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    fak


    Deine Frage - soll ich nur die besten im Team fördern oder alle - taucht in sehr vielen Threads hier auf? Häufig wird bei der Beantwortung dieser Frage unterschieden, ob es sich um Breitensport- oder Leistungsfussball handelt. Beim Breitensport ist man sich fast einig, dass hier der Spaß am Fussball die höchste Priorität genießt. Beim Leistungsfussball ist man sich nicht einig, da ja die jeweilige Leistungsfähigkeit als Basis zur Mannschaftsaufstellung gesehen wird. Hier ist man teilweise der Meinung, dass die schwächeren Spieler sich im Training oder in Testspielen bewähren müßten, um sich einen Anspruch zum Einsatz von Punktspielen zu erwerben.


    So habe ich vor einigen Jahren einige Projekte angeleiert, weil auch ich mir nicht sicher war, was trainierbar ist und wie weit die individuell kaum vorhersehbare mentale Entwicklung einen Einfluß hat. Denn reduziert man den Fussball aufs Wesentliche, so wird im Kopf entschieden, was mit dem Fuß gespielt wird. Dabei gab es ein paar erstaunliche Ergebnisse. So hat die Entwicklung der geistigen Fähigkeiten mit einer Neigung zu sportlichen Aktivitäten einen günstigen Einfluß. D.h. Spieler mit hoher Intelligenz können in der Jugend mühelos mehrere Ligen überspringen, wenn ihre geistigen Fähigkeiten eine Basis dafür entwickeln. Bei bildungsfernen Schichten spielt hingegen die Zeit, die man mit seinem Hobby Fussball verbringt, eine große Rolle, weil die dabei gewonnenen Erkenntnisse etwas länger brauchen. Insgesamt hatte ich jedoch nach mehrjähriger Beobachtung das Gefühl, dass weitaus mehr trainerbar ist, als man geglaubt hat und Talentanlagen dabei nicht die große Rolle spielen, wie ich bisher angenommen hatte.


    Bei einem neu gegründeten Jugendleistungszentrum habe ich mit den Verantwortlichen über diese Erkenntnisse diskutiert. Man ist dort nach den ersten Fehlschlägen mit zu großen Kadern zur Einsicht gelangt, dass nicht nur die Talente ihr Wort geben sollen, sich intensiv auf ihre Ausbildung zu konzentrieren, sondern auch das Zentrum allen geholten Talenten das Vertrauen ausspricht, jedem gleiche Entwicklungschancen durch in etwa gleiche Spielzeiten zu gewähren. Obwohl die Kader dadurch etwas kleiner werden mußten, weil man sich keine Spieler mehr für die Reservebank holte, ist man insgesamt sportlich erfolgreicher geworden. So hätte man es vor ein paar Jahren noch nicht für möglich gehalten, mit Spielern aus dem Verein und der näheren Umgebung in der A-Jugend-Bundesliga spielen zu dürfen. Das auch das kontinuierlich verbesserte Trainerpersonal eine Rolle dabei gespielt hat, läßt sich denken.


    Vorläufiges Fazit: Ziel sollte es sein, möglichst viele Spieler für höchste Leistungsansrüche zu fördern, statt seine gesammte Energie an in frühen Jahren für besonders hoch talentiert gehandelte Talente zu verbrauchen. Dabei ist es keinen Widerspruch trotz einer anfänglichen Leistungsstreuung im Team allen Spielern die faire Chance zu geben, sich zu den Besten entwickeln zu können. Denn die Leistungsstreuung wird sich im Laufe der Jugend verändern. So liegt es am Trainergeschick, die auf den momentanen Zeitpunkt bezogenen relativen Fähigkeiten perspektivisch einzuschätzen. Dabei gilt es aus den eigenen Irrtümern zu lernen und keine voreiligen Schlüsse (negativ oder positiv) zu ziehen.
    Mag man auch kein zuverlässiges Erfolgsrezpet haben, so hilft eine kontinuierliche und auf hohem Niveau stattfindende Ausbildung für alle Spieler die insgesamte Ausbildungszeit zu verkürzen.


    Weil sich jedoch der Fussball ständig verändert, wäre es zu früh, aufgrund jüngster Erfahrungen dauerhafte Erkenntnisse abzuleiten. Denn fast immer kommt es anders als man denkt!

    @Jungtrainer97


    Tja, ich weiß auch nicht so recht, was ich davon halten soll?


    Zwar ist eine Körperlänge von 1,72 m für einen D-Jugend-Torwart schon aussergewöhnlich, jedoch ist die Größe des Torwarts vom Trainer nicht beeinflußbar und spielt von daher gerade in der Jugend keine große Rolle.


    Als größten Widerspruch sehe ich jedoch das 1 x wöchentliche Torwarttraining bei einem gut ausgebildeten und kompetenten Torwarttrainer (angestellt beim Schweizer Nationaltorwarttrainer), der es aber scheinbar nicht fertigbringt, im die Grundtechniken soweit beizubringen, dass er einen Ball halten (festhalten?) kann? Da bräuchte man schon etwas genauere Informationen, in welchen Situationen der Keeper den Ball nicht festhält? Wenn ein Torwart die Grundfähigkeiten im Training bei einem guten Torwarttrainer erworben hat, so sollte er sie auch im Spiel anwenden können. Die erfolgreiche Anwendung sorgt für eine gute mentale Konstituion.


    Was ist denn mit Kanterniederlagen gemeint? Sollen das besonders hohe Niederlagen sein? Wenn ja, wie würdest du den Fehleranteil bei den Gegentoren bewerten? Denn ein Torwart ist fast immer nur so gut, wie ihn seine Mannschaft aussehen läßt!


    Kommen wir schließlich zum Mentalen! Da fällt mir ein Satz ein: "Man ist solange eine Mannschaft, bis der Torwart einen Ball durchläßt!" Weil der Torwart der letzte Verteidiger ist, wird er schnell als Sündenbock ausgemacht. Da wäre zunächst einmal die Frage zu stellen, wie sich seine Mannschaftskameraden im Spiel verhalten. Insbesondere wäre zu klären, wie häufig der Torwart gegen ein oder mehreren gegnerischen Angreifern allein gelassen wird? Es genügt nicht, dass man die Hand schützend über den Torwart hält. Man sollte an einer Verbesserung der Fähigkeiten im Team arbeiten. Denn der vorderste Angreifer ist auch der erste Verteidiger und der Torwart ist nicht nur der letzte Verteidiger, sondern auch der erste Angreifer.


    Da gibts m.E. nur 2 Möglichkeiten:


    1. du beschreibst das Torwartverhalten genauer
    2. falls du die Frage 1. nicht ausreichend beantworten kannst, bittest du den Torwarttrainer, sich ein Wettkampf-Spiel von eurem Team anzuschauen, um danach besser zu verstehen, wo die Hauptursachen der Torwartfehler liegen?


    Denn eigentlich bist du in der besonders guten Position, mit dem Torwarttrainer einen Fachmann an deiner Seite zu haben, der dir ganz bestimmt sagen kann, ob`s nur am Torwart liegt?

    Remko


    Es wäre tatsächlich schon eine Chance für dich als Trainer gewesen neue Erfahrungen zu sammeln. Ich denke, im oberen Amateur-Leistungsfussball darf man seine Entscheidung für eine Traineraufgabe nicht allein daran festmachen, was man in 4 Wochen oder in in einem halben Jahr erreichen kann, sondern man muß die Frage für sich beantworten, ob man sollte sich diese Aufgabe für einen mittelfristigen Zeitraum (unabhängig vom varkanten Vereinsangebot) vorstellen kann? Denn es liegt am Trainer allein, ob er die richtigen Duftmarken setzen kann. Sie das der Fall, so entwickeln sich Perspektiven.


    Beim infrage kommenden Verein bin ich mir sicher, dass du im Trainerteam der 1. Damen stets ein offenes Ohr für deine Fragen/Sorgen finden würdest. Obwohl auch sie schwierige Aufgaben zu erfüllen haben, sind die echt nett!

    Aber jeder ist seines Glückes Schmied! Man muß es sich zutrauen und die Herausforderungen auf sich zukommen lassen!

    Günter


    Das ist leider eine etwas längere Geschichte! Da gab`s zunächst ein Frauenteam, das das Trainergespann in jahrelanger Arbeit aufgebaut hat. Als nach einigen Aufstiegen das Stadion den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde, zog man mit seiner Frauenfussballabteilung dorthin um. Der erste Bruch kam mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, für die das Trainergespann jedoch keine entsprechene Lizenz hatte und auch nicht machen wollte. Hinzu kam, dass man meinte, man könnte den großen Leistungsunterschied in der neuen Liga ausschließlich mit einheimischen Spielerinnen bewerkstelligen. Als man zur Winterpause auf einem sicheren Abstiegsplatz stand, holte man sich einige Spielerinnen aus dem benachbarten Ausland. Für diese Mädels war es wie 6 Richtige im Lotto in Deutschland, im Land der mehrfachen Europa- und Weltmeister spielen und vielleicht von mehr träumen zu dürfen. Man verhinderte den Abstieg, holte eine neue Trainerin und verstärkte das Team. Als dann ein anderes Team aus der 2. Bundesliga sich finanziellen Gründen leider auf den Aufstieg verzichten mußte, sah man seine Chance und stieg tatsächlich in die 1. Bundesliga auf. Nun machte sich bemerkbar, dass schon für die 2. Bundesliga, in der man ja nur 2 Jahre gespielt hatte, das professionelle Umfeld fehlte. Schon nach den ersten Spielen, mit teilweise unglücklichen Niederlagen gab es Unruhe im Umfeld. Die schwappte auch aufs Team der 2. Damenmannschaft, die dann der Unterstützung aus dem Team der 1. Damen in die Oberliga aufgestiegen waren. Jedoch für den hohen Preis, dass einige Stammspielerinnen in diesem Team in einen anderen Verein abwanderten, da sie nicht einsahen, für Reservespielerinnen der 1. Damen ihren Platz räumen zu müssen. Mit dem Wiederabstieg der 1. Damen in die 2. BuLi gabs dann einen zemlichen Knall! Weil zunächst unklar war, welcher Trainer in der neuen Saison verantwortlich sein sollte, gabs so gut wie keine Planungssicherheit. Leistungsträgerinnen, die nicht bis zur letzten Minute warten wollten, verließen den Verein. Diese Lücken konnten nur noch mit Spielerinnen aus der 2. Damenmannschaft aufgefüllt werden. Die 2. Damen besteht aktuell aus Küken, die noch in den B-Juniorinnen (spielen in der Bezirksliga teilweise gegen 9-er Teams) spielen dürfen und Damen, die einfach noch ein bißchen Spaß am Fussball haben möchten. Trainiert werden sie von einer guten, aber noch sehr unerfahrenen Trainerin, die langsam merkt, dass sie zu viele Aufgaben gleichzeitig macht.


    Zusammenfassend kann man sagen, dass die Teams der 1. und 2. Mannschaft etwas zu schnell aufgestiegen sind, ihnen das entsprechende Umfeld fehlt und nun einen Preis dafür zu zahlen haben. Man hat auch keinen sportlich ausreichenden Jugendunterbau und muß sich fast alle Spielerinnen von auswärts holen.


    In der Frauenoberliga treten weitaus mehr Trainer zurück, als entlassen werden. Wenn man sich die richtigen sportlichen Ziele steckt, dann kann man hier durchaus Erfolg und Spaß haben. Die Mädels dort beißen nicht!

    @Ttimo


    So wie dir gehts vielen Trainern, selbst nach Jahren können sie ihre Emotionalität nicht ganz verbergen. Denn in so gut wie jedem Spiel gibts Szene der Freude wie Skzenen der Enttäuschung.


    Versuch es einmal mit folgenden Tipps:


    1. Bei Enttäuschung sagst du dir leise "... meine Güte noch mal ..."
    2. die Freude drückst du laut aus! "... super gemacht, Jungs ..."


    Damit gewichtest du für dich wie für die Mannschaft Enttäuschung und Freude!


    Falls das nicht gleich klappen will, dann entferne die während des Spiels ein paar Meter vom Spielfeldrand und von der Reservebank, um etwas mehr Distanz und etwas weniger Druck zu spüren. Denn du willst ja nicht, das deine Jungs zusammen zucken und einen Schrecken bekommen, wenn du lospolterst!


    Dann noch einen Tipp zum Schluß: man kann sein Trainerverhalten vorbereiten, indem man sich auf deine Aufgaben fürs Spiel vor Augen hält! Man kann sich einen Zettel machen, auf dem 3 Sachen stehen, die man auf jeden Fall machen möchte und 3, die man auf jeden Fall vermeiden will. Ist man sich in einer Szene unsicher, schaut man auf seinen "Spickzettel"!


    Unvorbereitet oder mit überehrgeizigen Erwartungen ins Spiel zu gehen, dass kann leicht ins Auge gehen. Gewinnen will jeder gerne, aber es muß sich niemand nur deshalb als Sieger fühlen, weil seine Mannschaft ein Spiel gewonnen hat. Denn das ist schon tags darauf so alt wie die Zeitung von gestern!


    So, jetzt wünsche ich dir viel Erfolg dabei!

    Remko


    Nach deinem Zweithobby "Speedway" zu urteilen, kommt nur ein Verein dafür infrage!


    Aber wenn du schon in die absolute Provinz fährst, um dir dort ein Spiel anzuschauen, dann solltest du diese für den Fall einer Traineranfrage genügend Gründe haben, diese sportliche wie persönliche Herausforderung anzunehmen!


    Wenn du einfache Traineraufgaben suchst, die gibts ab der Frauenoberliga nicht mehr zu verteilen!

    Günter


    Du hast aus deiner langjährigen Praxis heraus die richtigen Schlüsse gezogen. Chris hat erkannt, dass die Leistungserwartung an einen DFB-Stützpunktspieler nicht überbewertet werden darf.


    Es gibt mitlerweile eine Reihe von wissenschaftlichen Unterstützungen über den Sinn zu Zweck von Frühförderung, die alle zum gleichen Ergebnis kommen, dass auch bei Frühförderung keine zuverlässige Erfolgsprognose gestellt werden kann. Warum diese Ergebnisse manchen NLZ ein Dorn im Auge sind, konnte der aufmerksame Leser durchaus mitverfolgen!


    Vielleicht schafft es der neue DFB-Sportdirektor ja, den entstandenen Reformstau mittelfristig abzuarbeiten und mehr Transparenz für Eltern und Talente zu schaffen?

    Fühle mich gerade sehr gut unterhalten! Da werden jetzt sogar D 1 - D 4 Vergleiche im Dorfverein bemüht, die NLZ - Entscheidungen zu rechtfertigen!


    Welches NLZ drückt denn bitteschön den interessierten Talenten und Eltern Statisitken über die jährliche "Aufffrischensqoute" in die Hand? Man macht sich nicht einmal die Mühe, solche Daten zu erheben. Beim DFB gibts übrigens diese Statistiken, weil es eine Kontrolle der Förderarbeit braucht. Die Ergenisse werden regelmäßig vorgestellt und es werden auf dieser Basis Korrekturen durchgeführt. Als Beispiele ist hier das 9-er Spielsystem in der D-Jugend zu nennen oder aber die Zusammenführung von C-Junioren aus mehreren Stützpunkten, um das Fördertraining in dieser Altersgruppe effektiver zu gestalten.


    Weil nur wenige NLZ zertifiziert sind, herrscht hier ein Wildwuchs an Konzepten! Was für einen Grund sollte es sonst haben, nicht auf die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse einzugehen?


    Es geht dabei gar nicht so sehr darum, das nicht jeder Student Professor wird! Das wollen die meisten auch gar nicht! Es geht um eine faire Chance! Und die haben die meisten zu früh ins NLZ geholten Spieler nicht. Darüber gibt es ausreichend wissenschaftliche Untersuchungen.


    AKjfv
    Wie ich bereits im Thread "Wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" zum Phänomen des RAE-Effekts sagte, möchte man leide auch bei einem Teil der Trainerschaft in der DFB-Nachwuchsförderung lieber sofort gewinnen, statt sich um die Spieler mti dem größten Potenzial im Zuständigkeitsgebiet zu kümmern. Über das Selektionsmerkmal einer körperlichen Benachteiligung von Spätgeborenen einer jungen Jahrgangsmannschaft schweigen sich die NLZ jedoch ebenfalls aus!

    Hier mal ein paar Ergebnisse über die Studen zu einem frühen Wechsel in ein NLZ aus dem Fachbereich Sportwissenschaft der TH Kaiserslautern



    Jährliche Auffrischungrate NLZ 25 % p.a.
    U10/11 17 %
    U11/12 27 %
    U12/13 18 %
    U13/14 24 %
    U14/15 26 %
    U15/16 33 %
    U16/17 18 %
    U17/18 32 %
    U18/19 33 %


    U-Nat.-mannsch. 41 % p.a.
    U15/16 50 %
    U16/17 35 %
    U17/18 46 %
    U18/19 38 %


    Auf der Seite 11 findet man eine Tabelle über den Verbleich im NLZ bezogen auf die Jahre:
    Danach befinden sich von den U 10 eines NLZ nach 3 Jahren gerade mal 50 % noch dort, nach 5 Jahren ist es nur noch jeder Dritte. Von den in der U 10 gestarteten Talenten haben sind in der U 19 gerade mal 7 % noch dort!


    Natürlich ist selbst bein einer Förderung durch den DFB in U-Nationalmannschaften noch eine erhebliche Quote von Talenten dabei, die sich nicht für höhere Aufgaben empfehlen können. Auch, wenn es von der U 15 bis zur U 19 sind es immer hin noch 36 %. sind, zeigt dies die Unsicherheit von Erfolgsprognosen auf.


    Die meisten früh geförderten werden bald durch andere Spieler ersetzt, die sich außerhalb des Fördersystems erfolgreicher entwickelt haben.
    ï‚§Populationen der früh geförderten Spieler und der später erfolgreichen Profi-Spieler sind nicht identisch, sondern weitgehend disparat.(Seite 13)


    Spitzensportler gehen mehrheitlich eher aus vielfachen Selektions- und De-Selektionsprozesse hervor als aus frühzeitiger und langfristiger Förderung (Sete 19)


    Verlässliche frühe Talenterkennung ist nicht möglich.(Seite 20)


    Wirksamkeit der Fördermaßnahmen unsicher. (Seite 20)


    Dass sich dahinter Einzelschicksale verstecken, mag richtig sein! Bemerkenswert ist jedoch, dass NLZ die Ergenisse dieser wissenschaftlichen Studien, die alle zum Ergebnis "first in = first out" gelangen, beharrlich ignorieren.
    Als Motiv darf angenommen werden, dass sich diese Trainer ja selbst arbeitslos machen würden, wenn sie den wissenschaftlichen Ergenissen folgen würden!

    @Don


    Ein Vereinswechsel ist aus Sicht des Talents nur bei einer zuverlässigen, seriösen Erfolgsprognose sinnvoll. Die ist im unteren Jugendbereich noch nicht möglich! Wenn ein Verein etwas anderes behauptet, so darf man ihn als unseriös bezeichnen!


    An der fehlenden Erfolgsprognose prallen all eure Argumente von "müßte, könnte, sollte ..." ab!


    Allerdings decken sich eure Meinungen mit meinen Erfahrungen, dass bei den meisten Eltern, die über ihre Kinder einen Kontakt zu einem großen Verein (vielleicht sogar Lieblingsverein) bekommen, die Sicherungen durchbrennen.

    Günter und follkao


    Ja, so ist es wohl! Es gibt einen deutlichen Interessensunterschied zwischen Vereinen, die nach dem Motto "Stecknadel im Heuhaufen" sich so früh wie möglich potenzielle Talente sichern wollen, die später viel Geld kosten könnten. Dabei nehmen sie billigend inkauf, dass sie im unteren Jugendbereich weder ausreichend qualifizierte Trainer haben, noch dass nach dieser Methode beim ständigen Aussortieren auch die Spieler durchs Raster fallen, die man als Spätentwickler langläufig bezeichnet.


    Weil jedoch bereits sehr früh nach Drillmethoden versucht wird, alle Spieler am Leistungslimit zu coachen, denn der Meisterschaftsrang ist der Maßstab, an dem viele Trainer im Verein gemessen werden, geht der Spaß und die Leistungsbereitschaft bei einem Teil der Talente schon früh verloren! Welch ein Wunder also, wenn die später hinzugekommenen Talente schon kurz nach ihrem Wechsel deutlich schnellere und größere Fortschritte machen und die vormals hochgelobten und mit Erfolgsprognose ausgestatteten Talente nunmehr fast vollständig aussortiert werden?


    Ich hoffe, es wird nunmehr deutlich, warum sich die Vereinsinteressen gerade im unteren Jugendbereich nicht mit den Interessen der meisten Talente, Eltern/Heimatverein-Trainer decken? Denn es findet hier weder Leistungsfussball statt, noch kann man in diesem Bereich bereits ein seriöse Erfolgsprognose geben, was einen früheren Vereinswechsel rechtfertigen würde!


    Muß ganz ehrlich sagen, dass es bei diesem Thread wirklich sehr zäh zu ging, bis es bei einigen Users "klick" gemacht hat! Ich hatte schon fast keine Lust mehr, meinen Senf dazu zu geben! Auch will ich nun hoffen, das Diejenigen, die hier mitgelesen haben und es kapiert haben, zukünftig Eltern von Talenten mit ein wenig Rat zur Seite stehen, damit sie vor ihrer Entscheidung mal eine "neutraler Stimme" hören!

    @Akjfr


    In der Tat zeigt es sich auch hier, dass es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, was denn nun Breitensport und was Leistungsport ist.


    Diese Diskussion gibts bei älteren und ähnlichen Themen ebenfalls. Sehr häufig werden dabei zusätzliche Fördermaßnahmen in Auswahlteams oder aber die Teilnahme an der D 1 im Verein, dessen 1. Senioren in der Bundesliga spielt, mit Leistungsfussball in Verbindung gebracht. In einigen D 1 - Teams von Bundesligisten werden zwar Auswahlteams trainiert, aber sie kicken im Punktspielbetrieb gegen normale Vereinsteams und spielen im Verband gegen andere DFB-Stützpunkt-Auswahlmannschaften.


    In einer Reihe von Beiträgen hört man Aussagen: "bei uns im Verein werden die Spieler ab der D - Jugend nach Leistung in die Teams" aufgeteilt. Jedoch ist es ein Trugschluß daraus zu deuten, dass dann das jeweils 1. Team nach den Merkmalen des Leistungsfussballs trainiert werden.


    Das Problem bei diesen Diskussionen ist jedoch meist, dass kaum ein Teilnehmer dort im Jugendleistungsbereich (U 14 - U 19) tätig tätig war und deshalb die Differenzierung nicht kennt und deshalb nicht versteht!


    Allerdings gebe ich euch auch recht, dass selbst die Folien des DFB nicht immer auf den neuesten Stand gebracht sind und manches fehlinterpretiert werden kann. Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch viel mehr Leistungs- und Profi-Vereine, die eigene D-Junioren-Auswahlteams unterhielten. Die Ausbildung der Stützpunkttrainer war seinerzeit längst noch nicht auf dem heutigen Standard. Später wurden jedoch nur noch D-Jugend Team von Bundesligsten zu den Jahrgangs-Auswahlturnieren des Verbands zugelassen. Zwar trainieren die häufiger miteinander als die DFB-Stützpunktteams, wenn jedoch dennoch Stützpunktteams diese Turniere für sich entscheiden können, dann es dies ein weiteres Indiz dafür, dass es in dieser Altersgruppe um die Grundausbildung und noch nicht um den Leistungssport geht.


    Nur zu gut verstehe ich die Eltern und Trainer von talentierten Kindern, die bereits tolle Leistungen bei ihren Kids entdecken. Jetzt müßt ihr noch alle wichtigen Entscheidungen für eure Kinder treffen. Unterstützt ihr Hobby, denn ob mehr daraus wird, werden eure Kinder irgendwann selbst entscheiden. Wollt ihr zu früh zu viel, dann geht das fast immer in die Hose, denn leider hören Jahr für Jahr selbst hochtalentierte Kinder auf, weil bei ihnen der Druck den Spaß am Fussball verdrängt hat. Wenn Spaß und Leistung keinen Widerspruch darstellen soll, dann müßt ihr euch solange in Geduld üben, bis eure Kinder selbst so alt sich, um selbständig diese Entscheidungen mit allen Konsequenzen treffen zu können. Läßt euch nicht unter Druck setzen und glaubt ihnen das "jetzt oder nie" nicht! Denn das ist die erste Lüge von den Schwarzen Schafen in der Branche!

    @hansi1984


    Ich kann deinen Ärger durchaus verstehen. Aber man muß es auch mal aus dem Blickwinkel anderer betrachten.


    Mal ein Beispiel: beim diesjährigen Bezirksliga-Pokal für B-Juniorinnen trat eine Regionalauswahl der C-Juniorinnen an. Dass dieses Team den Pokal gewann, fanden die Vereine natürlich nicht so toll!


    Ein Gegenargument zur Teilnahme des Mädchens könnte sein, dass bei ihrer Teilnahme in 2 Teams eine Wettbwerbsverschiebung zu erwarten wäre? Denn in der Antwort hieß es ja, dass man in dieser Konstellation keine ernsthafte Absicht erkennen könnte, dass die Teilbereichspielerin in der Puktspielsaison regelmäßig an den Spielen der U 15 Mädchenmannschaft teilnimmt und deshalb auch keinen Anspruch darauf erworben habe, bei den Jungen und Mädchen mitspielen zu dürfen. (Klar haben die gewußt, dass das auch gar nicht geht, weil sie Punktspieltermine überschneiden. Aber so ganz Unrecht haben sie wohl nicht?)


    Ein Gleichsetzen mit den Leistungen der Jungen geht natürlich gar nicht! Die Regleung, nach der Mädchen ein Jähr länger als die Jungen in einem Jungenteam spielen dürfen, ist schon ein paar Jahre alt und klappt meistens ganz gut. Durch die Verbesserung der Mädchen-Talentförderung gibt es jedoch auch immer mehr Mädchen, die es mit gleichaltrigen Jungs aufnehmen. Was macht man mit so einem hochtalentierten 11-jährigen Mädchen, die sich in einer U 13 - Jungenmannschaft erfolgreich behaupten kann? Darüber kann wohl nur jemand befinden, der parallel solche Teams über Jahre hinweg trainiert hat! Denn wie bereits beschrieben, gibts bei diesen Mädchenteams jahrgangsbedinge große Leistungsniveau-Schwankungen, die eine Beurteilung zum Jungenbereich fast unmöglich machen! Wie will man hier fair entscheiden?

    Der Grund, warum viele Talente zu früh wechseln liegt nicht daran, dass in den größeren Vereinen in der D-Jugend nach den Merkmalen des Leistungssports trainiert wird, sondern weil viele Eltern/Elterntrainer, die sich im Leistungsfussball gar nicht auskennen, meinen es wäre sonst zu spät!


    Also wenn das heute noch Realität sein soll, was zu Lehmann`s Zeiten galt, dann bangt mir jetzt schon beim nächsten EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar! =)

    @Don


    Diese Folien haben schon einen "so langen Bart"! Eine Seite vorher findet man als Beispiele Profis (Lehmann, Ballack, Frings), die schon lange ihre Fussballschuhe an den Nagel gehängt haben!


    Aber erkläre mir doch bitte mal anhand der Folie 14/15, warum man von 21 - 29 Jahre nur bis max. 2. Bundesliga spielen darf und erst ab 30 Jahren in die A-Nationalmannschaft? Mir scheint, dass selbst die damaligen Foliengestalter ein paar "Meyer-Vorfelder" dabei getrunken haben?


    Übrigens! Wer sich ein wenig Mühe macht, wird noch schlimmere DFB-Folien finden! Beim DFB ist es wie mit manchen Gesetzen! Weil leider auch beim DFB zuviel geschrieben wird, liest sich kaum jemand durch. Das führt dazu, dass mancher Unsinn auch nach Jahren noch nicht korrigiert wurde.

    hansi1904


    Ich vermute mal, du bist nicht nur ihr Trainer, sondern auch ein sehr naher Verwandter, weshalb dir diese Situation emothional sehr nah geht?


    Bei der Einführung des Zweitspielrechts sollte die Möglichkeit geschaffen werden, vorübergehend in einem anderen Verein zu spielen, ohne den Heimatverein verlassen zu müssen. An eine Förderung von Talenten war in diesem Zusammenhang gar nicht gedacht.


    Der Teilbereich (davon gibt`s in Niedersachsen 4) ist eine Zwischenstufe zwischen der Kreis- und Verbandsauswahl. Zwar ist der Jg. 2002 der aktuell jüngste Teilbereichsjahrgang. Aber in Abhängigkeit der dort vorgefundenen Qualität gibts auch für jüngere Spielerinnnen einen Zugang auf diese Förderstufe. Ab der Verbandsauswahl ist der zusätzliche Einsatz der talentierten Mädchen in Jungenteams wünschenswert, aber der DFB-Auswahl zunächst Pflicht (mangels flächendeckender Möglichkeiten wird hier jedoch darauf verzichtet, eine bestimmte Liga der Jungenmannschaft vorzugeben)! Zusätzlich erhält das Mädchen auf dem DFB-Stützpunkt zusammen mit den Jungen ein wöchentliche Fördertraining.


    Die aktuell höchste Liga von C-Juniorinnen in Mädchenteams ist die Bezirksliga. Vielerorts kann man sich dazu an- oder auch abmelden. Ein sportlicher Auf- und Abstieg ist mangels ausreichender Teams, die sich für diese Liga interessieren, meist nicht möglich. Dementsprechend stark schwankt auch das Niveau der C-Juniorinnen-Bezirksliga. Die besonders starken C-Juniorinnen-Teams spielen zwecks garantiertem Leistungsniveau deshalb in Jungen-Ligen mit. HIer kommte es den Mädchen zugute, dass sie aufgrund der bei ihnen früher einsetzenden Pubertät im Alterskorridor zwischen Ende der D-Jugend bis Ende der Hinrunde C-Jugend sogar leistungsfähiger als die gleichaltrigen Jungen sein können. Zur Rückründe der C-Jugend setzt jedoch bei den Jungen die Pubertät ein, wodurch sie nicht nur deutlich an Länge und Muskelkraft zulegen, sondern auch ihr Handlungsschnelligkeit zunimmt. Weil hier jedoch taktisch gut ausgebildete Mädchen-Auswahlmannschaft als Vereinsteams gegen Jungenteams mit Kreisklassenniveau um Tore und Punkte kämpfen, passt es auch weiterhin meistens.


    Ein Staffelleiter kann sich immer nur an "geltendes Recht" halten! So kann ich mich daran erinnern, das vor Jahren einige große Vereine auf die Idee kamen, ihre besonders leistungsfähigen D-Junioren-Teams in die C-Juniorenklasse anmelden zu wollen. Als man ihnen jedoch erklärte, dass sie dort wie jedes neue Team in der untersten Liga starten müßten, verzichteten sie darauf! Stattdessen gründete man eine "wilde D-Junioren-Landesliga", was der Verband jedoch ablehnte. Da die Freundschaftsspiele zu den Punktspielen jedoch nur selten stattfanden, war auch dieser inoffizellen Liga ein frühes Aus beschert!


    Wenn ich dir also einen persönlichen Rat geben darf, dann diesen: Selbst, wenn das Mädchen hoch talentiert ist, sollte man es nicht schon früh überfordern! Denn bei einem regelmäßigen Mitspielen in 2 Mannschaften, dem zusätzlichen Fördertraining in der Kreis- und Teilbereichsauswahl, bleibt kaum noch Zeit für Freundinnen. Sie ist erst 11 Jahre alt und hat noch viel Zeit zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten.


    Mit 11 Jahren ist sie in einem Alter, in der sich der Spaß am Fussball verfestigt und später der Spaß an der eigenen Leistung wächst. Zwar ist es ein typisches Merkmal von Talenten, dass sie schon vieles früher können, als Gleichaltrige. Aber man sollte es dennoch als Inidividuum betrachten und ihm die Chance geben, die anderen Fähigkeiten in Ruhe zu entwickeln. Dazu braucht sie jetzt ihre Freunde und Familie noch viel zu sehr, weshalb genügend Zeit dafür eingeplant werden sollte.

    illubu


    Ich finde den Hinweis und die Kritik von holzi zum "mittelmäßigen Spielermaterial" O.K. Der Tipp ist deshalb ein meinen Augen wertvoll, weil sogar im Kinderfussball Begriffe aus dem militärischen Bereich (Truppe, Attacke, usw.) unreflektiert verwendet werden. Das ist hier nicht mal böse gemeint, sondern er will darauf aufmerksam machen, dass es bessere Beschreibungen gibt. Fachspezifische Begriffe (z.B. Team, Pressing, usw.) sind sicher hilfreicher, aber ihre Verwendung ist sicher noch nicht so geläufig. Deshalb sollte man es an dieser Stelle auch nicht überbewerten.


    So, nun aber zum eigentlichen Thema. Die NLZ-Arbeit nach den Merkmalen findet unter Anleitung von dafür qualifizierten Trainern erst ab der C-Jugend statt. Weil es Unterschiede zwischen der Jungen- und Mädchenförderung gibt, gehe ich im Nachfolgenden nur auf die Jungenförderung ein.


    1. Talentförderung durch Zusatztraining
    Unterhalb der C-Jugend gibt es für talentierte Kinder ab der F-Jugend (derzeit Jg. 2005) ein 2-jähriges Sondertraining statt. Da dies jedoch im Aufgabenbereich der Verbände liegt, kann es hier Unterschiede geben. Darauf erfolgt ein Fördertraining durch den DFB, was durch besonders ausgebildete Jugendleistungstrainer (haben meistens B-Lizenz) erfolgt. Ab der C-Jugend sollen die Talente in einen größeren Verein mit Leistungsabteilung wechseln. Weil dies jedoch nicht immer möglich ist, erfolgt hier über den Zusammenschluß der C-Jugendtalente von mindestens 2 Stützpunkten eine weitere Unterstützung.


    Im Rahmen dieser Talentförderung finden Funktionsspieltage (kleine Turniere gegen benachbarte Auswahlteams) statt. Ab der U 13 gibt es für besonders hoch veranlagte Jugendliche weitere Fördermaßnahmen durch den Verband. Als besonderes Highlight wird der 1 x jährliche Länderpokal in Duisburg angesehen, wo sich die Scouts der BuLi-Vereine wie auch die zuständigen DFB-Jugendtrainer ein Stelldichein geben. Die Jahrgangs-Nationalmannschaft beginnt ab der U 15. Doch wenn selbst von diesen Talenten der Nationalmannschaft ein Teil später lediglich viertklassiges Niveau im Seniorenbereich erreicht, dann sollte dies ebenfalls Erwähnung finden, statt immer nur die wenigen erfolgreichen Karrieren zu beschreiben.


    Nicht besser ergeht es da den Jugendtalenten der NLZ in den Profivereinen. Jedoch überstrahlen auch hier die wenigen Erfolgskarrieren die vielen, bereits während der Jugendjahre gescheiterten Karrieren. Meist gilt der Satz: wer früher kommt, ist früher wieder zuhause! Aber seien wir mal ehrlich, wer läßt sich nicht lieber Honig ums Maul schmieren und in Träumerein schwelgen? Bei einer gezielten Werbung ist es eben schwer zu widerstehen!


    Man kann deshalb nur den Rat geben, diese Zeit zu nutzen, um sich in Ruhe einen Überblick verschaffen, ob eine weitere und noch intensivere Förderung sinnvoll erscheint. Der Rat einer zweiten Person hat schon so manchen aus seinen Träumen auf den harten Boden der Realität zurück geholt. Es ist wie beim Lotto: für eine realistische Chance auf 6 Richtige müßte man 200 Jahre alt werden. Trotzdem spielen jedes Wochenende Millionen und fast alle verlieren dabei ihr Geld! Manche sind sogar noch so dumm und wählen Geburtstage, wo doch jeder weiß, dass es hierbei keine Zahl über 31 geben kann. Dann freuen sie sich erst über einen Gewinn und ärgern sich danach über den geringen Gewinn, weil sehr viele Leute diese Zahlen getippt haben.


    Viele Eltern talentierter Kinder sehen lediglich einen kurzen Zeitabschnitt. Auch können sie die Leistungen ihres Kindes noch nicht mit besonders talentierten Kindern aus einem größeren Gebiet vergleichen. Dazu meinte ein ehemaliger Profi: "In meinem Heimatverein habe ich immer so 4 - 5 Tore pro Spiel geschossen"! Als ich zu Werder kam, gelangen mir kaum noch Treffer. Das war erst mal ganz schön frustrierend! Da waren eine Reihe von Talenten, die mehr drauf hatten als ich. Aber ich habe immer an mich geglaubt, wurde von größerem Verletzungspech verschont, mir jeden kleinen Fortschritt erarbeitet und mich "durchgekämpft"!


    Dieses mangelnde Wissen über spätere Perspektiven gibts jedoch nicht nur bei den jungen Spielern und Eltern, sondern auch dort, wo Jugendtrainer ausschließlich in einer speziellen Altersgruppe tätig sind. Was später aus den ihn anvertrauten Kindern wird und warum die meisten von ihnen irgendwann scheitern, darüber haben sie keine Kenntnis.


    Wer jedoch altersgerecht trainieren möchte, für den ist es von Vorteil, nicht nur einen schmalen Altesbereich kennenzulernen, sondern einen Erfahrungsschatz über den vollständigen Karriereweg (über die eigene Karriere hinaus) kennenzulernen. Weil das jedoch besonders schwierig ist, hilft man sich z.B. in den Niederlanden damit, dass über die Aufnahme eines Talents ein Trainerteam entscheidet und so die Verantwortung über die gesamte Jugendzeit übernimmt. Natürlich gibts auch dort keine Erfolgsgarantie. Doch anders wie in Deutschland, will man sich dort keine Talentverschwendung mehr leisten. Weil ihnen diese Arbeit viel zu wichtig ist, sehen sie es mittel- und langfristig. Auch teilen sich häufig mehrere Vereine den hohen Aufwand für die Talentförderung. Auf diese Weise unterliegen sie geringeren Qualitätsschwankungen, die durch Fehlbesetzungen innerhalb eines Vereins meist nicht so schnell korrigiert werden. Die Erfolgsquote (Anteil der Spieler, die sich für den Profifussball qualifizieren) ist deshalb höher als in deutschen NLZ.


    Ich denke, spätestens, wenn in Deutschland die Einsicht einkehrt, dass man sich bei immer weniger Kindern diese Talentverschwendung nicht mehr leisten kann, wird man über derartige Modelle auch hier nachdenken. Aber solange wird vermutlich das "Kirchturmdenken" in den Vereinen die Entscheidungen bestimmen und die verantwortlichen Jahrgangstrainer weiterhin mit nervösen Daumen kurzsichtige Entscheidungen über Top und Flopp treffen!


    Hier ist die eigentliche Ursache für den wahrgenommenen Drill zu finden! Denn man vergleicht lediglich die eigenen Methoden ausschließlich mit denen von benachbarten NLZ, statt einen intensiveren Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen.
    Denn nicht alles, was gutgemeint ist, ist dann auch gut gemacht!


    Wer seinem Kind und sich etwas Gutes antun möchte, der sollte ruhig solange Zeit mit ihm verbringen, wie es Beiden Spaß macht. Wer es besonders gut meint, der sollte sich mit der Fachmaterie beschäftigen. Dazu kann er zunächst kostenlos an Kurzseminaren in seiner Nähe teilnehmen. Fast jeder Fussballkreis hat mitlerweile seine eigene Homepage, auf der man Informationen über die Veranstaltungen findet. Zusätzlich gibts die Möglichkeit an Demo-Trainngseinheiten in den Vereinen, die über Fachpersonal mit dem DFB-Mobil organisiert werden. Wer danach Lust auf mehr bekommt, der sollte sich über die untersten Stufen einer Trainerausbildung informieren. (Hier würde ich mir wünschen, dass man bald das "E-Learning" für die theoretische Trainerausbildung realisiert)!

    personalityX


    Dein Einwand ist auch nach meiner Meinung vollkommen korrekt! Wenn sich RTL die Übertragungsrechte von Fussball-Länderspielen sichert, dann sollte sich eine Mindestqualität für die Kommentierung sicherstellen.


    Mag man den Standard-Reportern hier und da noch Schwächen bei der Analyse der Torwartarbeit verzeihen, so sollten "Leute vom Fach" doch besser mit der Bewertung von Torwart-Fehlern umgehen.


    Natürlich hatte Manuel Neuer recht, das er bei einem hohen Ball aus dem Halbfeld in die Nähe des 5-er`s raus mußte. Eine andere Variante des Laufwegs zur Abwehr der Kopfballverlängerung stand ihm jedoch nicht zur Verfügung, weil er zu weit am kurzen Pfosten stand. So konnte er lediglich durch die Torfläche huschen und versuchen, einen Arm so lange wie möglich in den Bereich der Torfläche zu halten. Hätte das geklappt (was ja in vergleichbaren Situationen hin und wieder geschieht), dann hätte man Manuel noch höher gelobt. Nun aber hatte man einen Sündenbock gefunden und dazu noch einen Kommentator, der ihm den entsprechenden Stempel aufdrückt!


    Der Hinweis von Lehmann: "hier muß er höher stehen .." ist für genau diese Situation ideal! Doch es gibt fast in jedem Spiel Situationen, in denen der Keeper zum Zeitpunkt des Fehlers seiner Abwehrkollegen nicht ideal zum Ball stehen kann. Meist kann er dies jedoch mit ein wenig Glück korrigieren oder aber der Torabschluß ist nicht optimal. Hätte Lehmann erwähnt, so hätte ihm die Fachwelt diese Kommentierung abgenickt.


    So aber mag Lehmanns "Schlaubergerei" vielleicht für die Blödzeitung taugen, hat jedoch m.E. mit einer seriösen Sportberichterstattung nichts zu tun!

    Günter


    Das von dir Dargestellte mag mancherorts Realität sein, aber es entspricht nicht dem kindlichen Entwicklungsprozeß. Vielleicht schnappst du dir einfach mal die Diplomarbeiten, liest es dir durch, kommst zu anderen Einsichten und korrigiert dann die Altersstufen?


    Übrigens gibt auch schon begleitende wissenschaftliche Studien zum KIFU! Z.B. die Arbeit von Oliver Zeppenfeld aus dem Jahr 2011. Auch die helfen dabei, sich ein besseres Bild darüber zu machen, was im Kinderfussball wünschenswert wäre. Natürlich dauert es immer eine Zeit, bis die Erkenntnisse auch in die NLZ fließen und integriert werden. Bei nachdenklichen Typen wie Chris habe ich da auch gar keine Bedenken, aber es gibt dort auch "Hartgesottene", die erst mal alles abstreiten, wissenschaftliche Untersuchungen ignorieren und freiwillig nichts ändern möchten! Jede Generation hat ihre "Wahrheiten" und schimpft erst mal auf alles Neue! Besonders auf das, was ihm nicht in den Kram paßt!