Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    @AKjfv


    ich will da nichts vergleichen, sondern habe es lediglich zum besseren Verständnis angeführt.


    Vor der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga gab es in vielen Verbänden gar keinen sportlichen Unterbau in Form einer Verbandsliga. Es gibt lediglich Bezirksteams, für die man sich in den meisten Fällen nicht einmal sportlich qualifizieren mußte. Es genügte eine Anmeldung oder auch eine Wiederabmeldung.


    Die "Internatsvereine" des Frauenfussballs haben ihre Teams damals häufig in C-Jugend-Ligen spielen lassen, weil dort die gleichbleibende Qualität von Saison zu Saison besser gewährleistet war als im Mädchenbereich.


    Im C-Juniorinnenbereich gibts erst wenige Vereine, die dies auf Leistungsebene probieren. Hier auch wieder durch Teilnahme in Jungenligen.


    Ich würde es auch besser finden, wenn es überall eine C-Juniorinnen-Verbandsliga gäbe, in der die Mädchen unter sich sind, weil es dort eine hohe Leistungsdichte gibt. Aber hier zeigt schon ein Vergleich mit einem anderen Verband (NFV) auf, wie deutlich die Unterschiede sein können. Hier gibt es lediglich eine C-Juniorinnen-Bezirksliga. Die auch nur in 2 Gebieten. Darin sind ca. die Hälfte sogar nur 9-er Teams.


    Wenn ich mir das in Hessen anschaue, dann gibts dort auch nur 1 Gruppenliga (Frankfurter Raum) unterhalb der Hessenliga. Das ist einerseits zu wenig und andererseits nur von regionaler Bedeutung für den Verband, aber immerhin gibt es dort wenigstens was für talentierte C-Juniorinnen!

    Was treibt dich zu der Aussage, dass sich die Hackordnung anders gestaltet?

    Irgendwie hast du ein Problem mit der Mathematik, besser gesamt mit der Durchschnittsrechnung. Man kommt auch auf ein Durchschnittsalter von 23 Jahren, wenn die eine Hälfte 29 und die andere Hälte 17 ist. Denn nur, weil da 23 als Durchschnittaalter steht, müssen die nicht immer in etwa gleich alt sein. Bei der Datenpflege gebe ich dir recht. Allerdings werden auch die Altersangaben der älteren Spielerinnen beim Vereins- oder Mannschaftswechsel nicht zeitnah gepflegt. Das liegt meist an den Verantwortlichen in den Vereinen.


    So, nun aber zum Thema Hackordnung im Frauenfussball.


    Da gibt es 2 Hauptursachen, die Streit untereinander auslösen können.
    Die jungen Mädels haben schon nach 2 - 3 Trainingseinheiten "flotte Sprüche auf den Lippen", worauf die gestandene Frauen innerhalb von 2 Sekunden von 0 auf 100 gehen!
    Ein sehr sensibles Thema ist die Differenzierung zwischen sportlicher Leistung und dem Standing in der Mannschaft, was zunächst mit kleinen Sticheleien beginnt, dann jedoch zu einem faustdicken Krack mit anschließender Grüppchenbildung werden kann.


    Das meiste spielt sich in der Kabine ab. Der Trainer bekommt meist nichts oder erst dann etwas davon mit, wenn man sich schon irgendwie geeinigt hat.


    Es gibt auch Dinge, wo ich sagen würden, die kommen bei den Senioren gar nicht vor! So ist mir nie ein Fall bekannt geworden, in der eine Mannschaft hinter dem Rücken des Trainers und sogar des Vereins sich einen neuen Trainer gesucht hat. Bei Bekanntwerden sind Trainer und Sportliche Leitung noch am selben Tag zurück getreten. Das alles nur, weil der Verein gerne mit der Frauenmansnchaft aufsteigen wollte, endlich die passende Torhüterin dazu verpflichten konnte, aber die Mannschaft die alte Keeperin irgendwie netter fand!


    Die Frauenteams haben ein etwas höheres Harmoniebedürfnis als bei den Seniorenteams, wo sich sehr viel über die sportliche Leistung abspielt. Man kann ein Frauenteam ganz gut steuern, wenn man in regelmäßigen Abständen (4 - 6 Wochen) kleinere Veranstaltungen außerhabl des Fussballs einplant, in der die Spielerinnen kleinere "Mißverstände" in lokerer Athmosphäre austragen können. Der Trainer sollte nur nicht bis zum Schluß bleiben, weil dann schon einige Spielerinnen gegangen sind!

    @tackle20


    In deinem Link sind ja wunderbare "Schleifer-Strafkataloge" enthalten, wie sie zu Zeiten von Felix (Quälix) Magath usus waren! Herrlich auch die Konstellation in der Strafhöhe! Was man da nicht so alles durch ne Kiste Bier wieder gutmachen kann?


    Aber mal im ernst: Wer heute ein junges Teams (A-Jugend - Senioren) nicht zu motivieren versteht und stattdessen allein auf einen Strafenkatalog setzt, der ist schnell weg vom Fenster. Denn der Trainer ist dann, wenn es nicht nur um den Spaß gehen soll, fast immer das schwächste Glied in der Kette.


    Auch lassen sich die jungen Leute heutzutage nicht mir vor versammelter Mannschaft vom Trainer vorführen. Kritik also immer in Einzelgesprächen - das geht beim Strafenkatalgo schon mal nicht, weshalb es ein veraltertes Mittel zur Disziplinierung ist.


    Analysiere die Ursachen,, sprich mit ihnen, indem ihr gemeinsam realistische Ziele setzt. Wenn du dir sicher bist, dass jemand besser Runden läuft, um Tore zu schießen oder zu verhindern, dann lass ihn Runden laufen. Wenn nicht, dann probier es über ein interessantes und abwechslungsreiches Training, bei dem es jeder mit einem perfekt aufgepumpten Trainingsgerät probiert und niemand eine Minute verpassen will


    Wer gern kommt, für den hat das Training eine besonders hohe Priorität! Andererseits glaubst du, dass ein Strafenkatalog hilft, wer sich bereits innerlich schon von der Mannschaft verabschiedet hat? Wohl eher nicht?


    Etwas anderes ist ein vom gewählten Mannschaftsrat und von der Mannschaft verabschiedeten Katalog, mit der eure Mannschaftskasse gefüllt werden soll. Hier führen die Spieler deiner Mannschaft selbst Regie, sodass hier keine Front zwischen Trainer und bestimmten Spielern einer Mannschaft aufgebaut wird.


    Fast immer gelangt man in dieser Diskussion an einen Punkt, wo es unterschiedliche Ansichten über den Amateurfussball gibt oder aber unter dem Mitwirken in einer Teamsportart. Deshalb ist es wichtig vor einer Saison gemeinsam über dieses Thema von Hol- und Bringschuld zu sprechen, damit man nicht während der Saison über eine eigentlich selbstverständliche regelmäßige, pünktliche Teilnahme beim Training und den Spielen sprechen muß.


    Ziele kann man nur gemeinsam planen, wenn man sie auch erreichen will!

    Und, ohne jetzt jede einzelne Staffel durchzugehen, behaupte ich, dass das Durchschnittsalter in den unteren Klassen ebenfalls nicht höher ist und meist zwischen 20 und 23 Jahren liegen wird.

    Na, dann empfehle ich dir genau diese Recherche!


    Es hat sich dort verändert, weil früher Mädchernteams als Team in den Frauenbereich wechselten, sodass sich die Altersstruktur kaum veränderte. Heute gibt es Teams, bei denen der Altersdurchschnitt zwischen 25 - 30 ist, die übrigens auch gern unter sich sind und die Küken gar nicht wollen. Dann gibts noch die sehr jungen Teams, die meistens mit einer Gönner verbunden sind und natürlich die Teams, bei denen eine Hälfte zwischen 17 - 20 und die andere Hälfte zwischen 25 - 30 ist.


    Im Profibereich ist der Altersdurchnitt bei den Frauen auf einem etwas jüngeren Alterslevel mittlerweile relativ konstrant. Aber auch dort kann es vorkommen, dass 2 - 3 ältere Spielerinnen sich wie Platzhirsche aufspielen, dadurch ein aufgeheiztes Klima entsteht, denn die Hackordnung in einer Frauenfussballmannschaft gestaltet sich komplexer als im Männerfussball.

    @haircut


    Wie es sich auf den ersten Blick anhört, habt ihr es eigentlich gut im Griff? Was mich ein wenig wundert, dass ihre Freundinnen scheinbar kaum eine Rolle spielen? Wichtig ist, dass für sie der Spaß an oberster Stelle steht.
    Das Zweitspilerecht wurde eingeführt, um eine sporltiche Lücke zu schließen, die insbesondere bei den Mädchen häufiger vorkommen kann, weil es weniger Mannschaften gibt. Sollte es zu Terminüberschneidungen kommen, gilt die Teilnahme beim Zweitrechtspielverein als nachrangig. Je nach dem, wie gut ihre Leistungen sind, kann es später noch zu größeren Distanzen kommen, obwohl die B-Juniorinnen-Ligen 3-gleisig sind.


    Ich finde es toll, dass ihr das Hobby eurer Tochter so gut unterstützt. Aber seit weiterhin wachsam, damit ihr Verhältnis zum Fussball weiterhin ein gutes bleibt!


    @alle
    Den Teilbereich gibt es nur in der Mädchen-Talentförderung. Es ist ein "Zwischending" zwischen Kreisauswahl und der Verbandsauswahl, bei der die talentiertesten Mädchen aus versichiedenen Kreisen gefördert werden. Seit ein paar Jahren gibt es zusätzlich DFB-Stützpunkte für Mädchen. Die Verbandsauswahl startet ab der U 12. Der Level der Bezirksliga-Mädchen kann nicht mit denen im Jungenbereich verglichen werden, weil die Leistungsstreuung bei den Mädchen deutlich größer ist. Erst ab dem B-Juniorinnen gibt es den Leistungsfussball, wie wir ihn von den Jungen her kennen.

    Zum einen ist es Mädchen auch erst im zweiten B-Juniorinnen-Jahr möglich für die Frauen zu spielen, zum anderen ist das Durchschnittalter von Frauenmannschaften geringer als das der Männer, sodass deine These „Hier treffen B-Juniorinnen auf Frauen, mit denen sie kaum gemeinsame Interessen außerhalb des Fußballs verbindet“ Quatsch ist.

    In Bezug auf die Bundesligen stimmt deine Aussage bedingt. Dies ist u.a. ein Verdienst der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga. Leider gibt das Durchschnittsalter nicht viel her, denn hierbei kann trotzdem die eine Hälfte deutlich älter sein als die andere Hälfte.


    Aber man kann die Altersstruktur vom Männer- und Frauenfussball auch sonst nicht vergleichen. Es gibt kaum Frauen jenseits der 30, die noch Leistungsfussball spielen.
    Bei den Männern kommt das häufiger vor (u.a. hat der FC Bayern ein Durchschnittsalter von 28,7 Jahren).


    Wie bereits erwähnt, gibt es bei den Mädchen keine A-Juniorinnen-Leistungsliga, weshalb die talentierten B-Juniorinnen dorthin wechseln. Diese 17-Jährigen drücken das Durchschnittsalter, es sagt jedoch nicht aus, das es nicht auch dort bis zu 10 Jahre ältere Spielerinnen gibt, mit denen man keine gemeinsamen Gesprächsthemen gibt?


    D.h. junge Spieler/innen machen ihre Entscheidung zu einem anderen Verein zu wechseln davon abhängig, wie dort die Altersstruktur ist. Hinzu kommt, ob der Trainer gern mit jungen Talenten arbeitet oder lieber auf fertig ausgebildete Spieler/innen setzt?


    Bei den hochtalentierten Jungen gibt es häufig Spielerberater, die primär finanzielle Interessen haben. Die Mädchen haben keine Berater, weils auch fast kein Geld zu verdienen gibt. Deshalb gibt es bei ihnen andere Entscheidungsprämissen.


    In einem anderen Thread meinte ein Trainer, bei ihm wäre es alles anders! Es stellte sich jedoch heraus, dass sein Verein nicht repräsentativ sein konnte, weil die Rahmenbedingungen in seinem Verband deutlich anders waren.


    Wäre toll, wenn wir uns darauf einigen könnten, anderen Meinungen nicht als "Quatsch" zu bezeichnen, um das Theam diskutierfähig zu halten!

    Mir kommt das so vor, dass hier gedacht wird, dass man einen Eimer voll Wasser mit einem Loch hat. Man muss nur oben genug Wasser hinzufügen (G-Jugendspieler), dass man am Ende noch Wasser (für die A-Jugend) hat.

    Genau diese Situation ist deshalb entstanden, weil es früher genügend geburtenstarke Jahrgänge gab und man sich sicher sein konnte, dass man auch so jährlich genügend Nachwuchs bekommt, von denen trotz Vernachlässigung immer noch ausreichend Spieler in den Seniorenbereich ankommen.
    Aber durch andere Freizeitalternativen und das Einbrechen der Jahrgangszahlen haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Zunächst im Breitensportbereich und zeitlich verzögert wird es die NLZ erreichen.


    Denn solange man sich nicht ausreichend um die kümmert, die vorzeitig wieder aufhören, weil ihnen der Spaß am Fussball nachhaltig genommen wurde, solange nützt es uns auch wenig, die Erfolge der Vergangenheit zu feiern und mit einem "Weiter so" die Probleme zu verdrängen.


    Da spielt es fast keine Rolle mehr, ob man ein Vereins- und Jugendkonzept hat, wenn es keine guten Antworten auf akutellen und zukünftigen Wünsche des Nachwuchsbereichs gibt. Denn nur dieser Bereich sichert die Zukunft eines Vereins im Bretensport!


    Ich denke, es bräuchte mehr mutige Trainer, die als selbstverständlich angenommene Handlungsweisen hinterfragen, um von einem schlechten Istzustand zu einem besseren Soll-Zustand zu gelangen! Sei weiterhin neugierig und kritisch!

    Möchte mal gerne den Spieler sehen, der am letzten Spieltag durch eine Niederlage nicht den Aufstieg schafft. Der wird bestimmt nicht sagen: trainer, alles gut, Hauptsache wir hatten Spaß. oder im kreispokal Finale verloren,,,,, egal wir hatten aber spaß.

    Kommt drauf an: wenn der Trainer dafür gesorgt hat, dass sie dabei Spaß hatten, dann wird das in einem Zusammenhang mit dem Titel gesehen. War man aber froh, den Trainer endlich los zu sein, dann wird auch der Titel schnell in Vergessenheit geraten.


    So ein Titel ist für den Einzelnen ohnehin schwer zu fassen, weil ihn ja die Mannschaft erreicht hat und der Pokal in dem Vereinsheim steht. Auch die Spieler trennen sich danach in unterschiedliche Mannschaften. Was bleibt davon noch zur neuen Saison hin?


    Auch als Trainer ist es allenfalls ein kurzer Moment der Freude, dann schon bald gilt es sich mit dem neuen Kader auf die kommende Saison vorzubereiten.


    Ob und was davon in Erinnerung bleibt ist ungewiß? Haben in dieser Saison Spaß und Erfolg die Waage gehalten, wird man sich gern erinnern. Ist man froh, den Trainer endlich losgeworden zu sein, dann wird vermutlich das als persönlicher Erfolg gewertet werden. Allerdings gibt es in dieser breiten Range jede Menge an Einzelpunkten, die positiv oder negativ gewesen sein könnten. Hier lohnt vermutlich für den Trainer eine Analyse, was man besser machen kann? Denn der Erfolg in der Vergangenheit beruht ja auch aus dem Versagen der Gegner und garantiert deshalb noch lange nicht die Wiederholbarkeit, wenn man aus eigenen Fehlern nichts lernt.

    Das Geheule mit den Regionalligen kann ich nicht mehr hören und finde es lächerlich.

    Es ist sicher nicht einfach, ein allgemeingültiges Urteil darüber zu sprechen.


    Denn sicherlich gibt es auch Vereine, die sich allein aus Imagegründen gern der Regionalliga sehen. Schließlich war das früher mal die direkte Liga unterhalb der Bundesliga! Da bekommt man eher das Interesse der Sponsoren!
    Dann gibt es die zweiten Vereine, die ihren Nachwuchs in dieser Liga den letzen Schliff verpassen wollen! Auch für sie kommt ein Aufstieg in die 3. Liga nur dann infrage, wenn der dafür erforderliche Unterbau in Kombination mit einer ausreichenden finanziellen Unterstützung gewährleistet ist und das Konzept auch in den letzten Jahren erfolgreich war.
    Sponsorenvereine wie der RB Leipzig stellen einen Sonderstatus da, weil es hier darum geht das vorgegebene Konzept mit professionellen Management schnellstmöglich in den höchstmöglichen Fussball zu führen.
    Schließlich kommen neue und besonders erfolgreich agierende Vereine wie Lotte, aber auch Vereine mit langer Tradition im Profifussball, die dank verbesserter Strukturen einen zweiten Anlauf starten wollen. Denen wird man mit den Zufallsspielen einer Relegation trotz Meistertitel nicht gerecht!


    Es ist eigentlich normal, dass man in mittelfristigen Schritten (alle 2 - 3 Jahre) überprüft, ob zwecks weiterer Optimierung an bestimmten Stellschrauben gedreht werden sollte. Dabei sollten durchaus diverse Alternativen gemeinsam mit den Verantwortlichen aus der 3. und 4. Liga diskutiert werden. Denn von Präsidentendekreten ohne Beteilgung der Öffentlichkeit hat man eigentlich die Nase voll!

    Weiterer Grund für mich, ab D-Jugend wird es oftmals leistungsorientiert.

    Von welcher Leistung sprichst du? Leistungsorientiert heißt doch, dass man konkrete Ziele damit verbindet. Diese Ziele werden allenfalls durch Ligazugehörigkeit und Tabellenrang beeinflußt, können jedoch selbst nicht als Merkmale dienen, sondern lediglich aus konzeptionellen Vorgaben und entsprechender Leistungsanalyse einzelner Spieler?


    Nach längerer Beobachtung hie im Forum habe ich die Vermutung, dass über 90% aller Trainer, die von sich behaupten leistungsorientiert zu trainieren gar nicht wissen, um was es überhaupt geht. Allerdings begründen sie ihre Entscheidungen damit: " ... weil wir ja leistungsorientiert arbeiten ..."


    Vermutlich begündet sich ein Teil des Drop-Out in der D-Jugend daraus, als dass man nach eigenem Ermessen und deshalb ohne Kenntnisse einer altersgerechten Trainerarbeit selbst der Verursacher eines massenhaften Dropout ist, weil bereits in einer frühen Findungsphase ein nicht nachvollziehbarer Druck auf die Kinder ausgeübt wird und dabei der Spaß leicht verloren gehen kann.


    Man kann alles das, was im Zeitraum der D-Jugend erlernbar ist, sehr gut ohne Erzeugung eines Leistungsdrucks vermitteln. Nach vielen Jahren der Erfahrung würde ich sogar sagen, es funktioniert weitaus besser in einem angstfreien Umfeld, weil hier erst gar keine Angst vor Fehlern erzeugt wird. Alles, was hierbei entsteht ist eine freiwillig erbrachte Leistung, zu deren Entfaltung ihr günstige Rahmenbedingungen geschaffen habt.


    Streicht also "Leistung" aus dem Kinderfussball, wenn ihr Leistungsfussball für den anderen Altersbereich damit meint!

    @sambajaeger


    Vielen Dank für deinen Beitrag. Den Hinweis von @Sir Alex, ich möge für ihn die Studien heraussuchen, weil er selbst dafür scheinbar zu bequem ist, nehme ich mitlerweile auch gar nicht mehr ernst. Wer will, der kann diese Studien selbst googeln. Vielleicht sollte man mal den Spieß umdrehen und der Kollege kann uns glaubhaft versichern, dass die Defizite in seinem NLZ nicht vorhanden sind? Aber eigentlich ist es besser, wenn wir das Thema diskutierbar halten, anstatt gegeneitige Vorwürfe zu erheben?


    Vielleicht hat jemand kürzlich die Diskussion auf Sport1 verfolgt, in der u.a. Volker Finke, Maurizio Gaudino, sowie Herren vom "Kicker" und dem DFB über die Nachwuchs-Entwicklung diskutierten. Im Zusammenhang mit der Frage, warum der Sohn von Mehmet Scholl aufgrund des nicht mehr erträglichen Leistungsdruck von den Bayern zur Regionalliga nach Nordhausen gewechselt wurde un dieser als Begründung meinte, er sei auch dem ganzen Hyp nicht mehr gewachsen gewesen, weil es schon anfing, als er noch ein Kind war, kommentierte der DFB-Funktionär es: "wenn ich das Spiel einer U 12 oder U 13 eines NLZ besuche und die Augen schließe, dann habe ich das Gefühl bei einer U 16 oder U 17 zu sein. Das Coaching ist gar nicht altersgerecht. Damit fängt es schon an! (Wenn man sich so manches Coaching im Bambini-Bereich anhört, gelangt man zu ähnlichen Ergebnissen. Aber hier ist auch Unwissenheit und nicht allein Ergebnisgeilheit als Ersatz für Ausbildung die Ursache.)


    Volker Finke ergänzte, dass wenn es nach ihm ginge, eine Selektierung für ein NLZ frühestens ab der U 15 erfolgen sollte. Er sei seinerzeit (nach den kläglichen Ergebnissen von 1998 und 2000) im Gremium gewesen, welches die Maßnahmen zur Verbesserung der Talente für zukünftige Nationalteams erarbeitet habe. Darunter seinen auch die NLZ gewesen. Allerdings hätte man damals noch nicht geahnt, was die Vereine daraus machen. Hierbei nannte er als Beispiel, dass die NLZ-Trainer nicht nach Qualifikation und Ausschreibung eingestellt würden, sondern weil einer einen kennt, der widerum der beste Freund vom Schwager des Arbeitskollegen ist. Auch sei man seinerzeit davon ausgegangen, als das es um die Ausbildung von Talenten im ortsnahen NLZ ginge, aber doch nicht aggresv abgeworben. Dazu meinte der Herr vom Kicker, das ihm bekannt geworden sei, wie Eltern der besten Talente mit 4-stelligen Monatsbeträgen geködert würden. (eigene Anmerkung: grenznahe NLZ wie Twente haben darauf reagiert und vertraglich verankert, dass das aufgenommene Talent vor Abschluß der Ausbildung nur mit ausdrücklicher Vereinsgenehmigung den Verein verlassen darf.)
    Von der Redaktion wurde eine Statistik gezeigt, wonach es zu Beginn der Förderung ca. 150.000 Jahrgangsspieler gibt, von denen ca. 4000 einen DFB-Stüzpunkt besuchen und ca. 800 im NLZ weiter ausgebildet werden. Davon erhalten jährlich ca. 25 Spieler einen Profivertrag in der Bundesliga. Die Quote würde zwischen 3 und 4 % liegen. Auch diese starke Reduzierung würde dafür sprechen, die Ausbildung für den Profibereich zu starten. Denn derzeit würden jährlich ca. 800 Spieler mit dem Willen in ein NLZ gehen, einmal Profi zu werden. Weil aber fast alle Spieler dieses Ziel niemals erreichen, würde sehr viel Frust zurück bleiben, den man verringern könnte, wenn die Bündelung etwas anders erfolgen würde.

    TW-Trainer: der Fließbandarbeiter hat aber direkte Auswirkungen auf den Schlipsträger (z.B. Rückrufe in der Automobilindustrie). Wenn der Schlipsträger allerdings von Drohnen und selbstfahrenden Autos spricht, wird es den 50 jährigen Fließbandmitarbeiter nicht mehr so sehr interessieren, weil er nicht davon betroffen ist - und der 20 jährige bekommt evtl. Zukunftsängste. Der Zeithorizont ist aus meiner Sicht schon sehr entscheidend.


    Und zum Ansehen: ich genieße hohes Ansehen, weil ich in unserem Verein die höchste Lizenz habe - und ja, ich bin auch der, der auf Verstöße gegen die eigenen Ansprüche hinweist (z.B. jeder spielt die gleiche Zeit, es geht nicht nach Leistung, wir spielen im Jahrgang zusammen usw.)


    Ja, selbstverständlich hat der Fließbandarbeiter das auszubaden, was der Schlipsträger verbockt hat. Um es auf den Verein zu übertragen: wenn der Trainer der 1. Senioren sowie Geld bekommt, dass für den Trainer der G-Jugend nichts mehr übrig bleibt, dann spürt der G-Jugend-Trainer die Auswirkungen unmittelbar.
    Normalerweise ist der Ausbildungsgrad eines Schlipsträgers etwas größer als der des Fließbandmitarbeiters, weshalb letzterer bei seinen beruflichen Erfolgsaussichten schlechtere Karten hat.


    Wenn bei euch allerdings der G-Jugend-Trainer eine bessere Ausbildung genommen hat als der Trainer der 1. Senioren und den Anderen, dann ist das aussergewöhnlich. Vielleicht wäre es dann besser die Plätze zu tauschen :) ?


    --------------------------------------------
    Eine Vereinssatzung soll die elementaren Dinge zur Bedeutung des Vereins beschreiben. Die Inhalte sind jedoch nicht als Floskeln zu verstehen und auch nicht in des Wortes Sinne, sondern es ist jeweils die Bedeutung der Satzungsteile zu hinterfragen.


    Ein Ausbildungskonzept sollte ebenfalls "allgemeine Richtlinien" beinhalten und dort, wo man sich unterscheiden möchte, so präzisieren, dass es für jedermann eindeutig nachvollziehbar ist. Durch regelmäßige Überprüfung sollte sichergestellt werden, dass die Inhalte den allgemeinen Interessen der Zeit angepaßt werden.


    Wenn der Vorsitzende die Bürger des Staates durch Steuerhinterziehung um Millionen betrogen hat, dann wird die Satzung eben geändert. Wenn ein Jugendtrainer im "erweiterten Fühungszeugnis" einen Eintrag hat, dann wird die Satzung nicht geändert. Dabei gilt für Beide, dass sie nach Verbüßung ihrer Straftat alle bürgerlichen Rechte zurück erhalten und nicht benachteiligt werden dürfen, weil unser Rechtssystem nicht auf Rache (wie z.B. in den US-Staaten mit Todesstrafe), sondern auf Integrationsmöglichkeit in die Gesellschaft beruht. Dennoch dürfen die Mitglieder selbst entscheiden, weil der Gesetzgeber die Satzungsautonomie gewünscht hat und lediglich das gemeinnütige Interesse betrachtet.


    Wenn die Generalversammlung beschließt, einen Interessenten als Mitgied aufzunehmen und einem anderen den Beitritt zu verweigern, dann kann sich der abgelehnte Bewerber nicht per Gerichtsurteil in den Verein hineinklagen. Ja, er hat nicht einmal ein Recht darauf, die Gründe seiner Ablehnung vom Verein zu erfahren.


    Ich denke mal, unter diesem Hintergrund wird einigermaßen klar, dass man eine ganze Menge in eine Satzung (und in ein Ausbildungskonzept) hinein schreiben kann, wenn die Mitglieder zustimmen.

    Meiner Meinung nach sollte es 4 Regionalligen geben. Der Meister geht hoch.
    4 Absteiger für die 3. Liga sollten tragbar sein.

    Das wäre eine gute Alternative bei weiterhin eingleisiger 3. Bundesliga.
    Nür würden vermutlich einige Verbände Alarm schlagen, weil es dann Veränderungen der Teilnehmervereine in den Regionalligen und darunter gibt.


    Diese Veränderungen wären bei einer 2-geteilten 3. Bundesliga nicht erforderlich.


    Allerdings bin ich auch der Meinung, dass sich der DFB und die Verbände nicht durch eine Petition abschrecken lassen. Die versuchen ja sogar das Gerichtsurteil eines Oberlandesgerichts zu ignorieren.

    Es ist schwer den Fussball in China mit unseren Vorstellungen ausreichend zu verstehen?


    Es ist nicht allein die Zahl von potenziellen Nachwuchsspielern, die beeindruckt. Allerdings entscheiden sich viele Eltern der 1-Kind-Familien nach wie vor für andere und in China belieberte Sportarten. Das soll sich ändern.


    Auch der Alltag eines Profis stellt sich etwas anders dar als hier in Europa. Da sitzt dann auch eine Profi-Mannschaft alle 14 Tage in einer 50 Jahre alten Propellermaschine, um zu einem mehrere Tausend km entfernten Punktspiel durchgeschaukelt und von ständigen "ungesunden Geräuschen in der Maschine" schon genervt am Zielflughafen anzukommen. Für Leute mit Flugangst und Vorstellung von europäischen Standards ist das schon mal nichts!


    Das Publikum (manchmal Werksarbeiter des milliärenschweren Clubbesitzers) kennt sich wenig mit Fussball, dafür aber umsomehr mit Jubeltiraden aus. Fussball sieht man als belustigende Inszenierung. Nur für den Clubchef zählen Tore, Punkte und wenn möglich auch mal ein Sieg gegen ein ausländisches Team.


    Weil ich China jedoch als Weltmacht auf allen Gebieten sieht, will man auch in der Sportart Fussball Weltruhm erlangen. Nachdem mit bisherigen Mitteln nur wenige Trainer und Spieler dorthin gelockt werden konnten, greift man tiefer in die Portokassse, um endlich die gewünschten Idole für die Jugend zu bekommen.


    Mit wenigen Ausnahmen sind bislang nur solche Trainer und Spieler dorthin gewechselt, denen nachgesagt wurde, sie hätten ihren Leistungshorizont bereits überschritten und seien nur deshalb nicht in die USA gewechselt, weil in China noch mehr Geld gezahlt wird.


    Ließe sich der Ruhm einfach importieren, dann gäbe es sicherlich weniger russische Millirdäre als Clubinhaber oder Hauptsponsor in den mittel- und südeuropäischen Topclubs. Das wissen auch die Chinesen und setzen deshalb auf ein langfristiges Konzept.

    Ach, das will ich gar nicht mal sagen, das es blinder Aktionismus ist.


    Wer Meister ist, der sollte auch Anspruch auf einen Aufstieg haben. Im aktuellen Regelwerk müssen jedoch die jeweiligen Meister der Regionalligen zunächst noch eine Relegation spielen. Die Bedeutung des Meistertitels wie der einer Relegation gehen m.E. dabei verloren. Bei den 3 letzjährigen Relegationspaarungen entschied jeweils 2 x lediglich ein einziges Tor beim Hin- und Rückspiel über den Aufstieg.


    Es ist den Verantwortlichen leider nicht gelungen einen passenden Übergang von der Regionalliga in die 3. Bundesliga zu schaffen. Darunter hat auch die 3. Bundesliga zu leiden, die schon heute bei 20 Teams zur einer "Marathonliga" geworden ist.


    Vermutlich wäre es besser gewesen, die 3. Bundesliga zunächst 2-gleisig zu starten, sodass jeder Regionalligameister für einen Aufstieg planen kann, anstatt aufgrund des späten Entscheidungstermins schon beim Start in die 3. Bundesliga gegenüber den anderen Teams, die dort schon sind, ins Hintertreffen zu geraten.


    Ich sehe aber die Relegation als nachträglich verdiente Chance an, den Klassenerhalt oder den Aufstieg zu schaffen. Diese Relegation findet jedoch nur zwischen der 1. und 2. sowie der 2. und 3. Bundesliga statt.


    Man mag argumentieren, dass die Hürde vom Amateur- in den Profifussball bewußt hoch angesetzt habe. Aber schaut man sich einmal die Spitzenteams der Regionalligen an, dann befinden sich darin überwiegend Clubs mit semiprofessionellen Strukturen, sodass hier nicht von sportlichen Abenteuern gesprochen werden kann, wenn sie auf Basis einer guten und soliden Planung erfolgt.


    Dass bei dieser Petition überwiegend die Fans der betroffenen Regionalligateams abstimmen, läßt sich recht gut am geografsichen Cluster erkennen und sollte wenig verwundern.

    @let1612


    Vielen Dank für deine Erläuterungen. Dann habe ich es wohl mißverstanden.


    Leider ist es auch wohl so, als das der 1. Mannschaft und deren Verantwortlichenstab im Vorstand die G-Jugend egal ist, was schließlich auch zu den Problemen führt, die du danach beschreibst.


    In einer Fabrik interessiert sich ein Fließbandmitarbeiter auch nicht dafür, was ein "Schlipsträger" den ganzen Tage über macht, weil er selbst am Ende der Fahnenstange das bekommt, was ihm die Herren mit dickem Firmenwagen noch übrig lassen.
    Wenn sich aber der Fließbandarbeiter und der Geschäftsführer nur für ihren Teil der Arbeit verantwortlich fühlen, dann gibt es keine Gesamtverantwortung und somit sind kurz-, mittel- wie auch langfristige Ziele ungewiss. Der Unterschied ist jedoch in seiner Handlungskonsequenz gravierend: Der Fließbandarbeiter nicht so schnell seiner Wege gehen, weil er immobil ist und Angst vor Veränderungen hat. Der Geschäftsführer wird sogar noch mit einer dicken Abfindung zum Wechsel gelockt.


    Ähnlich ergeht es dem G-Jugend-Trainer, der sich wenig in der Vereinsfussballwelt auskennt und dem deshalb geringe Fachkompetenzen nachgesagt werden. Die Mitgliedern der 1. Mannschaft können jedoch zum nächsten Verein weiterziehen, sobald ihnen besseres Angebot vorliegt.


    Selbst wenn es im Amateurfussball um eine Interessentensgemeindschaft zur Freizeitgestaltung geht, ist eine erfolgreiche Arbeit leichter möglich, wenn sich jeder für den gesamten Verein interesssiert, wodurch sich dann auch die Gründe für ein Geben und Nehmen erklären lassen.

    @totog


    Deine Schilderungen decken sich weitgehend mit der von mir verlinkten Diplomarbeit:


    "Aus der anschließenden Interviewanalyse im fünften Kapitel der Arbeit geht hervor, dass die Fußballbiographie der befragten Frauen in drei Stufen eingeteilt werden kann. Sie beginnen als Kinder in einer gemischtgeschlechtlichen Mannschaft. Im Alter von ungefähr 13 Jahren bilden sie homogene Mädchenteams und schließlich als Erwachsene verlassen sie wiederum die Jugendmannschaft, um in einem Frauenfußballteam zu spielen. Der Prozess vom Fußball zum Frauenfußball verläuft somit stufenweise.
    Die Interviews zeigen, dass der Kontakt der Mädchen mit Fußball ohne Intention entsteht. Das Mitspielen bei Jungen in der Nachbarschaft, beim Bruder oder Vater passiert selbstverständlich. Dabei werden die Mädchen von Personen motiviert, die ihnen nahestehen.
    Die Spielerinnen ergreifen nicht die Initiative, weil sie sich für Fußball interessieren und deshalb die Sportart erlernen wollen, sondern der Fußball bietet sich an. Eine Annahme zu Beginn der Studie war, dass viele Frauen Fußball spielen möchten, dies aber wegen gesellschaftlicher Vorbehalte oder fehle an der Infrastruktur nicht können. Diese These hat sich nicht bestätigt. Die Mädchen landen eher versehentlich oder zumindest zufällig beim Fußball, ohne sich stark dafür einsetzen oder gegen Vorbehalte auflehnen zu müssen. Auch die Reaktionen des Umfelds auf das fußballerische Engagement der Spielerinnen sind
    überwiegend positiv. Die Fußballerinnen werden von Familie und Freunden anerkannt und, falls nötig, auch unterstützt. Der Eintritt in den Fußballverein wird als passiver Akt dargestellt. Der Trainer der jeweiligen Jugendmannschaft kommt auf die Mädchen zu und lädt sie ein mit zu spielen. Daraufhin trainieren die Mädchen in einer Jungenmannschaft mit bis sie in ein reines Mädchenteam wechseln müssen. Interessant ist, dass dieser Übergang für die Befragten ein bedeutender Einschnitt in ihrer Fußballbiographie zu sein scheint, da alle Fußballerinnen darüber gesprochen haben, obwohl in den Interviews nicht
    danach gefragt wurde. Der Wechsel wird als eine externe Vorschrift dargestellt, der man sich unfreiwillig ergeben muss, obwohl man sie selbst für unnötig und störend hält"


    Wo Männer es als "Modeerscheinung" beim Motiv zum Start und zur vorzeitigen Beendigung der Mädchen im Vereinsfussball findet in Wahrheit eine sehr vile deutlichere Veränderung statt als sie die altersgleichen Jungen wahrnehmen.
    Den Mädchenfussball auf die Maßstäbe der Tradition aus dem Schülerfussball zu kopieren hat scheinbar zu Iritationen der Beteiligten geführt, aus denen sich die unterschiedlche Wahrnehmungen der Verhaltensweisen erklären lassen. So muß sich kein Junge mit der Frage beschäftigen, von heute auf morgen in ein Mädchenteam zu wechseln, umgekehrt aber schon! Auch ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen dem Klein- und Großfeldfussball, weil die Mädchen weniger dynamisch spielen, wodurch es für die Beteiligten langweilig werden kann.


    Die Frage, ob Mädchen spielen wollen wie Jungen und Frauen so wie Männer läßt sich zwar nicht eindeutlig klären, weil es darüber noch zu wenig gesicherte Daten gibt. Aber es besteht der begründete Verdacht, dass es durchaus Unterschiede in den Erwartungen gibt.

    Nicht die Amateure sondern die Kinder brauchen die Kohle.

    Es gibt durchaus auch im oberen Amateurbereich Vereine, in denen es einen eigenständigen Senioren- und Juniorenbereich, die über einen eigenen Etat verfügen können. In meinen Erfahrungen führt diese Trennung jedoch zu einer Verschiebung der Probleme auf andere Ebene. So führt die Trennung der Prioritäten nicht selten zu einem Mangel an Durchlässigkeit der Jugendlichen in den Seniorenbereich. Denn weil sich die Verantwortlichen des Seniorenbereichs aufgrund ihrer Eigenständigkeit gar nicht um die Junioren kümmern müssen, holen sie sich lieber von ausserhalb "fertige Spieler", als den eigenen Jugendlichen die Zeit und Geduld zu geben, sich im Seniorenbereich heran zu tasten.


    Als Verein auch "eine Familie zu sein", bietet eine große Anzahl an Vorteilen! Denn gemeinsam unter einem Dach zu leben fordert alle Interessierten dazu auf, miteinander gute Kompromisse zu suchen, anstatt lediglich Vorurteile über den jeweils anderen Bereich zu pflegen.


    Es gab vor ca. 20 Jahren auch in Großunternehmen das Projekt, es in viele kleine Profitcenter zu zerschlagen mit dem Ziel der Kostenersparnis und einer vermeintlich höheren Flexibilität. Die Kostenersparnis bestand im wesentlichen darin, dass man so einen Teil der Mitarbeiter in niedrigere Lohngruppen integrieren konnte. Weil nunmehr für vergleichbare Tätigkeiten unterschiedliche Gehälter gezahlt wurden, verlor man das Know-How im mittleren Management in den niedriger bezahlten Bereichen binnen 12 Monaten.
    Auch zog man sich über diese Profitcenter viele kleine "Könige" heran, die sich gar nicht mehr mit dem Gesamtunternehmen identizierten, sondern nur dann gute Zahlen liefern konnten, wenn sie dabei Aufgaben mit geringer Wertschöpfung auf andere Profitcenter verteilen konnten.


    Sehr schnell entwickelten sich Zielgebiete, die für ein Gegeneinander sprachen. Zurück blieb ein Scherbenhaufen durch verloren gegangenes Image und Vertrauen nicht mehr eine Familie zu sein! Die zunächst eingesparten Personalkosten wurden mittelfristig durch Brüche in den großen Wertschöpfungsketten aufgefressen. Denn wenn vorher die linke Hand nicht wußte, was die Rechte tat, an fehlte es in allen Fingergelenken an der nötigen Vision des gemeinsamen Handelns! Auf diese Weise wurden Probleme ausgesessen, statt nachhaltig gelöst.


    Weil auch Betriebe langfristige Visonen besitzen, lassen sich anhand von Entscheidungen und ihre Auswirkungen einige Parallelen zu Vereinen erkennen.

    Ich mach jetzt in Ruhe meinen Teamleiter Kinder und dann zieh ich weiter.

    Das ist in meinen Augen eine gute Entscheidung! Denn durch die Erhöhung deiner Fachkompetenz gelangst du in die Lage "das Heft des Handelns" selbst in die Hand zu nehmen.


    Gerade im unteren Jugendbereich gibt es sehr viele Elterntrainer, deren einziger Lichtblick darin besteht, sein Kind beim Hobby zu unterstützen, doch vergessen, dass auch alle negativen Randerscheinungen innerhalb des Verins tief ins Familenleben einfließen und so einen immer größeren Raum des Austausches negativer Erlebnisse einnimmt. Ja selbst Freundschaften können daran zerbrechen, weil eine regelmäßige Kontaktpflege aufgrund der Zeit und insbesondere der Sorgen im Fussball zunehmen.


    Da ist es gut, sich von Zeit zu Zeit ein stückweit vom Tagesgeschehen zurück zu nehmen, um über den Tellerrand hinaus zu blicken, um möglicherweise an den Stellschrauben seines persönlichen Glücks im Fussball zu drehen. Gerade in diesen Aus- und Fortbildungsseminaren lernt man über andere Trainer auch das "Innenleben" in anderen Vereinen kennen und erhält auf diese Weise Entscheidungshilfen.


    Wer als Trainer eine Karriere im Heimatverein plant, dem kann ich es ans Herz legen, eine Zeit in einem anderen Verein zu verbringen, um dort das zu erlernen, was ihm im Heimatverein sonst fehlen würde. Einer der häufigsten Hintergründe, warum Vereinsverantwortliche einen wechselwilligen Trainer gern als "Wandervogel" titulieren ist die Angst davor, das diesen Trainern im neuen Verein die Augen geöffnet werden, sodass sehr viele Argumente entstehen, warum man die Verantwortlichen im Heimatverein auf Mangel an Intellekt und Kompetenzen als "Nieten in Nadelstreifen" bezeichnen kann.


    Seinen eigenen Weg zu gehen heißt ja nicht die Meinungen und Ansichten von anderen nicht zu respektieren, sondern abzuwägen, welche Ambitionen man hat.

    Warum sind wir immer in der Zukunft? Die Gegenwart ist JETZT!

    Du hast sicherlich recht, dass ein Ziel immer auch die Gegenwart zu berücksichtigen hat, aber an deinem Vorschlag, nicht den Erhalt des Vereins, sondern das Image des Vorstands als einziges und kurzfristiges Ziel auszugeben, sich schnell viel Geld vom Sponsor zu holen, der dafür Leistungen sehen will, sind schon viele Vereine kaputt gegangen.


    Aber mit kurzfristigen Zielsetzungen treffen wir durchaus den Nerv der Gesellschaft. Ca. 10 % der Bevölkerung ist aufgrund kurzfristiger Zielsetzungen soweit verschuldet, als dass nichts anderes als eine Privatinsolvenz möglich ist und nicht einmal die nachfolgende Generation den Schuldenberg abtragen kann. Darunter befindet sich übrigens leider auch Ex-Profi-Spieler, die während ihrer Aktivenzeit nicht gelernt haben mit Geld umzugehen.


    Die Verlockung kurzfristige Ziele den mittel- und langfristigen Zielen vorzuziehen ist in unserer Gesellschaft sehr groß.

    Warum sind wir immer in der Zukunft? Die Gegenwart ist JETZT!

    Damit verbindet man ebenfalls die Aussage: "Nach mir die Sintflut"! Denn wenn Plan A nicht funktioniert, weil man sich verspekuliert hat und es keinen Plan B gibt, dann bricht so ein Konzept in sehr kurzer Zeit zusammen.


    Auch wenn sich der Fussball wandelt, braucht es für ein stabiles Vereinsgerüst zuverlässige Ziele, in denen sich Entscheidungen ableiten lassen. Der weitaus mühsamere Weg sind Einzelentscheidungen, deren Hintergründe meistens nicht ausreichend korrespondiert werden und deshalb wilde Gerüchtewellen auslösen können.


    Als langfristiger Plan sollte m.E. immer der Erhalt es Vereins im Mittelpunkt stehen und als Vision die kontinuierliche Weiterentwicklung des Gesamtvereins. Mittelfristige Ziele sollten die Inhalte soweit konkretisieren, als dass sie jedem aktiven wie passiven Mitglied als Leitfaden dienen, unter deren Prämissen die Vereinsverantwortlichen ihre Aufgaben zu verrichten haben.


    Kurzfristige Ziele (z.B. für eine Saison) sollten in berechtigten, aussergewöhnlichen Veränderungen die Ausnahme dastellen. Denn kurzfristige Ziele widersprechen eiem konzeptionellen Denken, weil ihnen meistens die Nachhaltigkeit von positiven Veränderungen fehlt.