedingungen ergeben. Ferner ist damit zu rechnen, dass Jugendliche im unteren und mitleren Leistungsfussball und auch dort tätige Trainer wieder zurückkehren und zusätzliches Know-How in die JSG oder JVF mitbringen.


    Jedoch sind es gerade die Vertreter der etwas größeren Vereine und auch der Sponsoren, die weiterhin auf eine rein vereinsintere Jugendausbildung bestehen. Aus diesen Kreisen hört man Argumente, wie: wir fördern doch keine Spieler, die nach der Jugend in Konkurrenz-Vereine wechseln!
    Schwierigkeiten gibt es ebenso im Übergangsbereich von der Jugend in die Senioren. So kann es vorkommen, das einer der angeschlossenen Vereine zur Verstärkung seines Seniorenteams A-Jugendliche vorzeitig in seine 1. Mannschaft holt.


    In jedem Fall sollten die Verantwortlichen von Kooperationen vorher beraten lassen und ihre Willensübereinstimmungen auch für die Nachfolger in schriftliche Vereinbarungen gießen! Sonst könnte es Mißverständnisse geben, deren Ursachen meist aus den Momentaufnahmen der angeschlossenen Vereine zu finden sind.


    Wie für die Jugend-Spieler sollte es auch für die Vereine, die sich anderen Formen der Förderung widmen möchten, eine neutrale Beratungsstelle geben. Denn erst, wenn die inneren Konfliktpotenziale belastbar geregelt sind, kann man sich mit den äußeren Forderungen auseinander setzen.

    Liebe Trainerfreunde,


    die Diskussion um die Tabellenabschaffung ist ja nicht neu. Es wurde lang und breit darüber diskutiert, dass ein rein ergebnisorientiertes Trainerdenken nicht mit den Erwartungen der Kinder in den unteren Altersgruppen übereinstimmt. Mit dem Hinweis: "Hey, dann haben wir ja eine Saison umsonst gespielt ..." wird nochmals verdeutlicht, dass die Prioritäten nicht in der Gewinn-Maxime, sondern in der Vermittlung von Spaß an Bewegung mit und ohne Ball liegt. Weshalb es auch kein "Umsonst" gibt, wenn altersgerechtes Training angeboten wird.


    Allerdings mag es überall dort als sinnvoll erscheinen, wo es genügend gleichaltrige Mannschaften gibt, für die leistungsmäßige Einstufung innerhalb der F-Jugend-Gruppen eine Ergebnis-Übermittlung an den Staffelleiter geben.


    Kinderfussball und Erwachsenenfussball bedürfen einer klaren Trennung in der Leistungsbeurteilung. Denn Kinderfussball ist ein Hobby, während Erwachsenen-Fussball auf allen Ebenen bis hin zum Profitum betrieben werden kann. Aufgrund dieser Trennung lassen sich Entscheidungen für die Trainer relativ einfach ableiten.

    @DaddinZockn


    Die "paradoxe Intervention" gehört zum Repertoire der Konfliktführung in der Managerausbildung. Aber was soll denn die Differenzierung zwischen dummer und nicht dummer Bestrafung? Liegt nicht in jeder Form der ausgesprochenen Bestrafung auch eigene Hilflosigkeit?


    Beim Durch-Klicken auf den LInk der "dümmsten 5 Bestrafungen" gibt der Verfasser seine fussballerischen Aufgaben preis, die damit endet, dass er der Trainer einer gewissen Kampfmannschaft ist, dessen Seite allerdings aus vermuteten Gründen bereits anderweitig freigegeben wurde. Aber das scheint wohl eher ins Weltbild unserer sonst so lieben östereichen Nachbarn zu passen.


    Die Einbindung von "Abweichlern" ist m.E. O.K., diesen vermeintlichen Diszplinstörer jedoch als Dienstburschen zum Einsammeln von Trainingsequiptment, Kabinenreinigung, ect. geht jedoch entschieden zu weit. Bei der "Durchleuchtung" seiner Spieler sollte man schon sensibel vor gehen. Sonst hat man schon Porzelan zerschlagen, das dann kaum noch zu kitten ist.


    Auch hätte ich in diesem Zusammenhang den Vorschlag zu machen, dass der Trainer nach einem langweiligen Training bzw. nach schlechtem Benehmen ein Liedchen vor versammelter Mannschaft trällern darf! Also tut mir leid, irgenwie scheinen unsere Nachbarn noch mittelalterliche Ansichten über die Rechte und Pflichten der Kinder zu haben, wonach es einem Erwachsenen jederzeit zusteht, ihnen verbal aufs Maul zu schlagen? Oder wie seht ihr diesen Link-Beitrag?

    Zodiak


    Die Zeitintensität der Anlayse hängt davon ab, ob man "auf Kurs ist" oder nicht! ist man in seinem Plan und bekommt die Bestätigung im Training und auf dem Platz, dann ist das eine sehr kurze Angelegenheit.


    Bei meiner früheren Methode war es ebenfalls so, dass sich die, die ihren Senf dazu geben wollten, geäußert haben. Es ist aus den bereits genannten Gründe jedoch wichtig, den Blick vom Urheber einer Situation selbst zu bekommen, um sich ein besseres Bild davon zu machen. Außerdem besteht meine Mannschaft nicht aus 3 - 4 Spielern. Es kann auch nicht die Einzelgespräche (führe ich bei den aus der Anlayse resultierenden Spieler auch) ersetzen. Denn es ist wichtig, dass alle Spieler des Teams diese Informationen mitbekommen. Sie haben Auswirkungen auf alle anderen Spieler, denn jeder hat ja offensive und devensive Aufgaben. Sie sind nur unterschiedlich gewichtet.


    Würde mich freuen, wenn du die Ergebnisse der geänderten Analyse-Methode hier reinstellst. :)

    Zodiak


    Ich finde es auch ein wenig schade, dass der Leistungsfussball hier so kurz kommt. Aber vielleicht gibt eine größere Resonanz, wenn Uwe die Rubriken eingeführt hat?


    So, jetzt zu deinen Anmerkungen


    zu 1. Wie spielt der Gegner
    Es in jeder Saison im Leistungsfussball wieder das selbe Wettrennen um die schnellstmöglichen Fortschritte in der Spielanlage. Erfahrene Trainer wenden dabei ihre bewährten Methoden an und gehen dabei ein geringeres Risiko als die "Frischlinge"! Aber gerade diese Trainer sind die Würze der Liga und für mich ist es auch kein Wunder, warum sollte Trainer hin und wieder einen "Durchmarsch" hinlegen. Doch für jeden Trainer sind die Möglichkeiten limitiert. Wenn man ein Ausnahmetalent hat, dann hat der in der Hinrunde noch den Kopf frei, um seine Vorteile für die Mannschaft in die Waagschale zu werfen. In der Winterpause kommen dann schon die Souts der großen Vereinen mit verlockenden Angeboten. Um sich einigermaßen über das aktuelle Leistungsvermögen zu informieren, ist es am besten, wenn man sich mit frischen Informationen versorgt. Hat man zum Trainer des letzten Gegners einen guten Draht, dann kann ein Telefon reichen. Wenn nicht, dann kommt man nicht umhin, einen Kollegen dorthin zu entsenden, wenn man selbst keine Zeit hat.


    zu 2. Wie geht man mit gegnerischen Top-Angreifern um?
    Eine Sonderbewachung ist immer der letzte weg, denn dieser Spieler ist durch seine Aufgabenbindung kaum in der Lage, auch offensive Aufgaben (z.B. Spielaufbau) zu übernehmen. Mein Vorschlag: diesen besonders starken Angreifer ins Abwehrverhalten einzubinden. D.h konkret nur bei gegnerischem Ballbesitz stellt dein ballnaher 6-er den Passweg und dein IV den Ballweg für diesen gefährlichen Angreifer zu. Ist dein Team in der Offensive am gegnerischen 16-er rücken deine beiden IV näher zusammen, wobei einer den Passweg und der Andere absicherend den Laufweg für den gegnerischen Angreifer zustellt. Bei eigenen Ballbesitz agieren der IV und der 6-er ganz normal!


    zu 3. Spielanalyse
    Die Analyse vor der Mannschaft unmittelbar nach dem Spiel habe ich mir abgewöhnt. Denn man ist auch nur ein Mensch, weshalb die Emotionen hin und wieder den klaren Verstand ein wenig benebeln können. Bei einigen Spielern mag überschwängliche Freude oder zornige Verärgerung über sich oder die Mannschaft die Kontaktdrähte zum Gehirn ebenfalls blockieren.


    3.1. Zeitpunkt der Spielanalyse
    Ich mache die Anlayse zu Beginn des nachfolgenden Trainings. Zwischenzeitlich habe ich genügend Zeit die Eindrücke des Spiels zu verarbeiten und mich mit Trainerkollegen über deren Eindrücke auszutauschen.


    3.2. Ablauf der Spielanalyse
    Die Analyse läuft jedoch etwas anders ab, als vermutlich bei den meisten von euch.


    3.2.1. Vor eigenem Kommentar Abfrage an die Spieler
    Ich frage zunächst in der Runde, wie jeder Einzelne seine eigene Leistung beurteilt.
    Für die bekannten Spieler ist es immer auch ein Vertrauensbeweis, dass sie ihre Sicht der Dinge darstellen können. Man erkennt, wie häufig man seinen eigenen Augen nicht trauen konnte, weil sich in der hohen Geschwindigkeit manches doch anders abgespielt hat, wie man glaubte. Dieser "zweite Blick" ist jedoch sehr wichtig zur Gewinnung von Erkenntnissen und dem Wissenstransfer. Sonst bekommt der Spieler einen Hinweis, der beim nächsten Spiel aber "in die Hose geht", weil man nur einen Teil der Situation erkennen konnte.


    3.2.2. Erwartete und unerwartete Reaktionen der Spieler
    Immer, wenn es neue Spieler in der Mannschaft gibt, ist man von deren Reaktion überrascht. Weil zunächst einmal Scheu davor herrscht, vor der versammelten Mannschaft auch über eigene Schwächen zu sprechen, nehme ich die erst ziemlich zum Schluß dran. Normal ist in dieser Anfangsphase, das Spieler ihre eigenen Leistungen bewußt oder unbewußt falsch einschätzen. Entweder schätzen sie sich zu negativ oder zu positiv ein. Dann gibts noch die, die gar nichts von sich selbst preisgeben wollen und immer nur vom "wir" der Mannschaft sprechen.


    3.2.4. Der "zweite Blick"
    Genau, wie man sich seine Meinung erst dann bildet, wenn man mindestens 2 unterschiedlichen Seiten gehört hat, sollte man seinen bzw. den Blick des Kollegen mit denen der Spieler abgleichen. Im Verlaufe dieser Anlayse identifizieren sich die Spieler damit, weil sie den Worten der Trainer und Kollegen die Bedeutung zumessen können. Diese Nachhaltigkeit durch das Verständnis der Situationen wirkt sich auf die weitere Entwicklung der Spieler positiv aus. Denn Fussball findet zunächst einmal im Kopf und dann mit den Füssen statt.


    4. Integration der Spielanalyse als Übung oder Spielform ins Training
    Bei der Spielanalyse unmittelbar nach dem Spiel kann man leicht den Eindruck gewinnen, man habe nun alles zum Thema gesagt und nimmt es auf die leichte Schulter. Aber der Schlußpunkt ist nicht die Analyse, sondern das trainieren von Verbesserungen durch geeignete Übungen und Spielformen. Denn ich integriere nach Rücksprache mit den Trainerkollegen und Spielern diese Punkte durch Übungen und Spielformen ins Training. So macht man die Analyse glaubhaft und so gewinnt sie an Wert. Denn sie hat zu konstruktiven Verbesserungen geführt. Eine Analyse als Bedürfnis, sich als Trainer "Luft zu machen" mag ein emotionales Bedürfnis sein, reicht aber für den Leistungsfussball nicht aus. Denn anders als im Breitensport gibt es Ziele und Zeiträume, in denen diese Ziele bestmöglich erreicht werden sollen.


    4.1. Trainieren heißt Improvisieren
    Natürlich braucht es Zeit und Erfahrungen aktuelle Erkenntnisse ins Training einzubinden. Auf "sonnenklare Defizite" kann man sich fürs Mannschaftstraining gut vorbereiten. Für "versteckte Defizite" bietet sich das Kleingruppentraining an. Denn dabei kann man sehr viel besser auf den Einzelnen eingehen und die gewünschte Spielsituation präzise provozieren. Um rasch Fortschritte zu erzielen bietet sich widerum das interaktive Training (Frage in der Situation: warum hast du das jetzt so gemacht ... wie könnte man es noch anders bzw. besser machen ...bzw. probier es mal so, wenn Spieler nur mit den Achseln zuckt ...) an.


    4.2. Durch Improvisation im Training selbst hinzulernen
    Eigenanspruch im Leistungsfussball ist es auch, sich selbst weiterzuentwickln, um wachsende Herausforderungen anzunehmen. Dazu genügt nicht ein Zeitplan und nicht eine häufige Kontaktaufnahme mit interessanten Ansprechpartnern. Dazu gehört zunächst einmal die Weiterentwicklung eigener Trainerfähigkeiten. Ein Teil ist die Lizenz, der andere ist der Transport von Fachwissen. Das Aneignen dieses Wissens ist bei jedem Menschen individuell anders. Eine recht gute Methode ist das Abspeichern von Lösungsbildern im Langzeitgedächtnis. Lösungsbilder einer Situation ergeben sich in jedem Training. Sie können beim späteren Bedarf bei ähnlichen Situationen wieder hervor geholt werden. Wie sagt man so schön: Was man im Kopf hat, das braucht man sich nicht noch extra aufzuschreiben.


    Sorry, ist mal wieder viel zu lang geworden!

    @Nitram


    Ja, das sehe ich auch so. In der G-Jugend rennen (fast) alle hinter dem Ball her. Für den Zuschauer sieht es so aus, als würde sich ein Kinderknäuel von einer Hälfte zur Anderen bewegen. Nur dann und das ist zum Glück selten, wenn die Trainer ihre Kinder ala Hundeschule dazu abrichten unabhängig zur Ballposition ihre Position nicht zu verlassen, sieht das Ganze für den Zuschauer wie ein langweiliges Tischkicker aus!
    Weil Kinder im G-Jugendalter auf der einen Seite ein großes Bewegungsbedürfnis haben und auf der anderen Seite das Fussballspiel (der Erwachsenen) noch gar nicht durchschauen können, ist es ein normales Bedürfnis den Ball (egal wohin) zu schießen.


    Erst ab der F-Jugend beginnen die Kinder damit, einen Pass als einfaches, erfolgversprechendes Fussballwerkzeug zu erlernen und hin und wieder auch erfolgreich einzusetzen. Allein das ist schon für Kinder in diesem Alter ein enormer Denkprozess. Denn sie müssen erkennen, das der direkte Weg nicht erfolgversprechend ist und deshalb der besser postierte Mitspieler eine gute Alternative ist. Denn bis dato war man selbst und die Mannschaft das Selbe.


    Da gibts übrigens keinen Unterschied, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist!