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    Unabhängig vom Verein oder der Auswahl spielt der RAE-Effekt immer dort eine Rolle, wo der Trainer mehr Spieler hat, als er für seine Mannschaft braucht und deshalb nach Selektionskriterien greift! Das mag beim kleinen Dorfverein nie oder ganz selten der Fall sein. Je größer jedoch die Vereins, je häufiger besteht für die Trainer die Möglichkeit zur Selektion. Und wie der Begriff "Auswahl" schon sagt, besteht dort immer die Möglichkeit zwischen einer größeren Anzahl von Spielern nach eigenem Ermessen auszuwählen.


    @FB
    So langsam kommst du mit den Sachen raus, die ich von den Mitarbeitern des Schweizer Nationalverbands gehört habe und als sehr modern betrachtet habe. Aber natürlich ist jede Theorie nur so gut, wie sich auch praktisiert wird. Wenn das bei euch so ist, dann seit ihr uns ein gutes Stück voraus. Aber es gibt immer noch Optimierungsmöglichkeiten, die jedoch Zeit brauchen. Manches hierzulande braucht deshalb auch länger, weil die Organisationsstruktur komplexer ist.


    Sir Alex
    Leider sehe ich mich außer Stande mit dir weiterhin über dieses Thema zu diskutieren.


    Ein paar Beispiele sollten genügen:


    1. Niederländisches Modell, bei der sich mehre Vereine die Aufwendungen für die Jugendausbildung teilen. Wo bitte habe ich geschrieben, dass die Niederländer den "RAE-Effekt" in den Griff bekommen haben?


    Es ging lediglich um die Schaffung besserer Rahmenbedingunen durch Komepentenzen und natürlich auch, weil Ausbildung teuer ist! Ferner ergibt sich durch die Bündelung die Möglichkeit, gleich für mehre Vereine in unterschiedlichen Ligen Spieler auszubilden. Denn längst nicht jeder kann sich für höchste Ansprüche empfehlen, ist jedoch für 1 - 2 Ligen darunter genau der Richtige! 2. Kein Punktspielwettbewerb auf Augenhöhe der NLZ in der Umgebung unterhalb der C-Jugend. Seit wann spielt eine U 14 in der D-Jugend und wie kommst du darauf Turniere und Freundschaftsspiele mit dem Punktspiel-Liga-Betrieb zu vergleichen.


    Aber wenn du schon bei der Recherche bist, dann schau doch mal nach, wie oft niederländische Junioren-Nationalteams vor den Deutschen lagen? Wäre natürlich auch in Richtung Ausbildung interessant, diese Erfolge mit der Anzahl der zur Verfügung stehenden Jugendspieler in Deutschland und den Niederlanden zu vergleichen? Kannst du übrigens auch für die Schweiz machen und wirst zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Wir sind längst nicht mehr das Maß aller Dinge. Manche wollen es nur noch nicht einsehen


    2. Punktspielwettbewerb auf Augenhöhe erst am C-Jugend möglich
    Klar weiß ich, dass es Auswahlmannschaften gibt, die Freundschaftsspiele oder Turniere spielen. Aber das sind keine Punktspiele. Und seit wann spielen denn U 14 Mannschaften in der D-Jugend-Liga?


    Ich kann und will es auch gar nicht jedem recht machen! Solltest du an einer ehrlichen und fairen Diskussion Interesse haben, werde ich mich gerne wieder mit deinen Argumenten auseinander setzen.

    @FB
    Diesen ersten Satz kenne ich. Aber den Worten müssen Taten folgen. Denn, wenn diese klare Formulierung anschließend durch Kollegen mit Aussagen ( ...der muß das ja sagen, aber dein Sohn schafft das ganz bestimmt...) verwässert werden, dann werden dennoch falsche Hoffnungen geweckt. ERGO: Konzept ist gut, aber mit Kontrolle noch besser!


    Wie bereits erwähnt, wrüde ich mir eine differenzierte ,altersgerechte Förderung wünschen, bei der es:


    1. Vorstufe: zusätzliches Training und gelegentliche Turniere ohne Vereinswechsel bis einschl. D-Jugend
    2. Leistungsstufe: Aufnahme ins NLZ zwecks Inensivierung von Training und Wettkampf mit Vereinswechsel ab der C-Jugend


    gibt. Ausnahmen sollten deutlich vom Standard abweichen und besonders strengen Regeln unterliegen.


    Eigentlich müßte sich in der Schweiz das "Niederländische Modell" realsieren lassen, weil bei euch das Gebiet um die NLZ nicht so groß ist! In Deutschland ist das nicht so einfach möglich, weil die Entfernungen zum nächstgelegenen NLZ längst nicht überall akzeptabel ist. Daraus ist die Idee des Jugendinternats entstanden, in der jährlich einige solcher Fälle einen Platz finden. Bei den Mädchen (B-Juniorinnnen-Bundesliga) gibts hier noch die Variante über die Aufnahme dieser Talente in Gastfamilien.


    Hat man sich als aussschließlich dem Leistungsfussball verschrieben, so muß man keine Mannschaften in den F, E und D-Jugend-Bereich in den Punktspielbetrieb schicken, bei der meist 2-stellige Siege vorprogramiert sind. Möchte man jedoch den Breitensport im unteren Jugendbereich, so handelt es sich bei den Teams um Kinder aus der unmitelbaren Umgebung, die auf Augenhöhe mit den Teams aus der Umgebung spielen.

    @FB


    Bis auf den Punkt 1 und dem Kompromiß bei Punkt 3. (gemeint sind die Leistungstrainer der Jugend-Jahrgangsmannschaften) hört es sich schon ganz gut an.


    Zu Punkt 1 folgendes:
    Sofern die Kinder im Heimatverein und ihrer sozialen Umgebung belassen werden, steht einer zusätzlichen Förderung nichts im Wege. Gute Erfahrungen mit Formen von körperlichen und/oder geistigen Frühförderung gibt es zu genüge. Gegen gelegentliche Turniere ist auch nichts einzuwenden.


    Sehr wichtig ist auch die richtige Präsentation gegenüber den Eltern und Kindern. Bereits unterhalb der C-Jugend Erfolgsprognosen abzugeben ist m.E. unseriös und weckt falsche Erwartungen, die nur in ganz seltenen Ausnahmefällen befriedigt werden können.


    Werden lediglich die Inhalte der Frühförderung erklärt, dann ist es O.K.

    @FB und Sir Alex


    Nachdem wir uns darüber einig geworden sind, dass der RAE-Effekt nicht zu leugnen ist und man ja nach "irgendwelchen Faktoren" seine Entscheidungen zu treffen hat, habe ich ein paar Vorschläge für euch:


    A. NLZ-Teams erst ab der C-Jugend
    Begründung:
    1. Unterhalb der C-Jugend ist ein permanenter Leistungsvergleich mit anderen Teams in der Umgebung nicht möglich. Erst ab dieser Altersgruppe kann man einen Punktspielbetrieb überall auf "Augenhöhe" austragen. In der D-Jugend kann dies selbst in den Ballungszentren nicht immer sichergestellt werden.


    2. Geburtsdaten der Spieler müssen bei jeder Sichtung vorliegen.
    "Sir Alex": deine Kritiik: " ... die tragen doch nicht ihr Geburtsdatum auf der Stirn ..." ist berechtigt. Weil man aber die Leistung mit dem jeweiligen Alter in Verbindung setzen muß, um den RAE-Effekt zu berücksichtigen und zu einer fairen Beurteilung zu gelangen, müssen die Geburtsdaten bei einer Sichtung zur Verfügung stehen. Bei den Vorsichtungen gibt es meist mehrere Jahrgänge. Auch hier könnte man wesentlich effektiver sichten, wenn zu den Spielern auch deren Geburtsdaten vorliegen. Denn wir wissen ja alle, die "Ausnahmetalente" sieht man sofort. Weil die jedoch selten ausreichen, bemüht man sich um weitere Kandidaten. Hier kann die Berücksichtigung des RAE-Effekts mit dem Geburtsdatum helfen.


    2. Synergien statt Konkurrenz
    Derzeit machen sich Kreise und DFB-Stützpunkte mit den NLZ der Vereine Konkurrenz, weil sie in den gleichen Jahrgängen Nachwuchsförderung betreiben. Das flächendeckende Fördersystem der Kreise und des DFB eignet sich aufgrund der Heimatortsnähe für die unteren Jahrgänge besser. Nach dem Förderzeitraum sollten die besten Talente in Zusammenarbeit mit den NLZ dorthin wechseln. Dies würde auch die Fluktuation innerhalb der NLZ deutlich reduzieren. Denn wir wissen alle auch, dass nicht der, der Talent besitzt, auch den Fleiß und die Lust für eine weiterführende Förderung hat. Auch sollte die individuelle Situation berücksichtigt werden, statt den frühestmöglichen Wechsel ins NLZ zu favorisieren. Hier wäre etwas mehr Flexibilität notwenig. z.B. man beläßt das Talent noch im Heimatverein, bietet jedoch regelmäßiges Fördertraining an.



    3. Entscheidung über Aufnahem eines Talents im NLZ mit gesamten Trainerteam (statt mit Jahrgangstrainer)
    Man sagt zwar: Konkurrenz belegt das Geschäft. Man darf es jedoch nicht auf dem Rücken der Kinder austragen. Wir betreiben auch heute schon sehr viel Förderarbeit, jedoch könnte man die Effektivität erhöhen, wenn man miteinander arbeiten würde. Denn wir wissen auch, dass wir noch einen sehr hohen Irrtumsfaktor haben. Mit ihm verbunden sind immer enttäuschte Kinder und Eltern. Sich und den Kindern mehr Zeit für die Selektierung zu gewähren, würde die heute teils noch hektischen Prozesse gleichmäßiger werden lassen. Denn genauso wie die Kinder die Zeit zum "Reifen ihrer Talente" brauchen, brauchen auch wir dafür zuständige Trainer die Zeit unserer Entscheidung. Bei einer auf mehrere Trainerschultern getragenen Entscheidung zur Talentaufnahme verträgt in einer späteren Phase auch mal eine Leistungsstagnation, wo heutzutage noch der Daumen vorschnell nach unten gezeigt würde.


    3.a. Internes Jugendförderkonzept verfeinern und Einhaltung besser kontrollieren
    Leider gibt es durch meist unnötige Konkurrenz innerhalb des Jugendbereichs unnötigen "Reibungsverlust"! Dies liegt an der fehlenden Detailformulierung in den Konzepten und der damit verbundenen weitergehenen freien Auslegung. Nicht immer dienen die persönlichen Ziele des Trainers auch dem Ziel einer bestmöglichen Ausbildung über den gesamten Zeitraum der Jugend. Auch beim Übergang vom Junioren- in den Seniorenbereich geht noch viel zu viel schief (FB sprach schon einen kleinen Teil der Probleme an)! Aus meiner Erfahrung heraus sind der Jugend- und Seniorenbereich noch zu wenig vernetzt, was seine Ursache in der Schwierigkeit hat, dass sich weder der U 23 noch der Trainer der 1. Seniorenmannschaft so richtig verantwortlich fühlen und der zuständige Jugendtrainer als Nochansprechpartner der Spieler und Eltern häufig viel zu spät informiert wird. Dann aber haben sich einige Hoffnungsträger schon über ihre Berater für andere Vereine (mit wengier Perspektiven) entschieden.


    4. Kommunikation unter den NLZ verbessern
    Heute kommt es vor, dass ein Talent nicht in ein ortsnahes NLZ gefördert wird, weil andere Gründe zu dieser Entscheidung geführt haben. Bei aller Konkurrenz sollten jedoch die Interessen der Talente stets im Mittelpunkt stehen. M.E. kommt es bei einer in etwa gleichen Ausbildungsqualität der NLZ nicht darauf an, wo und von wem, sondern das das Talent unter den günstigsten Rahmenbedingungen ausgebiildet wird. Allerdings sollte diese Arbeit gerechter als heute entlohnt werden. Denn Nachwuchsförderung kostet auch eine Menge Geld! Auch sind es nicht die Verbände oder der DFB, sondern die Nachwuchsabteilungen der Vereine, die die Profis und Nationalspieler von morgen aufgrund intensiver Arbeit entwickeln!


    Ihr wolltet konkrete Maßnahmen für die NLZ: jetzt könnt ihr darüber diskutieren!


    Auch, wenn hier vornehmlich die Möglichkeiten der NLZ genannt wurden, gibt es auch bei den anderen Beteiligten Optimierungsmöglichkeiten. Denn wird die Qualitätsverbesserung nicht als interdisziplinäre Aufgabe verstanden und man beharrt darauf, das gefälligst jeder sein "eigenes Säckchen" schnüren soll, so besteht die Gefahr, dass damit die eigenen Fehler als geringfügig, die der anderen Interessensgruppen jedoch als schwerwiegend betrachtet werden. Um sich schrittweise näher zu kommen, bedarf es zunächst der Offenheit, selbst auch Fehler begangen zu haben, statt sie jeweils nur bei den Anderen zu sehen. Dies darf ich aus der Erfahrung, bereits auf verschiedenen Seiten langjährig tätig gewesen zu sein sagen, ist leider das am häufigsten auftretende Problem. Danach folgt auf dem Fusse, das man den Worten keine Taten folgen läßt!

    @FB
    Ich gebe dir recht, dass es keine einfache Entscheidung ist, weshalb ich die Bedürfnisse des Vereins und der Spieler nicht immer einfach zu handhaben sind. Deshalb würde ich mir eine nach Alter und sozialer Kompetenz orientierte Stufung wünschen.
    Der Trend geht immer mehr dahin, dass die Ausbildung nach der U 19 weitestgehend abgeschlossen sein soll. Die Bedeutung der U 23 nimmt ab. Dem muß man mit seiner Leistungsstruktur Rechnung tragen.


    Beim RAE-Thema geht es jedoch mehr um die Eingangsselektierung. Die aber hat natürlich auch seine Auswirkungen auf die Ausgangsselektierung. Denn wenn ich teilweise die falschen Spieler aufgenommen habe, weili ich den RAE-Effekt nicht berücksichtigt habe, dann kommen auch zum Abschluß etwas weniger Talente, die sich für allerhöchste Aufgaben empfehlen können, heraus.


    Sir Alex
    ich habe hier keine bestimmten NLZ angegriffen! Wenn es bei euch ganz anders ist, dann hast du ein gutes Recht darüber zu berichten.


    Falls zu Zweifel an der allgemeinen Darstellung hast, hast jederzeit die Möglichkeit die die Geburtsdaten der Verbands- und DFB-Auswahlspieler anzuschauen. Auch kannst du dir mit etwas Mühe die Geburtsdaten von lizensierten NLZ-Teams anschauen. Beim Vergleich der Jahrgänge wird die ein Wechsel in der Altersstruktur auffallen. D.h. während zu Beginn mehr Jungen in den ersten Monaten des Jahres auf der Liste stehen, verteilt es sich später ausgeglichener. Noch vor ein paar Jahren war die RAE-bedingte Jahrgangsstruktur sogar noch etwas deutlicher. Bei den Mädchen ist der RAE-Effekt übrigens geringer, Das sind dann die Fakten!

    Günter


    Der RAE-Effekt existiert eigentlich nur bei Auswahlteams. In einer Dorfmannschaft spielt er kaum eine Rolle, denn wie du schon schreibst, werden dort von 2 Jahrgängen alle Spieler ins Team genommen, die Fussball spielen möchten.



    @FB


    Ich glaube, wir nähern uns beim Thema RAE! Selbst an den den Unis wird im Fachberech Trainingslehre ähnlich argumentiert, wie du es beschreibst. Man meint, wenn man regelmäßig nach objektiven Merkmalen mißt, dann kann man die Leistungsstärksten in der Mannschaft aufstellen. Problem dabei ist jedoch die Konsequenz aus dieser Logigik! Denn dann holt man auch schon für die U 15 einen Torwart aus Polen, nur weil der am Besten bei den Reflex-Messungen abgeschnitten hat. Aber der 15-jährige hat auch einen Namen! Es genügt nicht allein, Messwerte heranzuziehen, sondern die jeweiligen Situation zu berücksichtigen. Je früher die Selektion beginnt, je weiter Aussagekraft haben die "objektiven Messergebnisse", weil sie sich im Laufe der Jahre noch verändern werden, leider meistens nicht wie man es sich gerne gewünscht hätte.


    Weil die Entwicklung jedoch nicht vorhersehbar ist, dürfen Faktoren, die wir als Trainer nicht beeinflußen können, nicht über alle Maße einfließen. Beim RAE-Effekt konnte nachgewiesen werden, dass er sich bei den Mädchen vollständig und bei den Jungen fast vollständig im Erwachsenenbereich "auswächst"! D.h. immer mehr Späterborene können die anfänglichen Defizite an Robustheit und Spielintelligenz ausgleichen. D.h. das Geburtsdatum spielt keine Rolle bei der Talententwicklung. Und auf den polnischen U 15 Torwart bezogen: sobald er selbstständig ist, sollte er seine Chance ergreifen. Aber mit 15 wird ihm noch wohl nur der Kompromiß eines Internats übrig bleiben! Weil er in diesem Alter seine Freunde und Familie und kulturelle Umgebung noch mehr braucht wie als 18 oer 20-jähriger und er sich in Polen auch prima entwickeln kann, gibts keinen Grund, bei der Entscheidung in Hektik und Panik zu verfallen.


    Sir Alex
    Zum Thema "Butter bei die Fische" lies dir bitte hier im Forum meinen Beitrag: "wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" durch! Darin sind auch Vorschläge für einen besseren Umgang mit noch etwas schwächeren, weil später geborenen Kindern enthalten. Auch habe ich hier schon beschrieben, dass es eine Veränderung der Ansichten bereits in den Verbänden gegeben hat. Nur im Nachwuchsbereich der Leistungsvereine, wo er ebenfalls eine Rolle spielt, gibt es unterschiedliche Bewertungen. Es bedarf hier einer Veränderung der Prioritäten. d.h. oberstes Ziel ist die Ausbildung! Hierbei ist zu gewährleisten, dass die Spieler, für die man sich entschieden hat, gleiche Rahmenbedingungen zugestanden werden. Dazu zählt eine Transparenz der Spielzeiten, weil das Training ohne Wettkampferfahrung nur bedingt eine Weiterentwicklung ermöglicht. Kurzfristige Saisonziele dürfen deshalb nicht mehr alleiniger Maßstab für die Spielerausbildung und die Trainerpersonalauswahl sein. Der Gewinn einer Meisterschaft ist nur als Folge überdurchschnittlicher Rahmenbedingungen zu sehen. Denn nur so kann Nachhaltigkeit in der Jugendausbildung bestmöglich gewährleistet werden.


    Weil das Geburtsdatum kein Talentmerkmal ist, kann der RAE-Effekt ganz einfach dadurch berücksichtigt werden, dass man bei der Selektierung der Auswahlmannschaft darauf achtet, einen gleichmäßig übers Geburtsjahr verteilten Kader zusammen zu stellen. Das kann geschehen, indem man das Potenzial anders bewertet und z.B. bei sonst gleichen Anlagen sich für den Jüngeren der Beiden entscheidet, statt wie heute für den älteren und robusteren Spieler. Auch sollte man sich mehr Zeit bei der Entscheidung zur Aufnahme in die Förderung lassen, um die Entwicklungsfähigkeit besser beurteilen zu können, statt bei einer Stichtagsselektion die Leistung des Heimatvereinstrainings mehr oder weniger in die Talentbeurteilung einfließen zu lassen.

    @síebener


    Vielen Dank für den Link. Schade, dass es erst so spät gesendet wird, wo die Zielgruppe wohl kaum noch vor der Flimmerkiste hockt!


    Hatte gestern noch eine interessante Diskussion mit einem Trainer, den ich um etwas mehr Zurückhaltung bat.


    Nach seiner Meinung sei Zurückhaltung nicht angebracht, weil Jungen von Natur aus ja "Jäger" seien, weshalb sie nur mit der nötigen Agressivität auch Beute machen könnten. Mit sozialem Verhalten gegenüber dem Gegner würde diese natürliche Agressivität "weggekuschelt"!


    Natürlich höre ich soetwas nicht zu ersten mal und der Dialog eröffnet die Chance, in Ruhe darüber zu sprechen. So habe ich ihm erklärt, dass es nur scheinbar zum Erfolg beiträgt, wenn der Einfluß von außen zu groß wird. Denn seine Jungs müßten auch die Chance haben, sich ohne Trainerkommando für etwas entscheiden zu können. Auch, wenn man nicht alles im Training fürs Spiel üben kann, weil ja der Gegner jeweils ein anderer ist und sich deshalb jedes Spiel anders entwickelt, so der Wettkampf die einmalige Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln.


    Durch sein Kopfnicken konnte ich erkennen, dass er verstand! Ganz besonders hat mich gefreut, dass sein Team auch ohne Trainergebrülle vor, während oder nach den Spielen Turniersieger wurde! Er kam anschließend zu mir, grinste und meinte: "ja, du hast recht! Aber wenn das nur so einfach wäre, etwas zu sehen und seine Mannschaft nicht zu warnen!" Er versprach jedoch zukünftig mit etwas mehr Geduld bei der Sache zu sein. Er brauche vermutlich nun noch ein anderes Hobby zum Ausgleich, um seine "Jäger-Agression" abzubauen. Ich grinste nur ebenfalls und sagte, dass Theorien zwar generell gut seien, aber ihre Tauglichkeit sich immer auch in der Praxis bewähren müsse. Vielleicht solle er zur Bestätigung seiner Verhaltensänderung ganz einfach mal die Kinder befragen, was sie als angenehmer und hilfreicher empfunden hätten?

    @FB


    Du hast den Kurzbeitrag von "Zeit-Online" nicht vollständig zitiert. Hier nun der Rest:


    "Geht die körperliche Reife mit geistiger Reife einher? Ich glaube nicht, dass Kinder und Jugendliche jetzt früher reif werden in dem Sinne, dass sie früher fertige Erwachsene sind. Die Pubertät ist eine Phase der Verunsicherung."


    Dem ist nichts hinzuzufügen!

    @FB
    Erst einmal mein Lob dafür, dass du dich nun scheinbar doch etwas näher mit dem Thema RAE auseinandersetzt. Hoffentlich mit einem offenen Ausgang und einer Revidierungsmöglichkeit deiner Meinung? Es ist m.E. richtig und wichtig, dass man sich nicht nur sport-, sondern auch gesellschaftswissenschaftlich mit diesem Thema RAE auseinander setzt. Deshalb muß auch die Schule sich diesem Thema stellen. Wie zu lesen ist, möchte man sich für den Ausgleich und damit für die Aufhebung des RAE-Efekkts einsetzen.


    Zu bedenken ist jedoch auch hier, dass man eiin Individuum nicht auf seine spezifisch nutzbaren Recoursen (Fussball oder Schule) reduzieren darf. Denn diese Versuche sind allenfalls dazu in der Lage das Lehrpersonal, nicht aber die Schüler zu beurteilen.


    Erkennt hat man auch dort, dass sich die unterschiedliche Geburtsmonate in späteren Jahren ausgleichen, weshalb sie bei der Eingangsselektion keinen Einfluß haben dürfen.


    Es gilt, sich von Vorurteilen zu befreien, um zu einer chancengleichen Beurteilung zu gelangen!


    Talent ist unabhängig von der Hautfarbe, vom Geburtsdatum oder Geburtsort!


    Ob dieses Talent zur vollkommenden Größe heranwächst hängt im Wesentlichen von der Förderung und dem positiven Feedback (Herz und Verstand) ab.


    Der RAE-Effekt zeigt auf, dass es hier noch keine Chancengleichheit gibt.


    Wenn der Fussball jedoch Fairness auf seine Fahne geschrieben hat, dann besteht die Pflicht nach einer fairen Leistungsbeurteilung aller Jahrgangstalente.

    Brechstange


    Ich wollte es ja nicht so deutlich sagen, wieviel Unfug darin steckt. Aber "FB" spricht nur das aus, was n den Köpfen von Ewiggestrigen steckt, die "Kaffeesatzleserrei" betreiben, statt sich mit Fakten zu beschäftigen. Die Motivation, fürs Image des Vereins "die Puppen tanzen zu lassen" ist die Selbe geblieben, nur die Argumentation ist etwas moderner geworden.


    Es hat einige Jahre gebraucht, bis beim DFB und in den Verbänden ein Sinneswandel eingesetzt hat. Dieser Prozess ist zwar auch dort noch nicht abgeschlossen, aber auf einem guten Weg!


    Leider gibt es im Schattendasein der unteren Jugend jedoch noch genügend Personal, die den Kindern und ihren Eltern einreden, wenn sie nur jetzt alles fürs Gewinnen und dem Verein geben, dann wird aus ihnen ganz gewiss mal ein Profispieler! Wie unzuverlässig derlei Erfolgsprognosen sind, erfahren sie erst später! Was abseits der großen Plätze dann wirklich stattfindet (wenn`s mal nach einer Niederlage kräftig Zunder gibt) wollen die großen Bosse besser gar nicht erst wissen!


    Der Beweis dafür, dass diese Vereine lieber heute als morgen gewinnen will und das es dabei nicht um die Auswahl und Ausbildung von geeigneten Talenten geht, ist der RAE-Effekt! Den RAE-Effekt zu leugnen zeigt nur das schlechte Gewissen dieser Leute.


    Wer ein wenig genauer hinschaut, wird den RAE-Effekt auch in der alltäglichen Trainerarbeit feststellen, wo weitere Faktoren der Methode "nur der Sieg zählt" festzustellen.sind. Die körperlich schwächeren Kindern dürfen sich häufig das Spiel von der Reservebank anschauen. Weil sich aber niemand auf der Reservebank verbessern kann, empfinden diese Trainer noch eine Selbstbestätigung in ihrer Mannschaftsaufstellung. Sie sollten sich etwas schämen, denn wer sich Spieler für die Reservebank aussucht, der handelt gegen den erklärten Willen dieser Kinder! Weil man jedoch genau weiß, was die Eltern und Kinder gerne hören, werden jedes Jahr aufs Neue genug Unerfahrene darauf hereinfallen! Nie waren dann die Trainer oder der Verein daran schuld, wenn sich die Wege wieder trennen, immer waren es die Kinder!


    Erstaunlich ist für mich, dass es immer noch genügend renomierte Vereine in Europa trotz dieser Nachweise sagen: "weiter so"!

    Liebe Trainerkollegen,


    leider ist dieses Thema nur eines von vielen, in denen sich die Vernachlässigung der Nachwuchsabteilung dokumentiert. Obwohl nur die Jugend die Zukunft des Vereins sicherstellen kann, gilt fast überall die gesamte Aufmerksamkeit und Unterstützung der 1. Seniorenmannschaft. Daran wird sich solange nichts ändern, wie man nicht auf sich aufmerksam macht. Leider ist der Versuch, über einen allgemeinen "Ehrenamtstag" mehr Aufmerksamkeit zu erlangen, vielerorts deshalb gescheitert, weil die Entscheidungsträger nach wie vor die Ehrenamtlichen als selbstverständliches Vereinsinventar betrachten, von denen Jeder kurzfristig durch jeden Anderen ersetzt werden kann. Auch fehlt es an der Lobby, damit sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert. Konzepte, in denen eine angemessene finanzielle Unterstützung mit der Bereitschaft zur Fortbildung kommbiniert werden, scheitern fast immer daran, dass nicht mehr allein die Vereinsbosse, sondern längst auch die Sponsoren mitentscheiden, wofür Geld ausgegeben wird. Die Sponsoren interessiert jedoch lediglich die Werbewirksamkeit ihrer Investitionen. Was auf irgendwelchen Nebenplätzen stattfindet, interessiert sie nur dann, wenn mal eines ihrer Kinde dort kickt!


    Wer Verbesserungen in absehbarer Zeit möchte, der sollte sich mit seinen Kollegen in der Liga zusammensetzen und gemeinsame Forderungen erarbeiten, mit denen sich die Entscheidungsträger der Vereine auseinander setzen müssen.


    Es braucht vielerorts Änderungen in den Statuten für eine weitere Öffnung in der Jugendarbeit geben. Auch sollten die Mitarbeiter im Jugendbereich ein stärkeres Mitsprachereicht für die Entwicklung von Jugendkonzepten sowie die kurz- und mittelfristige Investitionsplänen erhalten.

    Allein werdet ihr jedoch nichts ausrichten, aber gemeinsam seit ihr stark. Häufig brauch`s nur eine Keimzelle, in der man sich über Kernpunkte einig ist und darum kämpft. Wenn dann der "Funke überspringt", wird sich zunächst die Presse und dann auch Vorstände und Sponsoren mit dieser Thematik auseinander setzen (müssen)! Ohne einen entsprechenden Nachdruck wird der Aderlass der Vereinsauflösungen weitergehen, denn wer keine ausreichende Jugendarbeit leistet, darf sich nicht wundern, wenn sich die Kinder für andere Hobbies mehr interessieren.

    @FB


    Was jetzt allerdings deine persönlichen Eindrücke mit über Jahre gemessenen Daten in der Nachwuchsförderung zu tun haben, ist mir schleierhaft? Oder möchtest du sagen, dass außer dir sogut wie niemand diese Situation wirklich beurteilen kann? Natürlich darfst du deine Eindrücke schildern, jedoch habe größte Zweifel, ob deren Relevanz etwas mit den aufwendigen Messergebnissen zu tun haben?


    Auf deine Anmerkungen, wonach Kinder aus bestimmten Ländern anderen in einer Altersphase überlegen seien, möchte ich besser nicht eingehen. Lediglich den Leser auf diesen Unsinn aufmerksam machen!

    holzi


    Vielen Dank für den Link! Unbestritten hat der VFB Stuttgart eine hervorragende Jugendarbeit, aus der eine Reihe von Talenten hervor gegangen sind. Statt sich jedoch nach der Zugabe seiner Irrtümer über das Erfolgsprognose-Alter ein wenig in Bescheidenheit zu üben, ob denn wohl das neue Modell wirklich besser ist, wird schon wieder auf "dicke Hose" gemacht!
    Da heißt es, das es nirgends in der Region eine bessere Ausbildung gäbe! Wie kann man einerseits zugeben, dass man Mist gebaut hat mit den zu jungen Talenten und dann schon wieder von der besten Ausbildung sprechen? Wie dumm sollen den bitteschön die Leser sein, denen man soetwas weißmachen will? Und um noch letzte Zweifel, dass es hierbei nicht allein um das Geldverdienen mit jungen Menschen geht, gleich zu beseiteigen, wird als verantwortliche Institution eine Marketing-Agentur (also pure Fussballfachleute) genannt.


    Mag ein Verein ein noch so gutes Konzept haben, so sind es die Verantwortlichen, die es leben (müssen)! Um ein in etwa gleiches Ausbildungsniveau zu erreichen, bedarf es einer geringen Personalfluktuation sowie einen prozentual hohen Anteil an Weiterbildungsmöglichkeiten für das Fachpersonal! Das hat dann mit "schaffe, schaffe Häusle baue" herzlich wenig zu tun!


    Das Stuttgarter Modell ist jedoch zunächst nicht mehr als ein Kompromiß, da hier noch nicht in ausreichendem Maße neueste wissenschaftliche Erkenntnisse für die Talententwicklung eingesetzt wurden. Das ist gut, aber es bedarf weiterer Anstrengungen, um es der Realität noch besser anzupassen. Denn eine Talentverschwendung, bei der es ausreicht, das nur 0,05 % aller Talente sich für höchste Ansprüche qualifizieren können, wird es schon in wenigen Jahren aufgrund des demografischen Wandels nicht mehr geben.


    Hier scheinen einige Proficlubs aus der 1. und 2. Bundesliga ihre Hausarbeiten noch nicht gründlich gemacht zu haben!


    Beim gestrigen Relegationsspiel in Hamburg stellten die Fürther den gefährlichsten Angreifer. Dieser junge Mann begann überhaupt erst mit 12 Jahren mit dem Vereinsfussball und war bis vor wenigen Jahren noch einige Klassen tiefer im Einsatz! Kein Einzelfall! Denn, wenn die vermeintlichen hochtalentierten Talente unter permanenten Leistungsdruck "ausgebrannt" sind, dann kommen die unverbrauchten Talente, die in Ruhe "reifen" durften! Diese Reife ist nur in einer druckfreien Umgebung möglich und dort auch keine Seltenheit! Es zeigt einmal mehr, das auch das vorgewählte Raster nicht paßt! Aber kaum jemand schaut richtig hin, weil nicht sein kann, was nicht sein darf! Frühe Förderung braucht es sicherlich, aber die Rahmenbedingungen müssen noch mehr angepaßt werden! Ob dafür eine Marketinagentur das richtige Personal hat ...?


    Gut, dass es wenigstens einen Sportverlag gibt, der sich mit solchen "heißen Eisen" auseinandersetzt!

    penaten


    Bald ist Sommerpause. Da sollte genügend Zeit da sein, um aus dem "Alltragstrott" heraus die Dinge besser durchleuchten zu können, um zu eigenen Ergebnissen zu gelangen. Diese sollte man mit Freunden (müssen gar nicht vom Fach sein) oder der Partnerin besprechen. Wenn in der Summe ein positives Ergebnis dabei herauskommt, dann lohnt es weiterzumachen. Trotzdem gilt es danach an den Punkten, die einem besonders ärgern zu arbeiten, indem man sie mit den Verursachern bespricht. Wenn in der Summe ein negatives Ergebnis als Resümee bleibt, dann wird es Zeit, Abstand zu gewinnen. Ob es dann eine Auszeit oder ein endgültiger Abschied wird, das wird sich von ganz allein herausstellen. Wenn`s nur eine Auszeit war, dann wird der Spaß am Fussball und den Traineraufgaben wieder wachsen. Wenn eine anderes Hobby an Wichtigkeit gewinnt, dann war der Fussball wohl doch noch nicht das "wahre Hobby"!


    Aber Rechenschaft bist du nur dir selbst schuldig, sonst keinem! Dazu gehört auch das Recht, jederzeit sein Ziel zu verändern. Das Einzige, was die meisten Menschen davon abhält ist die Angst davor als Versager bezeichnet zu werden. "Doch hat man sich erst einmal blamiert, dann lebt es sich danach ungeniert"!

    Wer bei den Bambinies bereits das Paßspiel verlangt, der sieht den Fussball nicht mit den Augen der Kinder, sondern ausschließlich mit seinen Eigenen!
    Wer sich eine Nationalmannschaft anschaut und meint, ein Paß würde nicht aus EGO-Gründen gespielt, der sieht den Fussball nicht mit den Augen der Profis, sondern mit seinen Eigenen.


    Auch, wenn Fussball eine Mannschaftssportart ist, so dient er letzendlich zur Befriedigung des EGO!


    Aber ihr wollt das EGO einem Wert beimessen und das ist schwierig! Wenn wir festhalten dürfen, das die Motivation zu einem Dribbling (Dribbler wurde hier als EGO-Spieler bezeichnet) fast identisch ist, so wird jedoch beim Zweikampf-Ballverlust behauptet, der Spieler sei ein EGO-Spieler, während beim Zweikampfgewinn man mit der Zunge schnallst und Diesen als genialen Spieler beschreibt!


    Ein Kind, was ohne egoistische Ziele (z.B. Spaß am Fussball mit den Freunden) zum Training oder Spiel kommt, wird sich bald ein anderes Hobby suchen. Natürlich kann`s auch Veränderungen in der Motivation, dem EGO geben, aber grundlos kommt niemand zum Fussball.


    Wenn also alle Spieler mit ihren eigenen EGO-Instrument kommt, dann seit ihr im günstigsten Fall die Konzertmeister, die die Wünsche der Kinder mit euren eigenen Wünschen nach einem Wohlklang an Harmonie in der Mannschacht mit stetigen steigenden Leistungen eure Erwartungen gemeinsam auslebt.


    Es ist auch nicht egoistisch Wünsche zu haben! Jedoch ist es egoistisch diese dann auf Kosten und Lasten Anderer realisieren zu wollen!

    @FB
    Natürlich sind es nicht nur die "schwarzen Schafe" unter den Fördervereinen, sondern auch Eltern mit Zielen, die sich nicht mit denen ihrer Kinder decken!


    Gerade und besonders in der Nachwuchsförderung binde ich die Eltern mit ins jedes Training ein. Die sind eh schon da, weil sie weit fahren müssen, also sollen sie auch etwas davon haben, wenn sie wollen. Denn die Eltern sind die allerwichtigsten Partner der Kinder. Wir haben sie ja immer nur für ein paar Stunden. Deshalb sollen nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern Fussball verstehen lernen. D.h. ich coache nicht nur die Kinder, sondern abwechselnd Kinder und Eltern. Jeder darf ruhig hören, was ich zu sagen habe und keine Frage ist dumm genug, das sie keine Antwort verdient hätte.


    Überall dort, wo nicht alle mitmachen dürfen, ist es schwierig für Transparenz zu sorgen. Selbst klare Richtlinien nützen nichts, wenn die Inhalte nicht ausreichend verstanden werden. Allerdings und das gebe ich zu, gehört ein wenig Erfahrung dazu gleichzeitig das Training aufmerksam zu beobachten und die Eltern zu coachen. Ohren und Augen überall zu haben, das braucht erst mal ein paar Jahre Erfahrungen im jeweiligen Leistungsbereich!


    Ich möchte den Rest jetzt gerne ein wenig abkürzen! Wichtig für mich ist nicht das Konzept, sondern die Freiräume darin. Gibt es sie nicht, so taugt auch das Konzept nicht viel. Die Freiräume ergeben sich aus dem langfristigen Ziel des Ausbildungsauftrags. Wenn man die "fertigen Spieler" sieht, dann werden selbstverständlich die Sünden früherer Jahre, die trotz guten Willens passiert sind, wach.


    Um ein Beispiel zu nennen: Die "Stabi-Übungen" wurden früher vernachlässigt, weil auch das Verletzungsrisiko vernachlässigt wurde. Eine Verletzung wurde beinahe als "höhere Gewalt" angesehen. Gut, dass irgendwann Athletiktrainer (wo es in manchen Disziplinen häufiger zu Verletzungen kommen kann) hinzukamen und das fehlende Wissen einbrachten.


    Ich bin viel zu neugierig, um einen neuen Ansatz zu verteufeln, aber er muß mich auch überzeugen können! Wichtig ist sicher der gute Start, aber dann sollte es Kontrollen und Steuerungsmechanismen geben. Darüber hast du bislang nur sehr allgemein gesprochen. Oder seit ihr hier noch in einer Entwicklungsphase?

    @FB


    Du beschäftigst die intensiv mit F-Jugend-Altersstufe und versuchst hier die Fussballförderung zu optimieren. Wie Uwe bereits in seinem Post 32 beschrieb, gibt es wissenschaftlich verankerte Entwicklungsprozesse, die zu berücksichtigen sind, um einigermaßen zuverlässige Ziele erreichen zu können.


    Die Aussage: "es ist verdammt schwer und fast unmöglich" ein Profi zu werden, sagt nicht, dass man es nicht trotzdem probieren sollte! Jedoch ist die Annahme, nur alles noch früher und noch perfekter durchzuplanen, keine Möglichkeit zur Verbesserung der Chancen.


    Nur dann, wenn die Impulse parallel richtigen Entwicklungsstufe erfolgen, treffen sie auch das gewünschte Verständnis.


    Ein User meinte, dass Spielintelligenz die Fähigkeit sei, Spielzüge vorauszuahnen. Das ist ja schon beim Schachspiel schwierig, obwohl die gegnerischen Figuren wie die Eigenen im Zeitraum der Überlegung fest an ihrem Ort stehen. Um wieviel schwieriger wird es, wenn sich alles um den Ball herum bewegt? Hier sind es eher Erfahrungen über bekannten Vorlieben (z.B. Laufwege, Schußbein), die als Spielintelligenz beschrieben werden.


    Leider besteht die Gefahr darin, mit den gutgemeinten Ideen zwar kurzfristig erkennbare spezifische Verbesserungen zu erkennen sind, aber ein Kind ist kein kleiner Erwachsener, sondern ein sich noch in weiten Teilen entwickelndes Individuum. Wenn es irgendwann eine hohe Form dieser Fremdsteuerung erkennt, dann besteht die große Gefahr, dass es trotz geigneter Anlagen und trainierter Fähigkeiten den Wunsch verspürt, nicht mehr für Andere funktionieren zu wollen!


    Deshalb mein Rat an alle Eltern und Trainer: Unterstützen eure Kinder bei ihrem Hobby, aber übt keinen Druck aus! Das ist doch nicht so schwierig zu verstehen oder? Geht alle Schritte in der richtigen Reihenfolge mit ihnen und traut keinem über den Weg, der euch etwas von "Wunderkindern" erzählt! Es wird so langsam selbständig und euch sagen, was es will! Nur das zählt!


    Spielintelligenz ist ein interaktiver Prozeß, der im Erwachsenwerden (hoffentlich) ein gutes Finale findet!