Beiträge von TW-Trainer

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    @FlorianMoechter


    Ich denke mal, es ist ein Unterschied, ob in einer Gruppe mal der Eine und mal der Andere Anlaß zum Schmunzeln oder sagen wir Schadenfreude ist oder ob man ein Medium wie das Smartphone dazu mißbraucht, um über eine dritte Personen, die alle in der App kennen, langsam von abwertenden Bezeichnungen in Hass-Parolen ("weil du existierst") übergeht. Das Problem der mißbräuchlichen Nutzung des Smartphones für die App an sich hat rein gar nichts mit dem Fussball zu tun! Es ist leider sehr vielschichtiger. Durch die häufige Berufstätigkeit beider Eltern findet heute ein größerer Teil der Erziehung "auf der Straße" statt. Dort herrschen nun einmal rauhere Sitten als zuhause, wo immer noch eine Verbindung zwischen das Beste fürs Kind wollen und das Beste machen vorhanden ist. Jedoch ist der Trainer eher ein Bindeglied "der Straße und des Elternhauses" statt eines Ersatzes. Denn als Trainer gilt die Hauptverantwortung der gesamten Mannschaft, als Eltern gilt sie ihrem Kind.


    Aus den vorgenannten Gründen würde ich mit dem Jugendleiter ein Gespräch führen, wie sich der Verein in dieser Sache verhalten will. Danach wäre ein Gespräch mit den Eltern der betroffenen Kinder nötig, um über die Vorfälle aufzuklären und die Haltung des Vereins darzulegen. Auf Basis der Beschlüsse haben nun die Eltern die Pflicht, sich mit ihren Kindern intensiv über das Mobbing auseinander zu setzen. Abschluß sollte sein, dass die Kinder einen kleinen Teil ihres Taschengeldes dafür sammeln, um dem Gemobbten mit einem kleinen Präsent um Entschuldigung zu bitten. Es kommt darauf an, dass alle Beteiligten spüren, dass es sich hierbei um keine Kleinigkeit handelt, sondern das man zukünftig partnerschaftlich miteinander umgehen soll.


    Je nach dem, wie es der Verein sieht, kann es andernfalls (Eltern und/oder Kinder weigern sich), zum Ausschluß der Kinder aus dem Verein führen. Ein Fall ist mir bekannt, da wurde die gesamte Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet, weil hier der überwiegende Teil der Spieler am Mobbing von 2 Mannschaftskameraden beteiligt waren. Mit den Nachbarvereinen wurde die Vereinbarung getroffen, dass diese Kids dort erst nach 1 Jahr spielberechtigt seien. Nur die gemobbten Kinder konnten in einem anderen Team weiter kicken. Ich will damit sagen: auch der Verein darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern ein Zeichen auch dann setzen, wenn er selbt nicht für die Ursachen verantwortlich ist.

    Ralf


    Natürlich lebt jedes Konzept mit Lücken. Jedoch ist es zunächst immer die Idee, die begeistern muß, um dann ihre Anhänger zu finden. Ob nun (wie Günter es vorschlug) Jugendliche oder Erwachsene diese Aufgaben als Spielleiter wahrnehmen, spielt eine untergeordnete Rolle. Was jedoch vermieden werden sollte, ist den "Bock zum Gärtner" zu machen. D.h. irgendwelche und dafür besonders ungeeignete Personen, die nicht komunikativ sind, zu nehmen, um diese wichtige Funktonsplätze zu besetzen. Denn leider spricht sich alles Negative sehr viel schneller herum, als die Masse an positiven Beispielen.


    Vielleicht wird durch die Schaffung der Spielleiter-Funktion ein Teil der Jugendschiedsrichter im Breitensportbereich so nicht mehr gebraucht und läßt sich aufgrund des bereits gezeigten Interesses für die Spielleiteraufgaben gewinnen? Ja und vielleicht rutscht ja auch der ein oder andere Interessierte in diese Position, wenn mangels Spielleiter zunächst nur eine Aushilfe gesucht wird?


    Aber je mehr Leute dafür gewonnen werden, den Fussball wieder ein Stück vom Fernsehen zurück auf die Straße zu transportieren und den geänderten Bedarf dafür zu erkennen, je besser wird der Breitensportfussball damit leben können.


    Ansonsten müssen wir weiter warten, bis der Leidensdruck noch höher wird. Aber wer will das schon?

    Ralf


    Komme auf sehr ähnliche Ergebnisse wie du! Der Ball verhindert durch seinen geringeren Druck und etwas höheres Gewicht ein Rumgebolze und verspringt nicht so leicht. Er animiert zu einem technischen Spiel, weil das Spielgerät von allen Beteiligten gut bis sehr gut kontroliert werden kann. Weil der Ball kaum einmal die Spielfläche verläßt, gibt es kaum Spielunterbrechungen. Eine hohe Anzahl von Ballkontakten unterstützt den Praxisbedarf der Spieler in vorzüglicher Weise.


    Vereinfachte Regeln können den Übergang vom Hallenfussball zum Futsal erleichtern. Erst, wenn man einen Ligabetrieb für die Wintersaison plant, sollte man sich ab dem mittleren Jugendbereich über weitere Regeln einigen. Im Gegensatz zu einigen Verfechtern bin ich gar nicht der Ansicht, dass der Torwart unter den Futsalregeln leidet. Im Gegenteil: durch die Erhöhung von Situationen mit TW-Aufgaben im ballnahen Bereich werden seine Fähigkeit mit dem Ball am Fuß umzugehen, verbessert. Denn fast alle Bälle kann der Keeper besser mit dem Fuß erreichen und fast alle Angriffe kann er präzise und mit dem gezielten Druck zum Mitspieler befördern. (Auch, wenn Fussball der Volkssport Nr. 1. ist, kann er doch von anderen Sportarten gerade in der Halle einiges lernen!)

    Lernen kann der Fussball, dass er in seiner Futsal-Abwandlung vom permanenten Tempowechsel lebt, weshalb Spielverzögerungen unerwünscht sind. Elemente aus anderen Hallensortarten (z.B. mehr Ersatzspieler, permanente Auswechselungen ohne Spielunterbrechung von der Hallenmitte, 1-minütiges Timeout) machen ihn zu einer rasanten Hallensport.


    Allerdings, da gebe ich diem Kritikschreiber vollkommen recht, müssen die Regeln dazu hinlänglich bekannt sein. Auch sollte man die Grundideen des Futsals soweit verstehen, dass man für diesem Hallensport keine wichtigen Regeln (z.B. Körperkontakt- und Grätschverbot) ignoriert.

    @16aufmücken


    Ich weiß schon, was der DFB mit dem "Goldenen Lernalter" gemeint hat. Ich wollte lediglich zu bedenken geben, dass nicht alles Gold ist was glänzt. D.h. man kann seinen Versuch möglichst viel in diese Altersstufe hineinpacken damit begründen, dass der DFB dieses Alter als "Goldenes Lernalter" beschreibt.


    Dirk
    Ja, die Ausbildung war wohl identisch! Allerdings wars bei mir so, dass ich den Fussball ein zweites Mal kennengelernt habe, weil ich sehr viele, traditionelle Elemente des Fussballs infrage stellte, weil sie kaum noch etwas mit dem modernen Fussball zu tun hatte. Aber egal, ob mit oder ohne lästigen Ballast sind wir zu gleichen Ergebnissen gelangt.


    Günter
    Du sprichst den Trainerneuling an! Genau das ist im Jugendfussball des Breitensports die Mehrheit! Diese Trainer müssen sich erst über die Funktion als "Mannschaftskümmerer" zu Mannschaftstrainern entwickeln. Nach meinen Erfahrungen braucht man dazu mindestens 2 Jahre. Aber diese Zeit geben sich viele der Neulinge nicht, weshalb die Fluktuationsquote viel zu hoch ist!


    Nun stellt sich die berechtigte Frage, setzen sie sich selbst unter so hohem Erfolgsdruck oder werden sie durch Andere unter diesen Druck gesetzt? Nach meinen Erfahrungen haben die Neulinge zunächst einmal großen Spaß beim Training, doch sobald um Punkte gekämpft werden muß, gibt es sehr häufig eine Kettenreaktion, bei der schließlich kaum noch durch selbst auferlegten und über Dritte hinein getragenenen (Leistungs-)druck differenziert werden kann.


    Wenn wir die Trainer als Schlüsselfunktionen im Jugendfussball betrachten, dann müssen wir sie mindestens 2 Jahre lang begleiten, bis sie genügend Routine besitzen, um im Sinne der ihnen anvertrauten Kinder zu handeln.


    Desweiteren sollten den ersten Schritten mit der Fairplay-Liga und dem "Spielleiter-Projekt" weitere Aufgaben folgen, um alle ins Boot zu holen, die man für diesen "Umdenkprozeß" braucht.


    So bekomme ich immer einen dicken Hals, wenn die Spieler- und Trainerleistungen bis einschließlich D-Jugend-Mannschaften anhand von erzielten Toren oder Tabellenrängen in den Medien lese. Denn durch diese besondere Hervorhebung wird doch schon der 2. Rang zum ersten Verlierer erklärt. Doch so fühlen sich diese Kinder und ihre Trainer gar nicht. Für mich stellt sich dabei auch immer die Frage, wie man den Bogen zur sportlichen Fairness hinbekommt, bei dem der Grundsatz des Respekts vor den Leistungen der Gegner gewahrt bleiben soll?


    Im Leistungs- und Profifussball, wo die sportlichen Ziele weitaus enger beschreiben werden, gibt es diesen Respekt unter den Spielern und Trainer in hohem Maße. Man möchte zwar immer gewinnen, weiß jedoch die jeweiligen Leistungen zu schätzen. Im Talentförderbereich gelingt es, das sich Trainer aus sehr stark konkurrenden Vereinen über die Dauer der Fördermaßnahmen gegenseitig besser kennen und respektieren lernen. Auch mancherlei anfänglicher Feindschaft werden sogar Dauerfreundschaften. Diesen gegenseitigen Respekt müssen wir in den Breitensportbereich rüber holen.


    Aber den Sportreportern wird ja nicht nur eine Kamera in die Hand gedrückt, obwohl sie meist gar keine Ahnung von der Fotografie haben. Sie sollen oben drein noch über Kinderfussball schreiben, obwohl sie davon auch keine Ahnung haben! Sie haben ja auch eine journalistische Ausbildung genossen. Angetrieben von sensationsheischenden Chefkritiern findet man ihre lausigen Kommentare in den Gazetten vermeintlicher Fussballfachwelten. Auch diese Leute müssen ins Boot geholt werden, damit sie den Kinderfussball verstehen lernen und besser darüber berichten können.

    Ralf


    Bin auf den ersten Blick zu einer anderen Überzeugung wie Günter gelangt. Zwar findet man hin und wieder in den Unterlagen noch das Wort Schiedsrichter statt Spielleiter, aber es kommt mir vielmehr auf den Sinn an, der dahinter steckt und der geht genau in die gewünschte Richtung einer Veränderung (Übertragung der Einzelentscheidungen an Spieler hin zur Spielleitung und -regie) der Schiedsrichteraufgaben.


    Ich freue mich ausserordentlich darüber, dass die Fairplay-Ideen aus dem KIFU-Bereich der Bambini und F-Junioren nunmehr Einzug in Fussball für den mittleren Jugendbereich findet. Natürlich ist es wieder viel Zeit und Energie, die draufgeht. Aber man muß nicht, wie bei der Fairplay Liga ganz von vorne anfangen.


    In der Masse werden die Spielleiter vermutlich aus etwas älteren Kindern oder Jugendlichen bestehen können. Denn es liegt ein Vorteil darin, dass Kinder und Spielleiter die "selbe Sprache sprechen". In den Bereichen, wo sich zu viele beratungsresistente Trainer und Eltern tummeln, sollte man vermutlich zunächst erwachsene Spielleiter einsetzen.


    Dazu drücke ich euch die Daumen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass der Kinderfussball in dieser Form wieder mehr Freunde gewinnen wird!

    teejay


    Hab das auch mitbekommen und nur noch mit dem Kopf geschüttelt! Aber leider kein Einzelfall. Gerade, weil es so wenig infrage kommende Frauen im oberen Leistungs- und Profifussball gibt, wird bei dieser "Rasenmäher-Methoden", mit denen man aus der Quanität der angeworbenen Spielerinnen eine Qualität an tatsächlich geeigneten Akteuren gewinnen will, viel Porzelan zerschlagen.


    Teilweise bleiben in den umliegenden Vereinen, die früher als Wiege für den Leistungs- und Profivereinen galten, so tiefe Narben zurück, dass von diesen Vereinen gar keine Talente mehr in die Nachwuchsförderung entsandt werden. Denn wenn diese Spielerinnen danach generell ohne vorherige Rücksprache mit dem Verein zum Wechsel abgeworben werden, dann verlieren diese kleinen Vereine die Möglichkeiten, ihre sportlichen Ziele zu erreichen. Durch die zu frühe Konzentration der Talente in einem einzigen Verein, sinkt das regionale Niveau insgesamt. Durch das Raster fallen jedoch dann die Talente, die ein wenig länger zur vollen Entfaltung ihrer Fähigkeiten brauchen.


    Zum Glück bleiben die Zustände nicht ewig und spätestens bei der Neubesetzung von Funktionsträgern kehrt wieder Vernunft ein und man spricht wieder miteinander als übereinander! Der Mädchen- und Frauenfussball hat schon gegen genug Vorurteilen zu kämpfen. Da sollte man sich nicht noch gegenseitig fertigmachen!

    @raicon


    Du hast meinen Hinweis mit dem "Goldenen Lernalter" leider falsch interpretiert. Ich wollte alle Trainer damit auffordern, kontinuierlich und altersgerecht zu trainieren, statt sie in einer bestimmten Altersstufe mit Taktik vollstopfen zu wollen. Die wollen Fussballspielen und nicht noch ne Unterrichtsstunde mehr, wie es hier so wunderbar formuliert wurde.


    Auch, wenn Coever Fan und ich sehr unterschiedliche Wiegen in der Trainerausbildung genossen haben, kann ich doch nahezu jeden seiner Sätze unterschreiben. Auch hier im Forum findet man die "Hobbytaktiker", die hier und dort etwas mitbekommen haben und aus einzelnen Puzzlestücken ein Konzept entwickeln wollen. Mancherorts sieht man in der Kreisliga schon jemand mit der Videokamera schwenken und auf die Frage warum, bekommt man zur Antwort, dass es sich um die Spielanalyse und taktische Weiterentwicklung der D-Jugend-Mannschaft gehe.


    Man kann den DFB-Lyrikern ja vieles vorwerfen, aber sie zu Brandstiftern beim Erfinden frühkindlicher Fussballtaktikausbildung zu erklären, nein das geht mir dann doch entschieden zu weit. Denn geht man ins Detail, so sind fast immer Alleingänge besonders ehrgeiziger Trainer, deren Wunsch es ist, noch schneller noch mehr Fähigkeiten und Kenntnisse zu transportieren. Allerdings, das muß ich einwerfen, gibt es den umgekehrten Fall weitaus häufiger, so dass man die "Goldene Mitte" fast schon als einen Ausnahmefall beschreiben kann. So habe auch ich verschiedlich zu erklären versucht, dass es selbst im Leistungsfall schwierige gruppen- und mannschaftstaktische Abläufe gibt und das es keinen Sinn macht, dies bereits mit 11-Jährigen zu versuchen. Allerdings bin ich damit fast immer auf tauben Ohren gestoßen.


    Es ist immer wieder der Appell an die Vernunft, es doch bitte den Trainern zu überlassen, die eine entsprechende Ausbildung dafür haben und sich stattdessen viel mehr Spaß und seinem Team mehr Freiräume zum Fussballspielen einzuräumen. Das Erlernen des Fussball geht dann automatisch, wenn man die Kinder sich ausprobieren läßt, statt sie stramm stehen zu lassen! Denn es ist nicht so wichtig ein Spiel zu gewinnen, sondern sie auf ein lebenslanges Hobby mit dem Fussball vorzubereiten. Sich hin und wieder zurück zu lehnen und die Dinge nüchtern infrage zu stellen, dass kann nicht schaden, denn es schützt vor mancherlei Torheiten, die zu Einbahnstraßen werden und nicht selten im Frust enden. Dabei ist man den Job angetreten, um Spaß zu haben und vielleicht sogar seine eigene Kindheit ein stückweit miterleben zu dürfen oder?

    @16aufmucken
    Ich weiß zwar nicht, ob es ein Trost für dich ist,aber mit dem "Goldenen Lernhalter" hat man dich angelogen! Das klappt auch später noch prima, sonst müßte man den Großteil unserer Hochschulprofessoren in Rente schicken!


    1. Zeiten Übungen von Spielformen evl. anpassen?
    Viel wichtiger finde ich den Hinweis, mit geeigneten Spielformen den Anteil der Übungen zu reduzieren. Denn mit umfangreichem Taktikprogramm in Form von Übungen bist du wohl bei den D-Jugendspielern in der falschen Altersgruppe. Da darf man sich dann nicht wundern, weil die Frage. "machen wir auch ein Spiel, ... wann machen wir ein Spiel ... machen wir jetzt endlich ein Spiel .." die steigernde Forderung kommt, das Training zu verändern. Klar sind Torabschlüsse immer auch das "Salz in der Suppe", aber dafür gibt es mindestens 1000 und 1 Möglichkeiten der Gestaltung. Mir wäre ein Training, welches ich in dieser Form schon mal abgehalten hätte, selbst viel zu langweilig. Auch will ich niemanden zum Spekulieren verführen, weil sich in der Praxis ja auch jedes Spiel anders entwickelt! Anregungen dazu findet man mitlerweile genug aus Büchern, DVD oder Internet. Das Anpassen und Zum-Laufen-Bringen der Übungen und Spielformen erfordert zwar manchmal etwas Mühe, aber es lohnt sich fast immer, um das Fordern und das Fördern in einem guten Gleichgewicht zu halten.


    2. Wieviel Zeit für Erklärung und wie steuernd eingreifen?
    Aber auch bei den Übungen heißt es in dieser Altersgruppe noch: nur das Grundsätzliche kurz und knapp erklären und dann die Aufgabe an die Kinder weiter geben. Wer es besonders gut macht, der darf es präsentieren. Die Steuerung via Lob und Sonderlob ist besonders effektiv, weil zum einen das Risiko, etwas auszuprobieren und im Erfolgsfall dafür gelobt zu werden, ein größerer Anreiz ist, als für einen Fehler getadelt zu werden!


    3. In Ruhe nach Möglichkeiten zu Trainngsverbesserungen suchen und dabei die Trainingsgruppe einbinden.
    Jetzt in der Winterpause ist eine gute Gelegenheit, sich zunächst einmal darüber Gedanken zu machen, ob das Training den Ansprüchen nach altersgerechtem guten Mix aus Übungen und Spielformen entspricht, ob zu viel und vor allen Dingen zu früh eingegriffen wird? Schließlich gibt es auch noch die Möglichkeit, vor einem Training in gemeinsamer Runde mal zu fragen, was den Jungs bei dir besonders gut gefällt und was sie noch an Wünschen fürs Training haben. Hier gibt es für dich die Chance auch nachzufragen, um nähere Informationen zu erhalten. Denn wenn`s danach den Jungs mehr Spaß macht, dann machts dem Trainer auch noch mehr Freude.


    4. Raum für jedes Training lassen!
    Wenn ich so jungen Trainerkollegen bei ihrer Arbeit über die Schultern schaue, dann habe ich manchmal das Gefühl, die machen kein Training, sondern sie arbeiten einen Plan ab. Ich gewinne deshalb dieses Gefühl, weil ich (noch) kein richtiges Timing zwischen der körperlichen und geistigen Anstrenung und der Regeneration feststelle. D.h. es fehlt ihnen noch ein wenig den Blick dafür, was besonders viel geistige und/oder körperliche Kraft kostet. Auch wollen sie eine Übung oder Spielform erst dann beenden, wenn alles klappt, statt es in mehreren Schritten auf unterschiedliche Trainingseinheiten aufzuteilen. Kurz gesagt: es fehlt ihnen noch der Masterplan, weshalb sie noch keinen Raum haben, um mal langsamer und mal schneller mit den Jungs zu arbeiten. Es fehlt auch an Interaktion mit der Trainingsgruppe, um das Spielen und das Verstehen in ein gutes Verhältnis zu stellen.


    Aber sicher kann man sich als Trainer natürlich nie sein, ob da nicht einer "falsch abbiegt", wie Kloppo es unlängst ausdrückt. Es sind Individuen, die man sich nicht so "backen kann, wie man sie gerne hätte"! Wer nach Rezepten sucht, der wird vergeblich suchen!

    Manndecker


    Das Mißverständnis wurde bereits aufgeklärt! Es geht hier nicht um Bambini-Fussball, sondern um den Seniorenfussball in den unteren Kreisklassen. Hier erscheint in manchen Gegenden das Niveau von Spielern, Trainern und Schiedsrichter soweit abgesunken zu sein, das es mit Fäkelsprache beginnt und manchmal mit Sachbeschädigungen endet.


    Die "Alten Hasen" wie z.B. Günter sind nicht davon überzeugt, dass nebensächliche und meist unstrittige Einwurf- oder Ausentscheidungen keine wesentliche Zustandsverbesserungen bekommt. Denn wenn jeder nur ein bißchen Entscheidungsmacht bekommt, dann hat die volle Verantwortung trotzdem keiner. Hier müsse dann wieder der Schiedsrichter als Sündenbock herhalten!


    Allerdings glaubt Ralf einen guten Ansatzpunkt gefunden zu haben, damit der Senioren-Fussball wieder attraktiver wird, wenn zumindest ein bißchen mehr in Eigenregie gelöst wird?


    Gerne würde ich es ja glauben, aber es ist letzendlich nur eine Machtverschiebung, die nicht auf Erkenntnisveränderung beruht. Denn was macht es für einen Unterschied, ob ein "Krakeler" sich beim Schiedsrichter oder beim Gegner über eine Entscheidung beschwert? Aber der wird sich eher über einen Strafstoß als über einen Einwurf beschweren!


    Wie an anderer Stelle bereits angesprochen gibt es m.E. auch einen Veränderungsbedarf bei der Schiedsrichterausbildung. Da hat es auf der einen Seite beim Leistungsfussball eine kontinuierliche Verbesserung gegeben. Selbst international haben deutsche Schiedsrichter einen guten Ruf. Aber gleichzeitig hat das Niveau im Breitensportbereich m.E. abgenommen. Fangen wir erst einmal damit an, Schiedsrichter soweit auszubilden, dass sie einem normalen Fussballspiel soweit folgen können und nicht mehr als störend empfunden werden. Fangen wir damit an, dass die Hobrigkeitshörigkeit soweit nachgelassen hat, dass der Schiedsrichter nicht durch seine Pfeife, sondern durch seine Leistungen an Autorität gewinnt! Fangen wir mit einer wirksamen Unterstützung und Kontrolle an, indem Schiedsrichterausbilder auf Basis regelmäßiger Beobachtungen auf Kreiseibene den Fortbildungsbedarf in ihrem Zuständigkeitsgebiet kennen.


    Ja, fangen wir endlich an, etwas zu tun, was die Situation deutlich verbessert, als immer nur nach dem kleinstmöglichen Nenner zu suchen und sich dann gleich wieder für ein paar Jahre aus der Verantwortung zu stehlen.

    Luigi


    Es ist zwar schon ein paar Jahre her, da erzählte mir ein Trainerkollege von einem ähnlich gelagerten Fall, bei dem der Trainer sich keinen Rat mehr wußte.. Hier war es jedoch eher der Zufall, der die Entscheidung brachte. So trafen sich der Trainer und die Eltern mit dem 8-jährigen Kind zufällig auf dem Parkplatz eines Supermarktes. Zunächst unterhielt man sich über Belangloses, dann kam man jedoch auf den Jungen. Im Laufe des Gesprächs wurde nun deutlich, dass die Eltern den Jungen deshalb zum Fussball geschickt haben, weil sie glaubten, in der Gruppe würde er sich schon besser sozialisieren. Jedoch kam ebenfalls dabei heraus, dass die Mutter dies so sah, aber der Vater meinte, der Junge würde gerne Fussball spielen. Hier mischte sich jedoch der Junge ein und meinte, er würde sehr viel lieber was anderes machen als Fussball. Auch wenn die meisten Jungs und der Trainer dort nett wären, fände er das Spiel total bescheuert.


    Tja, was soll ich sagen? Nachdem der Vater aus allen Wolken fiel, weil er bislang glaubte, sie würden das Hobby ihres Kindes untersttützen, meldete den Jungen vom Fussball ab. Danach erwarb die Familie einen Hund, um den sich der Junge (für sein Alter) rührend kümmerte. Auch in der Schule nahmen die Probleme (Agression gegenüber Mitschülern) ab. Der Trainerkollege erzählte, der Junge habe ihn auch später immer gegrüßt, was er als Zeichen gedeutet habe, dass er ihn nicht für den "Scheiß-Fussball" verantwortlich gemacht, sondern als netten Erwachsenen in Erinnerung behalten hätte.


    Natürlich müssen die beiden Fällen gar nichts miteinander zu tun haben. Aber ich habe das Gefühl, dass auch hier die Eltern die Verantwortung zur Lösung der Probleme ihres Kindes gerne auf Andere abwälzen, weil es für sie bequemer ist?


    Ich würde die Eltern zusammen mit dem Kind zum Gespräch bitten, um abzuklären, ob beide Eltern bescheid wissen, was da läuft und gleichzeitig zu klären, ob der Junge überhaupt Spaß am Fussball hat?

    maitre999


    Vielen Dank für deinen sehr wertvollen Beitrag. Ich denke, den kann sich jeder Vater, Mutter oder Trainer durchlesen, wenn er sich mit dem Gedanken trägt, ein Kind vorzeitig in ein höher spielendes Team aufzunehmen.
    Der Beitrag enthält 2 Kernaussagen, due ich noch ein wenig ergänzen möchte:


    1. Die Leistungsbeurteilung
    Wenn es schon im Leistungs- und Profibereich nicht hinlänglich gelingt, die Leistungen eines erwachsenen Profis hinlänglich zu beschreiben, um wieviel schwieriger ist es bei den jungen Talenten? Es gibt kaum ein Thema, über das mehr diskutiert wird als über die Leistungen eines Spielers. Denn gerade im Fussball ist es besonders schwierig zwischen allen Wechselwirkungen eine auf Dauer zuverlässige Beschreibung zu finden. Noch schwieriger wird es, wenn zur absoluten Leistungsbeurteilung nur die Spieler aus dem eigenen und den unmittelbaren Nachbarvereinen zur Verfügung stehen?


    2. Was will das Kind von uns
    In den überwiegenden Beschreibungen finden wir Hinweise von Trainern, was wir vom Kind mit besonderen Fähigkeiten verlangen. Nur ganz selten schimmert ein Hinweis durch, dass ja auch das Kind bestimmte Erwartungen haben könnte. Wenn diese Erwartungen jedoch schon sehr früh von den Erwartungen der Erwachsenen überlagert werden, dann braucht es manchmal erst Jahre, bis es sich traut, seinen Willen frei zu äußern. Beim Phänomen des "first in - first out" gibt es besonders häufig die Antwort, dass man den Wünschen der Erwachsenen, wie gewünscht zu funktionieren zunächst gerne nachgekommen wäre, weil es ja nun einmal toll ist, gelobt und geliebt zu werden. Weil jedoch die Erwartungen immer höher wurden und kein Ende zu nehmen schienen, sei aus Spaß schließlich Ernst geworden und der Fussball habe seinen besonderen Reiz verloren.


    Kinder in diesem Alter können die Auswirkungen ihrer Entscheidungen noch nicht hinlänglich beurteilen. Dafür brauchen sie verantwortungsvolle Erwachsene! Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, sollte das talentierte Kind in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden und nicht die Erwartungen von Trainer und Eltern! Spiel das Kind diese Hauptrolle, dann bin ich mir eigentlich sicher, dass auch die richtige Entscheidung getroffen wird!

    Mal davon abgesehen, dass die innere Überzeugung eines Privatmenschen rein gar nichts mit den üblichen, lügnerischen Darstellungen der Blödzeitung zutun haben müssen, finde ich die Entscheidung von Uli Hoeneß richtig gut!


    Normalerweise verlangt ja die durch Politiker vertretene Öffentlichkeit einen Verdienstorden zurück. Aber in Bayern laufen die Uhren ja nunmal seit der Erscheinung von König Ludwig und in seinem Gefolge Idi Alpin deutlich anders als im Rest der Republik. Da kann man schon mal verstehen, wie ein Uli Hoeneß im Knast den tagtäglichen Umgang mit Gesox kennenlernt und langsam begreift, sie so eine Politikerbirne tickt! Denn weil zum Weihnachtsfelst das Angebot zur Abholung durch Seehofers Karosse ausblieb, was ja wohl das Mindeste für seinen Märtyrereinsatz durch die Selbstanzeige gewesen wäre, gibt er den Orden wieder der Bayrischen Vernunft einfach zurück!


    Also das mit der Blödheit eines Reus zu vergleichen, der als nahezu Unbekannter glaubt, mit einem niederländischen Führerschein weiterhin in NRW rumzufahren, das darf doch wohl eher als verzweifelter Versuch angesehen werden, mehr Punkte auf einmal (in Flensburg) zu holen, als sein Team in der Hinrunde!


    Also ich kann es schon kaum mehr abwarten, bis Ulli zurück kommt und es den Amigos mal richtig zeigt! "Stammel-Ede" hat auch schon seine Rückkehr angedroht. Na, das kann ja noch lustig werden in 2015!


    Als Fazikt darf festgehalten werden: Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung! :thumbup:

    @RalfZu den Einwurf, Aus- und Eckballentscheidungen habe ich mich schon vor ca. 1 Jahr geäußert.


    Solange die Schiedsrichtergilde die Kompetenzhoheit bei den spielentscheidenden Szenen (Strafstoßfoul, Tor, Rote Karte) weiterhin hat, wird es Unruhe geben, weil sich an diesen Entscheidungen der meiste Unmut entzündet. Denn solange werden wir uns so Kommentare "ja, dass hätte man durchaus anders pfeifen können" von den "Schwalbenkönigen" konfrontiert sehen.


    (By the way: bei den Mädchen und Frauen gibts so gut wie keine Schwalben. Das würde gegen ihr Gerechtigkeitsempfinden verstoßen. Dafür meckern die etwas häufiger, was wohl daran liegen, dass die innerhalb von 1 1/2 Sekunden von Null auf Streit aus sind.)


    Bemerkenswert ist für mich an den genannten Beispielen, wo Kompetenz vom Schiedsrichter auf die Spieler übertragen wird, dass es sich um die 1. Kreisklasse der Senioren handelt. Dort landen häufig die Schiedsrichter, die zwar Spaß an ihrer Aufgabe haben, aber über ihre Schirileistungen braucht man sich wohl weiter unterhalten. Hinzu kommt, dass diese Schiri keine Assistenten haben und häufig mangels Fitness vom Mittelfeldkreis aus pfeifen. (Ein Schiedsrichterausbilder meinte mal dazu: jede Liga bekommt die Schiedsrichter, die es verdient hat :thumbup: ) Da kann man schon mal auf Entscheidungen, die man aufgrund von zu großen Entfernungen und geringer Spielbedeutung verzichten.


    Wenn diese Regeländerung dazu führen würde, dass die Mannschaften, Trainer und Zuschauer den Fussball unter den Gesichtspunkten des Sports und der Fairness sehen würden, ja dann hätte es wirklich eine wegweisende Bedeutung, über die ich mich sehr freuen würde. Dazu müßte auch die Presse, die sehr viel mehr an sensationslüsternden Fussballspielen, bei denen auf Teufel komm raus beleidigt wird und auch mal Blut fließen kann, interessiert! Wie groß ist dabei die Verlockung dieses Bedürfnis als Form von Abenteuer zu übernehmen? Egal, ob als Spieler, Trainer oder Zuschauer?


    "Brot und Spiele" das ist doch gar nicht so neu?

    Ralf
    Erst einmal vielen Dank dafür, dass du das Mißverständnis aufgeklärt hast. Denn ich hatte gedacht, dass du die Gewaltaktionen in und um Fussballspielen mit Heranwachsenden oder Erwachsenden als weiteres Argument für die Einführung der KIFU-Regelen anführen wolltest. Denn, wie die anschließende Diskussion ja gezeigt hat, gibt es hier schon Unterschiede.


    fak
    Auch ich habe Freunde in der ganzen Welt, weshalb es mir nie in den Sinn käme, jemandem wegen seiner Hautfarbe, Religion oder sozialen Schicht mein grundsätzliches Vertrauen nicht zu schenken. Denn was macht Menschen stärker, als ihnen das Vertrauen zu schenken? Leider benehmen wir uns Deutsche nicht immer im Ausland so, wie es sein sollte und mißbrauchen die Gastfreundschaft. Diese Gäste haben wir auch. Sie wollen gerne unsere Freunde werden, machen uns dies aber schwer, weil sie glauben, man müsse sich sein Glück zur Not auch mit Gewalt holen. Idioten gibt es überall auf der Welt, da habe ich keinen Unterschied feststellen können. Aber nicht sie sind es wert, dass man sich pausenlos mit ihnen beschäftigt, sondern die Menschen, die als Vorbilder für außergewöhnlich gute Charktere geworden sind. Aber selbst Helden brauchen wir nicht, weil ihre Abziehbilder nicht fürs eigene Leben taugen. Dafür ist jeder selbst verantwortlich. Das Hervorheben der Eigenverantwortlichkeit durch pragmatische Regeln sind es, die Ralfs Ideen eine Einmaligkeit verleihen. Jedoch, da mögen die Kritiker hier wohl recht haben, kann es weitaus schwieriger sein, (was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr) einen fast erwachsenen Menschen zu ändern.


    Um den Bogen zum Fussball zu spannen: Aus einem schlechten Spiel mit einer hohen Niederlage kann man kaum etwas lernen. Außer vielleicht, dass Vieles von dem, was man sich vorgenommen hat, nicht klappte. Aus einem guten Spiel und einem grandiosen Sieg kann man aber sehr viel mehr mitnehmen, weil hier fast alles, was man sich vorgenommen hat, auch funktioniert hat.


    Wenn wir uns daran gewöhnen, anderen Menschen zuzuhören, statt sie möglichst schnell in eine Schublade zu stecken, dann kann der Fussball trotz des ständig vorhandenen Adrenalinkicks durchaus allen Beteiligten Spaß machen. Wenn es der Fussball schafft uns für die Dauer der Spielzeit zu verzaubern, dann kann er nachhaltig wirken. Wäre der Mensch lediglich das Produkt seiner Umwelt, dann wären seine Entscheidungsmöglichkeiten wietaus mehr eingeschränkt. Aber, da bin ich voll bei Ralf, wir müssen dafür kämpfen, damit nicht immer die Dummen gewinnen! In diesem Rahmen hat auch die Angst des Schiedsrichters vor dem Pfiff seine Diskussionsberechtigung. Hier kann man über pragmatische Regelungen diskutieren, damit der Fussball eben nicht zur "Assi-Sportart" verkommt.


    siebener
    Ich hoffe, du hast jetzt ein paar Antworten bekommen. Wenn nicht, dann schreib es halt noch mal mit anderen Worten, damit ich es besser verstehe!

    @Enno


    Ich möchte nur, das alle vorurteilslos gleich behandelt werden! Bin mir zwar daraüber bewußt, dass es schwierig ist, aber wenn es unmöglich erscheint, dann sollte man es nicht in einem Zusammenhang (Schiedsrichter, Spieler, Zuschauer) bringen, den es nicht verdient hat! Der Fussball ist nur die (zweitschönste) Nebensache! Die Menschen sind die Hauptsache. Ich hab es ja schon gesagt, dass der KIFU und die FPL-Regeln keine Schreckgespenster aus anderen Bereichen des Fussballs braucht. Man bedient sich hierbei Methoden und nimmt billigend inkauf, dass dabei Schubladen bestimmter politischer Denkrichtungen bedient werden.


    Der Fussball kann sich zwar nicht gänzlich aus der Politik heraushalten, wenn er jedoch Brücken bilden soll, dann müsse alle Menschen zumindest über die Zeit der Spieldauer gleich sein! Wenn wir das nicht wollen, dann brauchen wir uns nicht über Fairness unterhalten!

    @Uwe


    Ich wäre sehr froh darüber, wenn zukünftig derlei Beiträge, die im Kern nichts mit dem Fussball zu tun haben, direkt wieder gelöscht werden.


    Denn ich kann nicht erkennen, dass die Angst eines Schiedsrichters vor bestimmten Personen größer ist als die Angst eines Familienvaters vor der Arbeitslosigkeit, die ihm von einem deutschen Chef angedroht wird. Wer entscheidet denn überhaupt, welches Unrecht größer ist?


    Leider und das ist das Schlimme beim Beitrag wird hier versucht, dass Gesellschaftsproblem auf eine Ecke zu manövieren. Durch diese Form der Gruppenbildung entsteht der Eindruck, ein Ausländer sei bereits ein potenzieller Randalierer. Genau das stimmt eben nicht! Die Masse der in diesem Land lebenden Menschen fühlt und denkt nicht anders wie wir! Dennoch schafft es die Presse immer wieder einen Graben zwischen Menschen zu ziehen. Die Grausamkeit dieser Auswirkungen konnten wir zuletzt in Jugoslavien miterleben, wo Nachbarn, die seit Jahrzehnten miteinander befreundet waren, plötzlich von einen auf den anderen Tag aufeinander schossen, nur weil sie meinten, jetzt besser zu sein, weil sie einer besseren Rasse oder einem bessseren Glauben angehörten.


    Mir liegt es fern, Ralf eine böse Absicht zu unterstellen. Aber ich halte Beiträge, die darauf abziehen, Menschen mit Migrationshintergrund zu brandmarken, um dadurch (gleichzeitig) stillschweigend andere Menschen ohne Migrationshintergrund zu erhöhen, für nicht geeignet, um sie beim Thema Fussball oder beim Thema KIFU zu diskutieren.

    @Uwe
    Mir gefällt jegliche Form der vereinfachten Darstellung von Gesellschaften nicht. Wenn auch wir fast überall nur Ausländer sind, dann sollten wir erst gar nicht versuchen, uns in irgendeiner Form als etwas Besseres und etwas Höheres anzusehen. Wohin das führen kann, dass hat uns unsere Geschichte schon mehrfach gelehrt!


    Ebensowenig gefällt mir die Art der Darstellung durch den Konfliktberater, der scheinbar selbst beratungsresitent ist. Sonst wäre ihm bewußt, was er mit dieser plakativen Darstellung der Essener Bevölkerung für eine Klientel bedient. Auch muß ich gestehen, dass mir der Zusammenhang von Gewaltaktionen bei älternen Jugendlichen und Senioren mit der Fairplayliga für die Bambinies und die F-Jugend fehlt! Wenn im Gegensatz zum unteren Jugendfussball, wo fast ausschließlich Laien aufeinander treffen, wissen die älteren Jugendlichen und Erwachsenen meistens schon, was sie da machen und warum! Deshalb bin ich davon überzeugt, dass die FPL-Liga keine zusätzliche Hetze braucht, weil ihre Ideen sich auch ohne Androhungen zu einer weiteren Verrohung im Fussball funktionieren werden.

    1 habe ich den Kern der Mannschaft jetzt im 3. Jahr
    2 Wir spielen Landesliga
    3 das ist mein 7 Jahr als Trainer


    Hallo Hanbommi,


    wenn ich es recht verstehe, begleitest du den Großteil der Mannschaft seit dem jüngeren D-Jugend-Jahrgang? Also ist die C-Jugend, wie auch die Landesliga für dich genauso "Neuland" wie für den Großteil deiner Spieler! Ist das so richtig? Weil du dich nicht auf einen Trainerkollegen beziehst, gehe ich mal davon aus, dass dich der Verein "ins kalte Wasser" geworfen hat? Denn du hast sicher schnell gemerkt, dass es schon ein Riesenunterschied ist, ob man mit einer 9-er Mannschaft auf dem Kleinfeld kickt (wo z.B. durch die kürzeren Distanzen kleinere Stellungsfehler noch eher verziehen werden als auf dem Großfeld)! Laien mögen vielleicht einen großen Unterschied im Jahrgang sehen, aber das meiste spielt sich im Bereich der Cleverness ab.


    Hier ein paar Tipps:


    1. Trainingsplan für den Winter
    Wenn du gut aus der Winterpause kommen willst, versuche 1 x wöchentlich mehr zu trainieren, um die Defizite der geringeren Erfahrungen auf dem Großfeld auszugleichen. Versuche möglichst viele Testspiele gegen unterschiedlich starke Gegner auf dem Großfeld zu machen. Denn was deine Jungs jetzt brauchen sind Spiele, Spiele und nochmals Spiele! (Normalerweise werden die Trainingsplätze für die Jungen-Leistungsteams auch im Winter freigehalten. Die Kunstrasenplätze verbessern die Möglichkeiten ebenfalls.) Also Hallenfussball fällt aus, wenn ihr aus dem sportlichen Tal herauskommen wollt.


    2. Kommunikation mit Spielern und Eltern
    Auch, wenn dein Team momentan den letzten Rang inne hat, scheinst du sehr bemüht und engagiert zu sein. Das man mit den Herausforderungen selbst aud wachsen kann, ist kein automatischer Prozeß, denn er bedarf der regelmäßigen Kontrolle und vor allen Dingen Anpassung der eigenen Rolle!


    2.1 Kommunikationsort für die Spieler
    Sämtliche Anweisungen an die gesamte Mannschaft finden in der Kabine statt. Weil auch die Halbzeitpause zum Spiel gehört, findet das Treffen der Spieler nicht an der Seitenauslinie bei den Eltern, sondern in der Kabine statt.
    Was z.B. gar nicht geht ist, dass Eltern ins Spiel hineinrufen oder sogar ihre Kids in der Halbzeitpause zu sich holen, um ihnen taktische Anweisungen zu geben.


    2.2. Kommunikationsort für die Eltern
    Der Kommunikationsort mit den Eltern sollte nicht der Spielfeldrand sein, sondern ein neutraler Ort. Natürlich sollte nach der Kaderzusammenstellung vor der Saison eine Info-Veranstaltung für die Eltern gemacht werden. Falls nicht geschehen, bitte nach der Saisonvorbereitung im Frühjahr nachholen. Aber natürlich sind die anschließend lautesten Kritiker fast nie bei diesen Veranstaltungen. Sonst würde ihnen wohlmöglich die Bühne fürs Meckern genommen? Diese Eltern schnappt man sich, wenn sie am wenigsen damit rechnen. Zunächst einmal befragt man sie kurz nach ihrer Meinung zur derzeitigen Situation. Meist liegt die gar nicht so weit weg, wenn es im 4 - Augen-Gespräch gar keinen Grund gibt, irgendwelche Phantastereien zu diskutieren. Abschluß des Gesprächs sollte jedoch eine verbindliche Aufforderung sein, zukünftig nicht mehr in Traineraufgaben einzugreifen, da man ansonsten gewillt sei, Vater und dessen Sohn zu verzichten, um wieder mit der nötigen Ruhe im Umfeld den Aufgaben bestmöglich zu widmen. Auch die Mannschaft habe es verdient, sich in ihren Spielen voll und ganz auf den Fussball zu konzentrieren, weshalb jegliches Hineinrufen leistungshemmend sei. Ohne Elternunterstützung sei zwar kein Fussball möglich, jedoch dürfte nicht aktiv ins Spiel eingegriffen werden.


    2.3. Das Bewußtsein auf die Mannschaft ausrichten, um evl. verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen.
    Wenn der Trainer sich schützend vor die Mannschaft stellt, dann sollte das ohnehin aufgrund der jahrelangen Betreuung weitgehend vorhandene Vertrauensverhältnis wieder in die gewünschten Bahnen zu gelangen. Wenn die sportlichen Defizite über ein spezielles Wintertrainingsprogramm deutlich reduziert werden, wird man auch sportlich noch besser mithalten können. Denn so schlecht scheint dein Team ja gar nicht zu sein, weil es ja erst in den letzten Spielen auf einen Abstiegsplatz gerutscht ist. Aber egal, auf welchem Rang du und deine Mannschaft am Ende der Saison steht, ist es wichtig mit breiter Brust aufzutreten, weil man viel aus dieser Zeit an Erfahrungen mitnehmen konnte. Denn mit den besten Einzelspielern eine Liga zu dominieren, dass kann sogar ein Hausmeister, aber aus einem unerfahrenen und unterlegenen Team ein gutes Team zu formen, das kann nur ein Trainer von Format!


    Die Zeit des Nachdenkens und vor allen Dingen des Ärgers und Frusts solltest du nun schnell durch konsequentes Handeln verändern. Prüfe also die Parameter, unterhalte dich ggf. mit einem erfahrenen Kollegen, zu dem du ein gutes Vertrauensverhältnis hast, tausche die ggf. auch mit dem Jugendleiter aus, aber dann handele danach! Denn jede Minute, die damit verwendest, was andere Menschen über dich denken könnten, ist verschwendete Zeit, die du besser dadurch nutzen könntest, indem du das machst, was dir am meisten Spaß macht!