Beiträge von TW-Trainer

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    Mailand94


    Wenn ich es richtig verstanden habe, kribbelt es deinen Trainerkollegen mächtig in den Fingerspitzen, weil ihr unverhofft Spielerverstärkungen bekommen habt, durch die ihr in eurer Staffel/Liga deutlich stärker geworden seit. Dein Kollege würde für dieses Ziel auch nicht davor zurück schrecken, eine Reihe von Spielern eures "alten Kaders" auf die Reservebank zu setzen und erst dann spielen zu lassen, wenn man klar führt und der Sieg nicht mehr gefährdet ist.


    Klar wäre es auch wichtig zu erfahren, warum das ältere D-Junioren-Team die Spieler verloren hat? ( Baris92 Weil es dein erster Beitrag ist, würde ich dir empfehlen, dich ein wenig hier im Forum nach den Merkmalen des Breiten- und Leistungsfussball zu surfen. Vielleicht gelangst du danach zu einer anderen Beurteilung?) Doch kann es immer mal wieder zu solchen Situationen kommen, denn nicht immer bekommen die Jugendleiter ihre Wunschkandidaten als Trainer. Da ist man froh, wenn andere Kollegen die Misere kurzfristig auffangen, bevor mittelfristig ein Schaden entsteht, weil weitere Spieler aufhören.


    Ich denke, ihr solltet versuchen das Beste aus der Situation zu machen, indem ihr alle Spieler unabhängig vom momentanen Leistungsvermögen spielen und dabei viel Fingerspitzengefühl walten laßt. Die Kinder, deren Eltern und der Verein wird es euch danken.


    Denn Jugendtrainer sind nicht in erster Linie dazu dazu, um Titel und Pokale für den Verein zu holen, ihre primäre Aufgabe ist es, den Kindern den Spaß am Fussball zu vermitteln. Das dieses Ausbildungsziel nicht im Widerspruch zu sportlichen Erfolgen steht, dafür gibt es in jeder Saison zig-malig Beweise. Man erkennt solche Teams häufig schon an der Art und Weise ihres Auftretens und dem gezollten Respekt vor den Gegnern. Andererseits gibt es Trainer, die sich auf Kosten ihrer Kinder feiern lassen, wobei der Verein einen hohen Preis zahlt, weil Kinder, die in der D-Jugend die Fussballschuhe bereits an den Nagel hängen, nur sehr selten aufgrund eines Trainerwechsel wieder in den Vereinsfussball starten.


    Bemühe dich darum, deinen Trainerkollegen mit Argumenten zu überzeugen. Falls es dir nicht gelingt, bitte den Jugendleiter hinzu. Denn nur, wenn ihr Trainer als Team auch mit einer Sprache sprecht, werden die Kinder und ihre Eltern euch das Vertrauen schenken, dass man zwar nicht immer alle Wünsche nach Einsatzzeiten erfüllen kann, ihr jedoch versucht, dies so gerecht wie möglich zu gestalten. Das Gefühl einer Diskriminierung von Kindern nach Spielstand oder Tabellenrang darf dabei nicht entstehen.


    Weil du bereits davon überzeugt bist und hier das Feedback bekommst, auf dem richtigen Wege zu sein, drücke ich dir ganz fest die Daumen, dass ihr bei einem lockeren Gespräch in neutraler Athmosphäre im Sinne der Kinder eine gute Übergangslösung für eure 20 Kinder findet. Denn, wie sich der viel zu große Kader in der nächsten Saison verteilt, das läßt sich heute vermutlich noch gar nicht sagen.

    Sir Alex
    Ein sehr interessanter Beitrag mit diskussionswürdigen Inhalten!


    Er ist deshalb so interessant, weil er sich mit dem Verhältnis von Spieler und Trainer zum Schiedsrichter auseinander setzt und sich mit der Frage beschäftigt, wie soll es funktionieren? Er stellt fest, dass es überall dort, wo es ohne Schiedsrichter funktioniert, auch mit Schiedsrichter funktionieren würde. Ich möchte ihm das gerne glauben, habe aufgrund anderer Erfahrungen jedoch meine Zweifel, denn es eskalierten Situationen häufig erst dann, wenn Trainer oder Eltern zunächst Schiedsrichterentscheidungen kritisierten und diese Kritik danach auf die Spieler überschwappte. Denn, wenn die Erwachsenen den Schiedsrichter nicht als Autoritätsperson akzeptieren, dann besteht die Gefahr, dass es die Kinder und Jugendliche auch nicht machen.


    Schaut man sich die Fairness-Tabellen (von Ligen mit Schiedsrichtern) an, so fallen 2 Dinge ins Auge. Das sind zum einen die Teams am unteren Bereich, die aufgrund ihrer Unterlegenheit (kann auch an der Qualität des Trainers liegen) zu unfairen Mitteln greifen. Es gibt jedoch häufig auch immer Teams im oberen Dritteln mit einer hohen Zahl an Gelben und Roten Karten, die sowohl auf falschen Einstellungen bei einzelnen Spielern wie auch auf duldende Trainer beruht. Bei den einen mag es der Frust vor der erneuten Niederlage sein, bei den Anderen die Vorteilsnahme durch unfaire Aktionen, weil die sportlichen Mittel fehlen. D.h. auch ein Schiedsrichter kann die Grundeinstellung nicht soweit beeinflussen, als dass sich die Quote der unfairen Aktionen reduziert.


    Zwar wird immer auch die fairste Mannschaft medienwirksam gelobt, doch ist dies für viele Trainer nur ein kleines Trostpflaster von kurzer Wirkung, wenn es sportlich dafür nicht so gut geklappt hat.


    So war ich neulich sehr überrascht, als ich ein C-Jugend-Pokalspiel ohne Schiedsrichter beobachtete, was (fast) ohne Probleme verlief. Was war geschehen? Der angesetzte Schiedsrichter war nicht erschienen (war gar nicht so selten bei Jugendlichen vorkommt, denn die Quote der Schiedsrichterabbrecher ist auch dort sehr hoch). Leider war kein anderer Schiedsrichter (mit Lizenz) vor Ort, weshalb man zunächst einmal überlegte, einen Trainer oder einen Vater darum zu bitten. Schließlich meinte einer der beiden Trainer, er habe unlängst bei seinem anderen Sohn an einem Funktionsspieltag teilgenommen, wo ohne Schiedsrichter gespielt wurde. Das habe prima geklappt, weshalb man das jetzt auch ruhig probieren sollte. Auch der andere Schiedsrichter hatte über sein Kind bereits Erfahrungen aus den Bambini-Begegnungen ohne Schiedsrichter und stimmte dem zu. Dennoch gab es eine Aktion, bei der sich der eine Trainer daneben benahm und sogleich von der betreffenden Mutter eins auf die Mütze bekam. Er hatte einem Spieler aus seiner Mannschaft zugerufen: "die darfst du umhauen, dass ist ein Mädchen"! Es war zwar ironisch gemeint, weil das Mädchen einfach zu schnell für diesen Jungen war, aber trotzdem geht soetwas natürlich nicht!


    Ich will deshalb nicht sagen, es geht generell ohne Schiedsrichter. Was ich aber sagen möchte, dass die Rolle des Schiedsrichters im unteren und mittleren Jugendbereich ebenfalls einer genaueren Betrachtung bedarf. Denn es hat ja auch seine Gründe, warum viele junge Schiedsrichter schon in ihrer ersten Saison wieder aufhören.


    Sir Alex hat vollkommen recht, das man gut daran tut, die FLP nicht als heilige Kuh eine Imunität zu verpassen, sondern weiterhin an den Ursachen arbeiten muß, weil auch diese Ursache sonst dafür sorgen, dass die FPL nicht wie gewünscht klappt!


    Selbst, wenn viele der Überzeugung sind, dass die Meinung dieses Vaterschiedsrichters aus Gießen überzeichnet sei, ein Funke an Wahrheit steckt auch in seinen Aussagen! Den gilt es ernst zu nehmen!

    onkel1978


    Glückwunsch! Meine Mutter hat seinerzeit den Krempel weggeworfen, weil schon zu viele Knoten in den Schleifen der Medaillen waren! Ich war leider nicht ordentlich genug und sie hatte mit Fussball nichts am Hut.


    Aber vielleicht wären die Sachen nicht in den Müll gelandet, wenn es nicht so viele Medaillen gewesen wären? Allerdings haben mich meine Kinder nie nach Medaillen oder Pokale aus meiner aktiven Spielerzeit gefragt. Oder warst du kein so guter Spieler, dass sich die Zahl deiner Ehrungen in Grenzen hielt und es sich lohnte, ermüdungsfrei über jedes Ereigniss zu sprechen?


    Allerdings ich hab den Verlust dieser Auszeichnungen, zu denen auch Sporturkunden aus dem Leichtathletikbereich zählten, nicht lange nachgetrauert. Doch die Bilder schau ich mir hin und wieder noch ganz gerne mal an.


    Dann gibts da noch so Meister-T-Shirts. Wenn die häufig genug gewaschen wurden, kann man sie weiterhin anziehen. Also beim Gartenumgraben sind die ganz praktisch! Es kommt halt immer darauf an, welche Bedeutung man den Dingen beimißt! (Hatte meine Doktor-Urkunde auch einige Zeit auf dem Klo eingerahmt. Irgendwann ist der Plunder halt im Keller oder auf dem Dachboden verschwunden.)


    Da gibts eine eigene und eine fremde Wertanmutung. Ich wollt halt mal wissen, wie ihr so damit umgeht?


    Aber wir wollen nicht so sehr vom Thema abweichen. Es geht ja hier mal nicht um uns Trainer, sondern hauptsächlich um die Kinder (und Schiedsrichter) in der FPL!

    Günter


    Mir sind da beim Lesen auch schon ähnliche Gedanken gekommen!


    Außerdem sind da noch eine Reihe von Fragen offen. Denn in der A-Jugend gelten andere Maßstäbe als noch in der C oder B-Jugend!


    1. Warum hört der bisherige A-Jugendtrainer auf? (wenn er doch so erfolgreich ist, dass man bereits vor Ablauf der Hinserie von einem wahrscheinlichen Aufstieg mit der Mannschaft sprechen kann.)
    2. Oder wechselt der bisherige A-Jugendtrainer aus Unzufriedenheit den Verein und nimmt die ebenfalls unzufriedenen Spieler gleich mti?
    3. Was qualifiziert dich (z.B. Trainerausbildung, erfolgreiche Trainererfahrungen, usw.) als besseren oder gleichwertigen Nachfolger zum aktuellen A-Jugendtrainer? (wird die Entscheidung der A-Jugendspieler beeinflussen)
    4. Was ist mit dem Unterbau (A2, B1, B2)?
    5. Wie glaubst du, reagieren die jetzigen Vereinsspieler, wenn sie bereits jetzt über ein Scouting auswärtiger Spieler erfahren (obwohl weder der Trainerwechsel noch der Aufstieg offiziell ist)


    Ich denke, dass man zum April des nächsten Jahres hin mit einem Gespräch mit den interessierten Spielern über deren Perspektiven im Verein führen sollte. Denn bis dahin werden viele Punkte geklärt sein. Wenn man jetzt schon "auf den baluen Dunst hin" Vorbereitungen trifft, die man jedoch aufgrund sich mehrfach ändernder Rahmenbedingungen immer wieder verändern muß, dann heizt man damit allenfals die Gerüchteküche an.

    Endlich mal ein Schiedsrichter, der sich zur FPL zu Wort meldet!


    Denn anfangs waren es die Eltern, die glaubten, man würde ihnen das Recht zur Kontrolle der eigenen und fremden Spieler, des eigenen und fremden Trainers sowie verantwortlichen Schiedsrichters dadurch nehmen, dams man sie vom Spielfeldrand verbannt. Da drohten sogar einige Eltern mit ihrem Rücktritt, bzw. stellvertretend dafür mit dem Austritt ihrer Kinder aus dem Verein, wenn nicht sofort alles wieder beim Alten zurück kehrt!


    Nun ist es ein Schiedsrichtervater, der es wieder genauso haben will wie früher. Denn die neuen Regeln haben nicht nur Privilegien für die Entscheidung von Toren und Ergebnissen genommen, sie haben nach seiner Meinung sogar für zusätzlichen Schaden im Kinderfussball gesorgt, weil jetzt nichts mehr klappt und sie für Chaos gesorgt haben!


    Da gilt es die Argumente zu prüfen und abzuwägen:


    1. Distanz der Zuschauer zum Spielfeld
    Denn bislang waren die in diesen Ligen tätigen Laienschiedsrichter (Trainer oder Eltern) nicht in der Lage, aufgebrachte Eltern zu beruhigen. Die größere Distanz zum Spielfeld vermag zwar nicht alle Probleme aufkommender Aggressivität zu lösen, schafft jedoch zumindest das Gefühl der Beteiligten, dass die Kinder ihren Spaß am Fussball auch ohne die unmittelbare Nähe von ca. 50 % fremden Eltern des Gegners haben können. Da meist vom Gegner die Kritik kommt, bekommen sie davon zum Glück kaum etwas mit. Ausnahmen wird es jedoch auch in der FPL geben. (Wenn es zu 100 % friedliebende Menschen gäbe, könnte man sich den gesamten Justizapparat schenken!)


    2. Trainer in Coachingzone
    Zwar mag es in Einzelfällen dennoch vorkommen, dass ein Trainer seinen Kollegen ignoriert und bei einer für ihn wahrgenommenen negativen Spielentwicklung in Rage gerät. Die Hemmschwelle dafür ist jedoch gestiegen. Außerdem gewinnen die Eltern so Erfahrungen über die Reaktionen anderer Trainer und können aufgrund des Vergleichs besser gegenüber dem Trainer ihrer Kinder argumentieren.


    3. Ein Schiedsrichter hilft und tröstet
    Wenn der Schiedsrichter die Aufgabe übernehmen soll, Schnürsenkel zu binden, so muß er dazu das Spiel unterbrechen. Jedoch war in der Vergangenheit das Argument häufiger und unnötiger Spielunterbrechungen durch den Schiedrichter (unabhängig davon, ob man einen Regelverstoß erkannt hatte). Durch diese zusätzliche Aufgabe müßte der Schiedsrichter das Spiel noch häufiger unterbrechen. Ich denke, es ist für den Spielfluß von Vorteil, wenn das Kind kurz an den Seitenrand geholt wird und dort die Schnürsenkel gebunden werden.. Auch beim Trösten mögen die Eltern oder Trainer als Vertraute des Kindes vermutlich schneller die Tränen trocknen als durch einen wildfremden Schiedsrichter?


    4. Tricots und Verhältnis von Bambini und F-Jugend-Spielern zum Schiedsrichter
    Für die Entwicklung von Teamfähigkeiten werden weder Tricots noch Schiedsrichter gebraucht. Wäre dies so, so müßten alle Kinder in der Schule entsprechend uniformiert werden und der Klassenlehrer dürfte nur gute Zensuren geben. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl läßt sich jedoch nicht durch die Übergabe von Tricot noch durch die Präsentation des Schiedsrichters erwirken. Sie kann lediglich wachsen, wenn sie dem Harmoniebedürfnissen des Kindes entspricht. Die setzt sich jedoch eher mit den Erfahrungen mit den Kameraden in der Mannschaft und des Trainers auseinander. Da kommt niemand deshalb zum Training, weils im Spiel ein Trcot und einen Schiedsrichter gibt!


    Diese Form der Uniformierung dient in erster Linie dem Schiedsrichter, um die jeweiligen Aktionen den Mannschaftsspielern besser zuordnen zu können. Die Anwesenheit eines Schiedsrichter wird toleriert, weil sie den Kindern nicht extra begründet wird. Denn sonst müßten Trainer und Eltern ihren Kindern eingestehen, dass sie weder genug Ahnung vom Fussball noch über einen ausreichenden Gerechtigkeitssinn verfügen, um auch diese Aufgabe wahrzunehmen.


    Die Übertragung der Verantwortung auf die Kinder funktioniert in aller Regel deshalb so gut, weil bei ihnen häufig noch das Kalkül fehlt, aus dem unerlaubten Vorteil einen spielentscheidenen Nutzen zu ziehen. Erst in einer späteren Phase führt die Weitsicht zu bewußt fairem oder unfairem Verhalten.



    4. Kinder wollen Tricots, Pokale und Medaillen
    Solange diese Dinge neu für die Kinder sind, üben sie einen gewissen Reiz aus. Dieser läßt jedoch mit der Gewöhnung rasch nach! Man erkennt es daran, wenn man die Kinder 1 - 2 Jahre danach fragt, ob sich sich an irgendetwas im Zusammenhang mit der Tricot-, Pokal- oder Medaillenausgabe erinnern.? Irgendwann geht der Krempel sowieso auf den Müll! Mal Hand aufs Herz. wer von euch hat noch etwas aus dem Fussball in seinen frühen Jahren im Kinderfussball?


    Vermutlich brauchen die Erwachsenen den Schiedsrichter, nicht so sehr die Kinder? Deshalb wäre ein erfahrener Schiedsrichter als Spielbegleiter eine gute Sache, um in besonderen Situationen deeskaliert einzugreifen und so Schaden vom Kinderfussball zu nehmen. Im Bambinibereich wird meist an Blockspieltagen gespielt, weshalb hier das bereits vorhandene Schiedsrichterpersonal vermutlich ausreichen würde.


    Im F-Jugendbereich gibt es zu viele Spieltage und Spielorte. Deshalb würde weiteres Personal als Spielbegleiter benötigt. Hier wäre vermutlich der Teil der Präventionsmaßnahmen zur Gewaltvermeidung noch wichtiger als die Fussbll-Regelkunde, denn darum gehts meist nur am Rande?


    In jedem Falle würde zusätzliches Personal benötigt, was heute nicht vorhanden ist. Wenn die FPL von allen Beteiligten als Optimierungsmöglichkeit verstanden wird, die einen Entwicklungsweg benötigt, dann sollte man sich auch mit den Kosten dafür auseinander setzen.


    Meiner Meinung kommen wir nicht ganz ohne Schiedsrichter aus. Jedoch sollten sie andere Funktionen einnehmen und als Spielbegleiter nur dort schlichtend eingreifen, wo sich Erwachsen zum Schaden des Kinderfussballs daneben benehmen! Dazu bedürfen es jedoch anderer Fähigkeiten als die des klassischen Schiedsrichters. Denn ich glaube nicht, dass sich ein aufs äußererste erregter Vater oder Mutter allein von einer Gelben oder Roten Karte beeindrucken läßt?

    Ich denke, ein Christiano Ronaldo trainiert nicht noch stundenlang nach dem eigentlichen Training, wenn er keinen Spaß daran hätte, immer noch ein bißchen besser zu werden.


    Genauso erlebt ein Bambini einzelne Spielszenen, an denen es beteiligt war und gelobt wurde. Mit einem Spielergebnis kann es nur insofern etwas anfangen, als dass es immer ein gutes Ergebnis war!


    Ob Spieler und Trainer gemeinsam Spaß beim Fussball erleben können, hängt im wesentlichen von den gegenseitigen Erwartungen ab. Hier wurde als Beispiel der Gewinn von Kondition genannt. Früher ließ man die Kinder dazu Platzrunden laufen. Heute macht man fussballspezifisches Konditiionstraining, bei dem der Ball selten einmal fehlt.


    Der Trainer "alter Garde" mag dem Rundenlaufen als Konditionsmaßnahme vielleicht eher vertrauen, als Training mit Ball, stetig wechselndem Tempo und Richtungswechsel?


    Ich denke, wenn der Spaß oder die Freude am Fussball für alle besonders groß ist, dann ist es O.K. Jedoch nimmt die Freude in dem Maße ab, wo der Spaß auf Kosten anderer erlebt wird?


    Spaß oder Freude, Freundschaften als Widerspruch zur Disziplin hat eher einen religiösen Ursprung, wo Arbeit als Last und Mühsal beschrieben wird. Der Schritt zur Angst, statt zur Befreiung je nach Strenge der selbstauferlegten Tabu nicht mehr weit! Die kleine Welt scheint unüberwindbar hohe Mauern zu haben.


    Kinder erleben ihre Welt wie ein Kaleidoskop aus Fragmenten, deren Sinn sie erst durch Neugier erwerben können. Ihnen sidn die Werte, die wir unbewußt mehr oder weniger mit uns herumschleppen, noch nicht bewußt in dem Sinne, dass sie deren tiefere Bedeutung verstehen.


    Kinder lernen heutzutage eher schreiben, lesen und rechnen, statt zu klettern! Aber macht ihnen deswegen Klettern weniger Spaß? Mit der Verschulung von Fähigkeiten wird die Reihenfolge des Erwerbs von Fähigkeiten durcheinander gebracht. Dies mag für einen unerfahrenenen Trainer, der erkennt, dass er zunächst einmal etwas nachholen muß, beim ersten mal frustierend sein. Aber können die Kinder etwas dafür?


    Ich glaube, dass jeder zum Training und zum Spiel geht, um sein Bestes zu geben, was alles andere einfach weniger Spaß machen würde!

    DSV


    Du kannst davon ausgehen, das bei einem Produkt, das nur positives Seiten haben soll, etwas faul ist!


    Deshalb wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass die FPL einen Kompromiß darstellt, weil etwas aus dem Ruder gelaufen ist, ohne dass es von oben her die notwendigen Eingriffe gegeben hätte. Können sich Kinder im mittleren und oberen Jugendbereich noch einigermaßen den Eitelkeiten der Erwachsenen, die bisweilen in Raserei enden, entziehen, besteht diese Chance im unteren Jugendbereich nicht!


    Mich hat dabei die Meinung eines Teils der User zum Thema, wann man auch die schwächeren Spieler einsetzen sollte, besonders geschockt! Denn ich habe erst dadurch begriffen, was ich früher für ein Hornochse war, dass ich ohne großen fachspezifischen Hintergrund einfach nur gewinnen wollte und mir die Mittel dazu recht waren. Was hat es mich interessiert, ob ich dadurch einem Kind den Spaß am Fussball genommen habe? Ja, was hat es mich gestört, wenn ich ihn vor versammelter Mannschaft zur Schnecke gemacht habe, um für ich selbst meine Entscheidungen zu legitimieren, dass nur der momentan Stärkere ein Recht hat, Spaß amf Fussball zu haben.


    Weil es aber das Schicksal so wollte, dass ich mit Ausnahme-Talenten zu tun hatte, die ohnehin einen besonders großen Ehrgeiz entwickeln, kam ich mit meiner vorherigen Theorie, wonach jeder zu seinem Glück gezwungen werden muß, gar nicht mehr klar. Im Gegenteil: ich erkannte, dass man diese herausragenden Könner sehr viel besser in einer angstfreien Umgebung zu Spitzenleistungen fördern kann. Mein Weltbild stellte sich auf den Kopf!


    Klar weiß ich, dass den meisten von euch diese Möglichkeiten nicht geboten werden. Deshalb ist es meine Motivation, dem Fussball ein Stück von dem, was es mir gegeben hat, zurück zu geben.


    Probiert es einfach einmal aus, euch selbst gar nicht unter Druck setzend in ein Spiel zu gehen und euch ein kleines Stückchen weiter von den Leistungen, die ja den Kindern gehören und nicht euch, zu entfernen, um sie neutraler zu bewerten, statt fast alles ausschließlich nach dem emotionalen Kontext von Wut, Enttäuschung oder Freude zu sehen.


    Wenn es uns nicht gelingt, den Kinderfussball im Kopf zu verändern, dann verändert auch die FPL nur sehr wenig!

    Günter


    Ralf Klohr verlinkt regelmäßig Nachrichten über die positive Einführung und sehr guten Auswirkungen der FPL.


    Niemand hat behauptet, dass es überall sofort perfekt funktionieren würde. Dies ist auch der Grund der wissenschaftlichen Betreuung, damit man auf Basis von ausreichenden Informationen Anpassungsmaßnahmen beschließen kann. Ein Vorschläg wäre, in sozialen Brennpunkten, wo die FPL vor besonderen Startproblemen stehen könnte, temporär erfahrene Schiedsrichter als Spielbegleiter zur Unterstützung einzusetzen.


    Ich denke, die User hier im Forum werden sich aufgrund unterschiedlicher Berichte ein gutes Gesamtbild machen können und für sich selbst entscheiden, ob es sich bei einer Beschreibung von Erfahrungen mit der FPL eher um eine Ausnahme oder um einen Regelfall handelt.

    Lican1


    Vielen Dank für die Schilderungen.


    Es war eigentlich auch nicht anders zu erwarten, dass es immer wieder zu Problemen führen mußte. Denn sonst hätte man die FPL-Liga gar nicht gebraucht! Harmlose Raufereien kommen in dieser Altersgruppe selbstverständlich auch während der übrigen Freizeit vor. Schlimmer kann es nur werden, wenn die Kinder von Erwachsenen (Trainer/Eltern) dazu angestachelt werden und für ihr falsches Verhalten auch noch Lob erwarten. Oder aber die Erwachsenen stellvertretend ins Spiel eingreifen und es in erheblichem Maße stören.


    Wünschenswert wäre sicherlich ein rigieres Eingreifen der Verantwortlichen. Doch solange der Sinn und Zweck der FPL nicht hinlänglich in alle Vereine gedrungen ist, bedarf es einer Betreuung und erläuternden Unterstützung. Denn dort, wo man sich keiner Schuld bewußt ist, wird man kaum Verständnis für Strafmaßnahmen entwickeln können.


    Als Unterstützung in solchen Gebieten, in denen die FPL-Liga (noch) nicht so gut funktioniert, solllten erfahrene Schiedsrichter als Spielbegleiter im Hintergrund agieren. Ich Aufgabe besteht in erster Linie in der Beobachtung der beteiligten Personen. Er würde nur dann eingreifen, wenn es zu grobem Fehlverhalten kommt. Denn zu einem Lernprozess gehört es nun einmal, dass Fehler gemacht werden, um daraus zu lernen.


    Die Aufgabe der spielbegleitenden Schiedsrichter könnte es sein, nach dem Spiel gemeinsam mit den Trainern und Eltern das grobe Fehlverhalten zu erläutern und Korrekturvorschläge für zukünftiges Verhalten mit auf den Weg zu geben.


    Sollten diese Korrekturvorschläge selbst dann nicht zum gewünschten Erfolg führen, wäre eine Vereinsstrafe und im Wiederholungsfall eine zwangsweise, zeitlich befristete Abmeldung der jeweiligen Mannschaft vom Spielbetrieb eine mögliche Folge des Fehlverhaltens.


    Wie wichtig der Erfolg der FPL ist, zeigt sich auch im teilweisen groben Fehlverhalten von Trainern und Eltern im mitleren Jugendbereich. Denn auch hier sind meistens die Erwachsenen die Spielverderber und schlechten Verlierer!

    Pedro87


    Im Sinne der Bedeutung liegen wir gar nicht so weit auseinander.


    Die Wahl der Sprache als Form der Unterwerfung ist ein politisches Mittel. Sie darf den Fussball deshalb niemals beeinflussen, soll er durch das oberste Gebot der Fairness solche Grenzen überwinden. Insofern ist die Sprache des Respekts überall gleich! Das danach auch gehandelt werden muß, ist selbstverständlich!


    Die Frage, inwieweit wir kulturelle Unterschiede auf den Platz bringen, läßt sich am einfachsten aus seiner geschichtlichen Entwicklung des Fussballs heraus beurteilen. Hier hat es der Fussball als Kampfsportart über Grenzen, Kulturen und Sprachen die Welt erobern können. Jedoch gab es hin und wieder historische Phasen, in denen er mißbraucht wurde. So gab einst der brasilianische Fussballstar Pele an, dass in seinen jungen Jahren Fouls von Weißen an Schwarzen nicht geahndet werden mußten, umgekehrt schon. Auch heute wird der Fussball in verschiedenen Ländern für andere Ziele mißbraucht. In den Zeiten des "Kalten Krieges" entstanden die meisten Ausbildungsanlagen auf Verbandsebene. Die Mittel dafür haben sich seit der Wiedervereinigung reduziert. In bestimmten Ländern ist Frauen der Fussball ganz untersagt bzw. nur eingeschränkt (mit spezieller Kleidung) möglich. Hierzulande erhielten die ersten Weltmeisterinnen statt einer Prämie ein Kaffeeservice.


    Mit Fug und Recht darf die Frage gestellt werden, warum die Sprache, die vor 2000 Jahren in weiten Teilen Europas noch gleich war, sich vielleicht deshalb voneinander weg bewegt hat, um auch dort ein Freund-Feindbild zu erzeugen, wo es sonst nicht möglich gewesen wäre, weil die Menschen doch so naiv nicht sind, wenn sie sich untereinander verständigen könnten?


    Der Grad sportlicher Rivalität als zusätzliche Motiviation hin zur brutalen Gewalt ist manchmal sehr dünn. Er wird für Stellvertreterkriege mißbraucht, um eigen Frustrationen abzubauen. Brot und Spiele waren schon vor 2000 Jahren beliebte Mittel, um das Volk bei Laune zu halten.


    Inwieweit wir das Sport "als Opitum fürs Volk" bereits überwunden haben, zeigt sich Woche für Woche auch durch die Verletzungen des gegenseitigen Respekts. Eine andere Basis einer gerechten Fairness gibt es nicht! Deshalb dürfen weder Kulturen noch Sprachen als Vorwand für die Verletzung des Respekts herhalten. Was für Kinder, deren Motivation einzig darin besteht, miteinander zu spielen, Spaß dabei zu erleben, die Neugier zu befriedigen, noch selbstverständlich ist, erscheint für manche Erwachsende als unüberbrückbare Hürde einer privaten Unruhe, mehr haben zu wollen, weil man besser ist als jeder Andere!

    @Don
    Auch die Satire verwendet die Überhöhung als Mittel der Bewußtseinseröffnung. Wir obrigkeitshörigen Deutschen verstehen zum Glück diese Sprache! Wenn jedoch in der Medienwelt fast nur die eine Seite ein Sprachrohr besitzt, was bleibt der anderen Seite sonst übrig, als ihre Argumente besonders plakativ einzusetzen? Denn das Problem besteht ja daran, dass sich nur eine kleine Minderheit aufgrund eigener Erfahrungen in diese nach Außen hin abgeschlossene Welt hinein versetzen kann. Der große Rest bekommt nur das mit, was es wissen soll und wissen darf. Deshalb ist es für mich nicht verwunderlich, dass es die Meisten von euch als Schwarz/Weiß-Malerei ansehen!

    Aufgrund meiner internationalen Wurzeln kann ich keinen Unterschied darin erkennen, in welcher Sprache jemand beleidigt oder gelobt wird!


    Den gegenseitigen Respekt kann keine Sprache allein für sich beanspruchen. Den gilt es im Fussball zu leben!

    Günter


    Die Eliteschulen der DDR mögen vielleicht noch als Beispiele herhalten, wie man skrupellos junge Menschen auf ihre sportlichen Fähigkeiten reduzierte und ihren Wert durch Previlegien garantierte, sofern sie sich politisch konform verhielten. Da ist der Bogen zu den heutigen Zielen, die Schule und den Sport in Einklang zu bringen, doch schon sehr weit? Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte hier nicht zur Disposition stehen!

    MilkyWay -inaktiv-


    So ganz habe ich deine Hintergedanken noch nicht verstanden? Soll dein Sohn als Ausgleich fürs Abbrechen in der Schule zum Fussball wechseln, weil es schon sein Hobby ist und du es gerne sehen würdest, wenn er in diese Schiene wechselt oder soll er dort mal hineinschuppern, um während der Schulauszeit zu erkennen, dass es doch besser für ihn ist, seine Schule erstmal zu beenden?


    Denn der Haken bei den Praktikumsplätzen ist der, dass man generell schon gute Chancen hat, einen Praktikumsplatz zu finden. Will man jedoch nicht Irgendeinen, sondern einen ganz Bestimmten, dann wirds schwierig. Denn bei den Proficlubs sind diese Plätze besonders begehrt und schon früh ausgebucht. Bevorzugt werden Bewerber, die sich für "weiterführende Aufgaben" eignen.

    Günter


    Mit der Einführung der FPL läßt sich allenfalls die Sichtweise der darin aktiven Erwachsenen verändern.


    Solange es jedoch keine neutrale Beratung gibt, wird sich die "Abwerbewut" der NLZ nicht nachhaltig verändern, weil deren "Frischfleischbedarf" nur so funktioniert, erzählen die auch weiterhin den Eltern und Kindern genau das, was sie hören wollen!


    Die Einführung der Ausbildungsentschädigung (über den Transferrechner) hat hier lediglich dazu geführt, dass man sich aus Geiz diese Kosten gern dadurch umgehen möchte, in dem man die Talente bereits früher abwirbt! Intern erfährt es eine zusätzliche Legitimation, dass sich unter den vielen Talenten ja hin und wieder mal eines befindet, was sich für viel Geld weiter verschachern läßt.


    Ein beliebtes Argument für den Geiz ist es, dass man das Kind sofort ausbilden muß, weil es sich später nicht mehr so gut entwickeln kann und man ihm für den Fall einer Transferzahlung ja Steine in den Weg legen würde.


    Das Kind wird zum Ein- und Verkaufsprodukt degradiert, dessen individueller Wert sich lediglich durch seine fussballerischen Fähigkeiten beschreiben läßt! Es ist also fast eine Sache ohne Eigenleben, weshalb es ausschließlich nach kaufmännischen Gesichtspunkten abgeworben, weggeschickt oder auch verkauft werden kann.


    Der Erzfeind jedes Vereins mit NLZ ist deshalb der Spielerberater, weil der sich nicht nur um die Interessen seiner Spieler kümmert, sondern ebenfalls eine gute Übersicht über dessen Möglichkeiten in anderen Vereinen besitzt, die ihm sein Verein aus bekannten Gründen sehr gern vorenthält. Da bleibt dann nur als letztes Mittel, dieser Klientel, die den Vereinen bares Geld kostet, als unseriös zu bezeichnen, während man selbst natürlich immer nur nach ehrenhaften Absichten handelt.Aber wo es um viel Geld geht, darf man nicht nach dem Charakter der handelenden Personen fragen!

    Günter


    Deine Denkweise erachte ich vorbildlich! Sie deckt sich mit dem Konzeptentwurf, der hoffentlich irgendwann auch vom DFB verabschiedet wird!


    Darin sind im unteren Jugendbereich: Mannschafts-TW-Übungen, im mittleren Jugendbereich Kleingruppen-TW-Übungen und ab der Posititionsspezialisierung in der B-Jugend auch Einzel-TW-Training vorgesehen.


    Jedoch läßt sich ein Teil der TW-Grundfähigkeiten viel besser aus einer Feldspielerpostion heraus vermitteln. Denn hier ist die Wiederholungsrate höher, sodass früher korrekte Bewegungsabläufe automatisiert werden können.
    Denn wie du schon richtig schreibst, fühlt sich ein Torwart mit guten Feldspielerfähigkeiten sicherer im Torraum. Denn er muß seltener Situationen befürchten, die ihm fremd sind und für die er noch keine sicheren Antworten parat hat.


    Als Beispiele für den erfolgreichen Erwerrb von TW-Fähigkeiten auf einer Feldspielerposition möchte ich:
    - Positionsanpassung und Timing fürs Ablaufen von Flanken
    - die Rückpaßverarbeitung
    - die Ballweiterleitung
    - Schlagen mittlerer und langer Pässe


    Wer seine Keeper oft genug auf Feld schickt, der muß kein extra Abstoßtechnik mehr trainieren. Denn sowohl ruhende Bälle (Freistöße) als auch das Vorlegen, das Anlaufen und die Schußbewegung lassen sich bei langen Flanken sehr gut im Feld trainieren. Man sollte bedenken, das auch die Zeit fürs TW-Technik kostbar ist und nur für die Dinge verwandt werden, für die es im Feld keine Übungsmöglichkeiten gibt. Das schöne dabei ist, dass die TW-Fähigkeiten auf dem Feld auch von ganz normalen Mannschaftstrainern ohne spezielle Fähigkeiten eines TW-Trainers vermittelt werden können.

    Steini


    Du magst zwar recht haben, dass es unterschiedlichen Ansichten geben kann, jedoch ist es schon etwas anderes, ob ein Keeper hinter einer Kette Liberoaufgaben übernehmen soll oder im gegnerorientierten Spiel als Torlinienschnapper agiert!


    Das Problem, den Blickkontakt taktisch zu deuten, hast du ganz gut erklärt. Denn sehr häufig ertappt man Spieler dabei, wie sie nicht die Umgebung scannen, um sekundenschnell ihre Handlung daran anzupassen, sondern in den "Zuschauermodus" zu verfallen und dem noch fernen Geschehen lediglich passiv zuzuschauen.


    Dass sich gerade ein Torwart über die gesamte Spielzeit hoch konzentrieren muß, um die Zahl der torgefährliche Situation durch vorausschauendes Handeln zu reduzieren, das ist wichtig! Doch zuvor muß er die Fähigkeiten erwerben, eine sehr große Zahl an Situationen richtig deuten zu können.


    tobn
    Wichtig für einen Trainer ist schon mal, dass er Alternativen kennt! Den klassischen Außenstürmer hat man durch den Außenbahnspieler ersetzt. Dadurch veränderte sich auch sein Aufgabenschwerpunkt ein wenig, weil weitere defensive Aufgaben hinzu kamen.


    Zwar besteht die Hauptaufgabe des Torwarts nach wie vor darin, in den entscheidenden Situationen Tore zu verhindern, aber seine Aufgaben haben zugenommen. So ist der Anteil der Offensivaktionen im Laufe der Jahre stetig gestiegen. Junge Keeper erlernen diese Fähigkeiten heute vermehrt als Feldspieler. Torleute, die an der Torlinie kleben, besitzen im Regelfall diese Feldspielerfähigkeiten nicht!


    Mein Rat wäre also, die Torleute regelmäßig auf dem Feld spielen zu lassen, sodass sie ein Gefühl für das Erkennen und das Timing für die langen (flachen, mittelhohen und hohen) Bälle erwerben, sowie die richtige Technik erlernen, Bälle im Topsprint zu verarbeiten.

    tobn


    Prima erklärt!


    Da gibts vom Groben her kaum etwas hinzuzufügen.


    Vielleicht noch ein paar Anmerkungen:
    1. Gegenpressing
    Es wird als Unterform des Angriffspressing bezeichnet, weil es ebenfalls im gegnerischen Drittel stattfindet. Denn bei einer weit aufgerückten Hintermannschaft ist das Risiko, ausgekontert zu werden besonders hoch.


    2. Jeder Angreifer ist auch ein Verteidiger
    Weil du das Gegenpressing so schön erklärt hast, wirst du sicher schon festgestellt haben, dass Pep Guaridiola äußerst selten und meist erst in der zweiten Halbzeit mit Robben und Ribery spielen läßt. Beide sind überragende Angreifer, aber hin und wieder zu faul, um verloren gegangenen Bällen zu folgen. Das kann man vielleicht auf einer Seite noch einigermaßen absichern, aber auf beiden Seiten wird´s schon schwierig! Wenn überhaupt noch ein Angreifer von Defensiv-Aufgaben freigestellt wird, dann ist es der klassische Mittelstürmer. Aber den gibts immer seltener, weshalb im modernen Fussball jeder Mannschaftsspieler offensive wie defensive Aufgaben zu erfüllen hat. Von seiner Position in der Mannschaft hängt es jedoch ab, ob er mehr offensive oder mehr defensive Aufgaben hat.


    3. Pressingaufbau
    Das Angriffs- Mittelfeld- und Abwehrpressing unterscheidet sich noch in weiteren Punkten. So gibt`s beim Angriffs- und Mittelfeldpressing eine Pressingvorbereitung, in der ein eigener Angreifer den Paßweg zwischen den beiden IV versperrt, um den Ball auf eine bestimmte Seite zu lenken. Dort wird in der zweiten Phase die Außenbahn so zugestellt, dass der Paß ins Mittelfeldzentrum gelenkt wird, wo man den Paßnehmer doppelt. Eine Untervariante ist das Pressingopfer. Hierbei handelt es sich um einen technisch schwächeren Spieler, zu dem der Paß gelenkt werden soll, um diesen unverzüglich zu attackieren. Die Prinzipien unterschieden sich hier nicht zwischen dem Angrifffs- und Mittelfeldpressing. Lediglich die Pressingzone.
    4. Nach der Balleroberung beim Angriffs- und Mittelfeldpressing
    Während es beim Gegenpressing auch um die Vermeidung eines gegnerischen Konters geht und einer erneuten Torchance geht, will man beim Angriffs- und Mittelfeldpressing nach dem Ballgewinn auch eine gute Torchance kreiieren. Wichtig ist die unverzügliche Einleitung des Gegenangriffes, bevor sich der Gegner sortieren kann. Dazu muß auf der jeweils ballfernen Seite ein offensiver Mittelfeldspieler in die Gasse starten, damit nunmehr mit möglichst wenig Ballkontakten eine gute Torchance Kreiiert wird.


    5. Abwehrpressing
    Bei dieser Variante wird sich direkt nach gegnersicher Balleroberung ins eigene hintere Drittel zurück gezogen. Es werden dabei die Abstände untereinander verkürzt, sodass der Paßraum für den Gegner immer kleiner wird. Man vermeidet hier die Eins gegen Eins Situationen, da ein Dribbling auch verloren werden kann! Stattdessen wird der Gegner nach außen hin abgedrängt, das Tempo herausgenommen und der Paßweg zugestellt. Die häufig besseren Spieler des Gegners befinden sich im Zentrum. Damit die erst gar nicht an den Ball gelnangen, soll beim Abwehrpressing das torgefährliche Zentrum immer gut zugestellt sein! Beim Abwehrpressing sollen Fehlpässe provoziert werden.



    6. Gibt es ein bißchen ballorientierte Taktik?
    Diese Frage taucht immer im Zusammenhang auf, wenn fehlendes Trainerwissen damit gerechtfertigt wird, dass es ja für die Liga X noch nicht unbedingt notwendig wäre. Aber ohne ein Grundverständnis geht es nun einmal nicht! Wie bereits angemerkt wurde, müssen beim ballorientierten Spiel alle Spieler mitmachen. Nur seinen 4 Abwehrspielern zu sagen, ihr spielt jetzt "Kette" reicht nicht.


    Beim Thema Pressing wird sehr deutlich, dass man mit seinem Wissen aus dem gegnerorientierten Spiel und ein paar in den Medien aufgeschnappten Begriffen nicht sehr weit kommt.


    Deshalb hoffe ich, dass durch die Beschreibungen vielleicht einige User neugierig geworden sind, sich für Traineraus- und Fortbildung anmelden und sich mit guter Fachliteratur zum Thema ausstatten.


    Mitlerweile gibts genügend Übungs- und Spielformen, die nur darauf warten, von euch ausprobiert zu werden. Fast allen Jugendlichen macht das mehr Spaß, als der frühere Zermürbungskampf und die Abgrätscherei. Und wenn die Mannschaft Spaß hat, dann hat es der Trainer doch auch?!?

    Bozo


    Die KiFu-Regeln wurden geschaffen, um den Kindern ihren Fussball wieder zurück zu geben, der ihnen zuvor von den Erwachsenen genommen wurde. Die darin enthaltenen Regeln sind deshalb nur Kompromisse, weil das Ganze sonst schon im unteren Jugendbereich durch Streitigkeiten zwischen den Erwachsenen (sehr viel seltener unter Kindern) Wie sich Eltern verhalten, das hängt sicherlich von vielen Faktoren ab! Klar ist zwar, dass es sich bei den eskalierenden Ausschreitungen immer nur um Einzelfälle handelt. Deshalb darf man die KiFu-Regeln in der Fairplay-Liga als Präventionsmaßnahmen verstehen und ich als generelle Abstrafung aller Erwachsenen im Jugendfussballbereich.


    Wie bei diesem Thema bereits erwähnt, lebt und stirbt der Fairplay-Gedanke immer nur durch die Erwachsenen. Zur Unumkehrbarkeit gehört es, die selbst für richtig befundenen Regeln auch denen zu vermitteln, die sich offensichtlich noch nicht gut genug kennen. Das ist man seinen Kindern einfach schuldig! Wenn man dann noch Trainer ist, dann ist die Meinungsbildung noch bißchen besser möglich.


    Gerade wird auch in einem anderen Thread (Soll man unabhängig vom Spielstand jeden Spieler einwechseln9 heftigst diskutiert, inwieweit die Leistungsmerkmale aus dem Seniorenbereich auch für den Jugendbereich des Breitensports Gültigkeit haben sollen. Dabei erachte ich es als besonders wertvoll, wenn die Erfahrungen aus dem KiFu in der Fairplay-Liga mit in den Fussball für die älteren Kinder hinüber getragen wird. Denn dann lassen sich auch dort Regeln schaffen, bei denen die Kinder (nicht die Trainer/Eltern) in den Mittelpunkt des Interesses gestellt werden.


    Ein Anfang ist gemacht! Jetzt gilt es auf diese Erfahrungen aufzubauen!