für mich ist es auch in der D-Jugend ok, auch ein wenig erfolgreich spielen zu wollen
Was verstehst du unter "ein wenig erfolreich spielen"?
Um etwas mehr Licht in meine Fragestellung zu bringen, möchte ich einmal 2 Beispiele anführen:
1. Beispiel
Der D-Jugendtrainer eines größeren Vereins spielt in der höchsten Liga. Um jährlich seine sportlichen Ergebnisse sicherzustellen, wirbt er die Leistungsträger von seinen Konkurrenten mit dem Versprechen ab, so leichter ins NLZ zu gelangen. Den Eltern erzählt er, was sie hören wollen. Und wer träumt schließlich nicht von einer großen Fussballkarriere! Doch rasch tritt die Ernüchterung ein, weil im Punktspielbetrieb die Herausforderung fehlt.
2. Beispiel:
Der Verein möchte durch attraktive Angebote im Nachwuchsbereich seine Existenz sichern. Hierbei versucht er, die Erwartungen und Wünsche der großen Masse seiner Mitglieder gerecht zu werden. Darin definiert er u.a., dass es nicht Aufgabe der Jugendtrainer ist, Meisterschaftstitel für den Verein zu erringen, sondern die Titel lediglich die logische Folge einer umfassenden und abwechslungsreichen Ausbildung sein können. Eine Positionsfestlegung sowie eine Unterscheidung zwischen Stamm- und Auswechselspieler sind dabei nicht erwünscht. Der Verein verlangt von seinen Trainern Rechenschaft darüber, wer wo wie häufig spielen darf, denn er hat erkannt, dass Fussball dann am meisten Spaß macht, wenn man ihn auf dem Platz spielen darf, wo man noch etwas dazu lernen kann!
Im ersten Beispiel werden perverse Formen beschrieben, in der Ergebnis dem Erfolg gleichgesetzt wird. Im zweiten Beispiel wird das Ergebnis als Folge von erfolgreicher Ausbildungsarbeit beschrieben. Man muß sich als Trainer nicht hinter dem Willen nach Erfolgen verstecken.
Das Maß des Erfolges wird jedoch durch seine Nachhaltigkeit bestimmt!
D.h. nicht der Tabellenplatz am Ende der Saison X beschreibt die Trainerleistung allein, sondern die Anzahl der Spieler, die durch den gesamten Jugendtrainerstab den Fussball als ihr lebenslanges Hobby, manche durch einen zeitlich befristeten Beruf verwirklichen konnten. Die Rolle des einzelnen Trainers ist dabei bescheiden, denn es kommt immer auf die gesamten günstigen Rahmenbedingungen an.
Die Praxis sieht jedoch vielfach anders aus! Auf die Nachhaltigkeit der Arbeit wird wenig wert gelegt, weil nach der Saison ein Teil oder sogar die gesamte Mannschaft an einen Kollegen weitergegeben wird. Soll der doch sehen, wie er damit klarkommt. Schließlich kann der Mißerfolg des Kollegen mit diesen Spielern auch als eigener Erfolg gemünzt werden, wenn man einen besseren Rang in der Meisterschaft mit diesen Spielern erzielt hatte.
Weiterhin ist bei dieser Betrachtung von Erfolg zu beobachten, dass jeder Trainer bei seiner Vorstellung zum Saisonstart den Spielern und ihren Eltern erzählt, dass der Vorgänger ja gar keine Ahnung vom Fussball hatte, man am besten vergessen soll, was der erzählt habe, weil man selbst über weitaus mehr Ahnung vom Fussball verfüge. So`n Unsinn habe ich früher übrigens auch mal erzählt! Heute schäme ich mich dafür! Aber zum Glück hatte ich ausreichend Gelegenheit, es bei späterer Arbeit einigermaßen wieder gutzumachen!
