Erst einmal möchte ich mich für die interessanten Beiträge dazu bedanken. Insbesondere auch die Anmerkungen aus dem Bereich des Handballs. Die Beschäftigung mit diesem Thema konzentrierte sich zeitweilig in der Frage: können uns Muskeln allein zur nötigen Schnelligkeit verhelfen? Oder führt die Zunahme an Muskelmasse irgendwann dazu, dass man nicht schneller, sondern sogar langsamer wird? Von Bedeutung war das Antrainieren von Muskeln ebenfalls, um schwere Verletzungen an Knochen und Sehnen abzuwenden. Denn gerade das Knochenskelett ist nach dem Erreichen seiner entgültigen Größe nicht mehr so elastisch wie in der Wachstumsphase der Jugendzeit.
Ich habe allerdings den Vortrag beim BDFL so verstanden, dass die Frage gestellt wurde, ob Schnelligkeit trainierbar sei, bzw. wie groß die Steigerungsmöglichkeiten wären? Angeregt wurde den Maßstab für Schnelligkeit zu erweitern, also nicht nur die Schnelligkeit im Geradeauslauf zu begreifen, sondern die räumliche Schnelligkeit (z.B. Richtungswechsel auf dem kürzesten Weg) zu bemessen.
Schnelligkeit beginnt jedoch im Kopf. Je schneller ich eine Situation erfasste bzw. mich an dessen Veränderung anpaße, je mehr Zeit bleibt mir, um mich dort, wo ich sein möchte, hin zu begeben und je mehr Zeit bleibt ihm zum Scannen des ballnahen Raumes und seiner Entscheidung, was er nach dem Ballkontakt machen möchte.
Wenn Schnelligkeit Millionen kostet, dann soll es doch möglichst in Verbindung mit dem spezifischen Nutzen (Balleroberung und Dribbling) gebracht werden, weshalb die Worte von Thomas Berthold zum Thema Schnelligkeit nicht als Dogma im Raum stehen bleiben sollte, sondern einer umfassenderen inhaltlichen Diskussion bedarf.
Natürlich bewegt dieses Thema weitaus mehr den Bereich des Leistungs- und Profisports, weil hier Ziele mit konkreten Maßnahmen verbunden werden, denn nur dort können entscheidende Meter Milionen bewegen.
