Beiträge von TW-Trainer

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    Erst einmal möchte ich mich für die interessanten Beiträge dazu bedanken. Insbesondere auch die Anmerkungen aus dem Bereich des Handballs. Die Beschäftigung mit diesem Thema konzentrierte sich zeitweilig in der Frage: können uns Muskeln allein zur nötigen Schnelligkeit verhelfen? Oder führt die Zunahme an Muskelmasse irgendwann dazu, dass man nicht schneller, sondern sogar langsamer wird? Von Bedeutung war das Antrainieren von Muskeln ebenfalls, um schwere Verletzungen an Knochen und Sehnen abzuwenden. Denn gerade das Knochenskelett ist nach dem Erreichen seiner entgültigen Größe nicht mehr so elastisch wie in der Wachstumsphase der Jugendzeit.


    Ich habe allerdings den Vortrag beim BDFL so verstanden, dass die Frage gestellt wurde, ob Schnelligkeit trainierbar sei, bzw. wie groß die Steigerungsmöglichkeiten wären? Angeregt wurde den Maßstab für Schnelligkeit zu erweitern, also nicht nur die Schnelligkeit im Geradeauslauf zu begreifen, sondern die räumliche Schnelligkeit (z.B. Richtungswechsel auf dem kürzesten Weg) zu bemessen.

    Schnelligkeit beginnt jedoch im Kopf. Je schneller ich eine Situation erfasste bzw. mich an dessen Veränderung anpaße, je mehr Zeit bleibt mir, um mich dort, wo ich sein möchte, hin zu begeben und je mehr Zeit bleibt ihm zum Scannen des ballnahen Raumes und seiner Entscheidung, was er nach dem Ballkontakt machen möchte.


    Wenn Schnelligkeit Millionen kostet, dann soll es doch möglichst in Verbindung mit dem spezifischen Nutzen (Balleroberung und Dribbling) gebracht werden, weshalb die Worte von Thomas Berthold zum Thema Schnelligkeit nicht als Dogma im Raum stehen bleiben sollte, sondern einer umfassenderen inhaltlichen Diskussion bedarf.


    Natürlich bewegt dieses Thema weitaus mehr den Bereich des Leistungs- und Profisports, weil hier Ziele mit konkreten Maßnahmen verbunden werden, denn nur dort können entscheidende Meter Milionen bewegen.

    tobn


    Schon heute kommen recht wenige Jugendspieler bis zur A-Jugend "durch", weil offensichtlich nicht registriert wird, dass man nicht allein mein seinem Freizeitangebot ist.


    Die von dir beschriebene Reaktion, den "Sch..ß" selbst zu machen, wenn man Strafen androht, geschieht längst nicht nur im Breitensportbereich. Man will offen und ehrlich gemeinsam über die Probleme sprechen und sie nicht in einem Strafenkatalog ertränken.


    Ist das Gegenteil von Kata log eigentlich Kata sagte die Wahrheit? :D (sorry, heute ist ja Freitag)

    Andre


    Das Kompliment ist verdient, denn einige Passagen sind besonders gelungen, weil sie einen Weg in eine andere Betrachtung "wahrgenommener Realitäten" ermöglichen.


    Da will ich mal gleich mit dem Einfluß des Trainers während der Jugendzeit beginnen. Für einen Wissenschaftler fördert regelmäßigem Schlaf die Konzentrationsfähigkeit von Kindern. Sie können es mit repräsentativen Untersuchungsreihen belegen. Dennoch gilt jede These nur solange, wie sie nicht ganz oder in Teilen widerlegt wurde.


    Was ist jedoch mit Themenfeldern, in denen ein Beweis oder Gegenbeweis schwierig ist, weil es darüber keine gesicherten Erkenntnisse gibt? Da ist, wie du es formulierst, Skepsis angebracht. Denn, wer vorgibt, durch seine Methoden Menschen besser zu machen, kann dies aus narzistischen Motiven heraus wollen. Drohungen und die Erzeugung von Angst sollen dazu beitragen, jedes Individuum "auf Kurs" zu bringen. Der Glaube soll hier Ersatz für gesicherte Erkenntnisse schaffen. (Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns! Unterschiedliche Meinungen stören den Vereinsfrieden!)


    Aber wozu das Ganze, wenn es doch längst erwiesen ist, dass das Individuum für sich selbst die Motive für seinen Wunsch nach Leistung liefert? Wir Trainer können lediglich einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, sind allenfalls Trittbügelhalter, wenn es uns gelingt, das Kinder und Jugendlichen den Fussball das bißchen mehr, was wir darüber zu wissen glauben, so erläutern, dass sie es verstehen und selbständig eigene Schlüsse daraus ziehen. Es ist doch nichts anderes, als wenn wir ihnen Methoden an die Hand geben, wie sie selbst lernen können.


    In der Umschreibung von Hobby oder Passion liegt eine Gefahr. Denn zum einen fehlt es an konkreten Zielen und zum anderen auch an Wegen zum Ziel. Gerade in der Grauzone zwischen Hobby, Nebenberuf und Beruf liegt der kritische Bereich, in dem Motive und Wirkung verschwimmen.


    Du hast in deinem Beitrag genau auf diese Unsicherheiten aufmerksam gemacht! Die Erklärung: Trainer die Erfolg haben wollen, sind dabei zunächst einmal egoistisch, stellt hier einen Ansatz zur Diskussion. Denn sollte nicht das Motiv gemeinsamer Aktivitäten einer Interessensgemeinschaft nicht die Neugierde und der gemeinsame Wunsch nach Perfektionierung sein? Wenn es derlei gemeinsame Interessen gibt, warum braucht es dann einen (Trainer), der die Peitsche schwingt? Muß nicht auch die Rolle des Trainers überdacht werden?


    Vielleicht ist es deshalb besonders schwierig, sich sachliche mit diesem Themengebiet zu befassen, weil durch die kulturelle und soziale Prägung immer wieder Grenzen auftreten, die nur durch die Infragestellung inclusive einer Selbstkrititk den Weg zu weiteren Möglichkeiten bahnen? Andes formuliert: nur wer seine Vorurteile über Bord wirft, dem können neue Welten erschlossen werden. Wer wie ein Hamster tagtäglich seine Runden dreht, der wird täglich Spaß an der Bewegung haben, aber verstehen wird er seine Wünsche nicht!


    Was wollen wir also?

    Günter


    3,4 Spieler, die als zuverlässig und trainingseifrig gelten sind in Urlaub.


    das jetztige Verhalten ihrer Spieler ist ihnen nicht neu, das kennen sie so aus der Vergangenheit, die tauchten zum Saisonbeginn dann immer auf.



    Ich dachte, das wäre jetzt die Erklärung dafür? Denn demnach kommen die zuverlässigen Spieler aus dem Urlaub zurück und die unzuverlässigen Spieler verschwinden sowieso wieder zu Saisonbeginn!


    Oder gibts dazu noch weitere Neuigkeiten?

    Günter


    Hattest recht! Ich habe nichts dagegen, wenn man sich sachlich mit einem Thema auseinandersetzt und dabei zu verschiedenen Ansichten gelangt.


    Es gibt allerdings ein Problem, wenn Sachverhalte wissentlich falsch dargestellt werden. Aus einer Landesligamannschaft im Herbst 2013 wurde urplötzlich eine Regionalligamannschaft. Eine Erklärung dafür habe ich auch nicht finden können.


    Dieser Artikel wurde im September 20013 @pegasus ins Forum gestellt!


    "Hohe Bälle abwehren!!!
    Hallo,
    ich habe folgendes Problem und hoffe hier Hilfe zu finden.
    Meine Seniorinnen Torhüterin aus der Landesliga kassiert desöfteren Tore die als Bogenlampe aufs Tor kommen. Ich meine die Bälle,die genau zwischen Kopf und Latte herunterkommen. Sie steht dann dort und guckt nur und wenn Sie dann denkt das Sie jetzt von der Höhe her dran kommt, dann ist der Ball meistens schon im Tor. Beim Training werden solche Bälle ohne große Anstrengung übers Tor gelenkt...nur nicht beim Spiel!!!


    Hat jemand einen Rat?



    Kurios dazu ist noch, dass durch die Teilnahme an der je 40 LE umfassenden TW-Trainer Ausbildung des DFB für den Basis- und Breitensportbereich ein weitaus umfassenderes Wissen vermittelt wird, als "Autodidakten" mit langer Erfahrung erlernen könnten.


    Wozu denn dann einen Rat? Wie kann es da sein, das bei solch einer Ausbildung einfache Fehlerbilder nicht analysiert werden können?


    Man gewinnt das Gefühl, da sind Pegasus die "Gäule durchgegangen" und eine kleine Abkühlung vom Vater und Meeresgott "Poseidon" könnte nicht schaden?


    Aber vielleicht kann er/sie ja alles aufklären?

    Andre


    Prima Beitrag finde ich. Auch deine Kritik ist sicherlich berechtigt. Sich dessen bewußt zu werden gelingt jedoch m.E. nur dann, wenn man zunächst einmal den nötigen Abstand zum Traineralltag gewinnt und sich einer Selbstkritik stellt.


    Sonst läuft man Gefahr, sich eine kleine heile Welt zu basteln, bei der alles so reingepackt wird, dass man gar nicht Gefahr läuft, ein schlechtes Gewissen zu bekommen.


    Ich denke, man sollte sich deinen Beitrag dazu ruhig 2 - 3 mal durchlesen und wirken lassen, denn der denkende Mensch ändert bekanntlich seine Meinung, wenn man ihm die freie Entscheidung dazu gibt!

    @solohope


    Die Frage, wer alles daran schuld sein kann, wenn etwas nicht klappt, ist müßig! Vielmehr müßte die Frage lauten, wie man gewährleisten kann, dass es bestmöglich klappt.


    Und wenn sich im Laufe der Jahre herausgestellt hat, dass der Frauenfussball deshalb immer wieder Probleme bekommt, weil er am "Tropf des Männerfussballs" hängt, dann sollte man es halt allein unter Frauen probieren. Wie bereits erwähnt, können Frauen durchaus erfolgreich Unternehmen führen. Weshalb also nicht auch einen Fussballverein für Mädchen und Frauen?


    Denn erst dann, wenn man unabhängig ist, für alles die Verantwortung trägt, ist man auch in der Lage, die Wege so einzuschlagen, wie es für den weiblichen Fussball optimal ist!


    Auch könnte man ein weitverbreitetes Vorurteil gleich im Federstrich beseitigen. Ich habe schon häufig miterlebt, das bei schlechter Vereinswirtschaft gesagt wird, man solle die Frauenmannschaft abmelden, weil die zu viel Geld kosten würde. Richtig ist jedoch, dass der Frauenfussball nur einen Bruchteil dessen kostet, was im Männerbereich verbraten wird. Das, was eine Senioren-Kreisliga-Mannschaft im Monat kostet, hätte so manche Frauenmannschaft im obersten Amateurbereich gerne als Jahresbudget!


    Im Profibereich sind es leider auch die wachsenen DFB-Vorgaben, die es immer schwerer machen, dass eigenständige Frauenvereine daran teilnehmen können. An deinem Beispiel: Mainz erkennt man leider die Abhängigkeit des Frauenfussballs. Könnte da sicherlich noch einiges an Kuriositäten aus dem Nähkästchen plaudern.


    Ich würde es begrüßen wenn sich der Mädchen- und Frauenfussball wieder mehr seinen eigenen Weg sucht, statt ein Anhängsel vom Männerfussball!


    Statt sich über allerlei Diskriminierungen aufzuregen, sollte man die Chance ergreifen, es besser zu machen!

    schleppi


    Eigentlich wollte ich zu diesem Thema nichts mehr sagen, weil es sich einem Stammtisch-Parolennievau angenähert hat.


    Du hast allerdings recht, dass die 68-er Jahre nicht direkt etwas mit der heutigen Situation zu tun haben. Jedoch wurde dieses Thema angesprochen, weshalb ich die seinerzeit wahrgenommene Situation angesprochen habe. Denn heute nehmen wir die Dinge, um die seinerzeit ein Generationenkampf tobte, als selbstverständlich wahr. Da in diesem Forum fast ausschließlich Erwachsene unterwegs sind, habe ich bei der Darstellung kein Blatt vor den Mund genommen. Denn gerade das "auf Linie bringen" und notfalls mit Gewalt, war seinerzeit ein Thema.


    Nachfolgend möchte ich ein paar Dinge klarzustellen.


    1. Ich habe nichts gegen Anwesenheitslisten
    2. Wer jedoch meint, er müsse die ihm für den Vereinsfussball anvertrauten Kinder erziehen, darüber hinaus nicht willige Eltern "einnorden" und "auf Linie bringen", der überschreitet seine Kompetenz.
    Wenn ich Vereinsverantwortlicher wäre und würde mitbekommen, dass ein Trainer Kindern und Eltern hinterher schnüffelt und Bemerkungen wie "entschuldigt" bzw. "unentschuldigt" führt, dann würde ich ein ernstes Gespräch führen. Sollte
    das dann noch einmal vorkommen, könnte er seinen Spint räumen.
    3. Ich sehe keinen Zusammenhang darin, dass Kinder, die zum Training und den Spielen kommen, weil sie zur Anwesenheitspflicht gedrängt wurden, später bessere Menschen werden. Der Fussball prägt keine Charaktere, man erkennt allenfalls dabei, wer einen hat. Das Beispiel mit der Zusammenführung einer A-Jugend mit angeblich zuverlässigen Spielern zeigt ebenfalls, das dies keinen Einfluss hat.


    Leider ist das Ausbildungsniveau der Dorftrainer so, dass der Standard wenig Ahnung von der Mannschaftsführung hat. Ralf Klohr bemüht sich seit Jahren, zumindest im untersten Jugendbereich etwas bessere Rahmenbedingungen zu schaffen und dort "Druck vom Kessel" bei den Erwachsenen zu nehmen! Ganz bewußt nehme ich in solchen Entscheidungen nicht nur die Trainer, sondern auch Eltern in die Pflicht, sich nicht zu sehr ins Hobby ihres Kindes hineinzudrängen.


    Es ist sicherlich redlich, sich um Kinder für den Vereinsfussball zu bemühen, auch um allen Altersgruppen heimatnah die Chance zu geben, ihr Hobby auszuüben. Jedoch sollten die Mittel dafür einer Überprüfung standhalten. Wenn jemand keine Lust hat, Fussball zu spielen, dann sollte man dies als Trainer akzeptieren und ihm die Chance einräumen, bei einem Meinungs- oder Sinneswandel wieder anfangen zu dürfen.


    Eure Ansichten, hier mit Druck und Disziplin nachzuhelfen haben mich deshalb nicht überzeugt, weil es dabei hauptsächlich um eure persönlichen Ziele ging, nicht um die der Kinder!


    So, dass soll`s nun aber auch gewesen sein.

    Günter


    Nicht nur @Uze, der dich an die Erziehtungsmethoden, aus denen die "68-er Bewegung" erwuchs, erinnern. Auch ich mache es jetzt, denn wir sind jetzt fast schon an "Stammtischparolen" angelangt. Wir haben uns damals gegen Prügelstrafe- und disziplinarischen Maßnahmen gewehrt, die nichts als Bevormundung im Sinn hatten. Studenten hat man gesagt, sie sollen gefälligst in ihre Bücher schauen, statt sich intelekuell einzumischen. In jeder Fachschaft saß einer vom Verfassungsschutz. Du wußtest bei einem Fremden nie, ob er sich nur mit dir unterhalten oder ob er dich aushorchen wollte. Geriet man in eine Fahrzeugkontrolle, dann wurde einem erst einmal eine Maschinenpistole ins Gesicht gehalten und dann nach den Fahrzeugpapieren gefragt!


    Jeder der jung war, verdiente sich allein schon durch sein Aussehen das Mißtrauen "des Staates"!


    Von den Lehrern velangte man eine Gesinnungsprüfung. Damit man die Protestierenden besser ausspionieren konnte, verlange man ein Vermummungsverbot. Wasserwerfer und Tränengas waren erlaubt. Das sich damals unter den Weisungsbefugten Nazis befanden, die als Schreibtischtäter verantwortlich für Grueltaten waren, hat die Generation unserer Eltern nicht geschert! Alles schon vergessen?


    Nein, wir wollten von denen nicht erzogen werden! Es hat unser Mißtrauen geprägt, zunächst einmal zu prüfen, warum irgendwer unser Bestes will!


    Und du willst uns Glauben machen, das ein "Goldener Käfig" nicht zum einsperren gedacht ist? Denn wer sich einbildet, er habe als Mannschaftstrainer das Recht Kinder und deren Eltern zu erziehen, der übersteigt m.E. seinen Kompetenzbereich gewaltig. Daher sehe ich es als leere Floskeln und Stammtischparolen!


    Ich kann verstehen, wenn Junge Leute, die soetwas nur aus Büchern kennen, mit einer gewissen Naivität als Werk gehen. Wir Älteren sollten uns jedoch bewußt sein, was wir sagen und wie wir es sagen! Sonst entledigen wir uns unserer Verantwortung!


    ich habe lange überlegt, ob ich es in der Deutlichkeit formuliere, aber es gibt hier genügend Leser, weshalb nicht jede "Stammtischparole" am Schluß stehen bleiben sollte.

    @Solohope


    Du hast den HSV vergessen, der zuerst seine II. Damenmannschaft abmeldete, als die Meister in der 2. Bundesliga wurden. Ein Jahr danach wurde auch die 1. Damenmannschaft aus der 1. Bundesliga abgemeldet. Von dem eingesparten Geld konnten die sich einen Reservespieler fürs 1. Seniorenteam auf die Bank setzen.


    Nein, du hast mich da mißverstanden, ich meine einen ausschließlich von Frauen geleiteten Fussballverein. Die Vereine, die du meinst, gab es früher noch mehr. Um die steigenden Auflagen des DFB zu erfüllen und professioneller trainieren zu können, wurden sie von Bundesligisten im Seniorenbereich integriert. Aber so manchem Verantwortlichen dort sind sie ein Dorn im Auge! Leider ist auch das Zuschauerinteresse nach wie vor eher bescheiden!


    Leider gibts nicht nur Vorurteile, sondern auch Fakten. In Niedersachsen wird schon seit Jahren in der Oberliga Meistertitel und Abstieg nicht rein sportlich entschieden. Mannschaftsabmeldungen gibts zur Winterpause und zum Ende der Saison treten einige Teams nicht an. Unter " ... erwachsen werden...", verstehe ich zuverlässige Liga-Teilnehmer für die gesamte Saison. Eine Pauschalisierung liegt nicht in meinem Interesse, jedoch nützt es nichts, Fakten zu ignorieren.


    Recht gebe ich dir allerdings, dass der Mädchen- und Frauenfussball in den Vereinen diskriminiert werden. Dabei ist die Konstellation: Senioren im Breitensport und Frauen im Leistungsport gar nicht so selten. Trotzdem haben die weiblichen Teams fast immer schlechtere Rahmenbedingungen als die Männer.


    Günter


    Alles gut! Beim Frauenfussball läuft halt manches anders als bei den Männern! Hier ist deutlich mehr Improvisation von allen Seiten gefragt.

    Günter


    Es gibt auch Unterenhmen, die von Frauen sehr erfolgreich geleitet werden. Vielleicht schon vergessen? Wir werden derzeit von einer Frau regiert, die sich über die Parteigrenzen hinweg Respekt verdient hat!


    Warum sollten Frauen keinen Frauenverein eröffnen, um die Dinge so zu regeln, wie sie es für richtig halten? Meistens fehlt es bei solchen Ideen lediglich am Geld. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden? Ob das ein Skandal für die Fussballmännerwelt wäre, weiß ich allerdings nicht?


    Bei der Spielausrichtung gebe ich dir zum Teil recht. Dort ist immer als Austragungsort auch der Platz angegeben. Aber der Schiedsrichter kann den Platz wegen Unbespielbarkeit nicht freigeben. Dann bleibt entweder Spielausfall oder die Verlegung auf einen anderen Platz. Hier haben beide Parteien einer Verlegung zugestimmt.


    Die oberste Priorität des Dachverbands besteht darin, wenn möglich, ein Spiel auszutragen. (Kann ja auch andere Gründe geben: selbst in der Bundesliga wurden schon Schiedsrichterassistenten eingesetzt, wenn sich der angesetzte Schiedsrichter unmittelbar vor oder während des Spiels verletzt hatte. Normalerweise stehen dort Assistenten an der Seitenlinie, die noch nicht die Schiedsrichterberechtigung für diese Liga haben.)

    Günter


    In vielen Dingen gibt es gar nicht so riesig große Unterschiede.


    Was ich nicht so recht verstehen kann ist das Fehlen von Spielern beim Training oder dem Spiel plötzlich und ohne den geringsten Hinweis als Vorwarnung geschickt. Dann die Ursache dafür charakterlich schwache Eltern und Kinder sehen ist in meinen Augen eine subtile Erklärung für nicht ausrechend ergründetes Verhalten?


    So erachte ich es als deutlich schwieriger an, ein Kind bzw. deren Eltern zurück zu gewinnen, wenn "das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist"! Kann es nicht auch sein, dass man durch die unterschiedliche Verteilung von Sympathien dabei mitgewirkt habt, dass es euch durch seine Abwesenheit zeigen will, so möchte ich das nicht?


    Klar, wird es auch Kinder geben, für die Fussball nun einmal nicht ihr Hobby ist oder Freunde finden, die es für ein anderes Hobby begeistern! Spätestens ab der D-Jugend wird es seine eigene Entscheidung fällen, ob Fussball oder etwas Anderes als Freizeitgestaltung infrage kommt. Auch in solchen Fällen werden eure Maßnahmen nichts nützen. Denn letzendlich entscheided der Spieler, ab welchem Moment er die Fussballschuhe an den Nagel hängt.


    Aber hat euch (auch in diesem Forum) nicht erschreckt, wie viele Eltern sich beklagen und um Rat fragen, ob z.B. ein Vereinswechsel die Probleme lösen kann? Meistens spielten dabei Trainer eine Rolle, die ihre Symphatien unterschiedlich verteilten eine Rolle. Schon mal drüber nach gedacht, dass es kaum ein Problem gibt, bei dem man nicht auch selbst ein Teil davon ist?

    Auch, wenn es hier eine bestimmte Häufung von Ansichten in eine Richtung gibt, Kinder und Eltern erziehen zu wollen, so glaube ich nicht, dass man bei der Erziehung als Fussballtrainer zu einer wesentlichen Veränderung des Wertedenkens beitragen kann. Man kann allenfalls einen bescheidenen Beitrag dazu leisten.


    Ich mache es halt anders, spiele Fussball ohne Druck. So weiß ich, dass meine Trainingsteilnehmer gerne kommen, weil sie Bock auf Fussball haben. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn ich damit nicht erfolgreich wäre, würde man zum Mond schießen! Eure Argumente haben mich nicht überzeugen können. (Manchmal glaube ich sogar, dass es daran liegt, dass ich kein richtiger Deutscher bin und insbesondere den "preusischen Ordnungssinn" nicht verstehe!)


    Traut euch doch einfach mal, es anders zu machen euch selbst und den Kindern mehr zu vertrauen! Oder ist es die Angst vor Enttäuschungen, dass ihr für alle infrage kommenden Fälle einen Sanktionskatalog braucht?

    @pegasus77


    Auch ich sehe keine Möglichkeit ein bestimmtes Trainingsgelände über den Rechtsweg einzuklagen. Anders ist es allerdings im Spielbetrieb. Hier habe ich vor Jahren einmal miterlebt, wie eine Schiedsrichterin sich geweigert hat, ein Punktspiel auf einem Platz, der dieser Liga nicht würdig war, anzupfeifen. Das Ergebnis war, dass die 1. Senioren (Kreisliga), die parallel auf dem A-Platz ein Punktspiel gehabt hätten und sich dort bereits warm gemacht hatten, wieder verschwinden mußten, damit die Frauen ihr Spiel austragen konnten. Ich habe der Schiedsrichterin anschließend zu ihrem Mut gratuliert. Sie pfeift mitlerweile schon einige Zeit im bezahlten Fussball! Es bräuchte mehr von ihrer Sorte!


    In der Presse wird der Frauenfussball im oberen Amateur- und Profibereich durchaus gewürdigt. Nicht selten zur Verärgerung der Vereinsverantwortlichen, die dadurch "ihr Aushängeschild", für das die meisten Zuschauer kommen und die Sponsoren das meiste Geld zahlen, nicht ausreichend dargestellt wird.


    In einigen Bereichen machen sich Frauen ihren Fussball auch selbst kaputt und sorgen nachhaltig dafür, dass sie nicht von der Männerwelt wahrgenommen werden.
    Für Unverständnis sorgt ferner, dass im Frauen-Amateurbereich die Meisterschaften häufig nicht sportlich, sondern durch Nichtantritt einiger Teams in den letzten Spielen entschieden wird. Auch ist die Zahl der Mannschaftsrückmeldungen bei den Frauen überproportional hoch. Habe jüngst mitbekommen, wie ein Frauenleistungsteam innerhalb von 3 Wochen sich zunächst aus der Liga abgemeldet hat, nach Meldeschluß doch wieder spielen wollte. Als der Staffelverantwortliche nach vielen Rücksprachen mit potenziellen Aufsteiger-Nachrückern seine Zustimmung gab, gab es 3 Tage später wieder eine Ligaabmeldung!


    In einem anderen Fall suchte das Frauenteam heimlich einen neuen Trainer, weil sie nicht mit dem Torwartwechsel einverstanden war. Als Manager und Trainer dahinter kamen, traten sie beide noch am selben Tag zurück.


    Ich will besser erst gar nicht anfangen, aus dem Nähkästchen des Frauen-Profifussballs zu plaudern! Denn auch hier gibt reihenweise rational nicht nachvollziehbare Entscheidungen, die es der Außenwelt schwer machen, diesen Fussball zu akzeptieren. Ich will damit lediglich sagen, dass es wichtig ist, zunächst einmal sein eigenes Säckchen zu schnüren, bevor man ringum mit Steinen wirft!


    Seit vielen Jahren begeistere ich mich für den Mädchen- und Frauenfussball. Mir liegt es fern, diesen Fussball zu diskriminieren. Wenn aber dieser Fussball von allen Seiten ernst genommen werden will, dann muß er langsam "Erwachsen werden"!


    Auch ich kann nur den Rat geben, sich mit den Verantwortlichen an einen Tisch zu setzen und vernünftig über eine Trainingsplatzbelegung zu reden! Und dies möglichst ohne aroganten Unterton über den sportlichen Betrieb in unterschiedlichen Ligen.


    Ansonsten gibt`s nur die Möglichkeit, als vermutlich erster Deutscher Verein, einen Fussballverein nur für Mädchen und Frauen zu gründen! Da könnt ihr dann alles in Eigenregie regeln!

    Gringo


    An und für sich finde ich die Idee mit der Staffelung:


    Sieg = 3 Punkte
    Sieger beim Elfmeterschießen nach Unentschieden = 2 Punkte
    Verlierer beim Elfmeterschießen nach Unentschieden = 1 Punkt
    Verlierer = 0 Punkt


    gar nicht mal so schlecht. Im früheren Straßen- oder Bolzplatzfussball kam es durchaus vor, dass man sich nach einem Unentschieden zum Elfmeterschießen entschloß. Hier jedoch mit dem Zweck einen Sieger zu ermitteln.


    Tore sind im Fussballspiel nun mal das Salz in der Suppe. Man kann es von allen Seiten betrachten und findet doch keine riesigen Unterschiede. So kann man den Einwand von Chris, wonach defensive Teams belohnt werden, auch entgegen bringen: ja wie denn, wenn die beim anschließenden Elfmeterschießen immer verlieren, weil man zuviel Defensivtraining gemacht hat und keine guten Elfmeterschützen hat. Jedoch denke ich, dass zunächst immer versucht wird, während der regulären Spielzeit die 3 Punkte für den Sieg einzufahren.


    Elfmeterschießen, dazu gehört auch immer ein Quäntchen Glück.Aber gibt´s nicht auch im Spiel manchmal "unverdiente Sieger"?


    Vielleicht macht die insgesamt höhere Anzahl an Toren bei beiden Mannschaften das Spiel sogar noch interessanter und durch das Elfmeterschießen sogar noch interessanter.


    Kinder wollen sich messen, aber für sie zählt nur der Moment des Erfolgs und Mißerfolgs. Hängen bleibt fast immer nur der Erfolgsmoment.


    Man müßte es einmal ausprobieren und anhand der Erfahrungen Entscheidungshilfen finden. Doch egal, wie das Ergebnis ausfällt, der Kern des Fussballspiels würde m.E. dadurch nicht verändert. Es ist nach wie vor ein Mannschaftsspiel, bei dem Jeder wichtig ist!

    Günter


    Die beiden Fälle kaufe ich dir sofort ab, aber wie willst du erkennen, welcher Teil vom Kind und welcher von den Eltern verbockt wird? Aber selbst dann, wenn die Einstellung von den Eltern kommt, wie willst du diese Eltern erziehen, damit das Kind regelmäßig zum Training und den Spielen kommt. Einigen Eltern ist es vielleicht total egal (Beispiel 1). Deshalb entscheidet das Kind allein: Training ist blöd, aber Spiel ist geil!


    Über Eltern, die mit der Stoppuhr am Platz stehen, wurde in anderen Themen bereits ausführlich gesprochen. Auch bei diesen Eltern wirst du große Mühe haben, ihnen einen Zusammenhang zwischen Training und Spiel klar zu machen, wenn schon ihre Argumente (wenn der Junge zum Spiel kommt, dann muß er auch spielen) im Widerspruch zum Handeln (der Junge soll lieber mit Vater und Bruder ins Schwimmbad, statt zum Training) stehen.


    Ich denke mal nicht, dass es an deinem Training liegt, weil allgemein ein größerer Anreiz zum Spiel zu kommen da ist, als zum Training. Denn Spiele sind nunmal seltener als das Training. Deshalb glaube ich, dass es hier um Kandidaten handelt, die zum Ende der D-Jugend dem Vereinsfussball Adieu sagen.


    Wie willst du es verhindern? Willst du sie zu ihrem Glück zwingen?

    Günter


    doch , dann gibts Chaos, da die Wertevermittlung in einigen Elternhäusern doch sehr brach liegt.

    :thumbup: Das behauptet dann jeder für den Anderen!


    fak
    Du bringst einen interessanten Aspekt hinein, in dem du nach dem Sprichwort: "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr" der Meinung bist, man müsse den Jugendlichen Werte fürs Leben vermitteln. Dazu seien Disziplinierungsforderungen ein wichtiges Instrument.


    Vielleicht kennst du den Film "Die Welle", worin die Unsicherheit während der jugendlichen Pubertätsphase dazu ausgenutzt wird, um stetig wachsende Disziplinierungsforderungen zu erfüllen, bis schließlich ein Menschenleben nichts mehr wert ist, sondern nur noch die Gesellschaft. Zwar wird auch hierin nicht gänzlich erklärt, wie eine ganze Gesellschaft, wie 1914 und 1939 zum Verbrechen verführt werden kann, aber es zeigt auf, wie verführbar Menschen sind.


    Wer Gutes im Schilde führt, der bedarf dazu keiner Diszplinierungsmaßnahmen, sondern den Aufbau eines stabilen und schließlich belastbaren Vertrauensverhältnisses. Besondere Diszpliierungsmaßnahmen sind in meinen Augen eher ein Sinnbild der Überforderung, vielleicht so gar eines situativen Versagens. Die Welt zu Guten verändern zu wollen, heißt nicht sie in seiner privaten Umgebung aus den Angeln zu heben, um sie perfekt zu machen.


    Kompromisse statt Strafen, denn hier gibt man dem Partner die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge einfließen zu lassen. Denn wer selbst zu einer Einsicht gelangt, der wird sie nicht so schnell ändern. Mit Gewalt läßt sich die Gewalt nun mal nicht abschaffen.


    Ich denke, Günter hat in genügend Beiträgen hier bewiesen, dass er als Praktiker mitten im Leben steht, aufgrund seines hohen Alters von nicht mehr ganz 17 Jahren über genügend Lebenserfahrungen verfügt, dass man das mit den brachliegenden Moralwerten in manchen Elternhäusern in seiner Gemeinde nicht so wörtlich nehmen darf. Sonst müßte man befürchten, dass er seinem Dorfpfarrer noch Konkurrenz machen will? :D

    Karl


    Das ist wohl auch der Grund, warum ich sehr viel Respekt vor der Arbeit der Dorftrainer habe. Sie sind weitaus mehr die Kümmerer als die sportlichen Leistungsverantwortlichen. Für mich wäre das wohl nichts!


    Aber man kann sich doch trotzdem normal verhalten oder? Mit Diplomatie und etwas Fingerspitzengefühl erreicht man sein Ziel doch auf, als wenn jemand mit der Faust in der Tasche einen ellenlangen Strafkatalog über sich ergehen lassen muß.


    Günter
    Auch eine hohes Maß an Eigenmotivation will stetig gepflegt und immer wieder neu gewonnen werden. Die Grauzone zwischen Breiten- und Leistungssport ist groß, weil wir es überall mit Menschen zu tun haben, die meist nur der Fussball und sonst wenig vereint. Deshalb bin ich mir nicht so sicher, ob man`s so deutlich voneinander trennen darf.

    Günter


    Mich bewegt die leise Hoffnung, dass mich einer verstanden hat! Wenn das Kind dei gleichen moralen Werte vom Trainer wie von den Eltern erfährt, dann gibts normalerweise gar keine Probleme.


    Versteigt sich jedoch ein überehrgeiziger Trainer darin, kindliche Begeisterungswünsche durch Dispilinforderungen zu ersetzen, die nicht einmal Erwachsene erfüllen würden (siehe Beispiele im Link für Abwesenheitsentschuldigungen aus der Seniorenkreisklasse und -liga von Rene), dann bewegt er sich je nach Altersgruppe und sozialer Umgebung auf einem dünnen Eis, was gerade noch als sinnvoll und was nicht mehr akzeptiert wird.


    Meine Bitte, überlaßt den Eltern die Erziehung und konzentriert euch auf die Aufgaben, für die ihr als Trainer in den Verein geholt wurdet!


    Notfalls beim Jugendleiter anfragen, ob Listen und die Dateninterpretation ein wirkungsvolles Hilfsmittel sind.

    fak


    Ich sehe es als Aufgabe der Erziehungsberechtigten an, ihre Kinder im normalen Umgang mit anderen Menschen zu erziehen. Sonst würden sie Begriffe wie Fairness beim Training und Spiel gar nicht verstehen.


    Als Ersatzeltern taugen Trainer nicht viel, weil sie viel weniger Zeit mit den Kindern verbringen als die Eltern. Selbst die Schule taugt da nur eingeschränkt, weil hier zu viele Kinder auf einen Lehrer zukommen und die Lehrpläne kaum zeit für ein intensives Gespräch unter 4 Augen zulassen.


    Verhält sich ein Kind beim Fussball mal anders, so kann man es darauf hinweisen. Verhält es sich generell anders, so sollte man die Eltern darauf aufmerksam machen, was für Mitspieler wie auch Trainer störend ist. Denn nur eine unmittelbare, intensive Erziehungsarbeit kann zum gewünschten Sozialverhalten führen. Dies sehe ich als Aufgabe der Eltern.


    Der Grund für unterschiedliche Trainerinterpretationen mag jedoch auch in der betreuten Altersgruppe liegen. Denn dort gibts sogenannte "pflegeleichte Jahrgänge" im unteren Jugendbereich und "schwierige Jahrgange" ab Beginn der Pubertät. Dementsprechend mögen die Bewertungen darin, was auf dem Fussballplatz und was doch besser in der Familie Thema sein sollte, unterschiedlich ausfallen. Auch das Tätigkeitsgebiet (kleiner Dorfverein, wo jeder jeden kennt oder Verein im sozialen Brennpunkt einer Großstadt) ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Aufgaben.


    Erziehung sehe ich jedoch nach wie vor im Kern als Familienaufgabe, für die es keinen guten Ersatz gibt!

    CokeFreak


    Sicherlich ist die Aussage: "Bruchteile von Sekunden kosten Millionen" nur eine kleine Zielgruppe, wo es im Falle von Sieg und Niederlage Millionen kosten kann, gerichtet.


    Mit diesem Satz: "Natürlich braucht es einen Muskel. Aber viel wichtiger ist die richtige Ansteuerung durch das Gehirn" können sicherlich mehr Trainer etwas anfangen.


    Wenn das Gehirn z.B. bei einer Drehung (rechts herum / links herum) oder noch deutlicher (das Umlaufen eines Balles vor dem Torabschluß) schon in früher Kindheit falsche Signale gibt, weil z.B. die Beidfüssigkeit nicht trainiert wurde, dann verliert man hier viel Zeit durch einen falschen Bewegungsablauf.


    Allerdings scheint die Frage berechtigt zu sein, warum in der wissenschaftlichen Darstellung der multidriektionalen Handlungsschnelligkeit nicht etwas differenzierter darauf eingegangen wird, was man unter Krafttraining im Kinderbereich verstanden wird. Zumal die Ausage getroffen wird, dass man nur dann signivikante Fortschritte erzielen könne, wenn man nicht allein mit dem eigenen Körpergewicht arbeitet, sondern dazu gezielte Hilfsmittel einsetzt. Spätenstens hier mal so mancher sich Gewichtheber-Folterinstrumente in Kinderhände vorstellen. Natürlich sollte hier angegeben werden, welche Hilfsmittel ab welchem Alter sinnvoll sind.


    Jedoch zu versehen, warum der eine Bewegungsablauf besser ist als das Andere, wurde in der Vergangenheit ein wenig vernachlässigt. Deshalb wird auch zugegeben, dass es hier noch ein weites Feld gäbe. Denn über die Ausdauer und die Messung übers Laktat wisse man schon weitaus mehr. Jedoch begnüge man sich derzeit mit Prognose von ca. 5 % Leistungsteigerung in 8 - 12 Wochen.


    Bemerkenswerter finde ich da die Aussage: die Schnelligkeit kann man nicht trainieren, sie wird in die Wiege gelegt! Zwar konnten die Zweifel an dieser These nicht vollends ausgeräumt werden, jedoch wurde angemerkt, dass auch Schnelligkeitkeit verbessert werden könne, jedoch Schnelligkeit immer im Kontext mit der geplanten Handlung zu sehen sei. Und die komme nun einmal nicht vom Muskel, sondern vom Gehirn.


    Es mag Zufall sein, aber es scheint, dass sich auch die Wissenschaft dem Ursprung der Reize, die im Gehirn stattfinden, nähern möchte, statt lediglich Statistiken über deren Auswirkungen zu liefern. Insofern ist die praktische Arbeit von Matthias und Torbjörn vielleicht von doppeltem Wert, weil sie sich sehr nah an der Praxis orientiert.


    Die Frage, was das mit Kinderfussball im Breitensortbereich zu tun hat, mag sich im ersten Moment nicht erschließen, wird doch hier über Millionen gesprochen, statt um den Spaß am Fussball. Tatsache ist jedoch, dass Fussball dann am meisten Spaß macht, wenn man auch den Ball hat. Wie man in Ballbesitz gelangt und bleibt, ist sicher nicht allein eine Frage der direktionalen Schnelligkeit, bzw. wie schnell sich das Gehirn an eine sich stetig wandelnden Aufgabe anpassen kann. Die Muskeln sind lediglich Werkzeuge dazu. Aber so, wie man sein Werkzeug pflegen sollte, sollte man auch seine Muskeln pflegen! Es ist Teil des Trainings und kann meist auch mit dem Ball am Fuss gemacht werden. Nur für Profis oder solche, die auf einem guten Weg dahin sind, gibt es Spezialisiten, die sie auch andere Hilfsmittel in dieser Aufgabe unterstützen.