Beiträge von TW-Trainer

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    @alle


    So, jetzt wird´s besser! Also, was tun wir, um zu gewinnen? Wir beschäftigen uns mit dem Fussball, den diese Kinder gerade spielen und holen sie dort im Training und Spiel ab, wo sie gerade stehen.


    Damit wäre schlußendlich auch die Frage nach der eigentlich selbstverständlichen Siegermentalität erleidigt!


    Auch ist eine Aussage über eine vorhandene oder nicht vorhandene Siegermentalität als Grund für Niederlagen deshalb relativ, weil die Resultate im wesentlichen von der Spielstärke der Gegner abhängt. So kann das selbe Team vor dem Aufstieg die vermeintliche Siegermentalität besessen haben, aber nach dem Aufstieg diese scheinbar vorloren haben.


    D.h. man muß die Siegermentalität ein stückweit von den Spielergebnissen abkoppeln, um zu realistischen Aussagen dazu zu gelangen.

    Günter
    Nun leg mal die Blöd-Zeitung aus der Hand. So`n Unfug kommt doch normalerweise nicht über deine Lippen!


    Das Ziel beim Fussballspiel mehr Tore zu erzielen als der Gegner können selbst die kleinen Kinder, die noch nicht zählen können, verstehen! Allerdings ist das Spiel selbst für sie noch zu komplex, weshalb sie einen Trainer brauchen, der sie spielerisch Erfahrungen sammeln läßt, wie man mehr Tore erzielt als der Gegner.


    Das Problem vieler unerfahrener Trainer ist jedoch, dass sie zu wenig vom Fussballspiel verstehen und deshalb zu sehr nur auf die Momente des Torabschluß- bzw.Torverhinderung fixiert sind. Wer nicht weiß, warum man gewinnt, weil auch nicht, warum man verliert!


    Das Meckern fängt ja meist bei den Trainern an und überträgt sich erst danach auf die Kinder! Wer zum Schiri ruft: ".. das war Abseits .. " darf sich nicht wundern, wenn beim nächsten gegnerischen Angriff einer der eigenen Abwehrspieler einfach mal stehen bleibt und ruft "... Schiri, das ist Abseits ..." Natürlich darf man die Frage stellen, warum sich der Spieler das Gleiche erlaubt wie sein Trainer, wo doch dieser als Autoritätsperson zu gelten hat? Schließlich darf der Trainer auch rauchen, saufen, rülpsen und dreckige Witze erzählen! Um zum Ende zu kommen: will man die Kinder für die materielle Wohlstandsgesellschaft und das Glück dabei in Frieden Leben zu dürfen, schuldig sprechen? Wohl kaum! Sie bekommen doch nur die Eltern, die sie verdient haben! Womit wir beim eigentlichen Thema wären!


    Also besteht des Rätzel`s Lösung wohl eher darin, sich als Trainer zusätzliches Wissen über den Fussball anzueignen, Erfahrungen und Ratschläge in der Mannschaftsführung einzuholen, statt an der fehlenden Siegermentalität der aktuell trainierten Mannschaft zu zweifeln? Oder hast du einen besseren Vorschlag?

    Ralf


    Ich wundere mich immer wieder über die Kreativität der Verantwortlichen:


    "Und auch die Journalisten, die bisher Tor für Tor notierten, müssen sich morgen Vormittag gewaltig umstellen.
    Bei dem Test-Turnier wird es nur vier Ergebnisse geben - entweder ein 1:0 oder ein 0:1 oder ein 0:0 oder ein 1:1. Sollte also eine Mannschaft vielleicht fünf Tore schießen und, wie nach der bisherigen Zählweise, damit 5:0 gewinnen, wird das Spiel nur mit einem 1:0 gewertet. Sonderpokale für den besten Torhüter, den besten Spieler oder den besten Torjäger, wie es bis zuletzt fast überall gehandhabt wurde, soll es in diesem Altersbereich ab sofort auch nicht mehr geben.
    Das Tannaer Turnier läuft als Test für die Meisterschaftsrunde ab März 2015."


    Diese Eigeninterpretation schließt zwar das Fairplay nicht aus, aber ich frage mich, wie die Bambinies die Ehrung einzelner Spieler wahrnehmen, wenn sich doch in dieser Altersgruppe jeder unabhängig von seiner Leistung als der beste Spieler fühlen darf. Zumal dies ein Zeichen für unerfahrene Trainer sein kann, ihre vermeintlich besten Spieler zu Positionsidioten auszubilden, statt zu rotieren?


    Für die Erwachsenen einen Unterschied ausmachen, ob ein Spiel mit 5 oder mit 1 Tor Unterschied gewertet wird. Denn ein 0 : 1 ist ja nicht so schlimm, wie ein 0 : 5! Doch kennen wir diese Form der ergebnisorientierten Hysterie unter den Erwachsen als Ursachen für Unruhen doch zu Genüge!
    Die Kinder in dieser Altersgruppe nehmen Fussball anders wahr. Sie fühlen sich als Sieger, weshalb sie es nicht mit dem realen Spielstand in Verbindung setzen! Deshalb kommen Unentschieden und Niederlagen bei ihnen gar nicht vor!


    Wenn also die tatsächlichen Spielergebnisse keine Bedeutung für die Kinder hat, dann kann man sich die Aufzeichnung eigentlich schenken? Vermutlich wird dies noch ein Erkenntnisprozeß sein, der während der Veranstaltung entsteht?


    So sollte man diesen Start der KiFu-Regeln in Thüringen zunächst einmal als positives Ereignis feiern, statt bereits im Vorfeld allzusehr nach dem Haar in der Suppe zu suchen!

    soccerbook


    Du hast da vollkommen recht mit deinem schmalen Grad aus Drill und Lernen! Selbst gut ausgebildete Trainer erwischen sich manchmal dabei, dass sie nicht immer die Geduld und Zeit aufbringen, es allen Trainingsteilnehmern ausreichend klar zu machen, worum es geht. Besonders häufig tritt es in Phasen auf, in denen jüngere Jahrgänge übernommen oder parallel zu älteren Jahrgangen trainiert werden. Denn hierbei kommt es eher mal vor, dass für den Trainer selbstverständliche technische Details es für die Trainingsgruppe noch nicht verinnerlichte Bewegungsabläufe sind. Da wundert man sich, dass es alle rasch nach der Präsentation durch den Trainer nachmachen können, aber beim nächsten mal wieder einige nicht wissen, worum es geht. Man glaubt vielleicht, sie haben es vergessen? Aber häufig haben sie`s eben noch nicht verstanden!


    Natürlich darf nicht nur jeder Spieler, sondern auch jeder Traienr mal einen schlechten Tag haben, wo er sich nicht wie sonst intensiv auf seine Arbeit konzentrieren kann. Schlecht beraten ist man allerdings, wenn man immer nur den Bock bei den Spielern sucht, dass sich ein wenig zurück zu nehmen und über eigene Versäumnisse nachzudenken. Denn jeder Trainer kann, wenn er dazu bereit ist, aus seinen eigenen Fehlern lernen!

    Sir Alex


    Richtig, den Pavlow hab ich gemeint:


    Er war der Überzeugung, dass Verhalten auf Reflexen beruhen kann, und entdeckte das Prinzip der Klassischen Konditionierung. Dabei unterschied er zwischen unkonditionierten (auch natürlich genannten) und konditionierten Reflexen (die durch Lernen erworben werden).
    Am bekanntesten dürfte der so genannte Pawlowsche Hund sein: ein Forschungsprojekt, welches unmittelbar aus seinen mit dem Nobelpreis gewürdigten physiologischen Studien hervorging. Bei diesen Studien stellte Pawlow fest, dass die Speichelsekretion eines Hundes nicht erst mit dem Fressvorgang beginnt, sondern bereits beim Anblick der Nahrung. (Zitat Wikipedia)


    Allerdings habe ich hin und wieder meine Zweifel, ob nicht bei so manchem überfressenen Kind bei Mc-Doof Markenschild ebenfalls unkontrollierter Speichel fließt? Es sind ja auch nur wenig Gene, die uns vom Affen unterscheiden! Da kann man schon mal in Zweifel geraten, ob was vom Brüllaffen-Vater an seinen Sohn weitergegeben wird oder eine intellekutelle Kommunikation mit eigenständigem Lerneffekt (...Aha-Effekt...) stattfindet?


    Ansonsten scheinen mich die meisten anderen zu verstehen!

    QSir Alex


    Lernen heißt hier auch Verstehen!


    Lernen ohne Verstehen findet auf dem Hundeübungsplatz statt. Dort wird dem Tier vorgemacht, was es tun soll. Erfüllt es seine Aufgabe auf Kommando, bekommt es ein Leckeri! Weigert es sich, bekommt es nichts! Beim Anblick des nächsten Leckerli wird es wieder über das Hindernis springen!


    Aber ich möchte mich auch hier nicht mit fremden Federn schmücken, wie bereits beim Zitat von Horst Wein. Das mit dem Hundebeispiel stammt von einem russischen Soziologen, dessen Name mir leider momentan nicht einfällt.


    Was er allerdings nicht gesagt hat ist, das der Hund den Menschen wahrscheinlich für bescheuert hält, weil der dem Futter gibt, was er sich sonst suchen und sogar gegen andere Beutegreifer verteidigen müßte. Ich denke mal nicht, dass der Spieler seinen Trainer für bescheuert hält, weil der ihm eine Finte beibringen will, sondern weil das Kind neugiierig ist, es toll findet und sofort nachmachen will!

    Günter


    Zwar sind die Deutschen ein obrigkeitehöriges Volk, dennoch kommt es in seltenen Fällen zu friedlichen Revolutionen von der Basis. Was gut ist, setzt sich hin und wieder auch auf verschlungenen Wegen durch. Dann nämlich, wenn per andere Kommunikationswege Informationen ausgetauscht werden.


    So staunte ich unlängst nicht schlecht, als ich ein im NFV-Verbandsbereich Bambini-Turnier besuchte, dass nach KifFu Regeln ausgetragen wurde. Um den Eltern das Zuschauen zu erleichtern, hatte man das Spielfeld sogar vor der Haupttribüne so aufgebaut, dass alles gut im Blick war. Jedoch war der Abstand zur Haupttribüne so gewählt, dass man zwar gelegentlich Applaus, jedoch das sonst übliche Hineinrufen zu hören war. Auch bei den Trainern hatte man das Gefühl, dass sie in dieser ruhigen Athmosphäre mehr Spaß an ihrer Aufgabe hatten.


    Ich suchte den anwesenden Jugendleiter auf und fragte ihn, wie er zu dieser Lösung gekommen sei. Er berichtete mir, dass er seinen Bruder besucht habe und dort seinen kleinen Neffen beim Fussball nach KiFu-Regeln zugeschaut habe. Das habe ihn auf Anhieb überzeugt, so dass er es selbst einmal ausprobieren wollte. Zwar hätte es im Vorfeld Skeptiker gegeben, insbesondere was der Verzicht auf Schiedsrichter betraf, doch er habe sie überzeugen können, die Probe aufs Exempel zu machen. Leider hatte ich nicht sehr viel zeit, sammelte jedoch noch ein paar Elternstimmen ein. Insbesondere die Mütter waren von dieser Veranstaltung, bei der nach ihrer Meinung der Sportsgeist der Kleinen in eine günstige Richtung gelenkt würde, sehr angetan. Denn welche Mutter mag es schon, wenn ihr Kind vor versammelter Mannschaft von einem anderen Vater/Trainer kritisiert wird?


    Das es zukünftig dort nach KiFu-Regeln weitergeht, ist für mich keine Frage. Die Frage ist nur, wie schnell es sich durchsetzen wird?

    Günter


    Da bin ich ebenfalls mehr bei dir als bei der Annahme, das der hormonelle Haushalt im Wettkampf um den Ball keinen wesentlichen Ausschlag gibt. Hab da ein Spiel in der Erinnerung, in der eine Schiedsrichterin (die kurzfristig für einen Kollegen einspringen mußte und vorher in dieser Liga noch nicht gepfiffen hatte) schon früh vom Spieltempo überfordert war. Ein männlicher Schiedsrichter wäre vermutlich aufgrund offensichtlich falscher Entscheidungen frühzeitig kritisiert worden. Obwohl Spieler und Trainer natürlich wichtige Punkte erkämpfen wollten, war man sich unter den Trainern rasch einig, der Schiedsrichterin zu helfen, indem man Fehlentscheidungen so korrigierte (z.B. nach dem Einwurf einen scheinbar mißlungenen Paß zum Gegner schlagen), dass die Schiedsrichterin keinen Grund hatte, die Behebung ihrer Tatsachenentscheidung als unsportliches Verhalten zu ahnden.


    Dass Frauen in einer aggressiven Stimmung unter Männernn beruhigend wirken können, hat man sich in der Justiz zunutze gemacht!


    Wenn Schiedsrichter Lob von Trainern, Mannschaften und Zuschauern bekommen, dann müssen sie es sich doppelt und dreifach erarbeiten. So ist mir ein Fall in Erinnerung geblieben, in der die Schiedsrichterin durch überragende Leistungen gleichmaßen nach dem Spiel Lob für ihre Leistungen bekam. Nur in diesem einen mal kann ich mich überhaupt erinnern, dass es über den Stadionlautsprecher ertönte: "Wir bedanken uns bei unseren Zuschauern für ihr Kommen, bei den hervorragenden Leistungen der beiden Mannschaften und der tollen Leistung unserer Schiedsrichterin!" Bin mal gespannt, ob sie später einmal in die Fußstapfen einer Bibiana Steinhaus treten kann?

    @Coerver


    Erst mal drücke ich dir die Daumen für Werder. Sind nur nette Leute, die ich da kennengelernt habe.


    Ansonsten gehe ich mit deinen Ausführungen einher!


    Es ist Aufgabe des Trainers die Verantwortung für die gesamte Mannschaft zu tragen. Bei den Argumenten, die gegen einen gleichmäßigen Einsatz aller Mannschaftsmitglieder sprechen, erlebe ich neben den bereits angeführten Gründen in den Ausbilungsaufgaben die dabei angewandte Methodik:


    Ein guter Trainer lehrt praktisch gar nichts, sondern er hilft ihnen, im Lern- und Lehrprozess, das selbst zu entdecken, was er mit den Inhalten seiner Übungen und vereinfachten Spiele beabsichtigt. Entscheidende Funktion eines guten Trainers ist es, seine Spieler dauernd zum Denken und Handeln anzuregen, statt für sie zu denken. Je mehr ein Trainer weiß, desto weniger gibt er preis. Er ist dann sehr erfolgreich, wenn seine Spieler häufig das Gefühl haben, dass sie ihn gar nicht mehr brauchen, bis es zur nächsten Niederlage kommt. (Zitat: Horst Wein)


    Wie will man Spieler, die man für die Reservebank vorgesehen hat und nur gelegentlich (z.B. bei deutlicher Führung, unwichtigen Spielen) zum denken anregen? Genau so ist es, wenn du deinen Stars sagt, das sie für das unwichtige Turnier ruhig zuhause bleiben könnten. Denn damit wertest du im gleichen Atemzug alle anderen Spieler deines Teams ab.


    holzi
    Ich freue mich, dass vielleicht unsere kurze Diskussion einen Denkprozess bei dir in Gang gesetzt hat, wodurch du zusätzliche Erkenntnisse gewinnen konntest.


    Günter
    Zunächst einmal kann ich aus persönlicher Erfahrung berichten, wie sich ein Junge fühlt, der von seinen Lehrern die Hauptschulempfehlung erhielt und die unerfahrenen Eltern zunächst glaubten, da sei er wohl richtig. Die ersten Zeugnisnoten, von denen außer Sport nur schwache Vieren und starke Fünfen zu finden war, schienen es zu bestätigen. Zudem hatte er häufig Streß mit seinen Lehrern, die ihn gern ruhigstellen wollten. Bis es auf dieser Schule einen Versuch eines IQ-Tests gab, wobei der Junge aussergewöhnlich abschloß. Danach wechselte er aufs Gymniasium. Die schwachen Vierer und starken Fünfer wechselten in Einer und Zweier. Mitlerweile hat der Junge sein Studium in der kürzestmöglichen Zeit absolviert und steht im Beruf in höher Verantwortung. In welche deiner Schublade paßt denn dieses Schicksal?


    Auf den Fussball bezogen kann ich mich nur wiederholen: wir wissen noch so gut wie nichts darüber. Kommt etwas Neues, so glauben wir nur allzugern, diese Weisheit würde ewig dauern, bis nach einigen Siegen die Niederlage mit der bitteren Erkenntnis kommt, dann man sich auf Lorbeeren allzulange ausgeruht hat.


    Als Dorftrainer müssen wir gewiss keine Spitzentrainer sein, um zu erkennen, dass wir zumindest nach dem Gebot der Chancengleichheit handeln, wenn wir allen gleiche Einsatz- und Entwicklungschancen gewähren. Ob in einer prächtigen Entwicklung in angstfreier Athmosphäre später ein mittelmäßiger oder ein guter Spieler wird, ist für einen Jugendtrainer nicht maßgeblich. Ihm steht die Aufgabe zu, allen ihm anvertrauten Kindern einen Fussball mit Spaß zu vermitteln. Pokale und Meisterschaften mögen Ziele von Seniorenmannschaften sein. Für den Jugendbereich sind sie allenfalls nebensächliches, schmückendes Beiwerk mit hohem Vergänglichkeitsgrad!


    Es wäre schön, wenn wir Trainer uns etwas weniger ernst, dafür aber unsere Kinder ein wenig ernster nehmen würden! Bei vielen Mitgliedern dieses Forums habe ich da ein gutes Gefühl, manche müssen jedoch noch über ihren eigenen Schatten springen!

    Aussage des Co: die Abwehr spielt die Viererkette besser, als der Trainer Ahnung davon hat (spielt sie auch schon 4 Jahre)


    Günter


    Tja, dann scheint das Vertrauensverhältnis unter den Trainern wohl nachhaltig gestört zu sein, wenn der eine den anderen für einen Deppen hält!


    Diese Einstellung eures Co. erinnert mich übrigens an Poitiker! Da nennt der Opostionsführer seinen Regierungskollegen solange einen Deppen, bis er selbst an die Macht gelangt und es dann auch nicht besser macht.


    Ich kann zwar die Leistung eures Chefcoaches nicht einschätzen, wenn aber sein Co. nicht viel mehr drauf hat, als hinter der Rücken seines Kollegen Propaganda zu machen, dann sollte man am besten Trainer ran lassen, die sich besser verstehen und sich gegenseitig ergänzen! Denn die Leidtragenden dieser Tragikomödie sind bis zum großen Knall fast immer die Jugendlichen, die voller Neugier kommen, zwischen die Interessen der beiden Trainer geraten und mit Frust wieder gehen! Gewonnen haben sie an der Erfahrung, dass Erwachsen doch nicht immer gute Vorbilder sind! (ala: "Leute fresst Scheiße, denn 10 Millarden Schmeißfliegen können sich doch nicht irren!")


    Zwar erinnert mich das Zitat auch an das Pferd, was scheinbar schlauer als sein Reiter nicht höher springt, als es muß, aber nüchtern betrachtet sollte doch ein erwachsener Mensch schon allein aufgrund seiner Lebenserfahrung den Jugendlichen Nützliches vermitteln können. Wäre das alles nur Unsinn, könnten wir unsere Erziehungsbemühungen als Eltern auch in die Tonne kloppen!


    Mir ist deine Beschreibung etwas zu "flach", um sie hinreichend verstehen zu können!

    Ralf


    Sorry, ich hab mich wohl verlesen! Da war wohl der Vater des Gedankens aus dem Fairplay eine Kompetenz (Competentie), statt eine Wettbewerbsliga (Competitie) zu machen dran schuld!


    Aber vielleicht gewinnen scheinbar "geistig etwas flexibleren Nachbarn" ja nach eingehender Beobachtung der Veränderungen die Erkenntnis, dass dem Fairplay auch die dazu gehörige Kompetenz übertragen werden muß? Will man das System nachhaltig gestalten? Denn aufgrund der hohen Traienrfluktuation in den unteren Ligen besteht jederzeit die Gefahr, dass Wissen und Erkenntnisse aus diesem Altersbereich verloren gehen und danach alles wieder beim Alten bleibt!


    Da helfen die positiven Erfahrungen der Eltern mit dem KiFu, um den Sinn über die F-Jugend hinaus zu retten. Sie müssen Verantwortung übernehmen und notfalls darum kämpfen, dass sich das Fairplay gegen den rein ergebnisorientierten Jugendfussball durchsetzt!


    Das wird schwer genug, denn selbst hier im Forum, in dem sehr viele engagierte Jugendtrainer unterwegs sind, gibt es viele, die ihre Bewertungsskala nach gut oder schlecht allzugern an den Spielresultaten allein auslegen! Da nützt es nichts, wenn man ihnen immer wieder sagt, dass sie für eine angstfreie Umgebung sorgen sollen und nur dann der Spaß kommt. Sie verstehen nicht, dass man den Mut geben soll, Fehler machen zu dürfen, um daraus zu lernen. Denn für sie heißt Fehler immer nur Niederlage, was gar nicht stimmt! Denn wüßten sie mehr vom Fussball, dann würden sie erkennen, dass die größten Fortschritte dann erzielt werden, wenn man ihnen die Chance einräumt, darauf zu lernen. Leider darf ich nicht mehr darüber sagen: nur soviel, dass ich nach dieser Methode bereits einige Spieler, die sich Einsätze in der Nationalmannschaft erarbeitet haben, fördern durfte! Doch selbst, wenn sie meinen, dass ein Christiano Ronaldo noch lange Zeit nach dem offizellen Training noch auf dem Rasen Freistöße übt, weil er Spaß daran hat, glauben viele, Leistung hätte nur was mit Drill zu tun und Disziplin sei immer nur von außen vorgegeben! Von einem disziplinierten Spaß mit Respekt vor der Leistung Anderer scheint im deutschen Jugendfusssball kaum jemannd etwas gehört zu haben. Genau deshalb möchte ich dich bitten, für deine Idee weiter zu kämpfen, damit aus einer Minderheit eine Mehrheit wird.


    Im vorherigen Beitrag habe ich versucht zu erklären, warum diese Veränderung im Geist nur von der Basis aus kommen kann. Denn den die Abwendung des Fairplay ist von Oben gekommen, ohne das sich die Basis dagegen gewehrt hat. Jetzt muß sie sich wehren, wenn nicht in vielen deutschen Dorfvereinen der Letzte das Licht ausknipsen soll!

    Günter


    Seit wann kann man an Spielergebnisse (bei denen die jeweiligen gegnerische Leistung und die Tagesleistung des Schiedsrichters eine Rolle spielt) ausmachen, ob das Team besser oder schechter geworden ist? Denn, wenn man nur die nackten Spielergebnisse sieht, dann kann man den Trainer, der nach dem Motto "nach mir die Sintflut" nicht die Qualität der Spieler und die taktischen Fähigkeiten verbessert, sondern einfach nur gewinnen will, nicht mehr von qualifizierten Trainern mit nachhaltiger Nachwuchsförderung unterscheiden!


    Der Trainertyp "nach mir die Sintflut" igelt sich ein, lässt lange Bälle aus der Abwehr heraus spielen, weil Bälle in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr kaum über die gesamte Spielzeit erfolgreich zu verteidigen sind. Da genügen ein paar individuelle Fehler in der gegnerischen Defensive und man hat das Spiel gewonnen. Da nützt auch der hohe Ballbesitz oder die Quote der gewonnenen Zweikämpfe nichts, denn Tore entscheiden nun einmal das Spiel! Es sind allenfalls die spielentscheidenden Ballbesitz und -zweikampferfolgsquoten!


    Spästens, wenn die Abwehrspieler einen neuen Traienr bekommen, der von ihnen verlangt, das Spiel auch unter Gegnerdruck systematisch und sicher aufzubauen, kommt heraus, dass diese Jungs beim früheren Trainer kaum etwas anderes gelernt haben, als den Ball lang nach vorne zu schießen!


    Wie schätzt du denn dieses Trainerteam ein?

    st dir eigendlich deutlich, was er schwächere Spieler bei der Dorfmannschaft in wirklichkeit ist?


    Das sind Jungs, die eigendlich gar keine Vorraussetzungen für irgendeinen Sport mitbringen, nicht schwach, sondern eigendlich als grottenschlecht zu bezeichnen sind, die trotzdem im KIFU mitgezogen werden, obwohl du genau weisst, dass sie demnächst
    aufhören und sich anderem zuwenden (bei mir gings dann zum Schach oder Feuerwehr).


    Tja, Günter eigentlich sind wir beide alt genug um zu wissen, dass es nichts gibt, was es nicht gibt! Dabei fällt mir spontan das Beispiel eines, na sagen wir mal positiv fusballverückten Vaters ein. Seine beiden älteren Söhne waren bereits im Leistungsfussball angekommen. Nur der Jüngste noch nicht! Der würde es nach Meinung seines Vaters auch gar nicht schaffen, da er nicht schießen könnte. Deshalb müsse der jetzt Torwart werden. Der Jüngste fand rasch Gefallen an der Position, an die er ohne Angst Fehler zu machen, heran geführt wurde.


    Ich will`s mal nicht so spannend machen! Die beiden älteren Söhne sind ganz ordentliche Fussballspieler auf Bezirksliga-Ebene geworden. Der Jüngste hat es aber noch deutlich höher hinaus geschaffft!


    Fazit: Es kommt nicht so sehr darauf an, wie wir Trainer die Leistungen der Kinder in jungen Jahren einschätzen, sondern ob die Kids an sich und ihre Chancen glauben. Nehmen wir ihnen erfolreich ihren Glauben, dann sind Mißerfolge vorprogramiert.


    Noch`n kleines, weil aktuelles Beispiel: Der neue Trainer von Werder Bremen heißt Wiktor Skrypnyk. Als aktiver Spieler war er ein ganz Stiller neben dem Platz und brachte ganz ordentliche Leistungen auf dem Platz. Immer, wenn er mal gegenüber seinen Kollegen äußerte, dass er mal Trainer werden wollte, hat man ihn dabei kaum ernst genommen. Denn ein Trainer muß gut kommunizieren können. Bei seinen Analyseversuchen als Spieler kam jedoch noch nicht so viel heraus. Aber was man noch nicht kann, dass kann man lernen und so arbeitete Wiktor hart dara, dieses Defizit zu beheben. Diesen Ehrgeiz und diese Selbstdisziplin hätte ihm vor 10 Jahren kaum jemand zugetraut? Jetzt wundern sich viele und drücken ihm die Daumen!


    Perfekt kann jeder! Wenn ich mir die besten Spieler aus dem Verein und/oder der näheren Umgebung zusammen hole, dann muß ich als Trainer nichts mehr können. Denn die gewinnen das Spiel auch ohne mich! Einen guten Trainer zeichnet es aus, aus einer schlechten Mannschaft ein mittelmäßiges Team oder aus einem mitttelmäßigen Team mit mittelmäßigem Niveau ein Spitzenteam zu kann!
    Ein erster Schritt dahin ist schon, dass Team als Ganzes zu sehen und nicht in Stamm- und Reservespieler aufzuteilen. Wenn jeder das Gefühl hat, gleichwichtig zu sein, dann wird er auch sein Bestes geben. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um die Mannschaft vom FC Bayern München oder vom Dorfverein Pusemanntukel handelt! Wenn ich Spieler ungleich (z.B. durch ungleiche Spieleinsätze) behandele, dann bin ich selbst der Verursacher dafür, dass die Benachteiligten zunächst in eine innere Rebellion gehen, indem ihre Leistungen noch schlechter werden und sich dann, wenn sich das Verhalten des Trainers nicht ändert, aus Frust den Verein verlassen. Auf diese Weise verlässen jährlich einige Tausend Jugendliche den Fussball!


    Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich mich schon bei meinen Zukunftsprogosen geirrt habe! Denn das Schlimme dabei war ja immer, dass sich die Leute nicht an meine Prognosen gehalten haben. Vermutlich, weil ich ein schlechter Trainer bin und es die, die sich niemals irren, das sehr viel besser können?

    Günter


    Gut Schiedsrichterleistungen sind keine Frage des Geschlechts! Mir ist jedoch aufgefallen, dass die Leistungen der Schiedsrichter schon etwas höher waren, wenn Schiedsrichterbeobachter vor Ort waren. Denn die entscheiden ebenfalls darüber, ob ein Schiri demnächst höher pfeifen darf!


    Man sagt ja nicht umsonst, dass jedes Spiel den Schiedsrichter bekommt, den es verdient hat! Leider werden allzugern die Fehlleistungen von Mannschaft und Trainer allein auf den schlechten Schiri abgewälzt! Deshalb war ja auch die Idee, dort wo sowieso fast niemand etwas vom Fussball versteht, ohne Schiri spielen zu lassen, genial!

    Ralf


    Dazu erst einmal herzlichen Glückwunsch dazu, dass sich eine gute Idee nun auch international durchsetzt. Ich habe mir mal den Flyer durchgelesen und darin ein paar Punkte gefunden, die mir fast noch besser gefallen, als das Original.


    1. Fair Play Kompetenz
    Durch die gewählte Überschrift wird klar, dass es um einen fairen Wettkampf geht! Nicht Sieg oder Niederlage sind der Maßstab, sondern allein die Fairnes regelt das System. Narzistisches Gedankengut, wonach der Sieg mit einer Vernichtung des Gegners oder die Niederlage als kollektive Schande anzusehen ist, verschwinden aus den Fussballstadien.



    2. Zuschauer wirken aktiv an der Außenbahn mit, dass nach den Fair-Play-Regeln gepspielt wird.
    Wie du immer wieder betont hast, trägt Jeder Verantwortung. Dazu zählen auch die Zuschauer. Auch hier im Forum beschweren sich Trainer und Eltern, dass sich andere Zuschauer daneben benehmen. In der Aufforderung, selbst Verantwortung dafür zu unternehmen, dass sich eigene oder gegnerische Zuschauer fair verhalten, wird auch die Verantwortung dafür an Jedermann, der daran teilnimmt übertragen. D.h. wer es mit Gleichgültigkeit trägt, macht sich mitschuldig, wenn gegen Fair Play verstoßen wird. Mit der Übertragung der Kompetenz (Competetie) erhält jeder Teilnehmer den Auftrag, für Fair Play zu sorgen.


    3. Warum nur für den untersten Jugendbereich Fair Play
    Es ist gut, dass wenigstens die Kleinsten noch "Welpenschutz" genießen. Aber warum hat der Fussball im weiteren Jugend- und Seniorenbereich eine solche Entwicklung genommen, dass man es schon in Risikospiele und solchen, bei denen ein normaler Polizeieinsatz genügt, unterteilen muß? (Bremen läßt grüßen! Der DFB hat unverzüglich reagiert, in dem er dort keine Länderspiele mehr austragen lassen will!) Ist KiFu oder Fair Play Competentie nicht vielleicht doch nur eine faule Ausrede wie: "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"? Denn wenn danach wieder Blut auf und neben dem Platz fließen soll, was haben wir dann an Einsichten gewonnen? Müssen dort nicht sogar an oberster Stelle "Köpfe ausgetauscht" werden, dammit der Fussball ein anderes Selbstverständnis annimmt? Wenn "football is coming home" nur belächelt wird und gegen "wer die Musik bezahlt, der bestimmt sie auch .." ausgetauscht wird, hat man dann die Komeptenz des Fussball nicht an die Sponsoren abgetreten, die ihn als Spielzeug ihre eigenen Interessen nutzen?


    Fast jeder Zuschauer bekommt eine Gänsehaut, wenn das Lied "you never walk alone.." aus Tausenden von Kehlen erklingt! Was ist so also falsch an der Fan-Unterstützung des eigenen Teams, die sich nicht gegen die des gegnerischen Teams richtet? Gelingt es, nach der Einführung von KiFu und Fair Play Competentie den Fairness-Gedanken zurück zu gewinnen oder entzweien die Machtinteressen der Sponsoren die begeisterten Fussballanhänger ganz und gar? Darf sich der Fussball auch bei uns wieder zuhause fühlen ("football is coming home") oder geben wir die Verantwortung an die Medien und Sponsoren ab! Denn für die Presse lohnt sich eine Schlägerei am Rande eines Fussballspiels, weil sie darüber berichten können! Auch Sponsoren wollen volle Stadien mit Randale, weil sie dabei an den Fäden ihrer Marionetten ziehen dürfen. Denn längst entscheidet nicht mehr der Verein, wer das Team trainiert oder wer für die sportlichen Belange zuständig ist! Es sind die Sponsoren, die sich über ihr Geld in die Vorstände wählen lassen!


    Nirgendwo in der Fussballbilanz des Vereins läßt sich erkennen, dass Fairplay oder Spaß nachhaltige Erfolgsfaktoren für den Fussball sind! Was mag in einem C-Jugendspieler vorgehen, der ein taktisches Foul im Mittelfeld begeht und dafür die Gelbe Karte bekommt? Freut er sich, die Anweisungen seines Trainers zum Foulen befolgt zu haben oder ärgert er sich über die Gelbe Karte, die bei Wiederholung den Platzverweis bedeutet?
    Genau in dieser Zwickmühle steckt das Fairplay: foulen ist zwar verboten! Wenn aber das Team gewinnt, was gezielt (taktisch) gefoult hat, das Spiel gewinnt, so fragt doch hinterher niemand danach, warum das Spiel letzendlich gewonnen wurde!


    Da müßte man schon die Fußballregeln ändern, wonach ein taktisches Foul ein Feldverweis bedeutet, da es nicht zufällig und spontan geschieht, sondern nach taktischen Regeln erfolgt. Dabei spielt der Vorsatz und nicht allein die Schwere der Verletzung eine Rolle. Auch müßten Trainer und Verein, unter deren ausdrückliche Genehmigung taktische Fouls geschehen, ebenfalls bestraft werden. Unter den heutigen Schiedsrichterregeln ist ein Team, welches keine taktischen Fouls begeht, entweder dumm oder sportlich so hoch überlegen, dass es taktische Fouls nicht nötig hat!


    Es mag auf den ersten Blick seltsam klingen, aber jede Fairplay-Diskussion scheitert an der Frage, ob Fouls eine Regelwidirigkeit darstellen oder sogar erwünscht sind! Sind sie erwünscht, so stellt das Fairplay eine Alibifunktion da, weil die Regeln ausschließlich für den Bambini und F-Jugend gelten, für den sich kaum ein Vereinsverantwortlicher interessiert und wenn, dann vielleicht mitleidig "die haben noch Welpenschutz" beschmunzelt!

    @christina168


    Ich hoffe, du hast einige hilfreiche Infos im Goalkeeping gefunden? Wenn noch was unklar ist, dann beschreibe das Problem so präzise wie möglich.


    Zwar ist Goalkeeping recht umfangreich, aber es hat den Nachteil, dass bei den Demo`s erwachsene Keeper zu sehen sind. Auch ist es nicht mehr in allen Punkten aktuell


    @Uwe
    Bei der Basisarbeit ist noch ein Video zu finden, bei dem der TW zum Aufnehmen flacher Bälle kniet. Diese Version entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der TW-Technik. Denn bei dieser Variante kann der Ball der Keeper bei einem Platzfehler nur zu einer Seite nach vorn reagieren, schaut jedoch machtlos zu, wenn ihm das Leder über den Unterschenkel oder die Hacke des kniehenden Beins ins Tor rollt.


    Neue TW-Technik
    Bei der aktuellen Variante steht der TW frontal zum Ball, beide Arme sind vor dem Körper parallel, sodass bei einem Platzfehler ein Seitstep erfolgt und die Arme und Beine beim Fangfehler genügend Absicherungsfläche bieten.


    Zufällig entdeckt:
    Und wenn du schon mal dabei bist, da gibt ein Video über das einbeinige Fangen hoher Flanken in der Rückwärtsbewegung. Da ist der Keeper in der ersten Phase auch mit dem Oberkörper in Rückwärtsbewegung. Wenn er in dieser Phase einen hohen, mit Druck geschlagenen Ball fangen soll, kann er nicht hochspringen, weil das Schwergewicht auf den Hacken lastet. Im Video ist das so nicht zu sehen, weil der Ball ohne Druck in einem weiten Bogen kommt und der Keeper in der Schlußphase in die Vorwärtsorientierung geht!


    Vielleicht findest du jemannd, der sich mal die ganzen Videos der Torleute mal anschaut, ob noch alles auf dem aktuellen Stand ist?

    @Uwe


    Ich kenne dieses Spiel unter Hase und Füchse, aber das ist eigentlich egal. Es läßt sich besonders gut in der Aufwärmphase der kalten Jahreszeit einsetzen. Denn nicht immmer treffen die Trainingsteilnehmer gleichzeitig ein. Da sollen sie sich schon mal ein wenig bewegen, bis alle da sind und man mit den Übungen und Spielformen starten kann. Ferner gibts von einigen Spielern kurze Infos, die sie gerne vor dem eigentlichen Training loswerden wollen. Das braucht die Konzentration des Trainers. Mannchmal gibts auch was zu notieren.


    Um die Trainingsgruppe dieses Spiel selbständig weitermachen zu können, habe ich es ein wenig verändert. So gibt außerhalb des Dribblingfeldes kleine Hütchendreiecke, in die nach TR-Kommando eine bestimmte Gruppe mit ihren Bällen hinein sprinten soll. Der als Erster ins Zielquadrat gesprintet ist, darf sich bei der nächsten Übungsrunde ein Kommando ausdenken. Natürlich möchte jedes Trainingsmitglied sich mal eine Aufgabe ausdenken und so entwickelt sich neben dem Spaß von selbst ein Ehrgeiz, die "Puppen tanzen zu lassen"!


    Der Vorteil dieser Methode des Endlos-Spiels ist, dass jeder neu eingetroffene Trainingsteilnehmer ohen Wartezeit sofort mitmachen kann und die Warmmachübung jederzeit abgeschlossen werden kann.


    Zu Beginn einer neuer Saison bietet dieses Spiel die Möglichkeit, dass sich die Neuen mit den Alten schneller bekannt machen . Da kann man den Hasen und Jägern Mannschaftsaufgaben stellen. z.B. spielt euch den Ball in der Reihenfolge der Anfangsbuchstaben eurer Vornamen zu. Paßt euch den Ball nach der Entfernung von eurem Wohnort zum Fussballplatz zu, ... nach Geburtstag ... usw.


    Die Gruppe, die damit zuerst fertig ist, hat gewonnen. Durch die Kürze der Spiele können sich alle Teilnehmer immer auch als Sieger freuen.


    Das Spiel fördert die Multitasking-Fähigkeiten, indem immer mehrere Dinge in logische (die Mitspieler selektieren) wie räumlich (sich dem Mitspieler nähern und den präzisen Paß in den Fuß/Lauf spielen) richtige Reihenfolgen gebracht werden müssen.


    Es kann mit jeweils angepaßten Schwierigkeitsgraden in den Aufgaben von den Bambinis bis in zu den Senioren gespielt werden! Durch die Delegierung der Aufgaben an Spieler fördert es die Selbständigkeit wie den Teamspirit gleichermaßen! Denn wer schon gut ins Training startet, der hat sein Selbstbewußtsein für die kommenden Trainingsaufgaben gestärkt!

    fak


    Ich hab`schon verstanden, was du gemeint hast und Günter drückt es noch klarer aus, indem er von nachteiliger Auswechselung spricht! Gewinnen zu wollen spielt im "Hinterstübchen" immer eine Rolle mit! Dennoch möchte ich es ungern nur auf die Auswirkung (darf ich einen Spieler einwechseln und den Mannschaftssieg dadurch gefährden) allein beschränken.


    Als Trainer stehe ich in der Verantwortung allen Spielern meines Teams eine faire Chance zu gewähren, dass im Training Erlernte im Spiel auszuprobieren. Auch besteht kein Widerspruch in der Leistungsentwicklung, wenn ich nicht nur die zu Beginn einer Saison stärksten Spieler durch mehr Spieleinsätze fördere, sondern alle Spieler als eine Mannschaft gleichermaßen entwickele!


    Ein Jugendtrainer hat nicht die Hauptaufgabe, für den Verein Meisterschaftssiege und Pokale einzufahren, sondern Jugendliche im gemeinsamen Hobby zu fördern. Gerade, weil sich in der Jugend weder vom Spieler noch von seinen Trainern kaum vorhersagen läßt (von deinem Beispiel mit dem Spielerkollegen, der mit 15 noch schlechter war als du und jetzt Nationalspieler geworden ist, gibts reichlich) hat jeder Spieler, der sich aktiv beteiligt, eine faire Chance, sich im Spiel verbessern zu dürfen, verdient.


    Es besteht kein Widerspruch in der zuverlässig gleichmäßigen Förderung aller Teammitglieder. Wenn kein Unterschied zwischen Stamm- und Reservespieler mehr gemacht wird, erhöht sich Leistungspotenzial der Mannschaft erhöht sich dadurch kontinuierlich.


    Deshalb gilt es weniger um die Auswechselungen in einem Spiel zu diskutieren, sondern um die Auswechselungen in einer gesamten Saison, wodurch alle in etwa gleiche Spielzeiten bekommen.


    Bei einem ergebnisabhängiges Einwechseln gibts bereits zum Start in die Saison falsche Trainerziele, weil hierbei der kurzfristigen Siegeschance alles unterzuordnen ist. (Im Beispiel dieses neu gegründeten JLZ war es vorher so, dass jeweils 1 Keeper des jüngeren und 1 Keeper des älteren Jahrgangs im Team standen. Vorher war es so, dass jeweils der jahrgangsältere Keeper der Stammtorwart war und der Jüngere die Reservebank drückte. Meine Argumente, beim gegnerunabhängigen Einsatz beider Keeper mittelfristig ein höheres Niveau erzielen zu können. Denn wenn sich beide Spieler im Spiel steigern können, dann können sie sich auch im Training besser gegenseitig pushen.)


    Denn wenn man sich die Spitzenteams der Staffel/Liga einmal etwas genauer anschaut, dann gibt es dort nicht nur 2 - 3 gute Spieler, sondern es handelt sich um weitgehend homogene Teams, bei denen in aller Regel auch keine Mannschaftsschwächung zu erkennen ist, wenn Auswechselungen erfolgen.


    Wenn das unter dem Fairness-Gebot gleichmäßige Fördern aller Spieler einer Mannschaft im Leistungsfussball schon besser klappt, als jeweils nur die Stärksten bestmöglich zu fördern, warum soll es dann auch im Breitensportbereich klappen.


    Wer sich die Frage stellen muß, wen man bei einem engen Spielstand am besten nicht einwechselt, um den Sieg nicht zu gefährden, hat bereits vorher Denkfehler durch falsche ZIelsetzungen, denn:
    - Ausbildung geht vor Meisterschaft
    - Ausbildung weckt Neugier und macht Kindern (mit Ausnahme von Drill) Spaß
    - Ausbildung steht nicht im Widerspruch zum Einzel- und Mannschaftserfolg


    Übrigens habe ich festgestellt, dass Spieler, die sich im Verein und in der Mannschaft sehr wohlfühlen, gar nicht wechseln wollen und sich dort in ihrer Jugend prächtig entwickeln!

    @TWTR
    Wie stets sehr guter Beitrag, der hier einmal mehr zeigt, das wir eine einheitliche TW-Trainerausbildung in Deutschland brauchen.


    Denn, wenn Keeper nicht nur andere Schwerpunkte, sondern auch falsche Bewegungsabläufe automatisierten, wird die Korrektur sehr viel schwieriger.


    Ich möchte das gern am Beispiel unterschiedlicher Techniken zur Aufnahme flacher Bälle erläutern:


    1. Alte Technik auf den DFB-Folien"
    Auf den "alten DFB-Folien" geht der Keeper zwecks Aufnahme flacher Bälle noch mit dem (ballfernen) Knie bis zum Boden runter und nimmt den Ball in gebeugter Haltung vor den Körper auf. Dumm nur, wenn der Ball aufgrund eines Platzfehlers leicht abgelenkt wird und dann doch ins Tor rollt?


    2. Alte Technikfehler aus aktiver Torwartzeit
    Torwarttrainer, die ihr Wissen ausschließlich aus ihrer aktiven Zeit (die schon Jahrzehnte zurück liegt) geziehen , kennen noch die Situationen, in denen dem Torwart hin und wieder beim Versuch zur Aufnahme flacher Bälle das Leder zwischen den Beinen hindurch gerollt ist. Daraus entstand später die auf den DFB-Folien abgebildete Torwarthaltung.


    3. Moderne Verarbeitung zentaler, flacher Bälle
    Der Bewegungsablauf paßt sich nicht einer spekulativen, sondern der realen Roll- bzw. Flugbahn an. Um eine möglichst große und auch flexibel anpassbare Trefferfläche zur Verarbeitung flacher Bälle einzunehmen, über der Keeper zunächst Druck auf den Ball aus, indem er seine Position zum Ball hin frontal wie seitlich anpaßt. Erst unmittelbar vor dem Kontaktpunkt stellt er sich frontal zum Ball. Die Fußspitzen stehen zwecks besserer Gleichgewichtskontrolle ca. 45 Grad nach Außen. Falls es im letzten Moment noch zu einer größeren Ballablenkung kommt, kann der Keeper daraus immer noch über die Fussspitze abkippen oder abdrücken. Im Normalfall wird der Keeper jedoch kurz vor dem Ballkontakt den Oberkörper so weit vorbeugen, bis sich beide Arme parallel vor dem Körper befinden und gemeinsam mit den Beinen und Füßen einen Fangfehler absichern. (der häufigste Fehler in den Bewegungsabläufen der früheren Torwarttechnik war, dass die der Oberkörper nicht weit genug vorgebeugt wurde, sodass sich die Oberarme neben dem Körper befanden. Dadurch konnte der Ball über den Händen zwischen den Unterarmen und breiter Beinstellung ins Tor rollen.) Nur, wenn Torwarttrainer diese fehlerhaften Bewegungsabläufe kennen, können sie ihn korrigieren. Aber man braucht viel Geduld, bis die Torleute diesen Bewegungsablauf so sicher beherrschen, dass so ein für Laien vermeintlich leichter Torwartfehler nicht mehr passiert!


    Leider hat nicht nur der DFB jahrelang eine TW-Trainerausbildung verpennt. Auch wir TW-Trainer es bislang nicht einmal geschafft, ein paar einheitliche Defniitionen zu bilden, um so für unsere Torleute und Mannschaftstrainer eine verständliche Sprache zu schaffen.


    Die Hilflosigkeit unserer Kollegen drückt sich in Fragen oder in vermeintlichen Entwicklungsprognosen (z.B. das kommt schon noch) aus! Es braucht einen stärkeren Austausch zwischen Mannschafttrainer, Torwart und Torwarttrainer, um gemeinseme Entwicklungen und Ziele besser zu analysieren. In den Niederlanden ist dies durch die Übertragung von Kompetenzen an die Torwarttrainer entstanden. Dies läßt ich bei uns lediglich im Profibereich feststellen. Im gesamten Nachwuchsbereich ist es jedoch längst noch nicht selbstverständlich, weil hier der Trainer letzendlich bestimmt, was auch für den Torwart als falsch oder richtig anzusehen ist! Dies hat zur Folge, das man sich als Mannschaftstrainer zwar schützend vor seinen Keeper stellt, ihn jedoch trotzdem für den Sündenbock hält!


    Jörg Daniel überlegt ja gerade, wie man die 3-stufige Torwarttrainerausbildung besser hinbekommt und meint, irgendeine Mannschaftstrainerlizenz könnte ja zur Abrundung des Leistungprofils für einen TW-Trainer nicht schaden? Gleichzeitig macht er die Erfahrung, dass Mannschaftstrainer ohne spezifische Torwart- bzw. TW-Trainerkenntnisse sich auf den Ausbildungsseminaren für TW-Trainer sich wie die Deppen anstellen! Wie wär`s, wenn er den Mannschaftstrainern zukünftig auch eine TW-Trainer-Ausbildung verpaßt? Das könnte doch helfen zu verstehen, dass man die systematische Torwartausbildung nicht mal eben in 40 LE erlernen kann oder was meinst du?


    @Jungtrainer97
    Mein Rat an dich: wenn du den fehlerhaften Bewegungsablauf bei diesen Situationen nicht präsize beschreiben kannst, dann bitte deinen TW-Trainer zum Spiel mitzukommen. Denn wohl nur er kann entscheiden, ob es sich um ein generelles Defizit, ein in dieser in dieser Entwicklungsphase noch unsicheren Bewegungsablauf handelt oder ein Konzentrationsproblem handelt!

    @Jungtrainer97


    Danke für deine Ergänzungen. Damit läßt sich schon etwas mehr anfangen.


    Zunächst einmal muß man zwischen Training und Wettkampf unterscheiden. Gerade dann, wenn es sich um ein spezifisches Torwarttraining handelt, werden die Keeper langsam an ihre Aufgaben herangeführt. Der Schwierigkeitsgrad wird je nach TW-Fähigkeit schrittweise erhöht. Dabei kann ein ausgebildeter Torwarttrainer jede denkbare Torsituatin so simulieren, dass die Keeper immer eine reelle Abwehrchance haben. Das mag für den Außenstehenden sehr leicht und einfach aussehen und er mag sich wundern, warum es sich im Wettkampf häufig anders darstellt? Aber da bestimmt nun einmal der Gegner sowie die Arbeit der eigenen Abwehr den Schwierigkeitsgrad der Torwartleistung.


    Aufgrund der außergewöhnlichen Größe deines Keepers bin ich mir jedoch noch nicht sicher, ob es sich um Konzentrationsschwierigkeiten handelt oder ob er aufgrund seiner Körperlänge Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von flachen Bällen hat?


    War denn sein Torwarttrainer schon mal bei euren Spielen anwesend? Wenn ja, was meint er zu den Unsicherheiten deines Keepers?