1 habe ich den Kern der Mannschaft jetzt im 3. Jahr
2 Wir spielen Landesliga
3 das ist mein 7 Jahr als Trainer
Hallo Hanbommi,
wenn ich es recht verstehe, begleitest du den Großteil der Mannschaft seit dem jüngeren D-Jugend-Jahrgang? Also ist die C-Jugend, wie auch die Landesliga für dich genauso "Neuland" wie für den Großteil deiner Spieler! Ist das so richtig? Weil du dich nicht auf einen Trainerkollegen beziehst, gehe ich mal davon aus, dass dich der Verein "ins kalte Wasser" geworfen hat? Denn du hast sicher schnell gemerkt, dass es schon ein Riesenunterschied ist, ob man mit einer 9-er Mannschaft auf dem Kleinfeld kickt (wo z.B. durch die kürzeren Distanzen kleinere Stellungsfehler noch eher verziehen werden als auf dem Großfeld)! Laien mögen vielleicht einen großen Unterschied im Jahrgang sehen, aber das meiste spielt sich im Bereich der Cleverness ab.
Hier ein paar Tipps:
1. Trainingsplan für den Winter
Wenn du gut aus der Winterpause kommen willst, versuche 1 x wöchentlich mehr zu trainieren, um die Defizite der geringeren Erfahrungen auf dem Großfeld auszugleichen. Versuche möglichst viele Testspiele gegen unterschiedlich starke Gegner auf dem Großfeld zu machen. Denn was deine Jungs jetzt brauchen sind Spiele, Spiele und nochmals Spiele! (Normalerweise werden die Trainingsplätze für die Jungen-Leistungsteams auch im Winter freigehalten. Die Kunstrasenplätze verbessern die Möglichkeiten ebenfalls.) Also Hallenfussball fällt aus, wenn ihr aus dem sportlichen Tal herauskommen wollt.
2. Kommunikation mit Spielern und Eltern
Auch, wenn dein Team momentan den letzten Rang inne hat, scheinst du sehr bemüht und engagiert zu sein. Das man mit den Herausforderungen selbst aud wachsen kann, ist kein automatischer Prozeß, denn er bedarf der regelmäßigen Kontrolle und vor allen Dingen Anpassung der eigenen Rolle!
2.1 Kommunikationsort für die Spieler
Sämtliche Anweisungen an die gesamte Mannschaft finden in der Kabine statt. Weil auch die Halbzeitpause zum Spiel gehört, findet das Treffen der Spieler nicht an der Seitenauslinie bei den Eltern, sondern in der Kabine statt.
Was z.B. gar nicht geht ist, dass Eltern ins Spiel hineinrufen oder sogar ihre Kids in der Halbzeitpause zu sich holen, um ihnen taktische Anweisungen zu geben.
2.2. Kommunikationsort für die Eltern
Der Kommunikationsort mit den Eltern sollte nicht der Spielfeldrand sein, sondern ein neutraler Ort. Natürlich sollte nach der Kaderzusammenstellung vor der Saison eine Info-Veranstaltung für die Eltern gemacht werden. Falls nicht geschehen, bitte nach der Saisonvorbereitung im Frühjahr nachholen. Aber natürlich sind die anschließend lautesten Kritiker fast nie bei diesen Veranstaltungen. Sonst würde ihnen wohlmöglich die Bühne fürs Meckern genommen? Diese Eltern schnappt man sich, wenn sie am wenigsen damit rechnen. Zunächst einmal befragt man sie kurz nach ihrer Meinung zur derzeitigen Situation. Meist liegt die gar nicht so weit weg, wenn es im 4 - Augen-Gespräch gar keinen Grund gibt, irgendwelche Phantastereien zu diskutieren. Abschluß des Gesprächs sollte jedoch eine verbindliche Aufforderung sein, zukünftig nicht mehr in Traineraufgaben einzugreifen, da man ansonsten gewillt sei, Vater und dessen Sohn zu verzichten, um wieder mit der nötigen Ruhe im Umfeld den Aufgaben bestmöglich zu widmen. Auch die Mannschaft habe es verdient, sich in ihren Spielen voll und ganz auf den Fussball zu konzentrieren, weshalb jegliches Hineinrufen leistungshemmend sei. Ohne Elternunterstützung sei zwar kein Fussball möglich, jedoch dürfte nicht aktiv ins Spiel eingegriffen werden.
2.3. Das Bewußtsein auf die Mannschaft ausrichten, um evl. verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen.
Wenn der Trainer sich schützend vor die Mannschaft stellt, dann sollte das ohnehin aufgrund der jahrelangen Betreuung weitgehend vorhandene Vertrauensverhältnis wieder in die gewünschten Bahnen zu gelangen. Wenn die sportlichen Defizite über ein spezielles Wintertrainingsprogramm deutlich reduziert werden, wird man auch sportlich noch besser mithalten können. Denn so schlecht scheint dein Team ja gar nicht zu sein, weil es ja erst in den letzten Spielen auf einen Abstiegsplatz gerutscht ist. Aber egal, auf welchem Rang du und deine Mannschaft am Ende der Saison steht, ist es wichtig mit breiter Brust aufzutreten, weil man viel aus dieser Zeit an Erfahrungen mitnehmen konnte. Denn mit den besten Einzelspielern eine Liga zu dominieren, dass kann sogar ein Hausmeister, aber aus einem unerfahrenen und unterlegenen Team ein gutes Team zu formen, das kann nur ein Trainer von Format!
Die Zeit des Nachdenkens und vor allen Dingen des Ärgers und Frusts solltest du nun schnell durch konsequentes Handeln verändern. Prüfe also die Parameter, unterhalte dich ggf. mit einem erfahrenen Kollegen, zu dem du ein gutes Vertrauensverhältnis hast, tausche die ggf. auch mit dem Jugendleiter aus, aber dann handele danach! Denn jede Minute, die damit verwendest, was andere Menschen über dich denken könnten, ist verschwendete Zeit, die du besser dadurch nutzen könntest, indem du das machst, was dir am meisten Spaß macht!