Beiträge von TW-Trainer

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    MichaMittelfeld


    Vielen Dank für deine sehr gute Analyse!


    Zwar bemüht man sich im Training alle möglichen Situationen des Spiels zu simulieren, aber der Keeper einer Nationalmannschaft ist eben in einer anderen Situation als im Heimatverein, wo er die Stärken und Schwächen seiner Abwehrkollegen kennt und in seine Aktionen einbinden kann. Dies ist auch keine neue Erkenntnis, denn es wird schon seit einer Reihe von Jahren probiert, in Blöcken zu spielen. Aber in einem Umbruch ist es normal, dass man andere Varianten (hier mit Rüdiger) probiert. Das war auch schon zu Lehmann`s Zeiten so!


    (In einem früheren Thread wurde bereits angemerkt, dass die Top-Clubs der Championsliga sicherlich auf einem höheren Niveau spielen als es heutzutage die Nationalmannschaften vermögen, weil man intensiver auf denkbare Varianten trainieren kann.)


    Selbst Manuel hat nach dem Spiel eingeräumt, dass das 1 : 0 auf seine Kappe geht, weil er in dieser Situation einen Tick zu spät zum Ball gegangen ist. Doch wenn Jens Lehmann behauptet, dass Neuer grundsätzlich Probleme bei solchen Bällen hat, dann ist das ganz einfach falsch und den Beweis des Gegenteils zeigt Neuer Woche für Woche auch in der Bundesliga!


    Da gibts weiß Gott andere Dinge, die bei Manuel komisch aussehen. So hat er häufig die Arme sehr weit unten und sogar ein bißchen hinter dem Rücken. Wenn der Ball aus einer mittleren Distanz mit hohen Druck hoch oder aus kurzer Distanz mittelhoch kommt, dann ist der Weg der Arme noch oben länger, als wenn er die Arme bereits auf mittlere Höhe hätte. Wenn man jedoch an die Situation beim WM-Spiel gegen Frankreich denkt, wo er einen Arm trotzdem blitzschnell beim Schuß aus kurzer Distanz nach oben bekommt, das entscheidende Gegentor verhindert, dann es dies eine individuelle, besondere Fähigkeit, die man als TW-Trainer nicht korrigieren muß! Andererseits erreicht er durch diese Armstellung flache und mittelhoch geschossene Bälle besser, weil die Arme bereits unten sind.


    Ich denke, der Vergleich von Lehmann`s zu Neuer`s aktiver Zeit hinkt ein klein wenig, weil zu Lehmann`s aktiver Zeit noch häufiger von der Eckfahne in den Strafraum geflankt wurde. Auch waren die Flanken noch mit mit der Härte getreten, sodass der Keeper etwas mehr Zeit hatte, um sich richtig zum Ball zu stellen.


    Nicht jeder ehemalige Profi taugt zum guten Analytiker. Während Scholl durch seine klare Meinung zum Spiel und den Akteuren die Zuschauer in den Bann zieht, mögen Kahn`s philosophische Betrachtungen vielleicht zum nachdenken oder zum schmunzeln anregen. Aber Lehmann´s Darstellung, Manuel Neuer habe hier eine grundsätzliche Schwäche und müsse das noch üben, finde ich falsch.


    Anhand der Szenenbeschreibung zum WM-Finaltor wird deutlich, wie fatal sich winzig kleine Ungenauigkeiten auswirken. Jeder hat sich über den WM-Sieg gefreut, aber kaum jemannd hat gesehen, dass dieser Sieg auf einen kleinen Torwartpatzer beruhte.


    Dass ein Torwart hin und wieder ein Tor kassiert finde ich nicht weiter schlimm! Das er es dem gegnerischen Angreifer aber immer schwerer macht, ist viel wichtiger! Für die 10 - 15 schwierigen Torsituationen betreiben TW-Trainer und Keeper einen hohen Aufwand. Nicht umsonst ist der Keeper immer der Erste, der vor dem Spiel den Rasen betritt und meist der Letzte, der ihn verläßt! Die spätere Analyse dauert manchmal genauso lange, wie die der ganzen Mannschaft.


    Ich finde deshalb diese "Kollegenschelte" sachlich nicht O.K. Da wäre m.E. eine schnelle Entschuldigung gut, denn jeder darf sich mal irren! Diese Größe traue ich Jens Lehmann durchaus zu!

    holzi


    Das hätte sicher Vor- und Nachteile.


    Vorteil wäre sicherlich der Imagegewinn, denn so könnten alle Spieler aus der unmittelbaren Umgebung bei nächstgelegenen Verein spielen.
    Nachteil ist sicherlich die Intransparenz, denn es ist für den Laien kaum durchschaubar, bis wann der Breitensport endet und ab wann der Leistungssport beginnt.


    Denn nach den Bekundungen der U 18 Trainer von Werder Bremen, wonach dort erst am der U 16 eine Positionsausbildung beginnt, war ich total überrascht, wo man sich dort im unteren Jugendbereich noch nach dem alten Motto "je früher, desto besser" positioniert. Vermutlich weiß dort derzeit die rechte Hand nicht, was die Linke macht?


    Nun muß Werder ja wie jeder Verein der 1. und 2. Bundesliga ein NLZ unterhalten. Problem dabei ist, dass es keine Pflicht zur Zertifizierung gibt (was vermutlich eine der Ursachen für die aktuell unterschiedliche Darstellung ist)! Solange dies keine Verpflichtung darstellt und keine einheitliche Definition darüber herrscht, was damit gemeint ist, darf sich jederr NLZ, JLZ usw. nennen und jeder versteht etwas Anderes darunter.


    Gerade diese Instrasparenz wird mancherorts schamlos dazu ausgenutzt, um ständig Frischfleisch für kurzfristige Saisonziele zu holen. Der signivikante Unterschied zwischen dem Anspruch auf Ausbildung und der reinen Gewinnausprägung wird u.a. in der Diplomarbeit "Anspruch und Wirklichkeit" von Johannes Kenning aus dem Jahr 2008 zum Ausdruck.


    Das 6-jährige kein Scouting, sondern einen altersgerechten Fussball brauchen, wird u.a. durch die Diplomarbeit von Hauke Heinz "Fairplay im Kinderfussball" sehr gut analysiert. Denn beim Scouting von 6-Jährigen werden die Entwicklungsphasen ignoriert, die außerhalb des Fussballfeldes erst noch entwickelt werden müsssen.


    Durch das häufige Hineinrufen von taktischen Anweisungen durch die Trainer wird der Schein erweckt, diese Kinder hätten bereits einen größeren Vorsprung von solchen Teams, in denen dies nicht geschieht. Jedoch wird beim Hineinrufen selten berücksichtigt, dass sich die Kinder noch etwas länger brauchen und sich der jeweiligen Situation erst klar werden müssen.


    Natürlich kommen die "sogenannten Leistungstrainer im unteren Jugendbereich" nicht von ganz allein auf die Idee, Elemente der sozialen Entwicklung vorweggreifen zu wollen, um eine "künstliche Schwarmintelligenz" erzeugen zu wollen. Auch sie sehen sich in einem Verhältnis zwischen Verein und Öffentlichkeit.


    Selbstverständlich kann man Handlungsschnelligkeit im Rahmen der Frühförderung trainieren. Doch dies sieht der DFB als eine zusätzliche Aufgabe an, die sehr gut in Kombination mit dem Heimatverein erfüllt werden kann. Denn für die biologische Entwicklung der Entscheidungszentrale des Hirns braucht es noch eine Reihe von Jahren. Sie wird erst in der Altersstufe von 15 - 20 auf ihre volle Größe ausgebildet!


    Der untere Jugendfussball als Breitensport ist also gewollt und nicht zufällig! Ich würde mir wünschen, dass dies Merkmale von allen NLZ deutlicher als bisher herausgestellt wird, um hier bessere Entscheidungshilfen für Eltern und Kinder zu geben!

    Liebe Trainerkollegen,


    natürlich war die 0 : 2 Niederlage gegen Polen bitter und sie zeigt einmal mehr, dass man sich nicht auf Lorbeeren ausruhen darf und die vermeintlich Kleinen jederzeit in der Lage sind, es den Großen zu zeigen.


    Auch Manuel Neuer zeigte im Interview seine Enttäuschung, hatte jedoch auch Gründe dafür parat. Unter anderen nahm er das erste Tor auf seine Kappe. Das bei beiden Toren individuelle Defensivfehler von Duhm (1 x hätte er den Ball zur Ecke oder ins Seitenaus köpfen können, statt zurück und 1 x stand er an der falschen Seite, sodass Lewandowski unbedrängt in den torgefährlichen Raum eindringen konnte), sei jetzt mal dahin gestellt.


    Mich interessiert vielmehr die anschließende Meinung vom Co-Kommentator Lehmann, der meinte, Manuel habe zu tief gestanden. Das müsse er noch üben! Das auch der derzeit weltbeste Keeper tagtäglich trainiert, sei mal danhingestellt, aber Manuel zu unterstellen, er würde diese Situation grundsätzlich nicht beherrschen, dass halte ich für unangemessen und würde gerne dazu mal eure Meinung hören.


    Denn nach meinem Empfinden gab es eine Kombination aus einer nicht optimalen Abwehrsituation. Zunächst einmal hat Manuel sicher nicht damit gerechnet, dass sein Kollege den Ball blind zurück köpft, sodass der Ball sofort wieder auf den nachrückenden polnischen Angreiferfuß landet. Bei Manuel`s Positionsanpassung ( ein wenig mehr mittig) ließ er sich einen Bruchteil einer Sekunde zu viel Zeit. Deshalb konnte er nicht nach vorn zum Ball, sonder mußte er vom kurzen Pfosten in Richtung Mitte schräg nach vorn zum Ball. Hier hatte er keine Chance mehr als Erster an den Ball zu gelangen und konnte auch nicht mehr genug Fläche (Hände über den Ball) über den gesamten Situationszeitraum des Kopfballs bringen, weil seine Sprungbewegung zu seitlich zur Flugbahn des Balls war. Denn der Angreifer hatte nur einen sehr schmalen Torbereich, weil er lediglich die Flughöhe und -geschwindigkeit minimal verändern konnte.


    Es war m.E. im Grunde genommen der gleiche Fehler wie beim WM-Finale. Auch hier gefolgte ein mustergültiger Torabschluß durch Götze. Doch weil der argentinische Keeper in dieser Situation seine Position zu spät mittig Torwinkel verändert hatte, bot er zu wenig Torfläche, um angeschossen zu werden. So "huschte" der Keeper durch den schmalen Bereich der Torfläche und Götze durfte sich als Torschütze feiern lassen. Auch am Samstag "huschte" Manuel durch den Bereich der Torfläche, der abzusichern war, weshalb es zum 1 : 0 kam.


    Isoliert von der Torentstehung beobachtet könnte man sicher von kleinen Torwartfehlern spreichen. Als überzogene Kritik hier jedoch von einem generellen Problem zu sprechen, bei der der Torwart das grundsätzlich noch üben muß, dass halte ich für übertrieben. Ich denke, gerade im WM-Spiel gegen Algerien hat Manuel Neuer mehr als einmal bewiesen, dass er selbst kapitale Böcke seiner Vorderleute erfolgreich ausbügeln kann.


    Und wenn Jens Lehmann am Samstag mal etwas genauer hingeschaut hätte, dann wäre ihm auch aufgefallen, dass Manuel es wie derzeit kein Zweiter die erfolgreiche und intelligente Spieleröffnung mit dem Ball am Fuß beherrscht! Er liegt hierbei um Klassen gegenüber seinen Konkurrenten vorn, die lediglich einen Rückpaß weiterleiten können und schon unter leichtem Gegnerdruck den Ball einfach weit nach vorn bolzen!


    Auch hat Manuel den Begriff des "letzten Verteidigers" während des WM eine neue Komponente hinzugefügt, indem er den besten Freistoßschützen ihre Waffe stahl, den Ball mit hoher Geschwindigkeit über eine Mauer ins Tor zu schießen. Denn Manuel stellte erst gar keine Mauer vor oder am Strafraum und positionierte sich mittig. So konnte er den Ball beim Schuß über die gesamte Flugbahn verfolgen!


    Mag Jens auch einen kleinen Torwartfehler bei Manuel`s Aktion zum 0 : 1 erkannt haben (den Manuel ja auch bestätigt hat), so empfinde ich die Kritik von oben herab "das muß er noch üben" nicht O.K.


    Wie ist eure Meinung dazu?

    Wer einen Freistoß erhält, bekommt für eine Regelwidrigkeit als Ausgleich vom Schiedsrichter einen Vorteil zugesprochen. Dabei kann durchaus ein Vorteil darin liegen, einen Freistoß schnell auszuführen, weil sich der Gegner noch nicht darauf eingestellt hat. Eine schnelle Freistoßausführung mit Torerfolg ohne vorherigen Schiedsrichterpfiff ist also durchaus regelkonform.


    Meist sieht man jedoch Situationen, bei der sich die Mauer schnell formiert und näher als 9,15 m vom Freistoßpunkt entfernt positioniert. Hier wird der Schiedsrichter sich kurz an den Schützen wenden, ob er den Freistoß per "Pfiff" freigeben soll, da dem Schützen in diesem Fall ein Vorteil aufgrund der zu nahen Mauer genommen wird. Willigt der Schütze ein, so korrigiert der Schiedsrichter die Distanz der Mauer, hält seine Pfeife hoch, um allen Beteiligten zu bedeuten, dass nunmehr der Freistoß erst nach seinem Pfiff freigegeben wird.

    Sir Alex


    Manuel Neuer ist direkt zu Schalke gekommen, wer er in der Nähe wohnte. Es war sein Heimatverein! Dass du nun sogar den Inhalt des Jugend-TW-Trainer sinnverdreht wiedergeben möchtest, schließt eine weitere Diskussion darüber aus.


    Ich werde deine Beiträge zukünftig nicht mehr kommentieren! Dir alles Gute :thumbup:

    Jason2012


    Ich denke, es ist das Beste auch im Namen der Kinder für klare Verhältnisse zu sorgen. Es sollte kurzfristig ein klärendes Gespräch in Anwesenheit der Jugendleiter dieser SG stattfinden, um dabei festzustellen, ob ein gemeinsamer Weg für beide Trainer gefunden werden kann oder aber sich vom Co-Trainer zu trennen, um ggf. für einige Zeit allein mit der Mannschaft zu trainieren.


    Wenn du bereits eine Trainerlizenz hast, dann dürfte die der Trainingsablauf eigentlich nicht so viele Probleme machen. Allerdings sollte man bei so einer großen Trainingsgruppe lange Wartezeiten vermeiden. Das kann man zum einen, wenn man das Trainingsequiptment bereits vor dem Trainngsbeginn aufbaut. Ferner ist es wichtig, bestimmte Aufgaben an die Kinder zu delegieren und damit in die Trainingsarbeit integrieren, wie:
    1. jeder kontrolliert seinen Trainingsball vor Trainingsstart, pumpt ihn ggf. auf und bringt ihn zum Trainingsende wieder zurück
    2. möglichst wenig selbst präsentieren, sondern präsentieren lassen
    3. durch geschickte Fragestellung die Kinder selbst auf Lösungsmöglichkeiten bringen
    4. Alle Spieler wirken beim Einsammeln der Hütchen, ect. beim Trainingsende mit


    Auch, wenn man allein ist, kann man die sehr gut Partner- oder kleine Gruppenübungen zunächst einheitlich starten, dann jedoch je nach Leistungsvermögen den Schwierigkeitsgrad bei einzelen Partner- oder Kleingruppen verändern. Denn der Todfeind jedes Trainings ist die Monotonie und Langeweile.


    Was die Kinder wie schnell lernen, liegt u.a. auch an den Impulsen durch ihren Trainer!


    Ich denke, wenn du deine Fussballweisheiten von vor 30 Jahren (zu deiner Kinderzeit) über Bord geworfen hast, um dich über eine Lizenzausbildung mit dem moderen Fussball zu beschaffen, bist du auf dem richtigen Weg, auch als Trainer lange Spaß am Fussball zu haben. Klare Verhältnisse erleichtern diese wunderbare Herausforderung!

    eyeballer


    Vielen Dank für den Link. Im Video wird sogar noch deutlicher, wie Jörg Daniel bei den Punkten: Profilanforderungen und Kompetenzgewinn herumeiert. Er würde sich gerne mehr Freiheiten für die Entwicklung wünschen, aber es gibt immer wieder den Versuch, das DFB-Mannschaftstrainer-Ausbildungssystem zu kopieren. Selbst dann, wenn beim Anforderungsprofil (z.B. B-Mannschaftstrainerlizenz) gar nicht geschaut und verstanden wurde, dass Torwarttrainer sich zuallererst um die Ausbildung der Torleute kümmern.


    Zwar hatte ich gehofft, dass sich dass Anforderungsprofil für den TW-Trainerleistungsbereich nach den schlechten Erfahrungen mit Teilnehmern, die ausser ihrer C-Leistungs-Mannschaftslizenz keine spezifischen Erfahrungen mitbringen, sind für die anderen Teilnehmer mit entsprechenden Kenntnissen nach wie vor lediglich eine Informationsveranstaltung, um sich mit den Kollegen vom Fach auszutauschen.


    Ich finde, man kann die Verständnisschwierigkeiten zwischen Torwart- und Mannschaftstrainer auch sehr gut an der Frage und der Antwort bezüglich Manuel Neuers Verhalten im WM-Spiel gegen Algerien erkennen. Da versucht der Fragesteller das Verhalten des Torwarts im Kontext zum Spielverlauf (die deutsche Abwehr wirkte unsicher, weil das Spielsystem zu offensiv ausgelegt war), in dem Manuel Neuer leider häufig nicht auf seine Abwehrspieler verlassen konnte. Es stand auch in dieser Situation ein Fehler eines Abwehrspielers im Raume, weshalb Manuel Neuer so und nicht anders reagiert hat. Aber Jörg Daniel macht die Szene vom Spielverlauf unabhängig und hat dann selbstverständlich auch recht, wenn er sagt, dass sich der Torwart so weit vorm Tor in erster Linie passiv zu verhalten hat, wenn ein Abwehrspieler noch die Chance hat an den Ball zu kommen.


    Mag man die immer noch auf der Brust von Jörg Daniel haftendenden 3 Sterne als Zeichen dafür werten, dass die WM längst bei unseren hervorragenden Torleuten angekommen ist, die sich auf ihre ausgezeichneten Torwarttrainer weiterhin verlassen können, aber für eine Weiterentwicklung der Torwarttrainerausbildung fehlt immer noch der 4. Stern auf der Brust!


    Immer wieder gerät man in Erklärungsnot, weil man seitens der DFB-Organisation aufgrund der hervorragenden Leistungen unserer Keeper kaum einen Bedarf erkennt, das Know-How unserer Spitzenausbilder auf dem Trainerfachgebiet zu bündeln. Aber ein einfaches Beispiel mag vielleicht sogar den interessierten TW-Trainerlaien darlegen, warum es auch hier eine Standardisierung bedarf.


    Kaum jemand kennt die Definition der Stand-, Kipp- und Abdrückzone. Definitionen sind aber wichtig, um sich zu verständigen. Deshalb möchte ich sie kurz erklären. Als Beispiel einer Standzone kann das Stellungsspiel eines Torabschlußes aus mittlerer Distanz aus einem spitzen Winkel beschrieben werden. Hier stellt sich der Torwart so, dass die Torfläche zwischen dem kurzen und langen Winkel gleich groß ist. Sein Positionsabstand vor dem 1. Pfosten ist gering, weil auch die Torfläche sehr gering ist. Die Kippzone meint den Bereich, in der der Torwart zwecks Ballabwehr abkippt, um einen flachen Ball, den er nicht mehr per Fussabwehr klären kann. Hier kann man sich vornehmlich Situationen aus dem rechten oder linken Halbfeld vorstellen. Mit der Abdrückzone wird der Bereich der Abwehraktionen bestimmt, bei dem der Torwart sich nach der kurzen Auftaktbewegung über die Fußspitze abdrücken muß, um den Ball per Hechtparade abzuwehren.


    Klare Begriffe per Definition helfen bei der Kommunikation. Heute muß sich jeder neue Torwart erst einmal auf die Sprache seines neuen Torwartrainers einstellen. Die Verwendung einheitlicher Begriffe ist also ein großer Vorteil


    Eine andere Meinung habe ich zum Thema der Offensivqualitäten eines Torwarts. Hierbei geht es zwar auch um die technischen Fähigkeiten eines Paßspiels, aber für mich geht es primär um die gute Spieleröffnung. Denn hierbei macht es keinen Unteschied, ob ein Abwehrspieler oder ein Torwart den ersten falschen Paß schlägt, durch die sein Team in der Folge einen Ballverlust und vielleicht ein Gegentor erleidet. Die Voraussetzung ist sicherlich die Technik, aber die vorausschauende Situationserkennung bei der Spieleröffnung ist die letzendlich entscheidene Frage. Denn sonst können wir bei der Spieleröffnung immer nur Situationen beschreiben, bei der Gegner nicht "presst". Aber diese Situationen werden im Leistungsfussball und erst recht im Profifussball immer seltener. Selbst Dortmund wird derzeit in der Bundesliga mit seinen eigenen Waffen geschlagen! Das darf man nicht einfach ignorieren!


    Ich wünsche Jörg Daniel, der als Erster beim DFB die Notwendigkeit einer Standardisierung der Torwarttrainerausbildung erkannt hat und erste Maßnahmen dazu eingeleitet hat, das er nicht den Mut verliert! Auch drücke ich ihm die Daumen, dass nicht gleich 16 der 18 DFB-Torwarttrainer wieder von der Fahne gehen, sobald sich ein DFB-Funktionär als Laie für ihr Fachgebiet selbst enttarnt. Ich denke, da müssen beide Parteien weiter aufeinander zugehen, als sie es bislang getan haben. Denn nur so kann man voneinander lernen. Vielleicht erkennt man auf der Seite der Entscheidungsträger beim DFB dann endlich, dass man das Anforderungsprofil auf seine Klientel hin anpassen muß und nicht mehr meint, die Torwarttrainer müßten ihr Profil auf die DFB-Wünsche anpassen. Denn das haben die aufgrund ihrer Anerkennung in den Vereinen gar nicht nötig?

    Günter


    Du liegst in deiner Vermutung, dass Händereichen sei Show, vollkommen daneben. Zeichen sind meistens von größerer Bedeutung als Worte. Wenn ich meinem Trainerkollegen auch nach solch einem Spiel mit einem Augenzwinkern die Hand reiche, dann hat in erster Linie einen Symbolcharakter. Die sportliche Entscheidung fiel auf dem Rasen und nicht daneben! Wenn ich ihn jedoch unmittelbar nach dem Spiel zur Rede stelle und ihn vielleciht verbal in eine Ecke dränge, wo er sich nur noch verteidigen will, dann kann die bereits gereizte Stimmung durchaus eskalieren.


    In einem anderen Thread geht es gerade darum, selbst Verantwortung zu übernehmen, wenn etwas aus dem Ruder gerät. Hier ist eine Möglichkeit, selbst Zeichen zu setzen (denn Köln ist überall)!


    @uzunbacak
    Wie bereits gesagt, habe ich selbst als Trainer noch keine Situationen miterlebt, in der Fussball nur noch zur Nebensache wurde und sich die Emotionen gegenseitig soweit hochschaukelten, dass man als Zeichen der gegenseitigen Kränkung sich die Hände nicht reichen will. Von Breitensport-Fussball habe ich so gut wie keine Ahnung!


    Was mich jedoch ein bißchen stört sind die "Reizpunkte", die als Rechtfertigung für ein beleidigtes Verhalten dienen sollen. Mir fällt dazu der Komiker Kaya Yanar ein, der solche Charaktere auf humoristische Weise auseinander nimmt. Übrigens steht er Pate in Projekten wie: "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" !


    Auge um Auge, Zahn um Zahn, dass hat uns 2 Weltkriege beschert! Immer war dabei Rassismus im Spiel! Das wollen wir nicht mehr!


    Mein Satz: "wir sind Ausländer, fast überall" ist so zuverstehen, dass ich immer und überall eine Chance habe, sich positiv dort einzubringen, wo etwas aus dem Ruder gerät! Wenn ich immer gleich abwinke und meine Liste der "unplaced persons" immer länger wird, was habe ich davon? Wenn jedoch durch meine Zeichen die Gräben verschwinden, dann hat das nachhaltigen Symbolcharakter.


    Dabei bin ich mir vollkommen gewußt, dass es viel schwerer ist, jemanden die Hand zu reichen, der mich verletzt hat, als sie ihm zu verweigern!

    @uzunbacak


    Im Norden heißt das "der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken"! Ich denke, es weiß jeder was gemeint ist! Leider kann ich hier nicht sehr viel beitragen! Nicht, dass ich nicht auch schon Idioten in Trainingsanzügen miterlebt hätte. Doch ist es mir fast immer gelungen, auf meine Spieler soweit einzuwirken, dass sie sich gar nicht provozieren lassen und dem Gegner dadurch den Spaß daran rasch nehmen.


    Mag es vielleicht marginale Unterschiede in der Kultur geben, aber mit der (häufigen) Entscheidung "mit dem will ich nichts zu tun haben" nimmt man sich selbst die Chance auf eine positive Veränderung hinzuwirken. Denn je leichter und je häufiger ich ein Tabu anwende, je mehr schränke ich meine eine Welt ein und je seltener gelingt es mir, neue Erkenntnisse zu gewinnen.


    Warum sollte ich dem gegnerischen Trainer nach einem 8 : 0 für mein Team nicht die Hand geben? Bekommt er, seine Spieler und dessen Eltern doch so (auf eindrucksvolle Weise) mit, dass man sich durch Fehlverrhalten seiner Mannschaft geschadet hat?


    Nur noch ein Letztes, dann bin ich fertig! IWer viel unterwegs ist, der wird überall nette Menschen, aber auch Idioten kennengelernt haben. Mal sind sie In- und mal sind es Ausländer. Denn der Charakter macht nicht vor Staatsgrenzen halt! Wer versucht, künstliche Grenzen oder Tabu`s (z.B. diese Leute sind alle so) aufzubauen, dem wird ein guter Teil seiner Umwelt verborgen bleiben. Ich bin darauf viel zu neugierig, um mich von einem Idioten den Tag verderben zu lassen!
    Denn schon häufig genug habe ich erlebt, dass nach einer Aussöhnung per Handschlag die Entschuldigung folgte und es bei diesem einen "Ausritt der Emotionen" blieb, weil jeder auch mal einen schlechten Tag haben kann! Wenn man sich mal ein wenig zurück besinnt, dann mag es vielleicht auch die ein oder andere Situation gegeben haben, wo man fremden Menschen derbe auf den Senkel gegangen ist! Doch hierbei wird meist wohlwollend hinweg gesehen.


    Wir Trainer taugen nicht mehr als Vorbilder, wie es die Gesellschaftschicht hergibt! Aber schlechtere Menschen sind wir aufgrund unseres Traineramtes nicht!

    @uzunbacak


    Im anderen Thread ist schon differenziert worden, ob der "Brüllaffe" sich nicht benehmen kann und fachlich überfordert nur streitsüchtig herumbrüllt oder ob es sich um ein paar klare, fachspezifische Coachinghinweise, ein Lob als Mut und für eine besonders gelungene Aktion handelt, in der niemand beleidigt wird und Spieler nicht per Joystick über den Platz geschickt werden sollen!


    Hier hatte ich das Gefühl, dass man sich bis auf wenige Ausnahmen darüber einig war, dass Brüllaffen, die nur auf Kravall aus sind, nichts beim Kinderfussball verloren haben, solange sie sich nicht benehmen können!

    frank1973
    Im Breitensport geht`s zunächst einmal um den Spaß! Wie sonst sollte man erklären, dass hier fast alle Trainer ohne Lizenzausbildung tätig sind? Denn hätte der hier aktive Trainer eine entsprechende Ausbildung, dann wüßte er, dass allen Spielern mit regelmäßigem Trainingsbesuch auch ein regelmäßiger Spieleinsatz zusteht. Es sollen ja auch nur in etwa gleiche Spielzeiten sein.


    Man kann sich doch nicht am Anfang der Saison für Spieler entscheiden und danach einige von ihnen einfach auf die Reservebank setzen und sie nur mal für 5 Minuten einsetzen, damit der Sieg nicht in Gefahr gerät!


    Natürlich gibt`s keinen Widerspruch zwischen einem regelmäßigen Einsatz und dem mittelfristigen sportlichen Erfolg. Denn wenn alle Spieler das im Training Erlernte auch während des Spiels ausprobieren dürfen, dann gibt`s nicht nur eine gute Rumpfmannschaft, dann gibt es immer mehr gute Fussballspieler, die dem Verein lange treu bleiben!


    Wäre dieser Trainer in einer Mädchen-Breitensportmannschaft tätig, hätte er bei seiner "gewinngeilen Einstellung" vermutlich schon gar keine Mannschaft mehr! Denn die Mädels hätten rasch erkannt, dass der Traienrspaß am Gewinnen auf ihre Kappe geht und ihm am Spaß beim Fussball aller Spielerinnen wenig gelegen ist. Allerdings gibts dort immer mal Welche, die schon nach 5 Minuten dem Trainer zuwinken, doch bitte ausgewechselt zu werden, weil man schon müde ist. Aber das sind meistens die Stimmungskanonen, zu denen alle anderen Mannschaftsmitglieder großes Vertrauen haben.


    Bei den Jungs mag diese Frustschwelle wohl etwas höher sein als bei den Mädels?


    Ich halte die Entscheidung des Trainers nicht für gut! Weil es aber in sehr vielen anderen Vereinen nicht anders ist, besteht auch dort die Gefahr, dass dein Kind wenig Einsätze bekommt. Man kann es mit einem Wechsel probieren. Wenn es aber auch dort nicht anders läuft, dann sollte dein Kind vielleicht in eine Mannschaft, die lediglich Freundschaftsspiele austrägt wechseln. Sollte es das bei euch nicht in der Nähe geben, sollte er sich evl. an einem anderen sportlichen Hobby ausprobieren.


    Welcher Vater möchte nicht das Beste für sein Kind? Das Kind als "Experimentierkaninchen" mal hier und mal dorthin zu schleppen, wenn es mal nicht wie gewünscht läuft, davon halte ich gar nichts! Es soll sein eigenes Hobby haben, in dem er lediglich von seinen Eltern unterstützt wird. Denn mischt man sich zu sehr ein, so passiert irgendwann das genaue Gegenteil von dem, was man sich eigentlich gewünscht hat! Auch kann über eine zu führsorgliche Form von: "Ich geh jetzt mal eben die Welt retten" das Erlernen von Selbständigkeit verlangsamt oder gar ins Stocken geraten.

    Liebe Torwarttrainerkollegen


    Nachdem die DFB-Torwarttrainer-Ausbildung für den Leistungsfussball auch nach Jahren nicht über den Status einer Informationsveranstaltung hinaus gelangt ist, hat sich der DFB jetzt einen neuen Clou ausgedacht! Man möchte seine besten 18 besten Torwarttrainer (1. Bundesliga) zur UEFA schicken, um sie dort im Rahmen mit einer international standardisierten Torwarttrainerausbildung zu fördern. Aber die TW-Trainer Kollegen aus dem europäischen Ausland hatten sich leider zu früh gefreut, nunmehr endlich auch an das Know-How ihrer deutschen Kollegen, die seit vielen Jahrzehnten Torleute auf Weltniveau ausbilden zu gelangen! Denn leider hat sich der DFB immer noch nicht die Mühe gemacht, seine Klientel etwas genauer zu betrachten, um daraus attraktive Angebote abzuleiten. So war es dem DFB bei der Definition des Anforderungsprofils wichtiger, dass der Torwarttrainer eine Mannschaftstrainer-B-Lizenz besitzt, als wenn er eigene Erfahrungen und Erfolge als Torwarttrainer im Profifussball nachweisen kann. Ferner möchte man Anwärter für diesen Job von diesem Ausbildungsprogramm fernhalten, denn eine weitere Voraussetzung des internen deutschen Profils ist, dass diese Trainer bereits hauptberuflich tätig sein müssen. Auch soll es wieder mal keine Lizenz als Bestätigung der Komptenz geben, sondern eine Urkunde (fürs Klo)!


    So landet denn die Einladung an den potenziellen Interessentenkreis wieder mal in den Papierkorb!


    Aber vielleicht sollte sich der DFB zunächst einmal um die beiden unteren Stufen (Breitensport- und Leistungsbereich) der eigenen Torwarttrainerausbildung kümmern? Denn auch hier stimmt das Anforderunsprofil nicht und die Ausbildungsunterlagen sind immer noch lückenhaft. "Lückenhaft" ist hier wohl noch die vornehmste Umschreibung des Präsentationsmaterial. Denn es beinhaltet nach wie vor die Beschreibungen des früheren Torwarts als "Linienschnapper"! Mit der Einführung der Rückpaßregel veränderte sich das Anforderungsprofil des Keepers dahingehend, dass er auch ein guter Fussballspieler sein muß! So wurde bereits bei der WM 2010 statistisch ausgewertet, dass ca. 70 % aller Torwartaktionen die offensiven Fähigkeiten des Keepers beanspruchen, aber in den Lehrfolien sucht man sie meist vergebens.


    Seit Jahren warten die deutschen Torwarttrainer und Vereine auf ein standartisiertes, attraktives und auf ihre Klientel zugeschnittenes Lizenz-Ausbildungsprogramm für den jeweiligen Bedarf! Aber man ist seitens des DFB zu stolz, um sich mit den Leuten, die seit Jahrzehnten die besten Torleute der Welt ausbilden, an einen Tisch zu setzen! Traurig, denn leider wurde wieder einmal eine Chance vertan! Vermutlich wird es erst einen Handlungsdruck geben, wenn uns andere Länder durch deren Bündelung des Know-Hows überholt haben?

    frank1973


    Das freut mich! Denn selbst, wenn es um Themen geht, die leicht auf eine emothionale Schiene abdriften können, sollten wir uns dennoch bemühen, so sachlich wie möglich zu bleiben und nicht durch gegenseitige Beschuldigungen "Internet-Mobbing" zu betreiben.


    Diese Plattform bietet jedem User die Möglichkeit etwas für sich mitzunehmen. Das funktioniert aber nur dann gut, wenn aktiv Toleranz geübt wird und wenn man in seinem Gesprächspartner stets die guten Eigenschaften sucht, dass mit Akrebie nach dem "Haar in der Suppe" zu fahnden.


    Und sollte man sich mal kurz im Ton vergriffen haben, so kann man es durch eine kleine Entschuldigung rasch wieder aus der Welt schaffen.


    Als Trainer muß man improvisieren, damit der "Masterplan" nicht außer Kontrolle gerät. Kaum ein Außenstehender registriert aber, dass hier etwas nicht so läuft, wie es gedacht war. Als Trainer ist man der Regisseur, der gestrebt ist, die Abweichungen so im Rahmen zu halten, dass sich alle Akteure noch in ihren Rollen wohlfühlen und der Zuschauer gut unterhalten wird. So entschädigt der abschließende Applaus für die Mühen!


    Es muß nicht das Ziel sein, zum Schluß einer Meinung zu sein, aber man sollte die Meinung der Anderen respektieren!

    @rank1973


    Ich habe mal eine zeitlang mit einem jüngeren Kollegen zusammengearbeitet. Er war fest davon überzeugt, dass er nur dann von den Spielern wahrgenommen wird, wenn er brüllt! Er argumentierte das damit, dass er eben viel zu gerne gewinnt. Lag man also klar in Führung, sah und hörte man von dem Kollegen nichts, lag man zurück tobte und wütete er, sodass er hin und wieder Ärger mit dem Schiedsrichter bekam. Seine Standardantwort war dann immer: "Ich hab doch gar nichts gemacht!" Er ist ein guter Trainer und im Laufe der Jahre etwas ruhiger geworden! Seine Spieler sind stets für ihn durch`s Feuer gegangen, weil er autentisch wahr. Was er beim Coaching sagte, das meinte er auch so!


    Hier gibts einen klaren Unterschied zu den "Brüllaffen", die glauben, man müsse die Spieler per Joystick über den Rasen schicken, weil sie sonst ja sowieso nur Blödsinn machen. Sie kommentieren auch im Nachhinein Szenen, wenn sie denn schlecht ausgegangen sind. In ihrer persönlichen Enttäuschung brüllen sie sogar die Namen der "Übeltäter" über den Platz.


    ich denke, wir sind uns darüber einig, dass Coaching steht´s konstruktiv sein sollt. Nur dann man es Kinder stark und selbstbewußt!


    Coaching als Unterstützung erachte ich als sinnvoll, jedoch kann es kein Ersatz für fehlende oder falsche Trainingsinhalte sein!


    Wie nah das Team am Limit spielt, daran hat auch der Trainer durch sinnvolles Coaching seinen ANTEIL.

    Zunächst einmal sollte man untescheiden, was die Gründe von Trainern sind, durch Hineinrufen sich aktiv ins Spiel einzumischen.


    Da sollte man schon zwischen einem Trainer, der aufgrund fehlenden Wissens überfordert laut brüllend reagiert und einem Trainer, der sein Team versucht durch Coaching zu unterstützen, unterscheiden.


    Nun stellt sich die Frage, wem nützt das? Hab mich vor einiger Zeit bei einem B-Jugendspiel (Trainer hatte gerade A-Lizenz) über dieses Thema unterhalten. Hier ging es primär auch darum, dass der frischgebackene A-Lizenz-Trainer unmittelbar noch seinen Coachinghinweisen ein Feedback von den Verantwortlichen bekam, ob sein Coaching O.K. oder fehlerhaft war. Denn wenn es um die Ausbildung von talentiertem Nachwuchs im Jugendfussball geht, dann müssen diese Mäßstäbe auch an die Trainerarbeit gesetzt werden.


    Sicherlich kommt es immer auch auf die Form, den Zeitpunkt und das Maß des Einwirkens durch an. Ein erfahrener Trainer wird weniger einwirken müssen wie ein Trainer in der Lernphase. Auch ist es die Aufgabe der Vereinsverantwortlichen, die überforderten Brüllaffen von den wertvollen Trainern zu unterscheiden. Denn wer sich in einer Lernphase befindet, darf erst recht Fehler machen. Dies gilt nur nur für Spieler, sondern auch für Trainer! Denn wie soll man sonst aus seinen Fehlern lernen?


    ich weiß nicht, ob es hilft, Traierbeispiele aus dem Profibereich hierfür zu suchen. Denn da geht es um den Beruf und um den sportlichen Erfolg, für den jeder erfolgreiche Trainer seinen Stil findet, bei dem er glaubt besonders erfolgreich zu sein und/oder zu wirken. So tanzt der eine Trainer wild an der Außenlinie, während sein Kollege nur zur Halbzeitpause seinen Trainerstuhl verläßt. Aber egal, ob er drauf sitzt oder ihn ignoriert, gemessen wird er ausschließlich am Erfolg! Der wehrt leider nicht ewig, weshalb auch die Frage, was denn nun besser ist, immer wieder anders beantwortet werden kann.

    [
    Sir Alex


    Auch, wenn du recht hast, dass ich auf einen falschen Link von Werder gekommen bin und mich zu schnell gefreut hatte, es habe sich in der D-Jugend etwas geändert, entschuldige ich mich wenigstens bei Irrtümern.
    Das scheint dir ja schwer zu fallen? (siehe Fall Neuer)


    Aber ich habe mich schon so oft in meinem Leben geirrt. Nun bin ich alt genug, um damit gut leben zu können. Denn ich habe aus meinen Irrtümern und Fehlern fast immer etwas gelernt. Aber es geht hier ja eigentlich gar nicht um mich! Denn ich denke, selbst wenn ich mich outen würde, würdest du weiterhin behaupten, dass ich aufgrund meiner etwas anderen Meinung trotzdem keine Ahnung vom Fussball habe. Das stört mich nicht, dann das macht die "Blödzeitung" täglich und ein paar Millionen glauben den Quatsch auch noch!


    So und jetzt würde ich mich wieder über eine sachliche Auseinandersetzung zum Thema freuen!. Denn hier gehts um Kinder und ihre unerfahrenen Eltern.


    Nach dem Austragen der Argumente soll der Leser selbst entscheiden, was ihn am meisten überzeugt hat!

    Trainero


    Vielen Dank für den Link. Werder ist ein gutes Beispiel für die Reformierung des Nachwuchsfussballs. Wie man leicht erkennen kann, spielt selbst die D 1 lediglich in der D-Jugend-Kreisliga. Noch vor ein paar Jahren war deren D 1 bereits eine Auswahlmannschaft und spielte in der C-Junioren-Liga mit. Damals meinte man, die Jungs müßten schon früher an einen härter geführten Zweikampf-Fussball herangeführt werden.


    Desweiteren lädt Werder die jüngeren Talente des Umlands regelmäßig zur Beobaachtung der Leistungsentwicklung ein. Aufgenommen werden sie jedoch erst ab der C-Jugend.


    Schließlich hat Werder auch sein Ausbildungskonzept dahingehend verändert, dass eine positionsbezogene Ausbildung erst ab der B-Jugend beginnt. Vorher soll


    Es gibt jedoch auch in Norddeutschland andere Profivereine, deren NLZ nach älteren Konzepten arbeiten.


    Meist werden Konzepte geändert, wenn neue Führungspersönlichkeiten eingestellt werden, die ihre Ideen zur Umgestaltung realisieren wollen.. Manchmal sind es auch kaufmännische Gründe, die einen Rotstift verlangen oder verbesserte Rahmenbedingungen ermöglichen. Deshalb wäre es sicher nicht richtig, den Nachwuchsfussball ausschließlich mit modernen Erkenntnisse für günstige Entwicklungschancen zu begründen.


    Aber wer läßt sich schon gern in die Karten schauen und wirbt schon mit: "sorry, uns gehts gerade schlecht ...bzw. "wir haben gerade frisches Geld zum Verpulvern bekommen ..."?


    Auch die Gestaltung des DFB-Fördersystem war lediglich das Ergebnis der Analyse über ein schlechtes Abschneiden der damaligen Nationalmannschaft bei der WM!

    Günter


    Warum regst du dich so auf? Du hast doch richtig gehandelt. Genausogut hätte das ein anderer Zuschauer machen können, wenn er eine Situaiton so wahrnimmt, das Erste Hilfe notwendig ist. Und wenn den schon die Unterlassene Hilfeleistung hier in die Diskussion gerät, dann kann man den Inhalt des § 323c "Unterlassene Hilfeleistung" auch gleich hier hinein stellen:


    "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft."


    Du warst also zum Zeitpunkt des Unglücks voll durch den Gesetzgeber gedeckt. Egal, ob es nun dein Sohn oder irgendein anderer Spieler war, der nach deiner Wahrnehmung schwer verletzt am Boden lag und der Schiesrichter dies nach deinem Ermessen völlig falsch eingeschätzt hatte. Ob dies erforderlich war, ließ sich hier erst im Nachhinein feststellen. Stellt sich heraus, dass es nur eine leichte Verletzung war, sodaß der Spieler weiter spielen kann, hat der Zuschauer unverzüglich den Platz wieder zu verlassen (hier gelten die Fussballregeln). Ist die Verletzung jedoch schwer, so kann der herbeigeeilte Zuschauer Erste Hilfe leisten und darf davon nicht abgehalten werden (hier gilt das Gesetz)


    Denn das Strafgesetzbuch gilt nun einmal auch auf dem Fussballplatz und steht über den Fussballregeln.


    Weil auch Schiedsrichter sich gelegentlich irren können, sind sie auf die Unterstützung der Zuschauer angewiesen. Ich hoffe, das beruhigt dich jetzt und du kannst auch diesen Tag wieder genießen?.

    Sir Alex


    Ich habe gar nichts gegen andere Meinungen. Ich würde es sogar als sehr schlimm ansehen, wenn man sich nur gegenseitig auf die Schultern klopft! Ich überlasse es dem Leser selbst, ob er zur gleichen oder einer anderen Meinung gelangt.


    Vielleicht werde ich mich outen, wenn ich meine aktive Karriere einmal aufgegeben habe. Ich weiß es noch nicht?


    Manchmal decken sich meine Erfahrungen mit den wissenschaftlichen Untersuchungen, manchmal nutze ich sie auch für mich, um ein besseres Bild davon zu erlangen. Denn gerade, wenn man schon sehr lange dabei ist, gerät man in Gefahr betriebsblind zu werden.


    So erlaube ich mir, verfestigte Systeme im Jugendbereich auch einmal aus einer anderen Warte zu betrachten. Denn wenn fast schon täglich Medien-Propaganda von den Vereinen erscheint, dann sollten wenigstens hier im Forum Spieler und Eltern das Wort geschenkt werden. Da ist der "RAE-Effekt" nur eines von vielen Themen.


    Sicher mag es auch Beispiele geben, in denen Karrieren unter frühen und hohen Leistungsdruck entstanden sind. Hab früher selbst nicht diesen Vorgaben gearbeitet! Aber aus meinen jahrelangen Erfahrungen heraus funktioniert das mindestens genauso gut in einer angst- und druckfreien Athmosphäre. Doch allzuleicht wird dies damit verwechselt, dass nun alles belanglos wird. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Denn erst, wenn das Individuum nicht nur auf seine fussballerischen Fähigkeit reduziert, sondern als ganzer Mensch gesehen wird, gelingt es auch, ihn im mentalen Bereich zu fördern. Was bei den älteren Trainern noch als Mannschaftsansprache verstanden wurde, gelangt bei den Jüngeren als Coaching in den Alltagsbereich von Training und Spielen. Ich denke, man kann nur das Heute und Morgen verstehen, wenn man sich auch mit der Vergangenheit beschäftigt.


    Gerade weil ich sehe, dass die die früher kommen, meistens auch früher gehen, habe ich meine Ansichten zur frühen Leistungsförderung im Verein geändert. Dies ist für mich umso bedauerlicher, weil ich mich früher kaum um die geschert habe, die mal eben ausgetauscht wurden. Ich habe mich lediglich mit den erfolgreichen Beispielen beschäftigt. Das waren nach meiner Meinung zu wenig, die dieses Ziel erreichten und so bin ich vom Saulus zum Paulus geworden, habe ohne lange nachzufragen Details in der Leistungsmethodik geändert, ohne zunächst selbst hinlänglich zu verstehen warum. Erst, als ich Analysen und Ableitungen aus anderen wissenschaftlichen Bereichen las, konnte ich manches verstehen. Als Beispiel möchte ich die Multi-Tasking-Übungen anführen. Ich habe erkannt, dass durch den Einsatz dieser Übungen Entscheidungen von komplexen Situationen schneller und häufiger richtig erfolgten. Das es im biologischen Entwicklungsprozess erst im Alter zwischen 15 und 20 Jahren der vordere Hirnlappen, der zwischen dem Kurz- und Langzeitgedächtnis die "Entscheidungszentrale" bildet, habe ich damals nicht gewußt. Aber ist es dann Zufall, wenn ich zum Schluß komme, dass man zwar in einer früheren Altersphase hinführend mit Multitaskting-Übungen trainieren kann, aber erst in einem späteren Alter hier entsprechende Leistungen erwarten darf? Wenn dem denn so ist, dann sollte man den Kindern (und ihren Eltern) auch die Zeit zur Reife dieser Fähigkeiten gönnen, statt sie bereits früh selektiert und dann schon wieder aussortiert, noch bevor biologische Wachstumsprozesse abgeschlossen sind! So ist auch mein Beitrag zum RAE-Efffekt zu verstehen.


    Ich denke, deine Erfahrungen ist wichtig für dieses Forum. Denn erst, wenn der Leser unterschiedliche Sichtweisen vergleichen kann, kann er sich ein gutes Bild machen. Selbst, wenn das Bild nur schemenhaft ist, wenn wir kaum etwas über den Fussball wissen, sondern nur daran glauben, dass unsere Erkenntnisse von Dauer sind.


    Wenn es mir manchmal nicht gelingt, die vielen Facetten des Fussballs zu beschreiben, dann bitte ich um Entschuldigung, denn auch ich bin ein Mensch mit guten und schlechten Tagen. Manchmal ärgere ich mich selbst über ältere Beiträge. Aber ich überlasse es jedem selbst, seine Entscheidung darüber zu fällen. Das darfst du selbstverständlich auch!