Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Welches Ziel verfolge ich mit meiner Nachwuchsabteilung?

    Ich denke mal, du meinst eine langfristig formulierte Vision?
    Diese Vereinsvision kann durchaus in mittelfristigen Zielen oder Teilzielen formuliert sein.


    Klar sollte man sich dabei an realistischen Rahmenbedingungen orientieren. Ganz besonders im Nachwuchsbereich!


    Sehr unterschiedliche Auffassungen gibt es jedoch bei den Zielen der NLZ. Gedacht waren sie seinerzeit als Ausbildungsstätten für den jeweils benötigten Nachwuchs von Bundesligisten. Doch inhaltlich haben sie sich sehr unterschiedlich entwickelt. Hier gibt es eine Abwerbung von unten nach oben. Teilweise wird aggressiv der beste Nachwuchs vom Liga-Konkurrenen abgeworben. Weil immer mehr Geld in dien NLZ fließt, wird auch der Leistungsdruck immer früher und höher angesetzt. Mit dieser Hyp können viele Kinder und Jugendliche gar nicht umgehen. Denn es fehlt ihnen noch an sozialer Kompetenz. Mit dieser Methode erzieht man "Speichellecker", die nach oben beim Trainer buckeln, aber nach unten schwächere Mannschaftskameraden mobben.


    Zwar erreichen nur 3 - 4 % eine Profilaufbahn, aber es wird schon in der untersten Stufe der Traum vom Profi geweckt. Wenn es dann in Verein A nicht klappt, wird eben zu Verein B gewechselt, usw. Dadurch gehen Freundschaften kaputt, weil schon Kinder und Jugendliche dazu gezwungen werden "aus dem Koffer" in Internate zu leben. Der Fussball dringt schließlich bis tief in die Familie ein, sodas auch dort bittere Enttäuschung einkehrt, wenn der Traum platzt!


    In der Tat braucht es hier ein deutlich geändertes Konzept in den NLZ, sodass sich hierfür die Rahmenbedingungen kindgerecht verändern, damit sich eine größere Zahl für hohe und höchste Aufgaben empfehlen kann, anstatt ein Zukunftsroulette mit alles oder nichts auf dem Rücken der Kinder zu spielen. Es muß zum Glück nicht neu geschrieben werden, weil die NLZ ihre Stärken und Schwächen nur allzu gut kennen. Es müssen jedoch für alle gültige Vereinbarungen getroffen werden, die diese wertvolle Arbeit sicherstellen können.

    @totog


    Deine Beobachtung, dass Mädchen später in den Fussball starten, deckt sich sicherlich mit vielen Anderen. Allerdings wurde häufig nicht die Frage gestellt, um wieviel später? Diese Frage ist schon entscheidend. Denn ob ein Mädchen bei den älteren Bambinis oder in de C-Jugend mit dem Fussball beginnt, ist schon ein Unterschied.


    Die Qualität einer Mannschaft wird durch ihre Trainer und dem Trainingsfleiß beeinflußt. Nach meinen Beobachtungen ist die Qualität der Mädchentrainer noch im Durchschnitt (von Ausnahmen abgesehen) etwaas niedriger. Auch der Trainngsfleiß ist bei den Mädchen etwas niedriger, was darauf schließen läßt, dass unter den Mädchen die Anzahl derer, die es als Zeitvertreib ansehen, ein wenig höher ist.


    Ich hab mal gerade nachgeschaut, ob deine Beobachtungen für den Bayrischen Verband repräsentativ sind? Bei euch gibts im Berreich der C-Juniorinnen 5 Bezirksoberliga-Staffeln, 3 Bezirksliga-Staffeln
    und 19 Gruppenstaffeln. Bei euch im Verein gehts ja um die unterste Leistungsstufe, weshalb ich dort nachgeblättert habe.


    Auf unterster Verbandsebene gibts allein schon 150 C-Juniorinnen-Teams. Eure geografische Situation sollte demnach eher nicht repräsentativ für Deutschland sein.


    Allerdings ist mir etwas anderes aufgefallen. Es gibt in diesen Staffeln überproportional viele Teams, die zur Winterpause zurück gezogen werden. Kannst du uns was dazu sagen, welche Gründe das hat?

    Generell sehe ich im Erhöhten Aufwand für den Mädchenfußball auch eine Hemmschwelle für Verantwortliche und Vereine.

    Das ist auch so ein Argument, was nicht durch permanente Wiederholung an Wahrheitsgehalt gewinnt.


    Die finanziellen Rahmenbedingungen der meisten Mädchchenteams sind weitaus schlechter als die der Jungenteams. Selbst die Gründung der B-Juniorinnen-Bundesliga wäre seinerzeit fast daran gescheitert, als das der DFB Vorgaben an die Vereine machte, die kaum jemand erfüllen konnte bzw. wollte.


    Es gibt sogar Staffelleiter, die bewußt unwahre Behauptungen (z.B. es müßte für die Mädchen eine extra Betreuerin geben, separate Mädchenduschen, usw.), nur um Vereine daran zu hindern, Mädchenteams zu gründen.


    Dort, wo starke Mädchenteams in C-Jugendstaffeln der Jungen spielen, können sie sportlich gut mithalten. Man könnte hier sogar als Zuschauer den Eindruck gewinnen, dass es die Jungen sind, die wie Esel über den Platz rennen, weil diese Mädchen technisch, wie taktisch den meisten anderen Jungenteams überlegen sind. Allerdings gibts zu wenig Mädchenteams, weshalb ein anderer Eindruck dominant ist.


    Niemand würde ernsthaft behäupten, es gäbe kein Recht auf Gleichberechtigung in Deutschalnd. Aber sie wird ganz besonders im Fussball nicht gelebt! Es führt unweigerlich zur Frage, ob diese Gleichberechtigung gewünscht wird, weil gerade der Fussball weitgehend in der patricharischen Welt als Stellvertreterkampf von Befehl und Gehorsam und um Blut und Ehre stattfindet?


    ----------------------------------------------


    Ich finde die von mir verlinkte Diplomarbeit gerade deshalb besonders interessant, weil hier nicht aus dem Fachbereich Sport, sondern Soziologie an das Thema herangegangen wurde und dadurch andere Blickwinkel ermöglichte, wodurch einige Hintergründe, die wir mehr oder weniger unrreflektiert als unveränderlich wahrgenommen haben, klarer werden.


    Denn wenn der Zuschauer die Erwwartungshaltung einer Inzenierung (incl. Fouls, Schwalben, usw.) des Fussballspiels an die Kontrahenten stellt, dann kann dies auch erklären, warum es nicht nur im Mädchen-, und Frauenfussball, sondern auch im Kinderfussball sehr schwierig ist, die gewünschten Rahmenbedingunen zu schaffen. Deshalb kann ich diese Diplomarbeit auch den Kollegen,die sich intensiv mit der Fairplay-Liga intensiv auseinander setzen, sehr ans Herz legen.


    Andererseits erklärt die Erwartungshaltung auch den Entwicklungsweg des Mädchen- und Frauenfussballs in anderen Ländern. So wird der "weibliche" Fussball in Skandinavien, aber auch in Asien und Amerika zunehmend körperlicher und härter zelebriert und erreicht dort teilweise dadurch große Zuschauerbeliebtheit.


    Mich würde interessieren, ob ihr eher zu einem Mädchen- und Frauenfussballspiel gehen würdet, wenn es dort ähnlich "zur Sache" geht, wie bei den Jungen und Männern?

    Aber wir wären im Breitensport schon ein ganzen Stück weiter, wenn diese Inhalte auch kontrolliert und eingehalten würden.

    Sicher ist die Kontrolle das eine! Aber hin und wieder sollte man auch mal schauen, ob die Inhalte noch zeitgemäß sind?


    Beispiel: "Bereits im Grundlagenbereich flach rausspielen"
    Gemeint ist wohl, den Ball nicht einfach von hinten wegzudreschen, sondern nach Balleroberung das Leder zu einem Anspielpartner zu passen. Warum das allerdings nur flach sein darf, entzieht sich meiner Kenntnis? Denn ob ich den Ball flach, halbhoch oder hoch zum Mitspieler passe hängt einmal von meinen technischen Fähigkeiten und zum anderen von der Distanz zum Paßnehmer ab.


    Der DFB hatte früher ähnliche Ideen, alles sehr präzise vorzugeben, um dadurch ein größtmögliches Gleichmaß an Ausbildung zu erreichen. Das Problem ist dann jedoch der Faktor Zeit. Denn wenn man den Qualitätsmasßstab immer höher legt, dann bleibt letzendlich immer weniger Zeit für die Details. Auch kann man die Köpfe der Kinder nicht einfach immer voller stopfen, um die Hintergründe zu vermitteln. Deshalb ist man darauf gekommmen, aus der Ausbildungslinie eine Ausbildungsstraße zu machen, um den Kindern und Trainern genügend Gestaltungsfreiräume zu gewähren, ihre Ansprüche bestmöglich im Training abzubilden, ohne generell vom Ausbildungsleitfaden abzuweichen.

    @Goodie


    Viel Spaß dabei!


    Also vor dem Fussballspielen mußt du gar keine Angst haben! Wenn es nach mir ginge, dann sollte Fussballspielen in der Trainerausbildungsgruppe aus dem Programm entfernt werden. Denn das kostet wertvolle Ausbildungszeit, birgt das Risiko einer Verletzung, ist kein prüfungsrelevantes Thema. Find es sogar albern, als das manche Ausbilder Trainerkandidaten mit sportlichen Handycaps ablehnen und dadurch selbst dafür verantwortlich sind, dass es in ihrem Zuständigkeitsgebiet zu wenig lizeniserte Trainer gibt.


    Ein guter Trainer kann auch der werden, der selbst nicht gut am Ball ist. Gerade im Kinderbereich wird soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit besonders benötigt, damit sich die Kinder bei dir wohlfühlen und dich verstehen.

    Da spüre ich keine Entlastung und Hilfe, sondern das ist für mich Sabotage und Unwille.

    Man kann das eine tun, ohne das Andere zu lassen. Jeder Trainer hat für sich ein privates Freizeitkonto, dann nur dann funktioniert, wenn es auch Spaß macht!


    Es kann deshalb nicht die Aufgabe eines Trainers sein, für weitere Aufgaben außerhalb seiner Mannschaft zusätzliche Zeit zu investieren. Wo das hinführen kann, kann man an der Auswahl des Zitats eindeutig erkennen.


    Wenn man sich jedoch in seinem Trainerjob selbst weiterentwickeln, dann gehört auch ein Stück des Freizeitkontos dort hinein. Denn der Verein kann zwar die Freiräume durch Übertragung von trainerexternen Aufgaben an andere Mitglieder schaffen, aber den Teil der Zeit für Fortbildung, dafür muß dann schon jeder selbst sorgen.


    Wo ich wieder auf deiner Seite bin, ist dass jeder sein Lerntempo selbst bestimmen können soll. Wenn ich mich jedoch gar nicht fortbilde besteht die Gefahr, dass ich meinen Kindern immer nur wieder das erzählte, was ihnen kaum weiterhilft, weil die Kollegen, die sich fortbilden, mehr zu bieten haben.


    Es ist wohl ein Irrglaube, dass man von anderen weiterentwickelt wird? Nein, man kann sich nur selbst weiterentwickeln und dabei auf eine effektive Unterstützung vertrauen.
    Selbstverständlich darf die Frage gestellt werden, wie viel Weiterentwicklung als Maßstab dienen sollte? Hier braucht es gute Kompromisse zwischen Verein und Trainerschaft.


    @Goodie Noch ein Wort zu "Marathonsitzungen"! Ob und wielange eine Sitzung dauert, liegt an den Teilnehmern und ein wenig an der Diskussionsleitung. Im Regelfall sind gut vorbereitete Sitzungen recht kurz, weil sich jeder bereits ein gutes Bild gemacht hat, die jeweiligen Positionen kurz dargestellt und zur Abstimmung geführt werden. Wenn man mehrere Stunden über ein Thema spricht, dann deutet es schon daraufhin, als das sich die Betroffenen vorher wenig mit dem Thema beschäftigt haben und statt sachliche eher emotionale Argumente vorzutragen haben.


    Eine andere Frage ist, ob die richtigen Teilnehmer am Tisch sitzen. Das kann durchaus unterschiedlich bewertet werden, wenn es in einem kleinen Verein als notwendig angesehen wird, dass alle Jugendtrainer daran teilnehmen, während in einem mittleren Verein der obere und untere Jugendbereich getrennt tagen und in einem großen Verein nur die beiden Altersjahrgänge ihre Positionen austauschen.


    Leider stelle ich jedoch immer wieder fest, dass der jeweilige Partner, der ebenfalls nur ehrenamtlich tätig ist, kaum eine Chance hat, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Für diese Anti-Meinung finden sich fast überall Gleichgesinnte. Dauern solche Bündnisse an, verfestigen sie sich. Man ist kaum noch offen für neue Ideen von ausserhalb der Gruppe. Dafür applaudiert man welcher Idee aus der eigenen Gruppe zu.


    Ein Verein braucht immer mehr als eine Meinung, um sich in einem pluralistischen Medium weiterentwickeln zu können. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass Jeder sein Ding macht, wenn der gegenseitige Respekt fehlt.


    Der häufig mangelnde Respekt der Vereinsverantwortlichen gegenüber dem Jugendbereich wurde bereits umfangreich beschrieben. Wenn sich aber die Trainer nur deshalb nicht riechen können, weil hier und dort mal der Schuh drückt, aber man keinen Anteil daran nehmen möchte, dann darf man sich nicht wundern, wenn man bei eigenen Verbesserungen ebenfalls auf Desinteresse bei den Kollegen stößt!

    Aber das ist ein anderes Thema.

    Wenn die Ursachen für euer Problem ein anderes Thema sein sollen, dann ist wohl auch eine nachhaltige Verbesserung nicht in Aussicht?


    Wenn es dich tröstet, ihr seid nicht allein mit diesem Problem, dass jahrelang der Nachwuchs, damit meine ich Spieler und Trainer vernachlässigt wurden. Selbst im Seniorenfussball gab es kein gelebtes Konzept, sondern man schaute nur von Saison zu Saison. Immer unwichtiger wurde es dabei, ob Spieler und Trainer dieser Mannschaft überhaupt eine Affinität zum Verein besitzen oder eben doch nur Söldnercharakter besitzen, sodass sie dem Verein mittelfristig gar nicht weiterhelfen. Denn sobald die "Kriegskasse" leer ist und auch Sponsoren kein Geld mehr für auswärtige Spieler ausgeben wollen, gehen immer mehr Lichter im Verein aus. Denn dieser Erfolg war nur auf Pump. Es lassen sich kurzfristig keine sportlich und finanziell machbaren Veränderungen einleiten, weil eigene Spieler wie Trainer bereits seit Jahren lediglich als Beitragszahler verstanden wurden.


    In den Wintermonaten gibt es Seminare für Jugendleitungen, in denen es genau um die Frage geht, wie man ehrenamtliche Mitarbeiter anwirbt. Schaut man sich deren Konzept an, so erkennt der DFB zwar, dass die Lasten im Nachwuchsbereich auf viele Schultern getragen werden müssen, aber ein nachhaltiges Konzept, wie ein Verein gute Trainer bekommt, ihre Fähigkeiten im Verein weiterentwickelt, hat auch der DFB nicht! Wie auch, wenn selbst im Profibereich fast keine Trainerentwicklungsarbeit stattfindet, sodass die Stühle von Trainern und Sportdirektoren immer häufiger neu besetzt werden.


    Das System krankt daran, als dass die Forderungen des Vereins in keinem guten Verhältnis zu den Forderungen der Trainer stehen.


    Das Herz für einen Verein teilt sich in sportlicher und finanzieller Anerkennung für die geleistete Arbeit. Ein Klassendenken, wonach die 1. Senorenmannschaft alle Rechte besitzt und der Rest sich die Pflichten teilen soll, muß überwunden werden, wenn ein Verein noch eine Zukunft haben will.


    Es gibt hier und dort gute Konzepte für die Nachwuschausbildung. Aber wo gibt es Konzepte für eine gute Trainerausbildung?


    Hier mal einige Gedanken dazu:
    1. Ab C-Jugend Spieler fragen, ob sie als Co-Trainer in den unteren Jugendbereich erste Erfahrungen sammeln möchten.
    Ihre Mühe sollte selbstverständlich angemessen entschädigt werden. Ansonsten zeigen ihm die Kameraden, die für ein paar Kisten im Supermarkt oder Werbung austragen sich ein paar Euro hinzu verdienen, einen Vogel! Für einen lauwarmen Händedruck allein gibt sich niemand langfristig große Mühe. Wenn er dann mitbekommt, dass der Seniorentrainer und seine Spieler, die eigentlich genauso viel Spaß beim Fussball haben dürften, zusätzlich fürstlich bezahlt werden, dann ist sowieso Schluß mit Lustig, weil sich niemand gern verar.. en läßt! Den heutigen Jugendlichen kann man nichts mehr vormachen, weil sie sich über die sozialen Medien weitaus mehr austauschen und so die Chance hat, sich zu informieren.


    2. Verein bildet Junior-Trainer fortbilden
    a. vereinsinterne Fortbildungen durch qualifizierte Trainer
    b. vereinsgeförderte Fortbildungen zu den DFB-Kurzseminaren
    c. vereinsgeförderte Fortbildungen durch DFB-Trainerlizenzen
    d. vereinsgeförderte Fortbildungen durch die Entsendung zu höherklassigen Vereinen (z.B. NLZ), um dort modernes Training und Mannschaftsführung in der Praxis kennenzulernen
    e. vereinsgeförderte Trainerfortbildungen durch Übernahme höherklassisiges Team im Verein
    f. Gemeinsame Veranstaltungen (Events) als Dank für die geleistete Arbeit.


    Fazit: Nicht allein die Frage, wie man überhaupt geeignete Trainer für den Verein bekommt, ist des Rätzels Lösungen, sondern es ist ebenfalls zu klären, wie man sie weiterentwickelt, um gute Rahmenbedingungen zu schaffen, dass sie gern bleiben und zum sportlichen wie gesellschaftlichen Erfolg des Vereins dauerhaft beitragen.


    Die Verteilung der Aufgaben auf viele Schultern ist dabei ein wichtiger Faktor, damit jedem Mitglied seine Arbeit Spaß macht. Die angemessene Aufwandsentschädigung für die privaten Ausgaben und die Mühen sind als Lob zu verstehen, weil sie allein mit Geld gar nicht aufzuwiegen sind und weil sie Teil des Zusammengegehörigkeitsgefühls bilden sollten.


    Natürlich sollten auch die Mitgliedsbeiträge an den Leistungen angemessen erhöht werden. Wie schon richtig gesagt wurde, lassen es sich Eltern durchaus Geld kosten, wenn dafür die Leistung stimmt! Hier hat der Verein eine gewisse Bringschuld gegenüber den Eltern, sodass Eltern aufgrund der Rahmenbedingungen gern auch bereit sind, Mühe und Zeit zu investieren, weil sie ihn als ihren Verein erkannt haben, gern dort ist, um Freunde zu treffen.


    Es wäre an dieser Stelle zu lang und auch nicht das Thema, wie man Eltern als wichtige Partner für den Verein gewinnen kann. Jedoch ist es unerlässlich, sie mit ins Boot zu holen, um mit ihnen gemeinsam Ziele erreichen zu wollen.


    Der Verein muß sich um bessere Rahmenbedingungen für den Nachwuchsbereich bemühen und sollte im Seniorenbereich in der Liga spielen, die zum Verein paßt. Ferner sollte die fianzielle Planung strickt zwischen zuverlässigen Einnahmen und Spenden bzw. Sponsorengeldern trennen, um zu einer seriösen Budgetplanung zu gelanden. Damit Anspruch auf externe Fördergelder erworben werden können, müssen diese an nachhaltige Konzepte gebunden sein.

    wie ist das gemeint

    a. Fitnesszustand
    Sobald der Körper ermüdet nimmt auch die Konzentration ab und das Verletzungsrisiko steigt. Ermüdet ein Körper vor Spielende, so steigt das Risiko sich im letzten Spielabschnitt zu verletzen. Typische Hallen-Verletzungen aufgrund von Ermüdungserscheinungen sind Ellenbogen- und Schulterverletzungen. Man verliert aufgrund schwindender Kräfte und Konzentration das Gleichgewicht und schafft es nicht mehr rechtzeitig sich abzustützen und abzurollen. Verletzungen aufgrund mangelnden Fitniss-Zustands sind eher im unteren Ligenbereich zu erwarten, weil hier weniger und manchmal auch unregelmäßig trainiert wird.


    b. Sportart
    Typische Hallensportarten wie Handball, Volleyball und Basketball richten sich ganz und gar auf die Hallenbedingungen ein. Der Fussball weicht lediglich aus Witterungsgründen in die Halle aus, sodass die Akteuere weniger Erfahrungen mit dem Hallenboden besitzen.

    somit komme ich auf jährliche Einnahmen von 12.000 €.

    Soviel bekommen manche Kreisklassentrainer jährlich. Nicht mitgerechnet die Aufwandsentschädigungen seiner Seniorenspieler. Da soll wohl fast nichts mehr für die Jugendtrainer übrig bleiben!


    Dabei gehe ich mal davon aus, dass wenn wirklich jeder (also auch die Senioren) in einem Verein seine Kosten für die Leidenschaft zum Fussball als Liebhaberei ansehen würde, gäbe es diese unterschiedliche Sichtweise zwischen den Senioren und Junioren gar nicht. Denn ich bin davon überzeugt, dass ein Kreisklassespieler und Kreisklassetrainer auch ohne Geld spielen würden. Doch was ihnen in die Taschen gesteckt wird, fehlt an anderer Stelle, weshalb man den Jugendtrainern gerne "Milchmädchenrechnungen" präsentiert.


    Hinzu kommt, dass die Trainer der 1. Senioren in allen Belangen vom Verein unterstützt werden, währenddessen die Jugendtrainer(siehe auch Beitrag von Steini) eine große Anzahl von Aufgaben allein zu lösen haben und dann noch von überehrgeizigen Eltern angefaucht werden, wenn ihr Kind mal nicht in der Startelf steht. (als Pal Dardei gefragt wurde, was denn der größte Unterschied zwischen der C-Jugend und der Bundesligamannschaft sei, antwortete er: man wird nicht mehr mitten in der Nacht von aufgerechten Eltern, die sich beschweren wollen, angerufen ...)

    Diesem Verein habe ich vorgeschlagen, die gesamte Werbung für die Aufstellung einer Mädchen Mannschaft U12 zu übernehmen . Mein Gedanke war ,das dieser Verein damit ein alleiniges Merkmal hätte und damit für viele neue Mitglieder /Mädchen attraktiv wäre. Davon mal abgesehen, hat unsere Verein auch kein Interesse an einer Mädchen Mannschaft.

    Das ist natürlich schon sehr traurig, wenn man sich soviel Mühe macht und es dann mit einem Federstrich beendet wird.


    Der Mädchenfussball hat allerdings in einigen Gebieten eine gute und lange Tradition im Schulfussball. Vielleicht wohnst du in so einem Gebiet und findest dort mehr Interesse bei den Verantwortlichen eurer Schulen? Es geht ja in erster Linie darum, den Mädchen eine Chance zu ermöglichen Fussball zu spielen.


    Aber du und auch @Goodie sprechen ein weiteres Problem an, dass Mädchen häufig gerne unter sich statt in Jungenteams spielen. Sie wollen sich ganz einfach auch zu und von den Auswärtsspielen über andere Themen unter sich unterhalten.
    Manche hören auf, weil der zeitliche Aufwand zu große wäre, das Angebot eines anderen Vereins in der Umgebung anzunehmen. Aber selbst wenn sie den Aufwand nicht scheuen, kommt die nächste Hürde nach dem Wechsel von den B-Juniorinnen in die Damenmannschaft. Die A-Juniorinnen-Staffeln gibt es zwar, aber sie sind vielerorts lediglich soetwas wie eine "Resterampe" für die Spielerinnen, die es sportlich nicht in die Damenmannschaft schaffen. Doch unter den "erwachsenen Damen" fühlen sich die 17-jährigen Mädels trotz ausreichender Leistungen nicht immer wohl, weil es auch hier zu wenig gemeinsame Gesprächsthemen über den Fussball hinaus gibt.


    Natürlich darf man nicht vergessen, dass der Herrenfussball eine weitaus längere Tradition hat und die Älteren unter uns als Knirps in einer Schülermannschaft (ab C-Jugend) in den Vereinsfussball gestartet sind.


    Hier und da gelingt es die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass der Mädchen- und Frauenfussball zum Verein gehört, genauso wie man früher erst einmal Verantwortliche davon überzeugen mußte, das Kinderfussball durchaus einen sportlichen und sozialen Wert besitzt.

    Die zweite ist jedoch das wir Fußballtrainer in der Halle eben andere Möglichkeiten haben als draußen. Vom Kasten (ca. 1,20m hoch) zu springen ist draußen nicht möglich.

    Nur sehr ungern erinnere ich mich an ein Ereignis, indem ein Trainer (mit A-Lizenz) in der Saisonvorbereitung die Spieler auf ein mit leeren Bierkisten gestapelten ca. 1 m hohen Turm klettern ließ, um von dort hinunter zu springen, wobei sich dann tatsächlich ein Teilnehmer leicht verletzte.


    Ich sehe den Unterschied zwischen Halle und Draußen in aller Regel im Bodenbelag. In den meisten Fällen (Ausnahme: harter Platz wegen Trockenheit oder Frost) verzeiht der Rasen eher kleinere Koordinationsfehler eher als der Hallenboden. Allerdings steigt die Verletzungsgefahr mit dem Fitness-Zustand in Kombination mit der Sportart.

    Was mich jedoch wirklich stört, wie Mädchen und Damenfußball häufig abgewertet, den Mädchen die Ausübung ihres Hobbys erschwert, verwehrt oder verleidet wird.
    Hierfür werden unzählige Argumente gefunden, die häufig aus dem sinnlosen Gegenüberstellung von männlichem und weiblichen Sport folgert.

    Das ist sicherlich wahr, aber es gehört nunmal zu einem Sollzustand auch die Ermittlung des Ist-Zustands. Deshalb habe ich ja auch die wissenschaftliche Arbeit, die sich u.a. mit den Vorurteilen gegenüber dem Frauenfussball auseinander setzt.


    Ja, es gibt selbst Trainer im Spitzenfussball der Frauen, die ganz nüchtern angeben, dass sie sich sehr leicht viel mehr Geld und Ansehen bei einer Seniorenmannschaft im unteren Kreisklassenbereich verdienen könnten, als sie Sonntag für Sonntag vor leeren Rängen zu stellen. Sie müssten sich als Seniorentrainer auf unterstem Niveau nicht einmal Gedanken über den Fussball machen, weil es genügt, den Zuschauern und Vereinsverantwortlichen durch wildes Gestikulieren am Spielfeldrand an besonderes Engagement vorzugaukeln.


    Diskutiert man mit diesen Trainern über die Argumente junger Spielerinnen für den Frauenprofi-Fussball dann kommt häufig die Bemerkung: Den engaggierten und talentierten Jungen winkt später vielleicht ein Millionen-Vertrag. Aber was sage ich einem Mädchen, dass seine ganze Zeit in den Fussball investieren will, um es zu ihrem Beruf zu machen? Über 99 % der Frauen könnten nicht allein davon leben. Aber in der Senioren-Regionalliga laufen immer mehr Spieler mit Profigehältern herum.


    Was bleibt ist das Argument, dass auch die Mädchen ein Recht auf Förderung erwarten dürfen hat. Aber die Rahmenbedingungen werden wir so schnell nicht verbessern können.


    In den meisten Vereinen gibt es Mehrklassen - Gesellschaft. Zuerst kommt die 1. Seniorenmannschaft als das "Aushängeschild des Vereins". Mit etwas Abstand kommen dann die weiteren Senioren und Altherrenteams. An dritter Stelle kommt der Juniorenbereich. Mit entsprechendem Abstand kommt schließlich der Mädchen- und Frauenfussball.


    Dabei geht vielen Vorstandsmitgliedern bereits alles ausser der 1. Seniorenmannschaft am "Ar..." vorbei, weshalb man sich nicht wundern muß, dass ganz am Ende der Kette lediglich Desinteresse ankommt.
    Da investiert man schon eher mal für die Verlängerung der Vereinstheke, als dass man 1 x im Jahr die Schweineweide, auf denen die Mädchen- und Frauenteams trainieren sollen, trocken legt.

    Das Argument Geld muss leider ausfallen, da wir keines haben.

    Allein mit dem Argument Geld bekommt man vermutlich nicht die Trainer, die man sich wünscht.


    Allerdings fragt sich der geneigte Leser schon, ob es in Deutschland Vereine gibt, die keine Mitgliedsbeiträge erheben, keine Zuschüsse von Kommunen u. Verbänden (Mehrsportarten) bekommen und gänzlich ohne Ausicht auf Spenden und Sponsorengelder sind?


    Oder wird bei auch das gesamte Geld für die "Kriegskasse" der 1. Seniorenmannschaft und Ausstattung im Vereinsheim (z.B. Großbild-Fernseher professionelle Theke, usw.) "verbrannt"?


    In diesem Falle würdei ich deutlich machen, dass man von den Nachwuchstrainern erwartet, dass sie das eigentlich für ihre Familien benötigte Geld für Fahrten zum Training und den Wettbewerben, sowie zusätzliche Aufwendungen für den Transport von Kindern, Telefongespräche mit Eltern für die Organistion von Freundschaftsspielen, Wettbewerben und Turnieren selbst tragen müssen. Ferner sollen sie selbst um neue Tricots und Trainingsequpment kümmern sollen, weil die Vereinsverantwortlichen kein Interesse an der Nachwuchs-Ausbildung haben.


    Das mag sich ein wenig provokant anhören. Aber es waren die Vorstände ganz normaler Vereine, die angefangen sind, mit Geld Seniorenspieler in ihren Verein zu locken, weil kurzfristig begehrliches Ziele lockten. Das dieses Geld an anderer Stelle natürlich fehlt, sollte selbst dem Dümmsten klar sein.


    Nur Vereine, die schon mal gänzlich aufgrund der sich immer schneller drehenden Kostenschraube gescheitert sind, denken wieder über ein Konzept nach, in dem man wieder fair miteinander umgeht und alle Mitglieder gleiche Rechte und Pflichten haben. Denn ein Hobbyspieler und Hobbytrainer würden für ihre Leidenschaft durchaus einen geringen privaten Betrag investieren, wenn die daran geknüpften Erwartungen realistisch sind. Ein zentraler Punkt ist eine vernünftige Zeitplanung, die nur dann gewährleistet ist, wenn nicht nur der Trainer der 1. Seniorenmannschaft, sondern auch alle anderen Trainer eine ausreichende Unterstützung und damit gleiche Wertigkeit im Verein erfahren.


    Es wird jedoch schwerlich durchzusetzen sein, warum nicht die Vereinsmitglieder, die durch besonderes Engagement zum gesamten Vereinserfolg beitragen, eine faire Aufwandsentschädigung erhalten, sodass sich passive Mitglieder, Fans und Gönner keine Sorge über den langfristigen Erhalt ihres Vereins machen müssen.

    @Christof1984


    Ich glaube auch, dass es nicht wirklich ein großes Problem ist. Allerdings ist es der zunehmenden Bewegungsarmut mit zunehmend rein geistiger Beschäftigung geschuldet, als dass sich Kinder leichter verletzen.


    Würde gern mal dazu auch die Meinung von langjährig tätigen Schulsportlehrern hören, ob es signifikante Unterschiede gibt? Denn Turnhallen/Hallensport gibts ja schon sehr lange!

    @let1612


    Auch ich habe das Gefühl, dass der DFB (als reichter Fussballverband weltweit) bereits über die Vermarktung des Fussball genug Geld hat, um davon die Amateurvereine profitieren zu lassen. Allerdings komme ich dabei zu anderen Schlußfolgerungen.


    zu kostenlose Trainerausbildung im Amateurbereich
    Hier muß man unterscheiden. Die C-Lizenz ist mit 120 Lehreinheiten sehr zeitaufwendig aber relativ preiswert. Hier ist es der Faktor Zeit und nicht die Kosten, der viele davon abhält. Allenfalls junge Interessenten mögen sich von den Kosten abschrecken lassen. Doch hier wird es mehr und mehr Usus, dass die Vereine die Lizenz-Kosten übernehmen. In diesem Bereich ist jedoch die Fluktuation recht groß, weil ein Teil zunächst noch für sich feststellen muß, ob der Job als Fussballtrainer genügend Spaß macht und sich mit dem Beruf verträgt.


    Um an die fetteren Geldtöpfe für Trainer im mittleren und oberen Amateurfussball zu gelangen, werden höhere Lizenzen erworben. Hier haben sich die Kosten meistens schon nach kurzer Zeit amortisiert. Aber je nach dem, wie sich der Lizenzerwerb mit dem eigenen Beruf verträgt, kann es tatsächlich zu Problemen führen, wenn der Arbeitgeber nicht "mitspielt".


    Der Erwerb der Fussballlehrerlizenz (11-monatiges Studium) ist fast ausnahmslos mit einer konkreten Perspektive verbunden. Auch das Eintrittsalter spielt bei der Risikoabwägung eine Rolle. Denn der Profibereich ist auch für die Trainer ein "Tagesgeschäft", bei dem man heute gefeiert und schon morgen aufs Abstellgleis landen kann.


    Hinzu kommen Kosten und Zeitaufwand für Trainerfortbildungen. So gibt es für C-Lizenz-Inhaber auch ortsnah eine Reihe von Seminarangeboten, während Inhaber höherer Lizenzen weitere Anreisen mit tw. Übernachtungen inkauf nehmen müssen.


    Ähnlich sieht es wohl bei den Schiedsrichterkandidaten aus. Allerdings ist hier die Unterstützung schon besser, weil die Vereine Strafgelder zu zahlen haben, wenn ihr Schiedsrichterkontingent zu gering ist. (Müßten die Vereine ebenfalls Strafgelder zahlen, wenn sie zu wenig Lizenztrainer hätten, wäre die Unterstützung vermutlich sehr ähnich?)


    Um hier bessere Entscheidungshilfen zu erhalten sollte der DFB eine Umfrage starten, in der man die positiven und negativen Elemente der Trainerausbildung gewichten kann.



    zu DFB Fussballtrainer in Schulen
    Die gibt es bereits, allerdings mit unterschiedlichem Engagement. Auch dürften es insgesamt mehr qualifizierte Sport- und AG-Lehrer sein. Insbesondere in den Grundschulen ergibt sich aufgrund des hohen Frauenanteils ein Problem. Denn ohne ein ausreichendes Interesse für die Sportart kann es auch keine ausreichende Anzahl an Lehrkräften geben. Aus Mangel an Fachkräften gibt es auch den Haupt-, Real- und Gesamtschulen einen Personalmangel, weshalb man z.T. auf Vereinstrainer zurück gereift. Weil aber die Schüler und Schülerinnen im Einzugsgebiet von verschiedenen Vereinen liegen, gibts manchmal Probleme, wenn allzuviele nach dem AG-Schnupperkurs in den Verein ihres Trainers wechseln, sodass keine ausreichende Neutralität gewährleistet ist.


    Probleme gibt es jedoch in der Vernetzung zwischen Schulen, Vereinen, Verbänden und dem DFB. Hier weiß manchmal "die eine Hand nicht, was die Andere macht"!



    Die Idee der Definition von Rahmenbedingungen zur Förderung von DFB-Zuschüssen finde ich sehr gut. Denn so werden die Amateurvereine mit sanftem Druck dazu geführt, den Teil ihrer Ausgaben zu reduzieren, der nicht zum Kerngeschäft des Amateurfussballs zählt. Auch würde eine andere Wertigkeit der Investitionen (in nachhaltige Projekte) zu einer verbesserten Situation in den Vereinen führen.


    Jedes Mitglied freut sich über eine "schmuckes Stadiion"! Aber die Freude darüber wehrt meist nicht lange, wenn dafür andere Bereiche (z.B. Nachwuchs) so stark vernachlässigt werden, dass der Anteil der Kinder im Einzugsgebiet immer geringer wird, für den der Vereinsfussball zu einem dauerhaften Hobby wird.


    Auch hier könnten die Vereine mit sanftem Druck dazu gebracht werden, regelmäßig Zufriedenheitsumfragen in ihren Vereinen durchführen zu müssen, um anhand dieser Ergebnisse Vorschläge zu nachhaltigen Verbesserungen zu entwickeln, die zur Förderung eingereicht werden müssen. (Beobachtet einmal in eurer Zeitung, was dort in der Hauptsache gefördert wird und wer davon unmittelbar am meisten profitiert?)

    @AKjkv


    Ich glaube, da hast du @Revilo wirklich falsch verstanden?


    Das Thema ist vielschichtig, was sich schon aus unterschiedlichen, persönlichen Wahrnehmung aufgrund des eigenen Umfelds der Betragsverfasser ersehen läßt.


    Hier mal ein Zitat aus der bereits genannten Diplomarbeit zum Thema Wahrnehmung:


    "Obwohl die deutschen Fußballerinnen ähnlich erfolgreich sind, erlangen sie bisher keine vergleichbare Popularität. Nachdem die deutsche Nationalmannschaft 2001 zum fünften Mal Europameister wird, gewinnt sie zwei Jahre später erstmals die Weltmeisterschaft. Mia Künzer schießt bei der WM das Tor des Jahres. Im selben Jahr wird die Nationalstürmerin Birgit Prinz Weltfußballerin des Jahres. 2000 wird Heidi Mohr sogar von der „International Federation of Football History and Statistics“ zu Europas Fußballerin des Jahrhunderts gewählt. Trotzdem besuchen durchschnittlich nur 283 Zuschauer eine Frauenfußball Bundesligabegegnung."


    Dabei stellt sich sehr wohl auch die Frage, ob die Zuschauer dieser Spiele überwiegend männlich oder weiblich ist?


    Dazu noch eine Frage an die Trainer und Eltern von Fussballspielerinnen: welche Namen findet ihr auf den Fan-Shirts (z.B. beim Training) der Mädchen und Frauen? Sind das überwiegend Stars aus dem Frauen- oder dem Männerfussball?


    Es gibt darüber hinaus einige Studien, die zu dem Schluß kommen, dass bei Mädchen der Fussball nicht die gleich Beliebtheit hat wie bei den Jungen. Allerdings bin auch ich davon überzeugt, dass das frühere Rollenverständnis: (Mann als Herr des Hauses, Frau führt den Haushalt und erzieht die Kinder) nicht mehr die Akzeptanz in unserer Gesellschaft findet. Viele Männerdomänen verschwanden in den letzten Jahrzehnten.


    Die Frage, warum das beim Fussball nicht in dem Maße gelungen ist, kann m.E. mit dem Wert innerhalb der Gesellschaft zu tun haben. Aber sie klärt sich vermutlich nicht allein daraus?

    @AKjkv


    Deine Darstellung deckt sich mit den Ergebnissen aus anderen Verbänden.


    Eigentlich wollte man durch mehr Mädchen- und Frauenteams den Mitgliederrückgang aufgrund des demografischen Wandels kompensieren. Doch das gelang sehr häufig nicht und hat viele Gründe. Z.B.
    - mangelnde Vereinsunterstützung (dazu halten sich die Vorurteile gegenüber Mädchen-/Frauenfussball hartnäckig),
    - mangelnde Unterstützung durch die Eltern
    - mangelnde Akzeptanz unter den Freundinnen
    - unregelmäßige Trainngsteilnahme der Mädchen-/Frauen
    - ungeeignete Trainer


    Zwar wird die Talentförderung bei den Mädchen besser und eine höhere Qualifizierung der Trainer/innen, jedoch hat der Fussball an Begeisterung für Mädchen abgenommen, sodass es kaum noch gelingt homogene Auswahlteams zu formen. Selbst auf den erst vor ein paar Jahren gegründeten DFB-Stützpunkten für Mädchen stagniert die Teilnahme schon wieder.


    Ich bin der Meinung, dass es enormer Anstrenungen bedarf, um den Mädchen- und Frauenfussball aufzuwerten und damit für die Mädchen und Frauen wieder attraktiver zu machen.


    ----------------------------------------------------------------
    Die Diskussion über kleinere Spielfelder, kleinere und/oder leichtere Bälle für den Frauenfussball gibt es schon seit Jahren. Sie hat jedoch nicht zu einheitlichen Ergebnissen geführt. Hauptgrund der Ablehung war die Befürchtung der Abnahme des Zuschauerinteresses.


    So lockt schon heute selbst eine Seniorenmannschaft auf unterster Kreisebene manchmal mehr Zuschauer als eine Frauenmannschaft aus der 2. Bundesliga. Stellt man die Kosten dazu gegenüber, dann ist der Frauenfussball ein Verlustgeschäft, wenn sich nicht Gönner und Sponsoren finden, die ein großes Herz für diesen Frauensport haben.


    Leider sind auch die Frauen als Entscheidungsträger in den Verbänden unterrepräsentiert, weshalb es nicht gelingt, die Interessen und Wünsche der Frauen im Fussball umzusetzen.

    @Constantin


    Vielen Dank für den Link. Wenn man zwischen den Zeilen liest, so findet man genügend Hinweise für einen Umbruch von kampfstarken Einzelkämpferinnen zu einem taktisch geschlossenen Mannschaftsspielsystem.


    Sylvia Neid hat sich ohne Zweifel ihre Verdienste für den deutschen Frauenfussball erworben. Sie wurde 3 x von der FIFA als Trainerin des Jahres geehrt. Im vergangenen September hat Steffi Jones das Traineramt übernommen. Als Deutsch-Amerikanerin mit Fussball-Lehrerlizenz konnte sie seit 2015 in ihr neues Aufgabengebiet hineinschnuppern. Weil sie jedoch keine praktische Trainererfahrungen besitzt, wurde diese Entscheidung auch von einigen Experten kritisiert.


    Gibt es bei den Senioren einen großen Trainerstab an Spezialisten, so muß der Frauenbereich mit weitaus weniger Personal auskommen. Dieser fehlenden Unterstützung bei den Frauen ist es geschuldet, warum das deutsche Frauen-Nationalteam in Sachen moderner Taktik ein wenig ins Hintertreffen gerieten. Das hat der Verfasser in seiner WM-Analyse recht präzise beschrieben.


    Andere Nationen, in denen sich der Frauenfussball auf Leistungs- und Profiebene erst später und deshalb gleich mit moderner Taktik entwickelte, haben hier teilweise ihre Vorteile. Vorreiterrolle spielt hierfür (selbstverständlich) der Männerfussball, in denen taktische Finessen entwickelt wurden. Soweit der Exkurs in Sachen Frauen-Profifussball.


    Die Leistungen im Mädchen- und Frauenbreitensport finden in einer sehr großen Bandbreite statt. Denn Mädchen/Frauen wechseln nicht unbedingt in einen höheren Verein, wenn ihre sportlichen Leistungen dafür ausreichen würden. Ihnen sind Freundschaften sehr wichtig, weshalb sie ausserhalb des Fussballs gern etwas mit ihren Mannschaftskolleginnen zu unternehmen. Eine Mannschaftskameradin wird sehr viel seltener nach ihrer persönlichen Leistung beurteilt, sondern nach ihrer sozialen Kompetenz, also ihr Standing in der Gruppe. Eine Mannschaftsaufstellung nur nach Leistung findet selbst im oberen Amateurbereich der Frauen nicht statt. Denn hier geht es nicht allein darum, dass man Spiele gewinnt, sondern in welcher Harmonie innerhalb der Mannschaft die sportlichen Erfolge erzielt werden.


    Nahezu kaum einen Unterschied gibt es in der Neugier, wenn sich neue Trainer präsentieren. Deshalb glaube ich Andre gern, dass sich einzelne Spielerinnen im Training freuen, wenn sie etwas Neues hinzugelernt haben. Der Abnutzungsgrad ist jedoch bei den Mädchen und Frauen deutlich größer, wenn er nicht lernt zu verstehen, wie Frauen gerne Fussball spielen und stattdessen eine Kopie aus dem Seniorenfussballs einführen möchte.

    @AKjfv
    Das deckt sich voll mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hier das entsprechende Zitat aus der bereits zuvor genannten Diplomarbeit:


    "Um den Zusammenhang zwischen Fußball und Männlichkeit zu erforschen, wurde vornehmlich Literatur zu Männerbünden verwendet. Michael Klein sieht eine starke Verknüpfung zwischen Sportbünden und
    Männerbünden. Er behauptet, Sport erziehe Männer zu Gewalt und Aggression, zu Abwertung von Frauen und sexistischem Verhalten und zu männlicher Dominanz und Überlegenheitsvorstellungen. Auch Peter Becker bezeichnet den Fußballfan insgesamt als unzeitgemäßen, „vormodernen“ Rollenentwurf. Als Begründung führt er fehlende Affektkontrolle und Distanzierungsfähigkeit, wie sie in unserer Zeit verlangt wird, an. Es geht nur darum Ehre aufrechtzuerhalten und zu verteidigen. Brändle und Koller stellen den Fußball als wesentlichen Ort männlicher Selbstdarstellung und als starke männerbündische Disziplin dar. „Die sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung betrachtet als Männerbünde formelle und informelle Männergruppierungen, die sich durch eine klare Grenzziehung gegen aussen und eine Inszenierung ‘männlicher’ Verhaltensmuster im Innern auszeichnen.“ Sie erziehen die Männer zu Aggression und Gewalt und einem geschlechtsspezifischen Rollenverhalten. Drei Bereiche kann man im Fußball als Männerbünde verstehen: Die Funktionäre in den Verbänden und Vereinen, die sich fast ausschließlich aus Männern zusammensetzen, die Mannschaften, deren Name schon das Männerbündische ausdrückt und die Fans, mit ihrem männertypischen Verhalten. Brändle und Koller kommen zu dem Schluss, dass Fußball von der Zurschaustellung von Männlichkeit lebt und viele männerbündische Strukturen aufweist.


    Wenn schon ein Mann das sagt, dann muß ja wohl was dran sein =) ?


    Und hier noch einen Ausschnitt speziell für@'Andre':


    Zur Fußballweltmeisterschaft der Frauen ließ sich Helga Walluga (28) aus Bad Neuenahr, die ‘Ausputzerin’ der deutschen Elf rasch noch eine flotte Welle ins blonde Haar ondulieren. Dann setzte sie sich
    neben zwölf kichernde Kameradinnen und einen streng blickenden Trainer in den Bus, der sie in das Stadion von Genua brachte. Dort wurden Fußballstiefel und Mieder geschnürt, und wenig später begann das erste Spiel der Weltmeisterschaft."

    Leider sind es die Trainer als Veraursacher von Verletzungen, wenn:
    - nicht altersgerechte Übungen gemacht werden sollen,
    - trotz hohen Ermüdungsgrades weitergemacht werden sollen


    Ferner gehört dazu unsachgemäßer Umgang mit Trainingsequipment, wie:
    - nicht verankerte Tore, die umkippen können
    - zu starker Luftdruck bei den Fussballen
    - Einsatz beschädigter Hütchen, Stangen, usw.


    Zum Glück passiert meist nichts schlimmes, was jedoch nicht zu nachlassender Sorgfalt führen sollte.


    Weil Fussball eine Kontaktsportart ist, lassen sich nicht alle Verletzungsrisiken ausschließen. Allerdings sollte der Trainer auf Fairness achten, sodass das Risiko minimiert werden kann.