Beiträge von TW-Trainer

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    @Jenni82


    Es ist nichts Neues, dass Mädchen und Frauen empfindlich reagieren, wenn ihnen keine vernünftigen Rahmenbedingungen im Verein geschaffen werden.


    Kabinennutzung und Duschgelegenheit, vernünftige Trainingsplätze, Tricots usw. sollten garantiert sein. Sind jedoch bei den Mädels nach wie vor keine Selbstverständlichkeit, weil man noch eher bereit dieses Geld in eine F 5 oder E 4 Jungenmannschaft auszugeben. Beim Fussball regieren Männer für Männer, weshalb Fussball in erster Linie Männersache ist! Frauen und Mädchen werden allenfalls geduldet.


    Wenn dann die fussballbegeisterten Mädchen und Frauen ihren Frust durch Fortbleiben Ausdruck verleihen, so wird generell ihnen als Erstes die Schuld dafür in die Schuhe geschoben.


    Um diese Situation nachhaltig zu verbessern und die Ansichten darüber, dass die Kader der Mädchen größer sein müßten gerne in die Vergangenheit verbannen. Denn nicht nur Dinge, die der Verein verbockt hat, führen zu kurzfristigen Abkehr, auch Streit der Mädchen und Frauen untereinander führen zu selten noch zum Kompromiß.


    Man muß auch mal etwas Verständnis für die Sicht der Männer aufbringen und nicht immer nur bei ihnen die Schuld suchen. So ist zu beobachten, dass seit Jahren selbst in der 3. höchsten Frauenfussball-Liga die Meisterschaften und Abstiege nicht sportlich fair auf dem Rasen ausgetragen werden, sondern sich durch Nichtantreten der Mannschaften am grünen Tisch entscheiden. So kann man kein Vertrauen schaffen!


    Aber der Glaube, je größer der Kader, je zuverlässiger könne man in die Saison starten, der ist m.E. ein Trugschluß! Denn ist erstmal Streit entstanden im Kader, so kann daraus leicht ein "Flächenbrand" werden! Je größer der Kader, je weniger kennen sich die Spielerinnen untereinander und je geringer ist die Chance, dass gegenseitiges Vertrauen wachsen kann.


    Wird in einer Mädchen- oder Frauenmannschaft jede einzelne Spielerin gebraucht, so besteht eher die Chance, dass man im Laufe der Jahre zu einer "eingeschworenen Truppe" wächst, als die mit einer großen Menge an Spielerinnen und permanenten Unruhe aufgrund der hohen Fluktuation der Fall wäre.


    Ich würde in deiner Stelle mit dem Vorstand sprechen und sie versuchen zu überzeugen, dass die von ihnen angestrebte Regelung den Wünschen der Mädchen nicht entspricht und auch keine zusätzliche Sicherheit (eher das Gegenheit) für eine Saisonplanung bietet.

    @FB


    Es wird ja immer so getan, als könnte man die Stärkeren und Schwächeren auf immer und ewig in 2 Lager sortieren. Aber das ist so nicht der Fall. Dennoch findet man auch hier im Forum besorgte Eltern, die die Leistungsbeurteilung ihres Bambinies vom jeweiligen Vereinstrainer in Stein gemeisselt als entgültiges Werturteil ansehen. Auch bei der Leistungsbeurteilung fürs Auswahlteam wird so getan, als sei dies bereits eine Garantieerklärung für spätere Erfolge. Nein, so ist es ja gar nicht! Es ist lediglich ein Vertrauensvorschuß, der sich manchmal erfüllt, meist jedoch nicht!


    Die individuellen Stärken und Schwächen verändern sich jedoch im Laufe der Zeit.


    Immer wenn ich derlei Progonosen höre wie: "der lernt es nie ... aus dem wird nie etwas .." kann ich nur mit dem Kopf schütteln.


    Jahre später wundern sich diese Experten, dass von ihnen hochgehandelte Talente von gerade diesen Taugenichtsen mit Eilzuggeschwindigkeit überholt wurden. Dennoch verändern diese Experten ihre statische Methode der Erfolgs- bzw. Mißerfolgsprognose nicht.


    Natürlich steht bei diesen Leistungsschüben meist auch der Zufall Pate! Ein guter Trainer bringt die Geduld und Sorgfalt auf und gibt seinen "verborgenen Talenten" die es wollen und können soviele Chancen wie sie brauchen.


    KingJames9
    Es gibt genug Gründe, sich nicht an statische Leistungsbeurteilungen zu orientieren! Wenn man schon etwas macht, was nicht selbstverständlich ist, warum sollte man sich nicht auch andere, eigene Maßstäbe fürs Einzeltraining setzen? Fang einfach an (bist du ja schon) und schau, was daraus wird. Auch ein Weg ohne festes Ziel ist ein Abenteuer und kann jede Menge Spaß machen!

    Günter
    Ich finde nicht die Aussage des Prüfers blöd, ich finde die Regelung Quatsch, wonach eine Trainerlizenz erteilt wird, aber trotzdem nicht für die nächsthöhere Stufe zugelassen ist! Entweder hat man bestanden oder man ist durchgefallen! Man kann keine Lizenz erteilen, dann jedoch spezielle Fähigkeiten auf diesem Level absprechen. Das ist Unsinn!


    CokeFreak


    Zunächst einmal solltest du dir darüber im Klaren werden, was du als Trainer erreichen möchtest? Solltest du zu dem Ergebnis kommen, dass du dich für höhere Anforderungen ausbilden lassen möchtest, käme ggf. eine Nachprüfung in dem Fach, in dem du bei der C-Lizenz zu wenig Punkte hattest, infrage. Wenn du dich für eine Nachprüfung entscheidest, dann würde ich diese zeitnah zur B-Lizenzausbildung machen. Denn dann sind deine speziellen Kenntnisse auf dem aktuellsten Stand.


    Ich würde den Wink mit dem Zaunpfahl des Ausbilders/Prüfers in deiner Stelle annehmen und enfach ein, zwei Jahre Trainererfahrung mit den älteren Jahrgängen des Leistungsfussballs machen. Evl. auch mal in einen anderen Verein hineinschnuppern und über den Tellerrand hinaus zu blicken. Hospitation im Stützpunkt ist natürlich auch gut. Frag die erfahrenen guten Trainer, was du wissen möchtest und hake nach, bis du es verstehst.


    Du wirst es aufgrund eigener Erfahrungen leichter haben, mit den Ausbildungsthemen der Lizenzausbildung etwas anzufangen. Denn nur auf Basis von Bücherwissen ist es schwierig, sich das nötige Wissen anzueignen.


    Ich hoffe, du findest die richtige Entscheidung für dich!

    KingJames9


    Was ist denn eine Mädchen-Regionalauswahl?


    Ich denke, es geht im Einzeltraining darum, die speziellen Vorteile dieser Trainingsform zu erkennen und zu nutzen.


    Als wichtigstes Voraussetzung ist selbstverständlich, dass Trainer und Spieler dies wollen. Dafür ist ein vertrauensvoller, partnerschaftlicher Umgang wichtig! Im E-Jugend-Alter freut sich eigentlich jedes Kind, wenn sich ein Erwachsener extra Zeit für ihn/sie nimmt.


    Zwar lernen Kinder sehr gut von anderen Kindern, aber für die richtigen Impulse wird die Erfahrung und das Fachwissen ihrer Trainer benötigt. Beim Einzeltraining in ruhiger, abgeschiedener Athmosphäre können sich der Spieler wie auch der Trainer auf bestimmte Aufgaben konzentrieren und diese in individuellen Einzel- bzw. Zwischenschritten angehen.


    Je mehr Zeit das Kind mit seinem Hobby verbringen darf und je mehr Spaß du ihm dabei vermitteln kann, desto selbstverständlicher werden die individuellen Erfolgsaussichten. Denn in welcher Form von Fussball sich das Kind einmal wiederfinden wird, entscheidet es selbst, aber gute Trainer helfen mit, das es Entscheidungsalternativen gibt!


    Ich wünsche dir dabei alles Gute. Deiner Kreaitivität sich kaum Grenzen gesetzt, solange du ein gutes Mix aus Forderung und Förderung findest. Du wirst dabei für dich sehr intensive Erfahrungen sammeln, die dir helfen werden, höhere Herausforderungen zu wagen und noch schwierigere Aufgaben zu lösen.

    Andre
    Prima Beitrag, bei dem du die Randbedingungen und das Umfeld des Jugendtrainers durchleuchtet hast.


    Sehr gerne würde ich den vermeintlichen Widerspruch zwischen der Grundlagenvermittlung und der Orientierung am Spitzensport auflösen.


    Ich denke mal, die meisten von euch werden ein Auto fahren. Die Masse fährt sicherlich ganz normale Autos. Einige sicherlich schon seit Jahrzehnten! Doch vermutlich werden die wenigsten wissen, dass die Technologien zunächst im Spitzensport entwickelt, dort zur Serienreife geführt und schließlich als ganz normale Standards in den heutigen Fahrzeugen vorhanden ist.


    Zweck des Spitzensports ist es auch, Neues auszuprobieren. Vieles davon stellt sich als nicht erfolgreich heraus, manches läßt sich aufgrund der Kosten (noch) nicht in Serie produzieren. Dennoch bleibt genug übrig, was wir Autofahrer gar nicht mehr als etwas Besonderes wahrnehmen!


    Im Spitzensport ist man stets bemüht, ja sogar einem Zwang ausgesetzt, Gutes zu verbessern. Denn sich auf seine Lorbeeren auszuruhen, das kann sich niemand leisten.


    Wie "Don" und weitere User bereits beschrieben haben, geht es nicht darum, ältere Fussballphilosophien als alten Mist abzuqualifizieren, sonst wären auch wir dem Gespött unserer nachfolgenden Generation ausgeliefert. Es geht darum, die Veränderungen im Fussball zunächst einmal wahrzunehmen. Das hat Andre prima beschrieben. Dann gehts darum, seine Trainingsinhalte und -methoden auf den Prüfstand zu stellen. Hier finden sich bei "FB" Hinweise. Und schließlich geht es darum, für sein Team das bestmögliche Trainingsprogramm zu erstellen. Der DFB gibt dazu altersbezogene, gute Hinweise. Aber es gibt genug Spielraum für die eigene Kreativität. Letzeres ist für jeden Trainer das Salz in der Suppe und unterscheidet ihn von seinen Kollegen.


    Natürlich gehört immer ein wenig Mut dazu, Bewährtes durch Neues abzulösen. Aber genau darin liegt ein stückweit das Abenteuer Trainer zu sein und sich permanent weiterentwickeln zu wollen.


    Ich hoffe, es ist jetzt ein wenig klarer geworden, dass es nicht darum geht, sich auf dem höchsten Leistungsniveau als Breitensportteam messen und vergleichen zu wollen, sondern das, was man daraus gebrauchen kann, für sich mitzunehmen.

    Günter


    Da hast du wohl in eine Wespennest gestochen! Das Niveau zwischen der B-Lizenz (für Stützpunkttrainer) und der A-Lizenz ist tatsächlich signivikant unterschiedlich!


    Leider gibts teilweise eine Unterwanderung der DFB-Stützpunkte mit Personal, das sich nicht wirklich für diese Arbeit interessiert, weil es andere Ziele verfolgt.


    Hierbei handelt es sich um Trainer, die auf bequeme Weise an die B-Lizenz (für Stützpunkttrainer) gelangen wollen, um danach die A-Lizenz machen zu können. Denn erst mit der A-Lizenz kommen sie an die "fetten Fleischtöpfe" heran!


    Ein Ausweg aus dieser Situation wäre sicherlich, nicht allein die Lizenz als Maßstab der Eignung als Stützpunkttrainer zu setzen, bzw. die Kriterien zum Lizenzerwerb zu verändern.


    Gerade die Lizenzkritierien stehen der Ausbildung der Torleute auf den Stützpunkten derzeit kontraer entgegen. Denn wie bereits an anderer Stelle erwähnt, beabsichtigen die hochqualifizierten TW-Trainer gar nicht eine Mannschaftstrainer-Lizenz zu erwerben, weil es gar nicht ihr Ziel ist, später eine Mannschaft zu trainieren. Auf einem Stützpunkt darf jedoch nur ein Trainer mit gültiger Mannschaftstrainerlizenz arbeiten. Sie könnten dort wertvolle Arbeit leisten, wollen das teilweise auch, dürfen es aber nicht! Das ist verrückt, aber es ist so!


    Wichtig zur Kontrolle der 36 hauptamtlichen DFB-Koordinatoren wären regelmäßige Umfragen bei den Stützpunkttrainern, deren Ergebnisse mit den sportlichen Leistungen in diesem Gebiet abgeglichen werden.


    Ferner darf es bei den DFB-Koordinatoren keinen Interessenkonflikt durch anderweitige Tätigkeiten in Vereinen geben! Die Verträge sollten ggf. dahingehend überarbeitet werden. Weiteren Aufschluß über die Qualität der Führungsaufgaben könnte sicherlich eine regelmäßige Befragung der Stützpunkttrainer ergeben.

    schleppi


    Im Großen und Ganzen wird nach Jahrgängen gesichtet. Besonders talentierte Mädchen werden jedoch auch schon mal einen Jahrgang früher aufgenommen, wenn sie mit den älteren Spielerinnen mithalten können. Weil es bei den Mädchen noch nicht so gut organisiert ist, wie bei den Jungen, gibts auch zeitliche Unterschiede in der Eingangssichtung und der Verabschiedung der Jahrgänge.


    Follkao


    Standards gibts, man muß sich nur daran halten. Da sollte der DFB seinen Koordinatoren stärker auf die Finger schauen. Denn wenn der Schlendrian erst mal eingekehrt ist, dann müssen die Vereine die nicht oder schlecht geleistete Arbeit der Auswahlttrainer aufholen. Statt sich gegenseitig zu unterstützen, fängt dann das Konkurrenzdenken wieder von vorne an.


    Andererseits gibts auch Zwänge (z.B. bekommt man nicht immer die Auswahl-Trainer, die man gerne hätte, weil eben auch das "Geld und die Karriere lockt"), die man nicht wegdiskutieren kann.


    Hier sollte sich der DFB Gedanken darüber machen, wie man sein Angebot an die Auswahlttrainer attracktiver gestalten kann. Erfolgreiche Auswahltrainer-Arbeit sollte vom DFB prämiert werden.


    Nur mal ein Beispiel: Bislang bekommen ja nur die Heimatvereine Prämien vom DFB nach dem Länderspieleinsatz. Vielleicht sollte man die Prämienausschüttung ein wenig differenzierter betreiben, sodass alle an der erfolgreichen Ausbildung beteiligten Personen eine Wertschätzung erhalten.

    Andre


    In der letzten Zeit sehe ich eine Besserung in "FB"-Beiträgen. Die Rundumschläge ala "ihr habt ja alle keine Ahnung" werden seltener. Kannst also ruhig wieder mitdiskutieren und ihn von deiner "Ignore-Liste" nehmen! Jeder hat eine 2. Chance verdient!


    @FB
    Klar sollte es während der Jugendzeit um die Grundausbildung gehen. Aber du sagst ja schon selbst, dass du im Bereich der kognitiven Ausbildung ein Defizit siehst.


    Wichtig ist, dass man in regelmäßigen Zeitabständen seine Ausbildungsinhalte für den Jugendbereich auf den Prüfstand stellt, weil sich die Vorstellung von erfolgreichem Fussball verändert und damit auch die Schwerpunkte.


    Man kann dies sehr gut an den signivikanten Punkten der unterschiedlichen Taktiksysteme erkennen:


    1. gegnerorientierte Spielweise
    - viele Zweikämpfe = mehr Dribbling
    - lange und mittellange Pässe = Schußkraft und Präzision mit dem "stärkeren Fuß"
    - Paßstaffetten = entweder Paß mit Innen- oder mit Außenrist durch "stärkeren Fuß"
    - Laufarbeit gleichmäßiger und vom Gegenspieler abhängig


    2. ballorienitere Spielweise
    - weniger Zweikämpfe = weniger Dribbling
    - mehr Kurzpaß = beidfüssiges Paßspiel
    - häufige Tempowechsel abhängig vom Ballnähe und Ballbesitz


    Eine Jugendausbildung, die sich nicht an den Veränderungen im Spitzenfussball orientiert, würde die jungen Spieler nur auf einen Teil ihrer Herausforderungen vorbereiten.


    Aber ich glaube, so hast du es auch gar nicht gemeint? Denn natürlich sollte der "Wald- und Wiesentrainer" seine Trainingsinhalte nicht der Kritik oder dem Zungenschnalzen eines Fernsehreporters bei der Übertragung eines Länderspiels ausrichten. Auch die Interviews von Proiftrainern im Kicker bieten keine 100 %-igen Vorgaben fürs nächste Training. Dennoch ist es von Vorteil, wenn sich jeder Trainer fortbildet und durchaus Inhalte via "Try and Error" aus dem höheren Fussball ins Trainingsprogramm einbaut.


    Manche Erfahrungen muß ein Trainer einfach machen, um daraus zu lernen!

    schleppi und stefan70


    Was ist ein Teilbereich?


    Beim Niedersächsischen Fussballverband (NFV) gestaltet sich die Mädchen-Nachwuchsförderung wie folgt:


    1. Kreisauswahl (Talente aus dem Kreis)
    2. Teilbereich (ausgewählte Talente aus den Kreisauswahlen)
    3. Bereich (organisatorische Einheit)
    4. Mädchen-Stützpunkte (neu)
    5. Verbandsauswahl


    Wie bereits erwähnt findet das Training der Kreisauswahl 14-tätig stand. Genauso ist es beim Teilbereich. Die "Teilbereich-Spielerinnen" sollen jeweils beide Fördermaßnahmen in Anspruch nehmen, um mindestens 1 x wöchentlich auf einer höheren Niveau trainieren zu können.


    Förderung in gemischten Teams.


    Neben der reinen Mädchenförderung gibt es eine Förderung in gemischten Teams. Gibt es Mädchen, die mit ihren gleichaltrigen Jungen mithalten können, so werden diese in die Jungen-Auswahlteams aufgenommen. Hier gestaltet sich die Förderstruktur beim NFV wie folgt:


    1. Kreisauswahl
    2. DFB-Stützpunkt
    3. Verbandsauswahl, jedoch getrennt nach Mädchen und Jungen


    Beim NFV gibts aktuell 3 Bereiche, in denen es widerum 3 - 4 Teilbereiche gibt. Aufgrund des unterschiedlichen, häufig späteren Einstiegsalters kommt es durchaus vor, dass Mädchen direkt in den Teilbereich wechseln.


    Ich hoffe, die recht komplexe Struktur wird jetzt ein wenig transparenter?



    Follkao


    Ich weiß nicht so recht, ob man ein NLZ mit einem DFB-Stützpunkt vergleichen kann? Da gibts doch eine Reihe von Unterschieden. Auf einem DFB-Stützpunkt gibts 3 - 4 Jahrgangstrainer. Die älteren beiden Jahrgänge werden meist mit anderen Stützpunkten zusammen gelegt. Weil hier keine extra Sichtung mehr erfolgt, dümpeln die so vor sich hin. Die meisten NLZ sind Bestandteile von Vereinen. Hier gibt es weitaus mehr Spieler und Teams, häufigeres Training und einen Punktspiel-Wettbewerbsbetrieb.


    Eigentlich sollen die hauptberuflichen DFB-Stützpunktkoordinatoren diese Aufgaben einer fortwährenden Überprüfung wahrnehmen. Meist gelingt dies auch, aber nicht immer!


    Der DFB hat sich in den vergangenen Jahren selbst auch so manches "Ei ins Nest gelegt"! So gab es zeitweise für Ex-Profis die Trainerlizenz per Crashkurs. Man hat jedoch erkannt, dass das Eigenkönnen (als Ex-Profi) allein nicht ausreicht, sondern die Vermittlung sowie dem Coaching der benötigten Fähigkeiten in einer anderen Altersgruppe eine längere und intensivere Beschäftigung bedarf. Dafür kann man die Koordinatoren nicht haftbar machen. Auch ist es den Leistungen einiger Koordinatoren zu verdanken, dass ihre guten DFB-Stützpunkttrainer sehr hoch im Kurs bei den Vereinen stehen und dort dann deutlich besser bezahlt werden.


    Es genügt nicht, sich lediglich die negativen Punkte eines Systems heraus zu greifen. Man muß beide Seiten der Medaille betrachten, um zu einem fairen Urteil zu gelangen.

    Alle Jahre wieder kommen die Sichtungsthemen hier ins Forum. Das ist auch gut so. Denn unerfahrene Trainer und Eltern können sich hier informieren. Auch erfährt vielleicht der ein oder andere Verantwortliche, was da so in seinem Gebiet getrieben wird.


    Fangen wir mal an:


    In der Tat gibts eine Reihe von Unterschieden bei der Talentförderung, Auch gibts Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Da durchzublicken ist manchmal nicht einfach. Und ob das alles so richtig ist, lass ich mal dahin gestellt.


    Dennoch möchte ich auf 2 Punkte aus dem unteren Förderbereich eingehen:


    1. Kreisauswahl
    1.1. Jungen
    Dies ist die älteste Form der Talentförderung und wird heute als Vorstufe für den DFB-Stützpunkt gesehen. Das hat Vorteile, hat jedoch auch Nachteile. Ein Vorteil ist sicherlich, dass Kinder, die in ihren Heimatvereinen nicht die Möglichkeit haben, mit gleichaltrigen, ähnlich talentierten Kindern unter der Leitung von lizensierten Trainern einmal wöchentlich zu spielen. Selten kommt es vor, dass auch besonders talentierte Mädchen bei den Jungen in der Kreisauswahl mitkicken.


    1.2. Mädchen
    Die Mädchensichtung beginnt 1 Jahr später. Training findet 2 x monatlich statt. Spötter mögen nun sagen: aha, Mädchen sind also nicht so wichtig! Nein, der Hauptgrund ist, dass die Mädchen im Schnitt später mit dem Vereinsfussball beginnen.


    2. DFB-Stützpunkt
    Ca. 12 - 15 Spieler pro Jahrgang werden in den DFB-Stützpunkt aufgenommen. Zwar erfolgt eine weitere Sichtung, jedoch wird meistens der Kern der Kreisauswahl auf dem DFB-Stützpunkt übernommen. An dieser Stelle kann ich KK gut verstehen, der vermutlich nicht ganz so unrecht hat, das ein nachträglich gesichteter Spieler für alle sichtbar mehr Fähigkeiten besitzen soll. Dies läßt sich auch in dem Video einer Endsichtung erkennen.


    3. Sichtungsmerkmale
    Die Sichtungsmerkmale für die Feldspieler liegen fest. Bei den Torleuten gibt es direkt keine, weil es auch keine verbindlichen Inhalte des Nachwuchs-Torwarttrainings gibt. Hier gibts eine starke Verunsicherung, weil auch die meisten Sichter keinen Dunst haben, was ein Torwart können sollte und wie eine TW-Leistung überhaupt zu bewerten ist?


    3.1. Sichtungsmethode
    Die Sichtung wird generell so durchgeführt, dass jeder Sichter jedes Kind mal gesehen haben soll. Die Ergebnisse aller Sichter werden nach der Sichtung ausgetauscht. Die hier angesprochene Trainerbeeinflussung durch Lob mag vielleicht bei einem Sichter wirken, wohl aber nicht bei Allen!


    3.2. Qualität der Sichtung
    Die Qualität der Sichtung hängt natürlich von den Fähigkeiten der Sichter ab. Weil jedoch nicht immer ausreichend Sichter zur Verfügung stehen, helfen teilweise Personen aus, die sonst nicht als Kreis- oder Stützpunkttrainer tätig sind. Ihre Ergebnisse fließen zwar mit ein, jedoch bestimmt letzendlich der verantwortliche Jahrgangstrainer des Kreises oder Stützpunkt, welche Talente fürs Probetraining eingeladen werden.


    3.3. Probetraining
    Wer einen Anruf zur Einladung eines Probetrainings erhält, darf sich zwar freuen, dass sein Kind berücksichtigt wurde. Jedoch gibt nach ca. 3 Trainingseinheiten eine weitere Selektierung. Zwar gibts jeweils Einzelfallentscheidungen. Jedoch haben die Kinder, die von ihren Eltern und/oder Vereinen nicht zum Fördertraining gebracht werden, wenig Chancen auf eine weitere Förderung. Denn wer nicht da ist, der kann auch nicht ausgebildet werden.


    3.4. Trainingstage.
    Während das Kreistraining an unterschiedlichen Tagen (je nach Vereinbarung und Resourcen des Trainingsplatzes) geben kann, findet das DFB-Stützpunkttraining in der Regel immer montags Nachmittags statt.


    3.5. Verantwortlichkeiten
    Für die Kreisauswahlen sind die Verbände zuständig, für die DFB-Stützpunkt der DFB.


    3.6. Trainer-Ausbildung für Auswahl-/Stützpunkttrainer
    Für die Kreisauswahl genügt die Trainer-Breitensportlizenz, für den DFB-Stützpunkt wird die B-Leistungslizenz angestrebt.


    Abweichungen von den einzelnen Punkten kann es geben!


    4. Stärken und Schwächen dieses Systems
    Selbstverständlich werden Statistiken über die Effektivität dieses Fördersystems geführt und regelmäßig im Rahmen des Bundes Deutscher Fussballtrainer präsentiert. Aber diese Zahlen sagen natürlich wenig darüber aus, wie es insbesondere im unteren Förderbereich wirklich aussieht. Selbst ab der Verbands- oder DFB-Auswahl gibts riesige Schwankungen, die schwer erklärbar sind. Der "DFB-Stützpunkt" ist seinerzeit aus "der Not heraus geboren worden", als das DFB-Teams frühzeitig aus der WM ausschied und die Trainer als Ursache fehlende Qualität des Nachwuchses beklagten. Wir waren im Jahr 2000 so ziemlich das letzte Nationalteam, was noch mit einem Libero (ich glaube Loddar wars) gespielt hat. Ein harter Schnitt war überfällig geworden.


    Natürlich hat dieses System jede Menge Schwächen. Auch ist es schwierig ein ausgewogenes Maß dort zu finden, wo nicht alle mitmachen dürfen und man sich auch nicht für Geld hineinkaufen kann. Erfahrene Auswahltrainer berücksichtigen stets auch die Meinung der Heimattrainer. Insbesondere, wenn es sich um erfahrene Leute handelt, die in ihren Heimatvereinen gute Arbeit leisten und immer wieder Talente für die Auswahlen entsenden konnten. Denn es gibt eine Reihe von Faktoren, die diese Stichtungssichtungen beeinflussen können. Für so manches Kind hat die Aufnahme in das Förderprogramm nicht nur Vorteile. Von anschließenden "Spießrutenläufen" der Kinder, die von Neid und sogar Hass begleitet sind, wird berichtet.


    Es sind nicht so sehr die Trainer, sondern insbesondere die talentierten Kinder, die sehr viel voneinander lernen. Deshalb sollte jedes Fördertraining mindestens 50 % Fussballspiel mit all seinen Facetten enthalten. Diese Möglichkeit gibt es in den Heimatvereinen nicht, weshalb sich solche Einrichtungen lohnen. Auch bringen die Kinder Fähigkeiten mit in ihre Heimatvereinsteams, wodurch aus die Mannschaftskameraden profitieren. Wir Training haben dabei eine weitaus bescheidenere Aufgabe. Wir sind die Kümmerer und Impulsgeber. Den großen Rest können die Kinder ohne unsere (ständigen) Eingriffe ins Spiel viel besser. So wird in Auswahlteams fast immer ohne Schiedsrichter gespielt, damit die Kinder Fairplay und Verantwortung lernen.


    Leider gibt es nach wie vor auch die "Schwarzen Schafe" in der Auswahlarbeit. Denn dort, wo sich die Auswahltrainer die Klinke in die Hand geben, erkennt man einen Zusammenhang zur wechselnden Vereinsherkunft der Kinder und ihrer Auswahltrainer. D.h. wechselt der Auswahltrainer, kommen plötzlich auch die Auswahlkinder aus dem Heimatverein oder befreundeten Vereinen des neuen Auswahltrainers Mancherorts hat man hier einen Riegel vorgeschoben, indem es Auswahltrainer verboten wurde, gleichzeitig Vereinstrainer für die von ihm trainierte Altersgruppe zu sein.


    Um die Nachhaltigkeit der Fördermaßnahmen sicher zu stellen, muß man sich auch die Verantwortlichen anschauen. Bewegung ist Leben - so ist das auch im Fussball. Wer keine Ideen mehr auf den Platz produzieren kann, der sollte es anderen Menschen überlassen!

    Die Beidfüssigkeit ist ohne Zweifel für den Fussball von besonderer Bedeutung. Dennoch findet man so gut wie nie Spieler, bei denen man auf den zweiten Blick nicht doch eine dominante Seite erkennt!


    Dabei kommen alle Bambinis beidfüssig zum Fussball. Aber die zu beiden Seiten hin gleichermaßen gute Koordination wird ihnen systematisch wieder abtrainiert. Denn statt, das sie altersbezogen zunächst einmal mit einfachen Hand - Hand oder Hand - Fuß - Übungen z.B. das richtige Klettern erlernen, müssen sie die Kreise oder den Stift in einer Hand halten und fortan immer nur mit dieser Hand üben, damit es ihren Erzieher/innen und Lehrer/innen auch gefällt. Das Ergebnis dieser einseitigen körperlichen Belastung sind Haltungsschäden und Störungen der Feinmotorik.


    Häufig wird die Fähigkeit der beidseitigen Koordination unterschätzt. Doch wirken sich "Fußfehler" weiter oben durch Ballance-Probleme aus. Auch läuft ein Mensch nicht nur mit seinen Füßen, sondern mit dem gesamten Körper. Bei den Torleuten sich diese Fehler in der Jugendausbildung recht einfach zu erkennen, indem er eine "starke" und eine "schwache Seite" hat. Anhand der Zeitdiferenz, um vom Ausgangspunkt zum rechts oder links befindlichen Zielpunkt mißt, läßt sich sogar der Grad der einseitigen Nutzung einer Körperhälte messen.


    Weil ein Kind 5 Tage in der Woche im Kindergarten oder in der Schule zubringt, können wir diese Bewegungseinschränkung nicht vollkommen korrigieren. Wir können ihr jedoch durch gezieltes Training ein Stück entgegenwirken.


    Deshalb ist es wichtig, damit früh anzufangen und jede Übung und Spielform sowohl mit dem rechten wie mit dem linken Fuß durchzuführen. Die bessere beidseitig Koordination wird langsame auf einen höheren Level gelangen und mit ihnen der Umfang und die Perfektion ihrer technischen Fähigkeiten. Je später versucht wird, diese Defizite zu beheben, je schwieriger wird das Unterfangen.


    Eine sehr gute Unterstützung der Beidfüssigkeit liegt in den Multitasking-Übungen. Probiert doch beim nächsten Training ganz einfach mal folgende Übung:


    1. Die Spieler eurer Trainngsgruppe bilden eine Gasse
    2. Die Abstände der Spielerpärchen sollten ca. 5m betragen
    3. Jeder Spieler bekommt einen Ball
    4. Auf TR-Kommando passen sich die Spielerpärchen gleichzeitig den Ball zu und spielen ihn ohne zu stoppen wieder zurück.


    Im Unterschied zur Passübung mit einem Ball kann der Spieler, der den Ball gepaßt hat, danach nicht in den "Zuschauermodus" umschalten, sondern er muß die Konzentration weiterhin hochhalten, um sich gut zum Paß seines Partners zu stellen. Darin wird auch euer ersten Problem bei der Übung zu erkennen sein. Denn weil eure Spieler diese Übung noch nicht kennen, werden sie nach dem Paß erst einmal stehen bleiben, um zu beobachten wohin ihr Ball rollt. In der Zwischenzeit ist der vom Partner gepaßte Ball jedoch schon sehr nahe, sodass man sich nicht mehr gut zum Ball stellen kann. Hinzu kommt, dass durch die jetzt seitliche Stellung das Standbein weiter vom Schußbein entfernt ist, wodurch der Rückpaß unpräzise wird. Dann wird versucht, den schwachen Fuß zu umlaufen. Schließlich sind die Pässe der Spielerpärchen immer unpräziser und auch der Balldruck wird immer unterschiedlicher. Um mehr Zeit zu gewinnen, werden die Abstände der Spieler immer größer, bis die Übung schließlich gar nicht mehr funktioniert. Jetzt seit ihr als Trainer gefragt, indem ihr euren Spieler erklärt, das man nicht neben, sondern hinter dem Ball präziser und dem nötigen Druck passen soll. Den "Bodenscannern" kann man zusätzliche Zwischenübungen geben. (schauen nur nach unten und sehen dort ihre Füsse, den Ball und den Rasen, aber nicht ihre Mitspieler und deren Position) kann man kurz zeigen, dass man Ball und Mitspieler gleichzeitig im Blick haben kann. Wer es nicht glaubt, der in einer Zwischenübung mit geschlossenen Augen seinem Mitspieler den Ball zupassen (oder einen zweiten Ball mit geschlossenen Augen aus ca. 3 m Entfernung treffen) Durch gleichzeitigen Blick auf die Situation lassen sich mit etwas Übung beidfüssig gleichzeitig Pässe mit dem Partner spielen. Ein weiterer Nebeneffekt dieser Übung ist es zu erkennen, dass Kurzpässe einfacher und präsziser mit dem Innen- statt mit dem Außenspann gespielt werden können, weil der Außenspann-Pass schwieriger vom Mitspieler zu kontrollieren ist. Diese Übung kann zunächst maximal 1 - 2 Minuten funktionieren. Länger reicht die Konzentration noch nicht!


    Hinweis: Macht man diese Übung mit einer gewöhnlichen Seniorenmannschaft aus dem Breitensportbereich, so ist nach ca. 5 Min. mit ersten Krämpfen zu rechnen, weil deren Belastung der schwächeren Seite enorm ansteigt. Also laßt das dort - die können nicht mehr so viel wie die kleinen Kinder! Oder achtet darauf, dass sie zwischendurch immer mal den Ball stoppen, um sich ein wenig auszuruhen.


    So viel Spaß bei der Übung!


    Wenn`s gut geklappt hat und der Wunsch nach weiteren Multitasking-Übungen besteht, dann gerne. Wenn die Kids schon älter sind, kann ich die Übungen von Matthias Nowak (Trainer bei Bayern München) empfehlen.

    DSV


    Nein, wir reden immer noch aneinander vorbei!


    Egal, ob du eine übung oder eine Spielform mit deiner Trainingsgruppe machst, solltest du genau hinschauen, ab wann die Aktionen der Spieler nicht mehr erfolgreich abgeschlossen werden.


    Bei einer intensiven Übung oder Spielform werden deine Spieler schneller ermüden. Bei langsameren Formen mit weniger Bewegung bzw. Konzentration werden sie entsprechend langsamer ermüden. Man kann zwei Ermüdungsfaktoren selektieren:
    1. Quote der Fehler steigt an
    2. Körperhaltung verändert sich


    Natürlich gibt es auch die von dir angesprochene Gliederung der Trainingsübung. d.h. ich unterbreche das Spiel, um mit den Spielern einen erfolgreichen oder fehlerbehaften Angriff zu besprechen.


    Ferner kann man sein Training in der Weise planen, dass man nach dem Warmmachen zunächst die intensiven Übungen mit hoher Konzentration und in einer späteren Phase die Verfeinerung von bereits beherrschen Fähigkeiten des Trainingsschwerpunkts als Vorbereitung fürs Abschlußspiel plant.


    Weil sich jedes Spiel anders entwickelt ist die Regeneration im Wettkampf kaum planbar. Ist ein Spieler sichtbar ermüdet, so ist es besser ihn auszutauschen, als ein späteres Verletzungsrisiko inkauf zu nehmen. Über taktische Mittel der Spielverschleppung wollen wir im unteren und mittleren Jugendfussball eigentlich noch nicht so viel diskutieren.

    DSV
    Gemeint ist zunächst einmal das Erkennen des Trainers nach einer erforderlichen Pause seiner Spieler. Dies ist im moderen Fussball besonders wichtig, weil das Spiel intensiver geworden ist.


    Beim früheren, gegnerorientierten Spiel konnte man sich "auf dem Platz" gelegentliche Pausen gönnen, wenn sich auch der Gegenspieler ausruhte. Heute wird ein höheres Tempo gespielt. Auch erfordert das moderne, ballorientierte Spiel mehr Laufarbeit.


    Für die Übungsgruppe bedeutet das häufigere Regenerationspausen einzulegen, damit die Kraft und Konzentration wieder aufgebaut werden kann.


    Regenerationsübungen, wie sie früher gemacht wurden, sind eigentlich nicht mehr nötig, wenn man eine guttrainierte Mannschaft hat. Das ist ähnlich zu sehen, wie man sich früher über einen längeren Zeitraum (meist auch noch statisch) gedehnt und gestreckt hat, weil man glaubte, man könnte dadurch Verletzungen vermeiden.


    Viel wichtiger sind Regenerationspausen. Denn wird weitergespielt, obwohl die Kraft und Konzentration bereits deutlich gesunken ist, droht Verletzungsgefahr!

    Günter


    Genau das ist es! Wenn jemand in der A-Jugend noch nicht weiß, wie er sich individualtaktisch verhalten soll, dann muß man das nachholen. Je älter die Spieler werden, je schwieriger wird es! Denn man darf den Spielern, die 10 Jahre nichts anderes gemacht haben, als "Blutgrätsche" keinen Vorwurf daraus machen, den Unterschied zwischen frontalem und seitlichem Anlaufen praktizieren zu können.


    Andererseits wird jedoch kein Schlüssel darraus, die Phasen der taktischen Ausbildung in eine falsche Altersgruppe zu legen. Denn die Komplexität der Aufgaben muß auch verstanden werden. (Nicht umsonst fangen die Knirpse in der Schule zunächst mit dem Einmaleins an und kommen erst Jahre später zur Integralrechnung)!


    Wenn jedoch die besten Trainer eines Profi-Nachwuchsbereichs lediglich Elemente des ballorientierten Spiels bei 4 - 5 mal wöchentlichen Training bei ihren D-Jugend-Toptalenten hin bekommen, dann habe ich so meine Zweifel, was die Kids ohne permanente Traineranweisungen bei einer ganz normalen D-Jugend so an einer gut funktionierenden 4-er Kette hinbekommen? Man darf dabei ja nicht vergessen, dass es hier auch darauf ankommen, inwieweit sie vom Gegner gefordert werden?


    Wichtigste Voraussetzung ist jedoch, dass man das ballorientierte Spielsystem als Trainer sowohl in der Theorie ausreichend verstanden hat, als auch die Methodik der praktischen Umsetzung gelernt haben. Dies findet bislang meines Wissens ausschließlich im Leistungsfussball (ab C-Leistungslizenz) statt. Andere Versuche, die man zu hauf auf den Dorfplätzen findet, könnte man als "4-er Kette mit Manndeckung" umschreiben.


    Wenn das aber den Leuten dort so Spaß macht, dann sollen sie es machen.

    @boque


    Ohne Frage ist ein genialer Trick unmittelbar vor dem erfolgreichen Torabschluß das "Salz in der Suppe"!


    Wir spielen längst ballorientiert, aber wir suchen unser Mannschaftsspieler immer noch nach gegnerorientierten Positionen aus. Dies führt zu einer frühen Ausbildung als "Positionsidiot", statt zur umfangreichen Ausbildung auf allen Positionen. Denn nur, wenn ein Spieler auf dem gesammten Feld weiß, was er in jeder Situation für sein Team am besten machen soll, kann er am perfektesten für seine Mannschaft agieren.


    Doch wie Roland Loy in der Auswertung von mehreren Tausend Spielen nachweisen konnte, kommt es nicht darauf an, mit irgendwelchen Tricks irgendwo auf dem Platz Zweikämpfe zu gewinnen, sondern nur darauf, die "spielentscheidenden Zweikämpfe" zu gewinnen.


    Wer das Spiel im Championsliga-Halbfinale gesehen hat, sah die Bayern mit fast gewohnter optischer Dominanz. Aber einige, wenige schnelle Konter haben ausgereicht, um die Schwächen eines Kurzpaßspiels zu offenbaren. Denn der Gegner sollte sich durch einen langen Pass vom Gegenpressing der Bayern. Über seinen schnellen Angreifer konnte er die noch unsortierte Bayernabwehr auskontern. Was nützt also der Torerfolg eines Innenverteidigers, wenn man doppelt soviel kassiert, weil der Raum nach hinten für Konter jederzeit offen ist?


    Gerade bei technisch guten Teams bietet sich das Defensiv-Pressing (d.h. bis ins eigene Drittel zurückziehen und Gegner zu Fehlpässen provozieren) an, um Platz für schnelle Konter zu schaffen. Nur im torgefährlichen Raum wird gedoppelt. Ansonsten werden Passwege zugestellt und durch geschicktes Anlaufen Fehlpässe provoziert.


    Wir erleben gerade eine besonders spannende Phase, in der die diversen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Taktik-Philosophien ausgekämpft werden. Sind es die Ausnahmestars oder doch mehr die Ausnahmetrainer? Was macht ihre Genialität aus? Warum können sie sich schneller als Andere die jeweilgien Situationen anpassen und effektivere Lösungen finden?


    Das Verfallsdatum von Fussballweisheiten wird immer kürzer! Es wird immer schiwieriger kausale Zusammenhänge aus dem Spiel abzuleiten.


    Aber st es nicht genau das, was wir uns vom Fussball wünschen? Denn wie schrecklich langweilig wäre der Fussball, wenn immer nur das Vorhersehbare und Geplante auch erfolgreich wäre?

    @boque


    Um taktische Fortschritte bei deinen Spielern zu erzielen, solltest du uns zunächst einmal folgende Fragen beantworten:


    1. Trainerfähgkeit: Besitzt du als Trainer Kenntnisse und evl. Erfahrungen im ballorientierten Spiel
    2. Spielererwartung und -fähigkeiten: In welcher Liga spielt ihr
    3. Wie häufig trainiert ihr?


    Fangen wir mit der 3. Frage an! Man sollte schon 3 x wöchentlich trainieren, um allein schon aufgrund der Trainingszeit an einfachen gruppentaktischen Übungen und Spielformen kleinere Fortschritte erzielen zu können. Dazu gehört ferner, dass jeder Spieler mindestens 2 unterschiedliche Positionen einigermaßen beherrscht.


    Bei unseren niederländischen Kollegen trainiert die oberste Liga (vgl. Landesliga) 4 - 5 mal wöchentlich. Allerdings wird dort ein 11-er System gespielt (weil Sammer dort ja nichts zu sagen hatte)! Dort wird trotz der höheren Trainingsfrequenz über die gesamte Jugendzeit ein 4 : 3 : 3 gespielt. Hier wird der Fokus auf ein offensives Spiel mit möglich viel Kreativität gelegt.


    Chris
    Auch, wenn dein 9-er System noch ein klein wenig anders aufgebaut ist, käme es dem noch am nähesten. Während bei uns im oberen Bereich der Jugend oder den Senioren vielfach ein 4 : 2 : 3 : 1 gewählt wird, um über die Außenbahnen anzugreifen, geht man dort davon aus, dass dieser längere Weg ausreichend Zeit läßt, um sich im Zentrum bei gegnerischen Ballbesitz zu sortieren. Entsprechend wird dort sogut wie nicht auf den Außenbahnen gedoppelt. Viel wichtiger ist es ihnen, die weitaus gefährlicheren Spieler im Zentrum möglichst gar nicht an den Ball kommen zu lassen. Probier ruhig die Varianten aus! Das 4 : 4 : 1 ist wie du schon geschrieben hast, viel zu statisch, weil kaum Überzahlsituationen entstehen und leider häufig nur durch Zweikampfgewinne (gegnerorientiert) ,statt durch Paßkombinationen (ballorientiert) Tore erzielt werden. Der Taktikwechsel nach Ballbesitz kostet bei den Jungs dieser Atlersgruppe ebenfalls zu viel Konzentration und der geht dann für die Kreativität verloren.


    Generell sollte in dieser Altersgruppe der Fokus noch mehr auf Grundlagenausbildung gelegt werden. Denn je später die Fähigkeiten vermittelt werden, je mehr sind sie ein Handycap bei der taktischen Ausbildung. Platt ausgedrückt, ein Spieler, der keinen Ball annehmen oder schießen kann, nützt es nichts, wenn er sämtliche Laufwege seiner Positionen kennt.

    Germancoach


    Auch, wenn ich deinen Frust verstehen kann, so solltest du deine Verärgerung an die dafür Verantwortlichen im Verband richten. Denn erst, wenn das Mädchen den Sprung in eine Jahrgangs-Nationalmannschaft geschafft hat, übernimmt auch der DFB die Verantwortung. Damit hätten wir hier schon mal die "Bösewichte" identifiziert. Es kommt auch gar nicht so sehr darauf an, ob das Mädchen anderen Hobbies nachgeht, sondern das es gerecht bewertet wird.


    Ein Mädchen kann innerhalb von 24 Monaten von der 1. Sichtung in die Jahrgangs-Nationalmannschaft kommen! Bei den Jungen wäre soetwas wohl unmöglich, weil es dort sehr viel mehr Instanzen gibt und die jeweilgen Beurteiler nicht immer unbedingt zu gleichen Überzeugungen gelangen. Gäbe es nicht so ein durchgängiges Fördersystem im Mädchenfussball, die Frauen hätten kaum die Dominanz im Weltfussball erlangt und über viele Jahre hinaus halten können. Der Etat für die Mädchenförderung beträgt nicht einmal 10 % von dem der Jungen. Und so manch ein Spieler aus der 1. Kreisliga bekommt dafür, das er geradeaus laufen kann und hin und wieder mal statt des Gegners Beine auch den Ball trifft mehr als eine Spielerin aus der ersten Bundesliga, die sich weitaus häufiger im Training quält.


    So, nun noch ein paar Worte zum Sparkassencup und dem VGH-Cup.


    Diese Sponsorenveranstaltungen eignen sich nur eingeschränkt zur Talentsichtung. Beim VGH-Cup müßten die eingeladenen Jahrgänge mindestens 1 Jahr, besser noch 2 Jahre jünger sein, wenn man dabei neue Erkenntnisse gewinnen soll. Beim Sparkassen-Cup sollten nicht Mannschaften, sondern die einzelnen Talente eingeladen werden. Denn es geht ja um die Bewertung von Talenten, nicht um die von Mannschaften und erst recht nicht um die ihrer Trainer. Dies gilt gleichermaßen für Jungen wie für Mädchen.


    Verborgene Talente entdeckt man am besten, wenn man sich ein enges Netzwerk aus Trainerkollegen (diese Mädchen spielen häufig in Jungenmannschaften) sowie ein intaktes Verhältnis zu den Vereinsverantwortlichen in seinem Gebiet hat (Ersatz, weil die Trainerfluktuation in diesen Jahrgängen leider sehr hoch ist) hat. Damit aus den Talenten "etwas wird", ist eine gute Kommunikation zu nächsthöheren Förderebenen sowei den Leistungsvereinen für eine spätere Aufnahme notwendig.


    Um neben einem fundierten Trainerwissen in der Talentförderung gute Arbeit zu leisten, bedarf es einer mehrjährigen Erfahrung. Denn dort, wo sich die Auswahltrainer die Klinke in die Hand geben, wird selten etwas aus den Talenten. Leider werden in diesen Fällen die verantwortlichen Köpfe (Koordinatoren) viel zu selten zur Rechenschaft gezogen.


    Wenn durch ein gut funktierendes Netzwerk mehrere Trainer mit fundiertem Wissen das Talent in unterschiedlichen Wettkampfsituationen "gesichtet" haben, kann man von einem verlässlichen Talentnachweis sprechen, als wenn an einem schönen Tag am Wochenende im Kreise von Gleichaltrigen ein wenig gekickt wird und die Augen der Spieler mehr neben dem Platz in Richtung Sichter gerichtet sind, als das man hier von einem "freien Spiel" sprechen könnte. Deshalb halte ich von solchen Stichtagsselektionen nicht sehr viel.


    Besonders schade finde ich`s immer für die Torleute. Selbst, wenn man in diesem Alter noch keine Stammtorhüter braucht, kommen die bei solchen Veranstaltungen noch am schlechtesten weg. Entweder ist ihr Team dominant und sie können sich gar nicht auszeichen. Oder ihr Team ist so schwach, dass sie nach den vielen Aktionen zuerst die Kraft, dann die Konzentration und schließlich die Lust verlieren.


    Man könnte so vieles verbesseren. So würde ich mir wünschen, dass die Mädchen- und Jungen-Auswahltrainer gemeinsam arbeiten, statt jeder Bereich für sich. Dann könnte man sich bei der Talentsichtung durch ein Scouting weitaus besser unterstützen als dies heutzutage geschieht. Denn die Zuständigkeitsgebiete sind viel zu groß, um wirklich jederzeit einen Leistungsüberblick zu haben.


    Aber Mädchen und Frauen sind den Verbänden und dem DFB (noch) nicht viel wert. O.K. schon ein bißchen mehr als ein Kaffeeservice!


    Vielleicht hilft es dir, wenn wir unseren Frust teilen können?

    Habe bis jetzt nur gelesen. Ich finde, die Mühen in den anderen Themen haben gezeigt, dass die meisten von uns doch auf dem richtigen Wege unterwegs sind und das freut mich!


    Schon aus dem Selbsterhaltungstrieb heraus wird der junge Mensch daran gewöhnt mit Druck umzugehen. Es geh darum geht Grenzen und damit Verantwortung kennen zu lernen. Wird jedoch der Druck von außen zu groß, so ist früher oder später mit einer Blockade und einer inneren Abwesenheit zu rechnen.


    Wenn es uns Trainern gelingt, altersgerechte Herausforderungen für die uns anvertrauten Kinder zu stellen, dann können wir dies am besten durch Impulse. Man könnte auch sagen positiv dosierter Druck.


    Ein wesentlicher Beitrag, um den Kindern den Fussball verstehen zu lernen, ist die permanente Werbung für diesen Sport als Leidfigur.


    Keine gute Figur macht der, der sich keine Mühe macht, den Fussball aus dem Augenwinkel seiner Spieler, sondern nur aus den Eigenen zu sehen. Je besser die Erwartungen der Beteiligten zusammen passen, je mehr Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung entwickeln sich.


    Um vom Allgemeinen zum speziellen Druck zu gelangen, sollte man wissen, dass erst in der letzten Phase der körperlichen und geistigen Entwicklung (grob zwischen 15 und 20 Jahren) die maximale Handlungsschnelligkeit erreicht werden kann.


    Wie aber kann man diesen Entwicklungsprozess unterstützen. Natürlich durch Training dieser Fähigkeiten!


    Besonders günstig erweisen sich Multitasking-Übungen zur Verbesserung der Handlungsschnelligkeit. Denn sollen mehrere Prozesse in kürzester Zeit erfolgen, dann gibt es permanente Entscheidungsprozesse mit permanenten Anpassung. Denn die Entscheidung, was passieren soll, tritt ja nicht der Fuß, sondern der Kopf! Im Kopf entsteht die Entscheidung, die in den Fuß gespielt wird.


    In diesem Forum gibts bereits eine Reihe dieser Multitasking-Übungen. Es sind der Trainerphantasie kaum Grenzen gesetzt, sofern man aufs Alter der Kinder achtet. Wichtig ist, das sich die Kinder daran ausprobieren können, um sich spielerisch an dieser Herausforderung zu messen. Begleitet von Lob für Aussergewöhnliches können die Kinder über sich hinaus wachsen und dadurch an Selbstvertrauen gewinnen.


    Neben der Anpassungsfähigkeit gibt es jedoch auch den Wunsch nach Entspannung, der auch als den Weg des geringsten Widerstands beschrieben werden kann. Wer kennt das nicht: keinen Bock auf Training! Aber ist man erst mal angefangen, will man am liebsten gar nicht aufhören. Stress mit dem Trainer oder Spieler, aber die richtige Gestik und das richtige Wort, schon kanns losgehen.


    Entspannung als Regeneration ist jedoch ganz etwas anderes. Hier hat der Körper bzw. der Geist bereits eine Leistung erbracht, bei der er an seine Grenzen gegangen ist. Man sollte sie kennen, bzw. auf ihre Signale achten, um nicht aus positiv dosiertem Druck eine Außensteuerung werden zu lassen, die keine neuen Kräfte freisetzt, sondern für Blockade sorgt.

    trifft es zu, dass für mich, den normalen Dorftrainer die RAE keine Rolle spielt, da ich eh jeden nehme, eh jeden nehmen muss unabhängig vom Geburtsmonat?


    Günter


    trifft es zu, dass für mich, den normalen Dorftrainer die RAE keine Rolle spielt, da ich eh jeden nehme, eh jeden nehmen muss unabhängig vom Geburtsmonat?


    Diese Aussage ist korrekt, weil es keine Eingangsselektierung gibt.


    Jedoch kann es bei der Mannschaftsaufstellung zu einer RAE-bedingten Benachteilung kommen, wenn diese Kinder aufgrund ihrer noch vorhandenen körperlichen und geistigen Nachteile geringere Spielzeiten bekommen und so eine geringere Chance zur Weiterentwicklung haben.


    Deine nächste Frage lautet:
    "Stimmt meine Annahme, dass ein Spieler, der aufgrund seiner späten Geburt durch die 1. Sichtungsstufe (Stützpunkt) fällt, eh keine Chance hätte, die nächste Förderungsstufe (z. B. Verbandstraining, oder NZL) zu erreichen?"


    Wenn alle Selektionen den RAE-Effekt nicht berücksichtigen, würde es zum gleichen Messzeitpunkt die gleichen Ergebnisse geben.


    Weil die körperlichen und geistigen Defizite aufgrund der späteren Geburt jedoch im Laufe des Alters "auswachsen", läßt sich ableiten, dass bei einer anderen Form der Talentförderung mehr jahrgangsjüngere Spieler im Leistungs- und Profifussball sowie den Auswahlteams vertreten wären.


    Es gibt aus dem Bereich der Schule Analysen, wonach sich positives Feedback nachhaltig leistungssteigernd auswirkt, während negatives Feedback leistungsstagnierend wird. Mit anderen Worten: werde ich gelobt, macht es mir mehr Spaß und ich investiere freiwillig noch mehr Zeit darmit. Werde ich kritisiert, dann suche ich mir woanders meine Erfolgserlebnisse. Gerade in der Phase der Pubertät und der damit verbundenen Verunsicherung vermutet man einen besonders starken Einfluß von positivem wie negativem Feedback. Genau Zahlen darüber gibt es jedoch meines Wissens nicht.


    Wir werden mit Sicherheit im Bereich des Jugendfussballs zu neuen Erkenntnissen gelangen, wenn Kinder, Eltern und Trainer aus den FPL-Ligen mit anderen Erwartungen in den mittleren Jugendbereich gelangen.


    Es gibt ja auch die Befürchtung, dass das "Siegergen" durch "Weicheier-Fussball weggekuschelt" wird? Lassen wir uns mal überraschen!

    @open minded


    In der Tat verlief die Diskussion teilweise seltsame Wege. Aber du hast es vollkommen richtig erfasst. Der RAE-Effekt (Reale Age Effekt) meint den Geburtsmonat eines Kindes und der damit verbundenen eventuelle Bevorzugung (Förderung) oder Benachteiligung (Ablehnung zur Förderung)!


    Es ging mir hierbei weniger um Schuld oder Unschuld, sondern um Aufklärung. Es stellte sich heraus, dass eigentlich alle Teilnehmer an der Diskussion den RAE nicht leugnen, jedoch unterschiedliche Konsequenzen daraus abgeleitet haben. Das ging von: ... kann man ignorieren, weil man ja nach irgendwas selektieren muß ... bis hin zu, ...ja, das sollte man auf jeden Fall berücksichtigen.. In der Mitte befanden sich die Zweifler, die meinten: den RAE gibts, aber wie kann man damit umgehen?


    Nicht jede Diskussion muß am Schluß zu identischen Ergebnissen führen. Vielmehr ist wichtig, dass man sich mit dem Thema auseinander setzt, seine Informationen und Ansichten prüft und ggf. zu einer geänderten Überzeugung gelangt, die man in seinem persönlichen Umfeld versucht zu optimieren.


    Als Ralf Klohr 2005 mit den ersten Versuchen der Fair-Play-Liga startete, sollte durch ein paar Veränderungen mehr Ruhe in das Spiel der Kinder im unteren Jugendbereich gelangen. Diese Unruhe war durch überehrgeizige Erwachsene (Eltern und Trainer) von außen hinein getragen worden.


    Der RAE zeigt sich jedoch nicht so offen, denn wer wie bei der Mannschaftszusammenstellung und Spielaufstellung berücksichtigt wird, spielt sich abseits der Plätze statt. Jedoch treten die Ursachen dafür (kurzfristige Erfolgsziele von überehrgeizigen Trainern) in ähnlicher Form auf.


    Wenn es uns gelingt, unsere Kinder bei ihrem Hobby zu unterstützen, statt sie mit unseren Erwachsenenzielen unter Leistunsdruck zu setzen, dann können wir den Kindern ihren Fussball wieder zurück geben. Es wird sicherlich noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen.


    Wenn ich da noch an die Anfänge der FPL denke, als Eltern meinten, sie würden ihre Kinder sofort vom Fussball abmelden, wenn sie nicht mehr nach Lust und Laune ins Spiel hineinbrüllen dürften. Schließlich sei es erforderlich den Trainer, der nach ihrer Meinung die Kinder nicht scharf und laut genug anbrüllt, unbedingt zu unterstützen. Auch gab es Trainer, die unbedingt ihre F-Jugend-Arbeit in Form von Tabellen in der Zeitung wiederfinden wollen. Natürlich gibts die heute auch noch, aber sehr viel weniger! Denn nicht Jeder kann überzeugt werden!