Beiträge von TW-Trainer

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    Rene1105


    Vielen Dank für den Link. Hier wird, wenn auch auf amüsante Art und Weise deutlich, dass der Trainer nicht zur Bekämpfung gesellschaftlicher Probleme da ist, sondern jeweils die Eltern erste Ansprechpartner für ihre Kinder sind.


    Wer sich dabei zu sehr in die privaten Belange einmischt, wird nicht sonderlich viel Freude bei seiner Trainerarbeit erleben.


    Dort, eine Anwesenheitspflege Sinn macht, sollte man sich machen. Ansonsten gibt es andere Themengebiete für einen Trainer, die intensives Engagement lohnen.

    Günter und karl


    Ich war in Eile, weshalb ich erst jetzt meine Begründung nachliefern möchte.


    In der Antwort darauf, ob die Anarchie ausbricht, wenn der Trainer die Frage einer Abmeldung in die Verantwortung der Spieler bzw. deren Eltern überträgt, findet man bei Karl eine Aneinanderreihung von "ich" ...und ... "mir", wodurch deutlich wird, dass sonst unkontrollierbare Mechanismen drohen könnten, wenn man die Spieler hier nicht ausreichend in die Pflicht nimmt. Dies hatte ich mit "NEIN" beantwortet, weil meine Erfahrungen dazu anders lauten.


    Wie ich bereits sagte, habe ich fast immer nur mit Teams zu tun gehabt, in der die Spieler eine hohe Eigenmotivation besaßen, weshalb mir manches hier fremd vorkommt. Ich weiß aber nicht, ob sich das auf alle Mannschaften übertragen läßt? Allerdings geht es immer um Menschen, weshalb man durchaus auf den Gedanken kommen könnte, das es gleichartiges Verhalten geben könnte.


    Meine Erfahrungen damit, dass ich es den Spielern bzw. Eltern eine Abmeldung selbst überlasse ist die, das meist trotzdem eine telefonische Abmeldung erfolgte. Dies sicherlich aus dem Grund, dass bei ihnen der Fussball eine so hohe Priorität hatte, sodas es ihr eigenen Wunsch war, mir dies dies auch telefonisch wissen zu lassen.


    Für "faule Ausreden" ist mir meine Zeit jedoch zu kostbar, weshalb ich erst gar nicht in die Verlegenheit gelangen möchte, einen Widerspruch in einer späteren Aussage übers Fehlen zu finden. Dann ist es mir lieber, man meldet sich nicht ab und dokumentiert dadurch, dass man für diesen Zeitraum, aus welchen Gründen auch immer keine Lust auf Fussball hatte. Warum soll ich diesen Leute durch Teilnahmezwang die Chance geben, mich und ihre Mannschaftskameraden beim Training zu stören, nur weil sie selbst gerade keine Lust haben? Soll der doch dann besser mit seinen neuen Freunden Schwimmen oder ins Kino gehen und wiederkommen, wenn für ihn Fussball wieder wichtiger geworden ist.


    Es kam auch mehrfaches Fehlen mit und ohne Abmeldung vor. Häufig folgte darauf eine Abmeldung zum Saisonende. Ich kann als Fussballtrainer nicht alle Erwartungen erfüllen und muß es akzeptieren, wenn jemand den Wunsch nach einer Veränderung verspürt. Manchmal gab es auch ein "Comeback", weil die Phase, in der man keine Lust auf Fussball hatte, vorüber war.


    Schließlich kommt zum Wunsch der Anwesenheit auch der der Pünktlichkeit hinzu! Wer nicht zu spät kommen darf, der beeilt sich besonders, wenn es mal spät wird. Kinder, die es besonders eilig haben, vernachlässigen die Umsicht im Verkehr. Jeder Unfall ist zu viel, erst recht wenn er auf dem Weg zum Hobby passiert und wenn eine unglückliche Bedingung eine zusätzliche Gefahr bedeutet. Denn Kinder können ihr Handeln noch nicht umfassend durchschauen.
    Präventiv dann der Trainer dahingehend wirken, wenn er seine Mannschaftsmitglieder darauf aufmerksam macht, dass es in solchen Fällen wichtiger ist, auf den Verkehr zu achten und lieber ein paar Minuten später einzutreffen.


    Kommen wir zur Planungssicherheit beim Training. Hier habe ich durchaus Verständnis für die Trainer-Neulinge, die sich darauf freuen, gute Übungen und Spielformen fürs nächste Training gefunden zu haben und dann kommen ein Teil der Spieler nicht! Ihnen fehlt noch die Erfahrung, das Training für die geringere Anzahl an Spielern anzupassen. Denn "Alte Trainerhasen" zaubern für jede Mannschaftsgröße ein Training aus dem Hut! Für sie ist die Trainingseinheit ein "roter Faden", von dem sie bei Bedarf abweichen.


    Erfahrung ist sicher durch nichts zu ersetzen, aber meistens macht man nichts verkehrt, wenn man unerfahrene Trainer darauf aufmerksam macht. Aber mal Hand aufs Herz, wer kann sich an derlei Hinweise durch den Jugendleiter erinnern? Nein, das würde ja vielleicht auf die Euphoriebremse drücken. Ein wenig mehr Realitätssinn wäre angemessen oder?


    Wenn ein Trainer nicht mehr sagt, ich habe gewonnen, unentschieden oder verloren, sondern "wir" haben gespielt, dann ist bereits ein großes Verständnis dafür vorhanden, dass es besser ist, auf Basis von Freiwilligkeit die Dinge gemeinsam zu regeln, statt den "Patriachen" zu spielen und für das Ziel der Meisterschaft auf einen partnerschaftlichen Umgang zu verzichten!


    Es ist fast immer besser gemeinsame Ziele zu haben. Denn je mehr sich die Ziele von Trainer und Mannschaft unterscheiden, je weniger Freiwilligkeit bleibt und je länger wird das Regelwerk!

    Günter


    Erst mal gabs in meinem ersten Satz einen Fehler, den ich gerne korrigieren möchte. Es sollte heißen, dass man die Ergebnisse der U 19 EM nicht 1 : 1 auf die Dorfvereine übertragen kann.


    Dann habe ich da noch eine Verständnisfrage: meinst du, dass automatisch durch den Titel der U 19 EM in den Dorfvereinen und den unteren Jugendbereichen besser trainiert wird? Das ist sicher ebenfalls nicht der Fall. Schon deshalb nicht, weil der Titelgewinn einer U 19 bei weitem nicht die Wirkung hat, wie der EM oder WM-Gewinn der Nationalmannschaft.


    Dennoch sehe ich günstige Nebeneffekte auch für den Dorfverein.


    So ist das Interesse der Profi- und Leistungsvereine an ihrem Umland in den letzten 10 Jahren gestiegen. Denn lt. DFB-Konzept sollen die talentierten Kinder über ein zusätzliches Fördertraining ab der C-Jugend in den NLZ der Vereine weiter gefördert werden. Für diese Kinder werden sich die Ergebnisse der U 19 EM mittelbar durch Änderung in der Ausbildung auswirken.


    Desweiteren verstärken sich die Aktivitäten der Profivereine in ihrem Umland in der Weise, dass dezentral Kurzschulungen für Dorftrainer durchgeführt werden. Auch hier fließen die Ergebnisse der U 19 EM mittelbar ein.


    Es liegt jedoch an jedem Dorfverein und an jeden Trainer, inwiefern er auf Fortbildungsangebote eingeht und neue Ideen in sein Training einfließen läßt!


    Ich denke, ein Einfluß ist sicherlich da! Ihn zu messen ist sicherlich schwierig.

    fak


    Ein weiteres Ammenmärchen ist die Erziehungsfunktion der Trainer im Vereinssport!


    Für die Erziehung der Minderjährigen sind die Eltern zuständig, die Volljährigen sind für sich selbst verantwortlich. Ich denke, die Mehrheit der Eltern wird es sich auch verbitten, das sich Trainer in Erziehungsfragen ihrer Kinder einmischen.


    Allerdings schließt dies nicht aus, dass sich der Trainer verlässlich, partnerschaftlich, fair und vertrauensvoll verhält. Natürlich sind auch Trainer nur Menschen, weshalb es ihnen nicht immer gelingt. Doch sollten die beiderseitigen Ansprüche bei einem Hobby auch nicht mit denen eines Berufs verglichen werden, in denen andere Maßstäbe zu gelten haben.


    Mich würde mal interessieren, wer von euch ist denn Trainer geworden, um die Kinder anderer Leute zu erziehen? Wenn zu mir ein Vereinsverantwortlicher gesagt hätte: "Ja und neben dem Training und den Spielen ist es deine Aufgabe die Kinder zu erziehen!" Da hätte ich wohl dankend abgelehnt.


    Eure Aufgabe besteht darin, den Kindern den Spaß am Fussball zu vermitteln. Gelingt es, die eigene Begeisterung für diese Sportart an die Kinder weiterzugeben, dann braucht man sich keine Sorgen über eine schlechte Teilnahmequote zu machen. Andernfalls sollte ich mir Gedanken darüber machen, ob die Kinder andere Vorstellungen davon haben als ich!

    fak


    Das bloße Führen einer Anwesenheitsliste mag für Trainerneulinge ein Hilfsmittel sein, die Gesichter der Spieler mit ihren Namen zu verbinden.


    Kritisch sehe ich es, wenn man es mit weiteren Qualitätsmerkmalen, wie "entschudligt" oder "unentschuldigt" verbindet.


    Hier werden Elemente der der Schule, der Firma, der Bundeswehr gedankenlos in den Hobbybereich übernommen, ohne dabei auf deren mögliche Auswirkungen aufs Hobby zu achten.


    Günstige Rahmenbedingungen basieren auf gegenseitiges Vertrauen.


    Durch das Qualitätsmerkmal "unentschuldigtes Fehlen" wird eine harte Grenze zwischen Beobachter (Trainer) und Beobachtete (Spieler) gezogen.


    Jemand, der freiwillig kommt, der kommt in aller Regel gerne. Das kann jedoch anders sein, wenn sich jemand dazu gezwungen fühlt. Im Verlauf der Jugend soll die Selbständigkeit geübt werden, nicht der Weg des geringsten Widerstands durch Ausreden.


    Will man sich vielleicht noch mit den Eltern dieser Kinder darüber streiten, was als "entschuldigt" oder "unentschuldigt" zu gelten hat? Was hat das noch mit Hobby-Fussball zu tun?


    Das dabei immer wieder vorgebrachte Argument für den Zwang solcher Anwesenheitheitskontrollen durch den Trainer heißt Planungssicherheit: Ihr könnt nur dann planen, wenn ihr das Vertrauen euer Spieler habt und der Fussball deshalb bei ihnen eine hohe Prioriät besitzt, weil ihr ihnen die richtigen Impulse dafür geht. Ist euer Training langweilig, habt ihr schlechte Manieren, dann wird euch diese Liste nicht helfen, mehr Planungssicherheit zu bekommen!


    Ein Grund, warum Kinder und Jugendliche den Spaß am Fussball verlieren und sich ein neues Hobby suchen, ist der Grad der Fremdkontrolle, der dabei auf sie ausgeübt wird bzw. werden soll! Dabei spielt es nicht die geringste Rolle, ob sie von den Eltern, Trainern oder Mannschaftskameraden ausgeübt wird. Es ist und bleibt ein wachsendes Ärgernis, was meist durch eine Flucht und viel zu selten durch die Einsicht der Erwachsenen beendet wird.


    Für mich ist es fast immer wichtiger, die gemeinsame Zeit dazu zu nutzen, um sich beim Fussball besser kennen zu lernen, statt "Apell-Listen" zu pflegen!

    sauerlandcoach


    Ich sehe das genauso, dass es eine viel zu starke Fokussierung auf den letzen Pass, dessen Verhinderung, den Torabschluß oder dessen Verhinderung gesehen hat, statt einem systematischen Spielaufbau und -spielkontrolle im Mittelfeld eine größere Bedeutung zuzumessen.


    M.E. wurde teilweise sicher durch Dogmen auch dort ausschließlich ein 4 : 2 : 3 : 1 gespielt, wo man hätte variabler ausbilden sollen. An anderer Stelle habe ich mal von einer Ausbildung zu "Positionsidioten" gesprochen, was hier sicherlich nicht zutrifft!


    Doch nach wie vor werden in den Medien lediglich die torentscheidenden Situationen bearbeitet. Dabei spielt das Mittelfeld meist keine Rolle.


    Da ist sicher mehr für den Nachwuchsbereich zu holen! Natürlich ist es der Ballbesitz und über eine hohe Frequenz auch die Pass-Sicherheit wichtig. Aber selbstverständlich soll diese Dominanz zielorientiert zum Torerfolg führen. Dabei ist man mit 2 Angreifern und nachrückenden offensiven Mittelfeldspielern variabler als mit einem Mittelstürmer, der eigentlich nur dann ein gute Chance nach schnellem Umschaltspiel hat.


    Bei gegnerischem Ballbesitz sollen die Jungs ein gutes Mittelfeldpressing erlernen. Mit diesem System hat man fast immer auch die Möglichkeit, einen Anspielpartner in offener Position zu finden, weshalb man gar nicht gezwungen ist, sofort den Risikopass in die Tiefe zu spielen oder ganz nach hinten das Spiel neu aufzubauen.


    Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn dü über deine Erfahrungen mit diesem Spielsystem berichtest.

    Günter


    Natürlich kann man die Ergebnisse dieser EM mit 1 : 1 auf den Dorfverein übertragen, falls du das gemeint hast!


    Jedoch sind es die Dorfvereine, die die meisten der späteren Profis machen, weil sie dort ihre ersten Schritte machen. Auch gibt es eine Durchgängigkeit zwischen den Leistungs- und Breitensport-Teams, die generell gilt. Natürlich gibt es auch aufgrund der Dichte der Konkurrenz (z.B. in den Ballungsgebieten) eine größere Grauzone zwischen den Ansprüchen des Leistungs- und Breitensportfussballs.


    Hinzu kommt, das sich Ideen, die es zunächst nur im Profibereich gab, weiter nach unten korrespondiert und ins Trainer-Ausbildungsprogramm einfließt! Wer z.B. vor 10 - 20 Jahren seine Trainerlizenz gemacht hat, der wird vermutlich mehr Trainingsanteile (z.B. Konditionstraining) ohne Ball am Fuss gelernt haben, als es heute der Fall ist.


    Genau, wie die Formel 1 spätere Serienprodukte (z.B. ESP, ABS) entwickeln konnte, kann es der Spitzenfussball für den Basisbereich. Was jedoch beides deutlich voneinander unterscheidet ist: fürs Autofahren braucht man einen Führerschein; Trainer kann sich jeder nennen! Deshalb muß man auch mit etwas bescheideneren Ansprüchen an die Sache herangehen.

    Auch ich habe mich sehr über den EM-Titel gefreut. So häufig passiert das ja nicht! Als Gratmesser für die Jugendarbeit in den Vereinen und die Talentförderung ist der Titel durchaus geeignet.


    Aber natürlich habt ihr Recht, dass nicht alle Jungstars dabei waren. Das wird sicherlich bei den Konkurrenten nicht anders gewesen sein.


    Ansonsten muß man die Kirche im Dorf lassen. Denn eine Aussage für die Qualitätsanforderungen in der 1. Bundesliga ist das sicherlich noch nicht. Dazu müssen noch einige Schritte gemacht werden! Von einem weiteren "Goldenen Jahrgang" zu sprechen, halte ich sicherlich auch zu früh. Denn vom "Goldenen Jahrgang" sprachen selbst die Titleaspiranten aus Portugal. Doch jeder konnte sehen, dass Portugal in der 1. Halbzeit nicht wirklich viel zustande brachte und erst in der Schlußoffensive zu guten Chancen kamen.


    Aber wer weiß, wie diese Jungs in der U 21 bereits drauf sind und wie sie sich Stammplätze in ihren Vereinen erklämpfen konnten?

    sauerlandcoach


    Für die Umstellung aufs ballorientierte System halte ich nach wie vor das 4 : 2 : 3 : 1 als besonders geeignet, weil es eine neutrale Spielausrichtung bedeutet, in der die jeweilgen Aufgaben innerhalb der Gruppe und der Mannschaft gut trainiert werden können.


    Weil jedoch mehrheitlich in den NLZ dazu übergegangen wird, erst ab der B-Jugend Spieler auf Positionen auszubilden, darf es davor durchaus andere Varianten geben, wenn sie konzeptionel passen. Das 3 : 5 : 2 hat zwar eine Linie weniger, weshalb du schon richtig analysiert hast, dass die Raumaufteilung bei einem flott geführten Spiel des Gegners sowie lange Bälle, wenn der Gegner ein Gegenpressing spielt, Löcher im Mittelfeld reißen können.


    Um selbst das Heft des Handelns zu probieren, ist das 3 : 5 : 2 ein gutes System. Die Dominanz im Mittelfeld gibt zusätzliche Balleroberungsmöglichkeiten und Anspielziele. Die beiden zentralen Angreifer können sich entweder gegenseitig Raum durch geschickte Positionsverschiebung geben oder sogar Platz für einen offensiven Mittelfeldspielter im Zentrum schaffen. Die Balleroberung an der Außenbahn sollte man in ein Anlaufen und Zustellen an der Aussenbahn umwandeln, dafür jedoch das Zustellen des torgefährlichen Raums eine höhere Priorität geben. Den die Tore passieren ja nicht durch die Flanken von außen, sondern durch die Flankenabnehmer im Zentrum.


    Das 3 : 5 : 2 System ist im hinteren und vorderen Drittel zentrumfokussiert. Im Mittelfeld gibt es hier eine Reihe von Varianten. Es läßt sich hierbei sogar eine situationsbedingte Raute ableiten, bei der ballbesitzabhängig eine Überzahl in der Offensive oder Defensive gewünscht ist.


    Die 4-er Kette funktioniert meist nur gut in ihrer Kompaktheit. Jedoch ist sehr häufig zu beobachten, dass bei schnellen Kontern die beiden ballfernen Spieler der Kette zu weit vom Geschehen entfernt sind, als dass sie eingreifen könnten. Ganz besonders häufig ist es zu sehen, wenn mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigt werden muß. Eine 3-er Kette wäre deshalb nicht schwächer. Jedoch gäbe es hier bereits etwas höher im Mittelfeld eine Station, die einen gefährlichen Pass in die Tiiefe verhindern kann.


    Desweiteren ist im Nachwuchsbereich zu beobachten, dass trotz deutlicher Überlegenheit die 4-er Kette aufrecht erhalten wird.. Eine flexiblere Lösung (3-er, wenn vornehmlich über eine Seite vom Gegner Angriffe erfolgen oder sogar 2-er Gruppe, um das Zentrum zu kontrollieren) wäre hier sinnvoll. D.h. nicht nur, wenn der Gegner führt und das Spiel in den letzten Mnuten herumgerissen werden soll, wird die 4-er Kette aufgelöst, sondern auch, wenn die das eigene Spiel


    Die NLZ haben den Auftrag zur Ausbildung. Hierfür braucht es Freiräume für die Trainer. Jedoch würde ich es vorher mit dem Jugendleiter und Kollegen absprechen. Man sollte die Taktische Ausbildung keiner Beliebigkeit preis geben, denn ihr Anteil in der Ausbildung wird in dem Maße größer werden, wo das Spieltempo keine Korrektur von Lauffehlern mehr zuläßt!


    Für den Breitensportbereich spielt sie hingegen eine untergeordnete Rolle. Hier wäre es von Vorteil, dass durch eine bessere Raumaufteilung mehr Pass-Möglichkeiten vorhanden ist und das "Abgrätschen" im gegnerorientierten Zermürbungskampf mehr und mehr in die Schubladen der Historie verschwindet! Doch hier beginnt schon der Teufelskreis: für diese Form des Fussballs braucht es ausgebildete Trainer oder zumindest solche, die es als Spieler selbst einmal kennengelernt habenl

    Sehe es ähnlich wie Rene1105


    Sicherlich ermöglichen die "modernen Medien" in Ausnahmefällen eine schnelle Kommunikation. Was früher vielleicht die "Telefonkette" war ist jetzt per E-Mail, SMS oder Whats-App noch schneller möglich. Aber sie sind kein Ersatz für die notwendigen Gespräche zwischen Trainer und Spielern.


    Hinzu kommt, dass man durch die Instrumentalisierung von "modernen Meiden" zum anderen, dann nicht mehr kontrollierbaren Kommunikationswegen selbst freigibt. Denn wer mehr als eine kurze und klare Info sendet, läuft Gefahr einer Fehlinterpretation. So kann denn schnell ein Hobby zu einem Full-Time-Job werden, wenn man denn auch noch außerhalb des Trainings oder der Spiele zum "Texten gezwungen wird"!


    Für die D-Jugend mag eine Info an die Eltern über den Trainngs- und Spielplan sowie Korrekturen Sinn machen. Im C-Jugend-Alter ruft der Lehrer auch nicht mehr bei der Verschiebung einer Klassenarbeit bei den Eltern an. Also kann man die normalen Fussball-Angelegenheiten auch zusammen mit den Kindern ohne deren Eltern regeln. Ggf. beim Fahrdienst die entsprechenden Eltern informieren.


    Generell sollten im Breitensport die anwesenden Sportler das größte Interesse der Trainer genießen.


    Es gibt im Normalfall ums Hobby. Dabei sollte alles freiwillig sein, sich mit gegenseitigem Respekt begegnen uund das Handeln auf Vertrauen beruhen!


    Wenn ein Trainer seine Mannschaft so wenig kennt, dass er darüber Listen führen muß, dann sollte er darüber nachdenken, wie er das ändern kann!

    Willi und günter


    Zumindest kommt beim Fazit ohne BDFL-Beteiligung heraus, dass das Niveau der WM unterhalb dem der internationalen Top-Vereinsmannschaften liegt. Wenn also die besten Einzelspieler in einer Nationalmannschaft nicht das zu leisten in der Lage sind, wozu eine Vereinsmannschaft fähig ist, dass läßt sich daraus schließen, dass fast alles trainierbar ist, jedoch alles auch seine Zeit braucht. Zeit, die kaum einer Nationalmannschaft zur Verfügung steht, weil die Ligawettbewerbe erst abgeschlossen werden müssen. Zu diesem Fazit hatten sich Chris und ich ebenfalls schon während der WM verstiegen. Aber kann man so ein Fazit auch vom Stab der Nationalmannschaft erwarten? Sicherlich nicht! Erst recht nicht, wenn man Weltmeister geworden ist.


    Früher gab man seinen Spielern auf den Weg: "Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, dann schieß ihn aufs Tor"! Damit wurde allgemein ausgedrückt: wenn du den Ball hast, dann ist die erste Idee immer die Beste. Denn bis du auf die Eingebung einer zweiten Idee gewartet hast, nimmt dir der Gegner schon den Ball ab.
    Egal, ob weite Abwürfe, lange Einwürfe oder weite Pässe! Je weiter der Ball muß und je länger er unterwegs ist, je besser kann sich der Gegner taktisch darauf einstellen. D.h. wenn ich diese taktischen Mittel durchgängig anwenden will, bin ich für den Gegner leicht durchschaubar. Der hat dann leichtes Spiel bei der Balleroberung und sogar beim Spielaufbau. Denn beim langen Paß findet das Mittelfeld und die Abwehr nicht genug zeit zum Nachrücken. Durch das so entstehende fehlende Mittelfeld entsteht ein Loch, dass der Gegner für gefährliche Konter nutzen kann. Auch, wenn das Siegtor durch Götze auf einen Torwartfehler basierte, muß festgehalten werden, dass das deutsche Mittelfeld der entscheidende Spielvorteil gegenüber den Gaucho`s war.


    Unser Problem über die WM waren zunächst die fehlenden Impulse durch das Fehlen von Außenverteidigern. Offen zutage trat auch das Geschwindigkeitsdefizit, bei der lediglich Boateng in der Lage war, die Laufduelle mit den schnellen Angreifern effektiv zu stören. Hummelts konnte hin und wieder trotz sicheren Stellungspiels die Sprints nicht folgen. Für Mertesacker dürfte eine derart offensiv ausgerichtete Taktik das Garaus für zukünftige Einsätze werden.


    Einher gehe ich auch mit der Analyse, dass sich Taktiken im Laufe eines Spieles je nach Spielstand änderten. Aber ist das nun wirklich etwas Neues?


    Auch die Einsicht, dass die Zeit der "Linienschnapper" dem Ende zugeht, ist nicht wirklich neu! Jedoch muß man die weiten Ausflüge von Manuel Neuer nicht allein als eine wesentliche Neuerung ansehen (schon vor über 40 Jahren gabs bei "Radi Radenkowicz" Torwartausflüge bis über die Mittellinie), sondern als eine taktische Fehleinschätzung, die bereits nach 10 - 15 Minuten hätte korrigiert werden sollen! Was, wenn sich das Schicksal in Bruchteil von Sekunden gegen den Torwart entscheidet und der Gegner entweder zu Fall gebracht wird oder der Angreifer doch schneller war und den Ball weit vom hinteresten Abwehrspieler des Gegners entfernt in aller Seelenruhe ins Tor einschieben kann. Ein Torwart sollte längere Sprints trainieren, um einen Fehler seiner Vorderleute zu korrigieren. Fast ist es jedoch, nicht von Abwehrfehlern zu sprechen und stattdessen nur die Torwartleistung zu loben. Lob gibt es für andere Punkte. So hat sich die TW-Haltung bei Schüssen aus 5 - 8 Metern verändert. Früher hatten die Keeper auch schon bei dieser Distanz die "Flossen unten"! Jetzt haben eigene verstanden, dass der kürzeste Weg zum Ball bei mittelhoher Armposition liegt und nicht von ganz unten nach ganz oben! Auch bei der Mauerstellung ("1-Mann-Mauer") und den Eckballstandards hat sich was verändert.


    Es gibt schon noch genug zu analysieren. Insbesondere die neuen Ansätze anderer Mannschaftstaktiken, bei der mann- und raumorientierte Ballgewinne und -verluste unterschiedlich interpretiert werden.


    Das Gegenpressing beim Ballverlust am gegnerischen Strafraum hatte bei dieser WM noch die wenigste Bedeutung, weil man darauf bereits sehr gut eingestellt ist und mit den 11 besten Einzelspieler keinen "Deppen mit technischen Problemen" im Team hat, der als Pressingopfer herhalten kann.

    Steini


    Ab dem mittleren Jugendbereich haben die Kids sich soweit sozialisiert, dass sie ihre Mitspieler nicht nur als Spielkameraden, sondern auch als Menschen mit einem Charakter wahrnehmen. Tritt dort ein Ereignis ein, was ein Trauma auslöst, dann können sie ein stückweit mithelfen, das der Fall nach unten nicht so tief wid. Sie können mithelfen, dass der Mensch aus ihrer Mitte wieder zu einem normalen Leben zurück findet. So können sie auch verstehen lernen, dass soetwas jedem passieren kann und lernen, dass es nicht so schlimm ist, hinzufallen. Das es aber ganz wichtig ist, schnell wieder aufzustehen. Sonst verpaßt man noch ein wichtiges Stück des Lebens, nämlich das mit ehrlichen Freunden bei der zweitschönsten Sache der Welt.


    Die Frage ist sicherlich, wie bringt man es ihnen bei. Die Sprache ist sicherlich diejenige der Altersgruppe. Ich denke, es genügen ein paar Worte mit der nötigen Sensibilität, das jedem Einzelnen klar macht, dass einer aus ihrer Mitte ein schweres Schicksal erlitten hat. Es braucht jetzt kein Mitleid, sondern Verständnis, damit die Zeit die Wunden rasch heilen kann. Es hat so in den Fällen, die ich miterleben mußte, noch immer geklappt. Narben bleiben jedoch immer auch zurück. D.h. den Menschen, den man vorher kannte, den gibt es dananch nicht mehr. Er ist ein Anderer geworden, der aber nicht besser und nicht schlechter ist. Der Fussball allein verändert keinen Charakter. Er zeigt allenfalls, wer Einen hat!

    Manndecker


    Genau durch dieses Verhalten schaffst du dir eine Vertrauensbasis! Weil du keinen Druck ausübst, sagen sie dir offen und ehrlich, was ihnen gefällt, was sie stört und sie sagen dir auch meistens schon rechtzeitig, welche anderen Termine ein Kommen gefährden oder gar unmöglich machen. Nur dann, wenn sie keine Repressalien zu fürchten haben, freiwllig und gern bei ihrer Mannschaft sind, werden sie die Priorität so hoch setzten, möglichst immer dabei zu sein!


    So kannst du dein Training auf dieser Vertrauensbasis auch besser planen, weil du schon zum Abschluß des Trainngs weißt, wieviel in etwa beim nächsten Training da sein werden. Aber Verletzungen und Krankheiten lassen sich genau so wenig planen wie besonders viele Hausaufgaben oder dringende, kurzfistige Termine mit der Familie.


    Fussball ist euer gemeinsames Hobby, es ist kein Militäreinsatz mit Befehl und unbedingtem Gehorsam!


    Karl


    NEIN!

    fak


    Wie bereits genannt, empfindet man den Druck, etwas Zählbares zu leisten, weil die Gesellschaft nun einmal Ergebnisse (keine Wege dorthin) sehen will. Auf eine kurze Formel gebracht bedeutet das als Trainer: "nach unten treten und nach oben buckeln"! Aber natürlich gibt das keiner so offen zu, sondern versteckt es hinter bestimmten "ehrbahren" Zielen!


    Hat man jedoch diese Phase überwunden, dann erkennt man, das ich der eigenen Schwäche die wahre Stärke liegt! Man erkennt die Motive Dritter, die hinter dem Druck liegen. Man mag es Enttäuschung nennen, aber es ist gleichzeitig auch das Ende einer Täuschung!
    Man mag sich über einen Fehler ärgnern, doch töricht ist es nur, den gleichen Fehler ein zweites mal zu machen!


    Es ist deshalb wichtig, als Mensch wie als Trainer mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, nicht nach Fehlern anderer zu suchen, aber zu erkennen, wenn jemand ein "offenes Ohr" braucht. Meist hilft schon ein gutes Zuhören und ein, zwei Anmerkungen. Denn wenn Derjenige schon längere Zeit mit dem Problem allein herumläuft, dann hat er sich vermutlich schon irgendetwas zurück gesponnen, was jenseits aller Realität ist.


    Wie leicht man selbst einmal in die Lage kommen kann, Hilfe zu brauchen. Dann ist man froh, Freunde zu haben, die ein "offenes Ohr" haben!

    Günter


    anlässlich des 17. Geburtstages gabs bei mir im Garten eine Geburtstagsfeier. natürlich auch einige Fussballer dabei.



    Mit wieviel Jahren bist du denn angefangen, deine Geburtsjahre rückwärts zu zählen :D ?


    Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich darüber nicht sehr viel sagen kann, weil ich nie Trainer einer "Gurkentruppe" war!


    Allerdings habe ich mir die Frechheit erdreistet und im Leistungsfussball im Beisein der Verantwortlichen erklärt, dass ich hier nur Spieler im Training sehen will, die freiwillig und mit großer Lust am Fussball kommen. Sollte das mal nicht der Fall sein, so wäre es besser zuhause zu bleiben, statt die Anderen beim Spaß am Fussball zu stören. Wer das Bedürfnis habe, sich bei mir abzumelden, der könne das gerne machen. Aber ich würde darauf gar nicht bestehen, weil ich Vertrauen zu allen Spielern habe.


    Nun darf man davon ausgehen, dass diese Spieler schon mit einer hohen Eigenmotivation kommen. Das ist sicherlich etwas Anderes bei einer Dorffussballmannschaft, wo es nicht um Leistung, sondern um allein um den Spaß geht!


    Macht es hier Sinn, wenn Spieler gelegentlich keine Lust aufs Training oder den Spielen haben, trotzdem auf das Kommen oder eine Abmeldung zu bestehen? Oder muß man die Frage anders stellen? Ist es nicht normal, dass immer ein paar Spieler wichtigeres vorhaben, bzw. krank oder verletzt sind? Oder bricht gleich die Anarchie aus, wenn eine bestimmte Quote nicht am Training oder den Spielen dabei ist?


    Was passiert eigentlich, wenn man Druck ausübt? Kommen die dann erst recht nicht, wenn`s mal nicht paßt und verführt man sie nicht gerade dadurch zu irgendwelchen Ausreden und Notlügen? In der Wirtschaft nennt man einen über Gebühren hohes Autoritätsverhalten von Verantwortlichen: "führungsbedingte Fehlzeiten"!


    Wenn also die Hälfte oder sogar noch mehr Spieler beim Training fehlen, dass ist etwas aus dem Ruder gelaufen. Statt mit Strafmaßnahmen zu drohen, sollte lieber ein Gespräch gesucht werden, um den Ursachen auf den Grund zu gehen und das Angebot fürs Training entsprechend anzupassen.


    Oder gibt es Trainer unter euch, die auch dann mit ihrem Training zufrieden sind, wenn es der Mannschaft keinen Spaß gemacht hat?


    Es ist nur menschlich, einige Versäumnisse als Kavaliersdelikte zu bezeichnen, aber das Fehlverhalten der Anderen als Charakterschwäche zu bezeichnen. Aber zwischen Gut und Böse gibt es einen weiten Raum, den man mit Fingerspitzengefühl und nicht mit der Axt beschreiten sollte.

    Günter


    Früher hat man den "klugen Fehlpaß" auch als "kick and rush" bezeichnet. Hauptsache der Ball ist weit weg und man hat die Hoffnung auf ein Selbsttor des Gegners!


    Die WM ist noch gar nicht so alt, da gibts ja auch schon die ersten Erkenntnisse. Die ersten Ergebnisse wurden anläßlich der BDFL vorgetragen. Danach ist Deutschland als komplettestes Team verdient Weltmeister geworden, weil:


    - kontolliert und zielorientiert nach Ballgewinn umgeschaltet wurde
    - der Torwart herausragend mitgespielt hat
    - eine riesige Mentalität vorhanden war


    Als Negativbeispiel wurde Brasilien genannt, die keine Defensivstrategie besaßen und bei Ballbesitz über keine Kompaktheit verfügten.


    Für mich hört sich das immer so an, als hätten die Sieger alles richtig gemacht und die Verlierer alles falsch! Aber in der Realität haben die einen nicht alles richtig und die anderen nicht alles falsch gemacht!


    Wer jedoch so früh bereits analysiert, der kann sich das Geflüstere in den letzten Bänken: "Hinterher ist man immer schlauer!" anhören, wenn er will!


    Also ich möchte auch nicht wissen, wie hoch der Pulsschlag dieser Referenten beim Spiel der DFB-Elf gegen Algerien war, als Manuel Neuer ein ums andere mal Kopf und Kragen riskieren mußte, weil die Defensive zu hoch stand! Wäre nur ein Duell schiefgegangen, hätten wir ein Tor kassiert und der Keeper wäre mit Rot vom Platz gegangen. Aber kann man aus dem Glück, dass das nichts passiert ist, gleich eine vom Trainer und der Mannschaft gewollte Situation ableiten?


    Gern wäre ich auch Mäuschen gewesen, als man sich über das Basteln der 4-er Kette (mal mit 4 Innenverteidigern, dann wieder mit Lahm von der 6-er auf die AV-Position) sowie dem zeitweiligen Verzicht von Schweini und Kedira auf der 6-er Position.


    Man kann sicherlich übereinstimmend sagen, das sich unsere Elf durch ein besonders starkes Mittelfeld immer dann, wenn es erforderlich war, durchs Turnier gefightet hat. Sogar im Finale erkannten die Argentinier neidlos an, dass ihnen genau diese Leute gefehlt hätten, sodass keine schnelle und kluge Überbrückung des Mittelfelds möglich gewesen wäre.


    Klar hat Manuel Neuer eine Weltklasseleistung bewiesen. Dabei spielt es zunächst einmal für den Turniergewinn gar keine große Rolle, ob seine ofensivere Torverteidigung aufgrund falscher taktischer Vorgaben, aufgrund teilweise zu langsamer Verteidiger oder was auch sonst zustande kam. Wichtig ist, dass er dieses Risiko eingegangen ist und dadurch der Fussballwelt gezeigt hat, dass es von Vorteil ist! Was die Fussballexperten jedoch kein Randnotiz abforderte war seine 1 - Mann Mauer bei Freistößen, bei der die Mauer außerhalb des Strafraums steht. Ferner fand das taktische Verhalten bei Standards ebenfalls keine Notiz.


    Aber was soll man auch schon von so frühen Analysen halten? Der Rest kommt bestimmt noch ... oder!

    Steini


    Dein Thema wid zwar als Unterpunkt in einer Reihe von Themen behandelt, jedoch meist sehr oberflächlich. Deshalb ist es m.E. auch ein eigenes Thema wert!


    Weil du schon mal die Liga weggelassen hast, brauchen wir uns auch gar nicht lange daran aufhalten, dass einige besonders ehrgeizige und vermeintlich pflichtbewußte Trainer im Privatleben ihrer Spieler herumschnüffeln würden und am liebsten die "Bettkarte" für ihre Kids einführen würden, damit auch ja alle Spieler ausgeschlafen zum nächsten, noch wichtigeren Punktspiel erscheinen. Wer sich also beim Herumtreiben zu nächtlicher Stunde erwischen läßt oder verpetzt wird, der bekommt die "Ar..karte" und darf zuschauen und ggf. für alle als Strafe sichtbar während des Punktspiels Runden laufen!


    Hier geht es um einen weitaus sensibleren Bereich von persönlichen Informationen. Was, wenn es Opfer einer Straftat wurde, der Tod von Eltern oder Geschwister zu beklagen sind! Da ist die Frage berechtigt: wie verhält man sich als Trainer? Wo ist die Grenze erreicht, in der auch die Mannschaft informiert werden sollte, damit sie in einem Zeitraum, wo ihr Mannschaftskamerad "ziemlich durch den Wind ist", würdevoll mit ihm umgehen, um ihm die Chance zu geben, über den Fussball mit seinen Freunden etwas Trost zu finden und vielleicht Hilfe zu erfahren, über seinen Schmerz hinweg zu kommen.


    Ich glaube, in solchen Phasen, in der sich vermutlich fast jeder erfahrene Trainer einmal befunden hat, merkt man, dass es nicht selbstverständlich ist, gesund und ohne größeren seelischen Schaden durchs Leben zu gehen. Mit einer kurzen Ansprache an die Mannschaft über den schweren Schicksalsschlag eines Spielers sollte man ein Zeichen setzen, dass Fussballspielen nicht selbstverständlich sondern ein besonders großes Glück für den ist, der dafür günstige Rahmenbedingungen in seinem privaten Umfeld besitzt.


    Schulische Probleme oder die Trennung der Eltern haben m.E. nichts auf dem Sportplatz zu suchen und sind allenfalls Themen, die unter sehr guten Freunden ausgetauscht werden.


    Aber mich würde auch gern interessieren, wie ihr es handhabt und darüber denkt?

    @Uwe


    Vielen Dank für das ausführliche Interview mit Torbjörn.


    Nicht ganz klar wird, warum er gerade 2 Spanier getestet hat? Vielleicht weil der Spanische Fussball über Jahre das Maß aller Dinge war und er dem Geheimnis auf die Spur kommen wollte?


    Doch wie ich bereits einige Monate vor der WM mittteilte, besteht eine besondere Gefahr in der Ableitung von Kausalitätsketten überall dort:
    - wo Trainer über ein bestimmtes Spielsystem die Kreativität ihrer Spieler lenken,
    - den Istzustand als Maßstab sieht und danach bestimnten Positionen die besonderen Eigenschaften zumißt.


    Nur dann, wenn man den Istzustand erkennt, kann man sich davon lösen! Sonst bekommt man nur etwas anderes, was aber nicht besser sein muß. Der Beweis folgt auf dem Fuß, wenn der Gegner erfolgreiche Mittel gefunden hat. Beim "Spanischen Fussball" hat es eben etwas länger gedauert.


    Schauen wir mal heute abend, was unsere U 19 im EM-Finalspiel so alles auf den Rasen zaubert?


    Je mehr Fähigkeiten ist dort besitze, wo der Ball gerade ist, je größer ist der Erfolg in dieser Aktion. Anders formuliert: wenn jeder auf allen Positionen gleich gut ist, dann habe ich ein homogenes Team. Sonst habe ich nur ein Team aus "Positionsidioten"! Das mag sich auf den ersten Blick arrogant anhören, weil wir ja diese Spezialistenteams haben. Aber hat nicht ausgerechnet Manuel Neuer in dieser WM durch sein geändertes Positionsspiel gezeigt, wieviel man als ausgewiesener Spezialist auch von den benachbarten Spezialisten verstehen muß, um sie dort, wo sie gerade fehlen, wirkungsvoll zu ersetzen?


    Aber selbst die Bundesligavereine reagieren ängstlich und zögerlich, in dem sie bis einschließlich der C-Jugend positionsunabhängig ausbilden und ab der B-Jugend eine Positionsausbildung betreiben. (Denn wer versteht schon, was ein Torwart macht? Häufig begnügt man sich damit sich über den Erfolg seiner Aktionen wie ein Kind zu freuen!)


    NIcht erst, aber hauptsächlich die WM hat gezeigt, wie man auf den "Spanischen Fussball" erfolgreich reagieren kann.


    Aber liegt darin überhaupt das Geheimnis eines Iniensta oder Xavi? Nein, ich glaube nicht!


    Das Geheimnis, das Torbjörn in besonders bemerkenswerter Weise lüften kann war ihre Kreativität, die nicht in den Beinen, sondern im Kopf steckt. Deshalb ist "vom Kopf in den Fuss gespielt" auch der richtige Titel und deshalb werden uns seine Erkenntnisse in den nächsten Jahren begleiten. Denn er würde, unabhängig, wer gerade Weltmeister wird, überall diese Fähigkeiten bei den Menschen, die Spitzenleistungen erbringen, messen. Er hat uns damit Beweise geliefert, warum es Sinn macht, auf die Arbeit anderer Trainer aus anderen Sportarten aufzubauen und zwecks fachgerechter Erläuterungen die wissenschaftlichen Hintergründe hierfür auf einfache Weise heruntergebrochen zu kommunizieren.


    Dabei ist die Aufgabe des Verstehens noch die Schwierigste!

    @Uwe


    Herzlichen Dank für die Antwort. Matthias Nowak hat ja bereits sein verdientes Lob erhalten und über sein Engagement bei den Bayern auch seine verdiente Anerkennung. Auch ich durfte mich über eine Reihe von Leuten freuen, die mir zunächst unbedarft auf einen Abenteuerweg im Fussball begleitet haben. Einige von ihnen schafften es bis ganz nach oben! Das führt dann auch dazu, dass man mehr Angebote bekommt und man darüber auch schreiben soll. Aber was soll ich schreiben, wenn ich`s doch selbst gar nicht begründen kann? Denn das ist doch wichtig, um den "Ball begreifen" zu lernen.
    Für mich gar nicht so erstaunlich hat sich das "Coevertraining" ebenfalls gut entwickelt.


    Ich denke, man muß den Anspruch eines "spielnahen Trainings" neu definieren. So habe auch ich im Torwarttraining Elemente aus dem Handball, Basketball und Volleyball übernommen (weil ich diese Sportarten ebenfalls liebe), weil hier einzelne Elemente differenzierter trainiert werden können. Für mich ist der Nutzen eines anderen Trainings aus anderen Sportarten, aber auch für andere Sportarten gar nicht so überraschend. Werden doch in jeder Sportart Nervenreize ausgelöst, die vom Kopf aus dorthin weitergeleitet werden, wo sie gerade gebraucht werden. Nur ca. 10 % dieser Aufgaben im Gehirn sind bereits enträtzelt. Wer weiß, zu was wir noch alles fähig sind, wenn wir die dafür erforderlichen Reize auslösen können und fürs Training reproduzierbar machen?


    Hier möchte ich Thorbjörn ein großes Lob aussprechen, in dem aufgrund seines wissenschaftlichen Hintergrunds eine Reihe von Erklärungen geliefert hat, wie Entscheidungsprozesse stattfinden, in welchen Gehirnzentren sie stattfinden und wie sich Entwicklungsverlauf erklären läßt. Er hat sehr dabei geholfen, das Training als Vorbereitung auf kurze, mittlere und ferne Aufgaben zu verstehen. Denn wenn erst im späten Jugendalter die maximale Leistung für Entscheidungen geleistet werden kann, dann versteht man auch, das es sich um einen biologischen Prozess handelt, der durch´s Training nur zum Teil beeinflußt werden kann. Er liefert die Begründung dafür, das man für Kinder kein Erwachsenentraining machen sollte und das zunächst auch die geistigen Anlagen soweit entwickelt sein sollten, bis die Merkmale für den Leistungsfussball erfüllt sind.


    Allerdings sind die Erkenntnisse noch sehr jung, weshalb sie uns in den nächsten Jahren begleiten werden. Denn je mehr Erfahrungen wir mit dem Fussball machen, desto deutlicher wird auch, wie wenig wir noch über den Fussball wissen.

    t90


    3 x wöchentlich Training hört sich nach Leistungsfussball an. In welcher Liga spielt die B-Jugend-Mannschaft, die du trainiert?


    Die häufigste Ursache sind sicherlich lange Pässe in die Spitze, weil es dann meist sofort zum finalen Zweikampft kommt und dem Mittelfeld nicht genug Zeit zum Nachrücken bleibt. Beim Ballverlust entsteht durch das fehlende Nachrücken ein Loch, durch das der Gegner unbedrängt in den gefährlichen Torraum vordringen kann.


    Eine weitere Ursache des schlechten Umschaltspiels liegt in der fehlenden Kenntnis, dass nach jedem Pass eine Anschlußaktion folgt. Man erkennt es daran, dass die Spieler stehen bleiben und in den "Zuschauermodus" umschalten.
    D.h. sie sind nicht mehr auf das Spielgeschehen konzentriert, sondern schauen sich als Unbeteiligte lediglich die Spielszene an.



    Wie bereits erkannt, kann man im Spiel nur das von seiner Mannschaft erwarten, was man auch trainiert und erklärt hat.


    Man kann das Umschaltspiel auch trainieren, wenn kein komplettes Trainingsspielfeld zur Verfügung hat.


    Nachfolgend ein paar Beispiele fürs Trainingsabschlußspiel:
    1. Mit Hütchen das Spielfeld breit machen (hier wird das Spiel über die Außenbahnen forciert, ferner sollen sich die Abwehrspieler als Paßgeber oder Paßverwerter mit in den Angriff einschalten)
    2. Mit Hütchen das Spiefled eng machen (hier wird der Paß in die Tiefe forciert, ferner soll mit möglichst wenig Ballkontakten der Weg zum gegnerischen Tor gefunden werden)


    Hier noch eine Umschaltübung:
    Mit Hütchen ein Feld von ca. 20 x 30 m aufbauen. Auf jeder Seite 2 Dribblingtore markieren. Aufgabe ist es möglichst häufig durch eines der beiden gegnerischen Tore zu dribbeln und die eigenen beiden Tore gleichzeitig erfolgreich zu verteidigen. Als Zwischenübung empfiehlt sich statt Dribllingtore an jeder Ecke Felder von ca. 4 x 4 m mit Hütchen zu markieren. Ziel ist es, in einer der beiden gegnerischen Felder einem Mannschaftskameraden den Ball zuzupassen, der in im Zielquadrat annimmt und wieder zu einem Mitspieler weiter paßen kann.


    Verfeinerungsvorschläge fürs Abschlußspiel beim Training:
    1. Tor zählt nur, wenn alle Spieler der eigenen Mannschaft sich zum Zeitpunkt des Torerfolgs in der gegnerischen Hälfte befinden
    2. In der eigenen Hälfte sind nur 2 Ballkontakte erlaubt
    (dadurch zügige und durchdachte Spieleröffnung, weil man sich auf engem Spielfeld sofort nach dem Paß wieder anbieten muß oder ggf. zum TW zurück paßt, um neu aufzubauen. Weil Gegner weiß, dass nur 2 Ballkontakte erlaubt sind, wird er Pressing spielen. Pressing geht auf verengten Raum aber nur, wenn alle mitmachen.)


    Man kann das Umschaltspiel auf unterschiedlich großen Flächen trainieren.


    Wenn du hier im Forum oder im Internet danach recherchierst, wird du leicht auf eine größere Anzahl von Übungen und Spielformen kommen.



    Es genügt jedoch nicht, durch das Umschaltspiel bei Ballverlust den gegnerischen Spielaufbau effektiv zu stören, sondern zunächst einmal sollte er dazu dienen, den eigenen Torerfolg zu erhöhen. Deshalb sollte auch das Timing trainiert werden. Denn rennt alles ohne die Position des Balles zu berücksichtigen im Höchsttempo nach vorne, werden sie vermutlich häufig im Abseits stehen und nach wenigen längeren Sprints ohne Torerfolg keine Lust mehr versprühen, immer wieder nach in die vorderste Spitze zu rennen.


    Wird indes die eigenen Offensive zu langsam oder zu spät unterstützt oder erfolgt keine gruppenorientierte Staffelung, dann verpufft die gewünschte Wirkung des Umschaltspiels ebenfalls.


    Wichtig dabei ist aber nicht allein das Umschalten, sprich Nachrücken über einen schnellen, aber geordneten Spielaufbau, sondern es kommt auch auf das richtige Timing beim Torabschluß an. Denn wenn hier zu wenig Angreifer im oder am gegnerischen Strafraum sind, dann gibt es zu wenig Anspielalternativen. Auch das Gegenpressing beim Ballverlust am gegnerischen Strafraum ist bei falschem Timing nicht möglich. Vielleicht kann man noch den Gegner beim schnellen Spielaufbau stören, aber die schnelle Rückeroberung des Balles und damit eine gute Torchance bekommt man nur durch das richtige Timing nach dem Umschalten.


    Ich habe es deshalb erwähnt, weil nicht das Umschalten allein schon die Verbesserung bringt, sondern erst durch das Herausarbeiten von mehr Torchancen und Torerfolgen seine Bedeutung erhält.


    Es ist zwar keine Zauberei! Aber es verlangt eine Menge an Trainerwissen und -erfahrungen, um das Umschaltspiel erfolgreich zu gestalten. Deshalb auch meine Frage nach der Ligazugehörigkeit!