Es überschneidet sich oft mit meinen eigenen Trainingszeiten als Spieler, daher habe ich meinen "Cheftrainer" schon informiert, aufhören zu wollen. Daher: Nein, weiterbringen tut es mich dort nicht.
Was ist, wenn die Trainingszeiten im neuen Verein aufgrund von Terminüberschneidungen deiner Spieler so gemacht werden müssen, dass es sich wieder mit deinen Spielterminen überschneidet? In welcher Liga spielst du selbst und wie häufig ist euer Training?
Ich denke mal, es ist verdammt schwer, gleichzeitig als verantwortlicher Trainer ein Team zu übernehmen und gleichzeitig selbst noch zu spielen.
Warum bringt dich der Erfahrungsaustausch in der Bezirksliga im jetzigen Verein nicht weiter, zumal du noch gar keine Trainerausbildung mit Lizenzprüfung abgeschlossen hast?
Naja, offensichtlich stört es nicht, sonst wäre man ja nicht auf mich zugekommen.
Der Wunschkandidat hatte ja schon abgesagt, weshalb man dich eher als zweite Wahl sieht! Dieser Gesichtspunkt kann nach Übernahme des Trainerjobs wichtig sein, weil der Rückhalt bei den Verantwortlichen beim Wunschkandidatine meistens höher ist, wenn es nicht gleich klappt.
Aber ich denke, wer in der B-Jugend ganz oben mitspielt, sollte in der A-Jugend zumindest mithalten können.
Der Unterschied zwischen C-Jugendbezirksliga zu B-Jugendkreisliga ist nicht so groß wie der zwischen B-Jugend-Kreisliga und A-Jugendkreisliga. Das mag mit der größeren Anzahl der Mannschaften in der C und B-Jugend zusammen hängen, sodass das Niveau nicht besonders hoch ist. Zur A-Jugend hin trennt sich die Spreu vom Weizen, weil hier fast nur noch Spieler auf dem Platz stehen, die sich selbst als konkurrenzfähig einschätzen. Der Dicke Paule hat sich dann meist schon ein neues Hobby ausgesucht.
Bei den Teams im älteren Jahrgang der A-Jugend-Kreisliga wird deutlich dynamischer gespielt. Auch gibts Unterschiede im Körpereinsatz und der individuellen Schußkraft, sodass hier vermehrt auch aus der Distanz erfolgreiche Torabschlüsse gelingen. Bis sich eine Mannschaft, die gerade aus der B-Jugend-Kreisliga daran gewöhnt hat, kann die Saison schnell rum sein.
Ich will damit sagen, ich würde mich nicht darauf verlassen, dass die Mannschaftsstärke eines B-Jugend-Kreismeisters schon allein ausreicht, um in der A-Jugend-Kreisliga zu bestehen. Dazu braucht es schon noch einen guten Trainer.
Wer will, findet Wege, sich fortzubilden.
Da stimme ich dir zu! Allerdings hängt der Fortschritt davon ab, ob man lange oder kürzere Wege wählt. Sich allein aus Medien ausreichende Informationen zu beschaffen, um als Trainer seiner Mannschaft moderne Spielsysteme zu vermitteln, das wird schwierig. Es es doch schon schwer genug, trotz Praxiserfahrungen im Detail Fehler zu erkennen und Möglichkeiten zur erfolgreichen Korrektur einzuleiten.
Wir Torwarttrainer sind aufgrund eines fehlenden Lizenzausbildungsangebots seit vielen Jahren mehr oder weniger Autodidakten. Das ist vermutlich einer der Hauptgründe, warum wir uns gegenseitig mit großem Respekt begegnen. Denn jeder Torwarttrainer kennt und weiß etwas, was die anderen gerne lernen möchten. Da wäre es dumm, ihnen nicht zuzuhören. Andererseits funktioniert die DFB-TW-Trainerausbildung gerade deshalb nicht, weil dort "gestandene Torwarttrainer", "ehemalige und aktive Torhüter" und "Mannschaftstrainer" in einen Topf geworfen werden, sodass hierbei für keine der 3 Gruppen große Bildungsfortschritte erzielt werden können. Solange es keine bessere Ausbildungschance gibt, braucht man als Torwarttrainer zwischen 3 und 5 Jahren, um ein qualitativ hochwertiges Torwarttraining machen zu können. Vorher ist man allenfalls eine "Ballmaschine", die den Torleuten die Bälle um die Ohren haut, ohne sagen zu können, wie sie von nicht korrekten zu korreten Bewegungsabläufen und Torwarttaktiken gelangen.
Die Aufgaben als Mannschaftstrainer sind hingegen noch komplexer. Da helfen zwar die Erfahrungen als aktiver Spieler. Aber es ist noch ein himmelweiter Unterschied, ob man selbst trainiert wird oder eine Mannschaft trainieren soll.
Dennoch gebe ich dir recht! Jeder sollte seinen eigenen Weg gehen und es macht keinen Sinn allzulange einen erfahrenden Traienr an seiner Seite zu haben, der jeden Stein aus dem Weg räumt und dafür sogt, dass man nicht in ein Fettnäpfchen tritt. Nach ca. 2 Jahren wird es Zeit, seinen eigenen Weg zu gehen. Dann ist es von Vorteil neben der Praxis im Verein seine Trainerlizenz zu machen. Wer meint, die Medien seien ein guter Ersatz, der wird ein wenig länger brauchen, aber hoffentlich nicht die Flinte gleich ins Korn werfen, wenn z.B. Video-Clips von europäischen Spitzenclubs nicht gleich bei der eigenen Dorfmannschaft klappen.
Aber ihr habt grundsätzlich schon recht, dass man sich über die grundsätzliche Ausrichtung in den nächsten Jahren schon vorher beraten sollte. Wenn die Spieler bislang nur Manndeckung kennen und auch im Herrenbereich wieder eingetrichtert bekommen, könnte es vielleicht sogar eher schaden, in der A-Jugend kurzzeitig auf modernen Fußball umstellen zu wollen.
Wenn man weiß, wie es geht, dann kann man selbst 9 - 10 jährigen Kindern in 20 Minuten die ersten Grundelemente des ballorientierten Spiels vermitteln. Man wird erstaunt sein, wie schnell die das lernen und in Spielformen umsetzen können. Je später die Umstellung erfolgt, je schwieriger wird es. Denn jemannd, der 10 - 15 Jahre lang sich bei jedem Spiel einen Gegenspieler gesucht und dem 90 Minuten lang hinterher gerannt ist, für den wird es sehr schwer werrden, sich umzustellen. Allerdings überwiegt bei den meisten die Neugier, eine attraktive Mannschaftstaktik kennen zu lernen. Die Erwartung dabei ist, dass man damit erfolgreich in Wettbewerben ist, was eine entsprechend große Kenntnis des Trainers voraussetzt.
Warum glaubst du also, wird es den A-Jugendlichen schaden, wenn sie ihre Fähigkeiten erweitern? Selbst auf Kreisebene gibt es immer mehr Senioren-Mannschaften, die auf ein ballorientiertes Spielsystem umstellen. Dafür braucht es gut ausgebildete Talente aus der Jugend!
Ich weiß nicht, ob ich einen Trainerjob übernehmen würde, wenn man von mir verlangt, einen Fussball von Gestern trainieren zu lassen?