Beiträge von TW-Trainer

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    Eigentlich wollte ich lediglich den Futsal als Alternative zum Abschlußspiel in der Halle vorschlagen. Bin jedoch angenehm überrascht, wie viele Freunde er schon gefunden hat.


    Auch bin ich der Meinung, dass Futsal zwar den Besten im Team Spaß macht, aber insbesondere den Schwächeren in der Mannschaft mehr Erfolgserlebnisse bringt, weil der Ball feinmotorische Schwächen eher verzeiht!


    Zurück zum Futsal
    Wer noch gar keine Erfahrungen mit Futsal gemacht hat, der kann zum Ausprobieren zunächst einen Standard-Ball verwenden, aus dem er etwas Luft läßt. Wenn der Ball dann nur noch 1 x hüpft, nachdem man ihn aus Schulterhöhe auf den Hallenboden fallen läßt, dann sollte es O.K. sein.


    Erst, wenn man den Futsal als festen Bestandteil für den Hallenkick übernommen hat, lohnt sich auf jeden Fall die Anschaffung dieses Sportgeräts!

    Mein Beitrag ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber ballorientierte Hallentaktik kann nach wie vor der "Renner" sein. (Den der Hallenfussball früherer Tage hatte deshalb einen negativen Touch, weil hier das Grätschen noch grässlicher aussah und die früheren Hallenböden aufgrund es geringen Schwingungsverhaltens für Erwachsenen-Hallenfussball eher ungeeignet war. Bei den Trainern des mittleren Jugendbereichs war der Hallenfussball deshalb verpöhnt, weil sie beim Neustart der Feldsaison im Frühling ihre Probleme hatten, das das Team wieder die größere Breite und Tiefe des Platzes nutzt.)


    Werft einfach mal die alten Vorurteile gegen den Hallenfussball über Bord und probiert euch mal am Futsal aus!


    Wer die Vorteile der Halle kennt, der kann sie für sich nutzen. Gerade der Futsal bietet in der ballorientierten Taktik eine Reihe von Vorteilen.


    - Ball verspringt nicht so schnell, weil geringerer Druck und etwas höheres Gewicht (technische Unterschiede werden geringer, wodurch sich die Ballzirkulation verbessert
    - kaum Spielunterbrechungen und kaum "Gepöhle", weil der Ball selten im Aus landet und gar nicht für Distanzschüsse geeignet ist
    - intensives Spiel, weil Ball stets eng am Fuß führt zu hoher Paßfrequenz durch Kurzpaßspiel mit sich ständig verändernden Situationen
    - die "4 Sekunden-Regel" läßt keine taktierende Spielverschleppung zu
    - das "Mannschaftsfoul" fördert die Verantwortung des Einzelnen im Team


    Zusammengefaßt: Wer beim Futsal mehr oder weniger planlos herumrennt, wird sehr viel schneller ermüden als seine Mitspieler und deshalb häufiger zuschauen müssen. Dementsprechend fördert Futsal die Fähigkeit, vom "Kopf in den Fuß zu spielen", indem es permanent Entscheidungen von den Akteuren verlangt. Beim gegnerorientierten Spiel wurde entweder gedacht oder gerannt, beim Futsal muß man Beides gleichzeitig! Deshalb fördert es die Handlungsschnelligkeit im besonderen Maße.


    Für den Anfang empfehle ich, den Futsal noch nicht mit allen Regeln zu spielen, sondern zunächst nur mit ein paar Grundregeln zu starten:


    1. Körperattacken sind verboten (nur der Torwart darf im Strafraum beim 1 : 1 ins Teckling)
    2. Beim Aus wird eingekickt (nicht eingeworfen)
    3. Beim Foul, Eckball und Aus auf die 4 Sekunden-Regel achten, d.h.sobald der Ball in Position ruht, wird angezählt (hierbei kann laut mitgezählt werden, damit die Spieler ein Gefühl dafür entwickeln und nicht hektisch werden)
    4. Fortlaufende Spielerauswechselung von der Mittelfeldlinie (Spieler u. Trainer entwickeln hierbei ein Gefühl dafür, wann es sich lohnt, da es kaum und wenn dann nur kurze Spielunterbrechungen gibt.


    Zwar wird lt. Futsal-Regel mit 4 Feldspielern + Torwart und 7 Ersatzspielern gespielt, aber das kann nach den individuellen Bedürfnissen des Teams angepaßt werden.
    Das Mitzählen (ab 5. Foul) gibt Mannschaftsfoul kann in der Anfangsphase unterbleiben. Ferner sollte in der Anfangsphase noch nicht zwei mal 20 Minuten mit der Möglichkeit zum 1 minütigen Timeout, sondern je nach Altersgruppe und Ermüdungsgrad gespielt werden.


    Zwar werden beim Futsal insgesamt nicht so viele Tore erzielt. Aber die Spieler erlernen hier bei spielend, dass es nicht darauf ankommt, sich Torchancen zu erarbeiten, sondern das man Großchancen generieren muß, um so besser zum Torerfolg zu gelangen.


    Futsal statt Abschlußspiel wäre mein Vorschlag für den Beginn in die Hallensaison für die Mannschaften und Trainer, die es noch nicht kennen! Futsal-Turniere empfehle ich den Teams und Trainern, die bereits Erfahrungen sammeln durften.


    Den Trainern kann ich nur empfehlen, so wenig wie möglich ins Spiel hinein zu rufen, weil sie sonst viele Varianten ihrer Spieler verpassen würden, die sie sich dann selbständig erarbeiten, wenn sie etwas ausprobieren und riskieren dürfen


    Die Futsal-Taktik sollte erst dann Verwendung finden, wenn sich alle Spieler ausreichend auf den unterschiedlichen Positionen gegen unterschiedlich starke Gegner ausprobieren durften. Durch die strittweise Thempoerhöhung im Futsal werden dann auch weitere Regelelemente notwendig (z.B. 2 Schiedsrichter wie beim Handball, 2 Trainer für die Auswechselungen)


    Weitere Infos sowie eine Kurzbeschreibung der Futsal-Regeln findet man unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Futsal


    Viel Spaß dabei!

    Dröfl


    Du bist mal wieder ein typisches Beispiel dafür, dass es im Fussball nichts gibt, was es nicht gibt! Lies dir insbesondere mal dazu die Trainerstimmen durch, die meinen, der Zug wäre schon abgefahren, wenn man nicht spätestens in der D-Jugend schon in einem NLZ eines Bundesligisten spielen würde. Dabei kann derjenige, der unvorreingenommen ans Thema geht feststellen, dass eine Regel dann keinen Sinn mehr macht, wenn es zu viele Ausnahmen davon gibt.


    In der Tat ist die Definition von Schnelligkeit im ballorientierten Spiel von noch größerer Bedeutung als im gegnerorientierten Spiel. Jedoch läßt sie sich nicht identisch beschreiben. Denn wer deinen Beitrag aufmerksam gelesen hat, der sollte nun wissen, das es auf die Schnelligkeit im Kopf ankommt. Denn wer schon da ist, wo er sein sollte, der muß nicht mehr dorthin laufen!


    Mit dem Ball heraumlaufen und schießen, dass könnte fast alle Fussballspieler, aber die Spreu trennt sich vom Weizen, wenn es um`s blitzschnelle Erkennen von ballfernen und ballnahen Situationen geht.


    Das Beispiel: Per Mertesacker paßt deshalb sehr gut, weil er der Typ von IV ist, der nicht durch Antritts- oder Maixmalschnelligkeit hervor sticht, sondern schon überall dort ist, wo er benötigt wird. Natürlich macht er seine Körpergröße dort zum Vorteil, wo der Ball aufgrund des verengten Raum im torgefährlichen Bereich nur noch hoch hineingepaßt werden kann.


    Wieweit deine Karriere gehen wird, das vermag auch ich nicht zu sagen. Wenn aber schon 2 der 3 Erfolgsfaktoren im "grünen Bereich" liegen, dann sollte es schon noch ein gutes Stück aufwärts gehen. Wichtig wird jedoch auch sein, wie du mit persönlichen Rückschlägen (Verletzungen, Trainer, privates Umfeld) klarkommst?

    14ValenciaCF


    Mit dem Phänomen des unerwarteten Verhaltens setze ich mich schon viele Jahre auseinander. Denn das gibt es in allen Altesgruppen.


    Leider bleiben mehr Fragen als Antworten!


    Wenn ich es recht verstehe, schießt das Mädchen viele Tore, freut sich darüber sehr; steht jedoch sofort unter Tränen, wenn ein Gegentor passiert? Es könnte daran liegen, dass sie das Fussballspiel noch nicht als Team- oder Mannschaftssport realisiert hat, sondern nur sich selbst in eine Beziehung zu Toren und Gegentoren setzt? Es kommt auch etwas häufiger vor, dass Mädchen weniger stressresistent auf einen erhöhten Lautstärkepegel (wie es nun einmal bei der Freude über Tore) reagiert. Das Kind versucht sich zum Zeitpunkt der Verunsicherung beim Torerfolg durch Jubel und beim Gegentor durch Weinen anzupassen. Kann sein, dass das Kind eine Auszeit braucht, um den Fussball für sich ein zweites mal unter günstigeren Bedingungen mitzuerleben?


    Wenn es noch nicht regelmäßig so reagiert, dann kann entsprechendes Coaching helfen, den Druck durch die Verunsicherung zu nehmen. Es wird jedoch auch durch gutes Coaching einige Zeit brauchen, bis das Kind solche Situationen rational und emotional besser verarbeitet.


    Etwas anderes ist es bei den Trainerkindern. Denn hier spielt der Faktor: persönliche Leistung und Sieg bzw. Niederlage eine ähnliche Rolle, weil jedes Kind in diesem Alter sich als der beste Spieler anzieht. Hier spielt das familiäre Verhältnis zum Trainervater eine große Rolle.Solche Kinder erlegen sich häufig den Zwang auf, nicht beim Training oder Spiel fehlen (zu dürfen). Es fühlt sich für jedes Tor, aber noch mehr für jedes Gegentor verantwortlich. Im letzteren Fall gibt es die stille (Frust) und die offene Trauer (weinen). Weil der Fussball auch vom Trainervater ins Heim hineingetragen wird, spielt alles was mit dem Fussball zu tun hat, eine besonders große Rolle für ihn. Wird die besondere Situation nicht rechtzeitig erkannt, kommt es zum Bruch mit dem Fussball. D.h. von der vormals wahrgenommenen Euphorie erfolgt binnen kurzer Zeit ein Wechsel der Beziehung zum Hobby Fussball. Dieser Wechsel ist deshalb so heftig, weil jedes Kind zunächst einmal bemühlt ist, den Erwartungen seiner Eltern zu entsprechen. Wenn dann irgendwann das Bedürfnis entsteht, die Erwartungen nicht mehr erfüllen zu wollen, dann will es sich meist insgesamt von der Situation befreien und den Vater nur noch als Vater, nicht aber mehr als Trainer um sich wissen.


    Verallgemeinerungen helfen jedoch nur selten weiter, weil es individuell andere Gründe geben kann, die manchmal nicht unmittelbar etwas mit dem Fussball zu tun haben müssen. So kann es in diesem wie auch in einer späteren Altersphase zu einer stark abweichenden Entwicklung der sozialen Kompetenz und die koordinativen Fähigkeiten geben. Bei älteren Spielern ist man als Betrachter erstaunt, was hier auf den Rasen gezaubert wird, aber sofort ziemlich entrüstet beim ersten Satz aus dem Munde dieses Spielers.


    Weil es hier so viele Möglichkeiten gibt, ist guter Rat teuer! Solange man den Grund nicht kennt, sollte man ihn in jedem Falle so ernst nehmen, das man die unterschiedlichen Gefühlslagen respektiert. Ich weiß zwar, dass das gar nicht immer so einfach ist, weil man eine Gruppe zu betreuen hat. Aber in dieser Altersgruppe kann messtens das Trösten noch die beste Möglichkeit sein, das Leid für den Moment zu mindern.


    Das Verhältnis zu überschwänglicher Euphorie und offener sowie stiller Trauer verändert sich im Laufe der Zeit und sollte von seiner Umwelt aufmerksam wahrgenommen werden.

    @Berlin/Phil


    Bevor ich dir einen Rat geben möchte, hab ich ein paar Fragen:
    1. In welcher Liga spielt ihr ?
    2. Welches Mannschaftstaktiksystem spielt ihr?
    3. Kennst du den Unterschied zwischen Forechecking und Pressing?
    4. Kennst du die Unterschiede zwischen Angriffs-, Mittelfeld- und Abwehrpressing?

    Man muss sich nur selbst die Frage stellen, ob man den Trainerjob auch ohne den wochenendlichen Spielbetrieb weiterhin ausführen würde


    Brülltrainer oder Waldorftrainer?


    Es mag Leute geben, die den Kinderfussball in die 2 Lager: Brüll- oder Waldorftrainer aufteilen? Ich mag beide nicht, weil sie jeweils das andere Lager als ihren persönlichen Feind ansehen. Deshalb distanziere ich mich ausdrücklich von radikalen Ansichten und deren Vertreter! Das ist auch der Grund, warum ich im vorherigen Beitrag von Einzeltätern gesprochen habe!


    Glaubst du, dass Trainer, die ihre oberste Prioriät in der mittelfristigen Ausbildung ihrer Spieler sehen und erfolgreich im Punktspielbetrieb Woche für Woche die Früchte ihrer Trainingsarbeit ernten, keinen Adrenalinkick erleben? Ich denke, wer schlecht ausbildet und immer nur verliert, der wird wohl nur über einen kurzen Zeitraum das Mitleid seiner Kollegen ertragen können oder?


    Kann es sein, dass du meinen Beitrag gar nicht richtig gelesen hast?


    Dennoch denke ich, dass man in wichtigen Fragen Position beziehen muß! Es geht mir um die Schwarz-Weiß-Idiologie im häufig gehörten Widerspruch in der Leistungsentwicklung. Auch hier lese ich von Eltern und Trainern, die ihre Bambini in irgendwelche andere Mannschaften stecken wollen und das mit Leistungen begründen wollen. Leider gibt scheinbar immer auch noch genügend Trainer, die "Frischfleisch" gerne nehmen und einem nicht kindgerechten und gnadenlosen Selektionsprozess unterziehen, anstatt das Kind erst einmal als Individuum reifen zu lassen, damit es die höheren Erwartungen erfüllen kann und auch von sich aus erfüllen will!


    So sehe keinen Widerspruch zwischen einem modernen altersgerechten Training und einer erfolgreichen Teilnahme in einem Wettkampfbetrieb, der mit der FPL startet! Die Jugendzeit sehe ich vornehmlich als Ausbildungszeitraum, bei der Meisterschaften und Pokale zwar ebenfalls kein Widerspruch zu einem guten Trainer sind, jedoch aufgrund ihres vorübergehenden Charakters eine andere Bedeutung haben als im Seniorenbereich. Oder mal aus Versichtsfunktionärsseite formuliert: die Jugendtrainer sind nicht dazu da, um Meisterschaftstitel und Pokale für ihren Verein zu holen und ihre Prioriäten dran auszurichten, sondern um eine mittelfristig angelegten Ausbildungsaufgabe zu übernehmen.


    Aber solange der Standard im Breitensport der Trainer ohne Ausbildung ist und selbst bei der Ausbildung elementare Teile fehlen, werden wir uns wohl noch lange Jahre über die Grundlagen des Kinderfussballs unterhalten müssen


    Dass Fussball in einer angstfreien Umgebung sehr effektiv und erfolgreich (teilweise Profis u. Nationalspieler) ist, dafür habe ich in meinem langen Trainerleben genügend Beweise finden können. Sie hatten die Chance, zunächst den Spaß am Fussball und später auch den Spaß an ihrer eigenen Leistungen selbst zu entdecken. Kaum jemand hat auf dem Weg zu späteren Leistungen die Fussballschuhe an den Nagel gehängt! (Ein Zeichen dafür, dass sich die Dropout-Qute im Jugendbereich durchaus senken läßt. Aber auch ein Zeichen dafür, dass sehr viel mehr trainierbar ist und der Anteil von Anlagen eine geringere Bedeutung hat.)

    Man muss sich nur selbst die Frage stellen, ob man den Trainerjob auch ohne den wochenendlichen Spielbetrieb weiterhin ausführen würde


    Bin zwar schon einige Tage vorher darauf eingegangen, dass bei der Einführung der FPL immer wieder Trainer gegeben hat, die mit Rücktritt gedroht haben, wenn sie ihre Kinder nicht mehr wie gewohnt von Spiel zu Spiel anbrüllen dürfen, um zu siegen, sondern nur dann ins Spiel eingreifen dürfen, wenn die Kinder nicht mehr weiterkommen. Und dann auch noch gemeinsam mit einem Trainer aus der anderen Mannschaft!


    Dass es dann trotzdem keine massenhaften Austritte nach der Einführung der FPL gegeben hat zeigt, dass es doch eher "Einzeltäter" handel, die für ihren eigenen wöchentlichen Adrenalinkick Kindergarten- und Grundschulkinder brauchen! Als höchst bedauerlich und vielleicht tyisch deutsches Phänomen sehe ich jedoch die große, schweigende Masse der Eltern und Vereinsfunktionäre an, die diesem Treiben der "Kider-Gladiatorenkämpfe" in ihrer Umgebung, für die sie eine Mitverantwortung tragen, kein Ende setzen. Denn noch haben wir zu viele "Jäger", die abseits der Stadien auf den Nebenplätzen tun und lassen können, wie es ihnen beliebt. Noch dürfen sie über ihre Vorstellungen von Drill und Kampf einen Stacheldraht um die kleinen Seelen dieser Kinder ziehen. Denn viele von ihnen wissen selbst gar nicht, was sie tun! Leider emphört sich die schweigende Mehrheit immer nur dann, wenn etwas Schrecklices passiert ist. Aber ist das wirklich nicht vorhersehbar?
    Skepsis gegenüber Neuem ist sicher gut! Aber genauso wichtig ist die Skepsis gegenüber dem Alten! Dieses Forum mag eine große Anzahl von engagierten Trainern besitzen. Jedoch gibt es in den Kernfragen immer auch User, die den tradiionellen Fussball als ein Tabu-Thema ansehen und deshalb immer wieder vor eigene Grenzen stoßen! Ihnen nützt es nicht allein, mit Schock-Beiträgen und Vorwürfen ein schlechtes Gewissen zu machen, man um sich mit ihren Argumenten auseinander setzen.


    Das allerbeste Argument ist jedoch, es selbst besser zu machen. Steini und ein paar Andere haben prima Beispiele dazu genannt. Gern bitte noch mehr davon ...!

    lurani13


    Vielen Dank für deine Meinung! Ich denke, mit deiner Meinung vertrittst du wohl die Mehrheit der Trainer im unteren Jugendbereich?


    Ich hab da mal ein paar Fragen an dich. Der Fragesteller möchte wissen, ob ein Kind, was jetzt bei den Bambini mitspielt, schon reif für die F-Jugend ist.


    1. Welche fussballerischen Fähigkeiten sollten nach deiner Meinung gegeben sein, einen Bambini mit 1 - 2 oder sogar 3 Jahre älteren Kindern gemeinsam Fussballspielen zu lassen?
    1.1. Wo siehst du die Grenzen, nach denen mein sich entscheiden sollte, ob ein Wechsel in einer Mannschaft mit älteren Spielern sinnvoll erscheint oder nicht?
    2. Sollte die Entscheidung höher zu wechseln ausschließlich auf fussballerische Merkmale bezogen sein oder so das Kind auch noch irgendwie mit anderen Spielern mit gleich großem Wortschatz kommunizieren können?
    3. Spielt es eine Rolle, ob er Freunde in seiner bisherigen Mannschaft hat oder haben Freundschaften gar nichts mit dem Vereinsfussball zu tun?
    4. Wer (Trainer, Eltern, Spieler) entscheidet über einen Mannschaftswechsel?
    5. Welche Erfahrungen hast du mit Spielern gemacht, die jeweils vorzeitig in eine Altersklasse höher gewechselt sind?


    Zum besseren Verständnis solltest du jeweils kurze Begründungen hinzufügen.

    Das Problem der Unterforderung ist in meinen Augen genauso groß wie das der Überforderung!


    Weil es nach unsereren Vorstellungen kein geeigneteres System gbit, als die Leistungen nach Jahrgängen zu bewerten, gibt es dabei immer auch Kinder, die dabei bevorzugt und andere, die dabei benachteiligt werden. Wer mehr dazu wissen möchte, der kann hier nach dem Beitrag: "wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" suchen!


    Ein besonderes Merkmal für Talente ist es, dass sie bereits eines besser können, als der Durchschnitt des Jahrgangs! Weil man jedoch die Talente nicht allein auf ihre fussballerischen Fähigkeiten reduzieren, sondern sie als Individuen beurteilen sollte, ist die Frage, ob ein Wechsel in einen älteren Jahrgang sinnvoll ist, nur dann einigermaßen zu beantworten, wenn es sich auf die Bewertung der sozialen Kompetenz erweitert und kein Entgültigkeitskriterium trägt.


    Sind soweit die Dinge geklärt, dann erfolgt die Schlüsselfrage, ob es das Kind überhaupt will? Denn nicht jeder, der kann, der will auch! Wird ihm dieser Wille von Eltern und Trainern nur doch allerlei Versprechungen suggeriert, besteht die Gefahr, dass es den Spaß am Fussball verliert.


    Von Talent-Anlagen im Bambini-Bereich zu sprechen, die einen Wechsel zwingend notwendig machen, fällt mir allein deshalb schon schwer, weil es doch hier wirklich nur um den Spaß an der Bewegung und weniger um die dabei ausgeübte Sportart Fussball geht!


    In diesem Zusammenhang wurde der Mädchenfussball genannt. Dies sollte wirklich abgekoppelt von der Diskussion, ob ein Bambini in die F-Jugend wechselt, interpretiert werden. Denn beim Mädchenfussball gibt es schon deshalb schon eine größere Leistungsstreuung, weil hier längst nicht alle im Bambini-Alter mit dem Fussball beginnen. Auch im oberen Jugendbereich gibts hier deutliche Unterschiede bei der Relation von Jahrgang und Leistung. Sonst würden die Mädchen nicht schon ab dem älteren B-Jugend-Jahrgang in den Frauenbereich wechseln. Schließlich gibts auch noch ganz andere Mengengerüste bei den Mädchen- und Jungenteams. Da ist es manchmal gar nicht anders möglich, überhaupt eine Mädchenmannschaft zu stellen, wenn man nur 2 Jahrgänge dafür zur Verfügung hat.

    Günter
    Genau deshalb, weil die Trainer(-neulinge) im Breitensport Ehrenamtliche sind, müssen die Anforderungen auf ein gesundes Maß herunter geschraubt werden. Ich hab`s u.a. auch beim Hyp " .. wir spielen jetzt mit Kette ..." gemerkt. Statt sich um die vornehmlichen Aufgaben zu kümmern, wollte man es den Profis gleichtun. Klar entwickelt sich der Fussball weiter, aber Quantensprünge darf man nicht erwarten!


    Für mich verdecken diese werbewirksamen Aussagen zu den Trainermöglichkeiten im Jugend-Breitensport die tatsächlichen Aufgaben und Problemstellungen. Leider haben hier auch die Verbände und der DFB manchmal falsche Hoffnungen im Breitensport geweckt! Allzudeutlich wurde dies mit ihrer Kampagne, die "Kette" auf Kreisebene einzuführen. Denn mehr als kleine Überzahlspielchen konnte man bei den Demo-Trainingseinheiten nicht über die Bühne bringen. Kein Wunder, wenn den Akteuren ein wesentlicher Teil in ihrer technischen und individualtaktischen Ausbildung fehlt! Für mich war`s deshalb ein Schuß in die Tonne! Ich hätte mich mehr über Seminare fürs richtige Coaching und in der Konfliktsteuerung gefreut. Statt besser auf die Realitäten einzugehen, gabs für die Jugendleitungen ein paar Vereinsmanager-Seminare, in denen man ihnen beibringen wollte, wie man ganz schnell ganz viele neue Mitarbeiter und darüber deren Kinder in den Verein lockt! Die Jugendbeiträge sind doch deshalb sein Jahrzehnten auf dem gleichen Stand, weil man sich bei dieser stark vernachlässigten Jugendarrbeit vielerorts gar nicht traut, mehr zu verlangen!


    Wenn man jedoch keine Hilfe "von oben" erwarten darf, weil man die Probleme in den Dorfvereinen gar nicht zur Kenntnis nimmt, dann muß eben die Veränderung "von unten" kommen. D.h. nicht darauf warten, bis andere es besser machen, sondern selbst damit anfangen! Denn dann folgen Andere auch!

    Steini


    Prima Beitrag! Auch ich habe mich in den ersten Trainerjahren wiederfinden können. Man lebt in einer kleinen Welt, dem Verein und kennt gar nichts anderes. Hinzu kommt, dass die Medien Kinderfussball aus den Augen der Erwachsenen hofiert, weil auch ihnen die Kenntnisse darüber fehlen, dass Kinderfussball etwas ganz anderes ist, als Fussball für kleine Erwachsene. Sonst wüßten sie, dass sie durch ihre Art der Berichterstattung dem Kinderfussball nachhaltigen Schaden zufügt. Denn die Erfolge liegen im Finden vom Spaß am Fussball, vielleicht auch am Spaß an der Leistung, in der Förderung von sozialer Kompetenz in der Gruppe, in der gesundheitlichen Entwicklung, aber doch nicht in Meisterschaftspunkten und Pokalen, die mit Truppen, die ihre Gegner gnadenlos niederkämpfen zerzwungen werden! Diese Form des schwarz-weiß-denkenden Boulevard-Journalismuses bedarf ebenfalls einer Veränderung, weil sie fur Kinder-, Eltern- und Traineraugen tauglich werden soll! Zwar ist nichts so alt wie die Zeitung von gestern, dennoch kann man u.a. durch Leserbriefe eine Öffentlichkeit erreichen, sodass sie die Form der Berichterstattung langsam den Erfordernissen des Kinderfussballs anpaßt.


    Aber es hilft nichts, anderen Gruppen Versäumnisse aufzuerleben, wenn wir bei unserem Rollenverständnis als Trainer im Kinderfussball noch Defizite haben. Deshalb bleibe ich dabei, das Ralf mit seinen FPL-Ideen auch vielen engagierten Trainern die Augen geöffnet hat. Seine Ideen stecken vielfach noch in den Köpfen und müssen erst noch auf dem Rasen gelebt werden. Denn dann bin ich mir sicher, dass sich auch die anderen Bereiche anpassen werden.

    @fussbllove01


    1. Geld für Soccerhalle
    'Das Problem läßt sich leicht klären! Einfach mal auf die Preisliste schauen, dann weißt du wieviel die Soccerhalle kostet. die 70,- € pro Trainingseinheit (1 - 1 1/2 Std.) scheinen O.K. Bei 2 x mtl. Training wären das 140,- €.


    2. von wem Geld
    Wenn der Trainer planen will, dann verteilt er die Kosten auf die gesamte Mannschaft. Sonst muß er die Differenz aus privater Tasche bezahlen! Allerdings hast du die Frage offengelassen, warum einige Spieler nicht zum Training in der Soccerhalle kommen? Denn wenn hier doch alle mittrainieren dürfen, dann würde doch ein Vorteil zum Training auf dem Feld darin liegen?


    3. Ein Trainer für 2 Mannschaften
    Habe ich dich da richtig verstanden? Gibt es bei euch nur einen Trainer für die C 1 und die C 2 ? Aber irgendetwas paßt da nicht? Denn wenn eure erste C-Jugend 3 mal pro Woche trainiert, dann muß sie wohl im Leistungsfussball spielen. Aber dann kann ich mir nicht vorstellen, dass der Trainer dort ganz allein arbeitet und obendrein noch die C 2 trainiert?


    Helfen können wir dir nur, wenn wir ausreichende Infos von dir bekommen!

    Günter
    Ja, so ähnlich hatte ich mir das mit den Spielbegleitern auch vorgestellt.


    Eine Verlagerung bzw. Anpassung der Anpfiffzeiten würde die Zahl der benötigten Spielbegleiter deutlich senken. Denn die Spielbegleiter können durchaus 2 Spiele auf dem Kleinfeld gleichzeitig betreuen. Weil es heutzutage häufig zusammen liegende Sportplätze gibt, wäre das sogar vielfach bei Großfeldspielen auf Nebenplätzen möglich.


    Man muß sich von der bisherigen Organisation der Jugendspieltage ein stückweit lösen, wenn man sich mit den Veränderungen von Kompetenz und Verantwortung auseinander setzen will. Denn auf der einen Seite freuen wir uns auf den wachsenen Zuschauerstrom bei den Jugendspielen, aber auf der anderen Seite tun wir (fast) nichts, damit dies unter den geänderten Rahmenbedingungen immer auch gut abläuft.


    Welche Qualifikation diese Personen haben müssen, ergibt sich im Großen und Ganzen aus ihrer Rolle. Und natürlich muß sie für die Praxis schulen. Die Idee, dafür auch Trainer zu nehmen finde ich deshalb gar nicht so schlecht, weil sie auf diese Weise die Gelegenheit erhalten, in einer anderen Rolle zusätzliches Wissen für ihr eigenes Team mitzunehmen. Es dürfen auch Eltern sein, die weder Traienr noch Schiedsrichter werden möchten, aber eine Mitverantwortung übernehmen möchten.


    Wenn es eine wirksame Veränderung im Jugendfussball geben soll, dann muß es eine qualitativ hochwertige Ausbildung geben.


    Ich könnte mir folgende Ausbildung für den Spielbegleiter vorstellen:
    1. Erwerb von Kenntnissen für altersspezifisches Verhalten
    2. Kommunikaitonskenntnisse (insbesondere Konfliktsteuerung)
    3. Regelkunde


    Ich würde die Spielbegleiter gerne weiterhin im Bereich der Schiedsrichterausbildung belassen. Aber es wird m.E. ersichtlich, das es nicht allein mit der Regelkunde getan ist, sondern weitere Kenntnisse in der Soziologie und Psychologie notwendig sind, um den gewünschten Aufgabenbereich gerecht zu werden.


    Vermutlich wäre die Personengruppe mit ausrechenden Lebenserfahrungen (zwischen 30 - 50 Jahren) ideal. Denn das heutige Problem, das 16 - jährige Jugendschiedsrichter weder von Eltern noch von Trainern ernst genommen werden, sollte Berücksichtigung finden.


    Noch ist zwar alles Theorie! Weil sich die FPL-Ideen auf jeden Fall positiv auswirken werden, sollten sich die Verantwortlichen der nachfolgenden Jugendbereiche rechtzeitig Gedanken darüber machen, wie es nach der F-Jugendzeit weitergehen soll. Wenn es so wie jetzt läuft, dann ist auch in Zukunft mit einer hohen Dropout-Quote im mittleren und oberen Jugendbereich zu rechnen. Dabei wird man nicht alles umsonst haben können.


    Der traditionelle Schiedsrichter wird m.E. nach wie vor im Jugendleistungsfussball und dem Seniorenbereich gebraucht. Alles Andere läßt sich durch den Spielbegleiter mit einem besser angepaßten Anforderungs- und Aufgabenprofil optimaler lösen.

    holzi
    "Wer dumm ist, wie ein Stück Holz, wird nun einmal kein Bankdirektor." Bist du etwa kein Bankdirektor und hast dir deshalb den Nick "Holzi" gegeben? Übrigens ist der jüngst verstorbene Bundesbankchef Pöhl 1991 deshalb zurück getreten, weil er die Wiedervereinigung für zu schnell hielt! So erinnere ich mich an einen späteren Kollegen, der über "Pinuts" im Zusammenhang mit von ihm verschwendeten Millarden sprach und dennoch im Amt blieb.


    Was war denn nun schlau, bzw. wer war schlauer?


    Mit der Intelligenz ist das so eine Sache! Jeder behauptet von sich mehr als genug davon zu haben und niemand hält sich für dumm genug!


    Ich nehme es auch Karl nicht für übel, wenn er ein derzeit polititsches Thema aufgreift und mit dem Fussball in Verbindung setzt. Die eigentlichen geistigen Brandstifter und Volksverdummer sitzen woanders. Sie sollten sich etwas schämen, das nunmehr eine völlig überflüssige Diskussion darüber entsteht, wer den nun die besseren Menschen sind!


    Zum Glück tragen im Fussball die Spieler lediglich unterschiedliche Rückenummern und sind ansonsten gleich! Das darf auch ruhig so bleiben.

    soccerbook


    Es ist vielleicht gar nicht so verkehrt, dass wir in der Diskussion ein paar "Ehrenrunden" drehen? Denn natürlich ist es schwer, sich etwas vorzustellen, was es (hier) noch gar nicht gibt?


    Deshalb möchte ich gerne über ein paar Erfahrungen berichten, in denen Spielbegleiter im E-Jugendbereich tätig waren.


    1. Info an die Spieler, Trainer und Eltern vor der Veranstaltung (in Turnierform)
    Vor dem Start der Veranstaltung werden die Beteiligten darüber informiert, dass es keine Schiedsrichter in den Spielen gibt. Ferner werden die Eltern und auch Trainer darum gebeten, ihr Team durch Lob zu unterstützen, statt sie je nach Spielstand und Aktion zu kritisieren. Auch auf taktische Anweisungen soll weitestgehend verzichtet werde. (Hinweis: Um das Leistungsvermögen der Kinder besser beurteilen zu können, soll auf taktische Einwirkung von außen verzichtet werden.)


    2. Wo befinden sich Eltern, Trainer und Spielbegleiter
    Im Unterschied zur FPL befindet sich der Spielbegleiter zwischen den beiden Trainern.


    3. Welche Veränderungen gibt es sonst noch?
    Der Spielbegleiter pfeift das Spiel an und ab! Während des Spiels erinnert er bei Bedarf Trainer und Eltern an die Vereinbarung vor dem Spiel, die Kinder nicht zu stören. Die Ansprache durch den Spielbeglieter erfolgt stets persönlich, sodas das Spiel dadurch nicht unterbrochen werden muß.
    In spielentscheidenden Situationen (z.B. Strafstoß) kann es vorkommen, dass die Kinder durch Zurufe der Zuschauer und Trainer in ihrer Entscheidung beeinflußt werden. Hier geht der Spielbegleiter zu den beteiligten Spielern, befragt sie als Neutraler und entscheidet mit gemeinsam mit den Kindern (da sich die Erwachsenen ja nicht einig werden konnten und dadurch die Kinder beeinflußt haben)!


    Gerade in Turnieren lassen sich neue Ideen sehr gut testen, weil es nicht nur zwei, sondern eine größere Anzahl von Mannschaften, Trainer und Eltern gibt. Was unter den Augen einer breiteren Öffentlichkeit gut funktioniert, dann kann auch in kleineren Rahmen gut klappen. Natürlich gab es auch die ein oder andere Stimme, alles wieder wie früher zu machen. Schlechte Verlierer gibt es eben überall! Insbesondere bei den Eltern, die ihr persönliches Ansehen gerne über ihr erfolgreiches Kind definieren möchten.


    Nur gibt man diesen Personen, die sich nicht benehmen können/wollen, keine Bühne und darauf kommt es an! Weil sie keine Partner finden, die für sie Partei ergreifen, werden sie isoliert!


    Ich bin schon aufs nächste mal gespannt, wie sich die Geschichte mit den Spielbegleitern dort weiterentwickelt? Die ersten Hallenturniere beginnen ja schon!


    DSV
    Vielen Dank für die Beschreibung der Situation aus deiner Region. Sie kommt mir irgendwie bekannt vor, weil ich darin eine der Tausend genannten Gründe sehe, warum man eine Veränderung nicht herbeiführen sollte. Denn die Gefahr einer Veränderung besteht ja auch immer darin, dass es schlechter werden könnte als vorher! Wenn man z.B. zum Anfang der Diskussion über die FPL zurückkehrt, dann finden sich Aussagen von Eltern: wenn ich nicht mehr die Trainer und Schiedsrichter kontrollieren darf, weil ich vom Spielfeldrand verwiesen werden, dann melde ich mein Kind vom Fussball ab! Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass es nicht zu massenhaften Vereinsaustritten durch die Einführung der FPL gekommen. Dann gab es da Trainer die meinten, ob sie ihre Spieler anbrüllen, sei allein ihre Sache. Auch sei es ganz allein ihre Entscheidung, ob sie am Spielfeldrand auf und ab laufen oder sich an den Torpfosten stellen. Eine gemeinsame Entscheidung mit dem gegnerischen Trainer sei auf keinen Fall für sie akzeptabel! Auch, wenn es für manche Trainer viel Überwindung gekostet haben mag, machte ihnen ihr Trainerjob doch so viel Spaß, dass sie in diesen sauren Apfel gebissen haben und sich sogar daran gewöhnt haben. Von seiten der Schiedsrichter wird jewohl erst dann ein Veto kommen, wenn man in Altersgruppen Veränderungen diskutiert, die in ihr Hoheitsgebiet fallen. Sicher ist, dass wir mit den Ideen der FPL auch Veränderungen im darauffolgenden Jugendbereich brauchen. Wie sie denn dann ausschauen, das werden auch die Erfahrungen aus der FPL zeigen!


    Für mich ist die FPL unumkehrbar. Auch das Interesse und die teilweise Einführung im Ausland zeigt, dass es sich um eine signivikante Verbesserung gegenüber dem früheren Vereins-KInderfussball handelt.

    Günter
    Im Auswahlbereich gibt es die Spiele ohne Schiedsrichter schon seit vielen Jahren. Da sind auch Trainer und Eltern dabei! Mit wenigen Ausnahmen hat es dort immer auch schon gut funktioniert.
    Ich will es deshalb mal so formulieren: die meisten Trainer und Eltern haben weder mit noch ohne Schiedsrichter irgendwelche Probleme.


    Beim unteren Jugendbereich sind jedoch gar keine angesetzten Schiedsrichter vorgesehen. Wenn dort dann Laien-Schiedsrichter auf Laien-Trainer und Laien-Eltern treffen, dass ist das Chaos doch schon vorprogrammiert. In diesem Fall ist es doch besser, wenn die Kinder sich sowohl über richtige, wie manchmal auch über falsche Entscheidungen einigen und es dabei friedlich zugeht!


    Aber die Ideen von Ralf sind zu gut, um sie nur als Insellösungen für den Bambini- und F-Jugendbereich gelten zu lassen. Denn er möchte die Verantwortung im Jugendfussball vom Schiedsrichter auf die Spieler und Trainer übertragen. Beispiele von Übergriffen an Jugendschiedsrichtern gibt es zu Genüge. Sie sind vermutlich nur der Eisberg, denn die allwöchentlichen Beleidigungen erscheinen meist gar nicht! Was läge näher, als den Schiedsrichter als alleinigen Spielentscheider im Jugendfussball ein stückweit aus der großen Last der Verantwortung heraus zu nehmen? Denn solange der Schiri an allem Schuld ist, gilt er als vogelfrei und man nimmt ihn gern auch als Verursacher jeglichen Streits.


    DSV
    Wir brauchen weder den "Rambo" noch den "Papiertiger" als Schiedsrichter im Jugendbereich, sondern wir brauchen eine Person, die effektiv auf das Spiel einwirkt, wenn Spieler, Trainer und Eltern seine Unterstützung brauchen. Im günstigsten Fall muß er gar nicht einschreiten, im ungünstigen Fall bricht er das Spiel ab und leitet die notwendigen Infos ans Sportgericht weiter.


    Im Jugend- wie im Seniorenleistungsfussball gibt es ausreichend gute Schiedsrichter. Aber diese Qualität wird man im Breitensport nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stellen können. Deshalb braucht es zunächst einmal im Jugendbereich eine Veränderung im Spielverantwortungsbereich.


    Insofern hat Günter recht, wenn er sagt, Ralf hat zwar den Fussball nicht neu erfunden, aber er hat ihn als Vereinssport ohne den traditionellen Schiedsrichter erfunden. Es ist jedoch die Frage, ob man oberhalb des F-Jugendbereichs, bei der weiterhin mit Schiedsrichter gespielt wird, auch hier FPL-Ideen übernimmt, aber dem Schiedsrichter hierbei veränderte Aufgaben überträgt?

    CokeFreak


    Du hast ja schon einen breiten Mix an Tipps bekommen! Wie du aber schon selbst gemerkt hast, sind die realistischen Hinweise erst dann möglich, wenn du präzise Infos dazu gibst.


    Wenn du bislang nur Kinder im unteren Jugendbereich auf dem Kleinfeld trainiert hast, dann kann es gar nicht schaden, einem erfahrenen C-Jugend-Trainer (im eigenen Verein) beim Training und Spiel über die Schultern zu schauen und ihn mit Fragen zu nerven! Denn bei deiner zukünftigen Mannschaft scheint technisches und individualtaktisches Grundlagentraining wohl wichtiger zu sein als die Übernahme einer Barca-Philosophie, bei der du die Mannschaftsteile im Blick haben sollst!

    Günter


    So pessimistisch sehe ich das gar nicht. Natürlich gabs auch vorher schon weitgehend einen friedlichen Fussball im unteren Jugendbereich. Aber die FPL-Regeln haben sich dahin gehend positiv ausgewirkt, dass sich die Erwachsenen leichter an ihre Rolle beim Kinderfussball gewöhnen können. Auch das Feedback von Trainern und Eltern nach diesen Veranstaltungen fiel sehr positiv aus.


    Ob sie sich jedoch in der Gruppe zukünftig auch immer so verhalten, wenn man sich benachteiligt fühlt, dafür kann niemand garantieren? Aber gibt es eine bessere Alternative dazu?


    Was ich bei der Diskussion nicht so mag ist die wiederholende, plakative Beschreibung von brutalen Übergriffen im Jugendfussball, der jedoch fast immer nicht im Bambini- und dem F-Jugendbereich stattgefunden hat. D.h. die FPL wird hier direkt nichts bewirken!


    Es bringt m.E. aber deshalb nichts, wenn wir uns ständig nur mit einer Randgruppe der Unbelehrbaren beschäftigen. Gesellschaftliche Ursachen kann auch der Fussball nicht lösen, allenfalls für 90 Minuten mindern! In diesen Ausnahmefällen geht es darum, ausreichende Präventivmaßnahmen zu treffen, um eine Eskalation auf dem Sportplatz zu verhindern.


    Mir geht es um die weitaus größere Gruppe von Erwachsenen, die man überzeugen kann. Ich befürchte, dass sich ohne weitere Unterstützung nur ein Teil überzeugen läßt, weil sie selbst nur den tradionellen Seniorenfussball als Referenz dazu kennen. Eine weitere Gefahr könnte darin bestehen, dass nach der Bambini- und F-Jugendzeit ein Teil wieder zu den alten Regeln und dem agressiveren Verhalten durch aktivies Eingreifen ins Spiel zurück schwenkt. Die Chance, diese Gruppe zu gewinnen, besteht nur einmal und die deshalb sollte sie genutzt werden!


    Es wird keine einfache und allumfassende Lösung geben. Das hat Ralf aber auch nie behauptet! Es geht darum, eine Lösung für anstehende Probleme zu finden. Da ist es doch gut, wenn man ganz unten anfängt und mit diesen Erfahrungen in den mittleren und oberen Jugendbereich fortsetzt!


    Dabei ist es vollkommen normal, wenn die Veränderung an einer Stelle (z.B. Spiel ohne Schiedsrichter) eine Veränderung an einer anderen Stelle (z.B. Spiel ohne Schiedsrichter, aber u.U. mit Spielbegleiter) fortgesetzt wird. Der Fussball wandelt sich unaufhörlich.


    Warum sollte es nach dem Tabu-Bruch über das Einwirken der Trainer und Eltern ins Spiel nicht auch einen Tabu-Bruch bei den Aufgaben des Jugend-Schiedsrichters geben? Sie erscheint mir sogar zwingend notwendig, da sie mit der Übertragung der Verantwortung auf die Spieler kollidiert!

    @Uwe


    Ja, es geht in der Tat ein wenig durch "Kraut und Rüben"!


    Zunächst haben wir uns über die Kritik in der Petition gegen die FPL unterhalten. Dabei ging es u.a. auch über den Schiedsrichter und eine ggf. veränderte Rolle. Dies wurde noch einmal darin verdeutlicht, dass es eine Gruppe von Erwachsenen (Trainer, Eltern) gibt, die man überzeugen kann, wenn ein Spielbegleiter eine entsprechende Arbeit am Spielfeldrand leistet.


    Ralf scheint jedoch nicht die gesamte Diskussion gelesen zu haben, weshalb sein Kommentar (Spieler müssen in die Verantwortung genommen werden) für Verwirrung und Verwunderung sorgte. Denn die Gruppe der Eltern und Trainer beeinflussen ihre Kinder und nicht umgekehrt! Genau deshalb braucht es dort, wo es von allein nicht zum funktionieren gebracht wird, wie auch für eine Verinnerlichung der FPL-Gedanken eine Unterstützung. Sonst könnte es passieren, dass es zum Ende der F-Jugend heißt: "wartet, bis ihr in die E-Jugend kommt, dann gehts euch an den Kragen"!


    Ich denke, ein Großteil der User ist sich darüber einig, dass die FPL das Beste ist, was es seit vielen Jahren im Kinderfussball gegeben hat. Sie muß aufgrund von Erfahrungen angepaßt und weiterentwickelt werden. Denn es ist wichtig, dass eine möglichst breite Masse an Erwachsenen mit guten Erfahrungen aus der FPL-Zeit geht und den Kerngedanken der Fairness, der weit über den Ergebnisfussball steht, in die mittleren und ältern Jugendfussball überträgt.


    Auch der Schiedsrichter kann durch eine Veränderung seiner Aufgaben (hin zum Spielbegleiter) seinen Teil dazu beitragen, die Gruppe der Erwachsenen zu überzeugen, die bislang im Zweifel waren, ob der Fussball in der traditionellen Form oder nach den FPL-Kerngedanken gespielt werden sollte. Die Idee, das der Schiedsrichter nicht mehr alles pfeift, sondern nur noch einen Teil, mag zwar auf den ersten Blick ganz interessant klingen, geht jedoch spätestens in dem Punkt an einer Veränderung vorbei, wo er immer noch der Spielentscheider ist und die Erwachsenen ringsherum ihre Wut an ihm abladen (können). Ich denke, man darf es sich nicht so einfach machen, alle auftretenden Probleme unter den Erwachsenen dadurch beseitigen zu können, in denen man die Kinder für sie eintscheiden läßt! Denn immer dann, wenn die Erwachsenen zu einer anderen Meinung kommen als die Kinder, besteht bei ihnen das Bedürfnis zur Korrektur für die vermeintliche Benachteiligung, notfalls auch mit ristriktiven Maßnahmen!


    Auch im heutigen Schiedsrichterwesen gibt es ja keine Neutralität. Denn jeder Schiedsrichter gehört ja einem Verein an, der Sympathien oder Antipathien gegenüber anderen Vereinen hat. Dies wird jedoch nur allzugern vergessen, wenn es um die Frage der Neutralität geht!


    Erste Diskussionsansätze über dieses Thema eines Jugendschiedsrichter zeigen, dass es als sinnvoll erachtet wird, über Veränderungen nachzudenken, damit die FPL nicht eine "Insellösung für die Bambini- und F-Jugendzeit" bleibt.