Günter und karl
Ich war in Eile, weshalb ich erst jetzt meine Begründung nachliefern möchte.
In der Antwort darauf, ob die Anarchie ausbricht, wenn der Trainer die Frage einer Abmeldung in die Verantwortung der Spieler bzw. deren Eltern überträgt, findet man bei Karl eine Aneinanderreihung von "ich" ...und ... "mir", wodurch deutlich wird, dass sonst unkontrollierbare Mechanismen drohen könnten, wenn man die Spieler hier nicht ausreichend in die Pflicht nimmt. Dies hatte ich mit "NEIN" beantwortet, weil meine Erfahrungen dazu anders lauten.
Wie ich bereits sagte, habe ich fast immer nur mit Teams zu tun gehabt, in der die Spieler eine hohe Eigenmotivation besaßen, weshalb mir manches hier fremd vorkommt. Ich weiß aber nicht, ob sich das auf alle Mannschaften übertragen läßt? Allerdings geht es immer um Menschen, weshalb man durchaus auf den Gedanken kommen könnte, das es gleichartiges Verhalten geben könnte.
Meine Erfahrungen damit, dass ich es den Spielern bzw. Eltern eine Abmeldung selbst überlasse ist die, das meist trotzdem eine telefonische Abmeldung erfolgte. Dies sicherlich aus dem Grund, dass bei ihnen der Fussball eine so hohe Priorität hatte, sodas es ihr eigenen Wunsch war, mir dies dies auch telefonisch wissen zu lassen.
Für "faule Ausreden" ist mir meine Zeit jedoch zu kostbar, weshalb ich erst gar nicht in die Verlegenheit gelangen möchte, einen Widerspruch in einer späteren Aussage übers Fehlen zu finden. Dann ist es mir lieber, man meldet sich nicht ab und dokumentiert dadurch, dass man für diesen Zeitraum, aus welchen Gründen auch immer keine Lust auf Fussball hatte. Warum soll ich diesen Leute durch Teilnahmezwang die Chance geben, mich und ihre Mannschaftskameraden beim Training zu stören, nur weil sie selbst gerade keine Lust haben? Soll der doch dann besser mit seinen neuen Freunden Schwimmen oder ins Kino gehen und wiederkommen, wenn für ihn Fussball wieder wichtiger geworden ist.
Es kam auch mehrfaches Fehlen mit und ohne Abmeldung vor. Häufig folgte darauf eine Abmeldung zum Saisonende. Ich kann als Fussballtrainer nicht alle Erwartungen erfüllen und muß es akzeptieren, wenn jemand den Wunsch nach einer Veränderung verspürt. Manchmal gab es auch ein "Comeback", weil die Phase, in der man keine Lust auf Fussball hatte, vorüber war.
Schließlich kommt zum Wunsch der Anwesenheit auch der der Pünktlichkeit hinzu! Wer nicht zu spät kommen darf, der beeilt sich besonders, wenn es mal spät wird. Kinder, die es besonders eilig haben, vernachlässigen die Umsicht im Verkehr. Jeder Unfall ist zu viel, erst recht wenn er auf dem Weg zum Hobby passiert und wenn eine unglückliche Bedingung eine zusätzliche Gefahr bedeutet. Denn Kinder können ihr Handeln noch nicht umfassend durchschauen.
Präventiv dann der Trainer dahingehend wirken, wenn er seine Mannschaftsmitglieder darauf aufmerksam macht, dass es in solchen Fällen wichtiger ist, auf den Verkehr zu achten und lieber ein paar Minuten später einzutreffen.
Kommen wir zur Planungssicherheit beim Training. Hier habe ich durchaus Verständnis für die Trainer-Neulinge, die sich darauf freuen, gute Übungen und Spielformen fürs nächste Training gefunden zu haben und dann kommen ein Teil der Spieler nicht! Ihnen fehlt noch die Erfahrung, das Training für die geringere Anzahl an Spielern anzupassen. Denn "Alte Trainerhasen" zaubern für jede Mannschaftsgröße ein Training aus dem Hut! Für sie ist die Trainingseinheit ein "roter Faden", von dem sie bei Bedarf abweichen.
Erfahrung ist sicher durch nichts zu ersetzen, aber meistens macht man nichts verkehrt, wenn man unerfahrene Trainer darauf aufmerksam macht. Aber mal Hand aufs Herz, wer kann sich an derlei Hinweise durch den Jugendleiter erinnern? Nein, das würde ja vielleicht auf die Euphoriebremse drücken. Ein wenig mehr Realitätssinn wäre angemessen oder?
Wenn ein Trainer nicht mehr sagt, ich habe gewonnen, unentschieden oder verloren, sondern "wir" haben gespielt, dann ist bereits ein großes Verständnis dafür vorhanden, dass es besser ist, auf Basis von Freiwilligkeit die Dinge gemeinsam zu regeln, statt den "Patriachen" zu spielen und für das Ziel der Meisterschaft auf einen partnerschaftlichen Umgang zu verzichten!
Es ist fast immer besser gemeinsame Ziele zu haben. Denn je mehr sich die Ziele von Trainer und Mannschaft unterscheiden, je weniger Freiwilligkeit bleibt und je länger wird das Regelwerk!